Rr 158.
Marburg, Sonnabend, 9. Juli 1887.
XXII. IlUgang.
-rsSeint täglich außer an / A A ▲ .
Werktagen nach Tonn- und fl ■
Feiertagen. — Quartal- ÄSi *= ■ ■ ■ ■ ■
Abonnements-Preis bei der M M ▲.
Skpedition 2‘/4 bei M lll
j^i Postämter 2 SRf. 50 Lr ■ BT ■
Pfz. iexcl. Bestellgeld). | DM W
Znsertionsgebühr für die ! „WWW
gespaltene Zeile 10 Pfg, y /Ok^ M
**“JV*b " ' ■ ’ 7 " I [ ’ I "7
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md
Erpeditwn Markl 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Loch.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Franlfurt a.M., BerlinMiinchen und Köln; G- L. Daube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris.
- Illustriertes Sonntagsblatt.
lung mit ihren niederschmetternden Beweisgründe;
wird man in Paris sicherlich für lange Zeit denken.
Was für ein Lärmen war es an der Seine, als der amtliche Leiter der spranzösischen Grenzspionage gegen Deutschland festgenommen wurde! Man schrie über deutsche Verrate!, grobe Herausforderung von Seiten Deutschlands, Völkerrcchtsbruch und Beleidigung Frankreichs. Frankreich und das französische Volk waren die unschuldigen Engel im weißen Kleidchen. Die Leipziger Gerichtsverhandlung hat der Pariser Heuchelei die Larve vom Gesichte gerissen; Jedem, der hören und sehen will, ist klargethan, daß Frankreich es ist, welches einen Bruch des Völkerrechts durch die Art und Weise seiner Spionage begangen hat. Es wäre noch zu verstehen, wenn die französische Regierung sich durch besondere Agenten Mitteilungen aus Deutschland und anderen Ländern verschaffte, denn der Spionagedienst ist ein verachtungswürdiges, aber zu Zeiten doch notwendiges Handwerk; indessen die Verwend
Regierung vor sich gegangen ist, nicht vor sich gegangen sein kann. Schnäbele ist nicht der einzige dieser Musterbeamten, welche ihre Ausgabe in verbrecherischem Handwerk gesucht; er ist nur einer aus der langen Reihe, deren Namen der Leipziger Prozeß ergeben hat. Es bestand also eine vollständige, von Paris her gebilligte Organisation, entschieden deutschfeindlichen Charakters.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt einen Artikel über die zur Zeit in Paris geplante Heranziehung der Ausländer zu den französischen Staatslasten mit folgenden auf unsere Stellungnahme zu Frankreich überhaupt bezugnehmenden und wohl zu beachtenden Worten: „Für Deutschland scheint somit der Moment gekommen zu sein, in Erwägung zu ziehen, ob nicht alle deutschfeindlichen Bestimmungen, welche in Frankreich zur Ausführung kommen, auch in Deutschland und namentlich in den Reichslanden in voller Reci- procität zur Anwendung zu bringen wären."
„Da kommen die beiden aus dem Garten!" rief die Müllerin etwas lauter, und während sich ihre Stirn in Falten zog, fuhr sie fort. „Nein, das wird a immer besser, da haben sie sich bei der Hand gefaßt, als wenn sie schon Braut und Bräutigam wären! Nimm ihn doch sogleich bei Seite, Johann Hinrich, und verweise ihm diese ungebühi liche öffentliche Vertraulichkeit; ich nehme unterdeß die Liesbeth vor und will ihr schon ihren Standpunkt klar machen!"
Sie erhob sich mit einer energischen Handbeweguug, auch der Müller stand auf, und so gingen sie den beiden jungen Leuten einige Schritte entgegen.
Es war ein hübsches Paar, welches so eben durch die Gartenpforte auf den Hof getreten war. Friedrich war ein wohlgewachseuer, kräftig gebauter junger Mann mit roten, gesunden Wangen, einem kleinen, dunkelblonden Schnurrbart und krausem, vollem Haupthaar von derselben Farbe. Seine blamn Augen sahen so fröhlich in die Welt hinein, als wenn ihm ein Unglück noch nie nahe getreten wäre oder Macht über ihn gewinnen könne. Und bis jetzt hatte er auch noch nie gefühlt, daß er nur ein armer Verwandter und aus Gnade und Barmherzigkeit im Hause aufgezogen worden sei. Er war gehalten worden wie der eigene Sohn, und nie hatte Reimer Steffens vor ihm irgend etwas voraus gehabt. Friedrich war aber auch von jeher bei allen Hausgenossen sehr beliebt gewesen, ein fröhliches Gemüt, seine Dienstfertigkeit, sein Fleiß, seine Verträglichkeit hatten ihm das Wohlwollen aller erworben. Auch der Müller und seine Frau hielten große Stücke auf ihn, aber nie war es ihnen in den Sinn gekommen, daß er noch einmal der Mann ihrer einzigen Tochter werden könne; so groß auch sonst hr Wohlwollen für ihn sein mochte, so sehr sie es auch immer bestätigt hatten, hier schien es seine Grenzerreicht zu haben.
Liesbeth war ein hübsches Mädchen von schlankem Wuchs, mit hellblickenden, blauru Augen und dunkel- iloudem Haar, dessen lauge Zöpfe, die für gewöhnlich bis weit über die Taille hinabreichten, heute in
einem mächtigen Knoten am Hinterhaupt befestigt waren. Ihre Nase war fein geschnitten und ihr kleiner Mund mit-frischroten Lippen zeigte, wenn sie sprach und lachte, blendend weiße, hübsch geformte Zähne. Auch auf ihrer Stirn lag ungetrübte Fröhlichkeit, und ihr heiteres Temperament, ihre lustigen Lieder, ihr heizlickes Lachen belebten das ganze Haus. War auch der Charakter des Steffenschen Ehepaares, sowie der des Sohnes Reimer von der Natur ernst angelegt, so ließen sie doch alle die Fröhlichkeit des jungen Mädchens, die in Friedrichs munterem Wesen immer neue Nahrung fand, gern auf sich einwirken und mit Schrecken dachte der Vater schon jetzt daran, daß noch einmal eine Zeit kommen muffe, wo er den Gesang und das helle Lachen seines Kindes nicht mehr im Hause vernehmen würde.
Friedrich und Liesbeth liebten sich, aber es war noch dasselbe Gefühl, welches sie als Kinder für einander gehegt hatten, und war bis zur Stunde noch nicht in jene Liebe übergegangen, die den Grund der Seele aufregt und mit leidenschaftlichen Wünschen ich verbindet. Mochte diese Liebe in den jungen Herzen schlummern — bewußt waren sie sich derselben nicht; dies Bewußtsein sollte jedoch noch heute geweckt werden.
Der Müller rief seinem Schwestersohn zu: „Friedrich, auf ein Wort!"
Der junge Mann sprang rasch herbei, und SteffeuS führt ihn etwas abseits. Dasselbe that die Müllerin mit Liesbeth.
„Ich mnß Dir etwa» sagen," begann der Onkel in wohlwollendem Tone uud legte dabei seine Hand auf die Schulter des Neffen, „Du mußt Dir nichts Arges dabei denken, Friedrich, aber was ich anszu- prechen gezwungen bin, gebietet mir die Notwendigkeit. Ihr seid, ich meine Dich und die Liesbeth, wie ®e> chwister in meinem Hause ausgewachsen und habt Euch als solche immer herzlich lieb gehabt. Auch jetzt verkehrt Ihr noch mit einander, als wenn Ihr nicht Pflegegeschwister wäret, sondern wirkliche. Aber
Vor dem Reichsgericht
in Leipzig hat sich der Schlußakt jener Angelegenheit abgespielt, welche zwei Wochen hindurch des Jutereffe von ganz Europa beherrschte, der Schnäbele-Affaire. Ter französische Polizeikommissar mit dem deutschen
war von vornherein zu erwarten. — Von Seiten des Finanzministers sind die Provinzial - Steuer- Tirektionen darauf aufmerksam gemacht, daß die nach Anlage des Gesetzes vom 28. Mai d. Js., betreffend den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte, eintretendcn Veränderungen in der bisherigen Klasseneinteilung der Orte für die Zeit vom 1. Juli ab auch für die Bewilligung des Wohnungsgeldzuschusses an die Beamten maßgebend sind, und sind die genannten Behörden im Hinblick darauf zum Erlaß der erforderlichen Anordnungen angewiesen worden.
Der Vorstand des - deutschen Kriegerbundes hatte sich mit der Ansiedelungskommission für Posen und Westpreußen behufs Erwerbung von Grundstücken, welche von Mitgliedern des Bundes bewirtschaftet und mit der Zeit deren Eigentum werden sollten, in Verbindung gesetzt. Er hatte in seiner Glückwunschadresse am neunzigjährigen Geburtstag des Kaisers diesen Punkt mit den Worten berührt: „Die überraschend günstigen Erfolge, welche mit Moorkulturen gemacht worden sind, haben uns den Gedanken nahe gelegt, ein gut mit Moorländereien in der Prorinz Posen als Eigentum oder in Erbpacht von der Königlichen Ansiedelungskommission, welcher unsere Wünsche nicht unbekannt sind, zu erwerben. Als Grundkapital gedachten wir die freiwilligen Spenden zu verwenden, welche wir aus Anlaß Ew. Majestät 90. Geburtstag bei patriotischen Männern gesammelt haben und welche 38000 Mark (heute etwa 46 000 Mark) betragen. Indem Ew. Majestät wir diesen Fonds allerunterthänigst zn Füßen legen, wagen wir, die Allerhöchste Genehmigung zu erbitten, denselben zur Erwerbung von Moorländern verwenden zu dürfen. Durch Nutzbarmachung und Besiedelung derselben mit altgedieuten, Ew. Majestät zu allen Zeiten treu ergebenen Soldaten hoffen wir, nicht allein unseren Kameraden zu helfen, sondern auch für die Hebung und Kräftigung des deutschen National- gesühls in der Provinz Posen thatkräftig wirken zu können." Daraufhin ist dem Bund unter dem 14. Juni dieses Jahres von dem Minister v. Puttkamer zugegangen, wonach Se. Majestät den Glückwunsch zum 90. Allerhöchsten Geburtstagsfeste gern entgegengenommen haben und nichts dabei zu erinnern finden, daß die in Anlaß des Festes dem Kriegerverein zu- geflosfenen Spenden zur Beteiligung des Bundes bei den auf Grund des Gesetzes vom 25. April 1886 erfolgenden Ansiedelungen in den Provinzen Posen und Westpreußen verwendet werden.
— Zu der in Frankreich grassierenden Deutschenhetze schreibt das „Neue Wiener Tageblatt": „Das Verhältnis, wie es sich neuerdings zwischen Frankreich und Deutschland gestaltet hat, muß die ernstesten Be- orgniffe rechtfertigen. Es ist düsterer als jemals seit dem Kriege, es ist beinahe hoffnungslos. Man muß bis zum Mittelalter zurückgehen, um Zustände auzu- treffen, wie diejenigen, welchen die Deutschen in Frank-
Bestellungen
auf das dritte Quartal der
Oberhesfischen Zeitung
mit ihren Beiblättern nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande die Landpostboten, in Kirchhain unsere Agentur, sowie die Expedition entgegen.
Die Leipziger Verhandlung hat durch Kleins Geständnis unwiderleglich ergeben, daß Schnäbele und Konsorten deutsche Unterthauen zur Spionage verlockt haben; sie haben den durch französisches Geld gewonnenen Personen schriftlich und mündlich Direk- . . tionen gegeben, haben ihnen das Judasgeld bezahlt. Namen ist s. Z. auf Anordnung der Reichsregierung Kann man eine solche Handlungsweise mit Patrio- freigelasseu worden, weil er thatsächlich aus dem Wege tismus entschuldigen? Als gute Franzosen hätten sie zur Unterredung mit einem deutschen Beamten infolge an das bekannte Wort des ersten Napoleon denken einer Einladung des letzteren war, als er von den sollen, das sich mit unsäglicher Verachtung über Spione beiden an der Grenze auf ihn lauernden Geheim- und Spionage ausspricht. Jedenfalls hätte aber die Polizisten verhaftet wurde. Da Schnäbele nicht in I französische Regierung ein solches Treiben nie dulden den Händen der deutschen Justiz ist, kann nicht gegen dürfen, wenn ihr daran lag, gewissenhaft die inter- lhn verhandelt werden; er kann auch froh sein, daß nationalen Verpflichtungen Deutschlands gegenüber zu er in dieser Woche nicht vor dem Reichsgericht ge- erfüllen. Es ist ein wahrer Hohn auf die vielgestanden hat, denn mit einer milden Strafe wäre er rühmte französische Nobleffe, diese Schandwirtschaft schwerlich fortgekommen. Aber Schnäbeles Mitfchul-1 an der Grenze. Könnte Frankreich nur eine einzige biger, der Handelsagent Klein aus Straßburg, der Thatsache anführen, welche als deutsche Provokation wieder andere Personen zum Landesverrat verführte, I ansehen sich ließe, wir müßten und würden still ist in gutem Gewahrsam und hat vor feinen Richtern schweigen. Aber davon ist keine Rede, nicht ein einem unumwundenes Geständnis abgelegt, welches die zjger deutscher Spion ist in Frankreich verurteilt französische Regierung in schlimmer Weise und der-1 worden. Die Spionageriecherei und -Wühlerei gegen artig blosstellt, wie es in früheren Hochverratspro-1 die in Frankreich lebenden Deutschen entspringt ledig- zefsen nie der Fall gewesen ist. An dieser Verhand-^ lich dem Bestreben, die eigene Spionage zu bemän- ’*'*’“*’ " 4—“ <“—-•> <— te[n- Das Urteil des Reichsgerichtes gegen den
Landesverräter Klein trifft auch Schnäbele, Frankreich und die französische Regierung. Auch für sie gilt das Schuldig.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Juli. In der heutigen Bundesrats- - - ... , sitzuug gelangte der Präsidial - Äüitrag, betreffend die
düng der amtlichen Grenzbeamten, von deren vertrauens- Aushebung des Pferd eausfuhr-Verbots, zur Beratung, würdiger Persönlichkeit der ganze gegenseitige Grenz-1 Der Bundesrat stimmte dem Anträge zu, ebenso dem verkehr abhängt, zu Leitern der Spionage, das ist I Gesetzentwurf, betreffend den Verkehr mit Kuust- benn doch em starkes Stück, unerhörbar um so butter, mit den vom Reichstage beschloffenen Abän- es nicht ohne Wissen und Kenntnis ber berungen. — Die neue Reichsanleihe ist siebenfach französischen oberen Behörben unb damit der Pariser f gezeichnet worden. Ein solches glänzendes Ergebnis
reich ausgesetzt sind. Wenn sich das deutsche Empfinden gegen diese unverantwortliche Behandlung immer energischer auflehnt, so wird man, wie man mit Bestimmtheit sagen kann, an hiesigen leitenden ■stellen nicht das Geringste thnn, um dieser sehr natürlichen Reaktion des Nationalgefühls, welches seine Langmut schon allzu lange gezeigt hat, Einhalt zu thun. Es wird freilich auch nichts geschehen, um die Verstimmung zu steigern; aber daß das Verhältnis, welches sich neuerdings fixiert hat, nicht ohne Rückwirkung auf die Beziehungen der Kabinette bleiben kann, ist wohl ohne weiteres klar. Jahrelang hat man es hier im gesättigten Gefühle errungener Erfolge ertragen, daß das Nachbarvolk einen etwas gar ju umfangreichen unb ber Zeit nach ausgedehnten Gebrauch von dem Rechte gemacht hat, über den Sieger mit Worten herzuziehen, da es mit dem Schwerte nicht möglich war. Sogar die notorische Thatsache, daß Mitglieder der Regierung sich au dem Verhetzungswerk der Patriotenliga beteiligten, ch stillschweigend geduldet worden. Aber wenn an ter Thüre jedes Deutschen in Frankreich gleichsam ein rotes Kreuz gemalt wird, um ihn, wie zur Zeil der Bartholomäusnacht, dem Hasse des Pöbels als jagdbares Opfer zu zeigen, dann nähern sich die Dinge jenem Urzustände, in welchem nicht Sitte und Gast, recht, sondern das Recht der stärkeren Faust gilt Die Möglichkeit, daß ber Zwist auf dieses gefährlich Gebiet hinübergespielt wird, will man hier durchaus nicht beschleunigen, aber man hat keine Ursache, sie zu fürchten." — An einer anderen Stelle desselben Blattes lesen wir: „Im ganzen Umkreis der Möglichkeiten ist (vielleicht die freiwillige Rückgabe vor Elsaß-Lothringen ausgenommen) keine ausfindig zu machen, durch welche sich Deutschland dem französischen Volke angenehm zu machen verstände. Es hat eine Zeit gegeben, wo das anders war, eine Zeil, in welcher die Traditionen ber Gambettaschen Nützlichkeitspolitik in dem Ministerium Ferry fortlebten und wenigstens ein äußerliches Wohlverhalten ber beiben Staaten ermöglichten. Heute, wo bie Regierung in Paris sogar vor den Gassenjungen sich beugt, welche eine Wagnersche Oper auspfeifen, heute ist eine französische Politik, welche an das Kabinett Ferry an- knüpfen wollte, undenkbar. Und das ist schlimm für Frankreich selber, schlimm auch für Deutschland, welches mit dem Tage rechnen muß, wo seine eigene Geduld erschöpft ist, und welches doch schneller noch, als diesen Unglückstag, jenen anderen herannahen sieht, an dem die Leidenschaften jenseits ber Vogesen verberblich ausbrechen."
— Der Jahresbericht der Gewerbekammer zu Leipzig für 1886 sagt über die allgemeine wirt- chaftliche Sage der Gewerbe u. a. folgendes: „Das Jahr 1886 hat die wirtschaftliche Lage der Gewerbetreibenden unseres Bezirks nicht wesentlich verändert. Die Bauthätigkeit ist zwar gegen das Vor
fluter einem Dache. I „Ja, wäre es wie Binder und Schwerer, bann
Roman von Karl Hartmann-Plön. !hätte ich gar nichts dagegen. So war es früher, so
Nachdruck verboten, pft es aber jetzt nicht mehr. Es nimmt auch von ,r, , . iFortsetzung.) Tag zu Tag ein bedenklicheres Gepräge ar. O, das
„®a8 ist sonderbar! möchte der arme Vetter wohl, die reiche, hübsche
„Er mochte wohl eiuseheu, daß Jeder Einwand Müllerstochter freien! Aber daraus wird nichts'"
nutzlos sein würde." .Daran denkt der Friedrich gar nicht."
. '.'3a, ja/' fuhr der Muller nach einer Pause fort, „Ich glaube aber doch, daß er daran denkt, und ,,e8 tft gelungen, bie lange fortgesponneneu Jntrigueu I ehe wir es uns versehen, denkt auch die Liesbeth im letzten Augenblick zu durchkreuzen, der Baron ist! daran, und dann könnte sie uns Schwierigkeiten machen, verfogut gestorben, und das Testament liegt wohl-1 wenn ein anderer Bewerber kommt. Uud hat es nicht verwahrt tn dem Kasten von Ebenholz auf unserer den Anschein, als wenn der Besitzer vom Weidenhof Dachkammer. Oh, daß ich heute davonfahren, daß sich für unsere Tochter intereffieit? Ich weiß es ich es zurucklassen muß, daß ich eS nicht mit mir! vom Reimer, daß er zur Hochzeit geladen ist, er war , i „ Ha auch auf dem Verlobungsfest und machte sich viel
unnötigen Sorgen, Steffens, mit der Liesbeth zu schaffen; seitdem hat er uns «s dem Versteck holt es niemand hervor; kein noch zweimal besucht, der Mann ist wohlhabend, das wäre f° ausgelernter Dieb ist im Stande, diese Stangen ein Schwiegelsohn, wie ich ihn mir wünsche." zu durchfeilen! I „Gegen den Mann wäre nichts einzuwenden."
„Säge es doch erst auf dem Gericht zu Schleswig, I „Ich habe mich schon damals," fuhr Frau Steffens 1 s°et, „darüber geärgert, daß Friedrich die Liesbeth
MA ja morgen laß Dft doch nicht aus den Augen ließ und kaum von ihrer Seite Nicht durch diese Geschichte die Hochzeitsfreude hüben!" I wich. Tas darf er heute nicht wieder so machen
„Sie ist mir gestört, ich kann es nicht ändern!" denn erstens bringt er unser Kind durch solch auf» *."$ßrteinÄ Steffens," sagte nach einigen Se- fälliges Gebühren ins Gerede, und zweitens hält er rnnbut die Müllerin, wobei ihre Stimme etwas jeden andern ab, sich ihr zu nahen. Hat der Weiden klang, -ich muß Dir gegenüber etwas zur Hofer wirklich ernstliche Absichten, so wird sich das SÄ dem Friedrich heute schon deutlicher aussprechen. Der Vethr soll
und der Liesbeth gefallt mir nicht." ihm aber nicht im Wege stehen. Du mußt es ihm
,@dtbkmr£ Bomf.3R<rtär Zurück ist, hat er nur sagen, SteffeuS, noch ehe wir abfahreu, daß er die SC9„*nb für sie. Tas ist ein Getändel Grenzen der Schicklichkeit nicht überschreitet und den p^d ^Lachen, ein Necken und Haschen — habe ich die Leuten keine Gelegenheit zu unliebsamen Bemerkungen Liesbeth aus den Augen, so bin ich sicher, sie steht! geben darf."
teUfÄ6ofe ”itbemL habe die Sache noch nie von dieser Seite Z^drich und schwatzt. Ist Dir das deun noch gar- l betrachtet und den vertrauten Verkehr der beiden als ausgefallen ? I ganz harmlos aufgefaßt, doch magst Tu Reckt baden
x, ."Wiesoll mir dmu da» so besonders auffallen? Ihr Frauen seht darin schärfer, als wir Männert Haben die beiden eS nicht von « her so gemacht? So gern ich den Jungen habe, als Schwiegersohn n.5 J” k tumber ausgewachsen und haben sich I wünsche ich mir denn doch nicht einen atmen Müller- lteb wie Bruder und Schwester!" |gefeHen. Ich werde mit ihm sprechen."