Marburg, Mittwoch, 29. Juni 1887.
r. 149
XXII. Jahrgang.
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hiermit a Antwort der Pariser Patriotenliga uni 188' ; das Urteil des Leipziger Reichsgerichtes im letzten
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ins hellste Licht stellt. Nach genaueren Pariser ichten hatten sich zu der für Freitag abend angeigten Versammlung im Winterzirkus der Seinestadt unden, der frühere und der jetzige Präsident der iotenliga, die Herren Teroulede und Sansboeuf, schimpften in maßloser Weise gegen Deutschland das Reichsgericht und ernteten natürlich den luden Beifall der Versammlung. Die Familie jlin hatte vergebens Teroulöde ersucht, den Spektakel unterlassen; der zu neuer Thätigkeit erwachte ancheapostel erklärte, Köchlin gehöre nicht mehr !r Familie, sondern Frankreich. Die Versammlung te mit einer lärmenden Demonstration für Bonner, wobei Tsroulede rief, daß Gambetta sich «als von dem patriotischen General getrennt haben Ebe. Auf der Straße ging nach Schluß der Seren hing der Tanz aber erst recht los. Verschiedene eben durchzogen die Boulevards unter Singen und »rufen auf Boulanger, so daß die Polizei schließlich erf eingreifen und die Lärmenden zerstreuen mußte, bhe dann noch in den Nebenstraßen herumtobten, «bei wurden auch in dem Deutschen Bierlokal tmser auf dem Faubourg poissonisre,- wo Deutsche phren, die Fenster eingeworfen und die Deutschen
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ten HausÄe insultiert. Tie Polizei war abwesend und aus aße per: nahegelegenen Kaserne angerufene militärische Hilfe vermietzrde verweigert. Die Zeitungen tadeln nun zwar [35 Skandalfzenen, weil dadurch Verhandlungen der
chverratsprozeß gegen Köchlin, Blech und Genossen (352 ganj in der Weise erfolgt, welche diese Gefellfchast or ü. Hrakterifiert, und die ihren fanatischen Teulschen-
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Tas war ich allerdings," entgegnete Ohkert, ich habe auch erst heute das Gegeutell erfahren.
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Friedrich Friedrich. (Fortsetzung)
hwendet und dadurch sein Geschäft ruiniert und Falle nahe gebracht haben."
»Es ist nicht möglich," unterbrach ihn Letzingen, ist nicht möglich, Damken müßte darum wissen er könnte unmöglich so ruhig dabei sein und
' Verschwendung fortsetzen."
»Ich erzähle Ihnen auf Ihr Verlange» auch nur, iich gehört habe," erwiderte Ohlert. ,68 sollen rtende Summen in Wechsel» auf sein Haus laufe», ie zu zahlen es nicht im Staude ist."
Weshalb haben Sie mst dies alles nicht vor en Tagen gesagt, ehe ich Damken die von Ihnen
, -«Damken hat erst vor zwei Stunden ungefähr Vtozev^gchrjcht bal)on erhalten," erwiderte Letzingen.
angene Summe übergeben habe?" rief Letzingen. । I In »als noch waren Sie ebenso fest von DawkeuS I UIV tum überzeugt."
elche Gerückte? Sprechen Sie," drängte Letzingen. meRan stellt DamkenS Reichtum in Abrede," er» 1 rte Ohlert. „Er soll fast unglaubliche Summen
ist sofort hierher geeilt, und wenn sich auch erS Flucht bestätigte, so hoffe ich, wird er die sei eiulöseu und die ganze Verwirrung beseitigen, en ist sehr reich, er kann also dadurch nnwög- -. in eine ernste Verlegenheit geraten."
"Uven -r Banquier zuckte ungläubig mit den Achseln.
[H laufen über DamkenS Reichtum sehr auffällige gaffe 3Mchte in der Stadt um."
Strotze [.Ich weiß nur so viel mit Bestimmtheit, daß der )ohn äflsführer fort ist, daß die beiden Wechsel nicht m riert sind und daß der Inhaber derselben, Buch- a. sonsti ' bereits durch den Notar hat Protest erheben
gemacht würden, und auch das Ministerium selbst ist sehr bös, aber was hilft das alles? Es ist wieder einmal bewiesen, daß sich keine französische Regierung getraut, den Pariser Schreihälsen energisch entgegenzutreten, daß es jedem turbulenten Haufen freisteht, auf das Deutsche Reich zu schimpfen, so viel er will. Ware das in Deutschland möglich? In keiner Stadt könnte so etwas Vorkommen.
Tie gloriose Kundgebung der Patriotenliga kann uns sehr kalt lassen; der Prozeß gegen die Elsaß- Lothringer ist sonnenklar, gerade so wie ihre Schuld. Tie Franzosen würden das auch einsehen müssen, wenn sie es nur einsehen wollten; aber da sitzt eben der Haken, sie wollen nicht vernünftig sein, sie stürmen wie ein Stier ans das rote Tuch, blindlings auf alles los, was deutsch heißt. Ta ist denn eben nichts zu machen, man muß sie rennen lasten, wenn die eigene Regierung es nicht versteht, die Hitzköpfe zu zügeln. Ter Prozeß ist in Deutschland unter Aufrechterhaltung der größten Ruhe verhandelt worden; wir möchten wohl wissen, wie es den Deutschen in Frankreich ergangen wäre, wenn in Paris ein gleicher Prozeß vor die Assisen gekommen wäre? Die Strafen würden ganz anders ausgefallen fein, und es hätte sich kaum ein Deutscher auf der Straße sehen lasten dürfen. Daran denken aber die Herren von der Patriotenliga nicht, sie tollen los. Ihr treiben ist eine Kopflosigkeit ; etwas Anderes sind aber die Bestrebungen, welche als Repressalie gegen den gerechten deutschen Richterspruch Repressalien für die in Paris und Frankreich wohnenden Deutfchen verlangen. Der Pariser Gemeinderat ist bekanntermaßen schon mit „gutem Beispiel" vorangegangen, er hat die Entlastung aller von der Verwaltung beschäftigten Deutschen beschlossen, wodurch meistens Elsaß-Lothringer betroffen würden. Das ist aber noch nicht das Schlimmste; in der Kammer fordern radikale Heißsporne besondere Maßnahmen gegen die Deutschen in Frankreich, die keinem Kinde etwas zu leide thun und froh sind, wenn man ihnen nichts thut. Ter Hauptzweck bei diesem Vorgehen ist freilich nicht nur: Repressalien gegen die Deutschen, sondern auch das Bestreben, dem Ministerium Rouvier so viele Schwierigkeiten zu bereiten, daß es schließlich stürzen muß; aber kennzeichnend für die starke antideutsche Strömung in Paris ist die Sache doch. Die Deustchenfresser schreien auch über die Maßnahmen, welche gegen, antideutsche Agitatoren in den Reichslanden ergriffen sind; das ist einfach komisch. Sie sollen sich doch in Frankreich einen deutschen Agitator suchen und ihn maßregeln; aber sie finden eben niemand. Wir sind zu gerade für solche zweifelhaften Geschichten.
Am bedenklichsten von allen jetzigen deutschfeindlichen Bestrebungen sind die oben erwähnten Anträge in der Kammer. Wir wollen nicht nur hoffen, daß es der Regierung in Paris gelingen wird, diese zu beseitigen, sondern auch, daß Herr Rouvier die Energie Sie selbst habe» mich damals in meinem Glauben bestärkt, indem Sie mir von großen Unternehmungen, welche Damken vorhabe, erzählten. Sie sprachen von einer Kommandite seines Hanfes in M., Sie selbst, als sein zukünftiger Schwiegersohn, wollten sich als Kompagnon daran beteiligen. Sie werden begreiten, daß ich keinen Verdacht hieraus zu schöpfen vermochte; es bestätigte nur vielmehr noch, was man damals allgemein glaubte, daß Damken trotz feiner Verschwendung noch bedeutenden Reichtum besäße. Erst die Entfernung seines Geschäftsführers scheint über dies alles ein besseres Licht geworfen zu haben."
„Ich kann es mir auch jetzt noch nicht als möglich denken," rief Letzingen. „Damken hätte nicht an eine Kommandite denken können, wenn sein Geschäft in mißlicher Lage gewesen wäre. Er sprach von bedeutende» Summe», welche er zu neue» Unternehmungen verwenden wolle."
„Ich kann nur das sagen, was ich gehört habe," gab Ohlert zur Antwort. „Damken soll gar nicht im Sinne gehabt habe», eine Kommandite zu errichte», et hat von Ihne» nur unter diesem Vorwande das Geld verlangt, nm die auf sein Haus laufenden Wechsel zu decken. Kleuser soll auch diese Summe mit sich genommen haben."
Letzingen fuhr erschrocken zurück. Seine Wangen erbleichten. Er selbst hotte nicht gewagt, dies zu vermute», jetzt hörte er es von einem ander» aussprechen.
„Nein, nein, das kann nicht sein," rief er heftig. „Damken kann eS nicht gewagt haben, mich auf solche Weise zu täusche». Ich halte ihn für leichtsinnig, aber nicht für schlecht."
„Verlegenheit und Not treiben oft zum Aeußersteu," warf der Barqnier ein. „Ich wünsche von Herzen, daß all diese Gerüchte sich als unwahr erweise» mögen, ich kann Ihnen indeß auch meine Befürchtungen nicht verschweigen. Sie find in der Stadt verbreitet und werde» mit Bestimmthett erzählt." „Es kau» nicht sei», eS ist nicht möglich!" entgegnete Letzingen auf»
findet, solchen Geschichten in der Zukunft von vornherein die Spitze abzubrechen. In ihre Richtersprüche lasten sich die Franzosen gerade szp wenig hineinreden, wie wir es zu gestatten Lust haben. Die vier verurteilten Angeklagten haben die Festung zur Verbüßung ihrer Strafe bezogen und müssen dort aus- halten.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Juni. Der Kaiser empfing heute um lO’/i Uhr den Hofmarschall Grafen v. Perponcher, machte um 11 Uhr eine Spazierfahrt und hörte um 12 Uhr einen längeren Vortrag des Geh. Kabinettsrats von Wilmowski. — Die Großherzogin von Baden ist gestern abend nach Karlsruhe abgereist. — lieber das Befinden des Kaisers wird dem Karlsbader „Sprudel" aus Berlin berichtet: „Das Unwohlsein" des Kaisers ist vorüber. Seine robuste Natur hat dasselbe überwunden, und die behandelnden Aerzte müssen und können es sich gerne gefallen lassen, daß das vom „Reichs-Anz." veröffentlichte Bulle^i über den Gesundheitszustand des Monarchen als zu pessimistisch im Publikum und auch von hoher Stelle kritisiert wird. Der Kaiser, welcher an einem Nierenleiden (Nierensteine) laborierte und dagegen in den Jahren 1864 und 1865 in Karlsbad vollständige Abhilfe fand, leidet an einem konsekutiven und schon auch durch das Alter bedingten chronischen Blasenkatarrh, der infolge einer Erkältung gelegentlich der Kieler Reise wieder einmal in ein akutes Stadium trat und von heftigen Schmerzen und leichtem Schüttelfrost begleitet war. Es ist begreiflich, daß bei dem patriarchalischen Alter des Patienten die Behandlungsweise, die sich ja neben absoluter Ruhe und Wärme in der Hauptsache auf die Anwendung von Narkoticis beschränkt, eine sehr delikate, daher in ihrer Wirksamkeit sehr schwache nur sein kann und daß andererseits auch nur ein kurztägiges Krankenlager mit Schmerzen, gestörter Verdauung und Schlaf die Kräfte in diesem hohen Alter sehr konsumiert. Der Kaiser erholt sich nur sehr langsam, und etwaige erneute Anfälle, besonders in kürzeren Zwischenräumen, würden unbedingt zu einer Katastrophe führen. Tie Reise des Kronprinzen pach Eiiglaud in diesem Zeitpunkte geschah mehr zur Beruhigung des Kaisers und der Bevölkerung. Die Meldungen betreffs des Termines der Emser Reise sind mit Vorsicht aufzunehmen, sie entsprechen mehr dem Wunsche des Kaisers, als den Intentionen der Aerzte. Von einer Reise außerhalb des Landes, also nach Gastein, ist vollständig abgesehen. Der verlängerte Aufenthalt des Reichskanzlers in Berlin hing mit der Erkrankung des Kaisers zusammen; vor seiner Abreise hatte Fürst Bismarck eine Zusammenkunft mit den kaiserlichen Leibärzten, und zwei Mal täglich gehen nach England an den Kronprinzen und nach Friedrichsruh Bulletins über des Kaisers
geregt, indem er sich durch diese» Glaube» eine Beruhigung z» verschaffe» suchte. „Wie stark sind die Wechsel, welche heute präsentiert worde» find?"
„Einige tausend Thaler," antwortete der Banquier.
„Und die sollte Damken nicht zu zahlen im Staude fein?" rief Letzingen. „Diese Summe sollte ihm nicht jeder Geschäftsfreund ober Banquier, mit dem er in Verbindung steht, sofort vorschießen?"
Ohlert zuckte mit den Schultern.
„Ohne ausreichende Sicherheit! Und diese Sicherheit ist durch die verschiedenen Gerüchte gerade in Zweifel gestellt und vernichtet. Noch gestern würde Damken ohne große Mühe fünfmal so viel erhalten haben, der Kredit seines Hanfes selbst bot die hinreichende Sicherhest — heute ist dieser Kredit erschüttert und er wird bezweifelt. Ich befürchte, daß es Damken schwer werden wird, die Summe sofort anzuschaffen."
Bietet nicht DamkenS Geschäft selbst, seine Villa hinreichende Sicherheit? fragte Letzingen weiter.
„Man behauptet, daß die Passiva deS Hauses bedeutend größer sei, wie Geschäft und Villa wert find," erwiderte Ohlert. „Damken hat für den Augenblick alles Zutrauen verloren, das ist das Schlimmste, was einem Kaufmann begegnen kann. Würden Sie ihm jetzt die fraglichen paar Tausend Thaler geben?" fügte er fragend hinzu.
Er ging in heftiger Anftegung im Zimmer auf und ab. Er hatte Damken einer solchen Thai nicht für fähig gehatten nnd sträubte sich auch jetzt noch dagegen, aber es sprachen zu viele Beweise oder wenigstens Gerüchte gegen ihn. Alle seine Hoffnungen sah er mit einem Male vernichtet, alle erwarteten Reichtümer waren plötzlich in einen leeren Schein zerronnen und er schrak unwillkürlich vor dem Gedanken zurück, daß er sich für immer mit diesem Manne verbunden hatte. Nur der Gedanke gab ihm einige «ernhignng, daß eS noch Zeit war, die Ver- biudung mit Gabriele aufzuheben, und er war fest
Befinden. — Die erste deutsche Torpedoboots - Divi sion mit dem Divisionschef Prinzen Heinrich von Preußen ist heute von Chathum nach Kiel in See gegangen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt die Meldung der Blätter, wonach der Rat des deutschen Gesandten, Grafen Bray, in Belgrad viel zur Berufung Ristics an die Spitze des neuen Kabinetts beigetragen habe, als tendenziös unwahr.
Hamburg, 26. Juni. Fürst Bismarck unternimmt täglich größere Spaziergänge in den Sachsen- ivald, lebt aber sonst in tiefer Zurückgezogenheit seiner ihm von Professor Schweninger empfohlenen Kur und empfängt, mit seltener Ausnahme, nur die mit der Verwaltung seiner Besitzungen betrauten Beamten. Mit den Spaziergängen verbindet der Fürst die Revision seiner Besitzungen und gewerblichen Anlagen. Diese Revisionen geschehen gewöhnlich ohne vorhergehende Ankündigung und in eingehender Weise. Nicht ohne Grund freuen sich seine Arbeiter auf seine Ankunft , den» der Fürst geht selten fort, ohne ihnen eine Belohnung in klingender Münze zurückzulassen. Tie Arbeiter genießen außerdem auch den Vorteil, daß ihnen die Krankenversicherungsbeiträge in Sparkassenbüchern zurückgegeben werden, wodurch mancher Arbeiter zum Sparen angeregt wird.
Merseburg, 27. Juni. Der Kommandeur des hiesigen 12. Husaren-Regimenis, v. Wartensleben, ist zum Kommandeur des Garde-Husaren-Regiments in Potsdam ernannt.
Köln, 27. Juni. Bei Mülheim a. Rh. entgleiste heute morgen der Berliner Konrierzug, indem an einem schrägen Straßenübergang ein Wagen aussprang. Die Lokomotive schleifte zwei Wage» eine Strecke weit mit, zwei andere stürzten um. Der Schlafwagen blieb im Geleise. Die Zahl der Verwundeten wird auf 13 angegeben. Der entgleiste Zug bestand aus 4 Personenwagen, einem Schlafwagen , einem Gepäckwagen, einem Kolliwage» und einem Postwagen. Getötet wurde bei dem Unfall niemand, unter den Verletzten befindet sich eine Dame, welche am Kopfe schwer verwundet wurde. Die Verletzten sind in das Mühlheimer Hospital gebracht worden.
Ausland.
Wien, 27. Juni. Der König von Serbien machte gestern dem Minister des Aeußeren Grafen Kalnoky einen Gegenbesuch und empfing heute früh den Generalstabsarzt Dr. Podrazky zur Konsultation und heute mittag den russischen Botschafter Fürsten Lobanoff.
Paris, 26. Juni. Das Auftreten D6 roulsdes hat bei einem großen Teil der Mitglieder der Patriotenliga Unmut erregt. Von mehreren Provin- zialausfchüsfen, so von Lyon aus, war der leitende Ausschuß telegraphisch aufgefordert worden, die Ver- fammlung zu unterlassen, weil „eine fruchtlose und
entschlossen, dies zu thun. Von dieser Stunde an war sie für sein Herz bereits aufgehoben.
„Was kann ich thun, um mein Geld zu retten?" fragte er endlich, indem er vor dem Banquier stehen blieb. Raten Sie mir, welche Schritte ich ein» schlagen muß."
Ohlert zuckte mit den Achseln. „Wenn sich die Gerüchte bestätigen, so wird eS Ihnen schwer werde». Haben Sie von Damken etwas Schriftliches über den Empfang des Geldes in Händen? i
„Nur eine einfache Empfangsbescheinigung/ nichts weiter," gab Letzingen zur Antwort.
„Somit werden Sie sich einstweilen begnügen müssen," fuhr Ohlert fort. „Ist Damken jetzt wirklich in Verlegenheit, wie eS die beanstandete Einlösung der Wechsel verrät, so ist er auch nicht tm Stande, Ihnen das Gld zurückzuzahlen. Sollte eS dann wirklich mit dem alten Geschäfte zu Falle kommen, woran ich indeß noch zweifle, so würde auch Ihre Forderung in die allgemeine Masse fallen und bann —"
„Und bann?" wiederholte Letzingen, da der Banquier mit der Beendigung feiner Worte zögerte.
„Daun würden Sie, sobald der in Ihren Hände» befindliche Empfangsschein DamkenS von diesem als richtig anerkannt wird, sich wie die übrigen Gläubiger über die Prozente, welche er zu geben im Staude ist, mit ihm abfinden müssen."
Wieder schwieg Letzingen eine Zeit lang, indem er in Gedanken das Zimmer durchschrstt. „Mir ist nur das Eine auffallend," sprach er, „daß Damken von der Flucht seines Geschäftsführers und den Wechseln erst so spät Keuntniß erhalten bat, während wie Sie sagen, bereits die ganze Stadt darum weiß. Von wem können die Gerüchte ausgegaugen sein?"
„DaS weiß ich nicht," antwortete Ohlert, „aber jedenfalls von jemand der mit dem Stand des Geschäfts sehr gut bekannt ist, denn die verschiedenen Gerüchte berühre» zu viele Einzelheiten und find im ganzen mit zuviel Uebereinfttmmung verbreitet, als