Marburg, Dienstag, 28. Juni 1887
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Illustriertes Sonntagsblatt.
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sich schwer zu beschädigen, namentlich auf Toppelge- leisigen Bahnen, wenn Züge an einander Vorverfahren. Diesem vorzubeugen, sind die Stangen angebracht. Allein wir bekennen, daß wir doch auch den Versuch machen möchten, ohne diese Stangen durchzukommen, und es bei einem polizeilichen Verbot des Hinausbiegens aus den Fenstern bewenden zu lassen, um die letzteren, welche dazu sonst geeignet und zum vollständigen Herunterlassen einzurichtcn sein würden, im Notfall zum Verlassen des Wagens benutzen zu können. Im übrigen wird die Regierung den Be- dürfnisien des in den letzten Jahren außerordentlich angewachsenen Verkehrs auf den Vororts-Bahnhöfen ihr volles Augenmerk zu wenden und unangefochten der Kosten nicht zögern, das nach pfllichtmäßiger, sorgfältiger Prüfung als notwendig und zweckmäßig Befundene durchzuführen.
Geschehen soll also alles nötige, um das Leben der Eisenbahnpassagiere sicher zu stellen. Mag man sich nur nicht zu lange bei den Erwägungen aufhalten, sondern gleich zu Thaten übergehen. Am dringendsten ist die Beseitigung der Fenstergitter bei den Durchgangswagen. Eine einfache Warnung im Coups, den Kopf nicht zum Fenster hinauszustecken, genügt da völlig. Wer sich daran nicht kehrt, hat den Schaden zu tragen. Wenigstens mildert sich dann doch die Gefahr für die ungeheuere Mehrheit der Passagiere,
ausprägte, war ihm nicht entgangen. Er wußte eine wichtige und keineswegs erfreuliche Nachricht bringen, das hatte er ihm angesehen. Es war deshalb nicht blos Zufall, daß Letzingen zu dem Teil deS Stalles schritt, wo er durch ein offenes Gitterfenster die beiden außenstehenden Männer belauschen konnte, ohne von ihnen bemerkt zu weiden.
„Was haben Sie? — Was wünschen Sie von mir?' hörte er Dawken fragen.
»Herr Kleuser,' sprach der Buchhalter, „ist wie Sie wissen, seit drei Tage nach M. verreist. . .'
„Nach M. verreist?' unterbrach ihn Dawken etwas erstanut.
„Er sagte mir', fnhr der Buchhalter fort, „daß er diese Reise mit Ihnen besprochen habe, und daß Sie darum wüßten.'
„Soebeu höre ich das erste Wort davon!' rief Dawken — „doch fahren Sie fort.'
„Herr Klenser übertrug mir für die Zeit seiner Abwesenheit die Leitung deS Geschäfts und fügte ausdrücklich hinzu, daß er bereits gestern Abend zurück« kehren werden. Deshalb übergab er mir die Schlüssel zur Kasse nicht, obwohl er mir sagte, daß heute zwei Wechsel einlaufen würden. Er ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt und hat wich dadurch in die peinlichste Verlegenheit gebracht, denn heute Morgen wurden mit die Wechsel präsentiert. Ich war nicht im Stande, sie auszuzahlen, aber mit der festen Zuversicht, daß Herr Kleuser jeden Augenblick zurückkehren werde, bat ich bis diesen Nachmsttag nnt Aufschub. Ich sandte sofort in seine Wohnung, erhielt aber auch von dort die Nachricht, daß er noch nicht zurückgekehrt sei. Heute Nachmittag werden mir die Wechsel zum zweitenmal präsenttert werden, ich kann nicht zahlen.'
„Wer hat die Wechsel präsenttert?' fragte er, über den ganzen Vorfall unwillig unruhig.
„Buchmaun.'
„Buckmann!' wiederholte der Handelsherr erstaunt. ES ist mir doppelt unanaenehm, wenn sich diesem Manne gegenüber mein Geschäft eine Blöße geben
müßte. Weshalb haben Sie die Kasse nicht sofort erbrechen lassen und die Wechsel ausbezahlt?'
„Ich hatte keine Vollmacht dazu, erwiderte entschuldigend der Buchführer.
„Haben Sie nach M. telegraphieren laffen, um den Grund von Kleuser» Ausbleiben zu erfahren?' fragte Dawken wettet.
„Nein, denn ich erwartete Herrn Kleuser selbst; ich war fest überzeugt, daß er jeden Augenblick kowmen ntfiffe.'
„Mein Geschäft ist nicht von Ihrer Ueberzeugung abhängig,' rief Dawken unwillig und heftig. Ich begreife nicht, wie Kleuser eine solche Verantwortlichkeit hat in Ihre Hände legen können, Sie find derselben nicht gewachsen. Kehren Sie sofort zurück, lassen Sie die Kasse aufbrechen, zahlen Sie die Wechsel aus und fragen Sie ohne Verzug durch den Telegraphen in M. an, weshalb Kleuser nicht zurückgekehrtist.
Der Buchhalter schien einen Augenblick unschlüssig, und zögerte, DamkenS Worte Folge zu seiften. „Noch ein Wort, Herr Samten," sprach er mit unverkennbarer Verlegenheit. „Heute Nachmittag erzählte mir ein Bekannter, man spreche davon, daß Kleuser geflohen sei; ick glaube zwar nicht daran, halte es indeß für meine Pflicht —
„Kleuser entflohen? rief Dawken, und als Letzingen sich etwas vorbeugte, sah er, daß Dawkeus Wangen erbleicht waren. „Von wem geht das Gerücht au»? Wodurch ist t» entstanden?'
„Ich weiß es nicht.'
„Weshalb haben Sie mir da» nicht sofort mtt* geteilt?' fragte Damken wettet.
„Ich hielt es nur für ein unbegründetes Gerücht, sagte der Buchhalter.
„Ich halte eS auch nur für ein Gerücht,' entgegnete Damken, indem er gewaltsam nach Fassung rang, aber seine bebende Ettmme vertret, wie wenig jhm daS gelungen war. „Sehren Sie sofort nach er Stadt zurück, sorgen Sie dafür, daß die» Gerücht ^.icht weiter Betbreitet wird und lassen Sie sofort
geschult ist, weshalb ritten Sie den Don Juan nicht? Et springt freilich weniger auf und leicht. Sie hätten den Preis mtt ihm wahrscheinlich nicht gewonnen; e8 würde Ihnen indeß auch kein Pferd gekostet haben. DaS ist ein teurer Sieg!'
Damken zuckte wegwerfend mit den Achseln.
„Ich befürchtete, daß es so kommen würde,' fuhr Letzingen fort. „Ich kenne das Tier zu genau und sah, daß Sie eS übermäßig anftrengten. Sie waten dem zweiten Sieger mindestens um 30 Pferdelängen voraus; eine Pferdelänge würde Ihnen den Sieg ebenso sichet verschafft haben und Sie haben ja auch nicht weht erhalten, keinen Thaler mehr.'
„Nein,' entgegnete Damken, „aber ich habe den Ruhm, und der ist nicht mit Geld zu bezahlen."
„Pah, liebet Freund,' rief Letzingen lachend, „ich glaube mit diesen Grundsätzen könnten Sie ein fanatischer Schwärmer für den Ruhm werden. Ich halte eS mit dem Reellen und Praktischen, denn bet Ruhm ist ein vergängliches Gut. Mtt dem Sturze des Goldfuchses ist gleichsam auch Ihr Ruhm dahin.'
Er wurde durch einen Wagen unterbrochen, der rasch auf den Hof der Villa fuhr. Ein Herr sprang au» demselben und schritt rasch auf Damken zu. Letzingen erinnerte sich dieses Gesichts. Er hatte es bereits gesehen — richtig, eS war ein Buchhalter aus DamkenS Geschäft.
Damken war nicht wenig erstaunt, den Buchhaller mit solcher Hast und ohne Umstände auf sich zu- f«breiten zu sehen. Er blieb ruhig stehen, um ihn herankommen zu laffen. Mtt wenigen Worten bat Ü)n der Angekommene um eine kurze und durchaus dringende Unterredung.
„EutschuldigenSie einen Augenblick,lieberLetzingen," oandte sich Damken an feinen Begleiter. „Ich werde in wenigen Minuten wieder bei Ihnen fein.'
Er winkte dem Buchfühter und schritt mit ihm etwas bei Sette. Letzingen ging in den Pferdestall. Die Hast deS BuchfühterS, feine Verlegenheit und auch der Schreck, welcher sich auf feinem Gesichte
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Juni. Die gestrige Spazierfahrt ist dem Kaiser gut bekommen. Nach der Spazierfahrt empfing der Monarch den Prinzen Georg, welcher heute nach Ems reist. Der Großherzog von Baden und die Kronprinzessin von Schweden werden am Dienstag hier erwartet. — Der Kaiser machte gegen Mittag mit der Großherzogin von Baden eine Spazierfahrt und empfing nachmittags den Unterstaatssekretär Grafen von Bismarck zum Vorttage. — Der Kaiser machte heute abend 7*/i Uhr eine abermalige Spazierfahrt mit der Großherzogin von Baden. — Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Ernennung des Grafen Hochberg unter Beilegung des persönlichen Ranges einer Vizeoberhof - Charge zum Generalintendanten der Königlichen Schauspiele. — Die Einnahmen der Post- und Telegraphenverwaltung haben für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß des Monats Mai d. I. M. 29 695 769 betragen, das sind M. 774 734 mehr als im Etatsjahre 1886/87; die Einnahmen der Reichseisenbahn- Verwaltung Bk. 7 889 000, gegen den entsprechenden Zeitraum im Vorjahre mehr M. 376 600. — Das Branntweinsteuergesetz ist mit der Unterschrift des Kaisers vom 24. Juni heute veröffentlicht worden. — Angesichts der Bemühungen der französischen Hetzpresse, den Deutschen Kriegerbund mit der Pattioten- liga und etwa in Frankreich sich aushaltende Mit-
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasensteiu und Vogler in Frankfurt a. M , Caffel, Magdeburg und Wien, Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin München und Köln; G. L. Taube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris.
glieder des ersteren mit einem Köchlin auf eine Linie zu stellen, wird es genügen, nachstehende Paragraphen aus den vom Kaiser genehmigten Satzungen des Deutschen Kriegerbundes abzudrucken: „Der Deutsche Kriegerbund hat den Zweck: a. das Band der Kameradschaft auch im bürgerlichen Leben unter seinen Mitgliedern zu erhalten und zu pflegen; b. das Nationalbewußtsein zu beleben und zu stärken; c. die Liebe und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei seinen Mitgliedern zu pflegen, zu bethätigen und zu stärken; d. den Bundesangehörigen in Not und Alter mit Rat und That hülfreich zur Seite zu stehen, insbesondere durch Gewährung von einmaligen oder fortlaufenden Geldunterstützungen an die Mitgliedeu, sowie die Witwen und Waisen verstorbener Mitglieder oder deutscher Krieger; e. im Falle eines Krieges, soweit wie angängig, sich im Sinne der Genfer Konvention u. s. w. dem Staate zur Verfügung zu stellen und zu diesem Behuf in Friedenszeiten die Bildung von freiwilligen Sanitäts- Kolonnen zu fördern; f. den deutschen Kriegervereinen die denselben gebührende Achtung im öffentlichen Leben zu erwirken und zu erhalten." Im übrigen ist bei den Verhandlungen des Bundes und seiner Angehörigen jede Erörterung politischer und religiöser Angelegenheiten ausgeschlossen. — Die freikonservative „Post" schreibt: „Eine hiesige Zeitung bringt nach dem römischen Blatt „La Kapitale" eine Mitteilung, wonach die Ablehnung einer Beteiligung des Königreichs Italien an der Pariser Weltausstellung von 1889 auf besonderen Wunsch des Königs erfolgt sein soll im Widerspruch zu der entgegengesetzten Ansicht des Ministerrates Wir sind von kompetenter Seite in den Stand gesetzt, diese Unterstellung kategorisch zu verneinen und hinzuzufügen, daß dieselbe auch nicht den allergeringsten thatsächlichen Anhalt besitzt."
— An die Aenßerungen des Staatsministers von Bötticher im Reichstage, Inhalts deren die Vorlage wegen der Alters- und Invalidenversicherung für die nächste Session des Reichstages in Aussicht genommen sei, hat sich eine Preß - Erörterung angeknüpft, in welchem Stadium die Vorarbeiten für diese Vorlage sich befänden. Alle Aeußerungen, welche zum Teil augenscheinlich den Zweck verfolgen, die Erfüllung jener Zusage als unwahrscheinlich erscheinen zu laffen, entsprechen, wie die „B. P. N." betonen, der Wirklichkeit nicht. Die Lage der Dinge sei vielmehr folgende : Die Grundzüge für die Alters- und Invalidenversicherung sind schon seit längerer Zeit im Reichsamt des Innern fertiggestellt; sie liegen dem Reichskanzler zur Prüfung vor. Sobald mit dieser Prüfung das Stadium der internen Behandlung innerhalb der Reichsbehörden zum Abschluß gelangt ist, dürften die Bundesregierungen zur Begutachtung der Grundzüge aufgefordert werden. Alsdann wird, nachdem deren Aeußerungen Vorligen, die Allerhöchste Genehmigung zur speziellen Ausarbeitung des Gesetzentwurfes ein-
Durch eigene Schuld.
Ein Original - Roman au8 der Handelswelt von Friedrich Friedrich.
(Fortsetzung.)
Findet der ankommende Zug dieses posittve Signal nicht vor, steht das Signal vielmehr in seiner Regel- Stellung , d. h. nut Halt, so muß er halten und warten, bis ihm das Einfahrtssignal gegeben ist. Es ist irrig, wenn angenommen wird, es hätte im vorliegenden Fall das Halt-Signal erst gestellt werden müssen. Da nun die Station auf beiden Seiten durch die vorschriftsmäßigen Signale gesperrt war, so konnte auch, sofern nötig, ein Rangiermanöver vorgenommen werden; wie denn auch nach dessen Beendigung der den Dienstleitende Stationsvorsteher im Begriff war, anzuordnen, daß der abzulassende Zug abgemeldet, und nach dessen Ausfahrt dem ankommenden Zuge vom Perron aus auf den Abschlußtelegraphen das Einfahrtssignal gegeben werden sollte, als er den Zug infolge der vorzeitigen Abgabe dieses Signals durch den Stations-Assistenten bereits in der Nähe ankommen sah. Das zur Vorgeschichte der Katastrophe.
Der Unfall hat bekanntlich so grausige und besonders traurige Folgen gehabt, weil der an einer der Lokomotiven des einfahrenden Zuges befindliche Gasbehälter durch den Zusammenstoß zerstört wurde und eine Gasexplosion stattfand, ein, noch nicht dagewesener, unglücklicher Zufall.
Dies ttagische Ereignis hat den mit der Ermittelung des weiter zu Veranlaffenden befaßten Behörden eine Menge Ratschläge zugeführt, welche sachgemäß geprüft werden müssen. Dies gilt insbesondere von dem Verlangen, die gesamten Jnterkommunikations- wagen schleunigst zu beseitigen. Wir sind keine Freunde dieses Systems, ziehen vielmehr das Kupee-System an sich vor. Allein ob die Wagen der ersteren Gattung so absolut verwerflich, will uns noch nicht (!) einleuchten. Bekanntlich haben Nordamerka, Württemberg, die Schweiz durchweg solche Wagen, auch unsere Schlafwagen sind so gebaut und werden sich schwerlich anders konstruieren lassen.. Ob es möglich, die Inter- kommunikationswagen mit Notausgängen zu versehen, wird zu untersuchen sein. Wir sind deshalb nicht ohne Zweifel. Auf den preußischen Hauptbahnen sind übrigens schon seit mehreren Jahren nur noch Kupee- roagen beschafft. Jedenfalls wird zu untersuchen sein, was behufs Ermöglichung schleunigeren Verlassens der Jnterkommunikationswagen an deren Einrichtung verbessert werden kann.
Auch die Gasbeleuchtung in den Zügen möchten wir aus Anlaß dieses einen Falles nicht so ohne Werteres über Bord werfen. Sie hat doch sehr große Vorzüge; die elekttische Beleuchtung ist noch nicht genügend entwickelt, um an ihre Stelle treten zu können.
Und nun die Vergitterung der Fenster durch eine Ouerstcmge in den Jnterkommunikationswagen! Bekanntlich sind die letzteren breiter, als die anderen Wagen, und laufen Reisende, welche während der Fahrt den Kopf zum Fenster hinausstrecken, Gefahr,
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suchen wir um rechtzeitige Erneuerung Postbestelluugeu, damit in der Uebersendung keine Unterbrechung stattfindet.
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Zum Verständnis für.das nicht sachkundige Publikum bemerken wir noch folgendes: Die Bahnhöfe werden jetzt durch sogenannte Abschlnßsignale, welche in entsprechender Entfernung von dem Bahnhofe aufgestellt find und für gewöhnlich auf „Halt" stehen, geschlossen gehalten, und für einfahrende Züge nur bann geöffnet, wenn die Fahrt für sie frei ist.
Das Einfahrtssignal — vor den Ausgängen — wird nur gegeben, wenn für dasselbe das entsprechende Signal auf Anordnung des den Dienst dirigierenden Etattonsvorstandes durch den Perrontelegraphen gestellt oder in der sonst eingerichteten Weise — häufig telegraphisch — gegeben ist. Das Einfahrtssignal ist omit nicht ein negatives, sondern ein positives.
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Abonrrements- Einladung.
Zum bevorstehenden Q-nartalswechsel
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Streife Marburg Md Kirchhain _
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I 15 «rsckeint täglich außer ae Ablagen nach Sonn- und fapttn» leiertagcn. - Quartal. 1dl Um Vonnemeitts-Preis bei der ittern» -xpedition 2ch. Mk.. bei HrlWi» Postämter 2 Mk. 5« I Hü- (excl. Bestellgeld). Werttonsgebühr für die : Apaltene Zeile 10 Pfg„ fefiamen fite die Zeile 25 Pfg.
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint von jetzt ab in erheblich vergrößertem Format unter Beibehaltung ihrer seitherigen Gratisbeiblätter und zu ihrem seitherigen Abonnements-Preis.
SKuf dem Lande werden von allen Postboten Bestellungen angenommen, in Kirchhain von unserer Agentnr und hier von unserer Expedition. Neu zugehende Abonnenten in Kirchhain und hier erhalten bis zum 1. Jul, die Zeitung gratis.
Las Eisenbahnunglück in Wannsee bei Berlin erscheint nicht so sehr schrecklich durch die Zahl der bei demselben Verunglückten, als vielmehr durch den gräßlichen Tot, welchen die Bemitleidenswerten gesunden haben. Aus Tausende von Lippen hat sich die Frage gedrängt, was wird die Eisenbahnverwaltung thun, um ähnliche Vorkommnisse zu verhüten? Tie Antwort giebt jetzt eine, offenbar aus dem Büreau des Herrn Maybach ^stammende Darlegung in der „Nordd. Allg. Zig.", welcher wir die uachstehenden Angaben entnehmen:
1 In Betteff der Schuldfrage ergiebt die bisherige Untersuchung, daß der Betriebsbeamte am Telegraphen- «pparate, indem er eigenmächtig und ohne Gewißheit, daß das von dem einzulassenden Zuge zu befahrende Keleise frei, diesem — vorschriftswidrig — daS Einfahrtssignal gegeben hat, als Hauptursache der Katastrophe erscheint. Gegen ihn ist die sttafrechtliche Verfolgung eingeleitet. Er war übrigens nach zwölf-
Der Goldfuchs war, in Decken gehüllt, nach der stilla gebracht und sofort ein Tierarzt zn seiner Behandlung herbeigeholt worden. Damken selbst kehrte [oft spät am Abend auf dem Pferde des Reitknecht» istrück. Er war in der heitersten, rosigsten Stimmung, ton Siegesfreude »nd Champagner halb berauscht, sticht allein über Letzingen, sondern auch über mehrere andere adelige Herren hatte er den Sieg davongetragen.
Erst gegen Mittag deS folgenden Tages erhob er Ich ans dem Bette. Die Erinnerung an seinen Steg id an den fröhlichen Tag stimmten ihn sofort wieder itter und in dieser Sttrnmung hatte er nicht Lust, ich der Stadt zu fahren und Einsicht in die Ge- iäftsbücher feines HauseS zu nehmen, wie er es leufer angekündigt. Für bett Nachmittag hatte er schlossen, zu Letzingen zu reiten, bis dahin verbrachte : die Zett in träumerischem, behagliche« Nichtsthun if feinem Zimmer.
Ehe Damken fortritt, wollte er noch zuvor nach inem Goldfuchs sehen, über dessen Zustand ihm der rzt keinen erfreulichen Bericht erstattet hatte. Letzingen am ihm zuvor, denn als er aus der Thür der Villa rat, kam ihm jener entgegen. Damken begrüßte ihn Hit dem freudigsten Entgegenkommen.
„Was macht der Goldfuchs?' rief Letzingen, der w dem Tiere immer »och den lebhaftesten Anteil nahm.
Damken zuckte lächelnd mtt den Schultern.
„Sie treffen mich soeben auf dem Wege zu ihm, kr Tierarzt hat mir keine erfteuliche Mitteilung gebucht. Durch den Sturz find die Gelenkfeffeln stark «schädigt, er befürchtet, daß sich Wasser zwischen den Belenlcn ansammeln und dadurch das Pferd für Btmer unbrauchbar werden könne.'
„Schade, schade um das Tier!' rief Letzingen; »Sie bekommen kein Pferd wieder, da» so ttefflich