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Marburg, Sonnabend, 25. Juni 1887.

Illustriertes Sonntagsblatt.

Erdedition Markt 21. Sebottton, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.

Act.

iönig Milan von Serbien und seine Frau.

ing ist der Zwist allerdings riesig schnell vorge-

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hch erklärt werden; so viel steht fest, König Milan

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in man ihm nicht verdenken, und deshalb behagte

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he 19. ihm auch nicht, wenn ihm in den Tagen der

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anheimfallen lassen, wenn es nicht seine eigene Sicher­heit gefährden will. Das serbische Volk ist freilich wenig gut auf Oesterreich infolge der Finanzwirtschaft des früheren Ministeriums zu sprechen, aber Rußland kann Serbien auch nicht ein paar hundert Millionen Franken zum Geschenk machen, um es aus aller Ver­legenheit zu bringen. Die serbische Regierung muß mit den Thatsachen rechnen, sie kann nicht ohne weiteres das Unterste zu oberst kehren. Gelingt es ihr aber auch wirklich, den König Milan so zu ärgern, daß er schließlich freiwillig auf seine Krone verzichtet, geändert ist damit nichts. Serbien ist und bleibt ein Kleinstaat, der keine Großmachtspolitik treiben kann.

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1 Es war ihm, als ob eine schwere Last vom Herze» «d von der Brust genommen wäre, als ir die Mauern t Casi«ses HanseS verlassen,'um sie nie, nie wieder i 1887.! betreten. Mit stolzen und großen Hoffnungen,

, zu den alten ernsten und düsteren Fenstern empor, 'bürg, Wien. Rasch eilte er fort und um den Menschen Mich anSzuweichen, suchte er durch Nebengassen

8 ein ehrlicher und glücklicher Mensch 3ar er einst 1 dasselbe eingetreten, als sein Unglück, unendliche ftflen und Mühen schien dieses finstere Gebäude xt ihn gebracht zu haben, als ein Betrüger, * ein Flüchtiger verließ er es.

, Er schaute fich nicht nach ihm um, er fürchtete

gnngSloS da unb blickte ihn mit starren äugen An ihn hatte er gerade in dem Augenblick ge- t, als er die Hand auf seiner Schulter fühlte, stand er vor ihm und er würde ihn für seinen gehalten haben, hätte ihn nicht die Berührung r Hand überzeugt, daß er eS wirklich war. Er faßte fich indeß rasch, weil er wußte, wie »»- ich viel von diesem Augenblick abhing.

,Eie scheinen erschrocken zu sein?' fragte Polenz lud.

a, ich gestehe eS, erwiderte Kleuser, denn ich Sie hier nicht erwartet unb nach unserer Ver­dung wollten vir nie auf der Straße mst eiu- sprecheo. Ich konnte Sie also nicht vermuten.' Sie haben Recht,' entgegnete der Agent. «Ich gegen unser Uebereinkowmen gehandelt; aber

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Juni. DerReichsanzeiger" meldet: Die Genesung des Kaisers nimmt auch fernerhin den erwünschten Verlauf, so daß unter Mitwirkung der günstigen Beschaffenheit der Witterung die Möglich­keit des Genusses der frischen Luft in naher Aussicht steht. TieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie aus Baden-Baden verlautet, wird die Kaiserin am Donners­tag nach Coblenz reisen. Während des diesmaligen, vom Wetter ohnedies nicht begünstigt gewesenen Kur­aufenthaltes in Baden-Baden war es leider infrage ge­stellt, ob die Kaiserin nicht die Kur unterbrechen und direkt nach Berlin zurückkehren würde, um pflichtge­mäß dem erkrankten Gemahl zur Seite zu sein und die Großherzogin von Baden abzulösen. Nur au: die Nachrichten von der mit jedem Tage fortschrei­tenden Besserung im Befinden des Kaisers konnte diese Absicht aufgegeben werden. Da jetzt die Ab­reise nach Ems schon bald in bestimmte Aussicht ge­nommen werden kann, ist die Kaiserin darüber be­ruhigt, mit Beendigung ihrer 5kur in Baden-Baden wie alljährlich den Aufenthalt in Coblenz wieder zu wählen, um so zugleich in der Nähe von Ems zu sein. DieNordd. Allg. Zig." hört, daß die

Spezialprojekte zu dem am 1. April 1887 Gesetz gewordenen Entwürfe, in welchem die Arbeiten zur Herstellung eines dritten und vierten Geleises nebst dadurch bedingten Ergänzungen und Geleisverände- ruugen für die Strecke Berlin-Zehlendorf der Berlin- Potsdamer Bahn vorgesehen sind, inzwischen kräftig in Angriff genommen und deren Bearbeitung weit vorgerückt ist, so daß alsbald die vorgeschriebene lan­despolizeiliche Prüfung veranlaßt und demnächst in die energisch zu betreibende Bauausführung einge- tretcn werden kann. Dem ehemaligen freisinnigen Reichstagsabgeordneten Major a. D. Hinze ist heute der Spruch des Ehrengerichts mitgeteilt worden. Derselbe lautet ungefähr:Der Major a. D. Hinze hat sich, weil er für eine ihm öffentlich zugefügte Beleidigung keine Genugthuung gefordert hat, und weil er in öffentlichen politischen Versammlungen aufgetreten ist und dort Reden gehalten hat, welche

Durch eigene Schuld.

Sin Original - Roman aus bet Handelswelt von Friedrich Friedrich.

(Fortsetzung.)

russischen Abhängigkeit von Petersburg aus die Leviten gelesen wurden. Er wandte sich Oesterreich zu, das sich doch in Serbiens innere Verhältnisse nicht so einmischte, wie die russischen Panslavisten es gethan hatten. Tas bot den ersten Anlaß zu einer Ent­fremdung zwischen dem König und der Königin; die letztere wollte nur russische Politik getrieben wissen. Hierzu kam, daß die Königin an einem Frauenleiden erkrankte, in ihrer eifersüchtigen Mißstimmung jede kleine Galanterie ihres Gemahls gegen eine andere Dame mit scheelen Augen ansah und große Auftritte veranlaßte, die das Ehepaar immer mehr einander entfremdeten. Das Ende war ein völliger Bruch. Die Königin stellte sich ganz offen an die Spitze der Russenpartei und arbeitete der Politik des früheren Ministeriums ihres Gemahls entgegen, und in Bel­grad wurde ganz offen erzählt, es habe eine Absetzung König Milans und seine Ersetzung durch den jungen Kronprinzen unter Vormundschaft der Königin in der Luft geschwebt; gerade kein Gedanke, der einen königlichen Gatten beruhigen kann.

Tie Königin Natalie ist nach einem neuen Auf­tritt, den es im serbischen Königspalast wegen der Frau eines kleinen Gesandten gab, bekanntlich nach der Krim gereist, und zwar mit dem Kronprinzen. Die Begleitung des Letzteren hat König Milan zwar durchaus nicht zugestehen wollen, aber die Königin war nur unter dieser Bedingung zur Reise zu be­wegen, und so gab der König nach. Wer weiß, was sonst gekommen wäre! Dieser Familienzwist ist auch die wahre Ursache des Kabinettswechsels. Ristics, der neue Ministerpräsident und alte Rusienfreund, ist der einzige Mann in Serbien, der Einfluß auf die Königin besitzt, um den unerträglichen Verhältnissen endlich einen Abschluß zu geben, hat der König ihn berufen, obwohl er sonst wahrhaftig nicht sein Freund ist. Die Dinge haben damit in Belgrad eine seltsam geschraubte Gestalt angenommen.

König Milan hat seine Familie gegen sich und seine eigene Regierung, denn er traut Ristics ebenso­wenig, wie dieser ihm, und man kann sich nicht wun­dern , wenn allerlei seltsame Gerüchte aus Belgrad kommen. Man spricht von einer freiwilligen Ab­dankung König Milans oder von feiner Absetzung, und was dergleichen Dinge mehr sind. Möglich ist in Serbien, in dem orientalische Sitten und orientalische Politik herrschen, ja Alles, aber zunächst spricht die Wahrscheinlichkeit doch gegen eine Katastrophe in naher Zeit.

Tie 'Königin Natalie und Herr Ristics wissen sehr wohl, daß der Hinweis auf die österreichischen Ba­jonette vor zwei Jahren bald den Vormarsch der siegreichen Bulgaren verhindert hat; sie wissen auch beide ganz genau, daß ein Lossagen von Oesterreich dieselben Vajonnette, die Serbien damals geschützt, über seine Grenze führen würde. Oesterreich-Ungarn kann Serbien nicht vollständig dem russischen Einfluß

Anzeigen nimmt entgegen toie Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasenstein undVogler in Franlfuri a. M., Caffel, Magdeburg und Wien, Rudolf Atoffe in Frankfurt a. M., Berlin.München unb Köln; G- L. Daube unb So. in Frankfurt a. M, Berlin, Hannover u. Paris.

ich mußte Sie heute noch sprechen und die Zeit war zu kurz, um Sie zu benachrichtigen, daß Sie mich heute Abend erwarten möchten. Hier verkehren wenig Menschen unb wir haben kaum zu befürchten, daß uns ein Bekannter treffen werde. Sie haben heute das Geld von Damken bekommen,' fügte er hinzu, iudem er Kleuser scharf anblickte.

Kleuser stutzte. Eine flüchtige kaum bemerkbare Blässe zuckte über seine Wangen er bezwang sich, denn dieser Augenblick mußte über sein Geschick und fein ganzes Leben entscheiden.

,Ja wohl,' entgegnete er, scheinbar ruhig.Woher wiffen Sie das? Ich habe es kaum vor ein paar Stunden erhalten.'

Polenz lächelte triumpbirenb.Ich will es Ihnen sagen. Gestern hat der San guter Ohlert fünfund­zwanzig Tausend Thaler an Letzingen gesandt, gestern war Letzingen noch bei Herrn Damken, heute war Herr Damken in der Stadt und bei Ihnen im Ge- chäfte; da konnte ich mir leicht zusamme »setzen, was der Zweck seines Kommens mar."

»Sie haben sehr scharf beobachtet,' warf Kleuser ein,Sie haben aber richtig vermutet. Es ist so.'

Wann werde ich meinen Anteil bekommen?' fragte Polenz weiter und ohne Umstände.

Sie kennen doch unsere Verabredung,' warf Kleuser ein.Erst bann, wenn' er vollendete eine Worte nicht.Ich würde mich blosstellen, wollte ich Ihnen die Summe früher geben, Damken könnte Einsicht in die Bücher und in die Kasse-nehmen, unb ich wäre betraten.

Der Agent lächelte spöttisch.Damken wird Ihre Kasse nicht mehr durchsehen', sprach er mit Nachdruck.

Ich verstehe Sie nicht,' entgegnete Kleuser, mit eller Anstrengung seine Ruhe bewahrend.

Nicht? fragte Poleuz, ihm in die Augen sehend, »Nicht? Herr Kleuser l Sie täuschen mich nicht. Noch heute wollen Sie fliehen, um auch mich zu be» trügen 1 Ha, ich habe Sie erraten, ich weiß eS, ja ich weiß eS, heute noch.

Wieder glitt eine flüchtige Bläffe über feine Wangen die Polenz zum Glück nicht bemerkte. Er glaubte sich schon verraten aber nein, es war un- möglich; Polenz konnte eS nicht wissen, er war nicht allwissend. ES galt sein Glück, sein Leben und "" blieb äußerlich ruhig.

Diesmal irren Sie sich, lieber Freund, erwiderte er ruhig lächelnd. Was Sie befürchten, ist mir nicht in den Sinn gekommen.

So, so!' rief Polen, mit gedämpfter Stimme. »Ich irre mich nie, Herr Kleuser. Sie wollen heute fliehen, oder haben Sie zum Scherz Ihren Koffer nach dem Bahnhofe gesandt?'

Er blickte Kleuser mit überlegenem und ttinm- phirendem Blicke an. Kleuser hielt den Blick aus und blieb ruhig.Ha, ha, ist es das? erwiderte er.Sie beobachten scharf, außerordentlich auf. merksam. Diesmal gilt indeß meine Reise nur dem Geschäfte.'

Der Agent schüttelte ungläubig mit dem Kopfe. Sie täuschen mich nicht!'

Das ist auch wahrhaftig nicht meine Absicht, entgegnete Kleuser.Kommen Sie, ich will Sie auf­klären. Sie wissen, daß Damken das Geld von Letzingen unter dem Vorwande erhalten hat, in M- eine Kommandite zu errichten. Meine Reise nach M. ist nur zum Schein, nm von dort aus Damken zu schreiben, um Letzingen durch diesen Brief sicher zu machen. Glauben Sie mir noch nicht hier haben Sie den Schlüssel zu meinem Koffer, gehen Sie allein zur Eisenbahn, öffnen Sie den Koffer und überzeugen Sie sich, ob die Vorbereitung zu einer Flucht darin find.

Polenz ließ sich zum Teil durch diese Worte Suschen, sie hatten viel Dahrscheinlichkett für sich. Auch die Ruhe KlenserS täuschte ihn, denn bis dahin hatte er wenig Fassung und BerstellungSvermögen an ihm bemerkt. Er berechnete nicht, daß gleichsam )ie Todesgefahr ihm besondere Kraft und Beherrschung verlieh. Aber der traute ihm nicht und zweifette an

Abonnements-Preis.

Auf dem Lande werde« von allen Post- 1 oien Bestellungen angenommen, in Kirchhain

er Ostk S^stalten. So laut mag es bei den ehelichen niversiEortwechseln vielleicht nicht zugehen, jedenfalls aber l, wosE^agll^r' ®er junge König Milan von Serbien, ä'mmtlidr1 in seinen verschiedenen Kriegen so wenig Glück [34 Habt hat, hat dies auch nicht in seiner Ehe ge­hle Prej Ulden. Zum guten Feldherrn ist der König nicht -baren; aber ein guter Ehemann ist er doch ge-

ichen russischen Obersten von Keschko; sie ist Russin tt Leib und Seele, in ihrem Fühlen und Denken id in der Politik, dabei ehrgeizig und leidenschaft- _______h. König Milan ist ein ruhiger und bequemer ch- "nÄrr; daß er aber als König auch Herr sein will,

rur echt dritten, und jetzt stehen die Dinge sehr schief. Man " raudjt noch lange nicht an die Scheidungsgerüchte [oe. i

glauben welche bald auftauchen, bald wieder für

e* le Wohnung zu erreichen.

Er hörte nicht, daß ein Mann ihm rasch folgte sich bemühte ihn einzuholen, bis er endlich die auf feine Schulter legte. Rasch wandte er fich und fuhr erschrocken zurück, als er das lächelnde t des Agenten erblickte. Einen Augenblick stand

jtr. 146.

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^scheint täglich außer an raPhfcfttagen nach Sonn- und fetertagem Quartal- rk I Linmements-Preis bei der M I vbüsition 2i/t Mk.. bei \J 1 sH^Postämter 2 Mk. 50

£ (ejd. Bestellgeld). Uv Na»l,Mrti°^S°bühr für die jS MlEtpaltene Zeile 10 Pfg., M:... Barnen für die Zeile 25 Pfg.

, äre sehr glücklich, wenn Natalie Keschko nie seine «aarmh Mu getoorbcn wäre.

J Tie Königin Natalie ist die Tochter des immens

Gewöhnliche Menschenkinder hört man oft genug lätz-rder häusliches Ungemach klagen, welches ihnen das rsitz 2 «eben verbittert; wer der schuldige Teil, das bleibt 1 Wbei zumeist eine unentschiedene Streitfrage. Solche 75 samilienzwistigkeiten sind aber nicht nur ein Vvr- -l-BM-ht der Alltagsmenschen, sondern erstrecken sich bis ende gülm die allerhöchsten Kreise, und da pflegt sich dann die ik Situation noch etwas heißer, als in einfachen Familien

gegen die Staudespflichten und gegen die Verhältnisse des Offiziersstandes verstoßen, der Verletzung der Standesehre unter erschwerenden Umständen schuldig gemacht, und beantragt das Ehrengericht die Aber­kennung des Titels und des Rechtes, die Uniform zu tragen. Diesem Anträge hat Se. Majestät der König durch A. K. - O. vom 17. d. Mts. Folge gegeben, den Verlust des Titels und der Uniform verfügt, sich aber bewogen gefunden, dem bisherigen Major a. D. Hinze das eiserne Kreuz und das Militärdienstkreuz zu belassen."

Düsseldorf, 21. Juni. Zur Versammlung der Landesdirektoren der Monarchie trafen hier ein der Landtagsmarschall Fürst Wied und Fürst Salm-Dyck- Reifferscheid von Schloß Dyck, ferner die Landes­direktoren Klitzing, Wehr, v. Hundelshausen, Sartorius, v Gramatzky, v. Bennigsen (Hannover), Denhard, v. Levetzow, v. Wintzigerode. Die Thätigkeit der Herren begann mit der gestern morgen 10 Uhr statt­gehabten Sitzung im Ständehause, worauf um 11 Uhr Frühstück bei Kaletsch war, nach dessen Beendigung die Irrenanstalt Grafenberg besichtigt wurde; um 5 Uhr fand gemeinschaftliches Festessen statt, abends war Zusammenkunft int Malkasten. Heute, am 21. Juni, wurden die Beratungen im Ständehause fort­gesetzt, um 1 Uhr fand gemeinsames Mittagsmahl statt, worauf die Herren nach Essen zur Besichtignng der Kruppschen Werke fuhren. Neben allgemeinen Besprechungen sind als Beratungs-Gegenstände für die abzuhaltenden Sitzungen verschiedene wichtige Fragen angemeldet worden, von welchen nachstehende bis heute zum Beschluß gelangten: 1. Ist ein Be­dürfnis dazu vorhanden, daß unter § 22 des preu­ßische« Gesetzes, betreffend die Ausführung des Reichs- gesetzds über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 12. März 1881, wonach die Provinzialverbände beschließen können, für an Pocken­seuche gefallene Schafe Entschädigung zu gewähren, auch das an Milzbrand gefallene Rindvieh subsumiert werde? Hierauf wurde beschlossen, sich dahin aus­zusprechen, daß den Provinzen das Recht gesetzlich beigelegt werde, für ihren Verband entsprechende Ein­richtungen zu treffen. Auf die zweite Frage: Wie würden die Provinzialverbände zu einer provinziellen Rückversicherung der Orts - Viehversicherungsvereine sich stellen? wurde ein Bedürfnis zur Schaffung ent­sprechender Einrichtungen unter Initiative der Pro­vinzialverbände nicht anerkannt. Ein gleiches Schicksal hatte auch die dritte und in der gestrigen Sitzung zuletzt besprochene Frage: Ist eine gesetzliche Be­stimmung erforderlich, welche störende Eingriffe der Eltern in die Zwangserziehung unter Strafe stellt? Sie wurde mit großer Mehrheit verneint.

Münster, 23. Juni. Der Provinziallandtag wählte mit 58 von 88 Stimmen Geh. Oberregierungs­rat Ovcrweg in Berlin zum Landesdirektor.

Leipzig, 23. Juni. Der Antrag der Verteidigung der Wahrheit seiner Worte.Und wenn ich mm zu Damken gehe unb ihn fragen werde, ob sich Ihre Reise so verhält?' fragte er.

So werden Sie sehen, daß Damken darum weiß, erwiderte Kleuser ruhig.Er würde meine Worte bestätigen, sobald er sieht, daß Sie in das Geheimnis eingcweiht sind.'

Und wenn ich nun noch heute Abend Damken aufsuche und ihm Ihren ganzen Plan mitteile," fuhr Polenz fort, ihn scharf fixirend.

So bin ich allerdings durch Ihren Verrat ver­nichtet, entgegnete Kleuser rntt derselben Ruhe.Sie vergessen aber Eins, Herr Poleuz. Dieser Verrat würde Sie zehntausend Thaler kosten, welche Ihnen ebenso gewiß sind, wie Sie dieselben leicht verdient haben. Das Geld ist in meinen Händen, Damken wird Sie nicht so reich lohnen, ich bin deshalb ver- rchert, daß Sie es nicht thun weiden und ich habe Ihnen keine Veranlassung dazu gegeben.

Nicht, nicht, Herr Kleuser! rief Polenz, indem er dicht an ihn herantrat. ,Zch durchschaue Sie; Sie wollen auch mich betrügen! Ich versichere Ihnen aber, daß Ihnen das nicht gelingen soll. Versuche» Sie es, ja versuchen Sie es Sie werden es be­reuen !"

Kleuser blieb völlig ruhig.Ich begreife wahr­haftig nicht, wo Sie auf diesen Verdacht kommen," erwiderte er,ich gebe Ihnen nicht die geringste Ur- ache dazu!"

Ha, Herr Kleuser, Sie wiffen, wie viel ich auf Worte gebe!" rief Polenz spöttisch lachend.

Wenn aber das Gesicht und die Augen diese Worte bestätigen," warf Kleuser ein, indem er ihm mit unerschütterlicher Ruhe in die Augen blickte, denn etzt hatte er Hoffnung, über den Agenten zu siegen.

Ihre Augen bestätigen diese Worte nicht," er- widerte Polenz.

Dann lügen meine Ange», sie körmte» nichts andere« sagen," rief Kleuser.Gut, gut," erwiderte der Agent.Gestatten Sie mir noch eine Frage.

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11 Einladung.

ikttttetl 8um bevorstehenden Qnartalswechsel er- D $ uen wir um rechtzeitige Erneuerung der "rHostbestellungere, damit in der Uebersendnng pme Unterbrechung stattfindet.

. DieOberhessische Zeitung" "'^scheint von jetzt ab in erheblic) vergrößertem Format unter Ber

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UH Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain

a .» «fen, und im königlichen Palast in Belgrad wäre - -L «Leicht alles in Ruhe unb Frieden geblieben, ohne ime-^abi je Launen der Königin Natalie. Vom kleinen An- Stark