Marburg, Donnerstag, 23. Juni 1887.
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ter gerächt haben. Bei der Thronbesteigung der Eidlichen, aber schon damals sehr entschiedenen marchin herrschten in London die großen Traditionen i; von Belle-Alliance; gestützt auf seine gewaltige rtte hieß England nicht nur eine Weltmacht, sondern
focni »item den ersten Rang ein, und die Londoner -______ «atsmänner haben es in der Folgezeit nicht wieder
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England unter der Königin Viktoria.
Blickt man, jetzt am Schlüsse der 50jährigen Re- nmg der Königin Viktoria und am Tage ihres l großer und verdienter Teilnahme begangenen gierungsjubiläums, auf die Zeit ihrer Thronbe- tgung zurück und vergleicht die damalige Stellung Writanniens mit der heutigen, so kann man nur dem einen Urteil kommen: Englands Machtgebiet 11 sich in den verflossenen fünfzig Jahren erheblich :größert; seine Macht hat aber damit nicht ent« rchend zugenommen, sein Einfluß in europäischen agen hingegen bedeutend abgenommen. Es sind J nicht Thatsachen, welche der Königin zur Last chrieben werden können; ihre leitenden Staats- tater haben wiederholt und besonders in den letzten
mocht, Napoleon III. die leitende Rolle zu nehmen. Dassel der Pariser Friede zum Abschluß des Krim- 87. ' Ms sicherte England doch eine hervorragende Stelle
c e- auch in Wirklichkeit, eine Macht, ohne deren 'sitäts« ttimmung nichts in Europa geschehen konnte. Das wselbst d so bis zum Krimkrieg; damals erblich leise das itlicher fehen Englands, es zeigte sich die Achillesferse des [3487 >a(tigen Staatswesens; es fehlte an einer genügenden preise, 'dmacht, um seine Stellung dauernd zu behaupten. —-— tten sich die Briten vor Sebastopol auch noch so vgge jer gxs^agen, die Franzosen nahmen doch bei
im Orient, schränkte die russischen Gelüste auf Kon- 'tantiuopel ein. England bedurfte aber auch dringend der Reformen. Der große Sepoy-Aufstand in Indien, der fast die englische Herrschaft stürzte, zeigte die furchtbare Mißwirtschaft der indischen Kompagnie, es wurde mit den Vorrechten derselben ausgeräumt, und den Kolonialreformen folgten bald solche im Mutterlande. Aber diese Reformen trafen nicht den Kernpunkt, sie führten nicht zur Schaffung eines kräftigen Heeres, und in dieser Unterlassungssünde liegt die geheime Ursache des Rückganges des britischen Eingusses, sie war die Schuld, daß niemals in der neueren Politik das englische Ministerium den entscheidenden Schritt wagte, welche den Erfolg sichert.
Die Errichtung des Deutschen Reiches, die Neugruppierung der Festlandmächte wies England jene Position an, die ihm auch nur Nutzen bringen kann, die Vorherrschaft im Osten. Indien ist die Basis aller englischen Macht, Konstantinopel ein wichtiger Stützpunkt seines Handels. Eine selbständige, Rußland gegenüber kräftige Türkei, ist für Großbritannien von ungemeiner Wichtigkeit, und Disraeli nahm deshalb nach dem russisch-türkischen Kriege, welcher das Zarenreich so gewaltig geschwächt, noch einmal einen kräftigen Anlauf zu einer wirklichen Großmachts- Politik, welche Rußlands weiteres Vordringen gegen Konstantinopel hindern sollte. Er trat auch in Afghanistan zum Schutze der indischen Grenze kräftig auf. Aber dem ersten Schritte folgte nicht der zweite. Während alle europäischen Staaten zu Wasser und zu Lande fieberhafte Anstrengungen machten, that England zu Wasser nur wenig, zu Lande gar nichts und die Folgen stellten sich bald ein. Die Okkupation von Egypten war eine Leistung der englischen Militärverwaltung von höchst zweifelhaftem Werte, die nur einen Stockengländer begeistern konnte, als es sich aber wirklich darum handelte, den lieber« griffen seines gefährlichen Konkurrenten im Osten, Rußland die Spitze zu bieten, da raffte sich die britische Regierung nur zu großen Worten auf. Zu Thaten ging man aber nicht über, konnte es auch nicht, weil die Mittel fehlten. So ist es gekommen, daß England Schritt für Schritt an Einfluß da verloren hat, wo es ihn gerade am nötigsten braucht, daß sein Rivale alle Vorstellungen ans London nur als das betrachtet, was sie auch nur sind, als Worte. Die modernen englischen Staatsmänner können sich nicht rühmen, einen großen Krieg von ihrem Vaterlande abgewehrt zu haben, sie haben ihn nur hinausgeschoben. Das ist die Aussicht, welche sich der Königin Viktoria und ihrem Lande bei der Festfeier des 50jährigen Regierungs-Jubiläums der Monarchie bietet.
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Juni. Der Kaiser hatte eine gute Nacht und zeigte sich mittags bei dem Vorbeimarsch
der Wache am Fenster. Um drei Uhr nachmittags erscheint General von Albedyll zum Vortrage. — Das Gesetz, beireffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der Angehörigen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, ist soeben im Reichsanzeiger veröffentlicht worden. — Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes hatte sich, wie vor einiger Zeit gemeldet worden, an die Ansiedelungskommifsion für Posen und Westpreußen mit dem Anerbieten gewendet, kleinere Güter zu erwerben und sie von geeigneten Personen aus seinen Reihen, die mit der Zeit Eigentümer werden sollen, bewirffchaften zu lasten. Der Vorsitzende der Kommission, Oberpräsident Graf Zedlitz- Trützschler hat, dem „Hamb. Korresp." zufolge, auf jene Eingabe sehr entgegenkommend geantwortet. Die weitere Enffcheidung hängt jedoch von der Entschließung des Kaisers ab, dessen Genehmigung für die Verwendung von Geldern aus der Kaiser-Wilhelm-Stif- tung des Bundes, der die nötigen Mittel entnommen werden sollen, erforderlich ist. — Die „Köln. Ztg." schreibt: Vor etwa vier Wochen meldete die „Germania" , daß die Urkunde über die Ernennung des Bischofs Kopp znm Fürstbischof von Breslau bereits vollzogen im Kultusministerium liege. Gestern ließ sich das Blatt „von Rom aus sicherster Quelle telegraphieren, der Papst wolle sich in die Frage der Breslauer Bischofswahl nicht einmifchen" und dieses römische Telegramm fügte sogar aus sicherster Quelle hinzu, daß „von Bischof Kopp für Breslau in Rom gar nicht die Rede fei." Weiter fuhrt das Blatt in feiner Wühlerei gegen diesen ihm unwillkommenen Friedenssürsten aus: „Es darf auch nicht eher von einem Frieden die Rede sein, als bis die Besetzung der Bischossstühle, wenigstens in der Regel, wieder in normaler Weise erfolgt", nämlich durch Wahl der Domkapitel. Der derbe Angriff, den das Blatt hiermit zur Durchkreuzung der Ernennung des Bischofs Kopp gegen den Papst selbst führt, ist so unverhüllt, daß wir sehr gespannt darauf sein werden, welche heuchlerischen Wendungen das Blatt demnächst gebrauchen wird, sobald es seinen Lesern die Meldung Angehen losten muß, daß in der That der Papst im Interesse und zur Beurkundung des mit der preußischen Regierung geschlossenen Friedens die Ernennung des Fürstbischoss selbst in die Hand genommen hat. Die irregeführten katholischen Leser der „Germania" aber haben wieder einmal einen schlagenden Beweis dafür, daß das Blatt auch nicht die geringste Verbindung mit den maßgebenden kirchlichen und vatikanischen Kreisen unterhält."
— Der „Reichs-Anzeiger" bringt anläßlich des Regierungs-Jubiläums der Königin Viktoria folgenden sympathischen Artikel: Umgeben von ihren Kindern und Enkeln, den Vertretern fast aller regierender Häuser Europas und den Abgesandten aller Teile des britischen Weltreichs, ist es Ihrer Majestät der Königin Viktoria von Großbritannien und Irland,
Kaiserin von Indien, heute beschiedeu, die in den Annalen der Weltgeschichte nur selten verzeichnete Feier des 50jährigen Regierungs-Jubiläums zu begehen. Eine ernste, nach innen und nach außen hin bewegte Zeit ist verlaufen, seit die damals achtzehnjährige Prinzessin Viktoria von Kent nach dem am 20. Juni 1837 erfolgten Tode Ihres Oheims, König Wilhelms IV., den britischen Thron bestieg. Ihrem 'tets vom Geiste der Mäßigung und dem Wunsche )ic Wohlfahrt ihres Volkes zu fördern, beseelten Gin« kuß auf die verschiedenen Ratgeber der Krone ist es zu danken, wenn trotz mannigfacher äußerer Ver- wickelungen und innerer Kämpfe das britische Staatswesen sich in einem so blühenden Zustande befindet. Die Erfolge, auf welche die Königin Viktoria heute mit innerer Genugthuung zurück zu blicken vermag, haben in den Herzen der gesamten Bevölkerung des weiten britischen Reichs lauten Widerhall gefunden, und jeder Engländer blickt heute mit Stolz und Befriedigung auf die Geschichte und Entwickelung der letzten fünfzig Jahre zurück. Aber nicht auf das vereinigte Königreich und desten Rolonieen beschränkt sich die Teilnahme an der heutigen Jubelfeier. Von allen zivilisierten Nationen, in erster Linie von Deutsch- land, wird den Sympathieen für ihre Großbritannische Majestät lauter Ausdruck gegeben. Einen wie hohen Wert Se. Majestät der Kaiser und König darauf legen, in würdigster Weise bei der Feier vertreten zu sein, zeigt die Entsendung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen und Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm als Repräsentanten Sr. Majestät. Auch das deuffche Volk, eingedenk der Stammesverwandffchaft wie der gemeinsam vollbrachten ruhmreichen Thaten und im He- wußffein der beiden Völkern gleichen Bestrebungen auf dem Gebiet der Kultur und Zivilisation, bringt dem Jubiläum der Königin Viktoria die lebhafteste Teilnahme entgegen und schließt sich aus vollem Herzen dem Wunsch des britischen Volkes an, daß es Ihrer Majestät der Königin noch lange vergönnt sein möge, die Regierung zum Segen Ihrer Unter« thanen fortzuführen.
— Nach dem Vortritt anderer Blätter greift natürlich auch das sozialdemokratische „Bert. Volksblatt" den Minister v. Bötticher auf das heftigste an, weil er die in Aussicht genommene Arbeiter- Altersversorgung als den „Schlußstein unserer sozialpolitischen Gesetzgebung" bezeichnet hat. Wir haben schon aus den thatsächlich von dem Minister gesprochenen Worten nachgewiesen, daß man dieselben ganz willkürlich verdreht, wenn man ihnen den Sinn unterschiebt, daß auf jedem anderen Gebiet der Fürsorge für den Arbeiter jeder weitere Schritt vorwärts von nun an unterbleiben soll. Es ist aber auch an sich eine tendenziöse Unehrlichkeit und Frivolität zugleich, wenn das „Berl. Volksbl." von der Krauken- unb Unfallversicherung in gesucht geringschätziger Weise
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ruft mir vor einiger Zeit mein Geschäftsführer ein Unternehmen ins Gedächtnis zurück, das ich bereits vor Jahren im Sinne hatte, wo ich es aber wegen des Alters und der Schwäche meines damaligen Geschäftsführers nicht zur Ausführung brachte. Es ist ein äußerst gewinnreiches Unternehmen, bei welchem in keiner Beziehung Gefahr ist und welches bei der neuen Ausdehnung, welche ich meinem Geschäfte geben werde, geradezu zur Notwendigkeit wird, das heißt zu einer kaufmännischen Notwendigkeit/ fügte er lächelnd hinzu, „denn ohne dies Unternehmen würde ich einen jährlichen bedeutenden Gewinn aus der Hand geben — das ist aber gegen das Gewissen eines Kaufmannes. Ich beabsichtige nämlich in M., welche zu unserer Stadt in einer ganz besonders günstigen Handelsverbindung steht, eine Kommanditt meines Hauses zu errichten. Mein Haus steht bis jetzt nur mit größeren Häuser» dort in Verbindung, durch diese Kornmandite wird nun der unmittelbare Verkehr zwischen kleineren Kaufleuten, dem Publikum und meinem Hause hergestellt. Sie werden hieraus schon ersehen, daß diese Kornmandite außerordentlich gewinnbringend werden muß, deshalb kann ich sie auch nicht gut von der Hand weisen. — Ha, da fällt mir eben ein Gedanke ein. Wie wäre eS, lieber Freund, wen« Sie sich hieran beteiligten? Es ist vies zwar von meiner Seite nicht gut kaufmänisch gerechnet/ fügte er lächelnd hinzu, „daß ich einen sicheren und bedeutenden Gewinn mit jemand teile, aber gegen Sie kann ich solche Rücksichten schon nehmen, denn in Ihr Haus fällt ja doch einst alles!"
Letzingeu faßte diese scheinbar ganz zufällig gekommene Aeußerung sogleich lebhaft auf, weil sie ihm einen nicht unbedeutenden Gewinn in Aussicht stellte.
„Warum nicht/ erwiderte Letzingeu offen. „Ich verstehe nur noch nicht recht, in welcher Beziehung Sie meine Beteiligung im Sinne haben/
„Diese ist nur in einer Beziehung möglich/ entgegnete Damken, „nämlich dadurch, daß Sie burc; ben Zuschuß eines entsprechenden Kapitals sich be
teiligen. Ich würde Sie hierzu nicht aufgeforber1 haben, denn am Ende bleibt es sich gaitj gleich, ob ich oder Sie den Gewinn machen. Ez kommt aber noch ein anderer Umstand hinzu. Ich weiß nicht zu welchen Zinsen Sie Ihr Vermögen angelegt haben, jedenfalls aber zu bedeutend geringeren, a[g efn solches Unternehmen bringt, bei dem ich ouf fünfzehn bis zwanzig Prozent ganz bestimmt re<6ne/
„So viel?" lief Letzingeu überrascht.
„Sonst würde ich es gar nicht unternommen haben/ erwiderte Damken zuversichtlich lächelnd. „Sehen Sie, bei dem gewöhnliche» Geschäftsverkehr mit größere» Häusern gewinnt mein Haus im Durchschnitt mindestens fünfzehn Prozent; hier ist aber noch ein anderer Fall, ich muß auch noch den Gewinn hinzu, rechnen, der den Häusern, welche von mir kaufen, zu. fällt, denn ich trete nun durch die «ommanbite selbst mit dem Publikum und den kleineren Geschäften in unmittelbare Verbindung und kann also auf mindestens fünsunbzwanzig Prozent rechnen/
„Ich erhalte kaum den fünften Teil der Zinsen für mein Vermögen," rief Letzingeu, durch die glanzenden Aussichten sichtbar etwas aufgeregt. „Ein wie großes Kapital würde erforderlich s-iu?"
„Nun, nun," rief Samten lächelnd, inbem er feine Freude über LetzingenS Eifer und Bereitwilligkett mit Meisterhaftigkeit hinter der größten Ruhe verbarg. „Darüber können wir ja noch genug rede», wenn Sie sich die Sache reiflich überlegt haben. Es würde mich indeß freuen, wenn ich Ihnen auf diese Weise eine kleine Gefälligkeit erweise» könnte. Wir wollen eS gelegentlich näher besprechen. Doch halt! Sie erinnern mich da an einen Brief, den ich soeben von meinem Geschäftsführer erhalten habe. Ich werde ihn in der Tasche haben," sagte Damken.
Er suchte den Brief scheinbar mit dem größten Eifer und fuhr dann, als er ihn nicht fand, fort:
„Ich habe ihn auf meinem Zimmer gelassen, doch das ist ja gleichgültig. Mein Geschäftsführer meldet mir nämlich, daß jetzt ein anderes bedeutendes Ge-
scheuchen. Damken gab sich alle Mühe, ihn anders zu stimmen, und er wählte das richtige Mittel dazu, indem er seine Gedanken auf Gegenstände lenkte, welche sein Interesse zu fesseln im Stande waren. Schon mehrere Male hatte er gegen Letzingeu von bedeutenden Unternehmen, welche er im Sinne habe, um sein Haus noch zu vergrößern, gesprochen, und er hatte bemerkt, daß derselbe das lebhafteste Interesse daran nahm. Dies war auch natürlich, da er im Geiste schon alles als sein Eigentum betrachtete.
Vorzugsweise hatte er Letzingeu erzählt, daß er beabsichtige, ein bedeutendes Exportgeschäft zu errichten, und er hatte ihn auf die großen Vorteile, welche seinem Hause dadurch erwachsen, aufmerksam gemacht und ihm auseinandergesttzt, wie viel neue Verbindungen er dadurch sowohl im Auslände wie im Jnlande erhalte, und daß ein Kaufmann nur gute Geschäfte matten könne, wenn er in ben verschiedensten Ländern solide Verbindungen habe. Er war in dieser Beziehung Kaufmann genug, um alles möglichst plausibel darzustellen und Letzingeu wurde dadurch ge. blendet und gefesselt. Auch in diesem Augenblick lei fte er mit Gewandtheit und feinem Takte das Gespräch hierauf und er fand an seinem Begleiter einen aufmerksamen Zuhörer.
„Ich habe die sicherste Zuversicht, ja Gewißheit, daß diese neuen Unternehmungen glücklich einschlagen und mir einen bedeutenden Gewinn bringen werde»/ sprach er. „Sie sind in keiner Weife übereilet, sondern nach allen Seiten hin reiflich überlegt und gut vorbereitet, so daß an ein Fehlschlägen gar nicht zu denken ist. Aber, mein lieber Freund, Sie glauben auch nicht, mit wie unendlich viel Mühe sie verbunden sind. Ich habe zwar einen sehr tüchtigen Geschäftsführer, bei dem ich es nicht nötig habe, wenn die Unternehmung einmal im Gange ist, mich besonders darum zu bekümmern; aber Sie begreifen wohl, daß ich bei solchen weitgehenden Unternehmungen vorzugsweise mit thätig sein mutz. Sehen Sie, ich glaubte schon mit der größten Arbeit zu Ende zu sein, da
Durch eigene Schuld.
(Bin Original»Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich.
(Fottsetzung.)
„Mein lieber Freund," tief er, „zu welchen Ge- 6ten haben Sie sich verleiten lassen, thun Sie doch hrhafttg, als wenn Gabriele Lust hätte, ihr Wort (der zurückzunehmen! Ha, ha, Sie kennen die lttchen zu wenig, daran liegt eS. Sehen Sie, ist I Mädchen noch nicht verlobt, so stellt sie sich als 'sie sich nie verlieben und verloben könnte. Sie ttSrmt in himmlischen Idealen und Träumen, licht von ewiger Freiheit und der Refrain solchen -sprächs ist in der Regel: Ich verlobe und ver- ] rate mich nie, ich will lebig bleiben und in ein Her gehen. Sie behauptet mit Hartnäckigkett, daß 8 ihr voller Ernst sei, und im schlimmsten Falle ird eS gegen ihre Ueberzeugung aus reiner rnädchen- fter Obstinatton, beschworen. Verlobt sie sich dennoch, thut sie, als ob sie nie an die Ehe denke, sondern Bet und ewig in ihrem Brautstände verbleiben Ate. Und schließlich werden solche Mädchen die Lichsten Gattinnen und liebevollsten Mütter, welche 6t eher ruhen, als bis sie das Menschengeschlecht i eine anständige Anzahl gesunder Sprößlinge ver- chrt haben. — Sie müssen sich hieran gewöhnen, der Freund, das find die Launen und Schwächen s weiblichen Geschlechts. Seien Sie iudeß klug fb lassen Sie Gabriele nie empfinden, daß solche Innen Ihnen unangenehm find, geben Sie ihr noch Nige Zeit Ruhe und Sie werden sehen, wie sie all- Mg ihr Betragen ändert. Glauben Sie mir, ick #e in dieser Beziehung einige Erfahrung. Lassen ■e solche Grillen fahren, kommen Sie, ich hoffe wir fibe werden uns besser vertragen."
| Damken legte feine Hand in LetzingenS Arm und 18 ihn mit sich fort. Letzingeu folgte ihm willig, F6ar jedoch nickt irn Stande, die unmutige Stimmung, filche ihn einmal ersaßt hatte, sobald wieder zu ver-