Marburg, Sonntag, 19. Juni 1887.
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WllieUche Zeitung
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„Ct“tsödjentlidje Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
। Erudition Markt 21. — Xebattion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
Illustriertes Sonntagsblatt.
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Wochenschau.
Es war doch eine ganz bedeutende Erregung,
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rufen, die sich aber nur mit inneren Fragen be- chäftigen soll. An eine Fürstenwahl ist bei Rußlands Eigensinn schlechterdings nicht zu denken. Man pricht von der Wahl Strecker Paschas, eines geborenen Deutschen, zum Mitregenten, aber das Hingt wenig wahrscheinlich.
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Restämter 2 Mk. 50 (excl. Bestellgeld), ionsgebühr für die ene Zeile 10 Pfg , m für die Zeile
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasenstein undVogler in Franlfuxt a- M-, Caffel, UUagdeburg und Wien, Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin.München und Köln; G- L. Daube und Co. in Frankfurt a. 8R.f Berlin, Hannover u. Paris.
cburg, 40.
Durch eigene Schuld.
<Sin Original - Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich.
(Fortsetzung.)
kommen. Die Herzogin Sophie von Alencon, Schwester der Kaiserin von Oesterreich und des Herzogs Karl Theodor von Bayern, die einstige Braut des unglücklichen Königs Ludwig II. ist geisteskrank geworden und einer Heilanstalt bei Graz übergeben worden.
Der Reichstag wird mit Ende dieser Woche seine Arbeiten wahrscheinlich abschließen, da es unmöglich erscheint, noch längere Zeit ein volles Haus zusammenzuhalten. Die Hauptarbeit dieser Woche galt der Branntweinsteuervorlage, deren zweite Beratung doch noch drei, recht ausgedehnte Verhandlungen bean- chruchte. Im Wesentlichen ist der Gesetzentwurf nach den Kommissionsbeschlüssen, also auch nach der Regierungsvorlage, angenommen. Der Branntweinsteuer folgt die Zuckersteuer mit sehr umfassenden Erörterungen, außerdem wurden noch einige kleine Vorlagen ohne besondere Debatte erledigt. Nicht erledigt werden voraussichtlich mehr die neue Jnnungsvorlage, das Kunstbuttergefetz, das Gesetz über die Abänderung der Rechtsanwaltsgebühren und das Gesetz betr. den Ausschluß der Oeffeutlichkeit bei Gerichtsverhandlungen.
Die italienische Regierung trifft nun ernstliche Vorbereitungen, ihren Rachezug gegen die Abessynier zu beginnen. Zwanzig Millionen Kriegskosten hat der Kriegsminister von den Kammern bereits gefordert. Von den Ausgleichsverhandlungen zwischen dem Papst und Italien ist momentan wieder weniger die Rede. Es ließ sich auch voraussehen, daß nicht so schnell ein Ergebnis zu erzielen sein würde. — In Brüssel ist der Streit um die Maasbefestigungen endlich zu Ende gekommen. Die Forderungen der Regierung sind von den Kammern mit großer Mehrheit bewilligt. Neue Arbeiterdemonstrationen haben ebenfalls stattgefunden, sind aber ohne größeren Lärm verlaufen. — Die Ueberschwemmungen in Ungarn sind nach Tagen verzweifelter Not zum Stillstand gekommen. Wie enorm groß der Schaden ist, tritt aber jetzt erst zu Tage. Ein fürchterliches Erdbeben hat das russische Turkestan heimgesucht. Mehr als tausend Leichen sind aufgefunden worden.
Die Woche ist für das französische Ministerium Rouvier unter zahlreichen Katzbalgereien mit den Radikalen in der Kammer hingegangen, bei denen es aber immer die Oberhand behalten hat. Zum großen Grimm dec Radikalen wurde ein gemäßigter Republikaner zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt, was neuen Lärm verursachte. Im übrigen hat die Regierung nun definitiv beschlossen, die Pariser Ausstellung von 1889 abzuhalten und soll mit den bezüglichen Arbeiten nun ernstlich begonnen werden. Bezeichnend für die „republikanische Tugend" in Frankreich sind eine große Anzahl widergesetzlicher Ernennungen, mit welchen der frühere radikale Minister Granier nach Ueberreichung seines Rücktrittsgefuches seine guten Freunde bedacht hatte. Ministerpräsident Rouvier hat diese Ernennungen sämtlich kassiert.
Deutsches Reich.
Berlin, 17. Juni. Ter Kaiser hat in vergangener Nacht gut geschlafen; auch der Schnupfen ist gewichen. Nachmittags um 3’/* Uhr erscheint General v. Albedyll, um 4 Uhr Staatssekretär Graf Bismarck zum Vortrag. — In der gestern unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staatssekretär des Innern, von Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung genehmigte der Bundesrat, dem Anträge der König!, sächsischen Regierung gemäß, daß die im § 28 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 vorgesehenen Anordnungen für die Stadt und den Bezirk der Amtshauptmannschaft Leipzig auf die Dauer eines weiteren Jahres getroffen werden. Die Vorlagen, betreffend die einheitliche Bezeichnung der Fahrwasser und Untiefen in den deutschen Küstengewäffern unö betreffend die Dechargierung der Rechnung der Kasse des Rechnungshofes für 1885/86, wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatung überwiesen. Einer Eingabe wegen gesetzlicher Regelung des Gewerbes der Rechtskonsulenten, einer Eingabe, betreffend den Erlaß eines Verbots der Tanzvergnügungen an Sonn- und Festtagen, und einem Gesuch wegen Erweiterung der täglichen Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter in Teppichwebereien beschloß die Versammlung keine Folge zu geben. Dem Jnnungsverbande „Deutscher Tapezierer- Bund" in Leipzig wurde, seinem Anträge entsprechend, auf Grund des § 104h der Gewerbeordnung die Befugnis beigelegt, unter seinem Namen Rechte, insbesondere Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und verllagt zu werden. Endlich wurde beschlossen, daß auf Grund des Gesetzes , betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen je eine Berufsgenoffenschaft der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe für das Großherzogtum Sachsen-Weimar, das Herzogtum Sachsen- Meiningen, das Herzogtum Coburg und das Herzogtum Gotha zu bilden sei. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Justizminister bcschied telegraphisch den Ersten Staatsanwalt beim König!. Landgericht in Elberfeld hierher, um desien mündlichen Vortrag über die beantragte Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den Barbier Ziethen aus Elberfeld entgegenzunehmen. — Am Sonntag gewährten Ihre König!. Hoheiten Prinz und Prinzessin Wilhelm im Marmor-Palais dem persischen Gesandten Mmza-Reza-Khan die von demselben nachgesuchte Audienz. Der Gesandte hatte
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Die englische Regierung hat ihren gerechten Aerger, während sich das ganze Land auf das Regierungsjubiläum der Königin Viktoria vorbereitet und von allen Seiten die Fürstlichkeiten nach London strömen. Der Widerstand der Irländer gegen das neue Zwangsgesetz im Parlament ist zwar so gut wie überwunden, aber die schon im sicheren Hafen geglaubte Konvention mit dem Sultan wegen Egypten droht unrettbar in die Brüche zu gehen. Rußland und Frankreich haben so lange in Konstantinopel herumgeredet, daß der Sultan endlich anderen Sinnes geworden ist und nach London die Forderung gerichtet hat, wenn die britischen Truppen vom Nil einmal abgezogen seien, dürsten sie auch bei neuen Ruhestörungen nicht wiederkommen. Darauf will aber die englische Regierung nicht eingehen und so wird denn wohl aus der ganzen Konvention nichts werden. Außerdem werden die Dinge in Afghanistan immer unbehaglicher, der Stern des Emir ist im Untergehen begriffen. Die englischen Minister versichern im Parlament freilich kaltblütig, sie wüßten keine schlimmen Nachrichten, aber dieselben Herren bestritten auch den russischen Vormarsch auf Kerki und nun sind die Russen doch da! Denffchland und Oesterreich mischen sich in alle diese Sachen nicht ein und bleiben für sich. Die Gerüchte von einer neuen Drei-Kaiser- Zusammenkunft sind wieder im Verstummen, nur Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph werden einander in Wildbad Gastein begrüßen.
Em Ministerwechsel hat nun endlich doch in Belgrad stattgefunden. Das würde nun Europa unendlich gleichgilsig fein, wenn der neue Ministerpräsident nicht Iwan Ristics, der alte Ruffenfreund, wäre. Oesterreich-Ungarn betrachtet sich als Schutzherrn von Serbien, hat diese Schutzherrschaft auch im bulgarischen Kriege bekanntlich schon ausgeübt und kann es aus politischen Klugheitsrücksichten niemals dulden, daß Serbien eine russische Satrapie wird, wie Bulgarien es ehedem war. Riftics hat deutliche Versicherungen gegeben, er werde die bisherigen Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn nicht ändern, wenn er auch bessere Beziehungen zu Rußland vermitteln werde, und darauf ist aus Wien die ebenso deutliche Antwort erfolgt, die österreichische Regierung werde auch niemals eine Verletzung ihrer Interessen stillschweigend dulden. Wenigstens indirekt hat die Königin Natalie, bekanntlich ein? geborene Russin, den Kabinettswechsel herbeigeführt. Wie sich die Dinge entwickeln, bleibt abzuwarten. Die Belgrader Jugend, beiläufig gesagt, sind die jungen Leute der serbischen Hauptstadt ganz entsetzlich verbummelte Patrone und weit und breit berüchtigt, haben an verschiedenen Abenden Demonstrationen zu gunften Rußlands veranstaltet. Sie wollten auch gegen die österreichische Gesandtschaft ziehen, aber die Polizei schritt energisch ein. — Die bulgarische Regentschaft hat hie Nationalversammlung für Anfang Juli be-
stbcstellungen, damit in der Uebersendung ine Unterbrechung stattfindet.
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sundheitszustand des Kaisers eine bedeutende iferung eingetreten, die dauernd anhält. Der hohe atient bedarf nur noch für einige Zeit größerer uhe, um alle Folgen des Leidens zu überwinden, t Beginn der Emser Kur wird daher kaum vor de Juni erfolgen. Der Reichskanzler Fürst Bis- rck hat Berlin nunmehr verlassen, und ist nach Mriedrichsruh abgereist. — Ein sehr trauriger Fall wieder in der bayerischen Königsfamilie borge«
Hand, welche das Ruder umfaßt hielt, ein Wind ei’ hob sich und hieb den Kahn immer weiter und weiter vom Ufer. Tie Wogen wurden höher und stürmischer, fie wollte um Hilfe mfen, aber die Angst preßte ihre Lippen zusammen, die Ufer waren schon fern und keine rettende Hand zeigte sich an ihnen.
Weiter trieb der gebrechliche Kahn auf den stürmischen Wogen babin, welche brausend und schäumend an die schwachen Bretter schlugen. Hilfe schien für sie unmöglich, jeden Augenblick konnten die Wogen das zerbrechliche Fahrzeug zertrümmern und sie versank rettungslos in den trügerischen Fluten, auf welche fie sich leichtsinnig und mit zu schwacher Hand gewagt hatte. Immer höher noch schwollen die Wogen an, immer wilder stürmte das Meer, das Fahrzeug erbebte unter ihr — da sprang fie erschrocken von dem Stuhle empor, auf den sie sich erschöpft nied-r- gelaffen hatte. Starr blickten ihre Augen durch das Fenster, wo der Wind die Wipfel dir hohen Bäume schaukelte, und di-S Schaukeln erschien ihr wie das Heben und Sinken berMeereswogn, und das Rauschen des Windes in den Wipf-ln erklang ihr wie das brausende Stürmen des Meers. Sie mußte alle ihre Kräfte zusammen nehmen, um das finstere Bild gewaltsam von sich zu drangen.
Das Bild schwand, aber die Aufregung und das Bangen, welches es in ihrem Herzen hervoigerufen hatte, blieben noch lange zurück und verließen si. auch dann noch nicht, als fie sich zum Schlummer uitbergelegt hatte.
Wie oft zittert ein banges Gefühl durch die Mensa enbrust, wenn das Bild und der Gedanke, welche dies Gefühl schon oft hervorgerufeu haben, längst verschwunden find. Es ist wie das Nachkling-n eines lauten Tones in den Saiten eines Instruments; der Ton ist schon erstorben und die Saite erbeb:: noch, und in zitternden Schwingungen bringt uns der immer und immer schwächer werbende Nachklang inS Ohr bis auch dieser zuletzt verstummt und auch bann glaubt bas Ohr ihn noch eine Zeit lang zu vernehmen.
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9^6 nlche zu Ende der vorigen Woche bestand und viele ü? e" flicke richteten sorgenvoll sich' nach Berlin. Im Be- rtntt ai n^cn unseres greisen Kaisers war eine Keine Ver- 1 Hämmerling eingetreten, wenig bemerkenswert
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Die Verlobung der einztg.n Erbin des Hanfes DamkcN und dte zur Feier derselben ungefüllten außerordentlichen Festlichkeiten gaben für mehrere Tage reichen Stoff zur Unterhaltung in der Stabt. Daß sie sich mit einem gleichfalls sehr vermöge- ben Gutsbesitzer verlobt hatte, fanb man ganz in bet O.dnnng, und bie meisten Kaust- ute sprachen mit einer gewissen Zufriedenheit und Freude davon. Es erschien ihnen ihr ganzer Stand dadurch geehrt, daß die Tochter eines Manins, der dem Stande nach mit ihnen auf gleicher Stufe stand, sich mit eimm Adeligen verlobt hatte. Das Hans Damken erhielt in ihren Augen hierdurch eine noch größere B beu. tung, ja, es erschien jetzt burch den Grundbesitz L tzrngens noch eine Stütze erhalten zu haben, welche nimmer wanken konnte.
Es würden j-tzt wenige Kaufleute in der Stadt gewesen sein, welche nicht bereit gewesen wären, mit ihrem ganz n Vermögen für den K-edit des HauseS Damken einzustehen, so unerschütterlich fest erschien er ihnen.
Zn diesen Wenigen gehörte allerdings obenan Buchmann. Auch er verhehlte sich nicht, daß Damken burch Letzingen eine bebeuttnoe Stütze erhalt n habe, aber gab trotzbem bie Absicht, fein Haus za stürzen, nicht auf und baute vorzugsweise auf die leichtsinnige Sorglosigkeit Damkens. Wie er seinen Plan anSge- fonnen unb auch auszufuhren gedachte, sollte er Damken plötzlich unb un rwattet treffen, und bann war biefer Schlag hart genug, um durch ihn gestürzt zu werden. Ein Ausweg, ein Zuvorkommen eischun Buchmann bei der Heimlichkeit, mit der er seine Op-rationen betrieb, nicht möglich. Sehr unzufrieden war er mit dem Erfolge, den Hfitze bei b-r Festlichkeit errungen hatte. Dieser hatte fast alles, was ihm L tzingens Diener erzählt, für Wahrheit gehalten und teilte eS als solche Buchmanu mit.
kuchmann war zwar sehr schlau und auch zu wohl unterrichtet, nm biefer E-zählung unb der lleb-r» treibung beS Dieners vollen Glauben betzumeff-n, er
den Spieltisch gesetzt, die älteren Damen unterhielten sich in den Nebenzimmern, und die jungen 2-ute tanzten.
Gabriele war von der Aufregung und der Fassung, welche sie sich gewaltsam auferlegen mußte, bis zur Erschöpfung ermüdet. Sie hätte sich gern zurückgezogen, aber sie konnte es nicht, ohne zugleich die Gesellschaft und ihren Verlobten zu beleidigen. Sie hatte mit Letzingen den Tanz eröffnet, er war freundlich und zuvorkommend gegen sie, ohne bie Zärtlichkeit von ihr zu verlangen, auf welche er als ihr Bräutigam Anspruch zu machen ein Recht gehabt hätte. Sie wußte es ihm im Herzen Dank, ober diese aufmerksame Zurückhaltung machte ihr Benehmen ihm gegenüber doppelt schwierig. Sie hätte ihm gern gezeigt, daß sie die Erfüllung ihrer Bitte dankbar anerkenne, aber dadurch hätte sie ihn zugleich anfge- fordert, bie Schranke, welche fie zwischen ihm und ihr gezogen hatte und welche auf alle Fälle aufrecht erhalten werden mußte, mehr unb mehr zu über minben. Lieber nahm sie in ihrem Herzen ben Vorwurf ber Unbantbarleit hin, als daß sie eine zärtliche Vertraulichkeit von ihm ertrug, die hinzunehmen ihr unmöglich war.
Als die Gäste die Villa endlich spät in der Nacht verlassen hatten, als Gabriele auf ihrem Zimmer allein war unb das Ereignis dieses Tages unb Abends sich ihr mit Gewalt aufbräugte, ergriff fie eine bangt unb qualvolle Stimmung. Es war ihr, als ob fie mit eimm Geschicke ihr Spiel triebe, bas ihr ganzes Lebensglück vernichten würbe, wenn es in Erfüllung trete. Eine bange Ahnung bemächtigte sich ihrer, unwillkürlich buchte fie baran, daß sich bie Verhältnisse so gestatten könnten, daß fie - gebunden würde, ihr Wort, welches sie Letzingen gegeben, zu halten, daß fie mtt ihm verbunden und für immer unglücklich würbe. Ihr war zu Mute, als ob fie fich tu tollkühnem Leichtsinn in einem schwachen Kahne ben trügerischen Wellen des Meere« anveitravt habe, mit ber festen Absicht an bas Ufer zurückzusteuern, ehe eine Gefahr sich nahte. Aber plötzlich erlahmte ihre
11 Sagen. — Quartal- unter , Anernents-Preisbeider
Die „Oberhessische Zeitung", scheint von jetzt ab in erheblich wsÄjxrgrößertem Format unter Bei- wea^ ehaltung ihrer seitherigen Gratis- --Mütter und zu ihrem seitherigen
6er bei 90 Jahren wird auch das Kleinste leicht im Ereignis. Auch bezüglich des Halsleidens des ; die entscheidende ärztliche Unter« uchung bevor; das Nebel war durch hundert Ge- üchte von jeher bedeutend verschlimmert; Hals- chwindsucht hieß es auf der einen, Krebs auf der ►j-atfud «deren Seite, und was diese beiden Krankheiten be- '[33? igt hätten, braucht nicht weiter erst auseinandergesetzt ----=• i werden. Erfreulicherweise war keine der beiden « ” ffeit Nachrichten wahr, sondern es handelt sich nur
iVJt m eine Warze, welche der englische Spezialarzt Dr. IcbJ Mackenzie vollständig zu beseitigen hofft. Der Kron- 4h tinz ist daraufhin mit seiner Familie nach London 10 mist, wo er aber den Festlichkeiten zur Feier des Solu llsöhrigen Regierungsjubiläums der Königin Viktoria ’°n,r t in sehr beschränktem Maßstäbe beiwohnen wird. . Mackenzie wird den Kronpinzen im Verein mit ssen Leibärzten weiter behandeln. Zur Zeit der reise der kronprinzlichen Familie war auch im
---- Er suchte sich von dem Diener zu trennen, aber Mana fefcr hatte nicht bie geringste Lust, sich von einem Kanne loszusagen, der seine landwirtschaftlichen Ans- "I wandersetzangen so geduldig anhörte. Beide ent-
II feinten sich langsam.
' Polenz konnte sich nicht enthalten, laut aufzulachen. ,Ha, ha," rief er, „wenn Herr Hintze seinem Henn keine weiteren Geheimnisse hinterbringt, als 6 von diesem schlauen Diener erfahren, so wird Lnchmann mir nicht zuvorkommen. Ha, ha, ich glaube wahrhaftig, der fchlane Herr ist fest überzeugt, amten gehe damit um, sich einige große Guter zu -,. ufen. Wenn ich nicht befürchten mußte, mich zu ^O«raten, so hätte ich große Lust, dem Diener nach- ' Heilen und ihm ein T-inkgeld zu geben, weil et es f so treffliche Weise verstanden hat, die Neugierde es Spions zu befriedigen."
Die Nacht war bereits hereingebrochen und ihre ähle hatte fast sämtliche Gaste in das Innere ber achtvoll geschmückten V lla getrieben. Die Pech- änze waren zum großen Teil enSgebrannt, nur nige brannten noch mit spärlicher roter Flamme, uch viele ber Lichter waren verlöscht unb ber Park r beshalb nur noch wenig erleuchtet. Polenz sst^ouute sich, jetzt näher und dreister an bie Villa heran, »fragen, eS hatte indeß kein Interesse mehr für ihn, er nicht hoffen konnte, noch irgend etwas zu ent, den, was für ihn von Wert hätte sein können, war auch vollkommen mit feiner Errungenschaft frieden, und indem er nachsann, wie er das Gele am besten zum Gelingen seines Planes benutzen nne, trat er langsam ben Rückzug zur Stabt an.
In ben hell erleuchteten Räumen ber Villa herrschte roch bis spät tn bie Nacht hinein ein rege« unb lustiges Leben. Die älteren Herren hatten sich an
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