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Abg- Dr. Witte (deutschfreis.) vertrat deu prin-

•vsuit

Die Abgg. Freiherr v. Huene (Zentrum) und

jqnel (nat.-lib.) traten für die Kommissionsbe­

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Ium.

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Js. bei der Steuerbehörde anmeldet. Der Nach-

Alle übrigen Amendements wurden abgelehnt.

ir bei

i dem einfachen MLischbottichsteuerbetrag gestatten."

Der von der Kommission neu eingefügte § 43»,

q vuu vcv neu cuigqugic g

m büp« ^'en^ dem Bundesrate erteilte Ermächtigung,

ifse Erleichterungen für die Uebergangszeit zu ge-

iuhofe von dem Prinzregentrn, sowie den Mil­dern des königlichen Hauses empfangen worden.

erklö iell g daß

rtlich hme diese rung

te sich lachst« , we c Einz chung

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efunden. Kr.)

hren, wurde in veränderter Fassung angenommen. Darauf wurde die Sitzung gegen 4 Uhr abge-

>chen und zur Erledigung des Restes der Tages- >nmig auf heute abend 8 Uhr vertagt. (Das weitere !r die Abendsitzung müssen wir dem nächsten Be­ste Vorbehalten.)

inavdet der 61 16 er j t iHv 1 itreM t. j 8

Hafter il’tu ‘ i, daß ibrängü icftört 1 'allen, > i vorfii i schliß N ua® äugfHjl er he!

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Vermischtes.

(Die Erde in Karten und Bildern.) Handatlas

mdere kann derselbe, den Brennereibetrieben, ss- it abgeschlossene Verträge dazu Anlaß geben,' die

Telegraphische Depesche.

Leipzig, 16. Juni. Der Oberreichsanwalt zieht Anklage gegen Humbert und Freund zurück und

Im zweiten Teil des § 43 wurden die Kom- onsbeschlüffe mehrfach geändert und ergänzt, selbe erhielt nach den heutigen Beschlüssen folgende Mg: „Für die Zeit vom h. Juli d. Js. ab zum 30. September d. Js. wird a. der Betrieb r Brennerei' mit Ausnahme der Hefebrennereien drei Viertel des Umfairges desjenigen Betriebes rankt, welchen dieselbe in dem entsprechenden Zeit- e des Vorjahres gehabt hat, unter sachgemäßer endung der Bestimmungen des § 2, Absatz 2; e Maischbottichsteuer auf daS Dreifache des bis- igen Satzes und dementsprechend die Steuerver- ng für Branntwein, welcher aus dem deutschen gebiete ausgeführt oder zu gewerblichen Zwecken, ießlich der Effigbereitung, verwendet wird, im ren Falle jedoch nur insoweit, als der Bundesrat der ihm durch § 1 des Gesetzes, betreffend die er - Freiheit des Branntweins zu gewerblichen

oitragt unter Ausschluß mildernder Umstände gegen chlin 2 Jahre und gegen Jordan P/i Jahre Festung, ien Blech 3 Jahre und gegen Schiffmacher 2*/i tännek gegen Trapp und Reybel je 2 Jahre Zuchthaus. München, 15. Juni. Die Königin von Griechen- > ist nach 5 7* Uhr hier eingetroffen unb am

oendnn» stü ablehnenden -Standpunkt seiner politischen Freunde, »gesührtk »wcll will er, daß wenigstens derjenige die Nach- Schäsex. gr trage, welcher den Vorteil aus der Preissteige- L d. M? g bezieht.

rechny. Ausführung mit aller Rücksicht und Schonung Hreu und den Jntereffcnten jede mögliche Er- . Mit dem Amen-

Dezember d. I. an einen anderen Inhaber über- r wisiei- t, ist die Nachsteuer vom Käufer zu erheben, wo- idcr B» t der Verkäufer diesen Branntwein am 1. Oktober

Branm jz kann durch alle in der deutschen Zivilprozeß- xs Zoll imung zugelassenen Beweismittel erbracht werden." > Kilozr Alle übrigen Amendements wurden abgelehnt.

n, vom 19, Juli 1879 erteilten Befugnis euer iei brauch gemacht hat, auf 48,03 Mark für bas lit große ktokiter reinen Alkohols ffeftgesetzt. Hefebrennereien um d terliegen jedoch nur einer Erhöhung der Maisch- Im) äichstcuer um 100 Prozent, andere Getreide- mhme I rnnereien einer solchen um 175 Prozent des bis- der R« igen Satzes. — Die Bestimmungen des § 3, 6’9 W satz 3 des gegenwärtigen Gesetzes finden auf die . daß! imbung der Nachsteuer mit der Maßgabe An- Stbung, daß der Bundesrat ermächtigt ist, weiter- 'jUgS»« ende Erleichterungen eintreten zu lassen. — Jns-

. ein. Letzterer betonte daß die Kommissions- ier Kout- tziüffe als ein Ganzes aufzufasfen seien, und daß sth schon deshalb gegen die vorliegenden Ab-

btt unteren Stufen der Beamten gelange, was i besten durch eine Instruktion sich ,verde erreichen en.

Nach längerer Debatte wurden bei der Abstim-

uer-BU. ng die Nummern 1 und 3 unverändert genehmigt, euer j» Stelle der Nummer 2 dagegen der oben mitge- ffte Teil [te Antrag Böhm mit sehr großer Majorität

1 Steuer r,

-x Küri». Gerung bewilligt werden sollte.

Frücht- pit des Abg. Böhm, Branntwein in Mengen von ) wieder > mehr als 40 Litern, welche sich im Besitz von mA.) [itn oder Branntwein Händlern befinden, oder 10 izüchtev irn im Besitz von anderen Haushaltungsvorständen landraL i der Nachsteuer frei zu lasien, erklärte sich der creiit «fier einverstanden.

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lebtet S uvtri^luiTvuc vu^u muaß geoen, oie

ftaianbe cennerei über das vorbezeichnete Maß hinaus und L gab dem einfachen Mäischbottichsteuerbetrag gestatten." , in bei 1 dem bisherigen Satze der Maischbottichsteuer ist ungeß ’ nach vorstehender Vorschrift beschränkte Betrieb r Hand« ch denjenigen landwirtschaftlichen Brennereien ge- bte Un Ket, welche Getreide verarbeiten und in einem im Mki ihre nicht mehr als 150 Hektoliter reinen Alko- [hm vs tz erzeugen.

ieBelei ~ 9

! Lester »crungSvorschläge erklären müffe, tveil deren Trag- n, legte ite sich gar nicht übersehen lasse. Die von dem d wurde rrn Finanzminister in Aussicht gestellte rücksichts- 3t ott, le Durchführung der Nachsteuer acceptiere er gsablagr ffend, der Herr Minister möge aber auch dafür ungüne $ge tragen, daß diese wohlwollende Absicht bis

tanttii lehr o

mmisß« genommen.

Ferner wurde auf Antrag des Abg. Dr Witte des Ai- ntschfreis.) hinter dem ersten Absatz folgender neuer u frei« ltz eingeschoben: „Die Entrichtung der Nachsteuer > nähere, t dem Inhaber des mtchfteuerpflichtigen Brannt- hsabgÄ« ns ob. Für Branntwein, wAcher arss Grund von für da» rtrögen, bte nachweislich vor dem 7. Juni d- I. : betret schlossen sind, in der Zeit vom 1. Oktober bis Zwecken,

in 60 Karten, nebst 125 Bogen Text mit 800 Illu­strationen. In 50 Lieferungen, 'Groß-Folio-Format, a Liefg. 80 Pfg. (A. Hartlebens Verlag in Wien.) Die Erwartungen, welche man an den Fortgang dieses nützlichen und eigenartigen Werkes knüpfen durfte, sind nicht getäuscht worden. Es liegen von demselben nun vier Lieferungen vor, d. i. an Karten die Blätter: Physikalische Erdkarte —- Schweden und Norwegen — Japan — Das Mittelmeer — Dänemark — Die Bereinigten Staaten von Nord - Amerika — Aegypten — Deutsches Reich. Blatt 2, vom Texte die gesamte physikalische Geographie, reich ausgestattet mit einer großen Zahl von Illustrationen, :?>elche mit ihrer sachlichen Bedeutung als bildliche Text-Erläute­rungen den nicht zu unterschätzenden Vorteil künst­lerischer Auffassung und trefflicher technischer Aus­führung verbinden. Die Reichhaltigkeit des Werkes „Die Erde in Karten und Bilder»" bringt es tritt sich, daß wir zu einem dreifachen Referate gedrängt iverden: Die schönen, großen Karten lasten es schon jetzt außer allem Zweifel, daß der kartographische Teil des Werkes sich auf gleicher Höhe mit den be­kannten Kartenwerken befindet; der Text, welcher sich in den vorliegenden Lieferungen mit den physikalischen Verhältnisten des Festlandes, des Wassers und der Lufthülle befaßt und zuletzt auf das „Organische Leben der Erde" übergeht, gestaltet sich — weit ent­fernt, eine Anhäufung dürrer akademischer Definitionen zu sein — zu einem fesselnden naturwissenschaftlichen Essay; und was schließlich den reichen Bilderschmuck (in 4 Lieferungen über 90!) anbetrifft, so kann dem Werke thatsächlich nichts Aehnliches an die Seite ge­stellt werden. Wir sind überzeugt, daß das einmal vollendete Werk mit seinem Atlas von 60 großen Karten, seinen 125 Folio-Bogen umfassenden Text und den 800 Illustrationen alles in sich vereinigen wird, um dieser bedeutenden kartographisch-litterarischen Schöpfung unbeschadet der bestehenden Atlanten und geographischen Handbücher — einen Platz für sich, ohne Nebenbuhlerschaft anzuweisen. Der verhältnis­mäßig billige Preis von 80 Pfg. per Lieferung sollte Jedermann, dem an dem Besitze eines zuver­lässigen untiausreichenden geographischen Orientierungs- bchelfes gelegen ist, bestimmen, das praktische und schöne Werk zu erwerben.

— (Der Klebestoff der Briefmarken.) Alle Gerüchte über gesundheitsgefährliche Beimengungen zum Klebstoff unserer Postmarken erklärt die „Papier-Ztg." für vollkommen grundlos. Zur Bereitung der klebenden Schicht wird von der deutschen Reichsdruckerei grund­sätzlich nur reiner, weißer arabischer Gummi ohne alle Beimengungen verwendet. Das Aufträgen der Flüssigkeit erfolgt auf besonderen Maschinen mit so großer Vorsicht und Sauberkeit, daß jedes Marken­blatt, wie es aus der genannten Anstalt hervorgeht und von den Postämtern verabfolgt wird, durchaus appetitlich und unverdächtig ist. Der Anwendung des natürlichsten Briefmarkenbefeuchters, der Zunge, steht kein Bacillengespenst im Wege, und der Brief­schreiber, dem es Vergnügen macht, die Marke aus solche Weise zu befeuchten, kann dieser Thätigkeit ohne Besorgnis obliegen. Wer sehr vorsichtig sein oder -feine Marke von zweifelhafter Sauberkeit, die schon durch verschiedene Hände gegangen ist, benutzen will, mag die rechte obere Ecke des Briefumschlages be­feuchten, gegen besten Reinlichkeit hoffentlich nichts eiuzmvenden ist. Die ganze Scheu vor Benutzung des „natürlichen Briefmarkenfeuchters" halten wir für eine Erscheinungsform wahrscheinlich auch ander­weitig zu bemerkender Prüderie, deren Pflege dem Absatz von „künstlichen Briefmarkenfeuchtern" aller­dings recht förderlich sein mag. Die bekannten kleinen Geschichtchen von Blutvergiftung durch Briefmarken sind Seitenstücke zur Seeschlange. Briefmarken sind allerdings keine Verbandstoffe für anti-septische Wund­behandlung, und wer eine alte schmutzige Marke aut frische Wunden klebt, braucht sich eben s» wenig zu wundern, wenn die Heilung verzögert wird, als wenn er einen alten Putzlappen benutzt hätte.

— sKkffee - Ernte Brasiliens.) lieber die dies­jährige Ernte schreibt man dem „Berl. Tagebl." aus Hamburg vom 12. Juni: Hier sind gestern an­scheinend ganz zuverlässige telegraphische Berichte aus Santos eingelaufen, nach welchen sich eine Folge der neuen brasilianischen Sklaven - Emanzipation für die Kaffee-Plantagen in verhängnißvoller Weise geltend macht und die neue Ernte durch drohenden und teil­weise schon eingetretenen Mangel an Arbeitskräften gefährdet. Die Sklaven verkästen' nämlich die Plantagen, und deshalb fehlen die Hände zur Bergung und Bearbeitung des neuen Kaffees. Die Sklaven sollen noch fünf Jahre auf den Plantagen gegen Lohn arbeiten, weigern sich aber, dies zu thun, wie es zur Zeit in den Südstaaten nach dem Bürger­kriege geschah.

— Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß, fast auf den Tag, genau ein Jahr nach der Ent­mündigung Königs Ludwigs II. — dieselbe datier! vom 10. Juni des vorigen Jahres, am 13. endete ber König in den Fluten des Starnberger-Sees — ber Wahnsinn ein neues Opfer aus dem bayerischen Königshause sich geholt hat, und zwar die einstige vielgefeierte Braut des unglücklichen Königs, die Prin- zessinn Sophie. Herzogin von Alencon. Der „Schlesischen Zeitung" wird das Nähere aus Meran,i. T. darüber ge­schrieben: „Seit einigen Wochen weilte der Herzog von Alencon mit seiner Gattin und Tochter hier. In diesen Tagen versammelte sich auf Veranlaffung des Herzogs ein ärztliches Konsilium, bestehend -aus zwei hiesigen Aerzten, sowie Geheimrat von Ziemsten und Prof. Dr. Grashey, dem Schwiegersohn des verstorbenen

s

Nach mittags-Ziehung:

Nr.

Mark auf

37 914.

von 5000

Mark auf

Nr.

von 3000

34293.

Mark' auf

Nr.

Von 1500

81520.

Temperatur der Ladn. morgen? 1 Ubt: H-* R

7

2 Gewinne 172 878.

2 Gewinne 108 546.

2 Gewinne 92 323.

p* Der heutigen Nummer liegt bei1 ltttt Nr. 34.

10 Gewinne von 500 Mark auf Nr. 70 915. 93 282. 101409. 117 195.-124173. 140 995. 148 319. 150173. 152 341. 177 245.

16 Gewinne von 300 Mark auf Nr. 10 389. 26 016. 29 819. 30 755: 3s377. 34720. 41832. 59 0s3. 63 920. 91 072. 131903.152861.154116. 185 645. 187 256. 189738."

Bei ber heute fortgesetzten Ziehung ber 3. Klaffe 176. Königlich preußischer Klaffenlotterie fielen in der Vormittags-Ziehung:

t 1 Gewinn von 15 000 Mk. auf Nr. 167 081.'

1 Gewinn von 10 000 Mk auf Nr. 108 004.

1 Gewinn von 5009 Mk auf Nr. 23 318.

t- 1 Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 40 916.

2 Gewinne von 1500 Mk auf' Nr. 78 251. 149 734.

8 Gewinne von 500 Mk. auf Nr. 5024. 17 032. 35 711. 44 923. 111 808. 120 679. 136754.

22 Gewinne von 300 Mark auf Nr. 4023. 4708. 17 945. 21028. 40 302. 57 t47. 60 279. 65 132. 78 206. 80 059. 86 000. 92 045. 95 817. 109 860. 112 913. 115 581. 137 073. 137 189. 145 052. 149 616. 165 518. 183 960.

— (Einzige Besorgnis.) Bauer auf der Eisen­bahn: „Jesses, Jesses, iienn's nur heut kein Zu­sammenstoß giebt." — Kondukteur: „Warum haben Sie denn solche Angst?" — Bauer: „Ja, wissen S' i hab' a Körbl voll Eier bei mir!"

Gudden, die aus München hierher gekommen waren. Dieses Konsilium hat die Frau Herzogin für unzu­rechnungsfähig erklärt. Die Herzogin ist bereits nach Graz in die Heilanstalt des hervorragenden Nerven- und Irrenarztes Dr. Kraft-Ebing überführt worden. Sie selbst soll dem Wunsche ihres Gatten und ihres Bruders, des Herzogs Dr. Karl Theodor, der mit seiner Gemahlin und aufopfernden Gehülfin Meran nun ebenfalls verlassen hat, um in Wien seinen ehe­maligen Lehrer, Prof. Dr. Billrvth, wegen des trau­rigen Falles zu konsultieren, angeblich nicht weiter widerstrebt haben. Dieses sensationelle Ereignis hat eine nicht minder sensationelle Vorgeschichte. Die Gemahlin des Herzog- von Alencon ist bekanntlich die bayerische Prinzessin Sophie, die Tochter des Herzogs Maximilian Und Schwester der Kaiserin von Oesterreich. Wie man weiß, war sie eine Zeit lang die Braut Königs Ludwigs II Die Verbindung kam aber nicht zu Stande, wie Eingeweihte versichern, 'eines ähnlichen Vdrsalkts wegen, wie er jetzt den Aufenthalt der Herzogin in Meran und schließlich [ihre Ueberiührung in die genannte Anstalt veranlaßt hat. Dte Herzogin erkrankte im vorigen Sommer nicht unbedenklich an Scharlach, ein Halskeiden war zurückgeblieben und erforderte eine längere ärztliche Behandlisttg. Während die Kaiferm vrm Oesterreich in Feldafing und die Herzogin im nahen Possenhofen welltest, Vollzog sich' am anderen Ufer des StarnMgerseest'dte trautigeKönigskatastrophe: Die Herzogin ging einige Zeit später zur Erholung nach Reichenhall und erlangte hierauf vom Herzog die Erlaubnis, den ganzen Winter im geliebten München bleiben zu können, wo sie eine Privatwohnung an der Ludwigstraße mietete, während der Herzog mit seinem 12jährigen Sohn nach England ging, um denselben dort in einem Institut unterzubringen. Der Herzog blieb den ganzen Winter in England. Während dieser Zeit wurde der Name der Herzogin immer häufiger in enger Verbindung mit dem eines in München ansässigen, ebenfalls verheirateten Mode- Arztes genannt, der sie behandelte und der auch an den übrtgtn Münchener Hofhaltungen einen großen Ruf genoß. In ärztlichen Kreisen allerdings wurde seit geraumer Zeit jede Konsultation mit dieftm Arzte perhorresziert. Vor wenigen Monaten brach nun die Katastrophe herein. Die Gattin des Arztes, die längst berechtigtes Mißtrauen gefaßt, erbrach den Schreibtisch ihres Mannes, fand dort mehrere gra- biettttbe Briefe der Herzogin, sowie auch anderer Frauen und leitete ine Scheidungsklage ein. Der Herzog ließ seinen Sohn in England, reiste nach München und nach kurzem Aufenchalt nach Nizza und schließlich hierher (Meran), wo auch der Bruder der Herzogm, Dr. Karl Theodor, seine sommerliche Äugenpraxis ausübte. We man weiß, kam vor Kurzem ganz unerwartet die Kaiserin von Oesterreich auf einen Tag in München an, gleichzeitig auch die beiden anderen Schwestern der Herzogin, die frühere Königin von Neapel aus Paris und die Prinzessin von Thurn und Taxis aus Regensburg, um mit der hochbetägten und tiefgebeugten Mutter, der Herzogin Ludovcka einen Familienrat abzuhalten. Die öffent­liche Verhandlung der erwähnten Scheidungsklage ist nicht zu vertneiden, sie wird in nächster Zeit stattfinden, die gekränkte Gattin des ärztlichen Don Juan ist davon nicht abzubringen. Die Herzogin Sophie hat in dem ganzen Verlaufe der peinlichen Angelegenheit und in ihrem ganzen Benehmen sich von solcher verzweifelter Ge­reiztheit und Rücksichtslosigkeit und blinder Leidenschaft gezeigt, daß die Ungewöhnlichkeit ihrer Handlungs­weise nur durch eine ernstliche, vielleicht ihrem krank­haften Zustande entstammende Störung ihrer Ver­standskräfte einigermaßen erklärlich wird. Nach dem Ergebnis der ärztlichen Untersuchung sollen die Hand­lungen der Herzogin in den letzten Monaten lediglich auf krankhafte Neigungen, die aus ihrer vorjährigen schweren Erkrankung resultieren, zurückzuführen sein. Nach einer soeben ans Graz von Professor Kraft- Ebing eingetroffenen Depesche hofft derselbe übrigens weit eher als bei der Herzogin Thyra von Cumber­land, eine baldige Genesung in Aussicht stellen zu können. In München beschäftigt man sich sehr lebhaft mit dieser peinlichen causef cel&bre. Der Herzog, der seine Gattin aufrichtig liebt, die Herzogin-Mutter und die junge, stets sehr vereinsamt gebliebene Tochter des Herzogs werden in jenen kleinen Kreisen, in welche die Wahrheit gedrungen ist, herzlich bedauert." v — Am letzten Sonntag war in Mailand das „Das Verme-Theater" bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Zum Schluß der Vorstellung wurden sämt­liche dreizehn Thüren des Hauses geöffnet und das Publikum von der Bühne herab ersucht, so schnell wie möglich, aber in thunlichster Ordnung das Haus zu verlassen. Da es sich um einen Versuch handelte, an dem die Obrigkeit wie das Publikum und die Theaterbediensteten ein gleiches Interesse hatten, so beeilte sich alles, den Ausgang so schnell wie möglich ohne Unfall zu erreichen. In vier Minuten war das Haus geleert, ohne daß auch nur einer ein Garderobe­stück vermißte. Der Versuch soll nun in den andern dortigen Theatern wiederholt werden.

— (Aus dem Plaidoyer eines Verteidigers.) „Und,, meine Herren Geschworenen, sollten ©te wider Er­warten zu der Ueberzeugung gelangen, daß in diesem Falle eilte recht strenge Strafe am Platze ist, dann bitte ich eine möglichst kurze Freiheitsstrafe zu ver­hängen. Der Angeklagte wird nämlich von seiner Frau und besonders von seiner Schwiegermutter der­maßen gepeinigt, daß Sie,, meine Herren Geschworenen, ihm durch Verhängung einer mehrjährigen Freiheits­strafe die größte Wohlthat erzeigen würden."

BayerischrPfälzische Ludwigsbahn-Priori- täten von 188). Di- nächste Zi-Huug findet Ende Juni statt. Gegen den KurSoerlust von ca. 4 Proz nt bei der Auslosung übernimmt das Bankbaus Carl Neu­burger, Berlin, Französische Straß« 13, die .Versicherung für eine Prämie von 7 Pfg. pro KO Mark

Marktbericht.

(Breslauer Wollmarkt. Bericht der Breslauer Handelskammer.) Zur Zeit der Jahres- ivende schien es, als ob der Artikel Wolle die Ab­schwächungen, welche die Presse in den Herbstmonaten erlitten hatten, wieder einholen würde. Die politi­schen Befürchtungen jedoch, welche in den Monaten Februar und März auftauchten, ließen das Geschäft erlahmen und die Verkäufe des 1886er Produktes vollzogen sich in schwerfälliger, wenig zu neuen Unter­nehmungen anregender Weise. Da nun bit Forde­rungen der Produzenten exorbitant waren, so kamen Abschlüsse auf die neue Schur in den Mouten April und Mal nur in geringem Maße zu Stande und blieb demzufolge uttftr Vormarktgeschast' beschränkt. Auf dem Wollmarkt hatte der Preisaufschlag bei­regelmäßigem Verlaus des Geschäftes für hochfeine und feine schlesische Wollen 12—15 Mk. betragen. Bei mittelfeinen schlesischen Wollen stellte sich der Aufschlag auf 12—-18 Mk., bei schlesische,', mittleren Wollen auf durchschnittlich 15 Wk.» bet -en im Vor­jahre über Gebühr entwerteten schlesischen geringen Kteuzungswollen auf ca. 25 Mk., bei Posener feinen Wollen auf 9—13 Mk. und bei Posener mittelfeinen und mittleren Wollen auf 15 Mk. Für feine und hochfeine Wollen waren Käufer in erster Reihe schwe­dische und russische Fabrikanten, sowie Kommissionäre für englische und franzöfsscheMechßnmg, fssr M GtvS der Wollen denssche Tuch- und Stofffabrikanten. Das Schurgewicht der Wollen war ungefähr gleich dem vorjährigen, die Wäsche mit Rücksicht auf die Witte­rungsverhältnisse befriedigend. — Nach den Ausweisen der Thorexpeditionen und Verwaltungen der Eisen­bahnen wurden inA. Schmiltzwvllen Meführt: schlesische Wollen ca. 14 547 Ztr., Posener Wollen 6966 Ztr., Wollen anderer Provenienz 2043 Ztr. Hierzu alter Bestand 2500 Ztr.', macht im'Ganzen ca. 2^ 056 Ztr. Im vorigen Jahre waren zu Markt gestellt 36 661 Ztr., demzufolge dieses Jahr ca. 10 605 Ztr. weniger. — Es wurden, soweit es unter allgemeinen Bezeichnungen festzustellen ist, folgende Preise bezahlt: für schlesische feine, hochfeine und Elektoralwollen 195—280 Mk., mittelfeine Wollen 164—203, mittlere Wollen 135 bis 152, geringe Kreuzungswollen 125—135, Posener eine Wollen 159—182 (feinste darüber), Posener mittelfeine und mittlere Wollen 135—160 Mk. pro Zentner. — Das am hiesigen Platze verbliebende Quantum läßt sich noch nicht genau übersehen, dürfte aber ungefähr 7000 Zentner ohne Schmutzwollen be­tragen. Dieses Lager wird durch das Hereinkommen von heute noch nicht fertigen Wollen, demnächst er­heblich vermehrt werden. Zn bemerken bleibt, daß im Monat Mai ca. 1000 Zentner Schurwolle aller Gattungen, sowie 200t Ztr. Schmutzwollen zum Ver­kauf gelangt sind.

..........

Berlkst, 15. Juni 1887.

Preußische K l a s s e nlostterie.

(Ohne Gewähr.)

Bei der gestern fortgesetzten Ziehung der 3. Klaffe 176. Königlich preußischer Klaffenlotterie fielen in der