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r. 139

Marburg, Freitag, 17. Juni 1887.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg Md Kirchhain.

Ervrdition Marv 21. Redaktion, Druck und Lerlag von Joh. Lug. »och.

Illustriertes Soniitagsblatt.

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VGl lUtiHer dltck griff ihm ins Herz hinein. lUH »Weshalb bist Du so traurig, Gabriell

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Anzeigen nimmt entgegen *ie »xpedition d. Blatte-, sowie d.Annoneen-Burcaux »on Haasensteiu undVogler in Frantsurt a. SR., Gaffel, Magdeburg und Wien, Rudolf Ti off e in Frankfurt a. M., Berlin München und Köln; ®. L. Taube und »o. in Frankfurt a.

Berlin, Hannover u. Paris.

So alt, wie die Justiz, ist auch die Geschichte der Rechtsirrtümer; die letzteren sind in früheren Jahrhunderten ja viel, viel häufiger vorgekommen, als in unserer Zeit; wir erinnern an die entsetzlichen Hexen- und Zauberer-Prozeffe des Mittelalters, denen hunderte von Unschuldigen zum Opfer gefallen sind, an die zahlreichen falschen Geständnisse welche die Folter erzwungen hat. Damals kamen Justizirrtümer nur verhältnismäßig selten zu Tage» und wurden sie entdeckt, so blieb das doch bei der Schwierigkeit der! damaligen Verbindungen im engeren Kreise. Heute verbreiten die Zeitungen die Nachrichten von unschul­digen Verurteilungen mit größter Elle; kaum ein einziger kleiner Fall bleibt unbekannt. Mit Befrie­digung können wir sagen, daß heute die Zahl der unschuldigen Verurteilungen nur gering ist; und bieL.., |uyicl

Falle, welche sich ereignen, sind fast immer noch solche, auf dem AvisodampferBlitz TtT. y+rtx »«tu - CYYX i r # ... I , ,__

DieOberhessische Zeitung" erscheint von jetzt ab in erheblich vergrößertem Format unter Bei­behaltung ihrer seitherigen Gratis­beiblätter und zu ihrem seitherigen Abonnements-Preis.

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Durch eigene Schuld.

Sin Original-Roman aus der HandelSwelt von Friedrich Friedrich.

*» r Leit« Hintze, r.

Einladung.

Zu« bevorstehenden Qnartalswechsel nchen wir «m rechtzeitige Erneuerung __ sZostbestellungen, damit in der Uebersendung

Unterbrechung stattfindet.

berholteu Beteuerungen, die ihm die tiefste Seelen­ausgepreßt, haben dem Unschuldigen nichts ge- ; und dem wirklichen Mörder, der mit frecher im den Meineid schwor, welcher den Unschuldigen Verderben stürzte, hat man Glauben geschenkt. (Iflllf0- bIetbt ba de* menschliche Scharfblick? Alles len, alle Erfahrung besitzt Grenzen, das sind tsachen, und mit diesen Thatsachen müffen wir

Zt«> vermiet cthor 3

Der Fall Ziethen. , i Die Richtersprüche der Justiz sind nur Menschen­serke, und Menschen sind Jrrtümem unterworfen, fielfach pflegte man irrigen Gerichtsentscheidungen en alten Satz gegenüberzustellen: Volksstimme ist Klilli Aber auch der Satz ist nicht immer

scheint täglich außer an tzrrktagen nach Sonn- und «vertagen. Quartal» z-onnements-Prei- bei der gretbition 2*/t Mk., bei Zjf Postämter 2 »t 50 efg. (erd. Bestellgeld). Uertionsgebühr für dir Äpaltene Zeile 10 Bfg , Marne« für die Zeile

25 Pfg.

(Fortsetzung)

___.Der Gedanke, daß er vielleicht das Glück seines [ 1 Tr- «des vernichte, hatte Damkms Herz nicht uube- iklavi u»d gleichgültig gelassen, und unwillkürlich trieb ri [3 das, was er an Gabriele verschuldet, durch =1 la größere Freundlichkeit und Liebe wieder gut kauise' Sachen. Er wußte, daß fie ihm ein Opfer brachte, ellsebi ks ihr möglichst leicht machen und durch iahte Liebe vergüten.

vöchel traf sie im Park in einer Men, schattigen «be. Schweigend reichte er ihr die Hand zum 6 und setzte sich neben sie. Ihr wehmütiger,

___ . . - -- fo traurig, Gabriele?" fragte - »Ich habe Dich in der letzten Zeit selten lachen Rillig*»; Du bist eine Andere geworden, als Du früher Freien?*

l®abriele schwieg. Ihr Herz hatte wohl eine Ant- LE darauf, aber sie war nicht im Stande, fie aus- strecheu.^ Der Gedanke, daß sie ihren Vater und luit tzwgen tausche, ruhte in diesem Augenblicke schwer »»f, Sie erschien sich erniedrigt, *e .vitj trieb sie, ihrem Vater, der sich ihr gegenüber ' ° Mild und sorglos zeigte, alles zu gestehen z7 S r« bitten - aber es war

Äott# die Verhältnisse selbst trieben fie mit uobe- ten.(i ®etoaIt dazu, ihr einmal gegebene» Wort

: Deshalb bist Du so traurig?" wiederholte Damke»

«w. .Wird eS Dir so schwer, Deinem Vater ZU $ Jttinaeä Opfer zu bringen? Gilt es Dir gleich, »l M *8 ihn errettest, oder dem Verderben preisgiebst?

*Bfe, daß auch Dein Geschick an daS meinige ge- eHeklM ist.»

k*®« weißt, Vater," erwiderte Gabriele, .daß ich 1 letn mein Seien zum Opfer gebracht haben

! Zuchthaus bedeuten fast einen totalen Ruin; das I sei die bnnprnrfipn

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alles verloren. Man kann ja nun noch sagen, daß loder, wenn Modifikationen mit s»ürfn*t r x » bei den meisten unschuldig Verurteilten der Lebens-1 Reichsbrausteueraebiet fcrfi m.Hn s- ü-bai wanM fern ftr-n« m-Lf» ifi; duruuf .ft bU oTS,fSS Ä £7*»' '

_T f der oben erwähnten Sachverständigen-Kvmmission. »Kreuzzeitung" zufolge hat der Polizeipräsident

Berfm, 15 L M i*t LftfeSÄiTÄ'Tt.TS ist gut, er hat die ganze Nacht gut geschlafen. - Der >2^ von WllI treten RAstagSabgeordnete

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nb Heinrich fahren über Wilhelmshaven I geklagte Humbert (Metz) räumte ein dreimal einen

Im rn-ich-u -s ch um b eÄ3h ÄeiEÄÄSbancä 1*

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Samenhändlers Ziethen (s. Nr" 137 I Herzen, welche auch "durch die That ihre' Teilnahme anlaßt°worden^ Damals ^tanden^wei"^ der-1 erklärte, ein Franzose, dessen Namen tr jedoch nicht >as mit sürckterlickerDenttickik-ie R-i I beweisen, fehlt es nie' in solchen eklatanten GriffenI<' ' .. . ® Petitionen zurInennen wolle, habe ihm resp. seiner Vorgesetzten Be-

-k>üMs I-M-- w-rdm G.'m'miung eine Liste der in den

hmgearbe-tet werden der Fall Ziethen beweist die stellung von Bier nur Malz, Hopfen, Hefe und Wchfer

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auf das Herz in der Brufi rn bn^n Ni- 91 s JllQn3te£Ict $rt Erwägung zu ziehen seien,! Strömungen auch immer in den slavischen Staaten 1 Herz der Brust zu Horen. Vier Jahre und daß ferner ermittelt werden müsse, ob es möglich, zur Herrschaft gingen sollten, dessen könne Fder-

S'bZd, ?u -rmL'LkL'. "« 1° m-h. MU.

LV s,7.5 sxa ?ÄÄ.7"te ^'«4 ÄtSKÄ ***b * e*

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.Und wirst Du morgen a» Deinem Verlobunas- was Deine Tocktel äden m»? aln Herzen. Lchmuck zum Geschenk matte, der mindestens vier-

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rjaassä®:: nicht sein! Die Verlobung muß als Dein freubtoer ben folgenden! auch die außerordentlichen Lobeserhebungen Damk-ns

Wille, nicht als Dir aufgedrMaen^^dne^ r, . Z°-it einer Miene h-n, als seien fie ein Tribut, den

°L°'mSL°L °,7'LL' e ksä2« rS® wkrÄfaa L äk ä« wSk te'»Ts*r*

D-ine eigene Freude über daS Gelingen Deines! J^Vat r anÄT«»?» ne r, kostbaren Edelsteim», mit denen er so reich besetzt

Wuniches im Auge aebabt- dafi ,» mi* I ", zufnedeugestellt zu sein.«war. Diese Steine waren falsche, aber so täuschend

schwer und traurig berühren muß eine Dba?L I "» ihr Z mmer und sah dem nachgemacht, daß fie nur ein Kenne,äuge bei ge°

mein ganzes Lebensglück v?rüstht", mit so Ä slanl aeae^Sfie^aeb?#?»8 fmtL 6*tn ®ut>e e»t- nauerer Untersuchung zu erkenne» vermochte.

und Freude gefeiert zu fehe« beran haft \ t Letziugen hatte keineswegs die Absicht gehabt,

! gedacht." 89, beta »ich« -g?" Tag der Verlobung war angebrochen. Schor- Gabiieb mit diesem Schmucke zu betrügen. ES

Damke» erhob sich »nb ging unrubta in ber Lande! rn «»b ^ *9tn» »m.Ie nt Sia Katte eine eigene Bewandtniß damit. Als nach dem

ans und ab. Er fühlte baß Gabriel? i£h, I »"b I* beschenk zu bringen. Es «Tobe seiner Tante bereu ganzes Vermögen in feine

Was ihn vor dient ba^.^ hL im. « fr^ä 1 r^er, mtt kostbaren Steinen besetzter Hais- Hände gefallen war, hatte er auch di-s-n Schmuck

mit solchem Glanze z/fciew, da, k-2e^«Ä^! k5Äit mtt b8r5feter $rti dn Erbstück ihrer Familie, mit erhalten. Anfang«

nicht Mitteilen. ' ' 009 ^uvte er ihr za legenheit, doch suchte fie dieselbe zu verbergen und batte er ihm nur wenig Aufmerksamkeit gescheh,

.Wirst Du auch gegen Letziugen morgen Sie kanntr als er aber später, bei genauer Betrachtung, sich von

freundlicher fein, als Du bMer «we7eu?" fraa^ i Sparsamkeit Ltzingen, and dem großen Wert seiner Steine überzeugte, ärgerte

er endlich. Wen* Wc "Es» F-eigebrgkett eine» Beweis er seinen praktischen Sinn, daß diese als dn wert.

Hu sehen, daß er fie wehr und inniger liebe, als fie loseS Kapital daliegen sollten. Da es ei» Familien

l den cji" "'"l' uu**o,tVc- Ulc ocacyricyi von oer vor | mu uefjiem atctneio, wenn wir rückiti Jahren erfolgten unschuldigen Verurteilung be31 urteilte unschuldig gelitten hat. länaSr ^rbierS und Samenhändlers Ziethen (s. Nr. 137 »Herzen, welche auch durch i-i- -1 mich t dl-)' lehrt das mit fürchterlicher Deutlichkeit. Bei

ßi üner Verhaftung wegen angeblicher Ermordung feiner tni 18 Tau sollte die aufgeregte Volksmenge v- 2' " f juchen, und eS wird auch wohl nicht an Stimmen chhlt haben, welche die Vollziehung der Todesstrafe

- n dem Gattenmörder eifrig befürworteten. Die gMlKekution ist zum Glück nicht vollzogen; der Ver- n Dikl teilte ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt Mor« lctben und vier Jahre davon hat er bereits ver- üßt- Jetzt stellt sich seine Unschuld heraus. Der meL "ualige Hauptbelastungszeuge ist der Mörder. Es

8 allerdings eine eigene Verkettung der Verhältnisse I wird ir' roeId)e ben Angeklagten als Mörder wohl mög-j zu st unb s°Sar wahrscheinlich annehmen ließe, aber!

L9 L 01 kann doch fragen, angesichts dieses erschütternden ben eil llleS' road ist die Weisheit der Menschen? Alle