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Marburg, Donnerstag, 16. Jnni 1887

xxn. Jahrgang.

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Illustriertes Soimtagsblatt

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Durch eigene Schuld

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;ug auf Khartum! Jenen tapferen Männern, die Gordon retten sollten, waren Geschosse mitgegeben worden, die entweder zu groß für die Kanonen, oder die gar nicht oder nur zum Tell gefüllt waren, so daß sie nicht explodieren wollten.

Zur Zeit, als der Krieg mit Rußland drohte, zeigte es sich, daß die Kricgsverwaltung zwar eine ziemliche Anzahl von Geschützen hatte, die gegen Tor­pedoboote in Anwendung kommen, daß aber für diese Geschütze nicht ein einziges Geschoß vorhanden war. Dieser Tage kam ein riesiges Panzerschiff, derMonarch" in den Hafen und forderte zwei neue Kanonen an Stelle von gesprungenen Geschützen. Es waren keine vorhanden. Da nahm man von den Spithead und Portsmouth-Forts zwei schwere Geschütze und brachte sie an Bord des Monarch. So mußten zur Ar­mierung eines einzigen Panzerschiffes zwei Forts des- armiert werden. Tie Ordonnanzabteilung des Kriegs­ministeriums ließ vor ein paar Jahren Pläne zu einem neuen schweren Geschütz, der 43 Tonnenkanone entwerfen und erteilte der großen Firma Armstrong den Auftrag, 15 solcher Kanonen herzustellen. Die Armstrongs machten darauf aufmerksam, der Plan sei schlecht. Die Herren Ordonnanzkommissare wollten von nichts hören und wiesen Armstrong einfach an, die Kanonen herzustellen. Die 15 Geschütze kosteten 5 Millionen. Als sie auf die Schiffe gesandt werden sollten, erhoben Sachverständige neue Bedenken. Man hieß sie schweigen und verteilte die Kanonen. Bei den Schießversuchen zersprangen drei und töteten einen Teil der Bedienungsmannschaft. Nun wurden die Kanonen zurückgegeben, aber die 5 Millionen waren futsch.

Und die Beamten, die hieran schuld sind, haben noch immer hohe Stellen im Kriegsministerium inne. Lord Churchill brachte dann noch zahlreiche ähnliche Beispiele aus dem Kriegsministerium, die ergeben, daß eine ganz wunderbare Militärverwaltung im britischen Reiche geherrscht haben muß und zum Teil noch herrscht.

er, 6.

es zum wenigsten der kaufmännischen Welt schuldig, denn ich möchte nicht, daß man sagte, der Besitzer oes Hauses Tamken habe es darauf abgesehen, jähr­lich einige Tausend Thaler mehr zurückzulegen."

.Sie haben darin vollkommen Recht. Ein solcher Reichtum, wie der Ihrige, muß auch würdig reprä­sentiert werden,- bemerkte der Gutsbesitzer. Im Herzen hätte er es indrß lieber gesehen, der Handels- berr hätte möglich viel gespart, weil dadurch das Erbteil Gabrielcns um so größer geworden wäre.

»Ich habe jetzt noch eine Bitte an Sie, lieber Letzingen," fuhr Damken fort,und in der Offenheit, mit der ich sie ausspreche, mögen Sie zugleich den Beweis sehen, wie sehr ich Ihnen vertraute. Ich weiß nicht, ob Sie eiu Mädchenherz hinreichend kennen, um eS stets richtig zu verstehen. Sehen Sie, Ga­briele hat Ihre Bewerbung mit freiem Willen ange­nommen, ich glaube indeß nicht, daß Gabriele ihre frühere Liebe bereits gänzlich vergessen hat. Sie bemühte sich dieselbe zu überwinden; unterstützen Sie sie darin und zwar dadurch, daß ssie dieselbe mit keinem Worte erwähnen, ja nicht einmal andeuten. Seien Sie anfänglich ruhig und möglichst zurück­haltend. Ich kenne Gabriele und weiß, daß Sie sich auf diese Weite am schnellsten ihre ganze und unge­teilte Liebe erwerben. Sodann möchte ich Ihre Ver­lobung mit Gabriele so bald als möglich öffentlich feiern. Gabriele wird daun auL von Andern als Ihre Braut angesehen, und ich kenne sie zu gut, nm nicht zu wissen, daß sie eS dann als einen Betrog gegen Sie, ihren Verlobten, ansehen würde, wenn ihr Herz einen Andern liebte. Eine solche kleine List ist durchaus notwendig, um den Frauen die Überwindung kleiner Schwächen zu erleichtern. Man oarf es ihnen nur nie gestehen, welchen Zweck man mit solchen Mitteln zu erreichen strebt, sonst würde man gerade das Gegenteil erreichen. Die Frauen iud nie hartnäckiger, als wenn sie erraten, daß man tt von ihren Fehlern und Schwächen befreien will. Sie halten dann mit unbeugsamem Eigenfiuu daran

Hundert Millionen verschleudert.

Wie schon mitgeteilt, hat der vor kurzem von ' Mem Amte zurückgetretene konservative englische ' Minister Lord Churchill neuerdings die heftigsten Angriffe gegen die Militärverwaltung seines Vater­landes gerichtet, und, was noch mehr ist, er hat alle Behauptungen bewiesen. Seit 1875 sind die Aus­gaben für Heer und Flotte in England von 25 400 000 Pfund auf 30 800 000 Pfund gestiegen. An der Bcrmchrung der Militär - Ausgaben um 5 400 000 Psund trägt aber die eingettetene Vermehrung der englischen Stteitkräfte nur zum geringen Teile (900 000 Pfund) die Schuld. Die ganze übrige jährliche Mehrausgabe von über vier Millionen Pfund, hundert Millionen Franken, rührt, nach Lord Churchills Ausführungen, von Verschleuderung der Staatsgelder, von unsäglicher Mißwirtschaft her. Deuffchland giebt für Armee und Flotte jährlich 21, Frankreich 29, England, mit Inbegriff des indischen Reiches, 51 Millionen Pfund aus. Dafür kann das Deuffche Reich anderthalb Millionen Stteiter, Frankreich eben­soviel, England keine halbe Miffion ins Feld stellen. Lord Churchill sagt dann wörtlich:Dazu haben jene Mächte stattliche und trefflich ausgerüstete Festungen. England hat nicht einen einzigen festen Platz, der genügend verproviantiert ist. Die große Festung

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasensteiu undVogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien, Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und Kölns ®. L. Daube und Co. in Frankfurt a. 8L, Berlin, Hannover u. Paris.

Jäger. Zeitung ttze.

entbehre. Niemand habe von der Kur vernünftiger­weise die (Entfernung der Neubildung verlangt, viel­mehr habe der in Ems zu Rate gezogene Geheime Rat Dr. Orth wiederholt erklärt, daß in Ems nur eine Besserung des gleichzeitig vorhandenenakuten Kartarrhs des Kehlkopfes- erwartet werden könnte, daß dagegen das vorhandene Neugebilde, welches als gutartiger Polyp diagnostiziert wurde, später, nach Beseitigung des akuten Katarrhs, auf endolaryngalem Wege von einem Spezialisten entfernt werden müßte. Eine erhebliche Besserung des akuten Kehlkopfkatarrhs, welche die notwendige Vorbedingung für weitere operative Eingriffe war, fei in Ems thatsächlich erzielt worden. Wie dieRat.-Ztg." erfährt, hat der Kronprinz die Veröffentlichung des Gutachtens des Geheimrats Dr. Virchow über das Halsleiden des Kronprinzen angeordnet und wird diese Veröffent­lichung in den nächsten Tagen erfolgen. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß bei fortge­setzt reger Thätigkeit des Reichstags der Schluß der Session am Mittwoch kommender Woche erfolgen dürfte. DieNordd. Allg. Ztg." sagt: Das telegraphisch signalisierte Programm des neuen serbischen Kabinetts, welches Aufrechterhaltung der besten Beziehungen mit allen fremden Staaten und Sparsamkeit in wirsschaftlichen Angelegenheiten als Richtschnur aufstellt, könne allseittg nur beifälliger Ausnahme versichert sein, da dasselbe durchweg Punkte aufführe, welche der Ruhe in den Orientstaaten weitere Bürgschaften zu gewähren versprechen. Die zweite Lesung der Branntweinsteuer hätte heute erledigt werden können. Man hat die Beschlußfassung über den § 43, der die Nachsteuer, die Verdreifachung der Maischraumsteuer und der Exportbonifikation betrifft, nur deshalb ausgesetzt, weil die Fraktionen sich heute abend noch über die verschiedenen dazu gestellten Ab- änderungsanttäge schlüssig machen wollen. Eine Reihe dieser Anttäge geht dahin, das Quantum des von der Nachsteuer frei bleibenden Branntweins zu erhöhen. So beantragen die Abgeordneten v. Huene, Buhl, v. Kärdorff und v. Helldorff, von der Nachsteuer zu befreien: Branntwein im Besitz von Gewerbetreiben­den, welche die Erlaubnis haben, Kleinhandel mit Branntwein zu treiben und im Lager nicht über 1000 Liter besitzen, bei einer Menge von 500 Litern in jedem einzelnen Falle, in allen übrigen Fällen nur Branntwein in Mengen nicht über 10 Liter. Abg. Böhm wünscht statt der Nachsteuerbefreiung von Branntwein in Mengen von nicht mehr als 10 Liter, Branntwein in Mengen von nicht mehr als 40 Liter, welche sich im Besitz von Wirten oder Branntwein- Händlern befinden, oder 10 Liter im Besitz von anderen Haushaltungsvorständen. Die Abgg. Szmula und Hesse beantragen Befreiung von der Nachsteuer für Rum, Arrak, Cognac, welcher in Flaschen lagert, sowie Vorräte an Branntwein bei den Kleinhändlern, welche dieselben nachweislich bis zum 1. Nov. d. I.

Malta ist ungenügend armiert; eine Garnison könnte sich darin keine drei Wochen halten. Wir haben fein einziges schweres Geschütz in Reserve und auch kein schweres Geschoß. Unsere reitende Artillerie ist nach der Aussage Genervt Wolseleys mit der schlech­testen Kanone Europas ausgerüstet. Die Feldartillerie besitzt so schlechte Kanonen, daß ihre ganze Bewaff­nung geändert werden muß, die Infanterie so schlechte Gewehre, daß die Militärverwaltung seit 6 Jahren über die Einführung eines neuen Modells berät. Die Bajonneite sind untauglich, die Kavalleriesäbe' von gleich schlechter Beschaffenheit, und die Seiten- zewehre der Matrosen nicht besser.

Das ist alles erwiesen, und auch das, daß nicht einmal für den Landtransport von 30 000 Mann vorgesorgt ist, wenn es einmal gelten sollte, unsere Armee ins Feld zu stellen. Und mit einer solchen Armee wollte man gegen das russische Reich Krieg sühren! An dem Bombardement von Alexandrien vahmen die beiden KriegsschiffeSultan" und .Alexandra" teil. Was meinen Sie, was mit den

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition- Markt 21. Redaktion, Druck und Setlag von Joh. Ang. Koch.

- Sin Original - Roman ans bei HandelSwelt von Friedrich Friedrich.

(Fortsetzung.)

Damken hatte daS Gespräch selbst auf diesen Gegenstand geleiteitet. Er mochte es jedoch nicht

1 noch weiter ausdehucn, da eS bereits anfing, ihn zu langweilen und ihu dem Zwecke seines Besuchs nicht Näherte.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Juni. Der Kaiser hat gestern ge­arbeitet und ist bis 8* 1 2 * * * * */* Uhr abends aufgeblieben. Derselbe ist nur noch schwach, sonst fühlt er sich ganz wohl. Heute morgen stand der Kaiser um 71/« Uhr auf; er hat die Nacht vorzüglich geschlafen. In der gestern aus dem englischen FachblatteThe Lancet" gegebenen Darstellung des Dr. Mackenzie über die Krankheitserscheinungen beim Kronprinzen hieß es: Bei seiner Rückkehr aus Ems zeigte es sich, daß die Heiserkeit sich nicht gebessert hatte und daß die Neubildung wieder gewachsen war." In Beziehung darauf wird derVoss. Ztg." geschrieben, daß die Behauptung, die Emser Kur habe ein Wiederwachsen der Neubildungzur Folge gehabt", (was übrigens gar nicht behauptet worden ist) jeder Begründiing

eine offene Frage, welche ich Sie ebenso offen zu beantworten bitte."

Sprechen Sie, sprechen Sie," unterbrach ihn Damken.Wir stehen jetzt einander so nahe, daß volle und offene Wahrheit die erste Bedingung zwischen uns sein muß. Auf mich können Sie mit Zuversicht bauen, ebenso fest, wie ich Ihnen vertraue."

Gut", bemerkte Letzingen,so sagen Sie mir offen, ob Gabriele ihr Jawort aus freiem Herzen gegeben hat."

Ich will ihnen die Wahrheit gesteben-, erwiderte Damken scheinbar mit der größten Offenheit.Nein und Ja, Nein, weil ich ihr bestimmt erklärt habe, daß ich ihre törichte Neigung zu einem früheren Diener meines Geschäfts nur für eine jugendliche Thorheit aufehe, die sie vergessen müsse, weil ick meine Zustimmung nie geben werde nnd könne. Sie bat sich darauf Bedenkzeit aus. Ich habe teilt Wort weiter darüber gesprochen, nm ihr völlige Ruhe zum lebeilegen zu lassen, und da ist sie selbst zu wir gekommen und hat mir gesagt daß sie Ihre Bewer­bung annehmen werde. Sehen Sie, dies ist das Ja. Es ist durchaus Gabrielens freier Wille. Sind Sie hiermit zuftieden gestellt?"

Vollkommen", rief Letzingen, indem er Damken? Hand ergriff.Ich hoffe, Gabriele soll durch mich nie Ursache finden, es zu bereuen. Kanu ich ihr auch uicht ein so glänzendes und reiches Leben verbürgen, wie sie es bisher genossen hat, so bin ich doch reich genug, ihr manches Vergnügen zu gewähren."

Machen Sie sich darüber keine Sorgen, lieber Freund," entgegnete der Handelsherr.Gabriele liebt viel mehr ein stilles häusliches Leben, als Ge- ellschastev und Glanz. Wäre es auf ihren Willen angekommen, so würden wir ziemlich eingezogen und einfach gelebt haben. Sie werden mir aber gewiß recht geben, daß ich als der Träger einer alten mäch­tige» Firma zugleich die Verpflichtung habe, dieses HauS nach außen hin würdig zu vertreten. Ich bin

Seit mehreren Tagen," sprach er,habe ich Sie Ellen Tag bei mir erwartet. Ich habe Ihnen etwas itzutetlen, was ich Ihnen am liebsten in meinem

brauchen und welche im Höchstbettage 1000 Liter reinen Alkohol nicht übersteigen dürfen. Abg. Lieber beantragt freizulassen diejenigen Bestände von Brannt­wein, welche nachweislich vor dem 7. Juni d. I. auf Lieferung bis 31. Dezember d. I. verkauft sind; die Lagerbestände der Likör-Fabrikanten, Destillateure, Gast- und Schankwirte an fertigem Trinkbranntwein, Likör, Rum, Arrak, Cognac, insoweit dieselben nach­weislich das Maß der regelmäßigen Vorräte nicht übersteigen.

Leipzig, 14. Juni. (Hochverratsprozeß. Aus­führlichere Mitteilung.) In der heutigen Verhandlung erfolgte zunächst die Spezialvernehmung der Ange­klagten Köchlin und Blech. Ersterer räumte ein, Abonnent desDrapeau" gewesen zu sein, weil er ein Interesse daran hatte, zu erfahren, was im Turner- und Schützenwesen Frankreichs vorgehe. Er gesteht ferner, Mitglied der Patriotenliga geworden zu fein und feit 1883 Beiträge an dieselbe gezahlt zu haben; er ist auch im Besitze der Medaille der Liga und der Statuten derselben befu ndenworden. Er beharrt aber dabei, nicht gewußt zu hnen, daß es Zweck der Pattiotenliga gewesen sei, die Wieder- Eroberung Elsaß - Lothringens durch Waffengewalt herbeiführen zu helfen. Der Angeklagte faßte den Zweck der Liga nur dahin auf, den Patriotismus in Frankreich zu erwecken und zu erhöhen, sowie die französische Jugend zum Verteidigungskriege tüchtig zu machen. Der Angeklagte Blech antwortete vielfach ausweichend, will aber auch den Zweck der Liga im Sinne der Anklage nicht gekannt haben; er meint, die Liga bedeute in der Hauptsache die Propaganda für den Patriotismus und glaubt, es fei recht wohl möglich, daß Elsaß-Lothringen auf friedlichem Wege durch Vertrag für Frankreich wieder gewonnen werde. Blech räumt ein, 30 000 Franks zu der Zeitung La Republique Francaise" und 10 000 Fr. zur Petite Republique francaise" beigefteuert, sowie eine Sammlung für das Denkmal von Elsaß-Lothringen in Paris und das Denkmal für Gambetta veranstaltet zu haben. Er gesteht ein, Mitglied der Patrioten­liga gewesen zu sein und mehrmals Beiträge für dieselbe geleistet zu haben, glaubt aber trotzdem, seinen dem deutschen Kaiser in seiner Eigenschaft als Mitglied des oberelfäffischen Bezirkstages geleisteten Treueid nicht verletzt zu haben. Da während der Pause in dem Verkehre der Angeklagten mit den zahlreich anwesenden Familienangehörigen und Be­kannten derselbe große Unzuträglichkeiten vorkamen, ordnete der Präsident an, daß die Angeklagten in der Pause in das Gefängnis zurückgeführt werden sollen und jede Unterredung mit den Angehörigen seiner besonderen Erlaubnis bedürfe. Im weiteren Ver­laufe der heutigen Verhandlung erfolgte noch eine eingehende Vernehmung der Angeklagten Jordan, Trapp, Schiffmacher und Reybel. Alle vier Ange­klagte räumen ein, Beiträge an die Patriotenliga ge-

feft, um nicht einzugestehen, daß es wirklich Fehler

und Schwächen feien."

Ich füge mich in allen Ihren Wünsche», lieber

Freund, wenn ich diesen Ausdruck noch gebrauchen

darf," erwiderte Letzingen.

Natürlich, natürlich," rief Damken lebhaft. Gerade weil Sie mein Schwiegersohn werden, hoffe ich, werden wir um so bessere und treuere Freunde sein."

Noch eine geraume Zeit schritten Beide in dem Garten auf und ab und waren bemüht, sich einander durch Freundlichkeit und Zuvorkommenheit zu ge­winnen, zugleich aber die Absichten, welche sie im Hintergründe hatten, zu verbergen. Es war gleichsam ein Wettkampf zwischen der ruhigen Ueberlegung Letzingens und der feinen Schlauheit Damkens.

Damken trug endlich den Sieg davon. Er durch­schaute Letzingen durchaus und wußte, daß er eS auf sein Vet mögen abgesehen hatte. Kein Zug, selbst nicht das geringste Lächeln der Freude entging seinem scharf beobachtenden Auge und innerlich jubelte er, daß eS ihm gelungen war, ihn zu täusche» und zu betrugen.

Letzingen erkannte Damkens Plan nicht. Er hatte keine Ahnung, daß er getäuscht wurde und selbst täuschte, er hatte deshalb auch keine Ursache, den Handelsherrn aufmerksam und scharf zu b-obachten. Er erkannte wohl, daß er sehr erfreut war, doch glaubte er hierin nur die Freude, seinen bürgerlichen Namen mit einem adeligen verbinden zu können, zn erblicken.

AlS Damken endlich heimkehrte, war er voller Pläne für die Zukunft und für die Verlobungsfeier. Diese wollte er möglichst glänzend und prachtvoll begehen. ES sollte viel davon gesprochen werden, und durch sie sollte der Glanz von dem außerordent­lichen Reichtum deS Hauses Damken noch weiter ver­breitet werde». Er hielt dies durchaus für not­wendig, und in dieser Beziehung hatte er Recht. Es würde ausgefallen fein, wenn er, dessen Verschwelt, dmtg und Prunksucht bekannt war, die Verlobung

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scheint täglich außer an Elogen nach Sonn- und Erlagen. Quartal« LrnnementS-PreiSbei der Ejebition 2*/t Mk.. bei TL Postämter 2 IRL 50 (erd. Bestellgeld). UertionSgebühr für die Spaltene Zeile 10 Bfg., fefianten für die Zeile 25 Pfg.

- Sause gesagt hätte; nun ich glaube, Sie werden

18 auch hier nicht ungern hören: Gabriele hat sich |* endlich entschlossen, ihre törichte Leidenschaft zu ver- " 8t ff en und Ihren ehrenden Anttag auzunehmen."

_____Gabriele hat ihre Zustimmung gegeben?" rief ' «hingen freudig überrascht, und er trug diese Freude l offener zur Schon, als in seiner Absicht lag.Und

2 Pf. r?8 haben Sie mir so lange verschweigen können?" 3363 Me er hinzu, indem er seine Hand ergriff und

Rüttelte.Ha, hätte ich das ahnen können, ich wäre - ® derselben Stunde, in welcher Gabriele das Jawort u etn -geben, zu Ihnen gekommen."

lkono-1Sie erfahren c8 noch nicht zu spät, mein lieber gegen preunb," erwiderte Damken lächelnd.Sie dürfen wped. Nt hoffen» daß Sie jetzt schon dicht am Ziele Ihre:

Wnsche stehen, denn Gabriele hat sich nur unter der - «dingung entschlossen, Ihnen anzngehöreu, nämlich «er der, daß Sie ihr noch ei» Jahr gönnen, ehe tiffel Ihnen zum Altar folgt."

Diese Worte schienen für den Gutsbesitzer weniger greulich zu sein, er beruhigte sich indeß mit dem «danken, daß ein Jahr schnell enlfliehe, und daß er Mn Ziel jetzt schon sogut als erreicht ansehen dürfe.

1Mir bleibt nichts weiter übrig, als mich darein W fügen",entgegnete er.Es ist eine schwere Be­legung für mich, aber ich kenne jetzt doch wenigstens Zcitpunkt, auf de» ich mit Bestimmtheit hofft n i*6!- Noch eine Frage, mein lieber Herr Damken,

ibnrg. 700 800 Matrosen dieser beiden Fahrzeuge ge-

---- Hetzen wäre, wenn die französische Flotte, die am Morgen den Hafen verließ, am Abend zurückgekehrt PhQ wäre und sich der Landung unserer Soldaten mit luu Gewalt widersetzt hätte? Die Mannschaften der beiden ko ScWe hätten nicht zehn Geschosse gehabt, die sie [3276- ws ihren schweren Geschützen gegen den Feind hätten o. j abfeuern können. Schlimmer ist, daß zu gleicher Zeit in dem großen Arsenal von Malta gar keine Reserve |u|l lon Geschossen bereit lag. Und dann bei dem Wüsten-