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Rr. 96

Marburg, Dienstag, 26. April 1887.

XXII. Jahrgang.

Erstes Blatt

15 647 702 M.

Kap. Va

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5369000 85800000 11000000

30956592

3195 789

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Stccf.

Kap. Kap.

Kap. Via vorbehalten Tit. 22 für Preußen für Bayern Kapt. Via Tit. 23 (Eisenbahnbauten Vorbehalten) XI. Eiserne Vorschüsse für Verwaltung des Reichsheeres ....

Im laufenden Etatsjahre ist bereits ver- braucht zu gleichen Zwecken und nachträglich zu genehmigen . . .

II. Einmalige für Preußen . . . Sachsen . . . Württemberg . an Bayern . . .

OlikrWschc Ikitmjl

.. ~ . -- ____ Berlin, Hannover u. Paris.

Wöchentliche Beilagen: «reis-Blatt f.-. Kreise Marburg u. Kirchhain. - Illustriertes Sonntaasblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch. "

14574274 M.

2004349

640156

1439240

Dauernde Ausgaben: Reichsheer Kap. 1643 für Preußen n 1643 Sachsen

,,, n 1643 Württemberg

Militär-Verwaltung von Bayern . . .

8801300-7, 73257065

Summa 18658019 M. Ausgaben.* . . . 62912157M. - . . 5389134

- - . 2643444

- - - 9280342

r?er Handrlsherr wußte es sehr wohl und halte W nr Erreichung seines Planes als einen Haup - flePCK und berechnet. -Er war in demselben ZKäfte, in dem ich gelernt, Buchführer. Ich bin »och u^i rntt ihm zusammen gewesen und jetzt, da er Glück gehabt und reich geworden ist, kennt er mich nicht mehr. Sein überwiegender Einfluß ist mir bei mehreren Speku- welche für mich glücklich abgelaufen wären, sehr nachteilig geworden, und ich habe mir geschworen, diese Scharte an ihm anszuwetzen. Nehmen Sie meine» Vor- fchlag an, schlagen Sie ein und ich schwöre Ihnen, daß ich Buchmann demütigen will! Ich will es und ich kann es w-°nmirder Kredit Ihres Hauses zur Seite steht. Schlagen

.Der Handelsherr nahm die dargebotene Hand an, aber mck einer Miene, als ob er es mehr thue, um der Bitte des lungen Mannes nachzukommen, als seinen etaeu-n Wunsch erfüllt zu sehen.Gut, Herr Klens-r,« sprach er mit ruhiger stimme,ich uehme Ihren Vorschlag an. Sie im Geheimen*«6 meitt 6omPa9non' wenn auch zuerst nur

Es wird sich wohl eine Gelegenheit finden« fuhr Damken fort,um der Firma meines Hauses Ihren Namen hinzuzufugen. Sobald mein Geschäft durch Sie einen n-uen Aufschwung erhalten wird, erkläre ich Sie öffentlich als meinen Kompagnon. Sind Sie damit einverstanden?« < Z3d> bi" es,« rief der junge Mann erfreut und drückte dankbar die Hand des H rndelsherrn.

»3j)re Frau wird mir freilich züruen,« rief der Handels- Herr lächelnd,weil ich Ihre Flitterwochen so beendet habe denn es rhut mir leid, mein lieber Kleuser, daß ich ^hneu ra me6t vergönnen kann. Morgen tritt der alte

Geschäftsführer aus meinem vielmehr jetzt nmserem Ge- schafte und sie werden begreifen, daß es nicht ohne einen Führer bleiben kann. Sie müssen also morgen in Jhrmeues »erben nttete' ^°^e' eS ^ll Ihnen nicht allzuschwer

Ich bin zu jeder Stunde dazu bereit,« rief Kleuser,

hnh.nT11«6 noa) tn btrs r Nacht feto mußte. Geschäfte haben den Vorgang vor der Liebe.« w ,ie

»Ich darf mich auf Sie verlassen, lieber Kleuser dak atün u an aeheim halten werden, denn es liegt auch

^Jh.em Interesse,« sprach der Handelsherr.Jch Ä Sie noch um das Eine sagen Sie Ihrer Kran «u tru^er etwas davon, als bis Sie wieder in Ihrem Hause süat« ~tr f?men Ste' lieber Freund und Kompagnon,« lächelnd hinzu,wir wollen in den Saal zurück- «h>en, denn heute gehören Sie noch ganz Ihrer inna,» Frau an. Morgen die näheren Bedingungen."

Cr legte seine Hand in den Arm des jungen Mannes und in heiterster Stimmung kehrten fie in den Saal zurück Jeder von ihnen glaubte ein gutes Geschäft gemacht zu haben, denn feder hatte sein Aug- nur auf sein eiaeues Interesse gerichtet und glaubte den andern zu übersehen. Ä" ^^butesten war der Handelsherr, aber er gab seine $rfube. ebfnJ° wenig kund, als vorher seine Besorgnis. Sein änßeres Lesen war ganz uaverändert und niemand ahnte, « g-WoÄtt,1 * i6

Das Glück schien überhaupt au diesem Abende seinen Wünschen günstig gestimmt zu sein, den» als er in den £n»lÄbc?<tftVr' angelegentlich Setzingen sich um seuie Tochter bewarb, srch hinter einer Säule verbergend war er tm Stanoe, ihr G spräch zu belauscheo, und die Ruhe, mit der sich Gabriele unterhielt, schien ihm ein nich! abgeneig?7est" M bem Gutsbesitzer

spät^ehe die Gäste sich entfernten, die Gast- gewirkt »rST ShSÜfeS ®°.hlthStig auf ste etu- EfLs ?ls sie endlich schieden, begleitete der Handelsherr Kl-users junge Frau an den Wagen und flüsterte ihrem Manne ins Ohr:Morgen werde ich Sie abholeu. Ich ausehe"« @ie' bo bte Sache als eine Ehrensache

( Fortsetzung folgt.)

Deutsches Reich.

Berlin, 23. April. Der Kaiser nahm heute vor­mittags mehrere Vorträge und militärische Meldungen ent- ^gen, arbeitete dann mit dem Chef des Militärkabinetts General von Albedyll und machte nachmittags eine Spazier- fahrt. Um 4 Uhr erscheint Staatssekretär Graf Herbert ®ottra9e- ~ Wie es heißt, hat der Kaiser die Absicht, der Grundsteinlegung zum Reichsgerichtsgebäude m Leipzig beizuwohnen. Die Ernennung des Grafen Solms zum Botschafter beim Quirinal darf, wie ein Be­richterstatter derPost" meldet, als feststehend betrachtet ?brdem Dre Budgetkommission des Reichstags beantragt beim Plenum, dem Entwürfe eines Gesetzes, betreffend die Errichtung eines Seminars für orientalische Sprachen un- verandert die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. Die.hiesigen Blatter, mit Ausnahme derNordd. Allg. Ztg. , beschäftigen sich heute eingehend mit der Affaire Schnäbele. Man mißt derselben aber hier durchaus nicht die po rtische Bedeutung bei, wie in Paris und nach test, graphischen Berichten zu urteilen auch in anderen Häupt- stadten. Es erklärt sich dies daraus, daß man hier "kaum ttnen Augenblick tm Zweifel war, daß die Verhaftung des Schnäbele auf deutschem Boden und ohne daß er dahin gelockt worden wäre, stattgefunden hat. Von zuverlässiger Se/te wird auch bereits bestätigt, daß die Verhaftung auf deutschem Gebiete erfolgte. Die Differenz, die über diesen bcfr Auffassung der hiesigen und der französischen Behörden stattfindet, wird von hier aus, wie 7a" T1,! fE-^eAMgerQuelle versichert wird, in durch- r£jyeL5tlfe unb unter Beachtung der völkerrecht- lichenGrundsatze auszugleichen versucht werden. Ob diese Auffassung der deutschen Regierung in Paris, wie von

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal» Abonnements-Preis bei der Expedition 2y4 Mk.. bei den Postämter 2 Mk. 50 Pfg. (excl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg , Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

dort gemeldet wird, bereits offiziell kundgegeben ist läßt sich hier zur stunde noch nicht feststellen, es ist aber sehr wahrscheinlich. Das Beweismaterial, welches dem die Untersuchung leitenden Richter über die Beteiligung Schnabeles an landesverräterischen Unternehmungen w ® ausschlichm?^ 3we,fe an bct Schuld des Verhafteten

Berit«, 24. April. Wie dieNordd. Alla stta " aus zuverlässiger Quelle hört, ist durch Zeugenverbör refi- dtt^erhaftung des Polizeikommissars Schnäbele Ä» tschem Gebiet erfolgt ist. Es wird dies von ihm selbst auch nicht tn Abrede gestellt. Nach den an Ort und stelle eingezogenen Nachrichten über die Verhaftuna des französischen Polizeikommissars Schnäbele hat diestlbe auf Requisition der Staatsanwaltschaft und des Unter­suchungsrichters stattgefunden, sobald sich Schnäbele auf ««-mG-dl-tti-Ir-kn lit6. Ä i mMe' Verhaftung ankundigenden deutschen Polizeibeamtm zu Boden geworfen und einen Fluchtversuch gegen die Grenze Sf jt' l t bie6[eitS ber Grenze wieder eingeholt und dingfest gemacht worden. Die Anklage gegen ihn bezieht sich auf Beteiligung an landesverräterischen Umtrieben in iitr ®elr^anben Mißbrauch seiner amtlichen Stellung berfelben. Die Verhaftung ist gerichtlich ^schloffen worden, ohne daß überzeugende Beweis, stucke für die Schuld des Verhafteten vorlagen. Wir nackriM-7 iU.r Richtigstellung der sogenannten Privat- nachrlchten mit, welche dieVossische Zeituna" ihren fran- roslschen Quellen entnimmt, und wundern uns keineswegs b?rtU£eVaVte Mitteilungen dieses Blattes den Stempel der Parteinahme für schnäbele und gegen die Reqieruna tragen Die Verrätereien derer, welche® wegen ihrer®Feind? frafiter9Sttble putsche Regierung die Sympathien demo-

®Ia.tter.finben- werden, wie man weiß, die Folge haben, daß tn einem etwaigen neuen französischen Krieae die Verluste der deutschen Hecre und die Schwierigkeit-®» ihrer Aufgaben sehr viel größer fein werden, als sie ge- wesen waren, wenn die Verrätereien nicht begangen wären Die e Erwägung ist aber weit entfernt, Tw* Eir ®Httuftun9 zu erfüllen und mit Teilnahme für den Schaden und den Verlust an Menschenleben den Woblmnll??" äUr ^aben' f°nbern ste vermag das Wohlwollen nicht zu trüben, auf welches jeder Getaner ^utschlands in denfreisinnigen' Blättern rechnen kann, ihr,rn8h Eu?.Regierung des Reiches nicht in den Händen ihrer ehrgeizigen und unfähigen Gesinitungsgenoffen ist Die hiesigeVolks - Ztg.« teilt mit, daß sie gegen den Fürsten Bismarck Strafantrag gestellt habe, weil® er in ftmer Reichstagsrede vom 30. Januar bei Besprechung des Verhaltens der deutschen Presse in der bulgarischen Frage

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasenstein undBogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und

Köln; G. L. Daube und Co. in Frankfurt a. M ,

Summa summarum "314252 525 M.

Diese Summe soll im Wege der Anleihe gedeckt werden, "bgeschen von den erwähnten nachträglich zu genehmigenden 15 6,4Jol?oo M^ Von dem Rest sind 156677931 M. pro 1887/88 in den Etat eingestellt, während 141926 942 M für spatere Jahre Vorbehalten sind.

Der fortdauernde Etat des Reichs wird daher im Be­harrungs-Zustande durch diese Vorlage belastet, wie folgt- a. Reichsheer (siehe oben) . . . 18 658 019 M b. Verzinsung der neuen Anleihe

von rund 300000000 circa 12000000 ..

30 658 019 M. __oder rund 31000000

Für die Monate Mai und Juni nehmen alle Post' anstalten, auf dem Lande auch die Landbriefbvten Be­stellungen auf die

Oberhessische Zeitung

mit ihren Gratisbeiblättern entgegen.

In Kirchhain nimmt unsere Agentur, Herr Buchbinder Rindt, sowie in hiesiger Stadt die Expedition (Markt 21) Bestellungen an.

In Kirchhain wie hier erhalten neu zugehende Abonnenten bis zum 1. Mai die Zeitung unentgeltlich.

Die Vorlage des Nachtrags-Etats.

Infolge Annahme der Septennats-Vorlage und der damit verbundenen Erhöhung der Friedenspräsenz-Stärke der Armee sind von den verbündeten Regierungen im Nachtrags-Etat noch folgende Ausgaben beabsichtigt und werden die erforderlichen Mittel vorn Reichstage gefordert:

I. Fortlaufender Etat.

298 604 823 Ml

Durch eigene Schuld.

Ein Original-Roman aus der Handelswelt von

" Friedrich Friedrich.

(Fortsetzung.)

Ich danke Ihnen, Herr Klenser,« sprach er endlich. .Sie denken vielleicht zu ed-l von mir und halten mich für 8 uneigennützig. Ich habe noch einen anderen Grund, weshalb ich Ihre Teilnahme an meinem Geschäft wünschte, "ver ich wage kaum, Ihnen diesen zu nennen, weil Sie mich leicht mißotrstehen können.

Gewiß nicht,« rief Kleuser lebhaft.

Sehen Sie,« erwiderte der Handelsherr,ich will Ihnen offen gestehen, daß es mich im Stillen bitter kränkt, daß Buchmann, dessen Geschäft noch ein junges und, ich kann wohl sagen, nicht fest gegründet ist, meiner alten Firma den Rang abläuft. Buchmann hat Glück in seinen Spe- kulationen, hat aber auch seine Zeit begriffen. Bleibt ihm das Glück nur noch kurze Zeit günstig, so hat er das Haus Damken überflügelt, und das hat er in einer Gesellschaft kürzlich ausgesprochen. Das kräntt mich, das rüttelt an Meiner eigenen Ehre, und wenn ich auch mit Buchmann äußerlich scheinbar befreundet bin, da ich häufig mit ihm zusammen komme, so gönne ich ihm doch diesen Triumph nicht. Nur dadurch, daß mein Geschäft nach denselben Handelsprinzipien, welche er befolgt, geführt wird, nur da­durch kann ich es ihm unmöglich machen, daß er mir zuvor- rommt. Ich kenne aber weiter niemand als Sie, dessen Kopf dem meines Rivalen gewachsen ist und der dessen Handelsprizipien so gründlich kennt. Ich weiß, daß Sie das von meiner Seite als Neid, als Mißgunst auffassen können; aber es gehört ein edlerer und stärkerer Charakter, als ich besitze, dazu, um mit Gleichmut anzusehen, daß ein so altes Haus, wie das meinige, von einem jungen Geschäft überflügelt wird.«

Nehmen Sie meinen Vorschlag an, Herr Damken,' rief er junge Kaufmann drängend, indem er ihm die Hand darreichte.Schon dieser eine Punkt hätte mich ganz für ®te gewinnen können. Sie wissen nicht, daß ich Buchmanu

später vorbehaltene Raten an Bauten u. s. w VJa außerordentlicher Etat . . Via später vorbehaltene Raten Tit. 121