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XXII. Jahrgang.

GrrMchr jcitinig

Durch eigene Schnitz.

Ein Original-Roman aus der Handelswelt von Friedrich Friedrich.

(Fortsetzung)

- 3 * bn Lindenallee, welche zu der Villa des Herrn Damken führte, ritten zwei Reitknechte langsam dahin. Beide trngen dieselbe Livree, etmn blauen mit blanken Knöpfe» besetzten Rock, weißlederne Reithose und hohe Kauonenstiefel Der eine mochte ungefähr 30 bis 32 Jahre zählen, während 2"Jahren um $ 1UB0cr ®ur,$e Don höchstens 19 oder

Die Pferde, welche sie rüten, verrieten durch ihren lanecn kleinen »opr und das elastische ihres Ganges die engltsche Voll- bluttche. Zaum und sattel waren einfach, und aus der schlichten, roten Satteldecke war nur der Buchstabe ,S« mit gelber Seide in die eine Ecke gesttckr.

. a?ei Modell war heiter und angenehm, und so weit das Auge reichte, blickte es nur auf das frische und üvviae Grün der Wiesen und kleiucu Gi holze, welche abwechselnd zu beiden Setten der Allee sich htnzogen.

Man begriff leicht, daß es die Aufgabe der beiden Reit, knechte war, die Pferde auszureiten, um ihnen Beweauna M verschaffen, aber die Anmut des Morgens ließ sie?hren Zweck balo verg.ssen und ihr eigenes Vergnügen in den Voidergrund trete». Es war eine Lust, tu den heitere« Sommermorgen hinauszurelten, und diese Lust genösse» Ke Beide, indem sie ihre Aufmerksamkeit von deu Pferden ab-

-ig-n-m Gefallen im langsamen Xiut dahin gehen ließe».

.Was hälft Du von dem Pferde, welches der Herr Astern gekauft hat?' fragte der Jüngere seinen Begletter.

Dieser schien gar keine Lust zu habeu, darauf zu ant­worten, denn er schwieg erst eine Z-,t lang, ehe er darauf antwortete: .Nichts halte ich davon, als daß 600 Louisdo'r geschehen weggeworfeu worden, wie es schon öfter

.Weggeworfeu?« wiederholte der Jüngere erstaunt. .Ich begreife Dich nicht. .Der Do» Juan ist das schönste Pfer^ das aus Euglaod heruberkam, uud etu Tier, wie ich es

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dem 1. April begonnene zweite Quartal der

Oberhessischen Zeitung mit ihren Beiblätter« baldigst erneuern zu wollen.

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Stange will ich ihn Hutt n, duß ihm ous Muul un m, unb_^ E ihm die Lust für immer vertreib.».« * .. älterer Begleiter warf einen veiächtltchen, mitlei.

auJ ihn. »Man hört es $)i; an, daß Du narb -E lange auf dem Pterde sitzest,« faJe er nicht ohne Ä spöttisches Lächeln. .Du wärest der E ste, der ein fBferh rf raI^n vermöchte, wenn es durchgeht.' Wir eine Ma»» sitzest Du dann auf seinem Rücken, » h

b.TO & tieie

ß ol>er be Schenkel, wenn sie einmal durchueh-n? Sie uhleu von beiden niwts. Wie auf einem Sägebocke sitzt IK « fte,f ma^cn ste den Rrck n, der Hals

" von Eile» gegossen wäre, denn er biegt sich nicht einen Zoll breit und eher könntest Du b.n ftäifften

3 mm zerreißen, ehe er nur einen Finger breit nararebt Ja wenn die Tsiie die Stange im Maul bebi. lt, n^ mi» m?t d ftKC<fen bie 3unfle darüber hinweg^und beißen

wit den Zahnen baiaut, duß sie fest sitzt als nb fi, llt"«i^ein"^M"ck" bte 9 na9 lt wäre. Der Mensch

dn$ter' wE etnmal nach

Der Jüngere wollte etwas erwidern. Beider fanl-tt wurde indeß m dies, m Aug. »blick auf eine!. R ttn famlhni. * 0eft /^kun Galopp die Allee hinab gesprengt kam,Jedoch noch zu entfernt war, um von ihmn erkannt zu werde!, hn» o '^Eoe ich ihn, rief der Jüngere, .es ist Herr von L hingen, er scheints eilig zu Haven.« y

»egi iter. $ftrb iU S*an6en iU retten,« ergänzte sein . Du, weshalb der so oft hierher kommt?« fragte

-3-h havs längst g m rkt, er hals aufs Frau, lein abgesehen. Wenn unser einer d.-ch auch so reim wäre

^"setzte der «eitere, mariisch über den Ge- bontn, baß er eS nicht war. .Aber ber wäre auch nur ein armer Bursche wie wir, wenn er nicht von ferner Dame

,^Ut st vziutausend Thaler geerot hätte. Ich "Ekannt, wo ich nicht mit .hm hätte tauschen Ä d'nn außer sein n Schulden harte er ebenso w nig i deißen, wie eine Kirchenmaus.« (Fortsetzung folgt.) *

Deutsches Reich

5. April. Der Kaiser nahm heute vor- mrtlags den Vortrag des Polizeipräsibenten Freiherrn v. Rrchthofen, mehrere militärische Meldungen und den Vortraa des Chefs des Militärkabinetts General v. Albedyll ent­gegen und machte nachmittags die erste Spazierfahrt seit semer letzten Erkrankung. Das Glückwunschschreiben des Prinz-Regenten von Bayern an den Kaiser Wilhelm hat folgenden Wortlaut:Durchlauchtigster, Großmächtiaster Kaiser und König, freundlich lieber Bruder und Vetter! Eure Kaiserliche unb Königliche Majestät begehen in diesen Tagen ein Fest, das in allen deutschen Gauen freudigst begrüßt wird. Hochdieselben blicken auf neunzig ^ahre eines Lebens zuruck, reich an ruhmvollen Er­innerungen und groß an mächtigen Thaten, wie es kaum Ik einem Herrscher beschieden war. Ich fühle Mich glücklich wahrend der Zeit ernster Entscheidungen Euerer Kaiser- ftchen und Königlichen Majestät als treuer Waffen- und Bundesgefahrte zur Seite gestanden zu sein. Mit den Gefühlen der innigsten Verehrung, von welchem Eure Majestät Mich für Hochdieselben beseelt wissen, spreche Ich bewegten Herzens Euerer Majestät zu der seltenen Feier in gegenwärtigen Zeilen Meine wärmsten und aufrichtigsten Gluck- und Segenswünsche aus. Möge der allmächtige Gott Euere Majestät ckuch fortan schützen und schinnen und Hochdeuselben noch auf lange Jahre die volle Frische der Kraft erhalten zum Wohle des ewigen Bundes an dessen spitze Euere Kaiserliche und Königliche Majestät im Vereine nut Deutschlands Fürsten unablässig bedacht sind den deutschen Landen die Segnungen des Friedens zu wahren und zu mehren. In dieser frohen Zuversicht er­neuere .zch den Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung und Freundschaft, womit Ich verbleibe - München, ben 19. Marz 1»87 - Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät freundwllliger Bruder und Vetter') (gez) Luitpold,

$amSSäree,.«totH f° »'4« Manu wie ber Herr und schlank gewachsen, ist lang,« fuhr er fort,hat einen schlanken Hals, unb eS steckt Raffe und 5*; d-m«-,. d-, st-h, mt» fdn,näw.i" S« hat sich ihn zu ben Hetzjagben gekauft "bie I» hbfem H-rbst «"gestellt werben sollen, uud ° dazu'paßt ?er Don Bei»"/ er vermag ein gut Stück Weg zwischen ferne wenn er ordentlich ausholt; er hat bie

« L?a"0e barna** - Weßhalb sollen ben» bte M einmal.-1 * ®e00en,Otfe,t fein? das erkläre mir Duft»? Etw"s von Pferden verständest, so würdest mßrrifd^ 6 * 8 0Ce^ ^a6en, »widerte aber der Andere

Äeltere fnhr fort: .Laß heute den Händler wieder­kommen, von dem der Herr bas Pferb gekauft bat nnb b ete es ihm wieber an - ich will br?i Jahre umsonst bjenen, wenn ber Mann heute einen Pfennig mehr al« 100 Louisb'or für das Tier bietet, für welches e? aeftZra 600 erhalten hat. Der weiß auch, was dahinter steckt unb ?a8 tz°be ich ans seinem beischmitztm fort0t"9 und das Geld in btt Tusch? fÄen°-te* Durchgänger ist eS, baranf kannst Du «ÄW, STWä S 7?ft hat, als ob er ein Sterngucker wäre? Ein Durch-

1I8' darauf verlaß Dich, wir werben eS ja s he» Ader bem Herrn geschieht es recht, weshalb kauft er Pferde ohne unser einen zu Rate zu ziehe». [ öe h?ü Recht,« erwiderte der Jüngere, .das Tier ttaat die Nase hoch, aber es mag zehnmal ein Durchgänger mxd) baDor nicht. Mit mir ist noch fein Pferd durchgegangen. Mag es der Don Juan einmal mit 3 ",'Ä-"Ls. -"?» I ® WI- fdn?. S a ??Enkeln zusammen drücken, daß kein Mund voll Lüft in feinen Lungen bleiben soll, nnb an der

onncrStag, 7. April 1887.

den schwerwiegenden Kommentar dazu zu liefern Ä'S T;,iU-6,T- b-6- w tp, rntb wa halten sie für wahr, die Regierung nicht ae- statten darf, baß ihre Vertreter mit sträflichem Leichtsinn vergessen, was sie ihrer Stellung schuldig sind Wir- ,d°« di- offiäiif,

8t? mi Nt -i«An,«« nu-S4wsfgm . ~ Zu>ischen Preußen und Waldeck wurde am 17 Juli Accesswnsverkrag abgeschlossen, und zwar aus 10 ^ahre, vom 1. Januar 1868 ab unb kündbar ^ahre 1876, widrigenfalls er als vom 1. Januar 1878 5^ auf wertere 10 Jahre verlängert angesehen werden sollte. Mit dem 1.Januar 1878 trat ein neuer Accessionsvertraa auf d e Dauer von 10 Jahren in Kraft. Da dieser Vettraa also mit dem Schluffe dieses Jahres ablaufen wird, so ist neuerdings zwischen Preußen und Waldeck, vorbehaltlich der Zustimmung der beiderseitigen Landesvertretunqen ein neuer Vertrag abgeschlossen worden, welcher die FortfÜh- JunL 'f( uon Preußen übernommenen inneren Verwaltuna £ Fürstentümer zum Gegenstand hat und bestimmt ist ken*eH.Crei^> aU^ .fernerhin eine Erleichterung der ihnen durch ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Reiche auferleaten Lasten zu verschaffen. Nach den beiden bisher aL schlossenen Verträgen hatte Preußen die gesamten Land?s- emnahmen der Fürstentümer zu beziehen und die sämt- lichen Landesausgaben, mit Ausschluß der Ausgaben für

^on,l,to,rtm tn seiner Eigenschaft als Oberkircheu- rU bC?rei en" Hinsichtlich der Beitragspflichttde» ^!?^^vwogens zu den Landesausgaben, sowie hin- sichtlich der dem Fürsten von Waldeck aus den Dominial- Emkunften zustehenden Einnahmen griffen nach dem letzten Accessionsvertrage vom 24. November 1877 die receß- maBtgen Vereinbarungen zwischen der Fürstlichen Reaie-

1Knbst}bcn fänden der Fürstentümer vom 16. Juli uud 15. November 1853 Platz, wonach zur Deckung fünften heä aus den Ein-

künften des Domininms 70000 Thaler jährlich ent- ?°rmt^nt .^rden sollen, bte nächsten 10000 Thaler 1-,®rtra8nMstdem Lande verbleiben und der Rest zwischen dem Fürsten und dem Lande zu gleichen Halsten zu te len ist. - So hatte die preußL

"= ,8u»uS ,u ttifawrn t ^anuar 1868 bis zum Jahre 1875 174000 M nro aÄloooV ^0000 M. und vom 1. Jannar.1878 av 301000 M. Da nun bte preußische Staatsreaieruna gegenüber den Ansprüchen der waldeckischen Landesver-

Anzeigen nimmt entgegen die Sxpedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaup von Haasensteiu unk Vogler in Frankfurt a. SW., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mvffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und

Köln; G. L. Daube und Co. in Frankfurt a. M.

Berlin, Hannover u. Paris'

Prinz von Bayern.« - Die feierliche Einsegnung ber Prinzessinnen Sophie und Margarethe erfolgte heute S &rhnfh1 -be,6 kronprinzlichen Palais durch

^u Dberhofpredtger Kogel unter Assistenz der Prediger Persius (Potsdam) und Pletschkow (Bornstedt) Außer ?erief5t(S {^lbrbem kronprinzlichen Paare wohnten der Prluzessinnen, alle anwesenden Mitglieder der königlichen Familie, Prinz und Prinzessin ältlfte Sohn" S^leswig-Holstein-Augustenburg und der mste Sohn des Herzogs von Edinburg bei. Der ^lt heute noch eine Sitzung ab, worin u. a.

Nnm?n°ch^ Evlwentwn zur Handelskonvention mit JUwanren, der Bericht der Vollzugskommission über den Zollanschlutz Hamburgs, der Gesetzentwurf wegen Abänderung SRr Gewerbeordnung zur Verhandlung kommen. Der Bundesrat überwies den Gesetzentwurf, betreffend die Ab- Ausffhüff-n"k- ^werbeordnung (Jnnungswesen), den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Justizwesen. -> ^soßau^f?er Ratifikationsurkunden zu ber am 3; Full 1886 zwischen dem deutschen Reiche und Serbien abgeschlossenen Uebereinkunft über den gegenseitigen Schutz ^wer llch-r Muster und Modelle fand hier gestern statt, ^^«p^ukunft tritt 10 Tage nach der Auswechslung der Ratlfikatwneii rn beiden Ländern in Kraft.

g[(f ".Epoca" vom 30. März entnimmt dieNordd. ber^flio^h lR'lteilung:Einer unserer Freunde,

^r. uut den Philippinen wohnt und sich zur Seit aus Gesundheitsrücksichten in Hongkong aufhält, schreibt uns daß man tn allen Kreisen der europäischen Bevölkerung fnanifrÄ1 ®tncnt Toaste spricht, ben ber dortige ^U 'chb Vertreter tn dem Hause des Herrn Blondin aus- gebracht hat. Der Redner hat es nicht oabei bewenden

Ä ö®s ®ebe^e« Frankreichs zu trinken, worauf Schranken müssen nm die guten Gesinnungen 9l»«hrf.rf^ter(lla-n6eS 9reöen öie benachbarte Republik zum 5U ?rln9cn' s""bern hingerissen von unbedachtem Enthusiasmus hat er hinzugefügt:Ich schließe, meine I Ste"/ lndem ich trinke auf das Glück Frankreichs und beT ®vfolg einer glänzenden Revanche." Unser Be- ncylerstatter fügt hinzu, daß der österreichisch-ungarische un? aÜe übrigen Gäste den Ausdruck ^"st«unens über diesen unerwarteten Ton nicht bertr?JfUCfen f0Iflten' ber so schlecht mit jener Vorsicht ES/'? Eme Stellung, wie die eines spanischen ?^lreters in China, verpflichtet. Herr v, Brandt, der ^ ^ /ertreter in China, der von dem Trinkspruch Kenntnis erhielt, wiro nicht verfthtt haben, den entsprechet