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Rr. 79.

Marburg, Somitag, 3. April 1887.

xxn. JahiMg.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal- Abonnements-Preis bei der Expedition 2>/t Mk.. bei ta) Postämter 2 Mk. 5'1 Pfg. (excl. Bestellgeld). Jnsertiousgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg , Rellamen für die Zeile 25 Pfg.

ö!itr!itf|ifd)e M»W.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M, Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfuet a. M., Berlin,München und Köln; G. L. Daube und Eo. in Frankfurt a. M. Berlin, Hannover u. Paris

Wöchentliche Beilagen: Kreis - Blatt f.L. Kreise Marburg «.Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.

Erstes Blatt.

Landwirtschaftliches.

Zur Pflege der Saaten.

Mancher Landwirt dürste, wenn er stch seine Saaten genau ansichl, in diesem Frühjahr die Beobachtung machen, daß dieselben etwas ausgewimert sind. Diese Erscheinung beruht auf den Raumveränderungen, welche die Bodeumasse beim Wechsel von Wärme und Kälte erleidet, und werden hier der die jungen Gctretdepflanzchen nach und nach aus dem Boden gezogen, so daß sie schließlich ohne schützende Erbbedeckuug den rauhen Fruhjahrswtnden vollends zum Opfer fallen. Naturgemäß wintert die Saat um so mehr aus, je häufiger und schoffer solche Temperaturwechsel staUfinden uno je nässer der betreffende Boden ist, weil dann noch die Raumveränderung des gefrierenden Wassers hiozukommt. Nicht dringend genug kann hier empfohlen werden, solche Felder im zeitigen Frühjahr mit einer kräftig wirkenden Walze, z. B. einer Rtngelwalze zu behandeln, wodurch die ausgezogenen Pflänzchen wieder an den Boden angedrückl werden. Es wird diese Behandlung insbesondere dann sehr wirksam sein, wenn infolge einer etwas rauhen Oderflächenbestcllung des betreffenden Feldes im Herbst die nun durch den Frost mürve gemachten und deshalb durch die Walze leicht zu zerdrückenden Schollen lockeres Material geben zu einer ausgiebigeren Erdbedeckung der ausgewmterteu Pflänzchen. Im vorgerückten Frühjahre, mst den ersten .wärmeren Niederschlägen wird stch sodann als weitere Nachhilfe für solche Saaten empfehlen, sie mst */* bis Vi Zentner Chtlisalperer pro Morgen zu überstreuen, welcher im Interesse einer recht gleichmäßigen Beitetlung mst dem doppelten Quantum lockerer Erde vorher sorgfältg zu mengen ist.

Beschaffenheit der Saattartoffel«.

1. Die Saarkartosfeln sollen abgetrocknet oder abgewelkt fein. Bei günstigem Pflanzwetter treiben gut abgewelkte Kartoffeln viel schneller, als solche, die direkt aus den feuchten Kellern oder Mieten gepflanzt werden; bei trockenkaller Witterung halten sie mit dem Austreiben zurück, holen aber die ungewelkten dann bald im Wachstum ein und geben schließlich größere Ernten. Versuche ergaben bei abgewelkten Saatknollen einen Mehr­ertrag von 10 bis 20 Prozent gegenüber uuabgewelkten; auch zeigten stch erstere widerstandsfähiger gegen die Fäule, als letztere.

2. Die Saatkartoffeln dürfen nicht aus' oder abgekeimt fein. Um das Auskeimen möglichst zu verhüten, bringt man die Saatkartoffeln im Frühjahre so bald als möglich in lichte, luftige, trockene, nicht zu warme Räume.

3. Als Saatgut sollen gesunde, mittel­große, ganze Kartoffel» mit nicht zu vielKeim- augeu verwendet werden. Alle Versuche und Er­fahrungen haben dargethan, daß zur Erzielung des größten Reinertrages eine gewisse Grenze in der Größe der Knollen nicht überschritten werden darf, weil sonst der erzielte Mehrertrag nicht mehr den Mehraufwand an Saatgut -ersetzt. Zu große Knollen zur Saat zu verwenden, ist SamenverschWendung. Zu kleine, etwa wallnußgroße Kar­toffeln, auszulegen, ist aber ganz verkehrt, denn solche Haven verhältnismäßig zu viele und daher schwache Keim­linge und als Mutterknollen zu wenig Nährstoffe. Sie geben schwächliche und wenig widerstandsfähige Pflänzchen, welche eine schlechte Ernte liefern. Mittelgroße Saalknoll-n von etwa 6-7 Loth Schwere, geben die höchsten Erträge.

Alle Versuch- und E.fahrungen haben bewiesen, daß ganze Knollen gegenüber Stücken, bei gleichem Gewichte, die stchersteu und höchsten Ernten abw-rfen. Man sortiere sich da:,er, am besten schon gleich bei der Ernte, ein aus­reichendes Quantum mittlerer Samenknollen heraus. Läßt sich jedoch das Schneiden aus besonderen Gründen nicht vermeiden, so zerschneidet man entweder die Knolle» der Quere nach und verwendet nur die Kronenhälften zur Aussaat und die Nabelstücke in der Wirtschaft; oder man teilt die Kartoffeln der Länge nach, damit die Kronen- uud die Nabelaugen auf beide Hälften gleichmäßig verteilt werden. Eine zu große Anzahl von Augen am Sämling hat zwar eine reichlicher? Kraut- und Wurzelentwickelung, geringeren Knollenansatz, meist aber weniger und kleine Kartoffeln zur Folge. In dieser Hinsicht ist daran zu er­innern, daß bei vieläugigen Sorten durch Ausstichen der schwächeren Seitenaugen die Zahl der Augen vorteilhaft vermindert werden kann.

Oluf Grund d's 8 8 der Statuten der städtischen Sparkasse und Leih­bank vom 18. Dezemver 1858 uno mit Zustimmung des Stadtrathes und reg Gemeinde - Ausschußes haben wir den Zinsfuß für die in der stä tischen Sprr- kaße gemachten Einlagen vom 1. Mai d I. ab auf drei Prozent festgesetzt.

Marburg, am 26. März 1887-

Die Sparkasieu-Direkiiou: Schüler. H. Keßler. Bücking. 1838J Bopp.

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Die Anlieferung der Lhausst- ruugsmalerialiru ca. 2470 cbm Pack uns Decklagesteine zum Neubau des Landweges von Frankenberg nach GsiSmar, sowie die EhausstruugS- arbeileu auf der 2399 m langen Bausw cke sollen in öffentlicher Sub­mission vergeben werden.

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April bezogen werden können. Frankenberg, 28. März 1887.

Der Laubesbauiuspektor: 1850] D. Herrmann Fischerei-Club?

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Ziehung: 27. «PrU 1887.

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