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«r. 76.

Marburg, Donnerstag, 31. März 1887.

XXII. J-Hrgm,.

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- Illustriertes Sonntagsblatt.

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Deutsches Reich

29. März. In der heutigen Sitzung des Land­

wirtschaftsrates begrüßte Minister Lucius die Versammelten namens der Regierung. Der auf der Landwirtschaft lastende Druck sei leider noch nicht gewichen, das Ende der Krisis noch immer nicht absehbar. Der Krisis ein Ende zu bereiten, sei die stetige ernste Sorge der verbündeten Regierungen. Unter der gemeinsamen Arbeit der Regierung und der Landwirtschaft werde auch wieder ein Prosperieren des Grundbesitzes zu ermöglichen sein.

DieSt. Petcrsb. Ztg." schreibt zum 22. März: Der heutige 10. (22.) Mich, Kaiser Wilhelms 90. Ge- burtötag, ist ein Freudentag für das ganze deutsche Volk. Zn Deutschland , das geeint und stark nach Innen und Außen, die seit Jahrhunderten ersehnte Erfüllung seines Strebens erlebt, schlagen Millionen von Herzen in heißer Liebe, Verehrung und Dankbarkeit dem Vater des Vater­landes entgegen, der heute in voller Geistesfrische durch Gottes Gnade ein Aller erreicht, wie es nur wenigen Sterblichen beschieden ist. Aber nicht nur in Deutschland ®*"tn dieses großartige deutsche Familienfest begangen. Ueberall, wo Deutsche in friedlichem Wetteifer an der Kulturarbeit fremder Nationen teilnehmen, und das dürste so ziemlich auf dem ganzen, weiten Erdenrund der Fall sein, jubeln sie heute dem greifen Kaiser zu, der dem deut­schen Namen in aller Welt wieder Achtung verschafft, ihn stark und klangvoll gemacht. Wohl noch tiefer, als die Sohne Deutschlands, die auf heimischem Boden sich leicht an einander stoßen und reiben und in kleinlichem Partei- haoer der großen Güter vergeben, die ihnen Kaiser Wilhelm geschenkt, mögen gerade jene Deutschen, die das Schicksal oder ihr Wille auf fremden Boden verschlagen, den Segen und Nutzen der großen Einigungsthat ihres allverehrten Kaisers empfinden. Wir sind vollauf im Stande, die Gefühle und Empfindungen zu begreifen und zu würdigen, urtt denen unsere deutsche Kolonie in St. Petersburg in dreifacher Feier den Ehrentag Kaiser Wühelms begeht, einig und innerlich zusammengeschloffen durch die tiefe Dankbarkeit- und Liebe zu ihrem ehrwürdigen Monarchen. Wir können diese Verehrung um so besser verstehen, weil ja dieses seltene Leben, das jetzt neunzig Jahre gewährt hat, nicht nur für sein eigenes Volk von Wert und Be­deutung und hohem Segen gewesen ist und noch heute ist, sondern für alle Völker unseres Weltteils. Wenn auch Kaiser Wilhelm in erster Linie fein eigen Volk im Auge gehabt, indem er alle Zeit mit dem ganzen Mut seines Berufes, mit voller Einsetzung seiner Person seine Herr- fcherpfiicht gethan und dadurch schönere und herrlichere Erfolge erzielt hat, als alle deutschen Herrscher vor ihm, so gestaltet sich doch der heutige Festtag zu einem internationalen Freudentag, «eil alle Völker unseres Weltteils Teil haben an dem reichen Segen, der von dieser einzigartigen Persönlichkeit ausstrahlt. Mögen die Deutschen den Einiger Deutschlands, den siegreichen Kriegsheros, den weisen und liebevollen Monarchen feiern, der ihnen in jeder Hinsicht Muster und Vorbild fein kann. 2)ie übrigen Völker Haden das Recht auch ihrerseits den -Ehrentag Kaiser Wilhelms festlich zu begehen, ihn in Wort und That zu feiern; denn auch ans sie strahlt Segen aus dem Wirken dieses guten, milden, weifen Herrschers. Ist | "tod) Kaiser Wilhelm der Hort des Friedens Europas und auch die Volksgenoffen anderer Staaten können und werden flch heute mit den Deutschen im Gebet einen, daß Gott der Allmächtige dieses Leben, das nun 90 Jahre erreicht M aber noch nicht ausgelebt ist, noch fortfährt Großes und Schönes zu wirken und zu leisten, noch lange er­hallen möge. Ja, beispiellos, wie die Lebensdauer Kaiser Wilhelms, den'Alle lieben und ehren, auch die Gegner seines Volkes, so beispiellos ist auch das Fazit seines Wirkens und Schaffens. Gott erhalte ihn noch lange, ihn, die Freude und den Stolz unseres Zeitalters, den treuen Freund Rußlands, den nahen Verwandten unseres «erhabenen Kaiserhauses. DasJournal de St. Peters- So urg" begrüßt heute den Kaiser Wilhelm zu seinem Ge- bu rtsfeft mit den wärmsten Worten tiefempfundener Sym­pal hie. Die russische Presse, die der Person Kaiser Wil- heln is stets Gerechtigkeit hat widerfahren taffen, schließt sich, wie aus den Referaten zu ersehen, durchaus nicht aus von dem gigantischen Chore der Glückwünschenden, den heute des Kaiser Wilhelms ehrwürdige Gestalt umgiebt.

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