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«r. 71.

Marburg, Freitag, 25. März 1887.

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. *i Nachtrag zu unserem Beritt in Nr. 69 über die Feier •".’f1, Oberen Töchterschule teilen wir dieses Gedicht mit. 2*^S zu diesem Zwecke der Lehrer der Schule Herr Dr, * gedichtet hatte, und das von der Schülerin Cmmb

• »»ft« ganz vorzüglich »orgetragen wurde:

Uno Mars Dann y Ueu saiet.1 tu £> Ul,Llanos Guu'll. Deutschlands Apostel ruht in Hessens Erde. e>$on viele Kaiser hat dies Land beherbergt, An manche lebt Erinnerung bis heute: Hier schlummert nach der Sage Karl im Berge, H er sagte tu den Wäldern Kaiser Rotbart, Hilf' und Treue, Als alle fast im Reiche ihn v-rließen.

Zwei Kaiser hat auch unser Lind geboren: erst » Konrad, bann Adolf von Nassau.

Und Marburgs Stolz, die schöne Kirche drunten, Hat Staufens zweiter Friedrich selbst geweiht. Die alte Reichssta t, groß und reich und prächtig, 9' Wo D'Mschland seine Kaiser kor und krönte, 9 G-hort ja auch zu unsres Landes Städte» Seit Wilhelms staiker Hand ihr Stolz sich beugte. Wie froh sind wir, daß unsre schöne Heimat 9 Auch Deinem Herzen teuer stets gewesen: Hi?5„ ist der Quell, wo Du zu Deutschlands Heil Alljährlich neue Lcbensfrische findest; Mügst vielmals Du dahin noch wiederkehren Zur Slärkunq für manch neues Lebensjahr. Und unser Land trägt auch das schönste Denkmal, Aus festem Er; auf ew'ge Zett gegründet, »u Deutschlands schönstem Strom, auf stolzer Höhe, Die weit ins rebenretche Rhetngau schaut; Das tlinset laut, in ehr'ner Schrift gegraben. Daß Kaiser Wtlvelm selbst ihm gab die Weihe Jnmstten seines Volks und seiner Fmsteu Und seiner größten, steggek.önten Helden.

Willkommen denn bei uns, Du Stolz der Deutschen, Heil Dir, dem weisen Herrscher, großen Krieger, Der Hohenzollern Erstem tu der R ihr l4,enn?aifern' b,e ln f-rnst-r Zukunft A" Dtr, dem Ahnherrn, edles Vorbild haben. Gott wöge Deinen Stamm uns stets bewahren, ^utschlands Thron für immerdar er ziere!

Zvr Schwester» aber, d,e ihr hier versammelt Mit nusrer Mutter, Deutschlands Herrn zu ehren.

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??* ^u i ^066), genießt, wie man aus Darmstadt chrelbt, wegen der hohen Anmut ihrer Erscheinung ib«s Ubbbnswürdlgen, einfachen und gewinnenden Wesens in ihrer Heimat eine ganz besonderer Beliebtheit, Ihre Er- ziehung, die auf den von ihrer hochgesinnten beretointen ?^^itcr aufgestellten Grundsätzen beruht, ist eine äußerst sorgfältige gewesen. Die zwei älteren Schwestern der Drin»

• nb «Ehlt und zwar die Prinzessin Viktoria nrf ^"dwig von Battenberg und die Prinzessin

Elisabeth mit Großfürst von Rußland. Prinz Heinrich Deuten ÄT ift längst ein Liebling dis Deutschen Volkes geworden; um so einmütiger wird sich die Teilnahme desselben an der Erfüllung seines Herzens- wunsches gestalten. Möchte Gott mit der Fülle seiner Gnadenhand über dem Bunde walten, dessen erstes Band sich unter einem so glücklichen Sterne geschlossen hat!

Glückwunsch Hessen-Rassans an Kaiser Wilhelm.* *)

Zuletzt von allen nah uncy ich Dir, Kaiser, Des treuen Heffenvolkes Führerin Und all des Volkes, das am schönen Lahutzrom »no von dem Maine bis zur Steg hin woduet. Sieh, Hessen-Rassan jubelt Dir entgegen. Bringt seinem Kaiser inn'gen Glückwunsch dar.

Schwestern, die ihr hent ans weiter Ferne Aus allen Preußenlandern hier euch fandet, mir gegrüßt als Hessenlandes Gäste Mit unsrer Mmter, Frau Germania. Die andren ober, die daheim geblieben In Landern nord- und südwäits von dem Maiue, . In Baiern, Schwaben, Franken und im Elsaß, Und wo noch sonst bte deutsche Sprache klingt Eie haben mich zur Sprecherin erkoren. Dir, Kaiser, ihren Feflesgruß zu bringen. In Deutschlands Herzen heiß ich Dich willkommen. Bin ich der Volker Preußens auch das jüngste Au festem, treuem Sinne weich' ich keinem. ' Wo fände wohl tu Deutschlands weiten Gaue« Volk sich von so echter, dentscher Art darnm auch von echter deutscher Treue, dieses Volk, das von der Werra Ufern Unb wo die Fulda, Schwalm und Eder fließt, ”,s zu der Lahn gesegneten Gefilden regem Fleiß die berg’gen Fluren baut Welch deutsches Volk bewahrt so reiche Schätze Der Volks-Ertuuerung aus frühster Zeit, Da Deutschlands Ruhm zuerst die W lt erfüllte, Dies Volk hat einst der Römermacht getrotzt, Des CyrifteuglaubeuS Licht ward hier entzündet

Wir ersuchen, die Post^Bestelluugen für das mit dem 1. April beginnende zweite Quartal der

Oberhessischen Zeitung mit ihren Beiblättern

baldigst erneuern zu wollen.

, 8är Kirchhain nimmt unsere Agentur, Herr Buchbinder Rindt, Bestellungen entgegen und beträgt der Abonne­mentspreis daselbst frei ins Haus geliefert Mk. 2.60.

Bestellungen für hiesige Stadt nehmen unsere Zeitungs­träger sowie die Expedition entgegen.

Mit dem Beginn des neuen Quartals bringt das Feuilleton unseres Blattes den hochinteresianten Roman

Durch eigne Schuld.

Spannende Handlung, sittenreine Tendenz, schöne Sprache hefergreifcnbe Darstellung sind die Hauplvorzüge dieses Familienromans int w üsten Sinne des Wortes aus der Feder des genialen Schriftstellers

Friedrich

Rur rechtzeitige Bestellung sichert vollständige Exemplare.

Deutsches »eich.

Berlin, 23 März. Der Kaiser' nahm heute vor- mittags mehrere kurze Vorträge entgegen, arbeitete später mit dem Geheimen Kabinetsrat von Wilmowski und machte darauf seiner Schwester, der Großherzogin von Mecklen- .Von Sachsen, der Königin von Rumänien, der Großherzogin von wachsen, der Großfürstin Wladimir und der Fürstin Wied Besuche. Um 5 Uhr findet Familiendiner im kaiserlichen Palais statt, woran alle noch anwesenden Fürstlichkeiten teilnehmen. Abends gedenkt der Kaiser die Oper zu besuchen. Kronprinz Rudolf von Oesterreich und mehrere deutsche Fürsten sind heute vormittags wieder abgereist. - Der Kaiser verlieh dem Botschafter Prinzen Reuß (Wien) den Schwarzen Adlerorden. — Prinz Wilhelm stattete heute dem Reichs- knnzler einen längeren Besuch ab. - Der „Reichsanzeiqer" veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, worin derselbe für die ttefempftindene Teilnahme des Volkes an seinem Ge- vurtstage, für die so zahlreich ihm erwiesenen liebevollen Aufmerksamkeiten seinen innigsten Dank ausspricht. So- S "I" ^ühester Jugend habe Ich die

Monarchie Mernes tiefgebeugten Vaters in einer vechäna- msvollen Heimsuchung gesehen. Ich habe aber auch Die »nge^ntte Treue und Opferfteudigkeil, die ungebrochene

Kraft und den unverzagten Mut des Volkes in den Tagen semer Erhebung und Befreiung kennen gelernt. Jetzt in Meinem Alter blicke Ich nach so manchen Wechselfällen Meines Lebens mft Stolz und Beftiedigung auf die großen Wandlungen, welche die ruhmvolle Vergangenheit wie die lungste Zett als unvergängliches Zeugnis deutscher Einig- £ s r Vaterlandsliebe in Deutschland ge.

f u e? -£betL Möge unserm teuren Vaterlande die lang ersehnte Errungenschaft, wie Ich es zuversichtlich hoffe, in ^storter segensreicher Friedensarbeit zu stets wachsender Wohlfahrt aller Klaffen der Nation gereichen!" — Bei

Diner bei dem Reichskanzler, woran die Botschafter und Gesandten der fremden Mächte und die vortragenden Räte des Auswärtigen Amtes teilnahmen, Mtierte der italienische Botschafter auf den Kaiser, der Reichskanzler aus die fremden Souveräne und Staatsober­häupter, der österreichische Botschafter auf den Reichskanzler.

^n dem Strudel des rauschenden Festtages ist die Verlobung des Prinzen Heinrich für die weiteren Kreise N. Mutlos vorubergegangen, und doch ist sie eine der fünften Zierden desselben gewesen. Die innige Familim-

n H°henzollern Wang in ihr ihr segensvolles Band um Großvater und Enkel, um das Greisenalter und die blühende, hoffnungsfrohe Jugend, und verschmolz beider ^"feiern zu der einen gemeinsamen, lieber den Vor- gang felbft wird berichtet: Der Kaiser trat an der Seite °us dem Audienzzimmer in den Kreis der W«ten, bie fich im Balkonsaal versammelt hattest, und nahm die Glückwünsche jedes einzelnen entgegen, jedem ^ oamentlich dem Könige und dem Großherzoglichen Paare von wachsen in bewegten Worten seinen Dank auS- fJ™'s ä Äa^et trU0 dieser Gelegenheit die Uni­form des ersten Garderegiments zu Fuß. Kronprinz

S-fterrd?' ber P"nz von Wales, der Kron?

Lr$on Dänemark waren in den Uniformen ihrer SB"tSeßl-Tnk-r ^schienen. Dann traten sämtliche Fürstlichkeiten naher in den Salon der Kaiserin, und hier verkündete der Kaiser die Verlobung seines Enkels, S. K.

^ .PrmzeiwHeinrich von Preußen mit I. Großh. H. an ?r'^bssin ^rene von Hessen. Die Prinzessin stand an der «Sette ihres erlauchten Vaters, des Großherzogs.

bas neue Brautpaar die Glückwünsche sämt- ltcher Fürstlichkeiten entgegen. — Der „Reichsanzeiger" gat inzwischen bte amtliche Verlobungs-Anzeige gebracht.

i” ?one von Hessen ist die dritte Tochter des IV" bon Hessen und feiner verstor- benen Gemahlin Alice, der Schwester unserer Kronprinzessin. Das neu geknüpfte Band ist ein echter und rechter Herzeus-

Osterglocke«.

(Fortsetzung statt Schluß.)

wechselten sie freilich kaum noch einen flüchtigen ^Fall^ e “anbcr l°he», und das war s-ltln genug Sh?rh"nrÄ schüttelte ein quälender Husten.

„Sbertiarb, ich habe eine große Bitte an Sie!" begann er. »Sprechen Sie, Herr Willman»," antwortete der Meister »und wenn es in meiner Kraft liegt__• '

»©o hören Sie denn. Ich brauche es ^ibnen ta «i*. ^.verschweigen, mein Geschäft hat durch bie unaünfÄ MnÄit T ausS Schwerste gelitten, bie Verluste wuchsen ffinn^a0eq>^a0e’ 2Smmer habe ich mich aber noch halten wnnen. Doch nun droht das Schlimmste. Ein Ncwvorker steht^vör zusammengearvettet,

fleyl vor dem Bankerott. Jp habe an dasselbe große For!

/^balte ich kein Gelb ober keine Deckung, so bin befitzt nun eine ansehnliche

M h sse mir abtreten, unb labet mich

K^n s^devollmächtigten zu senben. Ich will meinen Sohn schicken, aber ber ist kein Fachmann, was versteht er davon? Und beshalb möchte ich Sie bitten, Jhien Fnk "einen Felix begleiten zu lassen. Ich weiß eS, von «Ihnen unb Autoritäten, er ist ein ausgezeichneter Techniker ae» toorben, unb ich kann mich auf fein Urt il verlassen Unb darum sagen Sie ja, Eberharb, sagen Sie ja Sie' feh»» was bavon abhängt l- U öie ®tc sehen,

»3n Gottes Namen benn, Herr Banauier I" rief Meister, »mag mein Junge auch bräben sein ßeil Jnnmr V-Nuchen. Wie ich ihn kenne, wird er ia fSen K B diese Begleitung gefallen lassen?"

Willmaun lächelte bflfter vor fich hin:

Erscheint täglich außer au Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal- NbonnementS-Preis bei der Expedition 2</4 Mk.. bei den Postämter 2 Mk. 50 ?fg- (excl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die «spaltkne Zeile 10 Pfg, Sefiomen für die Zeile 25 Pfg.

Hessen-Nassau.

. M^bUkg, 24. März. An der gestern nachmittaa E ^vthaussaale stattgehabten Sitzung des städtischen Aus- schusfts beteiligten sich folgende Herren: Bücking, W. Braun

D--», ©kirn, Hch-, Hosmr, Hild,b«") Keppler, Fr. Muller, L. Müller, L. Matthäi

S^ulz, Spörhase, Westerkamp,' sowie Herr Oberbürgermeister Schüler. Zu 1 der TaaeS- »9 kCrt ^te-der Ausschuß mit dem Ankauf eines Stuckes des Walsenhaus-Gartens in der Schwanallee ein- v-rstanden Dasselbe bildet die Ecke der Schwan- und Ockershausers-Allee und soll dazu dienen, den an- dieser »VM» Wilhelmsplatz zu vergrößern. Tha? sachlich ist das Grundstück bereits von der Stadt in Besitz ff °usg°sMt worden, sodaß nur die nachttS Xä-Ft!9 ^ubrigte. - Hiernach wurden die Kaffenabschluffe pro Februar ber Kämmereikasse und der Utb ^lhbank dem Ausschüsse unterbreitet. — ; • Beratungsgegenltand behandelte „die Einfriedigung UN8 ben Ausbau der Spielplätze der Knaben-, Mädchen? unb höheren Tochterschule." Rach längerer Diskussion würbe hierzu beschlossen, bie in Rebe stehenben Spielplätze S riSF-'S "ufzufüllen unb benutzbar zu machen! £Ltb -3U9 ‘ft Ä0ften ^nd auf 6100 Mark ve?an-

L°rner soll die nach ber Universitätsstraße zu ge- nchtete Seite der Töchterschule von ersterer burch eine §°Eelmauer Mit Ersengelanber abgesperrt unb der Spiel- ptaft ber Knabenburgerschule von bemjenigen der Töchter- °‘7,«^^ter hohe massiveMauer gettmnt werden. Der Abschluß nach der Wilhelmstraße hin soll

Uno alle ihr, oie aus vem H ssenlande A" "ir hierher geeilt, und auch die andern, Die deutsches Blut in ihren Adern führen, Jitmmt mit mir ein unb singt aus freier,'gern Herzen- §eil, flaifer. Dir; Heil Dir im Siegerkranz.

____ ^vlgt das Lied: Heil Dir im Siegerkranz.)

XXII. Jahrgang.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstei« undVozler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt ♦ a- M., Berlin München und

Köln; G- L. Daube und Co. in Frankfurt a. M., ______Berlin, Hannover u. Paris