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Sir. SS.

Marburg, Sonntag, 6. März 1887.

xxn. Jahrgang.

GerMlhe Jeitung

Wöchentliche Beilagen: Arris-Blatt f.d. Kreise Marburg u. Kirchhain.

_______ B ___________ _____ Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. gug. Loch.

Illustriertes Sonntagsblatt.

auf ßanc lot« Gesicht. Alles vermochte sie nicht in ihrem Vorhaben schwankend zu machen.

besitzen, um diesen Preis hatte sie ibre frnnh mit Verbrechen befleckt. Und jetzt sollte sie das schwer Er« ^,t!9C"ea "eder auf geben, jetzt, wo für sie die Vergangen« Öeit ausgeloscht war und dafür das Ziel all ihrer Be, Neiw"niemals! " 3nfunft frohlockend cntgegenleuchtete? st, bfn -rw-rt-N

Und die Zeit verflog nnd heranrückte der verhänanis, s °?e Tag. Und höher undhöher wuchs der Triumphs deS schönen, verbrecherischen Weibes, dem Lancelot zum Opfer gefallen war, Lancelot, der Verlobte der schönen Lilv La­wrence, dessen Treue Alle für so echt wie Gold aebalten hatten und der die liebliche Braut, ehe ein Jahr verflossen 3HOfinfen8C e um einer onbercn besiegt zu Füßen

?i-s Gerede der Welt? Nur noch r sÄb *,6r »»>«?

30. Kapitel. Eine nichtswürdige Ankündigung.

Langsam und traurig kamen und gingen die Tage für ^e ?r"ie Lily Lawrence, welche, eine Gefangene in Dr. FSÄÄ 3n|iral»-

Jein weiteres Wesen. Beide behandelten sie wie eine GeisteS- @ttlärungena4|tet ^rer widerlegenden Versicherungen und rnff,?0<Vu ibLber Himmel zu Teil werde«

IT,« 8®ei Monaten schon war ihr der so sehr ver. haßte Anblick Harold Colville's und Dr. Pratt's erspart geblieben. 1

Ach, sie ahnte nicht, daß nur der Umstand, daß die Menden sich nicht mehr sicher fühlten, dieselben daran ver­hinderte, sie in ihrer Gefangenschaft aufzusuchen.

(Fortsetzung folgt.) -

Vormittag ihre Arbeiten wieder aufgenommen und hofft bie erste Lesung mit dem Anfang der nächsten Woche zu beendrgen. Die Anträge des Bischofs Dr. Kopp fanden- aus der Kommission heraus, ebenso auch seitens der Der-- treter der Staatsregierung Widerspruch. Von Slick- Mkn ftub letzt 50 bekannt; danach sind 7 Konservative, 3 Anhänger der Rerchspartei, 11 Nationalliberale 5 aen« tlumsmanner 16 Deutschfreisinnige, 5 Sozialisten und 2 I^lfen gewählt. In den Stichwahlen sind weiter als Relchstagsabgeordnete gewählt in Kronbach v. Gaqern (Zentrum), in Neuhaldensleben Dr. Parey (nationalliberal) '"Thorn Dommes. Sarnau (nationalliberal), in Norder- dithmarschen Thomson (deutschfreisinnig.) Der-Etat ist im Reichstage bereits zur Verteilung gelangt. Er ist bis auf eine kleme Veränderung von zwei Posten unverändert m Ausgaben und Einnahmen mit

Mk' SS a\- $te ba"ernben Ausgaben betragen MIL 627345 955, die einmaligen Mk. 119536691 ferner finb bereits eingegangen die Gesetzentwürfe, betr. k f^;nÄaOeri^erun9 ber Seeleute und der bei Bauten beschäftigten Arbeiter, deren Inhalt ebenfalls schon früher rnitgeteilt worden ist, das Militärgesetz, das unverändert geblieben ist ermge Rechnungsvorlagen aus ber vorigen

BmA des Reichsversicherungsamts für 1886, bte der Rechnungsergebnisse ber Berufs-

MenfWm und ein Gesetzentwurf betreffend einige auf die 11) arme bezüglichen Abänderungen und Erganz- ungen bezüglich Pensionen und Besoldungen. Das An- lelhegesetz, welches heute zur Verteilung gekommen ist, ist Ebenfalls unverändert. Die Anleihe beläuft sich auf Mk. 4b 116485, davon sollen verwendet werden für die Ver­waltung des Reichsheeres Mk. 30794905, für die Marine-

OOO^f*7 3h'7 770 bie Eisenbahn» rwaltung ^0- 000, für die vorläufige Deckung ber aus dem ^MSQ?ntUn38~a^nbS entnommenen Vorschüsse Mark ^ammtliche Depeschen, die hiesigen Zeitungen aus Wien, Bukarest und Sofia zugehen, stimmen darin überein, daß die Aufstände in Bulgarien auf der ganzen &me ate beenbigt angesehen werben können. 3 . 4- März. Die zweite Kammer genehmiate

einstimmig den Ankauf ber Bahnstrecke Dresden-Elsterwerda. Dr Ter erste Bürgermeister

Dr^ Klrchenpauer ist in vergangener Nacht infolge eines ?eb!»ar"iÄi« gestorben Derselbe war geboren am 22.

1808 ju Hamburg, evang.-lulher., besuchte Pri- 'n St. Petersburg, bas Gymnasium in Dorpat imb bte Universitäten Dorpat unb Heidelberg, praktizierte tn Hamburg von 183240 als Advokat, war Redakteur

Anzeigen nimmt entgage, bie Expedition d Blatte-, sowie d.Annoncen-Bmeanx von Haasensteiu undVogler in Franlfurt a. M., Gaffet, Magdeburg und Wien» Rudolf Masse in Franlsint: a. M., Berlin München und

Köln; G- L. Daube unb Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover u. Paris.

Kundgebung von solcher Feierlichkeit kann begreiflicherweise keine kriegerischen Accente anschlagen, wenn nicht der Krieg unmittelbar bevorsteht Soweit sind wir, Gott sei Dank, noch nicht, und daß wir nicht so meit kommen, soll eben bte möglichst rasche und einmütige Annahme der Militär- Vorlage bewirken helfen. In die Hand des neuen Reichs­tages ist es nunmehr gegeben, an seinem Teil der das beste des Volkes erstrebenden Politik des Kaisers stützend und fördernd zur Seite zu stehen und ohne Verzug feine Emwilliguirg zu den Regierungsvorschlägen zu erteilen, welche durch den Ernst der Lage bedingt und begründet sind. Wenn ber Reichstag seine Aufgabe in biesem Sinne erfaßt und löst, so wirb er sich um Kaiser unb Reich wohl verdient machen. Anbere Bürgschaften für die Wahrung des Friebens, als bie einmütige Unterstützung ber Politik des Kaisers durch den Reichstag, führt die Thronrede wenigstens nicht auf. Ehre und Pflicht ge> üieten daher der Volksvertretung, das Ihrige zu thun, damit wenigstens diese Bürgschaften voll und unverkürzt zur Geltung gelangen können. Erweist sich auch dies feste Zufammenstehen der Volksvertretung mit der Regierung al« unzulänglich, die äußeren Feinde unserer natio­nalen Existenz in Schranken zu halten, so dürfen >lr bcn kommenden Ereignissen doch wenigstens in dem Bewußtsem entgegen gehen, daß Deutschland keine Schuld trifft, wenn es zum äußersten kommen sollte.* Unter dem Vorsitz des kommandierenden Generals von Treskow wird in den nächsten Tagen hier eine Kommission zufammentreten, welche die neue Felddienstübung für die preußischen Truppen enbgültig feststellen wirb. Aus ben Reichslanben gehl berKr.-Zlg." noch bte Nachricht ju, baß bie französischen Rüstungen ununterbrochen weiter fortgesuhrt werden. Alle Anzeichen beuten darauf hin, bafj bie zahlreichen Baracken längs unserer Grenze bald belegt werden sollen; dieselben scheinen einen Fassungs- raum für nahezu 30 Bataillone und eine Anzahl Batte­rien zu haben. Es ist wohl erklärlich, daß diese Vor« gan^e der Besorgnis des nahen Ausbruches eines Krieges in den Grenzlanden. immer neue Nahrung x Tie diesjährigen Reservisten - Einziehungen in den Rerchslanden haben das erfreulich Resultat des höchst geringfügigen Ausfalles von l5/s pCt. ergeben. ®ie kirchenpolitische Kommission des Herrenhauses hat in einer gestern Nachmittag abgehaltenen Sitzung, ivelcher toteberum ber Kultusminister Dr. von Goßler unb seine betoen Jtommiffare, Unterstaatssekretär Dr. LucanuS unb Zeh- Ober-Regierungsrar Dr. Bartsch, beiwohnten, bie Generalviskuffion beendet. Die Kommission hat heute

sie lange unermüdlich, doch vergeblich gestrebt hat, die Hand deS unglücklichen Lancelot 1»

Er wird zeitlebens seine übertriebenen Ehrbegriffe zu bereuen haben, davon bin ich überzeugt,* erwiederte Mr. Lawrence.Doch apropos! Ich sprach heute bei Philipp

John vor, um ihm für seine Freundlichkeit gegen Dich i bEn, und lud ihn zum Mittagessen ein. Du wirst etnskhen, daß wir ihm diese kleine Aufmerksamkeit schuldig «"dk erklärte der Bankier und ihm entging das leichte Erröten Adas nicht.Ich hoffe, Du hegst keine Bedenken Dar über r

O, nein! gab sie ein wenig verwirrt zurück. .Er war außerordentlich gütig und gefällig gegen mich!" £ , »Er ist ein äußerst eleganter, gebildeter, junger Manu," fuhr ihr Vater herzlich fort,au8 sehr guter Familie stammend, vermögend und Advokat seines Berufs. Er ist zudem ein vertranter Freund von Lancelot, was allein schon für ihn, wie für jeden jungen Mann ans LancelotS Be­kanntschaft spricht.»

a3it Mr. Lawrences Angen war nämlich Lancelot Darkina das Muster menschlicher Vollkommenheit.

Mrs. Vance hatte sich sehr verrechnet, wenn sie erwartete, von dem Bankier und seiner Tochter zu ihrer bevorstehenden Heirat beglückwünscht zu werden.

Keins von Beiden machte auch nur die leiseste Andeutung, obgleich die schöne Wittwe überzeugt sein durfte, daß Lan­celot ihnen die Thatsache eröffnet hatte.

Mrs. Vance sah sich genötigt, Mr. Lawrence selbst Mit« teiluug davon zu machen und vereinigte damit die bescheidene «»uf'r tb,V3Ut Beschaffung einer Aussteuer die nötigen Mittel nicht zu versagen. u

In der frostigsten, abstoßendsten Weise überreichte ihr 3,br<ml?to"rLllce ^ne Anweisung über tausend Dollar.

Mit überschwänglichen Dank-sworten entfernte sich MrS. Vance, nm das Geld sofort für Putz und Staat zu ver- schwenden.

Nahe dem ersehnten Ziele, der baldigen Erfüllung des Unzigen Wunsches ihres Lebens, berührte sie weder die Kälte von Vater nnd Tochter, noch der düstere Schatten

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sone- und Feiertagen. Quartal- Abonnements-Preis bei der Expedition 21/. Mk., bei dai Postämter 2 Äf. 50 Pfg. (erd. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg , Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Die Geister ver Finsternis.

Roman auS dem Amerikanischen von A. Bayard.

(Fortsetzung.)

MrS. Vance will sich nicht von der Harmloligkett des Vorfalles überzeugen lassen," erwiederte Lancelot.Und wie dem auch sei, ich habe ihr mein Wort verpfändet, ihr meinen Namen zu geben, und ich kann es nicht wieder zu­rücknehmen.*

Hättest Du meine Gesinnung hierüber, Du würdest zurücktreten/ sagte Mr. Lawrence.Dein Leben an der Seite eines ungeliebten Weibes dahinznschleppen, besser wäre es, man hing Dir einen Mühlstein um den Hals!»

Was gäbe ich, könnte ich Ihren Rat befolgen, Mr. Lawrence, aber es ist vergeblich, Sie würde mich nun unb nimmer wieder frei geben!»

Und wann soll das Opfer gebracht werden?» fragte der Bankier traurig.

Ach, nur zu bald am vierundzwanzigsteu Dezember», antwortete der junge Mann.Sie behauptet, daß die be­sonderen Verhältnisse, welche unserem Verlöbnis zu Grunde liegen, keinen längen Aufschub zulassen!'

Ah, ich verstehe die Schlange! Mrs. Vance fürchtet, Du könntest ihr am Ende doch noch entschlüpfen,» versetzte Mr. Lawrence mit Bitterkeit.

Wollen Sie Ada von dem Geschehenen in Kenntnis setzen? Ich kann es nicht,» nahm Lancelot wieder das Wort.Und noch Eins! Ueberzcugeu Sie sie, daß ich LilyS teurem Andenken nicht untreu geworden bin!»

Ada soll die volle Wahrheit hören,» entgegnete Mr. Lawrence tief bewegt.

Lancelot Darling verließ das HauS und der Bankier beeilte sich, feiner Tochter die Neuigkeit mitzuteilen.

Lieber Papa, Du siehst mich weniger erstaunt über diese Nachricht, als Du vielleicht voraussetztest,» sagte das junge Mädchen offen.Schon längere Zeit bemerkte ich, wie Mrs. Vance nichts unversucht läßt, um den armen Lancelot in ihr Netz zu ziehen. Das Ereignis der ver- gaugeueu Nacht benutzte sie, um Das zu erringen, wonach

®*" Für een Monat März nehmen alle Postan- stalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie die unter- zeichAete Expedttion Bestellungen an auf die

Oberhessische Zeitung

nebst Kreisblatt, Jllustr. Sonntagsblatt und Erzähler.

_________Die Expev. v. Oberh. Zeit. Deutsches Reich.

Berlin, 4. März. Bei Ihren Kaisellichen Maje­stäten fand gestern abend im Königlichen Palais eine größere musikalische Abendunterhaltung statt, zu welcher Se. Königliche Hoheit der Herzog Ludwig von Bayern und die hier accretitierten Botschafter nebst Gemahlinnen ge­laden waren. In derselben wirkten das Künstler - Paar Artvt de Padilla, sowie Fräulein Leisinger und die Herren Ernst unb Kalisch mit. Der Kaiser wohnte der Soiree dis zum Schluffe bei. Arn heutigen Vormittag empfing der Kaiser zunächst den Oberstallmeister von Rauch und sodann den Oberhof- und Hausmarschall Grafen Perponcher zum Vortrage. Die Thronrede verbindet, wie zu er­warten war, den Ausdruck des Vertrauens auf die Er­haltung des Friedens mit der Betonung der Erfordernisse seiner Sicherhett. Die diplomatischen. Verhandlungen der letzteren Zeit waren darauf nicht weniger gerichtet, als die militärischeu Vorkehrungen. So konnte auch die Erneue­rung des italienischen Bündnisses mit den deutschen Mächten die Zuversicht auf die Befestigung des Frieden inmitten der Unsicherheit der Lage nur bestärken. Dieser Eindruck wird auch von den widerspruchsvollen Angaben über In­halt und Form des Bündnisses, die auch diesmal nicht ausgeblichen sind, unberührt bleiben. Als unbestritten darf wohl angesehen werden, daß das frühere Bündnis die Bürgschaft des Besitzstandes irgendwie bewirkt hatte. Mtt Bezugnahme auf die Reichstagsrede des Fürsten Bismarck vom 11. Januar halte die römische ministerielle Opinione erklärt,die Grundlage der auswärtigen Politik Italiens bestehe in einem Bündnis mit Deutschland und Oester­reich, das zum Zwecke habe, den Frieden zu sichern und den Besitz oer Territorien gegenseitig zu verbürgen, zu­gleich aber Italien nicht verhindere, Verträge mit England jU schließen, um daö Gleichgewicht im Mittelmeer aufrecht 3U erhalten."Halten wir uns immer vor Augen sagen dieB. P. N." mit Bezug auf die Thronrede daß die Zeiten ernst fine, auch wenn die Thronrede diese Thatsache nicht noch besonders scharf betont Denn eine