Mai-urg, Dminerstag, 24. Februar 1887.
xxn. Jahrga»,.
Expedition 2*/t Mk., bot
Erscheint täglich außer a« Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Quartal» AbonnementS-Preis bei der
Di- Geister der Finsternis.
Roman auS dem Amerikanischen von A. Bayard.
LZortsetzung.)
»So wird eS sein/ versetzte Mr. Shelton. .Ich werde es erforschen. Für jetzt aber muß ich Sie für eine W ile verlassen, Mrs. Colville. Ich werde das Geschehene dem Gericht anzeigen, doch in einigen Stunden kehre iw wieder zuruck.-
Fanny sah den Detektiv forschend an.
.Sie kommen bestimmt wieder s- fragte fte ängstlich.
Er lächelte.
,3a, ich werde stcher wiederkommen/ gab er vertrauenerweckend zurück. .Um Eins muß ich Sie jedoch bitten/ fügte er mit Nachdruck hinzu.
Sprechen Sie, Srre, was soll ich thun?"
.W-nn ich mit dem Gericht Hierher komme und die Herren Fragen au Sie stellen, so verfchweiaen Sie ihnen die Geschichte, die Sie mir erzählten, wie auch Ihren Nam»n. Es wird dies ein Leichtes sein, denn Ihr körperlicher Rustand rechtfertigt Sie in jeder Weise/
.Ich werde thun, was Sie wünschen, Sir/ antwortete Fanny.
.Wohlan, Mrs. Colville, so fassen Sie frischen Mut!* entg» gnete der Detektiv. .Sie sollen nicht lange auf meine Rückkehr zu warten nötig haben. Nur noch kurze Zett, und Sie sollen frei sein!*
Ohne nun länger Zett zu verlieren, entfernte Mr. Shellon stch hastig, bestieg sein Pferd und sprengte der Stadl zu.
Bor MrS. Masons Häuschen hiett er au und stieg ab.
Die gute Frau empfing ihn mit einem Lächeln und hieß ihu etutretea. Er thar es ohne Weiteres und hatte ihr bald den Zweck seiner Besuches berichtet.
.Meine Neugier betreffs des ölten Hauses, über das wir während meine» ersten Besuche» bet Ihnen sprachen,
liegenden Orten des benachbarten Staates den daselbst ael- tenden Gesetzen und Verwaltungsvorschriften zu unter--
~ N?ch dm bis heute abend hier vorliegenden Wahlresultaten sind definitiv gewählt 7 Freisinnige, näm. lrch Richter, Barth, Hermes, Maager, Goldschmidt Schmieder und Bamberger. Verloren haben Freisinnige 1 und Volkspartei zusammen bisher 31 Sitze, in der Slich- W stehen die Freisinnigen in 22 Wahlkreisen. Die @0JtaIbenwfraten haben bis jetzt 6 Sitze definitiv be» Yauptet, 8 Sitze, darunter die sämtlichen sächsischen verloren; sie stehen in 13 Stichwahlen. Das Zentrum hat bl» jetzt 3 Sitze verloren, Polen und Elsässer scheinen sich behauptet zu haben, bte Welfen haben mehrere Sitze ver- loren Der Gewinn kommt bis jetzt zum größeren Teil den Nationalliberalen, zum kleineren den Konservativen zu Gute. An einer unbedingten Regierungspartei ist nicht mehr zu zweifeln. r
— Gewählt sind ferner (nach Wolff's Büreau): m Pforzheim Klumpp (nationalliberal), in Ansbach Seyboldt nat.-l.), in Holzminden Kulemann (nat.-l.), in Bensheim Scipio (nat-l), in Molzheim Siffermann, in ^-"^^lhammer (nat.-l.) in Borna Frege (konserv.), in Hof Wunnerlich (nat.-l.), in Paderborn Hesse (Zentrum) m Meppen scheint die Wiederwahl Windthorsts sicher Ge- wahlt ist m Aachen Bock (Zentrums in München-Gladbach Kehler (Z-ntrum), in Göttingen erhielt Eßner nat-l.) bisher 9007, Olenhusen (Welfe) 461S Stimmen. Stichwahlen: in Lennep zwischen Friedrichs (nat.-l.) und Schmidt (deutschfrelstnnlg), in Solingen zwischen Schumacher (Soz ) und Melbeck (Reichspartei). Gewählt: in Pr. Holland- Mohrungen (Ostpreußen) Wichmann-Nahmgeist (konserv ) in Plauen Hartmann (konserv.), in Kirchberg-Auerbachs Kurz (konserv.), in Prenzlau von Wedell-Malchoiv (konserv ) gewählt: in Zabern Goldenberg, in Saarburg Haanen (Zentrum». Zn Gumbinnen ist die Wahl Saros in Mülhausen (Elsaß) die Wahl Lalances sicher. Zn Kaisers- JÄJL ?'qUel ß“Lc9 gewählt, in Oschatz Günther (Relchspartei), m Bergheim Rudolphi (Zentrum). Zn ^amslau ist die Wahl Heydebrandts (konserv.), in Militsch die Wahl des Fürsten Hatzfeldt (Reichsp.) gesichert. Zn Alsfeld ist Kalle (nat -l.) gewählt; in Leipzig (Land) Götz (nat.-l.) In Siegen ist die Wiederwahl Stöcker (konserv) gesichert. In Bonn ist Virnich (Zentrum) gewählt, in Straubing Preyimg (Zentrum, für das Septennat.) In
11 ^eint Stichwahl zwischen Landes (Zentrum) und Vollmar (Soz.) sicher. In Minden ist Bock (konserv ) gewählt m Landsberg Bayer (kons. In Biomberg hat Stichwahl zwischen Hahn (konserv.) und Romierowski (Pole) stattzufinden. In Gera ist die Wahl Ambachs «Reichsp), m Jena die Wahl Meyers (nat,l.) gesichert. In Heidel- berg ist Menger (konserv.) gewählt, in Iserlohn Reinhold
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt f. d. Kreise Marburg u. Kirchhain. - Zllustricrtes Sonntaasblatt.
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.. “
Fortschritt der Stimmen. Selbst in der Reichshauptstadt, welche die Freisinnigen mit Vorliebe als ihre Hochburg ju bezeichnen belichten, sind die Freisinnigen auf die letzte Stelle zürückgedrängt, und von den vereinigten reichstreuen Parteien weit überflügelt. Der Versuch, durch Wahlmanöver der verschiedensten Art das deutsche Volk zu täuschen, darf als mißglückt betrachtet werden, wenngleich ja durch das Zusammenwirken bei den Stichwahlen noch das Endresultat sich etwas gegen den ersten Anschein ver- schlechtern dürfte.
Deutsches «eich.
Beeist», 22. Febr. Der Kaiser nahm heute vormittag militärische Meldungen entgegen und empfing als- bann den Polizeipräsidenten Freiherrn von Richthofen, den General von Albedyll und den Kriegsminister Bronsart von Schellenborff zu Vorträgen. Nachmittags um 27, Uhr erscheint der Minister von Puttkamer zum Vortrage. — Die gestrige Beteiligung an der Wahl war eine un- gemein starke: fast 40000 wählten mehr, als in 1884 in 1884 wählten von den Mittelparteien 54000, jetzt von den Septennatsparteien 72000; in 1884 wählten 71000 Freisinnige, diesmal b7 000; von Sozialdemokraten wählten in 1884 68000, diesmal 93 000. — Dem Bundesrate ging die Mitteilung zu, daß die Reichs- | regierung ein Abkommen herbeizuführen beabsichtige, wonach Hebammen, welche in einem Bundesstaate geprüft sind und in der Nähe der Grenze wohnen, in den Grenz- bezrrken benachbarter Bundesstaaten sollen praktizieren können, was bisher unmöglich war, obschon zwischen Deutschland, Oesterreich, den 'Niederlanden, Belgien und der Schweiz ein gleiches Abkommen besteht. Es sollen dabei folgende Grundsätze zur Richtschnur dienen: 1. Hebammen, welche in einem Bundesstaate das Prüfungs- Zeugnis einer nach den Landesgesetzen zuständigen Behörde erworben haben, sollen, sofern sie in der Nähe der Grenze eines benachbarten Bundesstaates wohnhaft sind, befugt sein, ihre Berufsthätigkeit in denen in der Nähe der Grenze belegenen Orten des letzterwähnten Staates in gleichem Maße, wie ihnen das in der Heimat gestattet ist, auSzu- üben. 2. Die vorstehend bezeichneten Hebammen sollen bei der Ausübung ihres Berufes in dem anderen Staate zur Selbstverabreichung von Arzneimitteln an die Kranken abgesehen von dem Falle drohender Lebensgefahr, nicht befugt sein. 3. Die Hebammen, welche in Gemäßheit der Ziffer 1 getroffenen Bestimmung in den in der Nähe der Grenze belegenen Orten des Nachbarstaates ihren Berus ausüden, verlieren ihre Befugnis hierzu, falls sie sich dort dauernd niederlassen oder ein Domizil begründen 4. Die unter Ziffer 1 bezeichneten Hebammen haben sich bei der Ausübung ihres Gewerbes an den in der Nähe der Grenzen
den Postämter 2 Mt. 50 Pfg. (excl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg„ Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
In dem anuogenden Ztmmcr saßen der alle Leveret und seine Frau in ernstem G spiäch neben dem Kamm. Sie konnte deutlich den schall ihrer Stimmen hören. Nie hatte Lily mvor den Wunsch gehegt, die Alten zu belauschen, ^^de^Umitaud, daß ihr Name an ihr Ohr schlug, machte
Geräuschlos erhob fie sich von ihrem Sitze, trat dicht an di- Waas heran, lehnte das Ohr an dieselbe und lauschte mit ungehaltenem Atem. ™
der alten Molly scharfe Stimme sagen, »ich hasse das Mädchen, daß ich fte mit meinen eigenen Händen erwürgen könnte! Von dem Tage an, als sie mich so hinterrücks überlistete, habe ich sie gehaßil*
„Nun/ fi l der alte Leveret ein, „warum also unser länglt gefaßtes Vorhaben immer wieder aufschiebens ES soll mir ein L-ichtes sein, fie auS dem Wege za bringen/
„W nn wir nur n-cht Dr. Pratt'S und Mr. Coivill.'S Rache furchten müßten !“ wendete Molly ein. .Es tft ein gewagtes Unternehmen!"
„Zehntausend Dollar find es wert, Etwas zu wagen/ wie» der alte Leveret ihr Bedenken zurück. „Harold Col« v lle zahlt uns für die Bewachung des Mädchens einige aimseltge Hunderte, ihr Vater hat Demjenigen zehntausend Dollar zugesagt, der ihm seine tote Tochter zuruckb ringt. Kannst Du noch in der Waal zögerns"
Ltly's Herz krampfte sich zusammen. Wie eine Erstarruna kam es über sie. 8
,.Wie, Du schwankst noch?" fragte Leveret nach einer Pause ungeduldig.
»3a, denn auf welche Weise sollen wir Doktor Pratt nud Mr. Colville gegenüber ihr Verschwinden erklärens" wendete Molly von Neuem ein.
„Einfach genug. Sagen wir meinetwegen, fie sei uuS wieder durchuegangcnl"
„Wie köl nten wir das, da vir Beide da» Mädchen m bewachen haben!"
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blattes, sowie d.Annoncen-BuremE von Haasenstein undLogtt» in Frankfurt a. 6aff<, Magdeburg und Wien; Rudolf A-offe in Franlsma ♦ a. Berlin München und
Köln; @. 8. Daube und Co. in Frankfurt 0. M.,
bewog mich, basfelbe h ute Naqmutag zu bett t u. jn ging hinein uad fand zu m in m Ems tzen die alten Be» wohner desselben tot in ihrem Zimm-r liegen. 3ch durchsuchte das aUe Haus weiter uno fand in einem unteriroi- scheu Kerker eine arme, elende, halbtobe Frau, die in K.tten am Boden lag. Sie muß nach einem sicheren, ruhigen Asyl gebracht und liebevoll gepflegt werben, denn die Arme hat Femse, die sie ohne Erbarmen töten würben, sooalo st- ihren Aufenthalt entdeckten. Mrs. Mason, Sie stab eine gute F au und ihr Heim ist ruhg und abgesondert. Wollen sie die Unglückliche bet stch aufnehmen unb pflegen? Alle Mühe soll 3ünen reich belohnt werden!'
Thränen der Nahrung unb des Mitleides glänzten in den Augen der alten Frau und ihre Antwort fiel ganz fo aus, wie der Detiklio es erwartet h-tte.
Ohne Zögern eilte er nun weitet in die Stadt, «0 er unverzüglich dem Gerichte Anzeige erstattete und bann einen Wagen für Fanny Colvilles U berstedelung engagir rte.
Nach dem nötigen Veryöt an O t nnb et lle, wobei die beklag.nswerte Fanny keinen Augenblick Mr. Sheltons Verlangen, all-Nam n zu verschweigen, vergaß, emmh te dieser sie dem fuchlbaren Hanse, w lches ihr lange, qualvolle Iahte ein lebendiges G ab gewesen war.
23. Kapitel. Ein lichtscheuer Plan.
Und Lily? Was war auS ihr geworben?
®8 war am Abend vor dem für die alten LeveretS so verhängn svollen Tage. ’
. rSing auf neun Uhr. Lily saß regungslos mtt ge- falteten Händen in dem Gemach, das ihr Gefängnis war, 001 J?£“ $euer< das nut schwach brannte.
Bas junge Mädchen trug ein einfaches, dunkles Woll- die durchsichtige Blässe ihre« Gesichtes uns ihrer Hande doppelt scharf hervortreten ließ.
- iS an Darling, ihren V-r lobten, und
heiße Thronen lanuca ihr über die bleichen Wangen nieder.
SSF' Für den Monat März nehmen alle Postan- ßialten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie die «vter- zeichnete Expedition Bestellungen.an auf die
Oberhesfische Zeitung mebst Kreisblatt, Illustr Sonntagsblatt und Erzähler.
Die Expev. K Oberh. Zeit.
War das Ergebnis der Wahle« v«v 28. Oktober ein schwerer Schlag für die freisinnige Partei, indem es den Beweis lieferte, baß dieselbe aus eigener Kraft nicht voll ein Drittel ber bisher innegehabten Reichstagsmanbate behaupten Io nute, so erscheint ber Ausfall der nunmehrigen Wahlen wie ein weiterer schwerer Schlag nach berselben Richtung. Schon jetzt ist, obwohl die Endergebnisse aus manchen harlumstritlenen, bisher von dem Freisinn vertretenen Reichstagswahlkteisen noch nicht vorliegen, ein Verlust von etwa 14 Sitzen zu konstatieren, welche sich auf Preußen, Sachsen, Bayern, Hessen und «ine Anzahl von Kleinstaaten verteilen. In zahlreichen anderen Kreisen gilt es, bisher stets sichere Sitze in einer nicht immer Aussicht versprechenden engeren Wahl zu erkämpfen, teil» gegen die Septennatsparteien, teils gegen die Sozialdemokratie. Die Zahl der bisher im ersten Wahlgange den Freisinnigen sicheren Sitze ist eine verschwindend kleine, obwohl ihnen von vornherein die Stimmen des Zentrums sicher waren. Dabei zeigt stch durchweg ein erheblicher Rückgang der freisinnigen Stimmen. Darin weicht ber Anblick der sozialdemokratischen Wahlergebnisse von dem der freisinnigen wesentlich ab. Wenn sie, wie diese, auch eine Reihe von Mandaten namentlich in Sachsen im ersten Wahlgange verloren und nur eine Minderzahl definitiver Erfolge aufzuweisen haben, giebt der Zuwach« -an sozialdemokratischen Stimmen hierfür einen gewissen Ausgleich. Derselbe ist namentlich stark in Berlin; aber auch in anderen größeren Handels- unb Industrie» Plätzen zeigt sich ein Anwachsen der Sozialdemokratie. Sie stehen in zahlreichen engeren Wahlen namentlich mit den Nationalliberalen, welche ihnen vielfach Aussicht auf Erfolg eröffnen. Volksparteiler, Demo- traten und Welfen haben gleichfalls Verluste zu verzeichnen, selbst das Zentrum steht nicht unerschüttert da, zwei bayerische Sitze stehen auf seinem Verlustkonto, in einer Anzahl Anderer müssen sie (die Zentrumsmänner) sich einer engeren Wahl unterziehen. Verstärkte Minoritäten in zahlreichen anderen Kreisen vollenden das Bild der beginnenden Zerbröckelung.
Umgekehrt zeigen die Septennatsparteien auch da, wo fie nicht den Sieg errangen, durchweg einen bedeutenden