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Rr. 33.

Marburg, Mittwoch, 9. Februar 1887.

AeWsche Jcitmig

»L öffnen fühlt« Molly

»h» ftmT fi* a-«ix r“’’11 * *P offnen, fuytte Molly eine Hand sich plötzlich auf ihre Schulter legen und sich

Die Geister der Kinsteriris.

Roman au» dem Amerikanischen von A. Bayard.

(Fortsetzung.)

Mrs. Vance stieß einen heiseren Schr-i aus.

2Be*b?* nC8 ®^murfe8 totöft Du mich berauben, elendes

bricht Eisen,« entgegnete die Alte grinsend. .Ich muß Hilfe haben für meinen kranken Mann und meine ÖhaVmT ®°rIIe“ Sie mir nicht beisteh n, so L^be ? wohl oder übel zu Mrs. Lawrence oder Mrs. Darling gehen muffen.«

..Diese schlau berechneten Worte verfehlten ihre beabsich­tigte Wirkung bei Mrs. Vance nicht.

Daß « der Asten Ernst mit denselben war, stand nur zu deutlich in ihren Zügen ausgeprägt.

«.^verstrebend an ihren Schmuckkasten tretend, suchte sie 3* "b Sng ** *•

Ä“(*w ■"“** bn

»8 Augen hatten längst die funkelnden

Edelsteine in dem Kasten entdeckt. Sie schüttelte den Kopf.

»Ich könnte die Brosche nicht um den vierten Teil ihres Wertes verkaufen und der Erlös würde kaum für das Not- armS "ersetzte sie. „Segen Sie noch dieses

Armband hinzu, fchone Dame, und ich will zufrieden sein«

Das bezeichnete Armband war ausnehmend schön: eS stellte eine Schlange mit funkelnden Smaragd-Augen dar. . Seufzend legte Mrs. Vance das begehrte Schmuckstück m die Hand ihrer habgierigen Peinigerin.

Zweifel unterliegt es für mich, Du beabsichtigst “ mid) völlig auszurauben und mich daun am Ende noch meinen Feinden zu verraten, nur um der Snbto“r§«0^nUn9 Een, welche Dir von ihnen zu-

d-r'am'n b,e °°» d-m «u-d-

»Sie thun mir Unrecht, Madame,« lautete die bemüHne Erwiderung der heuchlerischen Alten. Weßhalb soll!, Die, die Sie so großmütig Alles mit mtt testen verratens Nern, niemals werde ich das thun?« ' enoten^

Mrs.^VE?- eto10 mit Dir teilen können!« sagte

, nicht? Der reiche Mann wird Ihnen finth

Geld geben,« versetzte die Alte listig. ° b

»Mr. Sawrence wird mir so bald fa« eu.rs geben I« versetzte Mrs. Vance gereizt Eile hnh.? sehr mit Deinem Wieb-rkommen!« ' ”W 3“

Sie Thüre hatte sich hinter der Alten geschlossen.

s. ? /, Hvnbe geballt, stand Mrs. Vance. Plötzlich durch­

schoß ihr Hirn ein blitzartiger Gedanke. $

3” ihr Ankleidezimmer tretend, vertauschte sie in fiaft jnen°fS b " ^iuem ganz einfachen Straßenanzug, ftßte

Hut auf, band einen dichten Schleier vor das Gesicht und verließ unbemertt das Haus.

auf und a?. Strü6C ""Klangt, blickte sie dieselbe flüchtig .5“ ^u^er Entfernung sah sie die alte Spitzenverkäuferin langsam des Weges schreiten. Sich in nötiger Entfernung von derselben haltend, folgte sie ihr, entschlossen ihr S zuschreiten, gleichviel, wohin der Weg sie führen mochte. „.Sp“ G/duld sollte auf eine harte Probe gestellt werden

$re Aufregung war eine so große, daß sie die körper- liche Ermüdung nicht achtete. ' rper

6a«8 ?k,tde endlich das abgelegene, düstere, alte

fie w Mn ?r JOben Steinmauer. Mrs. Vance, so mutig n,s0laUbt®' wurde von einer unbestimmten Furcht

fiA 'wmd?' 81,1,8 b-r M°ll, Ä

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal- AbonnementS-Preis bei der Expedition 2>/t Mk., bei den Postämter 2 SRI. 50 Pfg. (erd. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg, Reklamen für die Zeile 35 Pfg.

f”bäitttt,?.e9f0nCte fie bem durchbohrenden Blick der _ -Sie sind mir gefolgt?« stieß mit einem wilden snnrf ° J^^versetzttM?^""0Lilys Gr fange »Wärterinhervor.

$uf$lu0, »3wei Beweggründe veranlaßten mich, wissen zu wollen, wo Du wohnst. Erstens ninnt, enJr£nIen Mann und Deine hungernden Kinder sehen nD(b ®ttoa8 für dieselben thun zu können' Und zweitens komme ich, um Dir zu sagen, daß cs besser ist, wenn ich Dir das Schweiggeld bringe als daß Du fSnT»•• $U,m r Deine häufigen Besuche in Lawrence-

Hall konnten mit der Zeit nicht verfehlen, 2(ufmeXmfa

«Ä lbXüff«Ä"er' 14 -- DI-

lichkei?" EÄ sprach Molly mit barscher Hös-

welche deutlich zeigte, daß sie den umständlichen

Erklärungen der Dame nur geringen Glauben schenkte „Treten Sie näher, damit ich Sie mit meiner Familie be- .wachen kann. Ist cs Ihnen wirklich dLtt Ernst

SÄ» '° W3’““ b«S-I-«--»« den verwilderten Platz vor dem Hause binwea-

«totate ff Ät“"f “nbw

Mrs. Vance, die dicht hinter Molly stand, fuhr mit einem Ruf des Entsetzens um einen Schritt zurück als sie bett mißgestalteteu Menschen erblickte'

„Dies ist mein alter Mann.« war die küble Es^ist"wab s/he, fein Anblick hat sie erschreckt!

Es ist wahr, schon ist er nicht, aber sehr brauchbar!«

(Fortsetzung folgt.)

meidlich, daß der einzelne Kandidat regelmäßig nach Ab- lw erung ferner Proberelation eine Reihe von Monaten b ! btL®°rIafc“n0 ^r mündlichen Prüfung zu warten ^at" ^Gstichwost gehen, nach einem mir vom Präsidenten viess^e^fung^vmmlssion erstatteten Berichte, bei de-selben vielfache Gesuche^ um noch weitere Hinausschiebuna des Termins zur mündlichen Prüfung ein. Diese werben zum Teil damit begründet, daß der Gcsuchstcll^ äkxxB

A der Referendar „zur Ablegung der Prüfung für S bereitet zu erachten sei." Hiernach wird der Abschluß der Vorbereitung auch für die mündliche Prüfung bereits bei Emrnchung des Gesuchs um Zulassunglur g?oßen Staats! Geseke« vorausgesetzt und es widerspricht der Absicht des Gesetzes, wenn zur mündlichen Prüfung ungenüaend Vor. berestet- um Zulassung zu7gr°ßen

«•ä ” e$Ie"bcn theoretischen Kenntnisse in der Jivstcbenreit

d-r Ablieferung ihrer Proberelation und dem münd- rchen Prufungstermln sich erst zu erwerben. Dies Ver- fahren muß zur Folge haben, daß während des Vor- I theoretische Ausbildung, obwohl sie

nach der Absicht des Gesetzes und der Natur der Sacke »A*rltrVer praktischen Hand in Hand gehen soll ver- ^chlassigt und auf eine spätere Zeit verschoben ' wird

"u" auch die zwischen der Ablieferung der praktischen L k' dem Prüfungstermin liegende Zeit von dm SJSWW'" Studien verwendet wird, und diese?Ä?ba« ? ! gerechtfertigt sein mag, während vlefer Zeit bas Maß ihrer Kenntnisse und den Stand der von ihnen erworbenen Ausbildung nochmals zu prüfen liche^Rist^enüaenPrüfung die mehrmonat- genügen, welche ihnen durch die Lage der Ver- St tv’T ^"deraumung der mündlichen Prüfung ge- Interesse einer tüchtigen Gesamtaus- "etdung der Referendare sowie demnächst eines ordnunas- nsuch?"ichb b8r Justiz-Prüfungskommiston

"'Uche ich Ew. Hochwohlgeboren, die Referendare des

nf bl$ KE-»«» °L,L machen zu wollen, indem ich mub der fSnffnunA t.. paß in Folge dessen Anträge der Eingangs bereichnctc 'Ärt V^miMS'üfunvskommission inffereVZ S - 5Bon Militärischer Seite wirb der „Köln. Ztg.« geschrieben: f®? est ausgefallen, daß die französischen Militärzeitschriften eile^n^bEn M>?^ bet Versetzungen einzelner Truppen- L 'U Ihren Mitteilungen sehr zurückhaltend gewesen sind, was wohl auf einen vom Kriegsministerium der mili-

Anzcig.n nimmt enigMw dic Expedition b BlatÄ, sowie d.Annoncen-Bureaix von Haasenstcin undVogW« in Franffurt o. SR., Magdeburg und Wien: Rudolf Moffe in Franks«« ♦ a.M.^Berlin.Münchenunb

Köln; L. Daube und Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover u. Parisi

: f,^i^u? sagt die Opposition, sie habe das Militärgesetz

' bewilligt, denn ob 3 oder 7 Jahre, das wäre doch ganz t'ft" nf/eq T unt> viele glauben es. Wenn das einerlei ©treü? * * 3 * b” 7 ^hre, warum denn 1885 der große

Als nun zu Ende des vorigen Jahres die Kriegs­gefahr von allen (Seiten drohte und der Kaiser die Ver- mehrung der Friedensstärke auf 7 Jahre forderte — I war die Opposition mit ihrem alten Eifer, die Armee unter die parlamentarische Scheere zu bekommen, rasch bei der Hand, sie dachte, in dieser Zeit der höchsten Gefahr wie es an Hals und Kragen geht, da muß die Re- glerung nehmen, was sie kriegt und bewilligte ”ur au/ drei ^ahre. Sie hatte aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht Die Regierung sagte sich, wenn wir

Mi?r°pa«"Liehen, daß das deutsche Volk wie die Mehrheit im Reichstage denkt, und wir nicht mehr so viel Herr im Hause sind, daß die Armee vom Kaiser eingerichtet wird, dann werden die kriegslustigen Nachbarn wenig Respekt vor der Kraft der deutschen Nation haben, ihre Kriegs- und Rachelust wird zunehmen und deshalb b°8 * * ?°tf. neu wählen lassen, damit sich das 31 Überzeugt, rote es eigentlich in Deutschland steht.

Wie aber wollen die Manner, welche, um ihre Macht zu vermehren, nicht einmal vor dem Elend zurückschreckten I nZVm verderblicher Krieg über unser Vaterland hervor ' ruft, verantworten, was sie gethan? Schon heute kann federmann sehen, daß sie durch ihren unpatriotischen Beschluß den Feinden Mut und die Kriegsgefahr drinaender gemacht, heute werden sie nicht mehr den Mut haben, die

r!»aU8s. verfett, daß die Regierung die Sache 0bfuhrllcher dargestellt hatte, als sie wirklich gewesen."

„Willst Du den Frieden, so rüste Dich zum Kriege!" Ä mr JÄ Staatenlenker des Altertums? Es ist nur k*a k.c ...fi» /y. vmcibcn und das ist

das Votum des zukünftigen Reichstages: um dasVater- l-nd,u r-1,-„, b-wIllI,.n w>r. w-«zu »nferer Wehrkraftnotwendigist, wie es die bewährten halten! “nfere6 Staates für erforderlich

Deutsches Reich.

, Berlin, 7. Febr. Der Kaiser empfing vormittaas hnrf? U9s abj^anten Korvetten-Kapitän Frhriu von Secken- dorff und nahm einen längeren Vortrag des Geh Kabinets-

-Ntg-g-n. NaLittag?4 Uhr L f^eint der Minister von Puttkamer zum Vortrag. — Eine Verfügung des Justizministers vom 14. Okt. v. I. die zweite juristische Prüfung betreffend, lautet: Bei' der großen Zahl der während der letzten Fahre zur -weiten juristischen Prüfung zugelassenen Referendare ist es unver-

er. Majestät dem Kaiser und König sind Anträge von Vereinen zugegangen, durch welche letztere die gute Absicht äußern, Allerhöchstdenselben zur bevorstehenden Feier der Vollendung des 90. Lebensjahres ihre Gesinnungs- treue und Verehrung durch persönliche Huldigungen zu bethatigen. L>o wohlthuend diese Kundgebungen Se. Mafe,tat berühren, so sehen Allerhöchstdieselben Sich doch durch das Bedürfniß der Ruhe und Schonung zu Alle^ hochstlhrem lebhaften Bedauern genötigt, auf derartige Be-

"er Teilnahme zu verzichten. Direkte und persön­liche Kundgebungen dieser Art, welche zum 22. März ae- £l<xnt werden sollten, würden daher im Interesse' der Schonung der Kräfte Sr. Majestät zurückzuhalten fein. Um solchen wohlgemeinten Absichten zeitig vorzubeugen, ^bbn Se. Mafestat zu bestimmen geruht, daß Allerhöchst- ihre Willersmeinung durch die öffentlichen Blätter zur Kenntnis gebracht werde. 5 *

Berlin, den 6. Februar 1887.

Der Reichskanzler und Präsident des Staats-Ministeriums. ________von Bismarck.

Wer trägt di- Schuld?

„Lügen haben kurze Beine", sagt das Sprichwort — aber das Gedächtnis der Menschen ist auch gar kurz — | namentlich in politischen Dingen und da laufen die Lügen, lrotz der kurzen Beine, dem gesunden Menschenverstand erlebt "b toet bie Menschen vergessen haben, was sie

, Wollten sich die Wähler erinnern, was im Oktober 1885 bei der Reichötagswahl passiert, so wurden sie noch wiffen, daß damals zwischen den beiden liberalen Parteien ein großer Streit ausgebrochen war. Die Freisinnigen schrie, ben m jihre Programme, daß sie das Militärgesetz nur auf drei ^ahre bewilligen würden und die National- liberalen erklärten hiergegen in ihren Wahlaufrufen, sie wollten einen starken Schutz und Schirm unseres Vater- willigung^b to^ebtt fbsl^lteu an der siebenjährigen Be-

Der nationalliberale Abgeordnete B u d e r n S in Gießen schrieb dama s: „Eingedenk der großen Erfolge der aus­wärtigen Politik des Deutschen Reichs und der friedlichen Bestrebungen des Reichskanzlers werde ich eintreten für eine s^rke deutsche Heeresmacht und mich nicht beirren lasten bunj die Forderungen der deutsch-freisinnigen Partei, welche die Friedenspräsenzstärke nu.r /uf drei Jahre bewilligen will, "X es war über diese wichtige Entscheidung ein großes Geschrei unter den Liberalen, denn daß die Konservativen sur das stimmten, was das Vaterland gegen die Feinde i

wehrhaft macht, das verstand sich von selbst/ " :