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mit dem russischen, dem englischen und dem griechischen Königshause besonders geeignet für die Fürstenwahl. Eine Verlängerung des bisherigen Provisoriums sei auch von dem Vertreter einer auswärtigen Macht in Konstantinopel, welchen Grekoff um Rat befragt habe, als nicht heilsam bezeichnet worden. würde wahrscheinlich zwar

das Wa^er /'inn:- r.iche aueirennen, gleichwohl müsie man die Wahr vornehmen, welche rücksichtlich der ins Auge ge­faßten Persönlichkeit ein Zeugnis sein würde für die ver­söhnlichen Gefühle der Regierung und Versammlung. Wenn Prinz Waldemar ablehne, so werde die Regierung demissio­nieren, ebenso wenn der Prinz von Battenberg gewählt würde. Nach mehrerern anderen Rednern trat auch Sto- janoff, der frühere Führer der Partei Battenbergs, für die Wahl des Prinzen Waldemar ein. Sodann wurde über die Absendung einer Deputation an den Prinzen Waldemar beraten. Schließlich wurde mittelst Akklamation beschlossen, daß Prinz Waldemar gewählt werde. Die Wahl wird heute vormittags um 10 Uhr vorgmommen. Der Regierung soll die Ernennung der Deputation an den Prinzen Waldenrar überlaffen werden.

Äden, 10. Rov. Prinz Friedrich Leopold von Preußen ist gestern hier eingetroffen.

Hessen-Nassau.

Marburg, 11. Nov. Unter den mannigfachen akademischen Aufzügen nimmt der „Fackelzug" nun einmal stets den ersten Rang ein, nicht nur, daß er für den, dem er gebracht wird, als die höchste studentische Ehrenbezeugung gilt, er gibt auch gewissermaßen ein Bild des mehr und mehr schwindenden „burschikosen" Studentenlebens, von dem es im Liede so hübsch heißt:

Der Bursch V N echlem Schrot und Korn

Hat immer frohen Mut, Äm groß.n Stiefel klirrt der Sporn Die Feder schwankt am Hui!

Und so hatten wir denn gestern wieder den Genuß eines solchen Zuges in unserer Stadt. Die Burschenschaften, Verbindungen, Korps und Vereine unserer Hochschule hatten auf der Ketzerbach gegen 6 Uhr abends Aufstellung ge­nommen, in Farben und Wichs die Chargierten mit wehen­den Fahnen und über 600 Fackelträgern, vor jeder Ab­teilung ein Musikkorps, so daß deren fünf im Zuge waren, der sich dann nach der Bahnhofstraße, vor die Wohnung des Herrn Geh. Rat Professor Mann!opff, des Rektors des verflossenen Aintsjahres begab, um hier den Dankesge- fühlen der gesamten Studentenschaft für das was er ihr als Rektor gewesen, Ausdruck zn geben. — Nach wieder genominenener Aufstellung, die vom Hause bis zum Bahn­hof reichte, ergriff Herr stud. theol. Paul Metzkes mit folgender Ansprache das Wort: Hochzuverehren­der Herr Prorektor und Profeffor! Die gesammte Studentenschaft der alma mater Philippina sehen Sie heute hier vereint, um ihnen durch diese althergebrachte studentische Ovation einmütig ihre hohe Achtung zu be­kunden und ihren herzlichen Dank auszusprechen. Es ist die hohe Achtung vor der großen Umsicht und Weisheit, mit der sie des so schwierigen Amtes des Rektors an einer Universität im verflossenen Jahre gewartet haben, es ist der Dank für das allzeit rege Wohlwollen und Interesse, von welchem Sie während der ganzen Zeit Ihrer Amts­führung sichtlich geleitet wurden. Mit Stolz gedenken wir heute der anerkennenden Worte, welche Sie, hochzuverehren­der Herr Prorektor und Professor an dem Tage des Scheidens aus Ihrem Amte an die Marburger Studenten­schaft gerichtet haben, und wenn wir vielleicht so volles Lob auch nicht verdienten, so glauben Sie doch, daß wir in jedem Punkte das Wohlwollen zu schätzen wissen, welches in jenen Worten ausgesprochen war, und daß wir keinen Augenblick den Wert so itaher Beziehung zwischen den Lehrern und den Lernenden verkennnen, Beziehungen, welche sich, mit aufrichtigem Danke seis gesagt, hier in Marburg nicht auf das Studium allein beschränken, sondern auch auf die Geselligkeit ausdehnen. Darum soll unsere stete Mühe und angelegentliche Sorge sein, so großen Vertrauens, so liebens­würdigen Entgegenkommens immer würdiger zu werden und seien Sie, hochzuverehrender Herr Prorektor und Pro­fessor, versichert, daß die Marburger Studentenschaft mit dankbarer Freude des Jahres sich erinnern wird, in dem Sie ihr wohlwollender Leiter waren. Euch aber, verehrte Kommilitonen, fordere ich auf, mit einzustimmen in "ein donnerndes Hoch auf unseren hochgeehrten Prorektor, den Herrn Geheimen Rat Profeffor Dr. Mannkopffl Er lebe hoch, hoch, hoch!!! — Herr Geheime Medizinal-Rat Professor Dr. Mannkopff sprach hierauf in herzlichen Worten seinen Dank für diese glänzende Ovation aus, zu der sich alle Marburger Studenten vereinigt hätten. Er erinnere sich noch lebhaft der Zeit, in der er selbst die Fackel getragen und habe er damals eine derartige Ovation als den Höhepunkt der Ehren angesehen, welche einem aka- | demischen Lehrer zu teil werden könnten, damals jedoch noch nicht daran gedacht, einst ebenfalls in der Lage zu sein, eine solche Ehrenbezeugung entgegenehmen zu dürfen. Er trete gegenwärtig in sein 40. Amlssemester am hiesigen Orte uild in dieser ganzen Zeit sei es sein aufrichtigstes Bestreben gewesen, die ihm als akademischem Lehrer seinen Schülern gegenüber gestellten Aufgaben voll und ganz zu erfüllen, anderseits aber habe er auch versucht in Fühlung zu bleiben mit. der akademischen Jugend, ihre Wünsche zu hören und ihren berechtigten Forderungen zur An­erkennung zu verhelfen, sowie die allgemeinen Inter­essen der hiesigen Hochschule nach Kräften zu fördern. Als im vorigen Jahre zum zweiten Male die Aufgabe an

ihn herangetreten sei, das Amt eines Rektors zu über­nehmen, sei der Entschl uß für ihn kein leichter gewesen; galt es doch in demselben Jahre auch den Bau der medizinischen Klinik, ein Werk dessen Herstellung er sich zu einem Stücke seiner Lebensaufgabe gemacht habe, zu vollenden. Aber er habe erkannt, daß wenn etwas sein müsse, auch Zeit und Kraft vorhanden seien um es auszuführeu. Wenn es ihm gelungen, in diesem Jahre die ehrwürdige Schöpfung Philipp des Großmütigen weiter zu führen dem Ziele zu, welches für Lehrer und Lernende das gleiche sein müsse, so danke er dieses nicht zum geringsten dem bereitwilligen Entgegenkommen, welches ihm seitens der höchsten Behörden, sowie seiner Kollegen zu teil geworden; aber auch seitens der akademischen Jugend habe er vollste Unterstützung ge­funden. Doch genug des Vergangenen, wende er seine Blicke nunmehr der Zukunft zu, der Zukunft welche der akademischen Jugend gehöre und er sehe ahnungsvoll voraus, wie sie als Jünger der Wissenschaft den Geist des Wissens gleich funkensprühenden Fackeln hinaustragen werden in alle Welt. In der Hoffnung, daß sich diese seine Ahnung erfüllen werde, fordere er alle auf mit ihm einzustimmen in den Ruf: Die Marburger akademische Jugend sie lebe Hoch! — Hierauf begaben sich, der Einladung des Gefeierten folgend die ersten Chargierten in dessen Wohnung wo bei gefülltem Glase und edlem Stoff noch den gegen- : Nigen Gefühlen Ausdruck gegeben wurde. Herr Geh. i Rat Mannkopff trat nun nochmals an das geöffnete । Fenster, um die Zugteilnehmer aufzufordern mit ihm ein­zustimmen in ein dreimaliges Hoch auf unsere alma mater Philippina, was von den Untenstehenden kräftigst geschah : und ein-mächtiger Schall sich echoartig durch das Lahnthal ; fortpflanzte. Der Zug trat dann seinen Rückweg an, : Steinweg, Wettergaffe, Markt, Barfüßerstraße, Untergasse, ! Kasernenstraße entlang nach dem Kämpfrasen, wo bei dem i Liede „Gaudeamus igitur“ die Fackelreste verbrannt wurden.

Die einzelnen Abteilungen begaben sich hierauf mit Fahnen , und Musik nach ihren Kneiplokalen, um in festlich ge- ; hob euer Stimmung dem Rest des abends Genüge zu thun. ! Marburg, 11. Rov. (Strafkammer) Der erste ■ Gegenstand der heutigen Verhandlungen betraf eine Anklage ! gegen 3 jugendliche Brüder Johannes, Jost und Georg i Koch von Mornshausen, wegen Körperverletzung, Wider- ! stand, Bedrohung und Beleidigung. Die Anklage gründete ! sich auf folgenden Vorfall: Am 18. Juli d. I. war Tanz 1 i in der Wirtschaft Werner zu Mornshausen, woselbst gegen • \ Abend auch der auf einer Geschäftsreise begriffene Dach- ■ ' decker I Simon aus Herzhausen einkehrte. Kaum hatte , , sich derselbe an einem Tische niedergelassen, als einer der ! i Angeklagten, Johannes Koch, auf ihn zutrat und mit den , ! Worten: „Kennst Du mich noch?" dem ruhig Dasitzenden j ' ohne weiteres fein Bierglas auf den Kopf schlug, sodaß derselbe bewußtlos zu Boden sank. (Simon hatte früher 1 einmal darum, daß er den Jobs. Koch körperlich verletzte, 2 Monate Gefängnis absitzeu müssen) Koch schleifte nun unter Mithülfe seiner beiden Brüder den besinnungslosen ; Simon an den Füßen nach dem Hausflur, wo ihnen ; Gendarm Kühn aus Biedenkopf entgegentrat und Vorhalt machte. Hieraus entwickelten sich dann verschiedene Streit- ; fimen, bei welcher die drei Brüder, namentlich Johs. Koch, gegen den Gendarmen thätlich wurden, denselben zu Boden rissen und durchprügelten, während andererseits der Gendarm von seiner Seitenwaffe Gebrauch machte und dem Johannes * sowolfl^ wie dem Jost Koch Verwundungen beibrachte. Die '■ dem Simon in der Wirtschaft zugefügte Verletzung sowie \ diejenigen der übrigen Beteiligten waren indessen nicht erheblich und heilten ohne bleibenden Nachteil. Das Gericht ver- > urteilte den Angeklagten Johannes Koch wegen Körverver- ■ letzung in zwei Fällen aus § 233a und wegen Widerstands ■ gegen die Staatsgewalt zu einer Gefängnisstrafe von ! 9 Monaten, sowie dessen Bruder Georg wegen Körperver- | Atzung und Widerstand zu einer solchen von 4 Monaten, i während der Angeklagte Jost Koch kostenlos freigesprochen ! wurde. — Der 19jährige Bäcker Konrad Pitz aus Schön- , stadt war durch Schöffengerichtsurteil von einer Anklage I der unberechtigten nächtlichen Fischereiausübung in dem ! Rotwasserbach bei genanntem Orte freigesprochen worden, gegen welches Urteil die kgl. Staatsanwaltschaft, mit dem Anträge auf Bestrafung, Berufung einlegte; sie begründete dieselbe damit, daß die Fischereigerecktsame in dem in Frage kommenden Teile des Rvtwafferbaches dem Herrn Baron v. Milchling zu Schönstadt zustehe und der Angeklagte sich dessen bewußt gewesen sei. Der Angeklagte macht dagegen geltend, daß ihm sowohl wie die übrigen Einwohner von Schönstadt von einer Gerechtsame des Herrn Barons nichts bekannt gewesen, und er in dem Glauben gehandelt hätte, daß die Fischerei in jenem Teile des Baches von jedermann ungestraft geübt werden dürfe. Die Straflammer erkannte dahin, daß seit dem Erlaß des Fischereigesetzes vom 30. Mai 1874 das Fischen in freien Gewässern über­haupt nicht mehr gestattet und es deshalb gl ichgültig sei, wem die Gerechtsame in fraglichem Wasser zustand. Der Angeklagte sei auf der That ertappt worden und könne auch seiner Behauptung, in Unkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlung gewesen zu fein, kein Glauben geschenkt werden. Das Urteil lautete auf eine Geldstrafe von 10 Mk. sowie Tragung der Kosten.

Marburg, 10. Nov. sTheater.) Als vorletzte Abonnements - Vorstellung ist den Abonnenten am Freitag Abend noch ein feines Lustspiel zugedacht. Oskar Blumen­thals: „Der Probepfeil". Der hervorragendste Ber- l linet Kritiker Frenzei schreibt darüber in der „Rat.-Ztg.": ' i Oskar Blumenthal hat schon mehrere geistreiche Lustspiele !

geschrieben, aber noch keinen so durchschlagenden Erfolg er- ; zwlt, wie mit dem „Probepfeil". Mit Erstaunen nahm das gebildete Publikum wahr, daß Oskar Blumenthal ein Lusispleloichler ist, der mit Moser und L'Arronge ruhig in die Schranken treten darf. „Der „Probepfeil", den er am Sonnabend im Deutschen Theater abschoß, war — wenn nicht alles trügt — „Tells Geschoß"! Ein frisches und originelles Talent für das feinere Lustspiel offenbarte sich hier plötzlich und wir können den Leitern des Deut- scheu Theaters nur lebhaften Dank zollen, daß sie dem Dichter, welcher unter oem Namen „Otto Guhl" von Wien aus um Eintritt in die vornehmen Hallen des Musentempels in der Schnmanstraße anklopste, bcreitwilligft die Pforten öffneten. Die der Premiere zu Grunde lie­gende leitende Idee ist eine geistvolle. Der Verfasser sucht durch Beispiele nachzuweisen, daß der kleine Schelm, ge­nannt Amor, zuerst seinen Probepfeil absendel, bevor er mit seinem wirklichen Pfeil das Herz der Liebenden trifft. Diese Theorie wird au verschiedenen Gestalten des Stückes in zuweilen ergötzlicher Weise mit mehr ober weniger Nach­druck zu begrünben gesucht. „Bevor Amor" — heißt es einmal in dem Lustspiel — „auf ein junges Mäbchenherz den ersten Pfeil abschießt, versucht er es mit einem Probe- ps"l, der nicht ernsthaft gemeint ist, keine Widerhaken hak, und der bald wieder von selbst aus der Wunde gleitet, aber dieser Probepfeil ist in einen berauschenden Saft ge­bucht, der das junge Blut aufrührt, erhitzt und der glauben macht, man fühle die erste Liebe." Man wird über diese Philosophie der Liebe, wie sie hier Oskar Blumenthal zum besten giebt, geteilter Meinung fein, - wir meinen, daß die erste Liebe oft die mächtigste ist und keiner General-Probe, so einer Art „Vorliebe" bedarf — da er aber dieselbe durch blendende Argumente, über­zeugende Sprache, eine dramatisch sehr wirksame Handlung, e^nen geistreichen, sehr fließenden Dialog und den liebens­würdigsten Humor begründet, so muß man die Waffen strecken. — (Folgt Referat über die Darstellung.) — Alles in allem hat seit der Aufführung des „Don Carlos" das Deutsche Theater mit dem „Probepfeil" den größten Erfolg erzielt! Oskar Blumenthal zählt jetzt zu unseren ; namhaftesten Lustspieldichteru. — Die Hauptrollen gelangen - durch die Herren Rudolph und Becker, sowie von den ; Damen Fricke und Hohgarth zur Darstellung. Der Baron von der Egge, ein älterer Lebemann, ist eine der

• bedeutendsten Leistungen unseres Herrn Direktor Rudolph und sehen wir mit gespannter Erwartung der Aufführung

? dieses interessanten Lustspiels entgegen.

Gaffel r 7. Nov. [Äricgeroerbaub in Hessen und । Waldeck. XXVI. Bezirk des Deutschen Krieger bundesJ , Seit dem letzten veröffentlichten Bericht über die Tätigkeit . des Vorstandes sind wesentliche Veränderungen nicht vor­gekommen. Die vorgelegten Unterstützuugsgesuche fanden, soweit dies die Statuten zulassen, durchgängig Berück­sichtigung; einem Kameraden in Asterode, dem sein Hab ■ und Gut verbrannte und ber sich bei den Rettungsarbeiten verletzte, wurde kräftig geholfen. Derselbe hatte leider von dem Vertrag mit der „Providentia" keinen Gebrauch ge­macht und würde deshalb ber Vorstand nicht berechtigt gewesen fein, helfend aus der Verbandskasse einzugreifen, wenn der betr. Kamerad bei dem Unglück nicht verletzt worden wäre. Möge man doch endlich überall einsehen, daß es die Pflicht eines jeden Familienvaters ist, sein Be­sitztum gegen Feuerschaden zu versichern. Den Mitgliedern der Verbandsvereine ist dies ja durch das für jeden Ein­zelnen so vorteilhaft gemachte vertragsmäflge Abkommen mtt der Gesellschaft „Providentia" recht leicht gemacht. In das Kriegerwaisenhaus zu Schloß Römhild ist ans dem bredfeitigen Bezirk wieder ein Waisenknabe angemeldet und steht deffen Aufnahme wahrscheinlich schon in Bälde bevor. Die Kinder werden in der Anstalt wahrhaft väterlich er­zogen und je nach ihren Wünschen und ihrer Fähigkeit zu ihrem späteren Berufe vorgebildet. Reu ausgenommen in den Verband und Bund wurde der Verein „Kriegerkame­radschaft" in Kirchhain. Da der Verband jetzt eine be­deutende Stärke erreicht hat, so ist auch die Arbeitslast naturgemäß eine große. In Folge deffen ist beschlossen worden, den Verband in vier Decernate zu teilen; die Korrespondenz mit den einzelnen Vereinen wird durch die vier Beisitzer, denen je ein Decernat zugeteilt wird, geführt. Die provisorische Einrichtung tritt alsbald in Kraft und zerfallen die Decernate in folgende Kreise: 1) Stabt- und Laubkreis Cassel, 2) Hofgeismar, Wolfhagen, Fritzlar, Frankenberg und das Fürstentum Waldeck, 3) Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, und Ziegenhain, 4) Homberg, Mel­sungen, Eschwege, Witzenhausen und Hersfeld. Zur Feier der Kaiserproklamation zu Versailles wird im Januar k. Jahres im großen Stadtparksaale wieder ein großer Fest- Kommers abgehalten, zu dem bereits der Casseler Männer­gesangverein seine Mitwirkung freundlichst zugesagt hatt Diese alljährlich stattfindenden patriotischen Kommerse haben sich hier auf bas Beste eingebürgert und steht es wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß auch bei dem nächsten es an lebhafter Beteiligung nicht fehlen wird.

Hofgeismar, 9. Nov. In Holzhausen wurde Mitt­woch nachmittag der aus Ihringshausen stammende Oekonom Schade auf dem Felde von einem Stier schlimm zugerichtet. Das Tier, welches auf dem Felde wieder angekoppelt werden sollte, faßte den Mann so mit den Hörnern, daß es ihn zwei Mal hoch in die Luft schleuderte und ihn dann noch mit denselben auf dem Boden zerfleischte. Zum Glück fand ein später des Weges kommender Bauer den Beklagenswerten, um ihn nach Hause zu geleiten, und es