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Vom Knüll, 25. Aug. Sonntag, den 22. d. M., fand zu Homberg in der Gastwirtschaft zumHessischen Hof" eie diesjährige General-Versammlung des Knüllklubs statt. Es waren Delegierte der Sektionen Breilenbach (Niederaula), Raboldshausen, Frielendorf, Ziegenhain, Treysa, Homberg und Oberaula anwesend, sowie viele Mitglieder dieser Sektionen an Zahl etwa 5060 Personen. Die Lektion Neukirchen hatte keinen Delegierten entsandt. Der Präsident, Herr Oberförster Borgmann von Ober­aula, eröffnete die Versammlung gegen 3V» Uhr mit einer Begrüßungsrede und Dank für die zahlreich erschienenen Mitglieder. Hierauf erfolgte Mitteilung über Vereinsan- Zelegenheiten und Nachweis über den Kaffmbestand rc. In Aussicht genommen für das nächste Jahr wurde der Bau eines Aussichtsturmes seitens der Sektion Oberaula auf dem Eisenberg und seitens der Sektion Ziegenhain der Bau eines solchen auf der Landsburg, sowie weiter die An­bringung von noch fehlenden Wegweisern rc. Durch den Bau eines Aussichtsturmes auf dem Effenberg wurde dem Auge besonders der Ausblick auf den langgestreckten Thüringerwald bis hinauf zum JnselSberg und der Rhön in ihrer ganzen Länge bis zum Kreuzberg eröffnet werden. AlS Versammlungsort für die nächstjährige Generalver­sammlung wurde Oberaula gewählt. Erfreulich war die Mitteilung, daß die Zahl der Mitglieder bereits aus über 700 gestiegen ist, gewiß eine Zahl, womit der junge Verein nach kaum zweijährigem Bestehen zufrieden sein kann und der Beweis geliefert ist, daß der hohe Wert unserer schönen Knüllberge richtig erkannt, alle Anerkennung gefunden hat. Nach Schluß der Verhandlungen begab sich die größere Zahl der Mitglieder auf den Schloßberg. Die Aussicht von diesem so schönen Aussichtspunkte in das Edder- und Schwalm­thal war allerdings etwas verschleiert, doch immerhin sehr schön war der Sonnenuntergang und bot dieser ein reizendes Bild. Nach der Rückkehr vom Schloßberg wurde in dem schönen Saale desHessischen Hofes" ein gemeinschaftliches Mahl eingenommen und bis spät in die Nacht dauerte das fröhliche Beisammensein, nachdem ein Teil der Mitglieder schon früher mit den Bahnzügen ihrer Heimat zugeeilt waren.

Cassel, 28. Aug Am 24. d. M. wurde die Konver­sion der 4 Prozent unkündbaren Landes-Kredit-Kasscn-Obli- gationen beendet und hat dieselbe ein glänzendes Resultat ergeben, indem ca. 90 Prozent obiger Obligationen kon­vertiert wurden. Die abgestempelten Beträge verteilen sich auf die einzelnen Stellen wie folgt: bei Mauer u. Plaut 30 400 000 Mk., bei der Landes-Kredit-Kaffe 2 400 000 Mk., bei der Hannoverschen Bank 1 600 000 Mk., bei der Deut­schen Vereinsbank 1000 000 Mk, bei der Dresdener Bank 500 000 Mk Aus obigen Ziffern geht zur Evidenz her­vor, daß sich unsere Landes - Kredit - Kassen - Obligationen fast ausschließlich in Heffen befinden, und nach wie vor das beliebteste Anlagepapier der hessischen Bevölkerung sind.

Cassel, 28. Aug. Von dem städtischen Feldhüter vor dem Holländischen Thore wurden vorgestern abend in einem Weizenfelde zwei Füchse angetroffen und gelang es demselben, sie mit dem Seitengewehr totzuschlagen, ein seltenes Jagdergebnis in anbetracht der Scheu und Schlau­heit des Meisters Reineke. Wie uns mitgeteilt wird, hat sich hier heute dieAktiengesellschaft für Federstahl­industrie", vorm. A. Hirsch u. Co., konstituiert. Das Aktienkapital beträgt eine Million Mark. Der Aufsichts­rat besteht aus den Herren Geheimer Justizrat Oetker, Kaufmann Knetsch, Kaufmann Pulvermacher hier und Direktor Unger aus Cannstadt. Die Gesellschaft hat die Aktiva der Firma auf Grund des Inventars vom 31. Dezember 1885 übernommen, und zwar zu folgenden Werten: Die Immobilien Mk. 315 643,66, Maschinen, Werkzeuge und Utensilien, Mobilien und Pferd und Wagen Mk 212533,57, Materialien und Warenbestände Mark 141405,01, Kassa und Wechsel Mk. 22401,18, Debitoren abzüglich Debitoren - Reserve Mk. 234016,58, Summa Mk. 926000. Passiva sind nicht vorhanden. Ein Teil des Aktienkapitals ist den größeren Abnehmern überlassen And für die Einführung an der Börse, die erst im nächsten Jahr in Aussicht genommen ist, ein Kapital von Mark 450- bis 500000 reserviert. Der frühere Inhaber der Firma, Herr Siegfried Hirsch, hat die Direktion der Ge­sellschaft übernommen. lT. u. A)

Cassel, 28. Aug. Dem Handelskammerbericht zufolge wurden hier während des Jahres 1885 von Auswärts insgesamt 36366 hl Bier eingeführt, wovon ein nicht unbeträchtlicher Teil durch Händler wieder nach außerhalb vertrieben wurde. Es waren dies: aus der Hess. Aktien- brauerei Cassel 18 750 hl, von Dortmund 590, Einbeck 51, Erlangen 390, Frankfurt a. M. 3250, Hannover 125, Hanau 79, Homberg 400, Culmbach 325, Kitzingen 10, Kupferhammer b. B. 1760, Lichtenhain 60, Lippstadt 3800, Lichtenau 237, München 2410, Marburg 35, Malsfeld 381, Nürnberg 750, Niedenstein 183, Paderborn 69, Potsdam 69, Pfungstadt 428, Pilsen 297, Westheim 214, Warburg 770, Wolfsanger 292 und aus verschiedenen andern Orten 141 hl. Von dem in Caffel gebrauten Bier sind bereitet: von H. Eckhardt 12 018 hl, C. Eissen­gartheu Nachf. 15070, H. Eissengarthen 8545, C. Hahnen- kamm 16437, C Kranß 4502, A Kropf 14264, I. F. -Kühnemanu 4655, Gebr. Sumpf (Losch) 16036, Jean Spindler 2818, E. Wentzell 8218, in Summa 102563 hl. Davon haben wieder ausgeführt: H. Eckhardt 1800, Ehr. Eissengarthen Nachf. 1689, H. Eissengarthen 934,C.Hahnen- kamm 7927, C. Krauß 1019, A. Kropf 2346, I. F. Kühne- mann 712, Gebr. Sumpf Losch) 4917, Jean Spindler 757, E. Wentzell 2292, in Summa 24 393 hl, es sind also hier ver­

blieben 78170 hl. Ter örtliche Bierverbrauch beträgt danach zusammen 114536 hl, wovon 189 Liter auf den Kopf der Bevölkerung enffallen. Von Branntwein aller Art wird ein örtlicher Verbrauch von 865966 1 zu 50 Prozent n. Tr, oder 14,3 1 auf den Kopf der Bevöl­kerung ausgerechnet. Von den etwa 20 Spirituosen­händlern der Stadt, wovon 12 auch Liqueur fabrizieren, wurden gegen Zurückerstattung der Steuer ausgeführt: 641910 1 Branntwein ä 50 Prozent n. Tr., 101 622 1 Liqueur ä. 30,5 Lrozent n. Tr.

Cassel, 30. Aug. Gestern früh gegen 6 Uhr wurden auf dem Mittelperron des hiesigen Bahnhofes von der Gesell­schaftFauna" in Elberfeld gegen 500 Brieftauben ab­gelassen, welche sämtlich in nordwestlicher Richtung davon­flogen. Zwei blieben bei dem Aufflug zurück und hielten sich noch längere Zeit am Bahnhofsgebäude auf.

Hofgeismar, 27. Aug Am gestrigen Donnerstag fand hicrfelbst in der Altstädter Kirche das erste Gustav- Adolfs-Fest der Klasse Grebenstein statt. Die Festpredigt hielt Herr Psarrer Wolff von Caffel. Der hiesige Männergesangverein hatte den Gesang der Lithurgie über­nommen und sang nach der Predigt auch noch den Psalm: Singet dem Herrn ein neues Lied. Außer einem großen Teil der hiesigen Gemeinde beteiligten sich an der Feier sämtliche Geistliche und Lehrer der betreffenden Klaffe.

Telegraphische Depeschen.

Giurgewo, 29. Aug Gestern abend erfolgte die Ueberfahrt. Fürst Alexanders Ankunft in Rustschuk sand unter unbeschreiblichem Enthusiasmus statt. Auf der Landungsbrücke vor Rustschuk be­grüßte den Fürsten der Metropolit, die Konsuln und die von Stambuloff geführte Deputation. Die Weiterreise nach Sistchwo erfolgt morgen früh.

Potsdam, 29. Aug. Se. Majestät der Kaiser empfing heute vormittag 11 Uhr auf Schloß Babelsberg den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck. Ihre Majestät die Kaiserin wohnte vormittags dem Gottesdienste in der Friedenskirche bei. Nachmittags 3 Uhr findet auf Schloß Babelsberg bei Ihren Majestäten ein Diner statt, zu welchem der König von Portugal, die Königl. Prinzen und die zur Umgebung des Königs von Portugal gehörigen Herren Eirr- lavungen erhalten haben. Später findet eine Dampferfahrt nach dem Wannsee und der Pfaueninsel statt.

Jugenheim, 29. Aug. Nach hier vorliegenden Nach­richten wird Fürst Alexander die Reise nach Sofia ohne Unterbrechung fortsetzen und bereits morgen früh dort eintreffen.

Wien, 29. Aug. DasFremdenblatt" sagt über die Rückkehr des Fürsten Alexander nach Bulgarien: Mit der Ankunft desselben auf bulgarischem Boden werde für die politische Berechnung und für das positive Interesse Europas jedenfalls ein gewichtiges Element für die Ruhe des Landes gewonnen fein, die Herstellung der legalen Ordnung schaffe die wichtigste Voraussetzung für die Wahrung des Orientfriedens. DiePreffe" legt die Un­möglichkeit dar, heute zu entscheiden, ob die Rückkehr des Fürsten Alexander auch ein Akt staatsmännischer Einsicht und Klugheit war, und gelangt zu dem Schluffe, daß die politische Situation in Sofia heute genau dieselbe geworden fei, wie sie vor 8 Tagen war, als von Zankow und Grujew die Revolution geplant wurde und als Fürst Alexander selber gestanden habe, daß er nur auf eine Gelegenheit warte, sich mit Ehren vom bulgarischen Throne zurück­zuziehen.DieNeue Freie Presse" besorgt nicht, daß die Rückkehr des Fürsten das Signal zu schweren Ver­wickelungen bilden werde, glaubt aber, daß der Fürst eine schwere Stellung haben und vielleicht große Stürme werde bestehen müssen, indeß sei auch die Möglichkeit nicht aus­geschlossen, daß er sich mit Rußland versöhne"

Pest, 29. Aug. DerPest. Lloyd" meldet aus Belgrad, König Milan betrachte die Rückkehr des Fürsten Alexander mit der größten Befriedigung und habe einer hohen Per­sönlichkeit gegenüber geäußert, die Rückkehr des Fürsten bedeute eine Garantie der Konsolidierung der Zustände im Orient.

London, 29. Aug. Die anläßlich der Verurteilung des Sozialisten Williams angekündigte Monstreversammlung hat heute nachmittag 5 Uhr auf demTrafalgar Square" stattgefunden. Zu derselben trafen aus verschiedenen Stadt­teilen Züge von Sozialisteu ein, wobei die Musik die M rseillaise spielte. Mehrere Reden wurden gehalten und Resolutionen angenommen, in welchen dieFreilassungWilliams gefordert und die Notwendigkeit der Emanzipation der Arbeit, sowie das Recht der Arbeiter, die Mittel zur Produktion selbst zu besitzen, verlangt wurden. Die Polizei war zu Fuß und zu Pferde in großer Zahl in der Umgebung des Trafalgar Squares" aufgeboten, es kam jedoch keine Un­ordnung vor.

Petersburg, 29. Aug. Die Flottenmanöver in den finnischen Scheeren beginnen morgen und sollen bis zum nächsten Donnerstag dauern.

Bukarest, 29. Aug. Fürst Alexander ist vormittags 10 Uhr hier angekommen und am Bahnhof von dem Minister­präsidenten Bratiano, sowie den anderen Ministern und dem englischen Gesandten White begrüßt worden Auch die hier weilenden Bulgaren waren zum Empfange des Fürsten auf dem Bahnhof erschienen. Seitens der provisorischen bulgarischen Regierung ist der Minister des Auswärtigen, Natchevitch, zur Begrüßung entsandt worden. Der Fürst und sein Bruder unterhielten sich mit mehreren Persön­

lichkeiten einige Zeit. Um 11 Uhr wurde die Weiterreise angetreten. Sowohl bei der Ankunft wie bei der Abfahrt wurden dem Fürsten von der zahlreich versammelten Menge Ovationen dargebracht.

Czernowitz, 29. Aug. Fürst Alexander passierte die hiesige Eisenbahnstation gestern abend 6 Uhr. Der Zug hielt nur wenige Minuten, während derselben wurden dem Fürsten aber von der auf dem Bahnhof versammelten zahl­reichen Menschenmenge unausgesetzt Ovationen dargebracht.

Giurgewo, 29. Aug. Fürst Alexander ist nachmittag 1 Uhr in Smarda l Giurgewo) eingetroffen.

Giurgewo, 29. Aug. lieber die gegenwärtige Situation Bulgariens hat Stambulow einem Korrespondenten der Agence Havas" folgende Aufklärung gegeben: Es beständen zur Zeit zwei Negierungen im Lande, eine in Sofia unter Leitung Karawelows, die andere für das übrige Bulgarien und Rumelien unter Vorsitz Stambulows. Letzterer habe sich von Karawelow getrennt, weil dieser der Absendung eines russischen Enqnölekominissärs zugestimmt habe, während Stambulow die Situation ohne Teilnahme eines solchen wiederherstellen wolle. Demnach sei die durch die gestrige Proklamation Stambulows designierte Regierung als wirkliche Regierung zu betrachten, welche mindestens bis zur Rückkehr des Fürsten nach Sofia von diesem als solche acceptiert werden dürfte. Major Gruew ist in Rahowa, mehrere andere Offiziere sind in Widdin. interniert Zankow be­findet sich noch, ohne verhaftet zu fein, in Sofia, wird jedoch streng überwacht

Koustautiuopel, 28. Aug. Wie verlautet, hätte der englische Botschafter bei der Pforte einen Schritt zu Gunsten der Wiedereinsetzung des Fürsten Alexander unter­nommen. Der Minister des Aeußeren Said Pascha soll darauf geantwortet haben, daß die Pforte eine derartige Initiative nicht ergreifen könne, nachdem sie beschlossen, nur im Einvernehmen mit allen Mächten vorzngeben

Vermischtes.

Darmstadt, 27. Aua. Man wird sich noch erinnern, daß im Mai d. I. die Studenten des hiesigen Polytechni- kums wie ein Mann be t Besuch der Vorlesungen einstellten, weil einige der Kommilitonen, die wegen Zoeikampfs zur Untersuchung gezogen waren, plötzlich verhaftet wurden. Die Betroffenen wurden freilich nach zwei Tagen wieder frei- gelassen, aber die Untersuchung wegen Zweikampfs nahm ihren Fortgang. Heute sand nun vor der Ferrenkammer des Landgerichts die öffentliche Verhandlung gegen die An­geklagtenStudiosus Joh. Wilhelnc Eadreß, Friedr. Reh, Alexander Stuttmann und Eduard Gaa statt, die nach kurzer Dauer mit der Verurteilung za je 3 Monaten Feüung nebst Tragung der Kosten wegen Vergehens g-gen § 205 des Str.-A.-B. endete. Der Vertreter der Anklage, Staats­anwalt Dr. Schmidt, hatte in seinem Plaidoyer selbst die aus dem Fall fließenden Milderungsgründe hervorgehoben, so daß der Verteidiger, Rechtsanwalt Hallwachs, dessen Klienten ja die Thatsache der stattgehabten Schläger-Men­suren unumwunden eingestanden, sich seinem Antrag auf baS obige geringste gesetzlich zulässige Strafmaß anschloß.

Rom, 28. Aug. Rach hier eingegangenen Meldungen sanden gestern abend in Catania, Reggio (Calabrien), Syra­kus, auf der Insel Ischia, in Bari, Av.lino, L cce und Potenza heftige Erderschütlerungen statt. Die Bevölkerung verbrachte die Nacht entweder auf freiem Felde oder in den Kirchen. Von Schäden wird nichts gemeldet.

Neapel, 28. Aug. Gfftern wurden hier und in Ca- ferta, Foggia und Tarento leichte Erdeischütterungen ver­spürt. Aus Brindisi wird eine stärkere Erdbewegung ge­meldet, welcher nach kurzer Zeit ein zweiter Stoß folgte. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.

Athen, 28. Aug. Ja ganz Griechenland sind gestern heftige Erderschütterungeu wahrgenommeu worden, den größten Schaden richteten dieselben in Pyrgos an, woselbst alle Häuser zerstört wurden; eine Ortschaft in der Nähe von Pyrgos ist vollständig vernichtet. Die Zahl der hierbei umgekommenen Personen wird auf 300 geschätzt. Auch in Zante wurden Erderschütterungen verspürt und sind dadurch viele Häuser beschädigt worden, doch ist kein Verlust an Menschenleben dabei vorgekommen.

Unter der B Zeichnung Pain-Expeller wird seit Jahren von der Nürnberger Firma F. Adolf Richter gegen allerlei Leiden ein Geheimmittel vertrieben. Das Pain - Expeller gilt für ganz harmlos, es ist nicht nur in Droguenhand- lungen käuflich, sondern wird auch von Hausierern feil­geboten. Häufig wird es ganz ohne Kritik als Hausmittel angewendet. So harmlos aber, wie die Laien meinen, ist das Pain-Expeller nicht. Seine Anwendung kann, wie ein Fall, der sich in Königsberg i. Pr. zugetragen hat, schwere Erkrankung herbeiführen. In das dortige städtische Kranken- haus wurde, wie dessen Direktor Dr. Meschede in der Berl. klinischen Wochenschrift" mitteilt, im Anfänge dieses Jahres eine Fran eingebracht, die alle Anzeichen einer schweren Vergiftung z-igte. Die Untersuchung ergab, daß diese Er­krankung durch den Gebrauch des Pain - Expeller herbei- »eführt war. Die Patientin hatte, um eine Verdauungs­störung zu beseitigen, auf das Anraten eines Hausierers Pain-Expeller einiae Zeit lang zu sich genommen. Als sie in das Krankenhaus eingeliefert wurde, war sie bewußtlos und wurde erst eine Woche später ihrer Sinne wieder ganz mächtig. Bis sie wieder vollkommen genesen war, dauerte es noch 5 weitere Wochen. Das Pain - Expeller ist au8 konzentrierten Lösungen von spanischem Pfeffer und Salmiak­geist zusammengesetzt, aus Medikamenten, die man ohne ärztliche Ueberwachnng nicht brauchen sollte. Man muß daher vor dem Gebrauch des Pain - Expeller eindringlich warnen.

Der Hofbuchhändler Friedrich Wagner in Braun­schweig hat sich in einem Anfall von Geistesstörung erschossen.

Der wegen des HanSeinsturzes in Karlsruhe ver­haftete Bauunternehmer ist wieder freigelassen. Die Haupts schuld soll der mit umaekommene Polier baden.________

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