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Marburg, Freitag, 25. Juni 1886,
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b) bei unserer Kirchhainer Agentur, frei ins Haus.........*. .
c) besgl. bei unserer Expedition . . .
Angehörigen des Reichöheeres und der Marine, wird angenommen. — An dem dem Kaiser vor einiger Zeit vorgelegten neuen Infanterie-Gepäck sind nach der „Staatsb. Ztg." verschiedene, durch eingehende Probeversuche sich als notwendig herausstellende Abänderungen vorgenommen worden, und sollen nun mit demselben 2 Kompanieen des Potsdamer Lehrbataillons und ein aus allen Regimentern des 15. Armeekorps zusammengesetztes Marschbataillon ausgerüstet werden. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine den Mannschaften zu gewährende Gewichtserleichterung, die übrigens sehr beträchtlich ist, da dieselbe für die Ausrüstungsgegenstände der Infanterie ca. 3 kg (bei der Kavallerie ca. 6 kg) beträgt, sondern besonders auch um eine gleichmäßigere Verteilung und eine bequemere Trageart der Gepäckstücke. .Besonders ins Auge fallend ist die Sorgfalt, mit welcher man cs vermieden hat, die Brust durch darüber hinlaufende Riemen und Gurte zu beengen; Brotbeutel, Feldflasche und das kleine Schanzenzeug werden direkt an die Koppel befestigt. Eine weitere Neuerung sind die drei (früher zwei) Patronenlaschen, von denen zwei wie bisher vorn, die dritte unmittelbar unter dem Tornister getragen werden; dieselben hängen nicht mehr an Schlaufen lose am Leibriemen, sondern sind fest an denselben geschnallt, und zwar so, daß ihre obere Kante über der des Leibriemens liegt. Jeder, dem die mit Feldchargierung gefüllten Taschen beim schnellen Laufen schon auf dem Leibe herumgeklappert sind, wird die Vorteile der neuen Befestigungsart zu schätzen wissen. Eine gründliche Aenderung hat auch der Tornister erfahren, der, wie bekannt, zweiteilig ist. Das soll nun nicht heißen, daß der Tornister an sich zerlegt werden kann, derselbe enthält vielmehr nur einen sogenannten Lebensmittelbeutel aus braunem Segeltuch, welcher unter der Klappe seinen Platz hat und, wenn bei starken Märschen und im Gefecht zur Erleichterung der Mannschaften das Gepäck abgelegt wird, herausgenommen und selbständig als Tornister getragen werden kann.
München, 23. Juni. In deni „Korr. v. u. f. D." finden wir eine bemerkenswerte Schilderung des Leidens König Ludwigs II. Es heißt in derselben: „Kein Friede hat in dieser Seele gewohnt; schweres körperliches Leiden hat die Nachtruhe verscheucht und kein Vertrauen zu einem Sterblichen aufkommen lassen. Des Menschen Auge war dem Kranken unerträglich, schließlich sogar die menschliche Stimme eine Abscheu! Der Verkehr mit den unentbehrlichsten Bediensteten fand bei verschlossenen Thüren statt, und durch Kratzen an denselben gab die Majestät zu erkennen, daß sie den auf der anderen Seite Sprechenden verstanden habe! Qualvolle Sinnestäuschungen machten das Leben zur Pein. Messer, die nicht vorhanden waren, sollten die Diener beseitigen! Kein Blick des Kammerdieners durfte während des Ueberziehens der Kleider das Auge res Königs treffen! Jeder Vogel, der sich aus den Büschen erhob, verursachte Präkordialangst! Die einzige Freude, welche der umnachtete Geist in krankhaft überreizter Weise zu pflegen liebte — die Errichtung herr-
Geschichtskalenver.
25. Juni.
Im Schatten des Lebens.
Roman von P. Felsberg.
(Fortsetzung.)
Auch Frau v. Sternburg bat Heimb.ck in liebenswüre digster Weise um seinen Besuch; die alte Dame hatte einbeinahe mütterliche Liebe zu dem jungen Künstler gefaßt, dessen geraden und soliden Charakter die erfahrene Dame mit feinem Kennerauge bald erkannt hatte und schätzte.
Wie träumend durcheilte Heimbeck die glänzend erleuchteten Straßen. — War es denn wirklich war, was ihr Blick ihm heute Abend zu sagen schien? — möglich, daß sie ihn lieben konnute? — Neben all den eleganten Cavaliere» sollte er gerade sich dies Herz zu eigen gemacht haben, er, der bürgerliche, bescheidene Künstler? — ihm wollte die durch Schönheit und Geist ausgezeichnete Hedwig Biela angehören?
Die Laternen tanzten vor seinen Augen, er wußte nicht mehr, wo er sich befand. Ganz in Gedanken vertieft, hatte er sich in dem Labyrinth von Straßen aufs Geradewohl gehend, verirrt. Er rief die, erste leere Droschke an und ließ sich nach seiner Wohnnng fahren. Unterwegs drängten sich ihm doch auch wieder andere, schmerzliche Gedanken auf. Graf Alfred, wird auch er denken, wie seine Schwester? — wird er ihn den hochgeborenen Bewerbern um Hedwigs Hand vorziehen? — er konnte das kaum hoffen. Der Graf hatte ihm zwar vom Anbeginn ihrer Bekanntschaft das freundlichste Wohlwollen erwiesen, er glaubte auch Grund zu haben, ihn für einen durchaus vorurteilsfreien Manu halten zu dürfen; doch dann hatte der Graf in ihm natürlich auch nie einen Bewerber um die Hand seiner Schwester vermuten können.
Dieser Gedankengang war ihm peinlich. Er war in-
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Berlin, 23. Juni. Das Wohlbefinden des K a i s e r s ist jetzt ein sehr befriedigendes und besser als im vorigen Jahre bei seinem Aufenthalt in Ems. Der Kaiser ist in Gastein bestimmt zum 18. Juli angemeldet. Die Kaiserin von Oesterreich wird am 1. Juli, die Großherzogin von Weimar in den ersten Tagen des Juli erwartet. — Fürst Bismarck ist heute morgen nach Varzin abgereist. — Der Bundesrat überwies die Vorlage, betr. die Veranstaltung einer allgemeinen deutschen Industrieausstellung zu Berlin in 1888, an seine Ausschüsse für Handel, Verkehr und Rechnungswesen und erteilte sodann dem Entwürfe einer Beiordnung zu dem Gesetze über die Ausdehnung der Kranken- und Unfallversicherung vom 28. Mai 1885 seine Zustimmung. — Der Antrag Sachsens wegen erneuter _____E Anordnungen auf Grund des Gesetzes gegen die Sozial- ■uli ob« Demokratie und der Ausschußbericht über den Gesetzentwurf, betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der
sicher Bauwerke, schließlich eines chinesischen Schlosses, konnte Mangels der hierzu erforderlichen Mittel nicht mehr erfüllt werden. Schon war mit Versuchen, die Dienerschaft au die Unterwürfigkeit des chinesischen Hofes zu gewöhnen, begonnen und waren die Baupläne entworfen worden, als die eiserne Notwendigkeit die Ausführung des Beabsichtigten ausschloß. Nun begannen die Todesurteile und die Anordnungen schrecklicher Strafen gegen die vermeintlich böswillig Widerstrebenden und die kompromi- tierenden Versuche, Kapitalien um jeden Preis herbeizuschaffen, sei es durch gegen die Banken geübte Gewalt, fei es durch die Gunst Mächtiger und Reicher. Der umnachtete Geist verfolgte diese Idee mit einer seltenen Zähigkeit Tag und Nacht. Die Ausgeburten der Manie zeigen in unwiderleglicher Weise die schwere, entsetzliche Krankheit. Die letzte Hoffnung war auf den Schah von Persien und den Sultan in Konstantinopel gesetzt. Selbstmordgedanken traten hervor, so oft von einem zitternden Diener das Mißglücken eines solchen, wunderbarer Weise als aussichtsvoll gehofften Versuches gemeldet werden mußte. Seit Jahren, wird von einer glücklichen Stunde, von einem Augenblick einer jeder Menschenbrust unentbehrlichen Befriedigung nicht mehr berichtet! Selbst die Erfüllung eines Lieblingswunsches gab kein wahres Glück; denn der Wunsch nach mehr, nach neuem, ließ kein solches aufkommen! Kein Pferd lief schnell genug, kein Saal war reich genug geschmückt; kein Brunnen sprang hoch genug — ein entsetzlicher Drang nach Größe und Unerreichbarem vergellte ein für die höchsten Leistungen befähigtes Wesen." — Wiener Blätter berichten noch Einzelheiten über die Pläne des Königs. Eine Zeit lang trug sich Ludwig II. mit dem Gedanken, fein Königreich Bayern mit einem anderen Lande zu — vertauschen. Das ist buchstäblich zu nehmen. Er wollte Bayern gegen den Besitz eines anderen Reiches abtreten, und zwar eines Reiches, wo er die unbeschränkteste Herrschaft üben, ganz nach seinem Belieben über das Eigentum des Staates, über das seiner Bewohner und über Leben und Tod der Unterthanen hätte verfügen können. Um ein solches Tauschobjekt zu finden, sendete er, reich ausgestattet mit Mitteln aus der Kabinettskasse, den Hofbeamten Löhr in die weite Welt, auf lange und ferne Reisen. Aber Herr Löhr konnte nichts passendes auftteiben, und so rief ihn der König unwillig zurück, als derselbe berichtet hatte, daß er selbst in Persien nichts habe ausrichten können. Der König kam seitdem auf diesen Gedanken nicht mehr zurück. — Einmal wollte König Ludwig allen Ernstes den Krieg an Sachsen erklären, und zwar einer ganz unbedeutenden Differenz wegen mit dem König Albert. — Ludwig II. beschäftigte sich auch viel mit religiösen Fragen, namentlich aber mit den Vorstellungen vom ewigen Leben. Er erklärte, er wolle nichts von einem Himmel wissen, wo alle Menschen gleich seien. — Ein Lieblingsgedanke des Königs, der ihn viele Monate beschäftigte, war der, einen der riesigen Bergipfel bei Hohenschwangau in einen — feuerspeienden Berg zu verwandeln.
zwischen zu Haus angelaugt und ging in feinem Mustkzimmer auf und ab. So lange er nicht auf Hedwigs Liebe zu hoffen gewagt, war ihm der Gedanke an ihren Besitz nicht gekommen; jetzt, wo er wußte, daß er ihr nicht gleichgültig daß et ihr mehr, als ein bloßer Gesellschafter sei — fühlte er sich beseligter und auch zugleich unglücklicher, denn je zuvor. Durfte er die ihm von Hedwigs Bruder angebotene Gastfreuudschast annehmen, in das schöne, herzliche Verhältnis, welches zwischen den Geschwistern bestand, störend und zersetzend sich eindrängeu? — War es nicht nur ein vorübergehendes Gefühl, das Hedwig für ihn empfand, und hatte sie ihn nicht vielleicht schon nach kurzer Zeit wieder vergessen?
Den widerstreitensten Empfindungen preisgegeben, warf er sich endlich auf sein Lager, doch et vermochte lange nicht Ruhe zu finden.
Hedwig war glücklicher; sie kannte ihren Bruder und konnte sich ruhigen Herzens der beseligenden Hoffnung hingeben, geliebt zu sein. Der Schmerz der Trennung, bet ihr vor wenigen Stunden noch so schwer erschienen, war jetzt durch die Aussicht auf Heimbecks baldigen Besuch .in Friedenau bedeutend gemindert. Ein glückliches Lächeln verklärte ihre Züge, so daß, Jeannete, ihre Zofe, gewohnt, ihre Herrin meist ernst, ja ttübe gestimmt zu sehen, sich diese Wandlung nicht zu erklären vermochte.
XVIII.
Der Sommer war fast vorüber, die herbstlichen Farben begannen bereits, sich in Wald, Garten und Flur einzubürgern, und Waldemar Heimbeck hatte die Residenz noch nicht verlasst n. Aus dem Kampfe seiner Liebe mit dem Ehrgefühl hatte sich der feste, wenn auch durch so manche schlaflose Nacht hervorgerufene Entschluß gebildet, der Einladung deS
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grsLeint täglich außer an Werktagen noch Sonn- und geiettagen. — Quartal- AbsmiementS-Preis bei der Axpedition 21/« Mk., bei den Postämter 2 Mk. 50 Bfg. (erd. Bestellgeld), zn^ertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg. Reklamen für die Zeile -'5 Pfg.
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841. Lothar wird von seinen Brüdern Lndwig und Karl bi Fontenaille (Auxerre) geschlagen.
1183. Friede zu Constanz zwischen Friedrich Barbarossa und den Lombarden.
1243. Jnnoeenz IV. besteigt den päpstlichen Stuhl.
i lo30. Die protestantischen Stände übergeben auf dem ioi , Reichstage zu Augsburg die (Augsburger) Konfession. !0511.1 '632. Gefecht hessischer Reiter mit fuldaischen Bauern bei Mackenzell. Letztere, 800 an der Zahl, wollten die Reiter von Hünfeld abschneiden, ober das Vorhaben mislang, und zwar in dem Grade, daß an 500 Bauern geblieben sein sollen — was übrigens auf eine äußerst tapfere Gegenwehr schließen läßt. Viele suchten sich dadurch in Sicherheit zu bringen, daß sie, des Schießgewehrs bet Reiter vergessend, auf bte Bäume des Wäldchens kletterten, in w lchem der lleberfall stattgefunden hatte; indes geriet uinen dies zum Verderben. — In demselben Jahre starb der Professor der Theologie Josua Stegmann zu Rinteln, als Prediger damals mit Recht berühmt und als Dichtet geistlicher Lieder noch jetzt bekannt.
1807. Die Kaiser Napoleon und Alexander haben auf dem Memel eine (kardiale) Zusammenkunft.
»^28. Don Miguel, 3. Sohn des Königs Johann VI. von , 72»/41 Portugal, läßt sich mit Uebergehung der näheren Rechte * 101*/» | seiner Nichte Maria da Gloria, Tochter seines ältesten ’ 101*/» i Bruders Don Pedro, Kaisers von Brasilien, zum Könige f von Portugal ernennen und hebt die Konstitution auf.