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Marburg, Sonntag, 28. März 1886.

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»Armer Fritz! Wir kommen gleich!

^5, ^e beiden Mädchen das Eßzimmer betraten, befanden sich außer dem Dokter Martheus Bruder, noch drei Herren Sa ^Fr°u Pfarrer, die eine sehr gute Köckin war, ihr a r- l lnt0e Kostgänger, meist Freunde oder Bekannte fca@°^ ' ?? auf Weise ihr sumales Einkommen "was Zn vergrößern. Marie Eckhard aber lebte ganz bei Buchtemanns. Sie war die Tochter des Apothekers in dem­selben kleinen Landstädtchen, wo Martheus Vater Pfarrer gewesen und als die Pastorswittwe in die Residenz gezogen wo ihr Sohn sich als Arzt niedergelassen und wo Matthe das Seminar besuchen sollte, da hatte Herr Eckhard seine Tochter mitgeschickt, da deren sehnlichster Wunsch von jeder gewesen, Lehrerin zu werden. 1 bec

Mnr'Z? .h°be Professor Hauswalt mit hereinbringen wollen, Marthe/ rief ihnen Fritz entgegen, .doch er sträubte fitfi fe^r, Du habest noch M thun, meinte er, daß er es nicht wagen dürfe, Dich von Deinen Büchern abzuziehen! Denk SLrJWi Sl b» * Ä Ä bildet sich ein, Du hocktest den ganzen Taa hinter hen Büchern, wie ein Blaustrumpf, (nichts für ungut Fräulein Maries während doch Dein HaupLeben IdWW« Freunden und mir recht gutes Essen auf den Tisch zu setzen. nnh"Sf?a2?rdabt. Ach doch eigentlich bei Mutter und Sorte zu bedanken, ich sehe nur ab und zu einmal

(Fortsetzung folgt.)

kistungen bei Linientruppenteilcn bis zur Dauer von acht Wochen von Premierleutnants des Beurlaubtenstandes, welche bereits die Qualifikation zum Hauptmann besitzen, sowie von Hauptleuten seitens der Generalkommandos ae- Eden- Ebenso ist es den Generalkommandos gestalt"' lnakttve oder dem Beurlaubtenstande angehörende Osstzlere, welche für den Mobilmachungsfall als Adjutanten der stellvertretenden höheren Stäbe designiert sind oder als Adjutanten eines Bezirkskommandos ausgebildet werden sollen, zu einer sechswocheutlichen Dienstleistung einzu-

<frf6*int täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertage». Quartal- Abonnements-Preis bei bet Expedition 2>/. Ml.. bei ben Postämter 2 Ml. 50 Pfg- t-xcl. Bestellgelbi. Jnierrionsgebübr für bie gespaltene Zeile 10 Pfg. Kellam n für bie Zeile 25 Pfg.

Ausland.

London, 26. März. Unterhaus. Bei der Einrel- beratung des Kriegsbudgets wurde der Unterantrag Camp- bells auf Herabsetzung der für die Okkupationstruppen in Aegypten geforderten Bekleidungskosten auf die Hälfte SFt66Suni9un9 ber Räumung Aegyptens, mit 290 gegen 166 Stimmen abgelehnt.

Brüssel, 26. Mörz. Während des gestrigen Ar- beitermeetnigs hatten sich etwa 1000 Personen vor dem Versammlungslokale eingefunden, welche sich jedoch ruhig verhlUtm. Der Platz war von der Polizei besetzt. Nach der Beendigung des Meetings, in welchem heftige unb aufreizende Reden gehalten wurden, fand eine Zusammen­rottung s att; die Marseillaise wurde gesungen, indes wurde versucht, einen Zug zu bilden, was jedoch die Polizei verhinderte. Nach der Zerstreuung der Volksmassen am gestrigen Abend- zog ein kleinerer Hause nach dem Palais Ber dem Handgemenge mit der Polizei zog letztere die Sabel, worauf der Haufe zerstreut wurde. Fünf Ver­haftungen wurden vorgenommen. Jetzt herrscht Rübe Maueranschläge, welche zu Brand und Plünderung auf- fordnten, wurden polizeilich entfernt. - Laut den heutigen Nachrichten aus Charleroi hat sich der Strike fast auf das ganze dortige Kohlengebiet ausgedehnt infolge der Ein­schüchterung durch andere Strikende, welche umherrieben Bei den Gruben, in Chatelineau, Forges und Agoz fand ein Zusammenstoß mit der Gensdarmerie statt. Es wurden 5 Personen schwer verwundet. Von Turnay, Namur und Antwerpen treffen Truppen ein.

26. März Die Gensdarmerie nimmt zahl­

reiche Verhaftungen von bettelnden und bewaffneten Strikem vor. In allen Gemeinden patrouilliert die Bürgergarde um die Bewohner zu schützen. Ein Unteroffizier und drei Gemeliie wurden wegen Insubordination verhaftet.

Mons, 26. März. Tausend Arbeiter der Kohlen- grube bei Glllv sinken und fordern Lohnerhöhung; sie suchen die Kohlenarbeiter bei Ransart ebenfalls zum Strike zu veranlassen. 3

. Kopenhagen, 26 März. Der König erließ heute em vorläufiges Hnnanzgesetz für 1886/87, motiviert durch

Schiffahrtsabgabe auf der Unterweser, betreffend die Fest- ! - «3 emes Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für das Etatsfahr 1886 87 und betreffend die Heranziehung der Militarpersonen zu den Gemeindeabgaben. Die Gesetze werdeii zur Allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. ?ersner<nUb-r$ab der Vorsitzende zwei Schreiben des Reichs- tags -Präsidenten, mittels deren die vom Reichstage be­schlossenen Gesetzentwürfe, betreffend Abänderungen und Ergänzungen des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Jan. 18sowie der Strafprozeßordnung vom 1. Febr. 1877, betreffend die Entschädigung für unschuldig erlittene Strafen und betreffeiw die Abänderung und Ergänzung der Vor- schrlsten.der Stra'prozeßordiiung über die Wiederaufnahme d^ Verfahrens, übersandt worden sind. Es wurde be- schlosien, mit der Berichterstattung über die bezeichneten drei Gesetzentwürfe den Ausschuß für Justizwesen zu be­auftragen. Die Resolutionen des Reichstages wegen Ver­mehrung der Zahl der mit der Beaufsichtigung der Fabriken Sute.n samten und über die Zulassung des Rechts­weges in Zollstreitsachen wurden, erstere dem Ausschuß sur Handel und Verkehr, letztere den Ausschüssen für

Steuerwesen und für Justizwesen, die Vorlage, betreffend die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei Vieh- beforderungen auf Eisenbahnen, den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen zur Vorberatung überwiesen. Von Seiten des Ausschusses für Handel und Verkehr wurde über Eingaben wegen Zulassung von Ausnahmen von den Vorschriften über Einrichtung der Anlagen zur Anfertigung von Zünd- holzern Bericht erstattet. Dem Entwurf eines Gesetzes über die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechts- ^"t'Skeiten, dem Gesetzentwurf, betreffend den Anspruch des Statthaftes m Elsaß-Lothringen auf Gewährung von J*"?. Wa"egeld, unb dem Freundschafts-, Handels- a b Schiffahrtsvertrag mit dem Sultan von Zanzibar wurde die Zustimmung erteilt. Endlich wurde über dm bem Äatfer n>egcn Wiederbesetzung der Stelle des Ober- Reichsanwalts zu machenden Vorschlag und über Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zur Ausgabe von Aktien auf Namen^ unter dem gesetzlichen Minimalbetrage Be- schluß gefaU. ^urst Bismarck hat, nach dem ,,Ham- ErÄ?n" Srrre? belgische Ministerium das

Ersuchen gestellt, gemeinsam mit dem preußischen die ^uarchisten sich angelegen sein zu lassen. mLÄ' bamtlt ?Ur 6et günstiger Gelegenheit einen trn Der Kriegsminister hat unter

SU.6: bl Mts. angeordnet, daß auch in diesem Jahre bie Einberufung von Premierleutnans ber Landwehr - Jn- fanterie, ^ager, Fußartillerie unb Pioniere zu Uebunqen Sr-V 8tme behufs Darlegung ihrer Qualifikation zur lUT ^U.ptm«lm ltt ""glichst umfangreichem ^aPe stattzufinden hat. Auch können freiwillige Dienst-

1)um bevorstehenden Quartalwechsel # ersuchen wir die Bestellungen auf die Oberhessische Zeitung nebst deren wöchentl. Gratisbeilagen: Amtl. Anzeiger für die Kreise

Marburg und Kirchhai»

und

Illustriertes Sonntagsblatt recht bald bei der Post erneuern zu wollen, damit in der Uebersenduna keine Unter­brechung stattfindet.

Feuilleton des Blattes kommen im beginnenden Quartal folgende höchst spannende Erzählungen zum Abdruck:

Im letzten Augenblicke.

Kriminal-Novelle von Eric d'Oskar.

Bon ber Reise Sr. Majestät Schiff Prinz Adalbert."

, . (Aus Privatberichten),

sowie ber Roman

Wanda

von A. Gnevkow.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte-, sowie d-Annrucen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M , Cassel, Magdeburg und Menr Rudolf Masse in Frankfurt a M., Berlin.Münchenunb

Köln; G. L. Daube und co. n >rantfutt o. M., Berlin. Ha nover u.PariS

Deutsches Reich.

26. März. In der Kirchenvorlage brachte ' Bsichof Kopp em Amendement ein, wonach die Bestim- murig wegfällt, daß vom Staate als minder genehm be- zeichiiete Personen nicht als Lehrer und Leiter theologischer Demuiare angestellt werden können; ferner sollen die Be- L^ngenüber die Berufung an den Staat aufgehoben werden, endlich soll das Lesen von stillen Messen unb bie Spenbung ber Sterbesakramente unter allen Umftänben unb nicht Mob in Notfällen straffrei sein. - Die^Norb" ^üg. Ztg. schreibt:, Für das Togogebiet ist durch Ver­ordnung des Kaiserlichen Kommissars vom 16. Januar nunmehr ebenfalls ein Verwaltungsrat eingesetzt, bestehend aus drei Mitgliedern, die jährlich aus benVertretern ber borttgen europäischen Firmen ernannt werden. Der Bundesrat hielt am gestrigen Tage unter dem Vorsitz des L>taatsmlnlsters, Staatssekretärs des Innern v. Bötticher mie -Plenarsitzung ab. In derselben legte ber Vorsitzende Mitteilungsfchreiben des Präsidenten des Reichstages über die durch den Reichstag bewirkte Annahme nachstehender Gesetzentwürfe vor: betreffend die Ausprägung einer Nickel münze in zwanzig Pfennig, betreffend die Erhebung einer

Verkannt.

Novelle von Leo S»ntag.

(Fortsetzung,)

-s sieht allerdings aus, als ob der Professor nicht bah/$ei9r'& UetIr besm S^^^en Ausgange Deines Examens Mu*es Dich nicht so sehr anfechten, gib Dir e8 lich doch noch durchsetzen, ich

Ersuche es nicht mich über etwas hinweg« Efte Tnl Airr?b mjr S°uz klar ist. Ich werde

Mb^Jett mÄÄ 0eIernt Bi8 cS denn nn- »'lagr Zeil zum Nachtessen war.

6eth,}®° mint.e Garthe dann,nun hast du redlich setzt b^einwemg ausruhen zu dürfen, wir wollen Sch SuÄS"' bi§ Sntz und bie übrigen Herre"

Gesagt, gethan. In der ziemlich lebhaften Straße aafi 5 manches zu sehen unb zu belächln, unb Rn hatten Je. deiden Mädchen seit vielleicht einer Viertelstunde

Weise die Zeit vertrieben, als Marthe plötzlich mttteu im °r?bra? nnd rasch vom Fenster zurückttat. Marie Ä ber Straße den Grund von ber über« Flucht ber Freundin zu entdecken, konnte jedoch Nfeiter sehen, als Martheus Bruder, ber sich an ber U1l mtt einem anberen Herrn unterhielt. Dieser je- ti,!ta?.b 5U "^e am Hause, als baß sie ihn hätte er« i* ,?en, ohne sich weit vorzulehnen. Sie wanbte

» tu der.Freundin zurück, um von dieser zu er- n>as denn eigentlich vorgefallen.

»Nun welcher entsetzlicher Anblick hat Dich denn bertrieben,

I Schätzchen? begann sie lachend, hielt jedoch sofort betroffen I SerbeJ" M"the saß in der Ecke des Sophas und weinte dast Du beim nur? Du warst boch unb lachtest mit mir über bie köstliche »tgnr, bie die Dame ba bruben in ber hypermodernen Soilette spielte. Was hat dich nun so plötzlich verwirrt?« ,3a, hast Dus denn nicht gesehen?« schluchzte die Ge- fragte. »Hast Du nicht auch bemerkt, wie er heraufsah .-'?lber liebes Kind, darüber braucht man boch nicht so außer sich zu sein, wenn ber gestrenge Herr Bruder . Kruder! Ja, wenn berg gewesen wäre! Aber es war JO Professor Hauswalt!«

,,, «Ach so, ber war der Andere? Nun, Wenns weiter nichts ist, daun trockne nur Deine Thronen, Du wirst ihm schon morgen zeigen, daß Du trotz Deines Lachens etwas gelernt hast, denn die Daten gingen ja ausgezeichnet vorhin.«

»Und doch werde ich mich morgen in der Geschichtsstunde ebenfo blamieren, wie gewöhnlich, denn selbst/ wenn ich einmal etwas weiß, dann braucht der Profeffor nur in ±nm2 ahaftif^ saseu:? BüchL

?em>e6t*b ft fort' mte Spreu, die ber Wind SuST f° einschüchtern läßt;

Du bist boch sonst nicht fo furchtsam.«

,, «3a' das begreife ich selbst nicht, aber ein Wort von Wm genügt, um mich auch bas Wenige noch vergessen zu 6h? ml« b-Hbrn1"' 6 b "* fo --wissend

3« Gegenteil, in ben Sprachen, bist Du sogar sehr