8 Im,
HIT 1g ' aefer ■ ® <6„| önce
>NÜ!«H Kau!«
■Hsenbai
■ haben, bet 31 men Q
öS für ür itg Wald, n deut!
'8
iard
19. A er fitt hule»« ralschrj
Etta
rother thaare ictie - F
» in R i ianbeSi abilisch aar«
. Orß ick eins!
Maid
wanei
garm ietrosfen bild.
Banne en uni billigste,
lstrickt, st besten! [381
iar 188
Lschw.
Skr. »1.
Marburg, Freitag, 29. Januar 1886.
XXI. Jahrgang.
SrfLeint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal- Abonnements-Breis bet der Trnedition 21/« Ml, bei bat Postämter 2 Alt. 60 Pfg. (excl. Bestellgeld). Ansertionsaebübr für die gespaltene Zeile 10 Psg. Rellam-n für die Zeile 25 Pfg.
dkchtM jfitimii
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blattes, sowie b.Annencen-Bureaux von Hoasenstein unbBogler in Franlfurt a. M , Gaffel, Magbcl-urg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a M,Berlin,Vünchenund Köln; G. L. Daube und Co. n Frankfurt a. M., B ilin, Hannover u.Paris
Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg n. Kirchhain. - Illustriertes Somitagsblatt.
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug Koch
flkür die Monate Februar und Marz werden von O allen Postanstalten Bestellungen auf die
Oberhessische Zeitung
mit deren Beiblättern angenommen.
Soweit der Vorrat reicht, wird den 9leu= bestellungcn ein Wandkalender für 1886 beigefügt.
Aus dem Reichstage.
Der Reichstag hat am 26. d. Mts. einen formell allerdings ungiltigen Beschluß gefaßt, der aber für die Stellung der Mehrheit zu den nationalen Aufgaben des deutschen Volkes höchst bezeichnend ist. Die erste Rate zum Bau eines Dampfavisos wurde mit 96 gegen 83 Stimmen abgelehnt, obwohl der Chef der Admiralität, Generalleutnant v. Caprivi die Herstellung neuer Avisos, die er die „Augen der Flotte" nannte, als die Voraussetzung erklärte, daß unsere Seemacht nicht unter den dritten Rang hinabsinke. Von dem zweiten, den sie dem Flottengründungsplan gemäß einnehmen soll, könne angesichts dessen, was Italiener, Russen u. s. w. in den letzteren Jahren auf diesem Gebiet geleistet, ohnehin keine Rede mehr sein. Wirkungsvoller hätte er nicht sprechen können, bessere Gründe in knapper, klarer Fassung vorzubringen, war unmöglich. Dennoch blieb die Wirkung aus, weil das nationale Gefühl fehlte, das hier vorausgesetzt werden muß. Dieses Gefühl macht sich bei uns aber nur da geltend, wo es nicht hingehört oder gleichgiltig ist, am richtigen Platze versagt es fast immer. Die Mehrheit des Reichstages in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung scheint es sogar förmlich darauf anzulegen, ihre Erhabenheit über jede Regung, in der man etwas wie einen wärmeren nationalen Pulsschlag spüren könnte, bei jeder sich darbietenden Gelegenheit zu bethätigen. So hatte diese Mehrheit für die Leiden Polens neulich zwei volle Tage nötig; die Bedürfnisse der deutschen Flotte sieht sie nicht. Und das nach zwanzig Jahren der Größe und des Ruhms, zu einer Zeit, da das Reich unter Kaisers Wilhelms und Fürst Bismarcks Führung auf der Höhe einer Machtstellung ohnegleichen steht! Wie stumpf müssen die politischen Nerven eines Volkes sein, welches das möglich macht, wie gründlich muß ihm der Sinn für das Große abgehen, wenn das alles keinen Wiederhall findet, nur zu alten Nörgeleien und kleinineisterlichen Mitteln Anlaß bietet! Was wird erst werden, wenn die Helden nicht mehr da sind, die das Elend mit dem Glanze ihres Namens heute noch verdecken, so verdecken, daß das Ausland, so weit wir seheit, von der nationalen Haltung des Reichstages kaum
Notiz nimmt, sie keiner ernsteren Beachtung würdigt Es sagt sich eben, daß das jetzt noch keinen praktischen Zweck haben könnte. Wenn dieser Grund einmal nicht 'mehr besteht, wird sich das anders gestalten, dann wird man von allen Seiten ein sehr aufmerksames Auge darauf haben, was der deutsche Reichstag thut, wie er sich insbesondere zu den Fragen stellt, die mit der internationalen Politik Zusammenhängen. Ist cs aber damit bis dahin nrcht besser geworden, als es heute ist, dann mag das Ergebnis dieser Beobachtungen für uns bedenklich werden. Daß man uns nicht liebt, wissen wir genau. Wenn man uns aber auch nicht mehr fürchtet — dann ist unsere Sicherheit inmitten einer in Waffen starrenden Welt keinen Pfennig wert.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. Jan. Die Ausschüsse des Bundesrats, welche mit der Vorberatung der Vorlage, betreffend die Einführung des Branntwein-Monopols, betraut sind, werden erst in 5—6 Tagen ihre Beratungen beginnen. Es scheint den „Berl. Pol. Nachr." nicht ausgeschlossen zu sein, daß Finanzniinister einzelner Bundesstaaten nach Berlin kommen, um an diesen Beratungen sich zu beteiligen. — Im Herreuhause brachten Dernburg, Kleist- Retzow und Genossen folgenden Antrag ein: In Erwägung, daß cs dem preußischen Staate verfassungsmäßig obliegt, das Zurückdrängen des deutschen Elements durch das polnische in den Ostprovinzen zu verhindern und die Landesvertretung das Recht und die Pflicht hat, mit der Regierung in der Verfolgung dieses Zieles zusammenzuwirken, beschließt das Herrenhaus, zu erklären, daß es die Regierung dauernd bei der Aufgabe, den Bestand und die Entwickelung der deutschen Bevölkerung jener Provinzen sicher zu stellen, unterstützen wird. — Die Jury zur Entscheidung der Preisverteilung für die Entwürfe zur Wandmalerei für das Treppenhaus des Rathauses erkaunte den ersten Preis (15000 Mk.) dem Maler Mühlcnbruck, den zweiten Preis (10000 Mk.) dem Maler Louis, den dritten Preis (5000 Mk.) dem Bildhauer Eberlein, sämtlich in Berlin, zu. — Wie der „Deutsche Submissions- Anzeiger" mitteilt, ist vor einigen Tagen an den Minister Maybach ein Gesuch um Aufhebung des Verbots der Veröffentlichung der Submissions-Resultate abgcgangen. Dieses Gesuch ist von 406 Petenten, meist Firmen ersten Ranges, unterzeichnet, und zwar von 63 Eisengießereien, Maschinenfabriken und Hüttenwerken, 63 Eisen- und Metallhandlungen, 32 Hölzer- und Kohlenlieferanten, 125 Bauunternehmern, Baubedarfsfabriken und Lieferanten und
123 Werkstätten - Vedarfsfabriken und Lieferanten. Die Antragsteller sind ausschließlich Submittenten, welche regelmäßig bei fast allen staatlichen Lieferungen sich beteiligen. Es ist jedenfalls zu wünschen, daß die Petition von Erfolg begleitet ist. — Der Pariser „Univers" erhält aus Rom die folgende wichtige Depesche: Anr Freitag hat Herr von Schlözer dem Vatikan den Wortlaut des neuen kirchenpolitischen Gesetzes betreffend die Freiheit der Erziehung des Klerus und die Jurisdiktion der Bischöfe zugestellt, um die Ansicht des Vatikans über die Vorlage zu vernehmen und einen entsprechenden modus vivendi herbeizufuhren. Es ist das erste Mal- daß Preußen in dieser Form dent Vatikan ein Kirchengesetz unterbreitet. Die Tragweite dieses Vorganges wird als eine sehr bedeutende bezeichnet. Die Posener Erzbistums frage ist geregelt. Preußen acceptiert einen der drei vom Vatikan präsentierten Kandidaten." Die „Köln. Volksztg." bemerkt dazu, die Bestätigung dieser an sich nicht unwahrscheinlichen Nachrichten bleibe abzuwarten.
München, 25. Jan. Die „Augsb. Abd.-Ztg." schreibt: Der Landtag wird sich allem Anschein nach demnächst mit der Frage des Branntweinmonopols zu befaffen haben. Die Veranlassung hierzu gibt nicht die Staatsregierung, sondern sie kommt vielmehr formell von außen. Die Staatsregierung hatte nach unwidersprochen gebliebenen Mitteilungen in der Presse nicht die Absicht, den Landtag mit der Monopolfrage zu belästigen, ehe man nicht weiß, ob das Monopolprojekt überhaupt die Zustimmung des Reichstags findet, und eventuell in welcher Form. Sie ging offenbar von der Ansicht aus, daß die Frage für den bairischen Landtag erst nach dem Entscheid der gesetzgebenden Faktoren des Reiches spruchreif sei; dabei hat sie aber von Anfang an keinen Zweifel darüber aufkommen lasten, daß auch nach ihrer Meinung die Ausdehnung des Monopols auf Baiern und der damit verbundene Verzicht auf ein Reservatrecht an die Zustimmung der Landesvertretung gebunden sei. Die Gegner des Monopols finden an dieser abwartenden Haltung keinen Gefallen; sie scheinen einerseits die Ablehnung des Monopols im Reichstag für nicht so sicher zu halten, wie man nach den Kundgebungen ihrer Presse meinen könnte, und andererseits zu befürchten, daß in jenem Zeitpunkte, den sich die Regierung für eine Vorlage an den Landtag vorbehalten hat, ihre Situation eine wesentlich ungünstigere wäre als heute.
Regensburg, 24. Jan. Der Verein für Spiritusproduzenten und Fabrikanten hielt eine außerordentliche Versammlung, um Stellung zum Branntweininonopol zu nehmen. Von den anwesenden Brennern wurde, wie die
kcht
*
*
r. 40.
6.
Am darauf folgenden Abend fand Benzy auf seinem Schreibtisch ein Briefchen von Fritz, mit der Weisung, sich am folgenden Tage zur bekannten Stunde an jenem bewußten Orte versteckt zu halten. Was er dort zu thun habe, werde ihm schon klar werden.
„Ich fürchte, damit wird nichts zu machen sein", war Benzys kleinlaute Meinung.
Der kecke Fritz saß noch immer sinnend da. Endlich schien ihm ein Gedanke zu kommen.
„Hm! — Wo angelt denn eigentlich dein hoffnungsdoller Schwiegervater — in spe natürlich s"
Benzy bezeichnete seinem lustigen Freunde die Stelle, wo Papa Mergel für gewöhnlich sein Steckenpferd zu tummeln pflegte. Es war ein stilles, lauschiges Plätzchen, etwas abseits von der Landstraße, in der Nähe des sogenannten Zwetschenweges, eines bevorzugten Spazierweges jener Zeit, inmitten eines dichten Erlengebüsches.
Meier studierte genau Ort und Zeit, wann Mergel dort derweilte. Und schon nach wenigen Tagen schied er nach einem gemeinsamen Gang mit einem tröstenden Händedruck von dem bekümmerten Freunde.
^Nachdruck verboten.
Durchs Wasser.
Humoreske von Karl Schoch.
(Schluß.)
. 102'/« 101 i 1O43/* *!
ss-- 102 104’) 103’5 113’/,!
67'/« 8;’5 101’t 1047i 101
55’) 79’;« 83'!i
301
•fe 96'/< 218’« 118’/l
61'5
itriffl
tob so that er denn, wie ihm geheißen.
Das dichte Gebüsch bot ihm ein genügendes Versteck und «ald sah er denn auch Papa Mergel daherkommen.
„Sag mal", begann Fritz, „hat denn der Alte nicht tarbuk froenb ein Steckenpferd?"
„Ich wüßte nichts Besonderes", erwiderte bekümmert nach einigem Sinnen Benzy, „das einzige, was er mit einer gewissen Vorliebe betreibt, ist Fischfängen."
„Also Angeln?" Meier schüttelte den Kopf. „Hm! — Angeln!"
x liegt ,
. j i Benzy konnte nicht ergründen, wie das zum Ziele führen Vyiy sollte. Indes Liebe klammert sich an die leiseste Hoffnung,
ES war noch früh. Die Morgcnsonue spiegelte sich in den klaren Fluten, die Luft war so still, nur droben im wolkenlosen Aether jubelte eine Lerche.
Behaglich schlenderte der vorhinnige „gebrannte Backsteinfabrikant" seines Weges, bewaffnet mit den nötigen Utensilien. Eben kam er bei Benzys Versteck vorbei und trat an den Felsblock heran, der ihm einen Ruhesitz zu bieten pflegte. Da hörte ihn der Lauscher einen heftigen Laut des Unwillens ausstoßen.
„Donnerwetter! Wer hat denn die dummen Balken da hineingkthan? — Das ganze Wasser ist ja versperrt."
Vorsichtig trat Benzy näher und sah nun vor dem Stein ein kleines Floß von 5 bis 6 Baumstämmen im Wasser schwimmen, das an einem herabhängenden Aste befestigt schien.
Papa Mergel fluchte noch eine Weile weiter, dann breitete er seine Werkzeuge aus. Aber — o weh! — die Angel reichte nicht über das Floß hinweg.
Bestürzt sah der Alte die Unmöglichkeit ein, heute seine Lieblingsbeschäftigung auszuüben, wollte er nicht das Floß betreten. Schon schien er resigniert wieder alles einpacken zu wollen; doch die Gewohnheit siegte.
Mit einem gewissen Behagen konnte Benzy wahrnehmen, wie der Vater seines Käthchens mit ängstlicher Vorsicht den Fuß auf das Floß setzte, ihn aber, als dasselbe dadurch etwas ins Schwanken geriet, schnell wieder zuruckzog. Nach und nach aber erstarkte der Mut und endlich schwamm die Angel mit dem Köder auf den leicht strömenden Fluten.
Doch das Unglück schreitet schnell. — So vorsichtig er auch gewesen, so hatte Papa Mergel doch nicht wahrgenommen, daß der Ast, an dem das Floß befestigt, nur lose in den Zweigen des Baumes hing. Ehe er es bemerkte, hatte sich derselbe langsam gelöst und Herr Mergel schwamm mit einem Male inmitten des Wassers.
Mit bestürzter Miene sah der Alte sich steuerloS dem ihm unangenehmen Elemente preisgegeben. Er versuchte mit den Händen seinem Fahrzeug die Richtung nach dem Lande zu geben. Umsonst! Durch seine heftigen Bewegungen wurden vielmehr die ohnehin schon nicht allzufesten Bande des Floßes selbst immer mehr gelockert und plötzlich löste
es sich bis auf zwei Stämme, die etwas inniger verbunden, vollständig auf.
Schon sah sich Papa Mergel vou den kalten Wogen verschlungen und ließ deshalb einen langen Hilfeschrei ertönen.
Und Hilfe nahte. Benzy hatte rasch die Situation erfaßt; er warf jetzt den Rock ab und stürzte sich in den kleinen Fluß. Mit leichter Mühe gelang eS ihm auch, Floß und Papa Mergel, der sich ängstlich daran geklammert hielt, ans Land in Sicherheit zn bringen.
Erst da erkannte ihn der Alte. Mit thränenden Augen nannte er ihn seinen Lebensretter, als ihm Benzy erzählte, wie er auf einem Spaziergange „zufälliger Weise" in diese Gegend gekommen sei und den Hilferuf gehört habe.
„Komm an mein Herz, lieber Sohn — nun wirklich mein Sohn", rief gerührt Papa Mergel, „dn hast dich als einen ganzen Mann bewährt." Und Arm in Arm wanderten beide der Heimat zu, wo der Alte seinem Köthchen den Geliebten zuführte.
„Da habt ihr euch — jeder brave Mann ist seines Lohnes wert".
Die beiden Glücklichen fielen sich in die Arme. — Erst pater sagte Käthchen, „der kecke Fritz sei dagewesen und >abe nach Papa und Benzy gefragt. Dabei habe er so ver- chmitzt gelächelt und von einer Verlobungs - Chokolade ge- prochen".
*
Der erste, deu Beuzy aufsuchte, als er sein schönes
Bräutchen verließ, war sein Freund Meier.
„Nun, alter Junge — oder vielmehr glücklicher Bräutigam — wars so recht?"
Benzy konnte ihm nur stumm die Hand drücken; aber auch dem entzog sich Meier, indem er lachend seinen Schnurrbart strich.
„Ach was! Mit Speck fängt man Mäuse. — Dein gebranuter Backstetnfabrikant-Schwiegervater hat sein kühles Bad und das erfrischt nur, und du hast dein liebliches Bräutcken. Also sei zufrieden!"---
Späteren Nachrichten zufolge hieß Käthchens Erstgeborener im fernen Ungarland — Fritz!