rtrlg
<lum leutsch
)n Besi ichen z,
Profee
Aufgab r litik.
Prüfe, die Geg( tische Ai
Profe, ehe Rei Litterati
Profe, geograpl -'erbrech len Reid
Profe, utung j indegotti
-fessor I
sh.
haben i ert’schi landlui ark, f
s Hem asten ।
nisehe Ischaft,
entlieh pfer ORK
lligste reise.
zügliche pflegung
ncluaive
' Engi ben bei rdaai (3534
»en ne 11, ti
:r- aS er er
I- lf’ ch e- It is be
D« t- :n
niethen tdt 2.
vurgti rtS tüch iffee a :6ft 4(N Offert- : - Erpcd -
Ham!
[551 ■
mdei
iutfl eä in 6516 kommen ite oni
Caffe ;
MS. entdeck
IN.
Rr. <2.
Marburg, Mittwoch, 27. Januar 1886.
XXI. Jahrgang.
Lrsj. mt täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal- Kdonnemenfs-Preis bei der Expedition 2'/« v'k. bei den Postämter 2 Mk. rO Pfg. (erd- Best llgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Seuam-n für die Zeile 25 Pfg.
WllhMk jcitinig.
Anzeigen nimmt entgegeir die Expedition d BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M Caffel„ Magdeburg und Wten, Rudolf Moste in Frankfurt o M-, Berlin,Vünchenund Köln; G. L. Daube und <‘o. in Frankfurt a. M. B rlin, Hannover ».Paris
Wöchentliche Beilagen: Amtlicher Anzeiger f. d. Kreise Marburg n. Kirchhain. - Illustriertes Sountagsblatt. __________________________Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh Aug. Koch.
ür die Monate Februar und März werden von allen Postanstalten Bestellungen auf die Oberhessische Zeitung mit deren Beiblättern angenommen.
gtjg* Soweit der Vorrat reicht, wird den Neubestellungen ein Wandkalender für 1886 beigefügt.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Jan. Heute arbeitete der Kaiser mit dem Zivilkabinet und empfing den Besuch des in Berlin kiugetroffencn Herzogs von Edinburg, Bruders der deutschen Kronprinzessin. Nachmittags machte der Kaiser eine Spazierfahrt und stattete gelegentlich derselben verschiedene Besuche ab. — Der Herzog von Sachse» - Kvburg - Gotha, der Onkel des Herzogs von Edinburg, ist ebenfalls in Berlin eingetroffen. Es scheinen also Besprechungen über die schon lange schwebende Koburger Thronfolgefrage stattfinden zu sollen. — Der Herzog von Edinburg ftattete am Montag den Prinzen, dem Reichskanzler, dem Grafen Moltke und andere» hohen Persönlichkeiten Besuche ab. — Gestern fand unter dem Vorsitze des Fürsten Bismarck eine Sitzung des Staatsmini' steriums statt. — Dem Herrn Reichskanzler ist nachstehendes Telegramm zugegangen: „Straßburger Studentenschaft, zur Feier der Wiedererrichtung des Deutschen Reiches bei feierlichem Kommerse versammelt, sendet dem deutschen Manne des Rates und der Thai, der Treue und der Zähigkeit begeisterten Heilruf." — Leopold von Ranke war bekanntlich an seinem 90. Geburtstage durch ein äußerst huldvolles Schreiben des Kaisers, der dem greisen Gelehrten auch gleichzeitig sein Bildnis übersandte, geehrt worden. Der in dieser Weise Ausgezeichnete hat darauf dem Kaiser seinen unterthänigstcn Dank für das Zeichen dieses Wohlwollens ausgesprochen und dabei feilten sechsten Band der Weltgeschichte überreicht. Der Kaiser hat daraus mit folgendem Schreiben geantwortet: „Es gereicht Mir zu herzlicher Freude, aus Ihrem Schreiben vom 22. d. Mts. zu ersehen, daß es Mir gelungen ist Ihnen durch die Verleihung Meines Bildnisses zu Ihrem Geburtstage eine frohe Ueberraschung zu bereiten. Den Mir von Ihnen überreichten, die Zersetzung der Karolingischen und die Begründung des Deutschen Reiches behandelnden sechsten Band Ihrer Weltgeschichte habe Ich mit Bewunderung als einen erstaunlichen Beweis dafür entgegengenommen, mit welchem Erfolge Sie in Schaffensfreudigkeit bestrebt sind, Ihr großartiges Geschichtswerk der von allen gebildeten Kreisen ersehnten Vollendung immer näher zu bringen Indem Ich Ihnen für die Darreichung des Buches, sowie für den Ausdruck Ihrer treuen Gesinnung verbindlich danke, vereinige Ich Mich mit Ihnen in dem Wunsche, daß es Mir und Meiner Regierung gelingen möge, dem Lande die Segnungen des Friedens zu erhalten. Berlin, den 30. Dezember 1885. Wilhelm." — Zu den neuesten Orientverwicklungen
erklärt die „N. A. Ztg" kurz und bündig: Wir sind überzeugt, daß weder Deutschland, noch die übrigen Großmächte es dulden werden, daß eine der kleineren Mächte, welche lediglich durch ihre Vermittlung geschaffen worden sind, eine brandstiftende Politik einschlage und den Frieden Europas gefährde. Ein Krieg zwischen der Türkei und Griechenland würde ein Ereignis sein, dessen Tragweite sich gar nicht absehen ließe, und im Interesse des europäischen Friedens werden die Großmächte sich daher verpflichtet fühlen, England bei seinem Vorgehen in Griechenland energisch zu unterstützen.
Wilhelmshaven, 25. Jan. Das Panzerschiff »Prinz Friedrich Karl" wird schleunigst ausgerüstet, um dem Vernehmen nach sich nach dem Piräus zu begeben.
Ausland.
Wien, 25. Jan. Rußlands neuerliche Anregung zu wiederholten gemeinschaftlichen Schritten enthielt bereits den Satz, England erscheine zumeist berufen, in Athen nachdrücklich anzukündigen, daß ein Seekrieg unbedingt verhindert werde. Das ist bekanntlich geschehen; doch ist jetzt die Aufregung in Athen so groß, daß man in Wien die Gefährdung des Friedens erhöht glaubt. Trikupis, der vom Könige berufen wurde, hat demselben versichert, daß auch die Opposition für die im Notfälle mit kriegerischen Mitteln zu bewirkende Wahrung der Ehre und der nationalen Interesse» Griechenlands eintreten werde. — Der Erfolg der bereits vereinbarten gemeinschaftlichen Note in Belgrad ist gesichert, wenn die griechischen Ereignisse nicht einen Umschwung verursachen. Die neue Note ist nur eine kräftigere Wiederholung der ersteren, ohne jede Drohung. Die serbischen Friedensbedingungen fordern nach der „Polit. Corresp." Abstellung derjenigen Beschwerden,. über welche der serbische Kriegsaufruf sich beklagte, nämlich ' der Grenzsperre, der Paßplackereien, des Emigrantentums; die Tarifverhältnisse sollten durch einen Handelsvertrag geregelt werden. Fürst Alexander erklärt in der „Polit. Korresp.", daß Panow nicht, wie berichtet wurde, zum Obersten ernannt sei, weil diese Ernennung nur im Widerspruch mit den gesetzlichen Bestimmungen über die Beförderung im Heere hätte erfolgen können. Auch bestreitet der Fürst den Wortlaut der Vereinbarungen mit dem Sultan. Diese verspätete Ableugnung scheint eine Unterbrechung der Verhandlung anzudeuten.
P-st, 25 Jan. Im Oberhause befragt Graf Julius Andrassy die Regierung, ob es wahr sei, daß zwischen der Türkei und dem Fürsten von Bulgarien über eine Personalunion verhandelt werde, und welche Stellung die Regierung zu dieser eventuellen Lösung der bulgarischen Frage bisher eingenommen habe und künftig einzunehmen gedenke? Ministerpräsident Tisza erroiebert, es sei selbstverständlich, daß in dem gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen verschiedene Projekte und Tendenzen zutage treten. Das Bestreben müsse zweifellos darauf gerichtet sein, im Einvernehmen mit den anderen Großmächten eine solche
dauernde Lösung zu erreichen, wie sie dort überhaupt möglich sei. Angesichts der noch schwebenden Verhandlungen unter den Mächten enthalte er sich jedoch einer weiteren Aenßernng — Die Direktion der Südbahn teilt mit: Gestern morgen hat vor Großkanicza ein Zusammenstoß dreier Bahnzüge stattgefunden, indem der Prag-Hofer Postzug an eilten Güterzug anstieß und der von Fiume kommende Eilzug zwischen beide Züge hineinfuhr. Eine Fran wurde getötet; eine Frau und ein Zugrevisor wurden leicht verletzt Wie die Zeitungen melden, wäre auch der Direktor der Fiumaner Schiffsgesellschaft „Adria-Kusanda" erheblich verletzt.
Paris, 25. Jan. Zwei Thatsachen von großer Bedeutung beschäftigen augenblicklich die französischen Landwirte und die Mitglieder des Parlaments, die sich die Förderung der Interessen der Landwirtschaft zur besonderu Aufgabe gestellt haben: das fortwährende Umsichgreifen der Reblaus und die stetige Zunahme der Einfuhr ausländischer Weine nach Frankreich. Die nachteiligen Folgen derselben machen sich in gleicher Weise für die Landwirtschaft wie für den Staatsschatz fühlbar. Was die zur Ver ilgung der Reblaus angewandten Maßregeln betrifft, so werden diese in Frankreich bei weitem nicht mit solchem Eifer und Nachdruck gehandhabt, wie in andern Ländern, beispielsweise in Deutschland und der Schweiz. Diese Lässigkeit rächt sich nun bitter, indem die Landplage der Verwüstungen durch die Reblaus täglich größer? Ausdehnung gewinnt, wie dies aus den vor kurzem veröffentlichten amtlichen Nachweisungen klar hervorgeht. Und nach den Erfahrungen, die wir in Frankreich mit solchen amtlichen Aufstellungen oft gemacht haben, wird das betrübende Bild nichts weniger als übertrieben sein. In gleicher Weise nun, wie die Weinbaubezirke in Frankreich an Ausdehnung verlieren, die Weinbauer selbst entweder zugrunde gerichtet oder mehr oder weniger entmutigt werden, nehmen die Ziffern der Wein-Einfuhr nach Frankreich mehr und mehr in erschreckender Weise zu. Man vergleiche nur die beiden Jahre 1884 und 1885 mit einander. Im Jahre 1884 wurden nach Frankreich ein- geführt: aus Spanien 389000hl, Italien 71000hl, aus verschiedenen andern Ländern 47000hl, im ganzen also 538540hl. Dagegen hat im Jahre 1885 allein Spanien 538540hl nach Frankreich eingeführt, hierzu Italien 117000hl, die übrigen Länder 120300hl; dies ergibt beim bic Summe von 775 800hl. Diese Zahlen beburfen wohl keiner weitern Erläuterung; sie beweisen, daß die Einfuhr in erschreckendem Maße gewachsen ist, und bei der reichen Ernte, die Italien im letzten Herbst erzielt hat, läßt sich für dieses Jahr eine noch höhere Einfuhr »ach Frankreich vorhersehen. Wie ungünstig hat sich nicht tn den letzten 15 Jahren die Lage des Weinbaues in Frankreich gestaltet! Im Jahre 1870 bezogen die Vereinigten Staaten volle drei Viertel ihres Bedarfs allein aus Frankreich, jetzt dagegen nur noch etwa 16 Prozent. Der Weinbau in Amerika hat übrigens seit 1870 einen
Heißer Sin«.
Roman vou Theodor Küster.
(Schluß.)
Der Tag begann allerdings, bereits zu dämmern, als der Schlafgott seine Schwingen über die beiden Frauen ausbreitete, deren Eine ihren Liebesfrühling unwiederruflich begraben hatte, während die Andere in die Rechte — die unveräußerlichen — der liebenden Gattin und Mutter wieder eingesetzt war. — Und bei Beiden hatte ein und derselbe Mann so tief, so nachhaltig in ihr Herzensleben eingegriffen.
Am Morgen verabschiedete Ida v. Brunner sich von Herrn v. Soden. Der Wunsch ihrer Eltern, Kind und Enkel wieder bei sich zu sehen, mußte die plötzliche, ganz unvorbereitete Abreise der jungen Frau erklären. Am Mittagstisch waren Walter, Ella, Ida und Reinhard Vater und Sohn fröhlich vereint und dann gingS zur Bahn, einem neuen, besseren Leben entgegen.
Epilog.
Einige Monate sind vergangen. —
Reinhard v. Brunner hat die Bewirtschaftung von Gat Stecklingen übernommen. Er ist glücklich. Niemand hatte in dem gesnndausseheuden, zu voller Kraft zurückgekehrten Manne den bleichen krankhaften Kurgast von Bad Bergenan wiedererkannt. Seine Mußestunden sind nach wie vor und mit immer sich steigerndem Erfolge seiner schriftstellerischen Thätigkeit gewidmet. Er, seine Ida, deren Eltern und seine Matter, welche sich dauernd auf Stecklingen niedergelassen hat, bilden mit dem kleinen prächtig gedeihenden Reinhard zusammen eine glückliche Familie.
Der alte Herr v. Stecklingen — Idas Vater — hat aller- dings ein wenig den Kopf darüber geschüttelt, daß ein
»seiner Entstehung nach unbedeutender ehelicher Zwist* die Kinder jahrelang hatte trennen können, indessen . . . —*
»Weißt Du, Elise," sagte er eines Tages zu seiner Frau, „so etwas ist allerdings möglich: ich kenne eine Familie, in welcher eine ganz ähnliche ....—"
«Weiß schon, Alterchen," unterbrach Frau v. Stecklingen die ihr sehr wohlbekannte, oft gehörte Geschichte. „Laß gut sein: sie sind ja nun wieder vereint und find glücklich, das ist die Hauptsache. — Zerbrechen wir uns den Kopf vicht deshalb — sie werden das schon unter sich ins Reine gebracht haben." —
»Na ja, Elise. — Und der Brunner ist nebenbei, — was ich ihm gar nicht zugetraut hätte, — ein ganz tüchtiger Landwirt und guter Hausvater. Er gefällt mir von Tag zn Tag mehr."
»Ja, der Reinhard ist ein braver tüchtiger Mensch unb ich glaube Idas Glück jetzt für alle Zeit gesichert. Gott fei Lob und Dank dafür!" sagte sichtlich bewegt Fran v. Stecklingen.
Und Ida war die glücklichste, froheste Gattin und Mutter, die man sich denken konnte. Der Vergangenheit ward zwischen ihr und Reinhard nie mehr Erwähnung gethan.
Zn Adele v. Sodens Hochzeit mit Graf Leopold Sern» bura insgesamt eingeladen, folgte nur Ida dem Rufe. —
Reinhard sah die nunmehrige Gattin Dernburgs nie mehr wieder.
Walter Grell mit seiuerElla verbrachten einigeWochen vor Beginn der neuen Badesaison in Stecklingen mit ihrem Erstgeborenen, während Adele mit ihrem Gemahl in der Schweiz weilte.
Auch deren Ehe gestaltete sich bald zur glücklichsten unb als sie im Beginn des Sommers wieder nach Bergenan zurückkehrten, hatte Adele jede Erinnerung au früheres
Herzeleid vergessen unb hing in treuer Liebe an ihrem Gatten, der sie auf Händen trug. —
Von seinem früheren Verhältnis zu Selma v. Rospangen hatte Reinhard seine Frau eingehend unterrichtet. Als dann im Frühjahr die Einladung zur Vermählung Williams v. Rospangen mit seiner Cousine ein traf, da rüsteten Ida und ihr Gatte sich freudig zu der Reise, auf welcher der kleine Reinhard die Eltern begleitete.
Erschütternd, aber doch freudig war das Wiedersehen zwischen Selma und ihrem Vormund und Beschützer. Im Triumph wurden die Angekommenen im Rospangen'schen Palais empfangen — auch von der Freifrau Ellen, welche jetzt vollständig die Honneurs ihres Hauses machte und ihre frühere Zurückgezogenheit gänzlich aufgegeben hatte. Zwischen den drei Damen des Hauses, — der Freifrau, ihrer Tochter Frieda unb Selma, war Frau v. Brunner schnell heimisch geworben, während Reinhard und Herr v. Rospangen ebenfalls aufrichtige Freundschaft schlossen.
Die Hochzeitsfeierlichkeiten waren — wie das bei dem Freiherrn nicht anders zu erwarten stand — großartig, von ungewöhnlicher Pracht. Gleich nach der Trauung reifte William mit seiner jugendlich - schönen Gemahlin nach Schloß Rospangell ab, welches zum bleibenden Aufenthalt des jungen Paares bestimmt und durch ben Freiherrn in glänzenster Weise ausgestattet worben war. —
3m Sommer fanb bei Brunners auf Stecklingen bie Taufe eines Töchterchens statt. Die Pathen waren William unb Selma v. Rospangen, Walter unb Ella Grell, endlich Graf Leopold Dernbnrg. Niemand war glücklicher über das kleine Fräulein v. Brunner, als dessen Bruder Reinhard.