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~a Kirchhain begangenen Diebstahl. Der Sachverhalt <rgab sich aus heutiger Verhandlung wie folgt Dem Kaufmann Baum zu Treysa war ein Kind gestorben und fanden sich beide Angeklagte in der Nacht zum 8. November, ion Borken kommend, in der Behausung desselben ein, .um ' Totenwache zu besorgen. In dem Zimmer, welches ihnen zum Aufenthaltsorte angewiesen wurde, befand sich auch ein Schreibsekretär mit einem in zwei verschließbare Schränkchen .Ungeteilten Aussatz. Morgens gegen 4 Uhr wurden dann beide Wächter, als sie sich eben an einem von ihnen ge­öffneten Schränkchen zu schaffen machten, von der Magd Lberrascht, bei bereit Erscheinen sie verdutzt ihr Treiben zu verbergen suchten. Jene, in dem Glauben dieselben suchten nach Zigarren, teilte dieses ihrem im oberen Stocke des ..Hauses befinblicben Herrn mit, welcher mit der Verabreichung . ter Zigarren gern einverstanden war, im übrigen aber dem von der Magb geäußerten Verdachte, die beiden müßten etwas Böses im Schilde führen, keine Beachtung schenkte. -Erst am folgenden Mittag und nachdem die beiden Ange­klagten bereits wieder abgereift waren, fand Baum das -eine Schränkchen erbrochen und feinen schweren goldenen Verlobungsring, sowie einen Trauring daraus entwendet. Da sonst niemand das Zimmer betreten hatte auf den ein Verdacht gerechtfertigt schien, wurde Nadel und Leonberger alsbald verhaftet. Nadel gestand während der Unter­suchungshaft den Diebstahl ein, widerrief jedoch späterhin seine Angaben wieder und erklärte „ heute unter Th räum, er sei unschuldig; das Schränkchen habe er nur aus Neugierde einmal geöffnet und aus einem dariuliegendeu Etui einige Zigarren herausgenommen. Letzteres giebt auch Semiberger zu, will jedoch sonst nichts wissen und gleich nach der That nur deshalb nach Cassel gefahren sein, um sich dort einen Anzug zu kaufen.. Den Diebstahl in Kirchhain gesteht derselbe indessen in vollem Umfange ein. Er habe die Nacht vom 29. August bei feiner Cousine, der obengenannten Witwe Marcus, zuge- dracht und daselbst aus einer verschlossenen Schublade einen goldenen Ning mit Diamantstein entwendet; habe sich dann heimlich von dort entfernt und den Ring hier in Marburg Hem Uhrmacher Salomon F. für 1 Mk. 30 Pig. verkauft. Beide Angeklagten wurden der ihnen zur Last gelegten Strafthateu schuldig erkannt und Leonberger zu 1 Jahr und 4 Monaten, Nadel dagegen zu 1 Jahr Zuchthaus, fotcie außerdem Heide zum Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von 2 Jahren verurteilt.

Marburg, 7. Jan. Zu dem in Nr. 4 unserer Zeitung enthaltenen Inserate, in welchem 30 Mk. Beloh­nung demjenigen zugesichert werden, der über den Verbleib des Jakob Tr ümner aus Wohra sichere Angaben machen kann, wurden uns von einer Verwandten desselben noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Vermißte, als Reservist erst kurze Zeit vom Militärdienst entlasten worden, war am 2. November in Begleitung seines Stiesbruders mit -einem Fuhrwerke nach Marburg gefahren, wo an diesem Tag gerade die Herbst - Kontrollversammlung für die um­liegenden Ortschaften abgehalten wurde. Gegen Abend auf beiit Heimwege traf derselbe dann vor der Stadt mit mehreren Reservisten aus Cölbe zusammen und kehrte mit diesen in die Wirtschaft Aumüller ein, nachdem er seinem Bruder noch zugerufen, derselbe möge einstweilen langsam weiterfahren, er wolle nur mit seinen Kameraden ein Glas i Bier trinken, werde ihn aber bald wieder einholen. Seit jener Stunde soll Trümner nun gänzlich verschollen sein, ohne daß irgendwelche Anzeichen vorlägen, daß er sich heim­lich habe entfernen wollen, wozu nach Angabe seiner An- gehörigen auch gar keine Veranlastung vorgelegen habe. Alan vermutet vielmehr einen Unglücksfall und werden deshalb alle diejenigen, welche irgend einen Aufschluß in dieser Sache geben können, gebeten, denselben an den Acker­mann Heinrich Schildwächter zu Wolferode gelangen zu lasten. ■

— Der Kataster-Kontroleur Eschmann in Ziegenhain ist in gleicher Eigenschaft nach Marburg versetzt. — Unter den Aerzten, die im vierten Quartal 1885 nach abgelegter Prüfung das Fähigkeitszeugnis zur Verwaltung einer L Physikatsstelle erhalten haben, befindet sich Dr med. Friedrich Jakob Wilhelm Sippell zu Mendorf a. d. W.

— sPers.-ChronZ Dem Bürgermeister Höll zu Friedewald im Kreise Hersfeld ist das Allgemeine Ehren­zeichen verliehen. — Dem Büreauvorsteher für das Ex- peditions- und Kanzleiwesen bei der Provinzial - Steuer­direktion in Castel, Gilles, der Charakter als Kanzleirat verliehen. — Der Militär-Anwärter, Bezirksfeldwebel Dietzel, r ist zum Kanzlisten bei dem Königl. Konsistorium in Cassel vom 1. Januar 1886 an ernannt worden. — Die Rechts­kandidaten Spohr, Beckmann und Mackeldey sind zu Referen- fcarien ernannt. — Der Gerichtsvollzieher Monzel in Steinau

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ist an das Amtsgericht zu Schlüchtern versetzt. — Der Stationsvorsteher 2. Klasse Borngießer ist von Hettstedt nach Malsfeld versetzt.

Cassel, 6. Jan. Am heutigen Todestage des letzten Kunürsten von Hessen, Friedrich Wilhelm, dem elften seit dessen Hinscheiden, war da» Grab desselben reich mit Kränzen und Blumen geschmückt, welche die Herzogin Marie von Meiningen, bereit Tochter die Herzogin Moritz von Altenburg, die Fürstin Auguste von Isenburg- Wächtersbach, die Priuzessitt von Waldeck, sowie sämtliche Söhne des Kurfürsten, die Prinzen von Hanau, ferner Mitglieder der hessischen Ritterschaft, frühere Hofbeamte und hiesige Privatpersonen rc. hatten niederlegen lassen. Die Kränze waren mit Bändern in den hessischen Landes­farben, rot-weiß, versehen. Trotz.des störenden Schnee­

wetters war heute vormittag das Grab des Kurfürsten I von hiesigen Einwohnern viel besucht

Cassel, 6. Jan. Der frühere kommandierende General des 11. Armeekorps Graf v. Bose beging am 31. v.M. auf feinem Gute Hasserode bei Wernigerode die Feier feiner goldenen Hochzeit. Se. Majestät der Kaiser hatte dem Jubelpaar ein Handschreiben übersandt.

Cassel, 6. Jan. Heute nachmittag kam im Schlacht­hause ein bedauerlicher Unglücksfall vor. Ein bei einem hiesigen Metzgermeister beschäftigter Lehrling hatte das Unglück bei dem Schlachten einer Kuh auszugleiten und sich hierbei mit dem Messer, welches er in der Hand hielt, in das linke Auge zu stoßen, sodaß dasselbe sogleich her­vorquoll. Derselbe wurde sofort in das Landkrankenhaus zu Bettenhausen überführt.

Cassel, 7. Jan. Uebermorgen, den 9. d. M., nimmt in den Hanuschschen Sälen die dritte von dem Verein „Canaria" veranstaltete Ausstellung von Harzer Rollvögeln ihren Anfang. Dieselbe ist mit einer Prämiierung verbunden.

Frankfurt, 4. Jan. Der 'Magistrat hat folgenoeit Vortrag an die Stadtverordneten - Versammlung gelangen lassen: „Wir besitzen in unserem Römer ein historisches Denkmal von großer Bedeutung nicht nur für unsere Stadt, sondern für ganz Deutschland. Es ist ein Ver­mächtnis unserer Vorfahren, welches die Nachkommen zu erhalten und zu vermehren als ihre Aufgabe betrachten müssen. In diesem Sinne haben die städtischen Behörden das Werk der Restauration des Römers in Angriff ge­nommen. Die eingesetzte Kommission wird über das Ergebnis ihrer Beratungen demnächst Bericht erstatten. Das Mandat erstreckt sich bis jetzt vorzugsweise auf die baulichen Herstellungen im Römer; wir halten es daher für erwünscht, daß die städtischen Kollegien selbst zu einer wichtigen ■ Frage der inneren Ausschmückung Stellung nehmen. Der Kaisersaal im Römer enthält die Bildnisse aller deutschen Kaiser von Karl dem Großen bis zur Auflösung des deutschen Reiches im Jahre 1806. Diese Bildnisse füllen die zu Gebote stehenden Wandflächen voll­ständig. Wir glauben, daß es weder der historischen Be­deutung des Saales, noch feinem gegenwärtigen Werte entsprechen würde, wenn in demselben für die Zukunft die Kaiser des neuen deutschen Reiches fehlten. Wir halten es für eine Ehrenpflicht unterer Stadt allen deutschen Kaisern der Zukunft im Kaisersaal eine Stätte zu be­reiten und schlagen der Stadtverordneten - Versammlung einen gemeinsamen Beschluß dahin vor: 1) die Stand­bilder aller deutschen Kaiser der Zukunft im Kaisersaal auf städtische Kosten aufzustellen, 2) diesen Beschluß be­züglich des Standbildes Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm ohne Verzug zur Ausführung zu bringen, 3) sich über die Art der Ausführung und Bewilligung der Mittel weitere Beschlußfassung vorzubehalten."

Univerfttäts-Chronik.

Göttingen, 6. 3in. Pnoaivoeertt Dr. Iannasch ist zum außerordentlichen Professor an der philosophischen Fakultät dierfelbst ernannt worden.

Telegraphische Depeschen.

Karlsruhe, 6. Jan. Der Landtag tritt zur Fort­setzung seiner Beratungen am 14. Januar wieder zu­sammen.

Paris, 6. Jan Die Börse zeigte heute eine feste Haltung, weil es hieß, daß Freycinet die Bildung des neuen Kabinetts gelungen sei und in seinem Finanzprogramm die ins Ermessen gestellte Umwandlung der 41/* *= und 4- itt 3procentige Rente siebe und er den Betrieb der Staats­bahn der Orleanö-Gesellfchast übergeben wolle. Aber um 12 Uhr wurde die Kabinettsbildung infolge der Ablehnung mehrerer Mitglieder, welche bereits angenommen hatten, wieder zweifelhast. Grund der neuen Schwierigkeiten ist Fallieres Wahl zum Minister des Innern; die betreffenden Mitglieder wollen nicht in ein Kabinett treten, in welchem ein früherer College Ferrys einen so wichtigen Posten be­kleiden soll; sie wünschten auch den Eintritt LockroyS, der gestern bereits Fallieres wegen ablehnte. Die äußerste Linke macht keine Schwierigkeiten mehr: sie will das neue Kabinett unterstützen, behält sich aber vor, demnächst ihre Pläne für die Pariser Zentralmairie, für die Einkommen­steuer und für die Trennung zwischen Staat und Kirche geltend zu machen. Die Opportunisten, wie Brisson und Ferry verlangen die Auslieferung des Portefeuilles für das Innere an Fallieres. Diesen Abend 5 Ubr war Freycinet im Elysee, um Grevy Bericht zu erstatten. Die Rechte will einem Kabinett Freycinet keine Opposition machen, wenn aufregende Fragen vermieden werden und die Abwicklung der Toagkingfrage erfolgt, denn sie möchte im Jahre 1886 eine Auflösung her Deputirtenkammer vermeiden, weil sie weiß, daß das Land der ewigen Wahlen und Wahlkämpfe müde ist. — Gilbert Boucher, Senator für Seine-ek-Oise, ist gestorben.

Paris, 6. Jan. Die Unterhandlungen über die Bildung des neuen Kabinetts sind sehr vorgerückt; wahr­scheinlich wird morgen das Ministerium fertig sein.

_ Konstantinopel, 6. Jan. Aus Beschluß des SanitätSrateö unterliegen die spanischen Provenienzen vom 3. d. M. ab neuerdings einer »tägigen Quarantäne.

Wer Schlagstutz furchtet

oder bereits davon ocnoffeu wuroe, ober an Kongestionen, Schwindel, Lähmungen, Schlaflosigkeit, resp. an krankhafte« Neivenzuständen leidet, wolle die Broschüre „Ueber Schlag­fluß - Vorbeugung und Heilung"', 3. Ausl., vom Verfasser, ehern. Landw.-Bataillonrarzt Rom. Weißmann in Vilshofen, Bayern, kostenlos und ftanko beziehen. [3295

Vermischtes.

Aachen, 4. Jan. Em schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern vormittag in dem benachbarten Dorfe Haaren. Eine Frau, deren Mann auf dem Hüttenwerke „Rote Erde" arbeitet, setzte einen Topf mit Reis und Fleisch aufs Feuer

und begab sich dann mit ihren Lindem zu Lette. Zwei Kinder fchliefen mtt der Matter in dem Zimmer, in wechem der Ofen stand, zwei andere im Nebenzimmer. Erst gegen 5 Uhr nachmittags kehrte der Mann nach Hause zurück. Hier bot sich ihm ein schrecklicher Anblick. Seine Fran lag tot vor ihm, und zwei Kinder zn ihrer Seite zuckten noch, gaben aber bald ihren Geist auf. Die beiden Kinder, die im Nebenzimmer schliefen, waren noch munter und find jetzt ganz außer Gefahr. Der Tod der andern war durch Er­stickung herbeigeführt; wahrscheinlich find (Bafe aus dem Ofen gedrungen.

— (Fälschung deS eßbaren Olivenöls.) Das zur Nahrung bestimmte Olivenöl ist, wie das Journal ,La Science pour Tons" behauptet, sehr oft durch eine» mehr oder weniger starken Zusatz von allerlei öliuen Sub­stanzen verfälscht (Sesam-, Erdeichel-, Baumwolle-, Mohnöl.) Man hat viele Methoden vorgeschlagen, um diese Fälschungen zu entdecken. Herr Audoynaud hat an die Akademie der Wissenschaften ein Schreiben gerichtet, in welchem er eine neue Methode beschreibt, die nach den damit gemachte» Erfahrungen mehr Gewißheit des Erfolges gewährt als die bisher angewandten. Man nimmt eine Versuchsröhre „on 0,15 Meter Länge und von 0,015 »Meter Durchmesser, eingeuiit tu Kubikzentimeter. Man mißt nur zwei Kubik­zentimeter Del, fugt ein Gramm pulvrisierte chromsaure Pottasche hinzu und schüttel! das einige Augenblicke. Ma» gießt alsdann stickstoffschwefiige Säure hinzu, so daß dar Ganze vier Kubikzentimeter erfüllt und schr.rtelt wieder um. Die Flüssigkeit wird rotbraun. Nachdem mau die Mischung ein bis zwei Minuten hat stehen lassen, fügt man soviel Aether hinzu, daß alles zusammen sünf Kubikzentimeter ausmacht. Dann mischt man alles nochmals gut durch. Die Flüssigkeit, welche grünlich aussieht, sucht sich bann bet eimretender Ruhe in zwei Häufchen zu teilen. Nach einigen Augenblicken zeigt sich ober ein lebhaftes Auf. brausen, es entfalten sich zahlreiche rote Dünste, endlich überfliegt das Dd die Oberfläche der Flüisigkeit. Die Reinheit des Olivenöls schätzt man dann nach der Farbe des überfließenden Oels. Beim reinen Olivenöl ist diese Farbe grün. Wenn das Oel weniger als 5 pCt. von jenen oben ermähnten Fälschungszusätzen enthält, so variiert die Farbe vom gelblichen Grün ins Gelbe und selbst ins röt­liche G lb. Um diese Farben besser feststellen zu können, gießt man Wasser in die Versuchsröhre bis zur zehnte»

Teilung.

Mittel gegen Frostbeulen

giebt vr. Dyrenfurth in der „Tägl. Rundschau an: „Gegen Frostbeulen haben wir eine Legion von augepriesenen Mit-

I teilt — Beweis genug, daß ihre Heilkraft viel zu wünschen übrig läßt! Denn wären auch mir einige davon wirklich so wunderbar hülfreich, so würde sich doch niemand noch nach anderen umsehen! Dem einen hilft dies, dem andere» jenes. Und so wollen wir denn zu Nutz und Frommen unserer Leser eine Anzahl von Mitteln aufführen, welche sich in vielen Fällen als heilsam bewährt haben. Die Röte an erfroren gewesenen Nasen, Ohren und Wangen weicht beharrlichen Abreibungen mit Kampherspiritus allein, oder mit einer Mischung von 12 Teilen des letzteren mit einem Teil Sasrantinkiur. — Für gründliche Heilung des Frostes empfiehlt man: Ungegohrenes Bier, am besten Weißbier, wird bis zur Syrupsdicke eingekocht, dann der erfrorene Teil damit bestrichen, lockere Baumwolle dar­über gelegt und mit Leinen verbunden, gleichviel ob die I Frostbeulen offen sind oder nicht; das Nüttel ist alle Abende frisch aufzulegen. Die hart gewordene Salbe auf der Wunde soll durch warmes Waffer erweicht und abge­löst werden. — Devergies Salbe gegen Frostbeulen besteht aus Fett 30 Gramm, Kreosot, Bleiessig Opiumtinktur 10 bis 30 Tropfen, morgens und abends auf die ange­schwollenen Teile zu streichen und mit etwas Leinwand zu befestigen. Schlesier empfiehlt heiße Umschläge von ge- I riebenem Schwarzbrot, Essig und je nach der Masse 2 bis

4 Loth gepulverten Alaun zu einem Brei gekocht, diesen auf Leinwand gestrichen und so heiß, wie er vertragen werden kann, über den erfrorenen Teil zu schlagen und so oft es abgekühlt ist, zu wechseln und damit 8—16 Stunden unausgefetzt fortzufahren. — Ein sehr ge­rühmtes Waschwasser gegen nicht aufgebrochene Frostbeulen an Händen und Füßen besteht in einer Abkochung von 2 Pfund Eichenrinde mit 10 Pfund Wasser bis auf ein Drittel eingekocht, mit Zusatz von 2-4 Loth Alaun. Dies Mittel soll im Spätherbst sogleich angewandt werden, sobald I das erste Jucken entsteht; täglich 2 — 3 Bäder */., bis d/. Stunden lang zu brauchen. — Einreibungen von

• Petroleum allein, oder mit der Hälfte Terpentinöl ver­mischt bei alten Frostballen; bei frischen und schmerzhaften Umschläge von Bleiwasser. — Bei roten Händen Bäder in einprozentiger Karbollösung, wochenlang fortzufetzen, doch muß die Haut noch unverletzt sein, da sonst Karbol­vergiftung entstehen könnte. — Ein in Süddeutschland viel angewandtes Geheimmittel hat die württembergische Regierung dem Pastor Wähler vor langen Jahren abge­kauft; seine Hauptbestandteile sind: Ochsen- und Schweine­fett je 1 Psund, mit 4 Lod Eisenoxyd gekocht, sodann geklärt, 4 Loth Terpentin und 1 Quart Bergamottöl zu­gesetzt ; damit die kranken Teile 1—2 Mal täglich zu belegen. — Bei offenen Geschwüren Zinksalbe auf Charpie ge­strichen. Vielleicht wird aus dieser Blumenlese von Heil- I Mitteln eins oder das andere wirklich heilen!_____________