MchsW Mung
Erstes Blatt
Verantwottlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21.
und der Finanzen ist, der „Köln. Ztg." zufolge, eine Denkschrift gelangt, welche befürwortet, ausländische Holzschwellen durch deutsche Eisenschwellen zu ersetzen, da das Inland die bisher gebrauchte Menge Holzschwellen bei Weitem nicht liefern könne. In der Denkschrift werden die größten volkswirtschaftlichen Vorteile und auf die Dauer die größere Billigkeit der Eisenschwellen nachgewiesen. — Wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, obwohl in erheblich minderer Stärke, tritt in England die Neigung heran, Ausländer möglichst vom Wettbewerb mit der nationalen Arbeit fernzuhalten. Im Londoner Handelsstande werden gegenwärtig lebhaft die Maßnahmen erörtert, welche dazu führen könnten, den deutschen Kommis von den englischen Komtoiren zu entfernen. Zunächst denkt man daran — und dagegen dürfte ja wenig einzuwenden sein —, durch besseren Unterricht den englischen jungen Kaufmann seinem deutschen Kollegen ebenbürtig zu machen. Hoffentlich kommt keine Deutschenhetze nach. — Die „Germania", das Organ der Zentrumspartei, nimmt zum Anttsemttismus Stellung in folgenden Sätzen: „Gerade der extreme Antisemitismus findet sich nicht bet den Christen und Konservativen, diese können überhaupt nicht Anttsemiten im strengen Sinne des Wortes sein, nicht die Rasse und die Religion der Juden bekämpfen; wo auch christliche und konser- vattve Elemente einmal einen extremen Anttsemiten auf den Schild erheben, wie es im Wahlkreise Arns- walde-Friedebcrg, und zwar sogar in einer Persönlichkeit wie Ahlwardt, geschehen, da ist das eine intellektuelle Verirrung oder eine Wirkung der Leidenschaft — in beiden Fällen aber zugleich an Alle, die es angeht, eine ernste Mahnung, die nicht abzuleugnende, die fich immer mehr aufdrängende Judenfrage nicht der Behandlung des Unverstandes und der Leidenschaft zu überlassen, sondern in die prinzipiell und praktisch richtigen Bahnen zu leiten. Zwischen die Philosemiten auf der einen, zwischen die Antisemiten auf der anderen Seite müssen fich die Judenreformer stellen, mit einem klaren Programm. Geschieht das, dann wird fich bald zeigen, daß die immense Mehrheit des deutschen Volkes weder philo- semittsch noch anttsemitisch ist, so sehr auch diese beiden Richtungen Lärm machen."
— (Krupp in Essen.) Die unter Vorantritt des sozialdemokrattschen „Vorwärts" inszenierte Hetze gegen die Firma Krupp in Essen hat in der Oeffentlichkeit eine Masse Staubes aufgewirbelt, was bet dem lebhaften Jnteresfe, das dem größten deutschen Industrie-Etablissement allseitig entgegengebracht wird,
wohl begreiflich erscheint, um so dringlicher aber eS der patriotischeu Presse zur Pflicht macht, dem Streben, die deutsche Industrie in Gestalt ihres hervorragendsten Werkes vor dem In- und Auslände zu verunglimpfen, die Spitze abzubrechen. Die „Neue Reichskorresp." konstatiert jetzt auf Grund des ihr vorliegenden Aktenmaterials 1.: daß der in Rede stehende angebliche Brief des Herrn Fried. Krupp an den Kaiser Napoleon nicht von diesem, sondern von dem Chef der Pariser Firma Krupp, Herrn Heinrich Haaß, herrührt; 2.: daß der Brief nicht das ihm irrtümlich beigelegte Datum des 29. April 1868, sondern des 29. April 1858 trägt; 3.: daß dem Katser Napoleon nicht ein Angebot zur Lieferung von Gußstahlgeschützen gemacht wurde, sondern daß der Brief die Begleitzeilen eines Atlasses mit Zeichnungen darstellte, wie solche damals seitens der Firma allen mächtigeren Souverainen Europas übersandt wurden.
Des Wetteren bemerken wir, daß kurz vor Absendung jenes Briefes Kaiser Napoleon Herrn Krupp durch den damaligen Minister Fould schriftlich und durch den nach Essen entsandten Arttlleriegeneral Morin wiederholt mündlich hatte ersuchen lassen, in Frankreich eine Gußstahlfabrik zu etablieren, für welchen Fall Herrn Krupp vom Kaiser die Gewährung aller nur möglichen Erleichterungen in Aussicht gestellt wurde. Herr Krupp lehnte die ihm gemachten Offerten rundweg ab. Auch hat Herr Krupp weder dem Kaiser noch der französischen Regierung jemals ein Lieferungsanerbieten auf Kanonen gemacht, noch solche Lieferungen übernommen.
Vorstehende Mitteilungen dürften genügen, um die völlige Grund- und Haltlosigkeit der gegen daS Geschäftsgebahren der Firma Krupp inszenierten Verleumdungskampagne darzuthun.
Kumvnrg, 22. Dezbr. Amtlich wurden heute vier Cholerafälle festgestellt, nämlich bei einem Manne in der Stadt, bei einem Knaben in Hammerbrock, welcher im Kravkenhause starb und bet zwei Kindern einer Familie in St. Georg.
Schirmeck, 21. Dezbr. Ueber den bereits erwähnten Grenzvorfall berichtet die „Sttaßb. Post": „In der Nacht vom 17. zum 18. d. M. unternahm Förster Winckelmann zu Forsthaus Windeck einen Pattouillengang in dem ihm zugeteilten Waldbezirk unweit der deutsch-französischen Grenze. Auf deutschem Boden traf er eine Persönlichkeit, in der er, soweit es die Dunkelheit gestattete, einen berüchttgten, von den deutschen Behörden seit längerer Zeit verfolgten
liqen Nachbarn und daß wir in einem künfttgen Kriege schwierigeren Verhältnissen mit relativ geringeren Kräften gegenüberstehen als je zuvor. — Aufklärung über die Milttärvorlage. Unter diesem Titel ist in der Kgl. Hofbuchhandlung von Mittler u. Sohn in Berlin eine Flugschrift erschienen, die für den Maffenvertrieb bestimmt ist; sie oll das Exemplar für 5 Pfg., das Tausend für 10 Mk. verkauft werden. Wir haben es augen- cheinlich mit einer amtlichen Veröffentlichung zu thun, sie kein Hehl daraus macht, daß sie im Namen der deutschen Regierungen spricht und den Zweck verfolgt, weiten Volkskreisen die Notwendigkeit einer Vermehrung der Armee, wie sie die Militärvorlage erstrebt, verständlich zu machen. Der Ton ist gut getroffen und wenn wir auch nicht die Bewilligung alles deffen, was die Regierungen fordern, für nötig halten, so scheint uns doch die Flugschrift geeignet, eine ruhigere und entgegenkommendere Beutteilung der Lage zu fördern, als sie bisher infolge der aufreizenden und oft genug geradezu lotterbubenartigen Agitatton von radikaler Seite vorhanden ist. — Der „Deutsche Reichsanzeiger" bringt folgende Mitteilung: „Verschiedene Blätter bringen die Nachttcht, daß das Aus- wärttge Amt die in Sachen einer Broschüre gegen Herrn Paasch gestellten Strafanttäge zurückgezogen habe. Diese Meldung ist vollständig aus der Lust gegriffen". — Der preußische Unterrichtsminister hat neuerdings, wie der „Nat.-Ztg." gemeldet wird, um die Zahl der prakttsch geübten Lehrer des Französischen und des Englischen zu vermehren, da die neuen Lehrpläne vom 6. Januar d. I. und die voraussichtliche Vermehrung der lateinlosen Schulen hierin neue Anforderungen stellen, die Provinzialschulkollegien angewiesen, neueiuttetende Kandidaten der neueren Sprachen dahin zu ermuntern, von der 2jährigen Ausbildungszeit ein halbes Jahr in einem Lande französischer Zunge oder in England zuzubringen, dabet wird auf die Einrichtungen, die von der Universität Genf in neuerer Zeit behufs Ausbildung deutscher Lehrer getroffen find, und auf die Veranstaltungen des deutschen Lehrervereins in London hingewiesen. — Nach einer dem „Hamb. Korr." aus zuverläsfiger Quelle zugehenden Mitteilung ist die anderweitige Organisation der preußischen Sta ats- Eisenbahnverwaltung, Verminderung der Direkttonen, anderweite Abgrenzung der Bezirke, sowie der Befugnisse der Bettiebsämter u. f. w. für den 1. April 1894, zukünftens aber für den gleichen Termin 1895, in bestimmte Aussicht genommen. — An die preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten
Deutsches Reich.
W. Kerkm, 22. Dezbr. Unser Kaiser wohnte «n Mittwoch Abend im Kasino des Leib - Garde- kmsarenregiments nach einer gemeinsamen Promenade «tt der Kaiserin einem Kriegsspiele und der sich daran «schließenden Besprechung durch den Rittmeister v. »lücher bei. Am Donnerstag Vormittag empfing der Kaiser den Kriegsminister von Kaltenborn, den Lbef des Ingenieur- und Pionierkorps, Generalleutnant Goltz, den Chef des Militärkabinets den Keneralinspekteur der Fußartillerie, General Sallbach. Später arbeitete der Kaiser noch einige Zeit allem. — «esuch des Königs von Dänemark in Berlin. Sie verlautet, wird der König von Dänemark am «eburtstage Kaiser Wilhelms in Berlin anwesend ton. _ Betreffs der Militärvorlage geht den Hamb. Nachr." „aus nationalliberalen Reichstags- fieisen" eine Erörterung zu, die annimmt, es würde W aus den Nationalliberalen, den beiden konservativen Frakttonen und einem Teil des Zentrums rc. eine Mehrheit bilden lassen für die Bewilligung der Hälfte der geforderten Erhöhung der Friedenspräsenz- «Srke. Das Blatt meint, die Reichsregierung werde schließlich darauf eingehen. — Die „Rordd. Allg. istg." schreibt in einem Artikel über die Militar- »orlage: Die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit und die Beibehaltung der bisherigen Präsenzstärke schließen einander aus. Entscheidend sei die Frage, wie weit das Herr unter der Anwendung des Grundsatzes der allgemeinen Wehrpflicht gekräftigt werden könne. Die Erhöhung des Etats und ine Vermehrung der Kadres seien die wesentlichsten Bedingungen für die Herabsetzung der Dienstzeit. Die Vorlage sei durch den ungenügenden Zustand unseres Heerwesens gegenüber den veränderten Verha In issen kt den Nachbarn nötig geworden. Wurde die Vorlage abgelehnt, so sei die Rückkehr zur allgemeinen dreijährigen Dienstzeit eine notwendige Folge. Auch die bloße Vermehrung der Spezialwaffen set ausgeschlossen. Eine abschnittweise Behandlung der Reform sei im Hinblick auf die Organisation d-r Armee undurchführbar. Die Regierung habe bei Ein- bttngung der Vorlage sich nur von der Uebcr- zeugung leiten lassen, daß unsere eigene Wehr- Last seit 1871 sich nicht in gleichem Maße gehoben habe, wie diejenige unserer östlichen und west-
WSchenKW BellWm: Kreis-Blatt für die Meise Marburg und Kirchhain
-"• ZMstriertes SormMM''" ——-
■------M Marbura, Bä
-Farial-AbonnemkMs-,Preis bei der Expe- Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXV11. JayrgaNg.
JtS 302 biÜE 2Mk„ ^!°llenPostamtern ,25^j9. 24 Derember 1892. Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; Gi L.
Bestellgeld)^ Jnsnattonsgebuhr^fiir^die floatete Zeile (£>0niUWCJW, 4^. gjegallUCt 1-Or7S. ^aube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Unter -er Lömgstanne.
Preisgekrönter Roman von M. Th. May.
(Nachdruck verboten.)
(Fortse-nng.)
Mit einem tiefen Seufzer der Befriedigung holte der alte Valentin ein Einschlagmesser aus der Tasche eines Beinkleides und schnitt den großen Faden ab, mit dem er genäht hatte. Dann steckte er bte dicke Nadel in einen Tuchlappen, in dem sie standesgemäße Gesellschaft fand, nämlich noch eine eben so »icke, nur etwas verrostete Nahnabel und drei lange Stecknadeln, von denen die eine verbogen war, die zweite keine Spitze und die dritte keinen Kopf »ehr hatte. ,
Nachdem der alte Mann das Nahzeug wieder sorgfältig in der Truhe ausbewahrt hatte, nahm er das blaue Wolltuch, das er während seiner Näharbeit umgebunden hatte, ab und zog seinen geflickten Kittel wieder an.
Man muß auf sich halten, murmelte der Bettler vor "sich hin, „wenn der fremde Herr kommt, wie « versprochen hat, dann kann ich ihn doch anständig empfangen; aber er kommt wohl nicht"
Vornehme Herren halten den Armen selten Wott; dabei lachte der Alte vor sich hin, nahm eine Schüssel von dem über dem Herde befestigten schmalen Bord und schüttete die dampfenden Kattoffeln hinein, nachdem er sorgsam das Wasser abgegoffen hatte Ein angeschnittener Laib Brot wurde aus der Truhe und vom Fenster ein Töpfchen Milch geholt und uuu begann der alte Valentin in seiner Waldhütte fein Mittagsmahl, jedoch nicht, ohne sich vorher andächtig zu bekreuzen. .
Da klangen kräftige Schritte auf dem Fußsteige, der an der Hütte vorüberführte und der Bettler horchte auf. „Das ist kein Bauerntritt," murmelte
er vor sich hin. „Sollte er doch kommen?" Valentin stand auf und humpelte durch den schmalen Hausflur zur Thür, deren sinnreicher Verschluß nur von innen zu öffnen war, wenn man nickt mit einem Messer oder einem sonstigen Schneidewerkzeug das von außen sichtbare Stück eines Strickes durchschneiden wollte. Ein halblauter Ausruf der Ueberraschung entschlüpfte dem Bettler, als er den Draußenstehenden erkannte.
„O, Sie sind es wirklich? Sie haben meine Hütte gesunden?" rief der Alte freudig, indem er so rasch als er es vermochte, die Thür öffnete-
Rolf Siegfried mußte sich bücken, als er über die Schwelle der Hütte schritt.
„Ich habe ja versprochen, Euch zu besuchen, Alter," sagte Siegfticd freundlich, nachdem er auf die ehrerbietige Einladung des Alten an dem Tischchen in der Nähe des Herdes Platz genommen hatte.
„Vornehme Herren halten Unsereinem nicht immer ihr Wort, sagte ich mir erst vorhin," erwiderte der Bettler. „Es freut mich also doppelt, daß Sie gekommen sind."
„Doppelt?" wiederholte Siegfried lächelnd. „Wenn ich aber nun gar kein vornehmer Herr wäre?"
Der alte Valentin warf einen mißtrauischen Blick auf feinen Gast- „Wenn Sie der erste vornehme Herr wären, mit dem ich zu thun hätte," fagte der Bettler nachdrücklich, „dann würde ich Ihnen glauben, daß Sie keiner sind; aber ich habe schon zu viele Ihrer Art kennen gelernt, in der Stadt und auf dem Lande- Die vornehmen Leute haben alle so gewisse Manieren, daß man sie aus der Menge auf den ersten Blick herauskennt, mögen sie noch so einfach gekleidet fein; aber verstehen muß man fich nur darauf."
„Und Ihr versteht Euch darauf?" fragte Siegfried heiter- )
„Natürlich," entgegnete der Bettler kurz und begann die Ueberreste feines Mittagsmahles abzuräumen.
„Ich habe fchon genug gegessen," sagte der Alte, als ihn Siegfried aufforderte, sich nicht stören zu lassen. „Ich kann Sie leider nicht einladen, mein Gast zu sein; denn was Sie da sehen, ist mein ganzes Tafelservice und ich kann Ihnen doch nicht zumuten, mit mir, einem Bettler, aus einer Schüssel zu essen- Ich weiß wohl, was sich schickt."
Der Direktor sah überrascht den Mann an, der feine Worte so sorgfältig wählte, ja, der mit einer gewissen Würde das Geschirr forträumte und dann mit der linken Hand die Krümchen vom Tische fegte und in das aufknisternde Herdfeuer warf.
"Wenn ich Hunger hätte, würde ich gern mit Euch gegessen haben," sagte Siegfried ernst.
„Nun, bei Ihnen könnte es wahr sein; ein Anderer Ihresgleichen würde wohl schon tüchtig vom Hunger gequält werden müssen, um aus jener Schüssel zu essen ober aus jenem Topfe zu trinken. Aber sagen Sie mir Ihren Namen, mein Herr, da. mit ich weiß, wem ich fßr den Liebesdienst danken muß, mich neulich vom wahrscheinlichen Tode ge- rettet zu haben."
„Den Dank laßt bleiben, Alter; aber meiner Namen will ich Euch gern sagen: Ich heiße Rol Siegftied"
Der Bettler schaute den Direftor scharf an. „Nur Rolf Siegftied und kein „von" dabei, kein „Baron" oder „Graf" ober so etwas davor?"
Siegftied mußte lachen. „Nein, Mann," sagte er. „Es thut mir leid, Euch mit keinem Titel dienen zu können, ich bin gut bürgerlich."
„Also nicht ebenbürtig, schade," murmelte der Alte.
„Warum? Wem nicht ebenbürtig?" fragte Siegfried verwundert.
Der Bettler schüttelte den Kopf. „Jetzt ist's noch nicht Zeit, davon zu reden. Lassen wir's also noch," sagte er abwehrend und fuhr dann fort: „Ich kannte einen Pastor Gebhard Siegftied, der freilich jetzt schon lange tot ist, in Alt - Fernow. Alt-Fernow liegt ungefähr vier Meilen von hier, gehört aber nicht mehr dem Baron Rotheim. „Sind Sie vielleicht mit diesem Pastor Siegfried verwandt?"
„Allerdings; ich bin fein Sohn," erwiderte Siegfried.
„Sein Sohn?" wiederholte der Alte erstaunt. „Sieh, sieh, ein allernächster Landsmann also. Merkwürdig, daß ich von Ihnen bisher nichts gehört habe. Ich spreche fteilich schon seit Langem mit wenig Leuten und auch selten etwas anderes als: „Erbarmt Euch meiner um Gottes Willen!" und „Vergelts Gott!"
„Lebt Ihre Mutter noch?" ftagte Valentin nach einer kleinen Pause.
„Meine Mutter starb wenige Jahre nach dem Tode meines Vaters," sagte Siegfüed. „Doch erzählt mir von Euch, Alter, ich möchte wissen, wie es kommt, daß ich Euch nicht kenne, da ich vor zwölf Jahren auch in den Rotheimforsten angestellt war. Zuerst aber sagt mir, wie geht es Euch feit Eurem Unfälle; habt Ihr keinen Schaden davon- getragen?"
„Nein, Herr," sagte der Bettler. „Mich schmerzten einige Tage alle Glieder, aber heute ist's schon vorbei.
(Fortsetzung folgt)