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der Herr

Löwe und Boulanger.

Seit Solon den Lydier-König Krösus davor »amte, einen Sterblichen vor dessen Ende glücklich «l preisen unb nach Ben Akibas bekanntem Satze dürfte der attische Weise nicht einmal der Erste ge­wesen sein, welcher diesem Gedanken Worte lieh ist die Mahnung vor dem Abend auch den schönsten xag nicht zu loben, in allen Sprachen und Formen unzählige Male wiederholt worden, um, gleich allen Fundamentalsätzen der Erfahrung und der Lebens­weisheit, ebenso ost außer Acht gelassen zu werden. Zn ganz besonders hohem Grade geschieht dies nun steilich in unserer schnelllebigen Gegenwart, die sowohl bei der Verteilung von Bürgerkronen und Ehren­diplomen wie bei Verurteilung einzelner Persönlich­keiten und der Verhängung des Anathems über ganze Zeitströmungen mit Vorliebe dem abgekürzten, sum­marischen Verfahren huldigt, und in der deshalb dasHosiannah!" so nahe beimKreuzige!" liegt, daß der Uebergang vom Einen zum Anderen gar ost im schroffsten Wechsel, ohne jede Vermittelung sich vollzieht.

Ueberaus charakterisch ist in dieser Hinsicht auch die jüngste, Ahlwardt-Löwesche Episode des zwischen dem Auti- und dem Philosemittsmus entbrannten Kampfes, in dem durch blindwütigen Fanatismus und durch einen zum mindesten hochbedenklichen Heroenkultus innerhalb wie außerhalb der Mauern Ilions gleichmäßig ge- fündigt wird. Hier ist in der That mehr als ein­mal im Handumdrehen die Chamade zur Fanfare und umgekehrt die Fanfare zur Chamade geworden. Wie oft sahen diejenigen, die eben noch eines ent­scheidenden Sieges sich rühmen zn dürfen glaubten, wider Erwarten zum schleunigen Rückzug sich ge­zwungen, während die jüngst erst aufs Haupt Ge- fchlagenen, jeder Offenstvkraft anscheinend Beraubten, dank einem günstigm Zufall, einer Laune des Schick­sals oder einem Mißgriff des Gegners, plötzlich mit neuen Kampfmitteln wieder im Felde zu erscheinen vermochten. Als Ahlwardts Judenflinten-Broschüre wochenlang auf allen Sttaßen und Plätzen unbe­helligt feilgeboten und in immer neuen Auflagen im Fluge verbreitet wurde, erschien Isidor Löwe, der Verferttger der vielgeschmähten Flinten und zugleich einer der Matadore der jüdisch - steisinnigen Kreise gar vielen als ein toter Mann, sein lungenkräfttger schreibseliger Widersacher aber als eine Att National­heros. Dann folgte das amtliche Eingreifen und die dramatisch - bewegte Verhandlung im Moabüer Gettchtssaal. Die Themis nahm Wage und Schwett

befahl, zum Akazienrondel zu eilen, wo Direktor ihrer zur Hilfeleistung benötige.

und Verlag:Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckertt in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21.

dem Laubengange, der in einiger Entfernung vor­beiführte.Hierher!" rief Della mit lautschallender Stimme und im nächsten Momente näherte sich ihr Rolf Siegftied.

Bestürzt sah Della auf den Direktor, ihn hatte sie nicht in dem Parke vermutet.Ich rief einen Diener," sagte sie stockend, finster auf den im Ge­büsche liegenden Mann deutend. Rolf grüßte, er­widerte aber kein Wort, während er der von der Baroneffe angegebenen Richtung mit dem Blicke folgte. Er erkannte sofort den Bettler, dem er am Morgen eine Gabe gereicht hatte und beugte sich über den Unglücklichen.

Der Mann ist wohl betrunken?" fragte Della hochmütig

Rein," sagte Siegftied,er ist ohnmächtig. Er ist gestürzt und schlug wahrscheinlich fallend mit dem Kopfe auf einen Stein. Doch wie, hier liegt ja seine Krücke und zerbrochen?"

Della» Lippen zuckten, als sich Siegfrieds Blick so fest' auf sie richtete, als müße sie über das Geschehene Auskunft geben können. Als sie aber trotzig schwieg, beugte sich der Direktor wieder zu dem Bettler, hob ihn mit beiden Armen wie ein Kind auf und trug ihn zu der nächsten Bank, wo er 'ihn sanft niederließ.

Ich möchte den Mann nicht allein laffen," sagte Rolf Siegftied jetzt mit kühler Gelaffenheit zu dem schönen Mädchen, das vou ihrem Pferde so hochmütig auf ihn niedersah.Sie haben deßhalb wohl die Güte, mir Hilfe für den Mann vom Schlöffe zu senden."

Eine dunkle Röte flammte über das schöne Gesicht der Baroneffe. Sie nickte stumm und in der nächsten Sekunde jagte sie in den Hof, wo sie mit harter Stimme den herbeikommenden Dienern

Untre der Königstavne.

PrttSgckrönter Roman von M. Th. May.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Vorwärts, Willis!" rief Yella.Wir müssen eilen, sonst ängstigt sich Tante Lona um uns beide." Und einen raschen Trab auf dem jetzt sanft welligen, bequemen Weg aunehmend, befand sich die Baroneffe bald in dem Hinteren Teile des Schloßparkes. Hier, wo der Weg um einen riesigen Felsblock bog, der sich wie eine Wand vorschob, hielt sie wieder an und sah auf ihre Uhr.

Das Ergebnis schien sie nicht zu befriedigen, sie hätte heute gern die Stunde des Diners versäumt, um dem Manne nicht mehr zu begegnen, der noch gestern ihr Verlobter war. Doch, sie hatte ihn ja nicht zu scheuen! Vorwätts also!

Da klang lautes zorniges Schelten zu chr her­über, sie erkannte Salbergs Sttmme. Wem diese Ausdrücke ungezügelter Wut galten, war ihr unbe­greiflich Häßliche Schimpfworte, wieLump, Spion, Lmdstreicher l" drangen an chr Ohr.

Noch eine Weile zögerte die Baronesse, dann ritt sie um den Felsenvorsprung und sah sich in dem hier ziemlich fteiliegenden Garten um, aber sie er­blickte nichts und niemand. Doch jetzt, dort hinter dem dichten Gebüsche lag ein unförmlicher Gegen­stand. Das junge Mädchen näherte sich beinahe ängstlich der Stelle. Wahrhaftig, auf dem kalten nassen Boden lag hier ein Mann tot be­wußtlos! Es war der alte Bettler Balenttn und neben ihm seine zerbrochene Krücke.

Mtt eigentümlichem Blicke, in dem Hochmut, Entsetzen und Mitleid stritten, betrachtete Yella den Leblosen. Dann sah sie sich um, ob keiner der Dimer in der Nähe sei. Da klangen Schritte m

McherMiche Bellmm: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

v ---- - ~ * ~'r *1 Verantwortlicher Redakteur: Christoph Rautenhaus i« Marburg.

Redaktion und Expedition: Martt 21.

4.

Die alte Silbermünze liegt vor Din

Die Schrift verlöscht, das Bildnis unverkennbar!

Doch nun dmchglüht der Forscher sie auf Kohlen, Und aus der unscheinbaren Fläche, siehe. Nun schwillt und wächst die alte Schrift hervor Und sagt Dir glühend ihre altm Worte.

(L. Schefer.)

Aus dem Dorfe Ober-Rotheim marschierte eine Truppe von ungefähr 15 kräftigen Männern in schlichter Arbeitertracht den Fahrweg zum Schloß Rotheim hinauf. Fröhlich blitztm die Augen in den von der Kälte geröteten Gesichtern und manches frische, mitunter wohl etwas derbe Scherzwort kürzte den Weg.

Es war eben erst Tag geworden, ent wunder, herrlicher Wintertag, dessen schimmernde Pracht nur der sich vorzustellen vermag, der einen Hochwald im silbernen, von weichem, flockigem Schnee gewebten Krönungsmantel gesehen hat.

Wie das alles funkelt und blitzt, wie sich dre Zweige tief beugen unter der blendend weißen Last, wie endlos weit ausgebreitet rings die Schneedecke erscheint und keine Spur sich mehr von Uneben­heiten und Ecken findet.

Alles ist ausgeglichen, weich und harmonisch; die ruhenden Windmühlen, die kleinen Gehöfte, die Hecken und Baumgruppm und die armseligen Bauern­hütten sind in den reizend gebogenen Linien, welche der Schnee ihnen verliehen hat, zu lauter architek­tonischen Kunstwerken gewordm und alles flimmert und glitzert im Reichtum des winterlichm Eis- fürsten.

Nach diesem Schreiben hatte die Firma Ludwig Löwe & Cie. der französischen Kriegsverwaltung, die im Begriff stand, durch die Einsührung des Lebel- Gewehrs ihrer Jnfantette mit thunlichster Be­schleunigung eine Schußwaffe zu verschaffen, die dem damaligen deutschen Jnfantette-Gewehr in mindestens gleichem Maße überlegen sein sollte, wie einst tat Jahre 1870 der Chassepot dem alten Dreyse, das Angebot gemacht, die zur schleunigen Herstellung dieser Waffe erforderlichen Maschinen in vollkommenster Qualität zu liefern, ebenso vollkommen jedenfalls, wie sie von irgend einer amerikanischen Waffenfabttk, an die Boulanger sich in erster Linie zu wenden gedachte, geliefert werden könnten. Nicht zu Unrecht wiesen Löwe & Cie. darauf hin, daß der Bezug der Maschinen aus einer europäischen Fabttk den steten direkten Verkehr des Bestellers mit dem Lieferanten ermöglichen und daher eine Reihe nicht zu unter­schätzender Vorzüge darbieten würde. Ihre Schuld war cs jedenfalls nicht, daß die Bestellung ihnen dessen ungeachtet entging, da Boulanger die einmal angebahnten Beziehungen mit den Vereinigten Staaten aufrecht erhalten zu sollen glaubte; denn am ange­legentlichen Bemühen, ihr Gesuch in einer möglichst plausibelen Weise zu motivieren, hatten sie es wahr­lich nicht fehlen lassen, wohl in dem Glauben, daß von ihrer Offerte, welche jetzt diesseit der Vogesen in allen nattonalfinnten Kreisen berechtigten Unwillen wachrust und den Nimbus eines besonderen Patriotis­mus, mit welchem der Freisinn in geschickter Fruktifi- zierung gewisser amtlicher Steuerungen die Firma zu umgeben suchte, von Grund aus zerstören muß, bereits seit langer Zeit hauptsächlich mit der Konstruktion solcher Maschinen, die zur Masienfabrikatton dienen und früher nur in Amerika angefertigt wurden. Und da wir in dieser Zeit Gelegenheit hatten, die Fabrikation zu studieren, sowie selbst Militärwaffen zu fabrizieren, waren wir tat Stande, wesentliche Vervollkommnungen in der Konstruktion dieser Maschinen herbeizuführen, so daß wir hinsichtlich der technischen Leistungsfähigkeit den amerikanischen Fabriken überlegen find. Wir erlauben uns daher, Ew. Exzellenz zu ersuchen, nach Berlin gleichfalls einen Offizier senden zu wollen, dem wir die Probe liefern könnten, daß kein Grund vo, liegt, die Maschinen in Amerika zu kaufen. Wir halten dafür, daß es von großem Vorteile sein wird, falls ihre Waffenfabriken Gelegenhett haben, mündlich zu verhandeln, und zwar während der ganzen Zeit, welche die Fabrikatton und die Lieferung von Maschinen dauern wird. Dies ist aber nur bet einem europäischen Etabliffement mögliche

Indem wir eine günsttge Antwort erwatten, haben wir, Herr Minister, die Ehre, Sie unserer ausgezeichneten Hochachtung zu versichern.

Ludw. Lowe u. Cm, Kommandit-Gesellschaft auf Aktien.

w? OAA deiettagemOuartal-Abonnements-Prns btt der Expe- Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf nviu Zllhrgang

-Ä8 800. ditton 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25Pfg. (exll. 99 «TVapttlfipr 1RQ2 Mosseta Frankfurt a. M., Berlin, München Ui Köln; G. L.

* Bchellgeld). Jnsnattonsgebuhr für die getaaltene Zeile BbALMDkr kOu«« Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Patts.

vorerst wenigstens in Deutschland nichts bekannt werden würde. Denn wenn Herr Isidor Löwe bet einen nunmehrigen Rechtfertigungsversuchen sich den An­cheta giebt, als sei die Erregung über jenes Anerbieten hm durchaus unverständlich, da er doch nur das Interesse der deutschen, ja der europäischen Judusttie tat Gegensatz zur amerikanischen zu wahren gesucht und lediglich dasselbe gethan habe, was zahlreiche deutsche Firmen m Verkehr mtt anderen Staaten sich gestattet hätten und ungestraft noch gestatten dürften, so wird man an die Ehrlichkeit dieses Staunens denn doch nicht glauben können. ES hieße die geistige Fassungskraft >es Herrn Löwe unterschätzen, wollte man annehmen, daß er für die hier in Bettacht kommenden unter» cheidmdm Merkmale in der That fein Verständnis besitze.

Gewiß haben wie die erfteulicherweffe nur sehr vereinzelten Verteidiger des Vorgehens der Firma Löwe betonen auch andere deutsche Firmen, und zwar solche allerersten Ranges, ftemden Staaten Waffen und Kriegsmatettal geliefert, ja sie werde» tat Inter­esse unserer Industrie, das Herr Isidor Löwe, dem zu seinem Bedauern" von feiten Boulangers nicht einmal eine Antwort zu teil geworden ist, bei seinem Anerbieten ebenfalls tat Auge gehabt haben will, sicherlich alles thun, um diese schätzenswerte Kund­schaft sich zu erhalten und die ausländische Konkurrenz auf diesem Gebiete aus dem Felde zu schlagen. Mit Beftiedigung verzeichnet die deutsche Presse ja oft genug die Thatsache, daß fast alle europäischen und außereuropäischen Mächte immer wieder von Krupp in Essen die bisher unübertroffenen Gußstahl-Geschütze, von Gruson in Magdeburg Panzettürme und Hatt- gußgranaten, vom Stettiner Vulkan Panzerschiffe und Kreuzer, von Schwartzkopf in Berlin Torpedos unb von Schichau in Elbing Torpeboboote beziehen. Der Umstanb, baß von biesen Waffen unb Kriegsmaschinen früher ober später einmal gegen Deutschland ober seine Verbünbeten Gebrauch gemacht werben könnte, wttb von niemanbem als ein Hinberungsgrunb gegen bie Uebernahme, ja selbst gegen bas Nachsuchen der- attiger Bestellungen bezeichnet werben; ist Rußlanb, bas seit Jahren im Rufe einer uns entschieben un­holden Gesinnung steht, der Abnehmer, so wttd hier und da wohl einmal die Opportunität der Lieferung in Zweifel gezogen oder der Wunsch ausgesprochen, daß am letzten Ende der Nachteil für uns nicht größer sein möge, als der augenblickliche Votteil. Niemals aber haben wir gehört, daß sich eine der oben ge­nannten großen Firmen unserem ftanzöstschen Nachbar für die Lieferung oder die Herstellung von Kttegs-

Wer kann noch behaupten, daß dort das zier­liche Gitter jenes Bauernhauses mit seinen originell gefügten «Stäben, bie nun im Sonnenstrahl auf­blitzten, eigentlich ein elender, zerbrochener Pfahl­zaun sei?

Vorwärts, Ihr Männer!" ruft der Vorderste in der Reihe feinen Gefährten zu,wenn wir nicht pünktlich sind, giebt's ein böses Gesicht zum Empfang vom Direktor, darauf könnt Ihr Euch verlassen."

Na, mir brauchen just nicht Euch dazu, Vetter Kuhnert, um uns diese Neuigkeit zu erzählen, ent­gegnete ein noch ziemlich junger Mann mit etwas keckem Gesichte.Ich denke, von uns weiß ein jeder, wie höllisch scharf der Direktor den Leuten auf die Finger sieht "

Was bei Euch auch sehr notwendig ist, Peter Grittner," gab Kuhnert zurück.Ich behandelte Euch weniger nachsichtig."

So," sagte Peter Grittner etwas schneidend, da ist es mir nur lieb, daß Ihr nicht unser Direktor seid. Da dürste ich nicht erst Sonntags zur Kirche geben, ich bekäme dann alle Tage meine Predigt."

Zankt Ihr Euch schon wieder, rief ein älterer Mann, der hinter den anderen etwas zurückgeblieben war laut nach vorn.

Der Herr Direktor verlangt zuerst, daß Frieden gehalten wird. Ihr, Grittner, wißt recht wohl, daß es noch nicht ausgemacht ist, ob der Herr Direttor Euch wieder in Arbeit nimmt- Denn was er ein­mal sagt, das ist gesagt unb wenn Ihr wollt, daß die Kameraden Fürbitte für Euch einlegen, so seid vorerst nicht spitz'g und unverträglich."

Peter Grittner schaute vor sich nieder und schwieg, auch keiner der übrigen knüpfte wieder ein Gespräch mit ihm an.

Endlich standen die Männer vor demISchloß-

zur Hand. Nun lag das Schwergewicht auf der Löweschen Schale, Während die desRettors aller Deutschen" jäh ewporschnellte. Was Ahlwardt be­weisen konnte, waren einzelne Unregelmäßigkeiten im Bettiebe der Löweschen Fabrik, Unregelmäßigkttten wie sie wohl in jeder Arbeitsstätte sich zuttagen, an der ein nach Tausenden zählendes Personal bc- schästtgt ist; alle Angaben über die Unbrauchbarkeit oder Minderwertigkeit derJudenflinten" erwiesen sich dagegen ebenso als Hirngespinnste, wie die wunderbare Mär von dem gegen daS Deutsche Reich gerichteten Komplot der Alliance israelite. Als Geschäftsmann hatte Herr Isidor Löwe, in Firma Ludwig Löwe u. Cie., das Seine gethan, das war klar erwiesen und der Reichskanzler Graf Caprivi fühlte sich gedrungen, auch vor versammeltem Reichs- tage es ihm zu attestteren. Aber dem fteifinnig- philosemitischm Klan genügte diese Satisfaktion bei weitem noch nicht, deshalb erhob er den unlängst so hart Gescholtenen nun seinerseits als großen Patrioten auf den Schild, als einen Mann, der für des Vaterlandes Wohl gelitten und gestritten habe; neben den Namen der Besten im Lande sollte fortan auch der seine genannt werden. Im Grunde waren es dieselben Paukenschläge und die gleichen Trompeten­stöße der Reklame, die kurz zuvor im antisemitischen Lager beim Auftreten Ahlwardts sich hatten hören lassen. Aber auch diesmal erhielt, wie man tat Volksmnnde zu sagen pflegt, die Pauke ein Loch, und zwar durch die Veröffentlichung eines Briefes, den Isidor Löwe, in Firma Lndwig Löwe u. Cie., im Spätherbst 1886 nach der einen Version am 20. Oktober, nach einer anderen am 20. November an dm damaligen französischen Kriegsminister, dm General Boulanger, gerichtet hatte und der nun durch den Kapitän Dttant, den Schwiegersohn des. brave general, zu Nutz und Frommen Ahlwardts in den Spalten desFigaro" der Oeffmtlichkeit übergeben wurde. *)

*) Das von der Firma Ludw. Löwe u. 60; an Boulanger gerichtete Anerbieten hat nach der jetzt vorliegenden Uebcr- setzung folgenden Wortlaut:

Berlin, 20. November 1886. Hollmannstn 32.

An ©Ci Exzellenz, den Herrn General Boulanger, Kttegsminister, Pattsi

Herr Minister!

Wir werden durch die Zeitungen in Kenntnis gesetzt, daß Ew. Exzellenz einen Offizier zu dem Zwecke nach Amerika geschickt haben, Informationen hinsichtlich der Fabrikatton von Militärgewehren einzuziehen, sowie die für die Massenfabrikation von neuen Waffen notwendigen In­stallationen anzukaufeNi Unser Etabliffement beschäftigt sich