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fegte" Monsieur Louis mit einer häßlichen Grimasse. »Jetzt gilt e» vor allem, fich^ mit dem „Herrn Direktor" auseinander zu fetzen"
Zahlen darauf aufmerksam gemacht, daß die deutsche Industrie in ihrem Mitbewerb mit denen anderer Länder durch große Ausgaben vorbelastet ist. Es giebt sozialpolitische Idealisten, welche, nachdem die drei Arbeiter- verficherungsgesetze sich bewährt haben, nunmehr glauben, Not und Elend unter der Arbeiterschaft überhaupt auf dem Wege der Versicherung aufheben zu können, wie unter der Voraussetzung, daß die Arbeitgeber, wie bisher so auch fernerhin den Hauptteil der Saften tragen, alle möglichen Verficherungspläne aushecken. Dazu gehören die Projekte einer Fürsorge für Witwen und Waisen verstorbener Arbeiter, einer Versichemng gegen Arbeitslosigkeit u. s. w. Ja, nicht bloß in den Köpfen von sozialpolitischen Idealisten spuken solche Pläne, sondern auch in Kreisen, welche der Regierung nahe stehen. Den Letzterm solltm die Zahlen, welche die Rechnungsergebnisse der Berufs- gmossenschasten aufweisen, in ihrer nunmehrigen recht stattlichen Höhe doch zeigen, daß die Industrie nicht mit noch anderen Versicherungskosten belastet werden darf. Die jetzigen Kosten steigen schon von Jahr zu Jahr mit fabelhafter Schnelligkeit. Der Industrie noch mehr Lasten aufbürden, hieße sie erdrücken wollen. Und dazu dürfte sich doch wohl kein emsthafter Politiker, der für die große Zahl der deutschen Arbeiter Beschäftigung schaffen will, verstehen können.
besonders wenn sie sich wegen einer so sehr niedrigen Verwertung der Kartoffeln als so teueres Futter erweist. Dann ist doch auch nur nötig, daß der Bau von Kartoffeln etwas eingeschränkt und soweit erforderlich, das Minus durch andere Hackftüchte, als Turnips, Zuckerrübm u. s. w. ersetzt wird. Kartoffeln werden die Gegenden, welche jetzt noch in größerem Maße Brennereibetrieb haben, schon zur Beschaffung der nötigen Mengen für die Ernährung des Volkes doch auch für die Folge in erster Linie bauen müssen, weil dieJndustriebezirke nnd die Provinzen mit dem schweren Rübenboden ihren Bedarf bei Weitem nicht selbst decken können. Dazu kommt, daß die Landwirtschaft jetzt soweit vorgeschritten ist, daß sie auch den ärmeren Böhen so zu kultivieren nnd zu düngen versteht, daß Zuckerrüben und andere Fruchtarten, welche ftmherer Ansicht nach nur in schwerem Boden gedeihen konnten, mit gutem Nutzen erzeugt werden." — In der Novelle zum Wuchergesetz hat man davon Abstand genommen, einzelne Wucherformen, wie den Waarenwucher, die Viehleihe u. s. w. durch das Gesetz zu treffen. Man will vielmehr dem Uebel an die Wurzel gehen nnd alle Rechtsgeschäfte, bei denen die Notlage gewohnheits- nnd gewerbsmäßig ausgebentet wird, unter den Begriff Wucher stellen. Hierin liegt der Schwerpunft der vom Bundesräte genehmigten Novelle.
— Zur Frage der „Emser Depesche" wird der Münchener „Allg. Zig." folgendes ge- schriebm: Seit dem 5. Juli wurde der König und wurde Preußen in Paris durch ministerielle Aeuße- rungen, Kammerreden, durch eine täglich drohender und zügelloser werdende Sprache der Presse auf das gröblichste beleidigt, trotzdem war in Ems verhandell worden, als ob in Paris nichts geschehe. Auf die Nachricht, daß König Wilhelm eingewilligt habe, den Verzicht des Prinzen Leopold nachträglich zu billigen, riefen Pariser Blätter höhnend: „la Prusse cäne" (klemmt den Schwanz ein), und dem Könige ging in Ems ein Witzblatt zu, in welchem er mit Krone, Waffenrock und Epaulettes angstvoll nach einem Fenster blickte, gegen welches ein in voller Marschausrüstung befindlicher Zuave mit dem Kolben stieß. So viel ich mich erinnere, hat der König auf Antrag des verstorbenen Hoftats Schneider eine Sammlung jener ftanzösischen Schmähschriften und Zeitungsartikel, Witzblätter u. s. w. anlegen laffen, die fich jetzt zu Jedermanns Einficht in der kgl. Bibliothek befindet. Vielleicht nimmt Herr Richter sich die Mühe, seine Ansichten über die Emser Depesche danach zu berichtigen, zumal ihm die stanzöfisch-österreichisch-
über und sag' ihm, daß ich, Baron Salberg, ihn zu sprechen wünsche."
Louis zuckle die Achseln.
„Meinetwegen," sagte er, „aber mich soll'S wundern, ob der Herr Direktor kommt." Damit entfernte sich der Diener
Der Baron schraubte die Lampe höher, daß fich helleres Licht durch das Gemach ergoß, dann räumte er einen Würfelbecher und ein neues Spiel Karten, die auf dem Tische lagen, bei Seite, legte einige Geschäftsbriefe und Rechnungen ostentativ auf dem eleganten Schreibtisch zurecht und öffnete schließlich einen kleinen Wandschrank, in dem sich eine Reihe von Flaschen befand. Aus einer derselben goß der Baron etwas von dem scharf duftenden Inhalte in ein Glas und leerte es auf einen Zug. Sherry- Brandy war auf der Etiquette der Flasche zu lesen, aber Baron Strehlen würde wahrscheinlich mit satirischem Lächeln „Eau-de-vie" gesagt haben. Dann stellte Salberg die Lampe auf den Schreibtisch und ergriff die Feder, um in ernster Arbeit vertieft zu erscheinen, wenn der Mann, den er erwartete, eintrat.
Als sich jetzt wieder Schritte auf dem Gange näherten, da drehte Baron Salberg rasch die Lampe so, daß ein großes mythologisches Bild über dem Sofa, „Mars und Venus" von Giordano, im Schatten lag. Ein Schimmer von Rot lag auf dem bleichen, von Blattern zerissmen Gesicht und die Augen des Dieners funkelten in fast wildem Hohne.
„Nun?" fragte Salberg und drehte sich um, „was sagte er?"
„Er sagte gar nichts," entgegnete Louis und warf fich ungeniert seinem Herrn gegenüber in einen Fauteuil. „Ich hatte nicht die Ehre, vorgelaffen zu werden. Seine Hoheit ließen mir durch feinen
Wöchentliche Bellngeu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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„Zum Geier mit ihm," warf Salberg ein. „Ich «greife nicht, daß der alte Gebhard nicht zuerst mit mir sprach, man kann ihn sonst doch um den Finger wickeln "
Louis sprang von dem Seffel auf und ein leiser, zischender Pfiff glitt über die gespitzten Lippen. .Gebhard?" rief er, „der ist gar nicht da. Hat
„Nein," sagte Salberg, „so war's nicht. Der Ute blieb sehr zurückhaltend. Er sagte nur be- stimmt zu, daß er nichts gegen mich unternehmen Würbe. Uebrigens bekomme ich ihn schließlich doch wch herum. Yella jedoch," fuhr der Sprecher zögernd fett, „sah ich noch nicht."
I „Na, das Täubchen wird auch noch zahm werden,"
Kittet der Lörügslanrre.
Preisgekrönter Roman von M. Th. May.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Ich sagte meinem zukünftigen Schwiegervater, daß ich ie letzten schlechten Ernteergebviffe ihm nicht mit» (teilt hätte, um ihm keinen Kummer zu machen, »ß die Leute in Fernow und Rotheim von der rühjahrsüberschwemmung so schwer heimgesucht, orden seien, daß ich es nicht über's Herz brächte, ist Hätte die Pacht einzutreiben u. s. w." ‘ „Sehr gut," lachte der Diener wieder auf. „Und wn kam das große Versöhnungstableau: Um» tmung mit thränenden Augen. Gerühtt zu sein, Nötigenfalls sogar Ergttffenheitsthränen zu meinen, fez verstehen Sie ja ganz ausgezeichnet. Natürlich Uoß die Scene ein zärtlicher Kuß auf die schöne
• pnd der Marmorbraut."
Deutsches Reich.
W. Berlin, 14. Dezember. Unser Kaiser, welcher fich am Montag Morgen zur Jagd nach Berlin und von dort abends nach Neugattersleben begeben hatte, ist von dort nach Beendigung der Jagd wieder am Dienstag Abend in Potsdam wohlbehalten eingetroffen. Am Donnerstag gedenft der Kaiser nach Letzlingen zu reisen, um an den beiden nächsten Tagen daselbst größere Hofjagden abzuhalten. Die Rückkehr erfolgt am Sonnabend Abend. — Entgegen der Entscheidung des Seniorenkonvents des Reichstags hat man neuerdings die Absicht, die Steuervorlagen noch vor Weihnachten der ersten Beratung zu unterziehen, aufgegeben und gedenkt bereits am 15. Dezember mit der Militärvorlage abzu- schließen und an diesem Tage in die Weihnachtsfetten einzntteten. — Nicht ganz aber doch ungefähr will die nationalliberale Partei dem Beispiel der Konservativen folgen, die kürzlich ihren Partestag abhielt. Bei den Nationalliberalen soll es kein Parteitag, sondern nur ein Delegiertentag werden, welcher znm kommenden Frühjahr nach Berlin berufen werden soll, und für welchen mit den Vorbe- Jhnen der Alte denn nicht den Namen des Direktors genannt?“
Salberg schüttelte den Kopf. „Er sprach nur vom „Direktor" oder „Bevollmächtigten" und ich dachte nur an Gebhard."
„Na, bann machen Sie sich auf eine freudige Ueberraschung gefaßt, Herr Baron," sagte Louis boshaft. „Ich erwähnte schon vorhin gewiffer unvergeßlicher alter Bekanntschaften. Wird ein rührendes Wiedersehen werden!"
„Wer ist da, Louis?"
Der Blick Salberg's ruhte in furchtsamer Erwartung auf feinem Diener. Dieser steckte die Hände in die Taschen, spreizte die Beine und sagte nachlässig: „O, nur ein gewiffer Rolf Siegfried!"
„Wer?" ttef Salberg, als habe er es nicht gehört.
„Rolf Siegfried," wiederholte Louis mit Betonung, „erster Direktor des Hauses Sonndorf und Söhne unb, wie -.Sie sagen, ber Generalbevoll- mächtigte von Theobor Schröder. Ja, ja, Rolf Siegfried ist da, der ehemalige untergeordnete Forst beamte bei dem Grafen Falkenau, dessen Liebling er war, wie Sie wohl wissen"
„Das ist nicht möglich, — Siegftted kann nicht hier sein, wenigstens in dieser Stellung nicht," riet Salberg beunruhigt.
„Siegfried ist ganz bestimmt hier und in dieser sehr einflußreichen Stellung," entgegnete Louis. „Ich habe Paul, seinen Reitknecht, gesehen und gesprochen. Erinnern Sie sich des hübschen Jagdburschen beim Grafen Falkenau, der dem Siegftied auf Schritt und Tritt wie ein Pudel nachlief? Der Junge that, als ich mich ihm vorstellte, sehr hochmütig unb stanb mir kaum Rede. Na, wir wollen's ihm unb seinem famosen Herrn bei gelegener Zeit schon eintränten."
Arbeiterfürsorge.
Die dem Reichstage zugestellte Nachweisung über ue Rechnungsergebnisse der Berufsgenossenschaften «f das Jahr 1891 zeigen wieder einmal mit vollster Deutlichkeit und Klarheit die Größe derjenigen Ausbildungen, welche die deutsche Industrie für die Arbeiterfürsorge macht. Nicht weniger als 26 Mionen Mark find in einem Jahre auf einem der kti großen staatlichen Arbeiterverfichernngsgebiete jltta für die den Arbeitern oder deren Familien «mittelbar zugeflossenen Entschädigungen von den Arbeitgebern aufgebracht worden. Dazu kommen «ch die vielen'Millionen, welche für die Verwaltung, tzufallsuntersuchung, Schiedsgerichte u. s. w. also wch auch für durch die Unfallversicherung bedingte xhätigkeiten, ausgegeben find. Und von allen diesen Billionen entfällt der bei Wtttem größte Teil auf
Industrie. In der That, durch die vom Kaiser ilhelm I. und dem Fürsten Bismarck inaugurierte Sozialpolitik bezeugt die deutsche Industrie ein Wohl- wllen für ihre Arbeiter, wie die Industrie keines «deren Landes. Es giebt leider keine Statistik, aus «Icher genau zu ersehen wäre, wie hoch sich insge- mt die Summe beläuft, welche die industriellen rbeitgeber für die drei Arbeiterversicherungen, für Franken- und Unfall- sowie Jnvaliditäts- und Alters- krficherung, aufbringen. Ihren Umfang wird man pohl annähernd ermessen können, wenn man steht, laß allein an Unfallentschädigungen etwa 20 Millionen Natt von den industriellen Arbeitgebern im Jahre 11891 gezahlt worden find. Die Sozialdemokratie ebt es, unter Hinwttseu auf die angeblich viel besseren Verhältnisse des Auslandes die inländischen rbeiterfürsorgeverhältnisse herabzusetzen und die mischen Arbeitgeber hattherzig zu nennen. Diese Kahlen müssen Jeden, der noch einigermaßen objektiv i denken im Stande ist, über die Hohlheit solcher nklagen aufklären. Die Herren Führer der Sozial- iemokratie lassen sich von dem Gelde, welches die Arbeiter sammeln, Gehälter im Bettage von 7000 isb mehr Mark zahlen, die deutschen Arbeitgeber in er Industrie zahlen allein den vorn Unfall be- iwffenen Arbeitern bezw. deren Witwen und Kindern v Millionen. Das ist der Unterschied in der Ar- eiterfürsorge, wie sie von den sozialdernottatischen ührern unb wie sie von den Arbtttgebern ansge- dt wird. Wenn nun dadurch einerseits klar dar- Üegt wird, wie geradezu beispiellos die deutschen »dusttiellen für die Arbeiter in den Notlagen des ebens sorgen, so wird anderersttts durch solche
— » qq . qiium|ru — mu.uw.wv.ini. bei bet Agifr Marburg,
M 294. lu’iÄ' U Donnerstag, 15. Dezember 1892. 3999
Regelten Me Zeile 25 Sf». ° Daube u. Co. in Frankfurt a. SSt, Berlin, Hannover, Pank
reitungen bereits begonnen worden ist. Die Berufung st wohl mit darauf zurückzuführen, daß von den üddentschen Nationalliberalen jetzt eine Aendernng >es Patteiprogrammes energisch gefordert wird, unb zwar soll diese Aenbenmg, wie schon erwähnt, die iberalen Grnnbsätze schärfer als bisher betonen. — Die am Montag in Berlin versammelten Vertteter bes Nordatlantischen Dampfer-Linien-Ver- banbes haben in Anbcttacht der außerordentlichen Maßregeln, welche von ber Regierung ber Vereinigten Staaten gegen die Einwanderung getroffen sind, beschlossen, vom 1. Januar 1893 ab nur noch Fahrgäste erster unb zweiter Kajüte nach den Verttnigten Staaten zu beförbern. Mau ist gleichzeitig über» eingekommen, bie Zahl ber Expeditionen im nächsten Jahr wesentlich einzuschränken und durch eine erhebliche Erhöhung der ersten und zweiten Klaffen-Kreise Ersatz für den Ausfall der Zwischendecksbeförderung zu schaffen. Infolge dessen find auch die im Oktober dieses Jahres vereinbarten Ermäßigungen ber Exkursions-Btllets für bie Weltausstellung in Chicago wieber aufgehoben worben. — Die Erörterungen über den Ausgang des Ahlwardt- Prozesses bauern noch immer fort, wenn sie auch nichts wesentlich Neues mehr bringen. Eine Versöhnung ber Gegensätze der Kritik, bie hier auftreten, ist allerbings nicht zu erwarten, bie Ansichten stehen einander zu schroff gegenüber. Scharfen Tadel findet besonders Ahlwardts Verteidiger, RechtsanwaltHettwig, über welchen die „Post" folgendermaßen urteilt: „Sehr scharfen Tadel verdient Ahlwardts Verteidiger dafür, daß er, nachdem die letzten Winkelzüge abgeschnitten waren, seinen Rückzug dadurch deckte, daß er dem Gericht den Vorwurf der Parteilichkeit entgegenschleuderte. Wir erkennen der Verteidigung ein weites Maß von Bewegungsfteiheit im Interesse des Angeklagten zu, allein das, was der Verteidiger in diesem Prozeß geleistet, gerttcht der deuffchen Advokatur nicht zur Ehre. — Daß die Freisinnigen für die Landwirte nichts übrig haben, beweist wieder einmal eine Aeußerung der „Freis. Ztg." des Herrn Engen Richter, welcher sich gegen eine Schadloshaltung der Landwirte im Branntweinsteuergesetz wendet und sagt: „Es ist nun eine ganz übertriebene Behauptung, daß die meisten Güter, welche jetzt noch Brennerei-Betrieb haben, ohne denselben eine so erhebliche Schädigung erführen, denn die Schlempe ist durch die sogenannte Kartoffelsuppe und durch eine Auswahl zwischen den hn Handel jetzt in großen Mengen käuflichen Sraftfuttermtiteln wohl zu ersetzen,
„Was ist jetzt zu thnn, Louis?" fragte Baron Salberg kleinlaut seinen Diener.
Ein Blitz des Triumphes schoß aus den schmalen, kleinen Augen des Monsieur Louis. „Nun, das ist jetzt einmal eine vernünftige Frage," sagte er selbstzufrieden. „Es stände besser um Sie, wenn sie Ihnen öfter einfiele. Ich rate Ihnen, sofort mich, Ihren tauen Diener, zu dem Herrn Direttor zu senden und ihn sehr höfllich fragen zu lassen, ob er Sie jetzt empfangen könne."
„Bist Du verrückt? rief Salberg zornig. „Ich soll unterwürfig um eine Unterredung bitten, ich soll zu dem Manne gehen, der — der —"
„Der Sie überraschte, wie Sie von gewissen süßen Lippen, die nicht Ihnen gehörten, der Minne Sold entlehnten, fiel Louis spöttisch ein „und der Sie darüber in sehr bürgerlicher Manier zur Rede setzte. O, seien Sie ruhig, Ihr treuer Diener hat auch ein treues Gedächtniß, und in Bezug auf den uns so plötzlich vom Himmel geschneiten Direktor Siegftied ist meine Erinnerung doppelt tau. Hab' ich doch selbst eine kleine Privatrechnung mit ihm auszugleichen," setzte Louis leiser hinzu. „Aber trotzdem oder gerade deßwegen," fuhr er fort, „ist es durchaus notwendig, daß wir uns als „gute Freunde" geben, jeden Hinweis auf die Vergangenheit vermeiden ober sie höchstens als jugendliche Thorheit darstellen. Also ich gehe, um die Audienz nachzusuchen."
„Nein," fiel Salberg finster ein, der mit großen Schritten im Gemache auf» und abgegangen war, „ein Edelmann darf fich nicht wegwerfen."
Salberg sah nicht das ironische Gesicht des Dieners.
„Wenn man nur zu imponieren versteht, wird man mit den Leuten schon fertig. Geh' hin-