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Marburg,
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Zweites Blatt
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müteln greifen müssen.
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Zum Schlüsse sei der Nährwert einzelner Futterstoffe angegeben, welche dem Landwirt bei seiner Winterfütterung willkommen sein dürften. Ein Zentner Wiesen- oder Klee-Heu enthält nicht weniger als 15 Pfund Waffer. Roggen-, Gerste- und Hafer-Stroh sind wegen ihrer 4 Proz. Eiweiß nicht zu verachtende Futtermittel, find aber im Sommer verdaulicher als im Winter. Erbsenstroh, vorausgesetzt, daß es gut geerntet wurde, hat ost einen größeren Nährwert als mittleres Wiesenheu. Kartoffeln haben nur wegen ihres 15—20 Proz. betragenden Stärkemehlgehalts und wegen 5 Proz. Eiweiß und Fett einen großen Wert; fie enthalten 75 Proz. Wasser. Dickwurz enthalten 10 Proz. Stärkemehl, 3 Proz. Eiweiß und
haben 31 Proz. Eiweiß, 11 Proz. Fett und 30 Proz. Stärkemehl. Leinkuchen passen mehr zur Ernährung des Jungvieh's, während Palmkern- und Kokoskuchen zur Milcherzeugung ganz vortreffliche Dienste leisten. Malzkeime mit 25 Proz. Eiweiß und 25 Proz. Fett find ebenfalls hierfür sehr geeignet. Um den Viehstand nicht erheblich zu vermindern und das Vieh bei guter Ernährung zu erhalten, wttd der Landmann zu den vorhandenen Futtermitteln in diesem Winter zu den vorstehend angegebenen Krast-Futter-
Die Ernährung und Pflege des Viehes während der
Jeder Haushalt sollte heute 1 Nähmaschine haben, denn nichts ist für die Hausftau von größerem Werth als eine gutg-heud- Nähmaschine. — Doch muß jeder darauf achten, Mw leichtes Fabrikat, wie solches vielfach offerttt wird, zu kaufen. — Als das anerkannt beste Fabrikat können wir die Wertheim-El,etra-XLHmasch1«e» bezeichn« die einen Weltruf durch ihre Solidität u. Leistungsfähigkeit genießen.
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Vermischtes.
Berlin, 11. Dezbr. Die Antisemiten hielten gestern Abend in den Konkordiasälen eine „Ahlwardt- Feier" ab, an der etwa 1500 Personen teilnahmen. Redakteur Dr. Bachler und Dr. Paul Förster hielten Vorttäge. Letzterer brachte folgende Resolution in Vorschlag: „Im Geiste weiterer Schichten des deutschen Volkes erklären wtt einmütig unser Befremden und unsere Beunruhigung über die Art und Weise, in welcher der Prozeß Ahlwardt gefühtt worden ist, insbesondere über die einseitige und unzulängliche Durchführung des Zeugenverhörs und der Beweiserhebung, ferner über die von vornherein deutlich ausgesprocheue Ueberzeugung des Gerichtshofes von der Schuld des Angeklagten und über die Unterstellung, daß immer neue Verschleppungen von dem Angeklagten und seinem Anwalt in bettügerischer Absicht herbeigeführt wurden, ttotzdem thatsächliche, wohlbegründete Beweisanttäge etngebracht wurden. Durch eine solche Anschuldigung und Prozeßführung ist Rechtsanwalt Hertwig zu seinem Auftteten und der Niederlegung seines Amtes mit Notwendigkeit gedrängt worden, und wtt sprechen ihm unseren lebhaften Dank, unsere Zustimmung und Anerkennung zu seinem mannhaften Verhalten aus". Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Ferner wurde beschlossen, an Rechtsanwalt Hertwig und Reichstagsabgeordneten Ahlwardt eine Sympathie-Erklärung zu depeschieren nach folgendem Wortlaut:
„Gefiel Deine Art nicht den Juden und Juristen, Tröst' Dich, eS gefiel den Deutschen und den
Christen!
Dem Rechte dienst Du, dienst der Wahrheit, Schaff' wetter zum Heile des Volkes Licht und
Klarheit".
Jnzwischm war das Urteil gegen Ahlwardt bekannt geworden und wurde vom Redner der Versammlung mitgeteilt. (Große Bewegung, Lärm und Pfuirufe.)
— (Zu spät.) „Papa", sagt der kleine Atthur, „waS soll ich Dir denn übermorgen zu Deinem Geburtstag schenken?" — „Nun", meint der Papa, eine recht gute Censur — die kriegt Ihr ja übermorgen!" — „Ach, Papa," seufzt der Kleine, „das hättest Du früher sagen sollen." _______
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Ein Viehbestand kann um dann den Zweck seiner Haltung erfüllen, wenn er stets hinreichend genährt und derartig behandelt oder gepflegt wttd, wie es der Natur der betteffenden Tiere am besten zusagt und außerdem dazu dienen kann, ihre Leistungsfähigkett auf die höchste Stufe zu bringen und auf dieser zu halten. Diese Thatsache wttd von vielen Landwitten wenig oder gar nicht beachtet. Dieses Jahr wttd die Ernährung deS Viehes noch mehr zu wünschen übrig lassen, al» in früheren Jahren, da bekanntlich daS Futter knapp ausgefallen ist. Den Viehbestand aber zu vermindern nur wegen Futtermangel ist nicht wohl gethan, weil es ja andere Ernährungsmittel gibt. Auch hängt der rationelle Viehstand nicht von der Anzahl der Exemplme ab, sondern von der guten Ernährung des Viehes. Die Wissenschaft hat dem Landmann Mittel an die Hand gegeben, falls Futtermangel eintritt, an seine Stelle andere, sog. Krast- futtermittel zu setzen, um die Ernährung des Viehes in hinreichender Weise besorgen zu können. Für den Bauersmann ist es aber sehr gut, jährlich eine Sutter» Aufstellung sich zu machen, um fich dann sagen zu können: ich habe so viel Futtermittel an Heu, Sttoh, Dickwurz u. s. w. und brauche dazu noch so und so viel Kraftfuttermittel um den Winter über mein Vieh ernähren zu können. Das Tier bedmf zu seiner Ernährung verschiedener Stoffe, die in ihrem Nähr- verhältniS zu einander passen müssen. Kraftfutter- mittel find: Kleie, Schrot, Malzkeime, Biertteber, Sesam* und CocoS-Kuchen u. s. w. Die Auweudung derselben ist vorzugsweise zur Mast der Tiere zu empfehlen, aber auch bei Futtermangel. Die beste Fütterung ist während der Winterszeit ttockene Fütterung, als Tränke reiche man nicht zu kattes Wasser.
Von einer angemessenen Ernährung des Viehes im Winter hängt aber auch, waS jedenfalls sehr wichtig ist, die Dünger-Erzeugung der Wirtschaft ab. Nur gut genährtes Vieh liefert kräftigen Dünger, so ficher, alS schlecht ernährtes Vieh nur magern, wenig wttkeudeu Dünger liefert. Daß aber eine Wirtschaft mtt magerm Dünger nur karge Ernten erzielen kann, brgucht wohl nicht weiter dargethan zu werden. Kraftfutter bringt Krastdünger und Kraftdünger bringt Kraftfutter. Der Dünger bei Sttoh- oder bergt ungenügenber Fütterung ist so mager als nur möglich; benn baS Futter gewinnt nicht an Wert als Dünger beim Durchgehen durch baS Tier, wo zu besten Ernährung sogar noch Stoffe abgegeben werben, und wobei unvermeidliche Verluste entstehen; es ist deshalb als Dünger wertloser, als es vor der Aufnahme durch daS Tier war. Wer also seinen Vteh-
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<» Daselbst liegt auch die „Ober*;» 11 hessische Zettuug" «ms. (6066 . >
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WöÄ-nüichk Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhai».
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Litt-rarisches.
- In vielen Kreisen sucht man für die Weihnacht-, zeit zum Vetteilen in Sonntagsschulen, Vereinen re. nach kleinm billigen Schriften. Wir tonnen unfern Lesern für solche Zwecke die in der Buchhandlung der Ber- linerStadtmission erschimenen Sammlungen auf- wärmste empfehlen, nämlich: Kinderbibliothek. 16 Hefte. Erzählungen, Gebetbüchlein, Rätsel rc. für Staber von 6-12 Jahren ä Heft 5 Pfg., 100 Hefte gemischt 3,50 Mk. — Weihnachtsglocken, Erzählung für Jung und Alt von Ernst EverS, reich illustriett, tat wu- strietten farbigen Umschlag 18 Hefte i. 10 Pfg., 100 Hefte gemischt 7,00 Mk. - Deutsche Feldblumen. Erzählung aus Vergangenhett und Gegmwatt unter Redaktion von Ernst EverS, 4 Hefte ä 20 Pfg., 100 Hefte gemischt 14 Mk. — Auch der in der genannten Buchhandlung erschienene Kalender: Der Deutsche Volksbote, der bis jetzt in mehr alS 60 000 Exemplaren abgesetzt ist, eignet sich vorzüglich für Bescheerung, derselbe kostet 50 Pfg., wird aber in Partien billiger abgegeben.
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stand karg ernährt, wird gezwungen sein, Dünger Fett und 87 Proz. Waffer. Dies Futtermittel sollte kaufen zu müssen. Eine mangelhafte Ernährung des nicht zu stark zerkleinert werden. Zur Mastfutterung Viehstandes beeinträchtigt aber auch die Mastfähigkeit eignen sich vorzugsweise Rapskuchen.
und die Arbeitskraft des Tieres, hindert das Wachs- O1 11 ,m ^rni
tum deS Jungviehes. Dies« Tiere erhalten durch eine vernachlässigte Ernährung und Pflege eine ver- ümmerte und feKerhafte Ausbildung und verlieren »adurch an ihrmt Werte.
Jnbetteff deS für die meisten Wtttschaften wichtigen Tieres, der Kuh, verdient Nachstehendes erwähnt iiu werden. Man kann annehmen, daß eine mittet chwere Kuh zu ihrer Erhaltnng täglich gegen 10 Pfd. gutes Heu oder Heuwert neben reichlicher Beigabe von gutem Haferstroh nötig hat, und daß fie, wenn sie weniger erhält, abmagert und nicht bestehen kann. Beim Füttern von 20 Pfund Heu täglich find es also nur die letzten zehn Pfund, welche die Kuh in den Stand setzen, Milch zu geben; man neunt deshalb diesen Teil mit Recht Produktions- oder Erzeugungs- Futter. Bekommt die Kuh nur zehn Pfd. Heu, so wird dieselbe allerdings Milch weiter geben, aber stetig weniger; dabei wttd man eine fortwährende Fleischabnahme bemerken. Die Kuh lebt von dem Futter und gibt Milch von dem Fleisch und Fett ihres Körpers. Je mehr aber das Fleisch des Körpers schwindet, desto mehr schwindet auch die Milch. Die Erfahrung hat hinreichend gelehrt, daß man bei einem guten Viehstand jedes 100 Pfund Heuwert durch 24 bis 29 Liter Milch bezahlt bekommt, daS heißt wenn die Menge deS Pro- duktionSftitters der des Mtterhaltungsfutters zum wenigsten gleich steht. 4000 Pfd. Heuwett z. B. in 200 Winiettagen auf zwei Kühe verwandt gaben keinen wirklichen Ertrag und magern Dünger; in demselben Zeittaum auf eine Kuh verwandt aber etwa 100 Liter Milch und einen kräftigen Dünger. Die gut gefütterte Kuh giebt noch dazu in der nächsten Sommerszett viel mehr Milch als die schlecht gehaltene. Man erhält nur einen Ertrag, welcher dem Futterwett entspricht. Wenn man dagegen das Futter auf eine große Anzahl Tiere verteilt und verschafft sich kein Kraftfutter, so stiften die Tiere wohl das Leben, aber das Futter ist dann gleichsam weggeworfen. Eine karge Ernährung der Tiere bringt niemals Nutzen, nur Sorge, Mühe und Last.
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kaufe nur in den mit Placaten versehenen Handlungen und wo keine Verkaufsstelle bekannt ist, wende man sich direct an die Fabrik.
Wtt beabsichtigen in gewohnter Weise auch in diesem Jahre am Chttstabeud den auf der Wanderschaft begttffenen, in der Herberge zur Heimath anwesenden Handwerks- burschen ein Weihnachtsfest zu bereiten, und bitten die Freunde unserer Anstalt ergebenst, geeignete Gaben, namentlich Wintettleider und Schuhwerk, dem Hausvater, Herrn Weber, gütigst übergeben zu wollen. (7370
Marburg, den 8. Dez. 1892. Der Vorstand
der Herberg- zur H-imalh. Keßler. Max Lehmann. Mttbt.
Schacke. Scheffer. Schüler. Trott zu Solz. Unkel. Westettamp.
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