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»* Bniag: Joh, «eg. «och, UniverstStt-Buchdruckerei in Marburg. Redaktion und Expedition - Markt 81.
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Erstes Blatt
II
die mit einem Treiben begonnen wurde, worauf die Rückkehr zum Schlosse stattfand. Nach der Tafel >egann das zweite Treiben, nach Beendigung des- elben reiste der Kaiser von Barby nach Neugatterseben, wo heute, Dienstag, Jagden bei Herrn von Alvensleben abgehalten werden. — Der preußische Finanzminister Miquel ist von seiner letzten Erkältung soweit genesen, daß er von Montag ab den Beratungen der Steuerkommisfiou wieder beiwohnen konnte. Die Kommission steht unmittelbar vor Beendigung der ersten Lesung und will sich sodann bis zum 10. Januar vertagen. Es wird angenommen, daß die zweite Lesung im Plenum in den ersten Februartagen erfolgen kann. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Warnung an die deutschen Geschäftsleute zur Vorsicht hinsichtlich des Geschäftsverkehrs mit Algerien, da dort viele Schwindelfirmen aufgetaucht find. — Gegen die Aufhebung des Jesuitengesetzes find aufs Neue Petitionen in Umlauf gesetzt. — In deutschen Rhedereikreisen ist man übereinstimmend der Ansicht, daß durch das dem Reichstage zugegangene neue Auswanderungsgesetz eine außerordentlich starke Ablenkung des Auswandererstroms nach fremden Häfen zum Schaden der deutschen Gesellschaften stattfinden wird. In erster Linie handelt es sich dabei um die sogenannten Prepaids, d. h. Billeis, welche, in Amerika selbst von dort ansässigen Deutschen gekauft, und ihre« Verwandten in der alten Heimat überwiesen werden. Diese Prepaids machen gegenwärtig mehr als 40 Prozent der gesamten Auswanderung aus. Die im Auswanderungsgesetz verlangte vierwöchentliche Abmeldepflicht hat nach Ansicht der Fachleute die Konsequenz, daß die gesamten Prepaids für ftemde Häfen gekauft werden und den ftemden Rhedereien zu Gute komme«. In den außerdeutschen Häfen ist der Auswanderer der AbMeldepflicht nicht unterworfen und kann in Bezug auf die Abmeldepflicht nicht kontrolliert werden; andererseits kann eine solche Kontrolle nirgends anders, als eben im Abgangshafen zur Ausführung gebracht werden. — Der Zentralausschuß der national- liberalen Partei hat in Berlin beschlossen, einen Delegiertentag der Partei im künftigen Frühjahr zu veranstalten. — Die „Germania", das leitende Blatt der Zentrumspartei, spricht erneut die Hoffnung auf eine Verständigung in der Militärfrage aus. Es scheint auch soweit kommen zu sollen. — Einen guten Erfolg hat die deutsche Usambara-Kaffee- baugesellschaft in Ostafrika mit dem teuren Bourbon-Kaffee gehabt. Die neuste Ernte übertrifft alle Erwartungen.
In einer der dort gelegenen Zimmer war eben ein junger eleganter Mann getreten. „Licht! Und die Jalousieen herunter, herrschte er seinem Diener zu, der ihm gefolgt war. In wenigen Augenblicken beleuchtete eine große Lampe das kostbar ausgestattete Gemach und das schöne Gesicht des jungen Mannes, der sich lang ausgestreckt auf das Sofa warf, die Arme kreuzte und die Augen schloß.
Gemächlich ließ der Diener die Jalousieen herunterrollen, so daß man von dem Ringen der alten Kastanien mit dem heulenden Sturm nur -wenig mehr vernahm. Dann kreuzte auch Monsieur Louis, der Kammerdiener des Herrn Baron Salberg, die Arme und blieb vor seinem Herrn stehen. „Der gnädige Herr scheinen müde zu sein," sagte er in ironisch-mitleidigem Tom.
„Bei den Anstrengungen der heutigen Tages ist das freilich kein Wunder: ich gestehe, daß sogar meine Nerven angegriffen sind. Erst der rührende Abschied von einem lieben Freund, der uns m höflicher Weise an eine Ehrenschuld mahnte, die wir aber zum Glück sofort zu bezahlen im Stande waren — wir verfügen ja stets über neue Hilfsquellen —, dann das deliziöse petit dejeuner in reizender Gesellschaft, das sich natürlich in die Länge zog, daran die tolle Fahrt nach Hause; hier kühler Empfang, kurze Unterredung mit dem Schwiegerpapa, di Aussicht, nie vergeffene alte Bekanntschaften zu er- neuern, das kann wohl den regsten Geist etwa» anspannen und ich bitte deshalb um die giftige Erlaubnis, mich setzen zu dürfen."
Der Sprecher wartete aber diese Erlaubnis nicht ab, sondern machte fich's in einem Fauteuil bequem, indem er auf da» unverständliche Gemurmel des Gefragten nur die Gegenfrage stellte: „Was sagen Sie, Herr Baron?"
2 Das Leben ist verrauschet, Die Lichter löschen auS; Schauernd mein Herz am Fenster lauschet Still in die Nacht hinaus. Eichendorfs.
Nur ein schwacher, gelblich-roter Schein im Westen bezeichnete noch die Stelle, wo die Sonne untergegangen war. Während allmählich auch dieser letzte Schimmer des sonnenhellen Tages erblaßte kam mit der unheimlichen blauen Dämmerung au schnellem Fittiche ein Sturm. Mächtig anschwellend rüttelte er an der Fahnenstange, von der das gelb- weiße Fahnentuch, welches Mittags im Sonnenlichte so freundlich ein Willkommen den Gästen zugenickt hatte, berefts eingezogen war. In den Oefen und Kaminen heulte der Wind und schlug jede Thür, die der Oeffnende nicht vorsichtig sesthielt, sofort wieder zu. Im Garten wirbelte der Unhold der Lüste den feinen Kies der Wege auf und zauste grausam in den kahlen Aesten der alten Kastanien, die in langer Reihe den linken Schloßflügel begrenzten, so daß ihre langen, winterlich dürren Aeste bei der vergeblichen Gegenwehr dann und wann an dir Fenster des ersten Stockes klopften.
Die Erklärung des Reichskanzlers Grafen Caprivi
in der Montagssitzung des Reichstages über unsere Znfanteriegewehre hat nach dem offiziellen steno- «aphischen Bericht folgenden Wortlaut: „Das Hewehr der deutschen Armee ist im Modell und in der Ausführung ein durchaus gutes und entspricht allen Anforderungen, die die moderne Kriegskunst an fine Handfeuerwaffe zu stellen hat. Das gilt im gangen Umfange auch von dm Löweschen Gewehren. Der Gedanke, die Löweschen Gewehre zurückzugeben oder nicht mehr bei ihm zu bestellen, ist der Staats- nnb Reichsverwaltung noch nicht gekommen. (Zustimmung links.) Wmn heut zu Tage über eine neue Waffe Beunruhigung entsteht, wenn irgendwelche Mißstände fich Herausstellen, so werden die Klagen in weitere Kreise getragen, als früher. Das liegt aber weniger an der Waffe, als an den veränderten Zeitverhältnisse«. Ich habe noch den Uebergang von dm Perkussion?gkwehrm zum Zündnadelgewehr mitgemacht. Ich erinnere mich der Angriffe, welche damals gegen das Zündnadelgewehr gemacht wurden. Sie waren viel hefttger, als die hmtigen Angriffe. Aber es fehlte damals die öffmtliche Meinung; was gesagt wurde, blieb in Osfizierskreism, in deren Kreisen damals sogar Witzblätter herausgegeben mürben, die das neue Gewehr verspottetm. Ich darf an das Urteil eines erfahrmen Kriegsmannes, des Generals Leopold v. Gerlach, erinnern, der in seinen Memoiren sagt: Das Zündnadelgewehr ist ein Unglück für die Armee, es wird gedankenlos fingeführt und gedankenlos angewendet. (Heiterkeit.) So dachten damals Hunderte und Tausende von Offizieren. Wenn ein solches Gewehr in die Hände von Landwehrtruppe« kommt, die zum ersten Mal dergleichen in die Finger bekommen, so ist es selbstverständlich, daß die Gewehre eine Menge Beschädigungen erleiden. Es ist in dem Prozesse ausgesprochen, daß durch einen horrenden Vertrauensbruch Schriftstücke des Arttlleriedepots Wesel in die Oeffmtlichkeit gekommen seien. DaS ist aber ein kleiner, ganz gemeiner Diebstahl (Heiterkeit), nichts mehr oder nichts weniger, denn die Schriftstücke find durchaus nicht als geheim bezeichnet oder behandelt wordm. Sie haben offen in der Mappe des Zmg- offiziers in Wesel gelegen, find herausgmommen
Unter der Lömgstanrre.
Preisgekrönter Roman von M. Th. May.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Der Baron war stumm in seine« Sessel zurückgesunken und hatte die Augen mit der Hand be- deckt, während der Direktor das Packet wieder sorgfältig in Ordnung brachte- Teilnahmsvoll richtete er die klare« Augm auf seinen ehemaligen Dienstherrn."
„Fassen Sie Mut, Herr Baron," sagte er endlich mit jenem weichen, wohlthuenden Klang in der Stimme, welche echte Herzensgüte verleiht. „Ich begreife, daß diese Enthüllungen Sie schmerzlich berühren, aber ich durfte sie Ihnen nicht ersparen. Jetzt aber, Herr Baron, glaube ich Ihrem Wunsche |U entsprechen, wenn ich Sie allein lasse."
„Wenn Sie geneigt sind," — fuhr der Direktor fort, — „meine Vorschläge in der Angelegenheit „Theodor Schröder" zu hören, so bitte ich mich rufen zu lassen, ich stche zu Ihrer Verfügung."
Baron Rotheim ließ die Hand finken und nickte mit glanzlosem Auge, als der Direttor fich ehrerbietig vor ihm verneigte und das Zimmer verließ. Noch einige Sekunden blieb der Baron auf seinem Platze, dann erhob er sich mit einem tiefen Seufzer. In diesem Augenblicke teilte fich die Portiere und der Baron sah in die gleichsam versteinerten Züge seiner Tochter.
„Ja, ich bin's, Papa. Die Taute behauptete vorhin, Du habest Sorgen und deshalb wollt icj zu Dir kommen, Du solltest mir mitteilen, was dieser Rolf Siegfried Dir zu sagen hatte. Er war aber noch nicht fort und ich blieb dort drinnen und hörte alles!"
ba Expe- , Marburg,
H4-W wW Mittwoch, 14. Dezember 1892.
die Zeile 86 Pft,.________________________________
- (Nachträgliches vom Parteitage.) Unter dieser Rubrik schreibt die „Kons. Korrespondenz" olgendes: Daß der in der Gegenwart meistgenannte Name Ahlwardt auch auf dem Parteitage erwähnt worden ist, darf wahrlich nicht Wunder nehmen, und cs ist ein recht geschmackloser „Witz", wenn die beunruhigte jüdische Preffe, als „eigentlichen Führer" unserer Partei .... Ahlwardt bezeichnet. Wir önnen unseren verehrten Gegnern verfichern, daß die Zerson des vielgenannten Berliner Rektors allen unsere« zarteigenossen gleich unsympathisch ist. Wenn ein enthusiastischer — irren wir nicht: sächsischer — Verehrer Ahlwardt diesem ein einstimmiges Hoch ausbrachte, so ließ sich daS nicht verhindern und ist eben Geschmackssache; dieser Episode aber wird, trotz aller Aufbauschung in liberalen Blättern, eine Bedeutung nirgends beigelegt werden können. Auch daS Auftreten einiger Delegierten aus dem Wahlkreise Friedeberg-Arnswalde ist vielfach in einem unrichtigen Lichte dargestellt worden. Diesen Herren lag nichts ferner, als den neuesten Reichsabgeordneten zu „feiern", andern ihnen war es darum zu thun, offen auszusprechen, daß sie Ahlwardt in der Stichwahl gewählt — ja für ihn agitiert hatten, trotzdem sie Gegner des „reinen" Antisemitismus seien. Der Ausspruch beS Herrn von Walbow: „lieber zehn AhlwarbtS als einen Freisinnigen" gab insofern die Stimmung seiner Gesinnungsgenossen im Wahlkreise wieder, als diese in der manchesterlichen, der Landwirtschaft wie dem Mittelstände feindlichen Demokratte eben ihren Totfeind erblicken und darum Herrn Ahlwardt für bas „kleinere Uebel" ansahen. Viel Wesens machen ferner die gegnerischen Blätter auS dem sehr bedauerlichen Umstande, daß Herr von Blumenthal, der fich gegen die Streichung beS Satzes: „Wir bekämpfen die Ausschreitungen beS Antisemitismus", richtete, vielfach unterbrochen worben ist unb nur unter dem wieberholten Schutz bes Vorsitzenben seine Ausführungen zu Ende führen konnte. Diese Unterbrechungen waren zum größten Teile durch einMiß- verstäudnis veranlaßt; denn Herr von Blumenthal wandte sich nicht gegen die Stellungnahme zur Juden- frage überhaupt, unb er wurde in seiner Bemerkung, die die Arnswalder Wahl betraf, thatsächlich mißverstanden. Hätte der Redner wirklich geäußert, man könne nicht konservativ sein und Ahlwardt wählen, so hätten sich vielleicht diejenigen Gesinnungsgenossen, die in der Sttchwahl für den Genannten eingetreten find, verletzt fühlen müssen; die gegnerischen Blätter entstellen ober diesen Ausspruch noch weiter und zitteren ihn so: „Man könne nicht konservativ und
Mtdfcelb). Jnstttt» 10
Der Angesprochene hatte sich aufgerichtet, ein heimtückischer böser Blick schoß unter den halbgeöffneten Lidern nach dem Diener hervor. „Schere Dich zum Kuckuck mft Deinem Gewäsch," rief Baron Salberg in nichts weniger als feinem Tone. „Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, ich sehe keinen Ausweg ans dieser unangenehmen Geschichte, in die ich hineingeraten bin und Du schwatzest mir Unsinn vor, es ist zum Davonlaufen."
„Wir beide thäten das nicht zum erfienmale," lachte der Diener hell auf. „Aber, von welcher unangenehmen Geschichte sprechen Sie?" fragte er plötzlich parodierend unb als Salberg trotzig schwieg, fuhr der Diener mit ironischer Höflichkeit fort: „Ich glaube doch, Herr Baron, daß Sie die Gnade haben werden, Ihren sehr ergebenen Diener von btt Unterredung mit bem Herrn Baron von Rotheim- Fernow etwas eingehenber zu unterrichten. Sie wissen ja, baß nur bie treueste Sorge für Ihr Wohl mich zu ber scheinbar etwas unbescheidenen Frage zwingt.
Run, was gab'» ?" setzte Monsieur Louis beinahe brohenb hinzu, als Salberg noch immer nicht antwortete.
Wie ein Knabe, ber fich fürchtet, senkte Salberg ben Kopf auf bie Brust unb sagte endlich zögernd, mit ausdruckslosem Tone: „Der alte weiß alles I"
„Alles? Das ist ein. sehr dehnbarer Begriff, was weiß er?" fragte der Diener scharf.
„Du lieber Himmel! Ich habe einige Papiere, die „ihr" gehören, aus dem Wertschranke entlehnt, wie ich Dir wohl gesagt habe, da in der Kaffe kein Geld war, um die Hypothekenzinsen zu bezahlen."
„Mir haben Sie nichts davon mitgeteilt. Sieh, sieh, da» find ja sehr intereffante Thatsachen, von denen nicht einmal Ihr getreuer Louis etwas wissen
und in den Prozeß gebracht worden. Wenn zu einer lebung Gewehre herausgegeben werden, so ist es eine Erfahrung nicht von heute und von gestern, daß nachher viel zu bemängeln ist. Ich habe selbst bei der Mobilmachung 1850 die Gewehre für das Kaiser Franzregiment in Empfang genommen und zurückgegeben; es ist ebensoviel ausgestellt worden, wie jetzt. Jedes Artilleriedepot hat das Interesse, das Gewehr im vollkommensten Zustande zurückzubekommen, womöglichst noch vollkommener, als es dieselben ausgegeben hat. Die empfangende Truppe hat Eile; da wird nicht viel nachgesehen. Wenn das Depot die Waffe zurücknimmt, da läßt es fich Zeit und betrachtet fie mit der Lupe, und jeder kleine Fehler wird bemängelt und muß repariert werden. Man kann aber durchaus nicht-schließen, daß das Gewehr schlecht ist. Wenn eine gewisse Anzahl von Gewehren schlecht geworden ist nach einer Hebung von Mannschaften mit wenig geübten Fingern, so folgt daraus noch nicht, daß die Waffe selbst schlecht ist. Ich habe das Verzeichnis der Reparaturen, die als notwendig erkannt worden find, vor mir. Es sind nur drei Zahlen, die ungewöhnlich find: Reparatur an den Samtfern, bem Schlößchen und den Abzugs- federu. Wenn allzu roh mit dem Gewehr umgc- gangen wird und dadurch Beschädigungen entstehen, so ist daran nicht die Fabrikation schuld. Daraus kann kein Schluß auf die Dienstbrauchbarkeit des Gewehres gezogen werden. 3m Kriege würde der weitaus größte Teil ruhig weitergebraucht worden sein. Bei de« Jnfanterieseitengewehren Modell 71 — ich setze voraus, daß die Herren wissen, was das ist (Heiterkeit) — find 81 reparaturbedürftig gewesen. Wenn das bei einem Dinge passiert, welches niemals gezückt wird, dann kann man sich nicht wundern, daß bei dem Gewehr auch etwas passiert. Es ist letzthin vor Gericht der Versuch gemacht worden, die Militärverwaltung in einer unverantwortlichen und gewissenlosen Weise zu verleumden. (Zustimmung links.) Ich kann das als Angehöriger des deutschen Heeres und als Vertreter der auswärtigen Politik des deutschen Reiches nur auf das Schärfste brandmarken." (Lebhafter Beifall.)
Anzeige« nimmt entgegen die Erpedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein u. Vogler in vviHT Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AaVIL Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube tu Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, PariSi__
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
ZMstriertes SonntWsSlatt. Verantwort!'cher^^^.^ unb g^ition: Markt 21. 8
Deutsches Reich.
W. I!erlitt, 13. Dezbr. Unser Kaiser hat sich am Montag Vormittag, einer Einladung des Amtsrats v. Dietze zur Jagd entsprechend, «ach Barby begeben, wo die Ankunft um 93/4 Uhr erfolgte. Nach der Ankunft erfolgte der Aufbruch zur Jagd,
„Mein armes, armes Kind!" sagte der Baron und faßte sanft die Hand seiner Tochter.
„O, mache Dir keine Sorgen meinetwegen Papa," entgegnete das schöne Mädchen mit bitterer Ironie, „ich muß wohl sehr starte Nerven haben, da ich vorhin nicht ohnmächtig wurde. Für Sal- burg, diesen Elenden, habe ich natürlich nur Verachtung, aber ihn, den Mann, der geht und steht und spricht, als wäre er Stein, diesen Rolf Sieg- fried, ihn hasse ich, Papa, o, ihn hasse ich eben so sehr, als ich Dich liebe." Und schluchzend warf sich Baronesse Della an die Brust ihres Vaters.