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war, die Herrschaften erschienen und der Fürst G . . . n den ihm hingehaltenen Pelz fuhr, bemerkte er, daß der Aufschlag des rechten Aermels abgeschnitten war. Das muß ein Dieb gethan haben, und so wenig auch er gestohlen, so hatte er sich doch auf seinen Vorteil verstanden, denn der Pelz war von chwerem Zobel, dem allerteuersten Rauchwerk, und der gestohlene Aufschlag wenigstens tausend Mark wert. Den Schaden auszubessern, wurde der Pelz am nächsten Morgen sogleich zu des Fürsten Schneider geschickt; noch hatte dieser das fehlende Stück schwarzen Zobel in ganz Petersburg nicht auffinden können, als ein Lakai in der Livree des Fürsten G. . . erschien, den abgeschnittenen Aermel brachte, mit Triumph erzählte, daß die Polizei den Dieb entdeckt hätte, und dann sagte, daß er gleich auf das Annähen des Aermels warten wolle, da der Fürst den Pelz noch denselben Vormittag anziehen müsse. Der Schneider verrichtete die Arbeit und übergab dem Lakai den Pelz. Wie erstaunte er aber, als gegen Mittag der Kammerdiener des Fürsten ® ... selbst erschien, um den Pelz zu holen, und es sich nun zeigte, daß der Dieb den gestohlenen Aermel- aufschlag benutzt hatte, um den ganzen Pelz zu bekommen. Dieser war und blieb für immer verschwunden.
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allerdings „buchstäblich" wahr.
— (Nägel im Kopfe.) Ein ganz ähnlicher Fall, wie er im Vorjahre in Wien sich zutrug, wo ein Mann sich fünf Nägel in den Schädel hämmerte, wird jetzt abermals aus Wien berichtet. Ein im Garnisonsspital Nr. 2 untergebrachter Rekrut schlug sich drei je 8 Zentimeter lange Eisenstifte mit großer Gewalt von der Stirnseite aus in den Kopf. Blutüberströmt und völlig bewußtlos wurde er aufgefunden und in das Spital gebracht. Hier konstatierte man daß die Spitzen der Stifte etwa drei Zentimeter tie in das Gehirn gedrungen waren. Der Soldat ist den Folgen dieser Verletzungen bereits erlegen; das Motiv des Selbstmordes war Heimweh. ..
— Die Münchener Polizei hatGoalam Kader unmittelbar nach seiner Ankunft ausgewiesen. Nach der „Allg, Zig." ist er über die Schweizer Grenze abgeschoben. In der Schweiz wird seines Bleibens voraussichtlich auch nicht sein.
— In dem Vorzimmer des kaiserlichen Palastes in Petersburg standen an einem Winterabend die Lakaien, ihrer Herrschaft wartend, mtt Mänteln und Pelzen über den Armen. Als die Cour beendet
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Erfurt, 2. Dezbr. Heute früh brannte die Oindfadenfabrik von F. E. Groß ab. Der Schaden wird auf 300000 Ml. geschätzt.
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— Die Frage der einheülichen Turnkleidung ist jetzt in Berlin der Lösung näher gebracht. Die 1890 von der Berliner Turngenossenschaft einge- sthrte Kleidung: graue Trikothose, blaues Jaquet und grauer Hut, die zu Anfang dieses Jahres auch von der Berliner Turngemeinde angenommen war, ist nun auch für die Mttglteder der großen Berliner Turnerschaft angeordnet worden, so daß zur Zett schon für 3000 Berliner Turner eine einheitliche Turnkletdung besteht.
— (Der Ronacher-Krach in Berlin.) In einer am Sonnabend Abend stattgehabten Glaubiger- Bersammlung des Ronacher«Etablissements ist nun endlich eine Einigung erzielt, die allerdings mehr vom bitteren „Muß" eingegeben ist, als von freudiger Bereitwilligkeit. ES wurde beschlossen : Unter der Firma „Etablissement Ronacher", Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, eine Betriebsgesellschaft zu begründen, und in diese drei Gesellschaften, die den Geschäftsanteil der Gläubiger vertreten, sowie einen aus fünf Personen bestehenden Ausschuß zur Prüfung der einzelnen Forderungen der Gläubiger zu Wahlen. Hätten die Gläubiger dem nicht zugesttmmt, so waren fie wahrscheinlich total leer ausgegangen.
— Man erinnert sich noch der schrecklichen Feuersbrunst, welche in der Nacht vom 11. zum 12. Januar d. I. einen Teil der prächtigen Gebäude der Distillene B6n6dictine, nebst einem Vorrat von 10000 Msten dieses auserlesenen Liqueures, zerstörte. Man schrieb diese Katastrophe anfänglich einem Zufalle zu; bald
aber zogen die kompromittterenden Aeußerungen zweier Individuen namens Duchemin u. Dumont, welche die Umgegend bewohnten, die öffentliche Aufmerk- amkett an und es dauerte nicht lange, so ruhte der chwerste Verdacht auf diesen beiden Persönlichkeiten, )ie in schlechtestem Rufe standen. Eine gerichtliche Intersuchung wurde eingeleitet; sie bewirkte die Festnahme der oben Genannten. Sie sind soeben von dem Schwurgerichte des Departements der Seine- Jnferieure erschienen, als schuldig erkannt und zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden.
— (Bettelbriefe.) Der glückliche Gewinner des großen Loses der Mühlhausener Kirchbau-Lotterie, Rentter Hammer zu Frankenhausen, erhält, wie dem „B. T." von dort geschrieben wird, täglich Dutzende von Bettelbriefen. Ein Berliner Pfarrer legt dem Gewinner nahe, für den Bau einer Kirche in Straß- burg 25 000 Mark beitragen zu wollen, unter dem Hinweise, daß er sein Glück lediglich der Kirche zu verdanken habe. Diese Behauptung des Pastors ist
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