Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für -ie Meise Marburg und Kirchhain.
«Md geb Verlag: Zohi Lug. Koch, Univkrsttätr-Buchdruckerei in Marburg Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg
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Marburg,
Freitag, 2. Dezember 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Amwncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Paris.
XXVII. Jahrgang.
Eine unheimliche Ueberraschung.
Humoreske von B. C o r o n y.
sRachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Draußen strahlte die Sonne, funkelnde Eis- jopfen hingen von Dächern und Zweigen, der Schnee glitzerte wie eine Stlberdecke, alles lockte ins Freie, sie forderten daher den Papa, um ihn zu zerstreuen, zu einem Spaziergange auf. Der Baum war bereits angeputzt und die Tische standen mit Geschenken beloben da, .über welche man verhüllende Tücher gebreitet hatte.
Der geängstigte Hausvater gab dm Bitten seiner Lieben nach, unterließ aber nicht, zuvor der Köchin gehörig einzuschärfen, daß sie ja die Thüren sorgfältig verschließen und niemand hineinlaffen möge. Nachdem man in dieser Hinsicht die glaubwürdigsten Versicherungen empfangen hatte, machte man sich auf den Weg.
Die klare frifche Winterluft wirkte wohlthuend auf die Nerven des Herrn Mopler, er begann, von einer gewisien Tollkühnheit ergriffen, über seine Besorgnisse zu scherzen, ja, er ging sogar so weit, das Schicksal herauszufordern und im Verein mit Herrn Amtmann Lerche, dem man begegnet war, über Hecht's machtlose Bosheit zu spotten, so daß sich seine Gattin und Tochter eines geheimen Schauers nicht erwehren tonnten.
Nach Hause zurückgekehrt, that er die übliche Frage „Ist jemand hier gewesen?"
„Ka Mensch nöd'," erwiderte Refi.
„Nun so wollm wir, da es schon dunkel wird, anzünden und uns beschenken," nickte Mopler mit zufriedner Miene und ging in das Zimmer, prallte aber plötzlich mit den Worten: „Da steht ja eine Kiste! Wer hat die gebracht?" wieder zurück.
„Ja, was wär' denn jetzt dös?" staunte die Köchin, den verdächtigen Gegenstand von allen Seiten betrachtend, „Wie kommt denn dös da eini?"
„Das werden Sie wohl am besten wissen!" zürnte der Hausherr. „Habe ich Ihnen nicht strengstens verboten, jemand eintreten zu lassen?"
„Wann aber ö Kaner nöd da war!"
„Sie lügen ja! Sie lügen! Hierhin gezaubert kann die Kiste nicht sein. Gestehen Sie die Wahrheit! Wer ist dagewesm?"
„Und wann's mi gleich auf der Stelle um- bringen — i hab' kan nöd g'sehen! — Da müaßt grad eini kommen san, daweil i drüben a Schachtel Zündhölzer g'holt hab'!"
„Da ließen Sie wohl das Haus offen, Sie nichtswürdige Person?"
„Na, wegen dö zwa Minuten a noch zu sperre, wann ma nöd was, wo am der Kopf steht vor Arbeit! Was wird's denn sei? Halt a Präsent, was aner bracht hat.
„Ein Präsent?" lachte Herr Mopler in verzweiflungsvollem Hohn. „Ja, ein Präsent, welches mir Franz Hecht macht!" Deckenhoch werden Sie springen, deckenhoch!" drohte er. — Ich begreife nun, was er meinte. In dieser Kiste ist Dynamit. Ein Funke — oder eine unvorsichtige Berührung und wir fliegen alle miteinander in die Luft."
„Jesus, Maria und Josef!" kreischte Resi in die Küche flüchtend, während die beiden Damen sich kraftlos in die Arme sanken.
Wie ein brüllender Löwe stürzte Mopler hinter seiner Köchin drein. „Sie find schuld an dem ganzen Unglück!" schrie er, seiner Sinne nicht mehr mächtig „Sie werden die Kiste wegschaffen!"
„Kunt ma einfall'n, i geh nöd dran, da drauf können's Jhna heilig und fest verlassen!" wehrte sie sich.
Die neue Reichstagssession und der Handwerkerstand.
Der deutsche Reichstag wird von Mitte dieser Woche ab dauernd zur Erledigung der Arbeiten seiner diesjährigen Session in Berlin zuiammensein. Kilt die Beratung der Volksvertretung, wie bekannt, auch hauptsächlich der Erledigung der neuen Militärvorlage, so wird der Reichstag doch nicht umhin können, sich auch mit solchen Tagesfrapen zu befassen, welche das Wohl und Wehe weitester Kreise der Bevölkerung betreffen. Hierhin gehört vor allen Dingen die Lage des deutschen Handwerkerstandes. Man weiß ja, daß der Handwerkerstand von den verschiedensten Seiten bedrängt wird; die Konkurrenz des Großbetriebes und des Händlerthums einigen sich mit den wenig reellen Elementen, die in jeder Periode wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Licht der Welt erblicken, um dem Handwerkerstande und dem kleinen Gewerbetreibenden das Leben sauer zu machen. Dazu kommt dann noch hinzu, daß durch die verschiedensten Ursachen die Betriebskosten im Handwerk ganz erheblich in den letzten Jahren gestiegen find, während doch die Einnahmen keineswegs in gleicher Weise gewachsen find. Ter Handwerkerstand ist außerdem in vielen Fällen nicht sehr geeignet, einem besonders schweren wirtschaftlichen Druck die Spitze zu bieten, weil es an genügendem Kapital fehlt, um den Vorübergang folcher harten Zeiten ruhig oder doch sorgenfrei mit ansehen zu können. So ist es zu erklären, daß seit einer ganzen Reihe von Jahren auf der Tagesordnung deS Reichstags immer wieder die Handwerker- ftage steht, denn von Jahr zu Jahr richten die Handwerker von Neuem an den Reichstag die Bitte: Helft uns! Ein Teil der Handwerker, und zwar besonders derjenige, welcher in den Innungen vereinigt ist, hat die noch heute von ihm vertretene Forderung aufgestellt, den Handwerksbettieb von der Erteilung eines Befähigungsnachweises abhängig machen zu wollen. Der Zweck dieser Maßnahmen sollte vor allen Dingen sein, das Standesbewußtsein zu heben, alle unlauteren Elemente aus dem Handwerk zu entfernen, und so dem Handwerk eine gewisse Autorität gegenüber dem Publikum wieder zu verleihen. Der Reichstag hat sich wiederholt mit dieser Forderung beschäftigt, hat ihr auch einige Male mit geringer Mehrheit seine Zustimmung erteilt, doch konnte fich die Reichsregierung bisher nicht entschließen, die Forderung zum Gesetz zu erheben. Ihre Gründe dagegen beruhen hauptsächlich darin, daß fie es nicht für möglich hielt, Handwerk und Fabrikbetrieb streng von einander
zu ttennen; sie nahm also in der Hauptsache an, daß der Befähigungsnachweis den Handwerksmitgliedern nur eine Belästigung, aber keinen prattischen Vorteil bringen wurde. Man folgerte aus der heutigen Entwicklung unseres gewerblichen Lebens, daß sich alle Diejenigen, welche den Befähigungsnachweis nicht ablegen konnten oder wollten, nur als Händler, Fabrikanten u. s. w. aufthun würden, und so nach wie vor dem eigentlichen Handwerk beträchtlichen Schaden zusügen könnten. Diese Ansicht wurde auch von denjenigen Parteien, welche im Reichstag gegen den Befähigungsnachweis stimmten, geteilt.
Die Handwerkerkreise, von welchen jene Forderung ausgegangen ist, haben dieselbe indessen bis heute hartnäckig vertreten; namentlich auf dem letzten deutschen Handwerkertage in Berlin ist das Verlangen nach dem Befähigungsnachweise in so scharfer Weise hervorgetreten, wie nie zuvor. Infolge dieses Verhaltens haben diejenigen Parteien, welche bisher den Antrag auf Einführung des Befähigungsnachweises im Reichstage befürwortet haben, die betr. Forderung jetzt von Neuem gestellt, und damit zugleich ziemlich weitgehende Anträge auf Revision fernerer Punkte der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich verbunden. Diese neuen Anträge betreffen namentlich die Einschränkung des Hausiergewerbcs, der Wanderlager und Wanderauktioven, der Abzahlungsgeschäfte, sowie die Erweiterung einzelner Rechte der Innungen. Das Reformprogramm ist, wie man sieht, ein ziemlich umfangreiches und betrifft die Hauptpunkte der auf dem letzten Haudwerkertage aufgestellten Forderungen. Vertreten werden dieselben wiederum durch die deutschkonservative Partei und die Zenttumspartei. Auf der anderen Seite ist nun aber die Rcichsregicrung für diese Session nicht müßig gewesen; sie hat vor allen Dingen zwei Gesetzentwürfe vorbereitet, welche die Einschränkung des Hausierhandels und eine recht durchgreifende Reform der Abzahlungsgeschäfte be- treffen. Von dem angekündigten wichtigen Gesetzentwurf, welcher die Schaffung von Handwerkerkammern, also einer Bcrufsverttetung, bezweckt, verlautete in letzterer Zeit nichts; doch wäre es wünschenswert, daß gerade dieser Gesetzentwurf, welcher ausgezeichnet geeignet erscheint, daß Standesbewußtsein der Handwerker zu heben, dem Reichstage recht bald zugehen möge. Vielleicht soll mit diesem Gesetzentwurf der Plan der Reichsregierung verbunden werden, der eine Reform des Jnnungswesens aufttebt und den Befähigungsnachweis in modernisietter Form bringen soll. Etwas Genaues hierüber ist bisher nicht bekannt geworden. Wie die Verhältnisse im
Handwerkerstände liegen, erscheint eS durchaus angemessen, daß der Reichstag dieser Sache eine gründliche Erörterung widmet. Man sage nicht, daß dies schon oft geschehen ist, ohne daß dabei etwas herausgekommen wäre, gerade, weil dabei nichts herausge- kommen ist, ist es wünschenswert, daß etwas geschieht. Die Sttmmung im Handwerk ist auch in denjenigen Kreisen, welche in den Innungen nicht vertteten sind, eine ziemlich aufgeregte, von allen Seiten erschallen Klagen und Forderungen nach Abhilfe. Unter solchen Zuständen ist es nicht gut thuulich, die Handwerkerfrage ohne Weiteres bei Seite zn legen, die Handwerker würden dadurch ungemein erbittert werden, und es ist doch wahrlich nicht notwendig, noch neue Verstimmung im Deutschen Reiche zu schaffen. Kann man sich nicht entschließen, bestimmte Punfte zuzuge- stehen, so schließt das doch nicht aus, daß Wichtiges beschlossen werden kann. So steht beispielsweise der Schaffung von Handwerkerkammern, welche mit Fug und Recht das gesamte Handwerk energisch nach jeder Seite hin vertreten können, keinerlei größeres Bedenken hindernd im Wege.
Deutsches Reich.
W. Aerlitt, 1. Tezbr. Unser Kaiser hat am Mittwoch seinen Jagdausflug nach Pleß in Oberschlesien beendet und ist nach einer sehr reichen Jagdbeute nach Potsdam zurückgereist. Heute, Donnerstag, fand in Berlin Vormittags 11 Uhr die Vereidigung der Rekruten der 1. Garde-Infanteriedivision und Nachmittags 121I2 Uhr derjenigen der 2. Garde-Infanteriedivision in Gegenwart des Kaisers statt. — In den „Hamb. Nachr." war ausgeführt worden, Kaiser Wilhelm I. sei unbedingter Gegner der zweijährigen Dienstzeit für die Infanterie gewesen. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." in einem längeren Artikel hervorhebt, liegen die Dinge aber doch etwas anders. In einer militärischen Arbeit aus dem Jahre 1889 über die Neuorganisation der Armee hat der damalige Prinz von Preußen ausdrücklich hervorgehoben, daß bei voller Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht für die Infanterie eine ununterbrochene Dienstzeit von zwei Jahren genüge. Die volle Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht ist hierbei allerdings als selbstverständlich vorausgesetzt. — Der neuernannte deutsche Botschafter in Petersburg, General v. Werder, wird seine Stellung erst zum griechischen Neujahr antreten. Dabei dürfte es notwendig fein, daß das Botschafterpalais für die Repräsentationspflichten des neuen Botschafters, der
„O, lieber Herr Amtmann helfen Sie uns doch. Tragen Sie das entsetzliche Ding fort," flehte Hannchen. Lerche'S lange, dürre Beine schlotterten bei dieser Zumutung, auf welche er schleunigst erwiderte : „Ach, wie gern, mein Fräulein! Aber ich habe Rheumatismus im rechten Arm und würde sie unbedingt fallen lassen. Ueberhaupt erinnere ich mich jetzt, daß ich vergaß, den Hausschlüssel einzustecken. Ich muß ihn nur schnell holen — aber ich komme wieder — ich komme wieder —"
Die letzten Worte aber klangen bereits vom Flur her.
„Wie feig! Wie erbärmlich! In unserer größten Not läßt er uns sitzen. Siehst Du nun, Vater, daß ich recht habe, ihn zu verabscheuen? rief Hannchen.
„Ich habe nie viel auf ihn gehalten?" stimmte Frau Rosalinde bei.
„Ach was! Das zwecklose Herumreden ändert nichts an der Lage," fiel Herr Mopler ein. „Was nun thun ? Ungeschickt es angreifen, kann die Explosion beschleunigen. Mit einem Lichte darf man überdies schon gar nicht in die Nähe kommen."
„Dann ist es am besten, wenn wir die Kiste unberührt bis morgen stehen lassen."
„Wer bürgt uns denn dafür, daß nicht ein Uhrwerk drinnen verborgen ist und zur bestimmten Stunde, vielleicht mitten in der Nacht, ein fürchterlicher Krach ertönt und das ganze Gebäude in einen Trümmerhaufen verwandelt wird?"
„Jesus, na! Js dös a Weihnachten! Grad narrisch kunnt ma wer'»!" jammerte Rest! „I maß, was i thua: i pack meine sieb'n Zwetschken z'sammen und schau, daß i weiter kumm!"
„So? Nachdem Sie durch Ihren Ungekprsam und Leichtsinn das ganze Unheil angerichtet haben,
unverheiratet ist und keine Reichtümer besitzt, auf Staatskosten neu eingerichtet werde. — In dem Stteitumdas apostolische Glaubensbekenntnis hat der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin an die Generalsuperintendenten seines Amtsbereichs, d. i. der alten Provinzen Preußens, ein Zirkularerlaß gerichtet, in welchem hervorgehobeu wird, daß an dem Glaubensbekenntnis unentwegt festzuhalten ist. — Fürst Bismarck läßt in den „Hamb. Nachr." erklären, daß die ihm von dem ftanzöstschen Journalisten Leroux in den Mund gelegten Aeuße- rungen nicht gemacht worden seien, da er den Genannten überhaupt nicht empfangen habe. In einer gelegentlichen Notiz über die neue Militärvorlage wird die interessante Mitteilung gemacht, daß der Fürst ein entschiedener Gegner der Ernennung des ftüheren Kriegsministers von Verdy gewesen ist, die ttotz seines Widerspruches erfolgte. — Die „Hamb. Nachr." schreiben: „Die „Franks. Ztg." bedient sich des Ausdrucks: „Fansaronade" in bezug auf den Ursprung der letzten Zeitungs-Erörterungen über die Emser Depesche. Damit stellt die Zeitung in Frage, ob die Aenßerung des Grafen Moltke überhaupt stattgefunden hat. Man könnte dann ja auch in Zweifel ziehen, ob Graf Bismarck am 13. Juli 1870 mit seinen beiden Freunden Moltke und Roon überhaupt eine Besprechung gehabt Hai, und man könnte auch noch weiter gehen in der Anzweiflung des Geschehenen. Hai aber Graf Moltke diese Aeußerung wirklich gethan, so könnte daraus die „Franks. Ztg." schließen, daß ihr eine vollständige Darstellung der Situation, wie fie Gras Moltke am Nachmittage des 13. Juli aufgefaßt hat, nicht vorliegt. Auf eine schärfere Beleuchtung derselben einzugehen, enthalten wir uns. Jedenfalls ergiett sich aus den Behauptungen, welche die Blätter von der Farbe der „Franks. Ztg." und die ultramontanen vor der Caprivischen Rede so lebhaft vertreten haben, von Neuem, daß alle diejenigen Elemente, für welche die Herstellung des Deutschen Reichs in seiner jetzigen Gestalt unwillkommen gewesen ist, gewünscht haben würden, daß der Krieg von 1870 mit allen seinen Konsequenzen überhaupt nicht geführt, sondern der Friede auf der Basis der Emser Besprechungen erhalten worden wäre. Die kriegerische Wendung und deren Ergebnisse haben der demokratischen Politik, mag sie auf weltlicher oder konfessioneller Basis stehen, und insbesondere den Sympathien der „Frkf. Ztg." nicht entsprochen; nicht nur der ftanzösische Krieg, sondern schon der von 1866 mit seinen Erfolgen paßte nicht in die Wünsche und Besttebungen dec
möchten Sie sich aus dem Staube machen?" schrie der Empörte „Die Galle läuft mir über, wenn ich Sie nur ansehe. Weiß Gott — mit eigener Todesgefahr möchte ich Sie pflichtvergessene Person neben die Kiste hinschleppen und dort festbinden.
„3’ Hilf! z' Hilf! Er will ma an's Leben! z' Hilf! Er bringt mi um!" kreischte die Köchin, mit den kräftigen Ellbogen links und rechts an stoßend. Herr Mopler wurde in empfindlicher Weise vor den Magen getroffen und während er sich denselben rieb, flüchtete die Geängstigte aus dem Hause.
In dumpfer Verzweiflung blieben Vater, Mutter und Tochter zurück. Was thun? — den Hausknecht und den Gärtner rufen ? — — Der Erstere war nie so recht nüchtern und konnte durch täppisches Zugreifen die Katastrophe beschleunigen und der Zweite ächzte und stöhnte schon, wenn er seine volle Gießkanne aufheben mußte. Er gehörte gewissermaßen zu dem alten Hausrat, der zu nichts mehr nütze ist, dem man aber doch ein Plätzchen in der Rumpelkammer gönnt. Die jüngeren Leute waren alle fort — beurlaubt.
Eben beschloß man, die Nacht im „Silbernen Hamster" zuzubringen, als sich eilige Schritte näherten. Nach flüchtigem Klopfen trat Paul Frank in's Zimmer und hinter ihm stand Röst und warnte:
II „Gehns nur nöd z'weit vor! Der Herr iS grab wie a Wilder! Jesus na! Was er für Augen macht! Als ob er An erwürgen möcht!"
„Entschuldigen Sie mein Eindringen," begann Frank sich an den Hausherrn wendend, „aber ich hörte soeben von ihrer Köchin, was sich jugetragen hat und komme, Ihnen meinen Beistand und meine Hilfe anzubieten."
(Fortsetzung folgt.)