WcheMiche Beilagm: Kreis-Blatt für die Meise Marburg und Kirchhain.
* ^efrittto ’ünb «^pedition^Markt 21. ZLustrieries Sonnlagsbüatt. Redaktion und Expedition: Markt 21.
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«rschetut tä«ltch außer en Werktagen nach Sann« and Feiertagen. — Onartal-tlbannrmentr.Prei» bei der «xpe- Man 9 Ml., bei allen Postämtern 2 Rk. 86 Pf,, (exkl. Bekrllgrld). Jusertiankgebühr für die gefpaltrne Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 86 Pfg.
Marburg,
Sonntag, 27. November 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedttion dieses Blatte«, lowie die Annoncen-Bnreanr von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Dassel, Magdeburg und Wien; Rüdolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. £. Daube n. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVII. Jahrgang.
Zweites Blatt
Obstbau.
— Weshalb tragen unsere Ob st bäume so wenig. Der Obstbaumfteund, den um die jetzige Zest sein Weg über die Bezirksstratzen und mit Obst- baumalleeen eingefaßten Feldwege führt, wird sowohl an den Straßen als auch in den Gärten der Privatbesitzer Leute mit dem Beschneiden von Obstbäumen beschäftigt sehen. Dabei hat er aber auch vielfach Gelegenheit, zu beobachten, mit welcher Unkenntnis die Bäume behandelt oder vielmehr mißhandelt werden. Ohne Rücksicht auf die Lerschiedenheit in der Art und natürlichen Entwickelung der einzelnen Bäume wird nach einer Schablone drauf losgeschnitten, Frühjahrsschnitt mit Herbstschnitt verwechselt, u. s. w. Daß die Scheere, dieses Marterwerkzeug für Obstbäume, dabei eine große Rolle spielt, kann hier nicht Wunder nehmen. Wenn bei einer solchen Behandlung die Bäume nicht den anderwärts erziehlten Ertrag liefern, so ist das eigentlich selbstverständlich. Statt die schlechten Obsternten der Witterung und den Bodenverhältnissen zur Last zu legen, thäten die Baumbe- fitzer besser, ihre Bäume durch wirklich sachverständige Fachleute beschneiden zu lassen und sich auch bei diesen wegen der sonstigen Behandlung Raths zu erholen. Zn Wirklichkeit sind Witterung und Bodenverhältnisse hier durchaus nicht ungünstig für den Obstbau, wie dies auch im vergangenen Herbst in vereinzelten, gut gepflegten Obstgärten zu sehen war und nur die unrichtige Behandlung ist die Ursache der geringen Erträge. Wer also von seinen Bäumen Nutzen haben will, der sorge vor allem dafür, daß dieselben einen richtigen Schnitt erhalten und zweckentsprechend gepflegt werden, er lasse seine Bäume öfter durch Fachleute nachsehen, uw eingetretene Uebelstände beseitigen zu können, die geringen Kosten werden sich reichlich lohnen. Nebel angebrachte Sparsamkeit rächt sich auch hier und wer glaubt, daß jeder Tagelöhner dieselbe Arbeit verrichten könne, in der ein Gärtner trotz jahrelangen Lehrzeit sich noch immer vervollkommnen muß, der wird aus seinem Obstgarten nie etwas erzielen.
Landwirtschaftliches.
— (Das Simm cnth aler Vieh.) Es war in den vierziger Jahren, als man sich mit großer Vorliebe dem stattlichen Gebirgsvieh der Schweiz zuwandte; besonders der große Berner- und Freiburger-Schlag war beliebt. Nach und nach änderte sich die Sache aber; man tadelte allgeniein die geringe Milchergiebigkeit der Kühe, ganz besonders aber wurde bei den Schlachttieren dieser Schläge das grobe faserige Fleisch und die starke Knochenmasse getadelt. Man wandte sich für die Folge mehr dem Mederungsvieh zu, unter dem die Holländer eine besonders wichtige Rolle spielten. Die Schweizer sahen zu ihrem Schrecken ein, daß der Absatz ihres Viehes, welches eine Haupteinnahme für sie bildete, von Jahr zu Jahr abnehme und von nun an wandten sie alle Sorgfalt darauf, die oben gerügten Mängel bei ihren Tieren zu vermeiden. Am glücklichsten war man in diesem Streben im sog. Simmenthal; es liegt im Oberland vom Kanton Bern, zwischen herrlichen und fruchtbaren Alpentriften und berühmt ist die Gegend jetzt durch den großen Reichtum an herrlichem Vieh, das all den Anforderungen entspricht, welche an einen wirklich guten Schlag gestellt werden müssen. Die Folge davon ist, daß sich die Simmenthaler z. Z. in ganz Deutschland, in Oesterreich, ja sogar in Rußland vorfinden; ganz besonders sind diese Tiere im Großherzogtum Laden, in Hohenzollcrn und im Königreich Württemberg in geradezu ausgezeichneter Weise zu finden. Durch rationelle Kreuzung, durch treffliche Pflege und Haltung hat man in genannten Ländern so ausgezeichnete Tiere gezüchtet, daß fie die importierten fast noch übertreffen und in neuerer Zeit wendet man sich deshalb beim Ankauf weniger nach dem Simmenthal, als vielmehr in die genannten Länder Süd- deutschlands. Auf der großen Straßburger Aus- stellnng der deutschen Landwirtschastsgesellschaft im Jahre 1890 waren 508 Simmenthaler ausgestellt und sie bildeten den Hauptpunkt der Ausstellung.
Die badischen Züchter hatten allein 250 Tiere ausgestellt, auf die 57 Preise verteilt werden konnten. Im Jahr 1891 wurden von den vereinigten Zuchtgenossenschaften Badens 20733 Stück verkauft; der Preis der jungen Bullen betrug meistens 5—600 Mark. Die Simmenthaler Kühe besitzen durchschnittlich ein Gewicht von 12 bis 16 Ztr., die Bullen von 16 bis 22 Ztr. Allerdings verlangen die betr. Tiere gutes reichliches Futter, fie entwickeln fich aber auch hierbei wahrhaft überraschend. Auch die Milchergiebigkeit der Kühe ist im allgemeinen nur zu rühmen; man rechnet zumeist einen Durchschnittsertrag von jährlich 24—2500 Liter. Es steht jetzt fest, daß der Simmenthaler-Schlag der bedeutendste unter den zahlreichen Viehschlägen Deutschlands ist.
Vermischtes.
Unna, 21. Novbr. Ueber ein furchtbares Brandunglück, dem acht Personen zum Opfer fielen, berichtet die „Tremonia" folgende nähere Einzelheiten. Gestern Nachmittag um 21/2 Uhr geriet die Besitzung des Gast- und Schankwirts Wilhelm Voß am Morgenthor plötzlich in Brand, welcher mit unglaublicher Schnelligkeit sämtliche fünf Gebäude der Besitzung ergriff. Diese, sowie die Scheunen waren voll Frucht und Korn, so daß das Feuer reichliche Nahrung fand. Viele Nachbaren und zur Rettung herbeigeeilte Ortsbewohner begaben fich in einen Nebenbau des Wohnhauses, welcher auch schon in Hellen Flammen stand, um von dem dort befindlichen Saale aus Löschungsversuche zu machen. Die Decke des Saales, welche rund herum abgebrannt war, kam nun plötzlich mit lautem Krachen heruntergestürzt und begrub sieben Personen unter den Trümmern. Mehrere Personen, welche fich ebenfalls an den Wänden in dem Saale befanden, so Herr Bürstenmacher Hein. Niemeyer, wurden von den Flammen erfaßt, retteten sich jedoch noch und gelangten durch das Feuer auf die Straße. Viele Menschen wurden durch die Fenster gerettet. Bei der Nachsuchnng der unter den Trümmern begrabenen Personen wurden tot gefunden 1. der Stadtbaumeister Karl Brntkuhl, 2. der Wirt Wilh. Ostermann, 3. der Anstreicher- meister Gustav Brandstetter, 4. der Rendant Egon Tambornino, 5. der Stuckateur Josef Simonis, 6. der Schreinermeister Wilhelm Kleinberg und 7. der Bergmann Wilhelm Winterkamp; dieselben waren sämtlich vollständig entstellt und nicht mehr erkennbar. Der Bürstenmacher Niemeyer ist diesen Morgen 3 Uhr an den erheblichen Brandwunden unter den entsetzlichsten Schmerzen gestorben. Das Besitztum ist bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt Auf welche Weise das Feuer zum Ausbruche gekommen, konnte bis jetzt nicht festgestellt werden.
Metz, 21. Novbr. Auf dem Schlachtfelde des 6. August, den Spicherer Höhen, waren seit einigen Wochen die vielen Einzelgräber geöffnet und die Gebeine und sonstigen Ueberbleibsel, Uniformstücke, Kugeln, die noch in den Knochen saßen, Münzen, Uhren mit daraus entfernt worden, weil die Unterbringung der Leichenreste in einem gemeinsamen Grabe sich mit der Zeit als notwendig herausgestellt hatte. Die Gebeine hatte man in zehn einfache Kisten gelegt. Vom Dorfe Spichern aus setzte sich geftem Nachmittag der Trauerzug in Bewegung. Die Kisten standen auf einem mit vier Pferden bespannten Trauerwagen und waren mit Kränzen bedeckt. Das Musikkorps des 10. Infanterie-Regiments schritt an der Spitze, und die Ehrenkompagnie, die vom 17. Infanterie-Regiment gestellt war, folgte dem Wagen, hinter dem das Offizierkorps ans Forbach und Saarbrücken, die Spitzen der Zivilbehörden, Vereine und Hunderte aus den Kreisen der Bürger hergingen. Am sogen, roten Berge wurden fünf Kisten eingesenkt. Die Schuljugend von Spichern und der Männerchor von Forbach fangen Trauerlieder. Von der Ehrenkompagnie wurden drei Salven abgegeben. Die gleiche Feier wiederholte sich in der Nähe des Denkmals der 40er, wo in einem zweiten Massengrabe die übrigen Ksten der Erde übergeben tourben. Hier hielt auch Oberstleutnant Selweling eine Ansprache.
— (Zur Schächtfrage.) Am letzten Mittwoch wurden auf dem Dresdener Schlachthof Schlacht- Versuche an vier Ochsen und einem Bullen vorgenommen, um die Cchächtftage — in Sachsen ist das Schächten durch Gesetz verboten worden — noch einmal zu untersuchen. 68 waren anwesend
Geh. Regierungsrat v. (Stiegern, Medizinalrat Prof. Dr. Siedamgrodzky, Prof. Dr. Ellenberger, Prof. Dr. Johne als Vertreter für das Vetetinärwesen, ferner Geh. Medizinalrat Dr. Lehmann und Stadtrat Hendel. Die Ergebnisse waren peinlich überraschend. Beim ersten Ochsen, der geschachtet wurde, war die Cornea-Reaktion (Reaktion der Hornhaut des Auges) nach 31/2 Min. noch vorhanden, der Eintritt des Todes erfolgte nach 5 Minuten! Bei dem hierauf geschachteten Bullen dauerte die Cornea-Reaktion noch 5^/2 Minuten, bei dem folgenden Ochsen 4 Minuten. An vierter Stelle wurde wiederum ein Ochse geschächtet und genickt (nach der Schächtung erhielt das Tier einen Genickstoß), die Cornea- Reaktion dauerte 3 Minuten! Hierauf wurde ein Ochse mit Maske geschlachtet, wie seit dem 1. Oktober durchweg ange- ordnct wurde. Hier war die Cornea-Reaktion sofort verschwunden und der Tod sofort eingetreten. Die Vornahme des Schächtens soll für die Beschauer geradezu haarsträubend gewesen sein. Durch das Hinwerfen des Schlachtopfers kamen häufig Brüche der äußeren Tarmbeinwinkel vor, auch schlägt sich das Rind oft ein Horn ab. Ferner soll das Herumwürgen und Strecken des Kopfes so tierquälerisch fein, daß man sich mit Abscheu abwenbfi. Diese Quälerei des Tieres erreicht aber dadurch ihren Gipfel, daß nach dem sog. Schächtschnitt furchtbare Krämpfe eintreten, deren Anblick entsetzlich ist.
— Ueber die deutsche Studentensprache hielt in der Generalversammlung des deutschen Sprachvereins zu Weimar Pros. Dr. Kluge - Jena einen Vortrag. Gerade Jena hat sich um die Bereicherung der Studentensprache hochverdient gemacht. So sind die Bezeichnungen Bacchant und Bruder Studio; für die Neulinge: Quasimodogeniti, Mutterkalb, Rapsschnabel und Fuchs; für die Einheimischen: Pflastertreter, Quark, Kümmeltürke; Knoten und Philister für Nichtstudenten, Klatsch für Stadtbier, Humpen für Krug, Kater für Katarrh, jenensischen Ursprungs. Charakteristisch ist die Anwendung der Tiernamen: Fuchs für Neuling, Fink für Nichtverbindungsstudent, Pudel für Pedell, Backfisch, Zobel für Frauenzimmer; ferner die Bezeichnung Salamander. Anklänge an biblische und kirchliche, Ausdrücke: Manichäer für Gläubiger, Oelberger für Häscher; Philister. Weiter sind bemerkenswert die lateinisiereudeu Bezeichnungen: Exkueipe, Markus für Marqueur, Moneten, Grobian, Schwulität, in Schwuli- bns, Lufticus, Schwachmaticns; Gaffatim gehen, in lärmender Weise auf der Straße gehen (die dabei gelungenen Lieder heißen Gassenhauer), mummatnm, vermummt. Die auf ixms ausgehenden Wörter wurden anfangs in der Endung mit griechischen Buchstaben geschrieben, wie ftubentixtog, burschrxwc. Die Universitätsstädte wurden nach den Flüssen, an denen sie liegen, in Zusammensetzung mit Athen bezeichnet, wie Jena Saalathen, Leipzig Pleißathen, München Jsarathen. Der Einfluß des Französischen ist gegen das Antike sehr gering; es finden sich Kneipier, Wichsier, Pumpier, schauderenx. Dagegen hat sich durch die fahrenden Schüler, welche mehr oder weniger zur Klasse der Schwindler gehörten und vielfach der Gaunersprache huldigten, der Einfluß der Letzteren, das Rotwelsch, geltend gemacht; hierher gehören: blechen, pumpen, foppen. Jngleichen ist das Hebräische von Einfluß gewesen, wie dies die Worte schofel, mogeln beweisen. Schwer zu erklären ist das Wort Salbader. Ueber- gang der Ausdrücke in die Schriftsprache macht die Studentensprache beachtenswert. Wir haben heute Worte ausgenommen wie Kneipe, Kommers, Humpen, Jux, Schwager (für Postillon), Bursche.
Vakanzen.
Die mit einem Jahresgehalt von 900 Mark verbundene Kreisphysikaisstelle im Kreise Schlüchtern mit dem Wohnsitz in Schlüchtern soll wieder besetzt werden. — Geeignete Bewerber um die infolge Versetzung ihres seitherigen Inhabers vakant gewordene Pfarrstelle in Berneburg, Klasse Sontra, haben ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der erforderlichen Zeugnifie binnen 4 Wochen einzureichen. — Die Sebulstelle in Oelshauien (Kreis Wolshagen), mit welcher neben freier Wohnnng und 90 Mark für Feuerung ein Einkommen von 899 Mark 69 Pfg. verbunden ist, kommt durch Versetzung des seitherigen Inhabers am 1. Dezember ds. Zs. zur Erledigung.
— (Vakanzen im Bezirke des 11. Armee- Co r p s.) Höchst (Main), Magistrat, Magistratsbote, 800 Mark Gehalt nebst freier Kleidung, Wohnung und Heizung. — Marburg, evang.-reformierteS Presbyterium, 2Kirchen- bkner, ständiges Einkommen 153 Mk. pro Jahr; Gebühreneinnahme etwa 116 Mk. pro Jahr. — Wiesbaden, Kgl. Polizeidirektion, Schutzmann, »ährend der Probqeit Re-
muneiation von jährlich 1000 Mk.; bei definitiver Anstellung jährliches Gehalt von 1000 Mark, Wohnungsgeldzuschutz 180 Mark.
Amtliche Nachrichten.
Ernannt: der Forstmeister Krause in Waldau für den Oberförstereibezirk Wellerode zum Forstamtsanwalt bei dem Amtsgericht in Oberkaufungen, der Pfarrverweser Gonnermann zum zweiten Pfarrer in Allendors a. Werra, der Referendar Buderus zum Gerichtsassessor, die Rechtskandidaten Gonnermann und Krug zu Referendaren, der Landmesser Kempke zum technischen Sekretär bei der Kanalisierung der Fulda in Kassel, der Vizefeldwebel Johann Heinrich Rahn vom Infanterie-Regiment Nr. 97 zum Schutzmann bei der Kgl. Polizeiverwaltung in der Stadt Hanau. Uebertragen: dem Stadrschreiber Dorsi in Naumburg die Geschäfte eines zweiten Stellvertreters des Standesbeamten daselbst. V e r s e tz t: der Regierungsassesior Hippen- stiel von der Regierung in Cassel an die in Coblenz, der Gerichtsdiener Melcher in Hessisch Lichtenau an das Amtsgericht in Carlshafen. Gestorben: der Rechtsanwalt und Notar Eigenbrodt in Ziegenhain.
Theater-Anzeigen.
Frankfurt.
Vom 27. November bis 4. Dezember.
Opernhaus. Die berühmte Sängerin Frau Marcella Sembrich wird im Frankfurter Opernhause Montag den 28. d. Mts. in einer ihrer brillantesten Partieen, als Nachtwandlerin austreten. Bestellungen von Billets werden von heute an an der Kasse der Opernhauses sowie an den üblichen Verkaufsstellen entgegengenommen. Das Gastspiel der Frau Sembrich wird sich diesmal nur auf zwei Abende beschränken^
Toffel.
Königliche Schauspiele.
Sonntag den 27.: „Die Hugenotten". Anfang */«7 Uhr. Montag den 28.: Zum ersten Male: ,,Vard hämana“. Zum ersten Male: „Vor dem Balle". „Der Schauspiel- Direftor". Dienstag den 29.: Neu einstudiert: „Clavigo". Mittwoch den 30.: „Rienzi". Anfang V-7 Uhr. Donnerstag den 1. Dezember: „Doppelselbstmord". Freitag den 2.: Geschlossen. Sonnabend den 3.: „Ein SommernachtS- traum". Sonntag den 4.: „Im Schlafe". „Rübezahl"^ „Das Schwert des Damokles". „Die Puppens«". Anfang *'»7 Uhr.
Gemeinnütziges.
— Gegen aufgesprungene Hände- Gegen die Plage der aufgesprungenen Hände, wo die Oberhaut durch Wechsel von Nässe und trockener Wärme, besonders Strahlwärme des Ofens oder Feuerheerdes ruiniert wurde, bewährt sich nach Dr. P. Niemeyer das Bestteichen mit frisch ausgepreßtem Citronensaft. Die im ersten Augenblicke dadurch hervorgerufene Schmerzhaftickeit möge man um so leichter mit in den Kauf nehmen, als die Säure diese Eigenschaft mit dem ebenfalls für solcheBeschwerde empfohlenen, aber nicht so heilkräftigen und säubern Glycerin teilt.
Litterarisches.
Die deutschen Einigungskriege. Illustrierte Kriegschronik der Jahre 1864, 1866 und 1870/71. Von Victor von Strantz, Königl. preußischer Major z. D. Ein Großfolio-Band mit 120 Holzschnitt-Tafeln und 36 Seiten Text. Preis in Original-Leiuenband 12 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.
Veranlaßt durch den bekannten Ausspruch des Deutschen Kaisers, es möchte im Geschichtsunterricht die neuere deutsche Geschichte mehr als bisher in den Vordergrund treten, sowie durch den Umstand, daß für die in ihrem Verlage erschienenen, längst vergriffenen Illustrierten Kriegs-Chroniken immer noch ein überaus lebhaftes Interesse im Publikum vorhanden ist, was die fortwährend eingehenden Nachfragen beweisen, hat sich die Verlagsbuchhandlung von J.J Weber in Leipzig entschlossen, aus ihren Illustrierten Kriegs-Chroniken der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 die besten und charatteristischesten Bilder auszuwählen und dem deutschen Volke und Heere unter dem Titel „Die deutschen Einigungskriege 1864, 1866 und 1870/71" ein Werk darzubieten, daS die Geschichte dieser ruhmreichen Kriege in möglichst umfassenden Zügen in Wott und Bild zur Darstellung bringt. Ein besonderer Wert des Buches ist darin zu suchen, daß die Originale zu sämtlichen darin enthaltenen Abbildungen von Künstlern stammen, die im Auftrage der „Jllusttierten Zeitung" im Gefolge der Hauptquartiere und Truppenstäbe auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen anwesend waren, daß es sich also um völlig authentische, unter dem Eindrücke des Msterlebten entworfene Bilder handelt. Der Text ist von einem Mitkämpfer auf Grundlage der Generalstabswerke und des Selbsterlebten in volkstümlicher, aber stteng sachgemäßer Weise verfaßt und durch zahlreiche Karten und Pläne erläutert — Wir empfehlen unseren Lesern das Werk, das, im Format und auf dem Papier der Illustrierten Zeitung hergestellt, 36 Setten Text, 120 Bildertafeln mit 84 Porträts, 80 Gefechts- und Geschichtsbildern sowie 22 Karten und Plänen enthält, als ein von Patriotismus durchwehtes Volksbuch im wahrsten Sinne des Worres.
— Die Toiletten-Chemie. Von Professor Dr. Heinrich Httzel, Vierte neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 89 fit den Text gedruckten Abbildungen. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Preis 7 Mark 60 Pfg.
— Tie Regeln der Reitkunst in ihrer Anwendung auf Campagne-, Militär- und Schulretterei vom Rttttneffttr a. D. A. Kästner. Werte, vermehrte und verbefferte Auflage. Mit 71 in den Text gedruckten Abbildungen und 2 Tafeln. Preis 4 Mark 60 Pfg.; in Original-Leiuenband 6 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.