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sind Nirgends in Marburg

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Für die vielen Beweise der Theilnahme b< unseres Gatten und Vaters, des OberschulrathK

Dr. Schmitt

namentlich für dir ttostreichen Wotte des Herrn Bernhard, sagen herzlichen Dank

Marburg, den 25. November 1892.

7040) Die Hinterbliebene

190 6Y,

zu

aber, wie ich vermuthe, keinen Antheil an dem Verbrechen, deffen er bezichtigt wird, so kann ich dadurch, daß ich seine Vertheidigung über- nehnie, doch wahrlich nicht zu irgend eines ehrlichem Mannes Wider­sacher werden. Selbst sein erbittertster Feind kann nicht den Wunsch hegen, ihn^schuldlos verurtheilt zu sehen."

Der Fabrikdirektor verlor seine Haltung mehr und mehr. „Das send juristische Spitzfindigkeiten und Klügeleien," rief er barsch, „lassen Sie mich gefälligst mit allen schonen Redensarten in Frieden! Ich für meine Person bin der festen Uebcrzeugung, daß Grunert die Spinnerei in Brand gesteckt hat, um sich für seine Entlassung zu rächen. Und wer den Versuch macht, ihn aus der Schlinge zu ziehen, der ist in meinen. Augen ein

Er sprach das verächtliche Wort nicht aus, obwohl der Rechts­anwalt nichts Anderes gcthan hatte, ihn daran zu hindern, als daß er wie beschwörend ein wenig seine Hand erhoben und seinen klaren durchdringenden Blick noch fester als zuvor auf den Sprechenden ge­richtet hatte.

Es blieb wohl eine Minute lang still zwischen den beiden Männern,

und in dieser Zeit schien Herwarth zu der Erkenntniß zu kommen, daß er zu wett gegangen sei. B

- < weshalb rege ich mich auf?" sprach er weiter. „Am Ende find Sie Ihr eigener Herr, und es ist Sache Ihres Zartgefühls, in­wieweit Sie auf mich Rücksicht nehmen wollen. Bieten Sie immerhin Zbren iurl,tischen Scharfsinn auf, den Menschen zu retten. Rur fordern Sie nicht, daß ich Ihnen noch am Ende gar dazu behilflich sei "

,^Gerade dieser Wunsch war es, der mich heute hierher geführt hat Sie allem können den schweren Verdacht von dem Werkmeister nehmen?"

"^ch? Das ist lustig! Und was soll ich zu seiner Rechtfertiquno thun, mein Herr Anwalt?"

brauchen dem Untersuchungsrichter oder dem Staatsanwalt ?ur erklären, daß nicht der Werkmeister Grunert es war, welcher dem Nachtwachter Stichel in der Nähe der Spinnerei begegnete, und befindet er sich schon eine Stunde später auf freiem Fuß

Es war, als hätte Jemand dem Fabrikdirektor in's Lhr gerufen Nun bist Du verloren!" Seine Gestalt schien plötzlich kleiner

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Tas Zonnenrennen auf dem Eise. (S. 192)

werden, so hilflos brach er in fich zusammen. Er legte seine zitternde Hand an die Stirn, und sein Blick wanderte verzweiflungsvoll im Zimmer umher.

„Wie kann ich das thun?" keuchte er mit einem letzten ohnmäch­tigen Versuch, sein schreckliches Geheimniß zu bewahren. „Woher sollte ich das wissen?"

„Sie sollten es wissen, Herr Direktor, weil Sie selbst es waren der —" '

Weiter kam er nicht, denn Hugo Herwarth war gleich einem Rasenden aufgesprungen und hatte den jungen Mann an beiden Schul­tern ergriffen.

„Schweigen Sie — ich befehle es Ihnen, schweigen Sie!" stieß er zwischen den bläulich verfärbten Lippen hervor. „Wer hat Ihnen gesagt, daß ich es war? Wer könnte mir das beweisen? Rein, ant­worten Sie mir nicht! Sie sind ein Erbärmlicher, ein Elender! Unter der Maske der Freundschaft haben Sie fich in mein Haus eingeschlichen und mein Vertrauen erlistet, um mich zu verderben! Was habe ich Ihnen angethan, daß Sie so mit mir verfahren? £, Schande über Sie! Tenn wenn auch Alles wahr wäre, deffen Sie mich beschuldigen, so sind Sie doch hundertmal schlechter und verächtlicher als ich'" . , Völlig erschöpft, ein Bild der jämmerlichsten körperlichen und seelischen Gebrochenheit, fiel er wieder zurück, und tief erschüttert beugte fich Märker über ihn. a

»Ich Hobe nichts von alledem gethan," sagte er mit gedämpfter Stimme, und F Hai e bisher noch keine Beschuldigung gegen Sie ausgesprochen Was to.e anklagt, ist Ihr eigenes Gewissen."

_ , ?es Fabn drrektors Haupt war auf die Brust herabgesunkcn. Er wehrte sich nicht mehr gegen das Verhängniß, welches über ihn herein- gebrochen war. y

S s nicht drinnen gewesen wäre," murmelte er, „wem hätte

doch ^nicht^ gewußt!"H"^ ld) 5abe E£S b0d) nidjt gewußt - ich habe es

Er schien bje Anwesenheit des Rechtsanwaltes ganz vergeffen zu haben. Wie em schwer Kranker saß er da, hin und wieder abgerissene ^orte murmelnd. Er mußte während der beiden letzten Tage bereits entseh.iche Seelenqualen ausgestanden haben, da er sich jetzt fast ohne Widerstand verloren gab. Ter Doktor selbst mußte ihn endlich an seine Gegenwart erinnnern. '

„Es wird Ihnen lieb sein, wenn ich mich vorläufig entferne!" sagte er. „Wünschen Sie mich später zu sprechen, so stehe ich Ihnen immer zur Versügung." 1 v w

,, ^?cr Howarth umklammerte mit beiden Händen seinen Arm und yieit tun zuruck.

• r. dürfen nicht gehen," flüsterte er. „Sie dürfen mich jetzt

Waffen Es ist gut. daß Sie es wissen, denn ich hätte es doch nicht langer allein tragen können. Nun müssen Sie mir helfen!"