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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck Brr ®' efekthon^nb ^irtlHun^Wcrft M. ® 181 Illustriertes Sonntagsblatt. Redaktion und Expedition: Markt 21. 8

M 257.

G ichetnt täglich außer an Werktagen nach Saun- und F-iertagen. Quartal-Abonnementr-Prei» bei der Sxpe- ditt-n 2 Mk., bei allen Postämter» 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Reklamen für die Zeile 25 $fg;

Marburg,

Dienstag, 1. November 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie dieAnnoncen-Bureanx vonHaasenstein ».Vogler in vvnn - , Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXV11. 5c(lt)T(IQttCI Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u, Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».

Die Wittenberger Feier.

Eine überaus seltene Feier vereint den deutschen Kaiser mit den protestantischen Bundesfürsten des Reiches in der stillen deutschen Stadt, deren Name doch mit der Geschichte der deutschen Nation, mit dem Werden und Wachsen deutschen Geistes und mit der Entfaltung deutscher Eigenart auf das Innigste verknüpft ist, in Wütenberg, der Stadt MarÜn Luthers and seiner geistigen Mitstreüer im Kampf um die Freiheit der Religion und des Glaubens. Die Wiedereinweihung des Gotteshauses, in welchem die Wittenbergische NachÜgal" beim Anbruch der neuen Zeü ihre Stimme erschallen ließ, jene machtvolle Stimme, der Tausende und Abertausmbe lauschten und folgten, die wie ein Wettersturm durchs deutsche Vaterland drang, die Herzen fesselte und die Augen öffnete zur Erkenntnis von Irrtum und Täuschung, hat die Fürsten und Herren und Tausende von deutschen Männern auf dem Wittenberger Marktplatz zu einer ebenso großartigen und erhebenden, wie friedlichen Feier vereint. Von Wittenberg ist die größte Bewegung der neuen Zeit im deutschen Reiche «rsgegangen, ein schlichter deutscher Mann, von manchem seiner Zeitgenossen an gelehrtem Wissen überragt, von Memandem aber in der Erkenntnis der Wahrheit und des Volksgemütes, in echtem deutschen Heldenmut und bmffcher Treue übertroffen, rief Martin Luther die Geister zum Kampf auf für eine deutsche Kirche, für eine Kirchengemeinschaft, die fich lediglich auf die Lehren der heiligen Schrift, auf die Lehren der Liebe und Versöhnung stützte, «nd alles Menschenwerk zur Seite ließ. In ein­fachen, aber um so beredteren Worten schildern Luthers Zeügenossen die gewaltige Kraft der Bewegung, welche das ganze deutsche Vaterland durchbrauste, das felsenseste Gottvertrauen, welches trotz aller drohenden Gefahren, kotz aller weltlichen Stürme Luther und seine Gekeuen beseelte. Das wie Posaunenschall klingende Wort des Reformators auf dem Reichstage zn Worms:Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Kott helfe mir, Simen 1" hat seinen Widerhall im gangen weiteren Verlauf der Reformation gefunden, Md unter dieser Wttkung ist am Ende der Sieg erfttitten worden. Die Gefahren, welche der protestan- tffchen Kirche und ihren Schöpfern im Anbeginn, zur SKformationszeit, drohten, haben fich später noch wiederholt; ein furchtbarer Krieg, der schrecklichste, der deutsche Gaue je verheert, hat unser Vaterland dreißig lange Jahre hindurch heimgesucht, und heute noch find vielfach öde Stätten, wo vor jenen Tagen

Aus Wronkermühle.

Original-Roman von E. D. H. Brandrnp.

fRachdruck verboten.j

(Fortsetzung.)

Erbarm sich!" rief Frau Louise.Fehlte mir noch, daß Du die Nacht in einem Gasthause zu­brächtest, Ernst, wie klein jetzt unsere Stadtwohnung auch ist, einen behaglichen Raum hab' ich schon noch für einen so lieben Gast und einvernünftiges" Bett darin ebenfalls."

So blieb Ernst denn auch für diese Nacht in der Heimat unter dem Dache der geliebten Menschen, die stets Elternstelle an ihm vertreten hatten. Wieder schlummerte er sanft in den Daunen, welche auf Wronkermühler Gänsen gewachseneinem schönen Tage entgegen," wie er fich schon halb im Ein­schlafen gesagt hatte, während das holde Bild der Geliebten seiner Jünglings«Jahre um ihn gutfeite.---

Schon am Vormittag des ersten Feiertags fuhr der Heimgekehrte mit den alten Herrschaften Wronkers wie sie es am Abend vorher verabredet nach Mioneck hinüber. Da Herr Gottlieb seine Equipage Zerkaust, hatte der junge Ingenieur einen Miets­wagen besserer Sorte engagiert und so käsen die Drei auch heute ganz stattlich aus dem GuteMeister Donnerwetters" ein. Die erste Person, welche Ernst erblickte, war Herr Wald selbst.

Trotz einer Kätte von achtzehn Grad Reaumur stand der sonderbare Kauz ganz gemütlich und breitspurig mitten aus der Landstraße und starrte den Ankommenden unverwandt entgegen vielleicht, tot zu erforschen, werzum Schockelement" denn da des Weges käme.

Der körperlichen Behaglichkeit zu Liebe hatte Herr Wilhelm einen kurzen Pehrock angezogen. Auch auf

und Jahren des Schreckens und des Jammers sich blühende Gemeinwesen erhoben hatten, aber Eins hat in jener Anfechtung nicht gelitten, und das war die von Marttn Luther geschaffene evangelische deutsche Kirche. Und sie ist bestanden bis heute, dem starken Eichenstamm vergleichbar, nicht ohne manche innere Kämpfe, nicht ohne Splitterrichtereien, nicht ohne Zerwürfnisse, aber ungebeugt in ihrer wahren Kraft, hochgehalten als Religionsgemeinschaft und Pflege wahren Deutschtums. Kaiser Friedrich, der mit so heiligem Eifer bemüht war, die wahren Lehren des Evangeliums und die rechte Erkenntnis zu vertreten, hat die Anregung zur völligen würdigen Wieder­herstellung des alten Gotteshauses, der Lehrstätte des großen Reformators, gegeben, seinem Sohne, unserem Kaiser Wilhelm, ist es vergönnt, der Weihe dessen beizuwohnen, was sein Vater eingeleitet. Zahlreiche deutsche Fürsten unb Vertreter von fremden Potentaten evangelischen Glaubens, Tausende von deutschen evangelischen Christen sind bei der Festfeier anwesend, und weitere Millionen werden fich mit jenen in Gedanken vereinigen. Denn hat das Christentum der Welt Großes und Edles gebracht, so verdankt doch auch Deutschland im Besonderen der Reformattou Kraft und Stärke. Aus deutschem Geiste ist sie erschaffen, in deutschem Geiste erwachsen, im deutschen Geiste soll fie unter treuer Pflege des evangelischen Teiles der deutschen Nation erhalten bleiben.

Es ist keine konfessionelle Kampffeier, welche die Festgäste ht Wittenberg vereinigt. Weder liegt darin eine Ueberhebung des Protestantismus, noch viel weniger eine Art von Kriegserklärung gegen die ka­tholische Kirche. Alle Deutschen eint der Glaube an denselben Gott, und die äußeren Formen der Lehre wird der ProtestanttsmuS, der dem Gedanken folgt, daß der Buchstabe tötet, aber der Geist des Christentums lebendig macht, am wenigsten zn neuen heftigen Religionsstreitereien benützen. Ob Pro­testanten oder Katholiken, alle haben fie in schweren Tagen auf blutigen Gefilden für Deutschlands Ehre Macht und Herrlichkett gestritten, und auch heute stehen Katholiken und Protestanten dem Reiche mit gleicher Treue und Hingebung gegenüber. Was einzelne Kreise der beiden Kirchengemeinschaften bewegen mag, das kann nicht das ganze Volk in Mitleidenschaft ziehen, die als Kinder eines Stammes, als Glieder einer einzigen Nation in Frieden und freundschaftlicher Nachbarlichkeit unter und nebenein­ander zu leben wünschen. Hieran soll auch durch die Wittenberger Fesffeier ebensowenig geändert werden,

den Händen in denen er übrigens eine riesige Bärenmütze hielt, sah man mit demselben Stoff ge­fütterte Bekleidungen. Der Kopf des Mühlenbe» sitzers ober glänzte natürlich unbedeckt in der klaren Luft, wie der Vollmond.

Immer noch der Alte!" rief Ernst lachend. Nicht einmal bei dieser grimmigen Temperatur er» trägt er die Mütze auf dem Schädel "

Jetzt hatte Wald aber auch Herrn Gottlieb und Frau Louise hinter den Scheiben des Wagens erkannt und waffchelte nun eiligst dem sich nähernden Gefährt entgegen. Aber wie riß er die Augen auf, als Ernst dann mit einem Ruck den Kutschenschlag öffnete, auf den Boden sprang und ihm direkt um den Hals siel.

Donnerwetter, Junge, bist Du das, oder ist es nur Dein Geist?!" schrie Herr Wald jetzt, Himmelkreuzmillion, das nenne ich aber eine Ueberraschung!" Dann schob er den jungen fröhlich lachenden Mann einen Schritt vor sich und ihn von oben bis unten bekachtend, setzte er hinzu:Na, in Australien und England scheinen die Leute ja auch 'wasVernünftiges" zum Füttern zu haben ver­hungert siehst Du gerade nicht aus." Damit preßte Herr Wilhelm den unerhofften Gast noch einmal fest an seine Brust und küßte ihn auf beide Wangen. Hernach begrüßte er auch die Wroichers sofort und auf das Herzlichste.

So, nun aber vorwärts," sagte er dann damit wir in das Haus kommen. Tante Louise friert uns sonst noch zum Eiszapfen."

Damit setzte er sich auch schon, Ernst unter den Arm fassend, neben dem langsam weiterfahrenden Wagen nach dem Hause zu in Bewegung.

Die Ueberraschung, welche Ernst dann aber mit seinem Erscheinen Frau Bertha und auch Lieschen

wie daran durch die große katholische Feier aus An­laß des Jubiläums des Papstes etwas geändert wurde. Die evangelische Festfeier ist eine Gedenk­feier an große, hochverdiente Männer der deutschen Nation, eine Denkfeier der evangelischen Deutschen an jene Männer, die ihrem Geist und ihrem Glauben rechte Pfade wiesen. Die Glieder der evangelischen Kirche einigen sich zu einem großen und feierlichen Gelübde, festzuhalten am Glauben der Väter, nach­zueifern den Thaten der Väter, Helden christlichen Geistes und christlicher Liebe. Auch die Reformatoren erstrebten deutschen Volkes und deuffchen Reiches Macht und Größe in ihrer Art, und gerade das zieht die Herzen der evangelischen Bevölkerung zu ihnen hin, das fich mit ihnen verbunden fühlt in allen Fasern ihres Denkens und Fühlens. Geistes­helden waren es, deren Andenken jetzt wieder deutsche Fürsten und weite Kreise der deuffchen Nation ehren, Geisteshelden die mit kraftvollem Wort die Gegner schlugen, die Freunde stärken, die am tapfersten und unermüdlichsten bann waren, wenn ber Bau ihrer ganzen Arbeit ins Wanken zu geraten brohte. Das sei eine Nacheiferung für das heutige Geschlecht, bas sich nicht minber schweren Gefahren gegenübersieht. Wahre bie evangelische Kirche das Ihre, wehre sie allem Feinb, ber ihre Rechte schmälern will. Das Festhalten hieran bebeutet bie Wittenberger Feier!

Deutsches Reich.

W. Ikerki», 31. Oktober. Unser Kaiser traf am Sonnabend von feinem mehrtägigem Jagd- ausfluge nach Schloß Liebenberg wieder in Berlin ein und traf dort mit den aus Anlaß der Witten­berger Feier angekommenen Kronprinz Oskar von Schweden und Herzog Georg von Jork, dem Sohne des Prinzen von Wales, zusammen. Die Herren begaben sich sofort nach Potsdam. Am Sonntag Morgen kam der Kaiser mit den Prinzen wieder nach Berlin und wohnte mit denselben der Einweihung der neuerbauten Doin-Jnterimskirche bei. Nach der Feier hörte der Monarch noch mehrere Vorkäge im Berliner Schlosse und fuhr alsdann nach Potsdam zurück, wo bei den Majestäten große Taftl abge­halten wurde. Heute Montag Vormittag begaben sich der Kaiser und die Kaiserin mit ihren fürstlichen Gästen zur Lutherfeier nach Wittenberg. Aus Athen wird gemeldet, daß das griechische Königspaar vom deuffchen Kaiser zu seiner silbernen Hochzeit ein kostbares Geschenk erhalten hat. Der am 10. Januar 1893 in Sigmaringen stattfindenden Hochzeit

bereitet, war fast noch größer als die, welche Wald gehabt. Ties erglühend hatte die jugendliche Witwe bann dem enblich Heimgekehrten bie Hand zum Gruß gereicht unb ein langer Blick, in dem sich bie Augen der Selben auf fo heimtückische Art betrogenen Menschen trafen, sagte ihnen gegenseitig, baß sie sich auch heute noch verstanden.

Natürlich kam es vorher noch zu keiner münd­lichen Aussprache zwischen ihnen, denn die Gesellschaft setzte sich bald an den schnell servierten Tisch. Bei dem Mittagsmahl selbst aber mußte Ernst für den ganzen kleinen Kreis zugleich sprechen. Erst nach dem Kaffee fand der junge Ingenieur ein unge­störtes Stündchen für die Geliebte. Herr Wald hatte sich ja mit Onkel Gottlieb und dem ebenfalls auf Mloneck anwesenden Administrator von Wronker­mühle, der noch keine Ahnung davon hatte, daß er in Ernst seinen Brotherrn sehen müsse zu einer Partte Preference gesetzt. Tante Bertha und Frau Louise waren in die Speisekammer gegangen, wo die erstere ber früheren Herrin von Wronkermühle die breiten Speckseiten zeigen wollte welche man heuer auf Mloneck angefüttert.

Wie sehnsüchtig hatte der Heimgekehrte auf die Minuten allgemeinen Beschästigtseins gewartet. Jetzt führte er die junge Witwe nach dem Wohnzimmer und als sie sich gegenüber in der Fensternische saßen, faßte er plötzlich beide Hände der erglühenden Frau und ihr tief in die Augen sehend, flüsterte er: Lieschen, Lieschen welches furchtbare Spiel hat Fritz mit uns getrieben?"

So weißt Du? fragte das junge Weib und blickte ihm schmerzlich in das schöne Gesicht, das demjenigen ihres verstorbenen Gatten so aus­fallend glich und doch wieder ein anderes ein ganz anderes war, mit diesem Ausdruck herzlicher

des Kronprinzen Ferdinand von Rumänien wird der Kaiser bestimmt beiwohnen. Bei dem Reichskanzler Grafen Caprivi fand Sonnabend ein Abschiedsmahl für den scheidenden österreichisch-ungarischen Botschafter Grafen Szecheny statt. Der Reichskanzler gab mit herzlichen Motten seinem Bedauern über das Scheiden des bewährten Staatsmannes Ausdruck, während der Botschafter darauf hinwies, daß er ledig­lich aus Gesundheitsrücksichten aus dem diplomattschen Dienste austrete. Es hieß wiederholt, daß sich der preußische Kultusminister mit der Frage be­schäftigt habe, ob Professor Harnack nicht die Grenzen der Lehrfreiheit überschritten habe. Wie indessen dieNat.-Ztg." zuverlässig erfahren haben will,ist es dem Minister Dr. Bosse nicht in den Sinn gekommen, sich in diese Angelegenheit einzu­mischen. Die nach seiner Auffassung nicht die Unter­richtsverwaltung, sondern ausschließlich die evangelische Kirche angehe".

(Fürst Bismarck über bie Lage.) Fürst Bismarck hat sich in Varzin in einer Unter­haltung mit bem Herausgeber berZukunft", wie diese bettchtet, u. a. folgendermaßen geäußert:Es fehlt der heuttgen Regierung an Rückgrat und auch an Detailkenntnis. Leute, die ich als wandelnde Repettotten benützte, juristisch sattelfeste Menschen, die man nachschlagen konnte, werden jetzt als Repräsentanten der germanischen Vormacht in die Welt geschickt und sollen mit ihren beschränkten Mitteln womöglich wilden Völkern imponieren. Andere wieder werden durch die Rücksicht auf eine große Familie und bergl. zu einer besonders statten Klebung gezwungen unb wollen um keinen Preis von bem Posten weichen, ber sie nährt. Außerdem ist bie Sorte zu zahlreich vertreten, von ber Friedrich ber Große zu sagen pflegte:Amüsant bei Tische, bann rausschmeißen!" Jetzt werben sie nicht immer raus­geschmissen. Unb aus biefeti Kreisen rührt zum Teil auch bie Verstimmung mit Rußland her, bereit Gründe ganz ähnlich beuen sinb, bie zum 7 jährigen Kttege führten: Klatschereien, angebliche oder wirkliche Bonmots Friebttchs über bie Kaiserin Elisabeth unb bie Pom­padour. Ich bin stets dafür, sich nicht ein« zmnischen, dann laufen Einem die Anderen nach. Aber bei uns möchte man jetzt am liebsten überall die Hand im Spiel haben und nur ja nicht allein bleiben. Das erinnert mich an ein Hausmädchen, das meiner Frau dm Dienst kündigte mit der Motivierung:An Allem kann ich mir gewöhnen, nur an dem Einsamen nich". Das Schlimmste ist, daß bie jetzige Regierung das Rechte zu thun glaubt.

Offenheit unb liebensroüibiger Menschenfreundlichkeit darauf.

Er drückte ihr die Hand:Ja Lieschen, ich weiß alles dank den Bemühungen des Justiz­rats Horn, welcher sich unter dem Siegel der Ver­schwiegenheit natürlich sogar mit einem gewiegten Privatdetektive in Verbindung gesetzt hatte, um den Handlungen meines Vetters Schritt für Schritt nachzuspüren."

Lieschen sei mir nicht böse, daß ich den alten Rechtsbeistand zu solchem Thun herausforderte, um volle Klarheit zu erlangen. Aber Geliebte, es hing zu viel für mich von derselben ab, meine ganze Zukunft mein Wohl und Wehr. Denn daß ich es DK sage, Kind, nun ich erst wußte, wie Fritz Dich eben so grausam hintergangen als mich, baß Du nicht daran gedacht hättest, bemgetreuen" Ernst Dein Wort zu brechen, stand es auch fest in mir, vor Fritz hinzutreten und Deine Freigabe die Freigabe seines Opfers zu fordern "

O, Ernst Ernst! Aber ich hätte es nicht ertragen eine geschiedene Frau zu fein als eine geschiedene Frau mit Dir an den Altar zu treten.*

Wieder schaute er ihr in das holde Gesicht, bem der Kummer der Vergangenheit nur einen Reiz mehr gegeben hatte. Dann aber schlang er auch schon in heißer, leidenschaftlicher Zärtlichkeit seinen Arm um ihren Nacken und das schöne junge Gesicht mit seinen Küssen bedeckend, hauchte er:Nun ist's ja auch nicht mehr nötig, Geliebte Gott selbst rief den Sün- bigen ab, damit wir doch noch endlich glücklich würden. Lieschen Lieschen und wie will ich Deiner hüten als mein heiligstes Kleinod! Wie will ich versuchen, alle Deine Wünsche zu erfüllen. Ich kann es ja benn reicher, als ich es mir auch nur