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Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21.

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WSchmÜiche Beilage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck und Bet ». ^ebition^SRttrft 21. Illustriertes Sonntagsblatt.

M 246.

«rlcheml urguch oub<-> Lrerttagcu otO) tootm» und gdertegeni Quartal-AbomrementS-PreiS bei der Expe­dition 2 ML, bei alle« Postämtern 2 ML 26 Pf«. (ejfL Bestellgeld). Jusertiousgebühr für die gespaltene Zeile 10 Bffi., Reklamen für die Zeile 26 Pffi.

Marburg,

Mittwoch, 19. Oktober 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von H aasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Caflel, Magdeburg uiid Wien; Rudolf Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVII. Jahrgang.

Drei gefährliche Dinge.

Der Sozialdemokratie, ss selbstbewußt sie ist, machen drei Dinge unendlich viel zu schaffen ; fie- find es, die sie in ihremSiegeslaufs hemmen und, gegen sie richtet sich hauptsächlich ihr Kampf; es find dies: die Asttesfurcht, die Vaterlandsliebe und- die Frauen! Gottesfurcht und Vaterlandsliebe, offen zu bekämpfen wagen dieGenoffen" noch nicht, ,an, allen iOrten; sie gehen mit schlauer Takttt vor, und suche« besonders die Jugend zu gewinnen. Aber , mit dem stille« Kampf gegen die Frauen wül es nicht recht porwmüs gehen. Die Krauen können nicht einsehen, daß es der Familie frommen solle, wenn der Mann seinen Wochenlohn statt für Lebensunter­halt und zurRückiage von Not- oder Spargroschen zu meinem groß« Teile den Parteikaffen und VersammlungS- uistosten zuwendet,,, und wenn er statt daheim im Familienkreise friedlich sich unterhaltend lieber de­battierend und zaukmd in den Gasthäusern sitzt. Leispielsweise schrieb kürzlich ein sozialdemokratisches Blatt, man. könne häufig hören:Genoffe K. N. sei -jetzt verheiratet und werde darum wohl für die Partei verlorvn sein." Es sei Thatsache, daß sich mancher junge Ehemann um des lieben Friedens, willen dazu bewegens lasse, der Sozialdemokratie den Rüeken zu kehren. Manche Frau so schreibt, bas Blatt weiter .macht ihrem Gatten bittere Porwürfe darüber, wenn er nach vollbrachtem Tage­werke sich anschickt, seiue-Sektions- oder UnionsVer­sammlung zu. bestachen. Sie hat schon wieder aus­gerechnet, baß die fünf Ker zehn Pfennige, die der Mann braucht, . Pnreichen würden, um dies oder jenes den Kleinen zu kaufen. Aber die liebe Gattin, die zärtliche Muttex,: kann,-nicht begreifen, daß ohne die Bcteiligmrg des Gatten, an der Arbeiterbewegung die Lage ihrer Familie vou Tag zu Tag schlechter wird". Melieb: Gattin" begreift sehr wohl, daß die Behauptung, die Lage der Familie werde schlechter, wenn der Mann zn Hause statt in der Kneipe sptze, .ein riesengroßer. Unsinn ist. Zudem handelt es sich ancht um fünf oder zehnlumpige" Pfennige, sondern um recht. respektable Summen, die, wenn ste erspart werden, Mt allein für manche Kleinigkeit«!" hinreiche« sondern die den Mann mit der Zett zum kleinen Kqpttalisten machen. Dieliebe Gattin" undzärtliche Mutter" -aber weiß ferner, daß nicht allem der Geldbeutel des Mannes, sondern auch dessen Charakter in .den zahlreichen Versamm­lungen und Kneipen gefährdet ist. Dieliebe Gattin" will ihren Mann nicht zum Atheisten und zum

Aus Wronkermühle.

Original-Roman von E. D. H. Br an-drnp.

(Nachdruck verboten-] (Sortierung.)

Wie in leisem Schluchzen Langen die Worte über Lieschens Lippen. Fritz aber vermochte es nicht länger an sich zu halten. Und das schöne Mädchen an seine Brust ziehend, preßte er einen so heißen Kuß auf seine Lippen, daß sie sich erschrocken fast entsetzt aus seinen Armen wand Aber schon hatte der Heuchler sie wieder gefunden. Und nun von neuem nur den Freund herauskehrend, der nichts als die Wünsche der Eltern zu erfüllen gedachte, da er um sie «arb, sagte er nun:

Ich batik Ihnen Lieschen und hoffe, daß wir wenigstens de» vollen Frieden in der Gemeinschaft finden werden, die wir beginnen wollen. So und nun kommen Sie auch zu Ihrem Vater, da­mit er unseren Bund segnet."

* * *

Fritz Wronker sah sich am Ziel seiner Wünsche Die erste Verlobungsanzeige aber, die er in die Welt hinausschickte, war unter der Adresse Herrn Flp's an Ernst Brenner gerichtet. Mochte sich der Ferne nun bei Empfang derselben denken, was er wollte, Fritz war es im Augenblick gleichgiltig. Und wenn auch die Stimme feines Gewissens durchaus nicht verstummen wollte, so fügte doch die Leidenschaft für seine Braut immer rmeder über jene innere Mahnung Dabei war er auch fest entschlossen, jede seiner schlechten Handlungen zu bestreiten, sollte Ernst nicht nach der Heimat zurückkehren, woran wohl in Jahren nicht zu denken war, besonders wenn er erfahren, daß er Lieschen für immer ver­loren hatte. . . .

Schwärmer für wilde Ehen ausgebildet wissen. Die zärtliche Mutter" will den Gatten ihren Kindern nicht dereinst als abschreckendes Beispiel, sondern als Vorbild hinstelleL. Und an dieser gefunden Ge­sinnung .wird die .Sozialdemokratie bei vielen Frauen scheitern.

Deutsches Reich.

W. Werkt«, L8. Oktober. -Unser-Kaiser arbeitete.am Montag Vormittag mit dem Chef des .Zivilkabinetts. Hieran schlossen sich die Vorträge .des Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg, des Staats­sekretärs iim Reichsmarineamt und des Chefs des Marinekabinetts. Heute, Dienstag, findet im königlichen Schlosse zu Berlin die feierliche Nagelung und Weihe der dem 2. Bataillon des Infanterie­regiments von Göben (2. Rheinischen) Nr. 28 zu verleihenden menen Fahne statt. Hieran schließt -sich die Grundsteinlegung für die Kaiser Friedrich - Ge­dächtniskirche, sowie die Enthüllung deSKaiser Friedrich- Denkmals in Spandau. Kaiser Wilhelm hat sich zu den Herren seiner Umgebung im höchsten Grade befriedigt über den Verlauf seines Aufenthaltes in Schönbrunn ausgesprochen. Er hatte reiche Gelegen-, heil zu vertrautestem Zusammensein mit Kaiser Franz Joseph; auch der mutmaßliche Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand unterstützte in der liebenswürdigsten und gewinnendsten Weise seinen kaiserlichen Oheim, dem deutschen Freunde den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Die Wiener Bevölkerung begrüßte den Kaiser auf seinen mannigfachen Besuchs­fahrten in der schönen Donaustadt auf das Herzlichste. Kaiserin Elisabeth ließ ihr lebhaftes Bedauern aus­sprechen, infolge chres leidenden Zustandes den kaiser- licheu Gast nicht persönlich begrüßen zu können. Kaiser Wilhelm antwortete durch eine sehr herzliche Depesche. Die neue Militärvorlage ist, wie die Post" meldet, am Sonnabend von dem Kaiser nach dem Vorttage des Reichskanzlers Grafen Caprivi unterzeichnet worden. Der Ministerpräsident Graf Eulenburg hat dem Kaiser am Montag über die Ein­berufung und Arbeiten des Landtags Vortrag ge­halten. Die Nachricht von der Erhebung einer Steuer auf deutschen Schaumwein be­stätigt sich; es handelt sich um die Erhebung einer Flaschensteuer im Betrage von 50 Pfennig. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht die kaiserliche Ordre, durch welche der preußische Landtag auf den 9. November einberufen wird. Das Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Verordnung wegen Einberufung

Auf den ausdrücklichen Wunsch der allen Wronkers sollte das neuvermählte Paar sich schon in wenigen Monaten und zwar zu Ende des Juli vereinigen. Die Herrschaften wollten sich so bald als möglich der Bewirtschaftung des Mühlengutes entziehen und in die Stadt übersiedeln. Die Börsen­geschäfte Herrn Gottliebs und seine sonstigen Spekulationen machten ihm bereits so viel zu schaffen, daß er für nichts anderes mehr Sinn hatte.

So war er denn auch sofort am Morgen nach dem Verlobungsfest auf Mloneck nach B gefahren, um eine standesgemäße Wohnung zu mieten. Frau Louise begleitete ihn natürlich und schon am Nach­mittag desselben Tages sah Herr Wronker sich im Besitz eines eleganten Logis, das im besten Viertel der Stadt der Danzigerstraße lag. Und da das Quartier infolge der Versetzung seines bis­herigen Inhabers eines höheren Offiziers zur Zett unbewohnt war, so konnte Herr und Frau Wronker es auch unverzüglich beziehen. Dies geschah denn auch schon in den nächsten Tagen.

In den leeren Zimmern des Wronkermüller Gutshauses aber begann bald darauf eine fieberische Thätigkeit. Maurer, Töpfer, Maler und Tapezierer wetteiferten unter der Anleitung Fritzens förmlich an Fleiß mit einander. Dann tarnen schwerbeladene Möbelwagen aus der Stadt, um die so restaurierten Räume auch würdig für die künftige Herrin derselben auszustatten.

Ueber dem allen verging die Zeit in rasender Schnelligkeit und ehe Fritz sich versah, war sein Hochzeitstag gekommen. Man hatte selbstverständlich auch auf Mloneck zu demselben die großartigsten Vor­bereitungen getroffen. Die ganze Nachbarschaft auf Meilen hinaus war ja zu dem Feste geladen worden

)er beiden Häuser des Landtags. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 2t., ver­ordnen in Gemäßheit des Artikels 51 der Verfassungs­urkunde vom 31. Januar 1850, auf den Antrag des Staatsministeriums, was folgt: Die beiden Häuser des Landtags der Monarchie, das Herrenhaus und das Haus der Abgeordneten, werden auf den 9. Novbr. 1892 in Unsere Haupt- und Residenzstadt Berlin zu- fammenberufen. Das Staatsministerium wird mit der Ausführmig dieser Verordnung beauftragt. Ur­kundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Königlichen Jnstegel. Gegeben Potsdam, den 15. Oktbr. 1892. (L. 8.) Wilhelm R. Graf zu Eulenburg, von Bötticher, von Schelling. Freiherr von Berlepsch. Gras von Caprivi. Miquel, von Kaltenborn, von Heyden. Thielen. Bosse. Die Begründung der M i l i t ä r v o r l a g e ist jetzt endgiltig festgestellt ; sie ist, wie dies auch bei den früheren gleichen Vorlagen der Fall war, thunlichst zusammengedrängt und knapp gehalten, da die wichtigsten Beweggründe jetzt wie früher mündlich in den Kom­missionsberatungen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit mitgeteilt werden sollen. Die Einbttngnng in den Bundesrat wird jetzt mit Sicherheit am 20. Oktober erwartet ; doch wird nach wie vor daran festgehalten, daß die Vorlage im Bundesrat streng geheim be­handelt werden soll, die Veröffentlichung soll erst erfolgen, nachdem der Bundesrat den Wortlaut der Vorlage endgiltig festgestellt haben wttd. In Bundes­ratskreisen nimmt man an, daß der Reichskanzler Gras Caprivi am nächsten Donnerstag in längerer Rede die Vorlage vor dem Bundesrat begründen und befürworten wird. Finanzminister D r. Miquel ist, wie derReichsanz." mitteilt, am Sonn­abend an einer Unterleibsentzündung erkrankt und muß das Bett hüten. Inzwischen ist eine Besserung eingetreten. Einem derT. R." zur Verfügung gestelltenPrivat- briefe aus Ostafrika vom 28. Septbr. entnehmen wir folgende bemerkenswerte Angaben:Major Frhr. v. Manteuffel ist von seinem Zuge nach der Kili- mandscharostation zurückgekehrt, während Kompagnie­chef Johannes dort verblieben ist. Es sind mit vielen Häuptlingen Friedensverhandlungen gepflogen worden. Daß man nicht den Versuch gemacht hat, Meli, der viele Gegner hat, zu züchttgen, muß Wunder nehmen Ganz sicher scheint es am Kilimandscharo doch nicht zu sein, da die Bewohner der Gegend, durch die Freiherr von Manteuffel zog, die Frechheit hatten, einen an der Queue der Kolonne gehenden Gepäckesel zu überfallen und einen Sudanesen zu töten, ein Gebühren, dessen sich sonst höchstens die Wagogo

und natürlich auch bis auf die Brylower, welche sich entschuldigen ließen, erschienen. . .

Die Trauung des jungen Paares wurde im Hause vollzogen. Dann wurde gegessen, getrunken und ge­tanzt bis in den hellen Morgen hinein Eine aus­gelassene Fröhlichkeit herrschte. Nur das Brautpaar erschien seltsam ernst und Lieschen war fast so blaß, wie das weiße Atlaskleid, das ihre zierliche Gestalt hüllte. Dennoch zeigte sie sich ihrem jungen Gatten gegenüber wie immer lieb und sanft. Sie fürchtete sich nicht vor der Ehe mit ihm ihrem besten Freunde."

Erst um sieben Uhr morgens trennte sich die Gesellschaft und nun war auch für Lieschen die Stunde gekommen, in welcher sie aus dem SSater» hause scheiden sollte Weinend lag sie jetzt an der Brust des Vaters und der gute MüllerDonner­wetter" hatte alles Mögliche zu tijun, um fein Kind zu beruhigen, wobei natürlich auch manches Kreuz- million und Schockschwerenot noch einmal mit unterlief.

So waren sie denn Mann und Frau. . . Ge­treu seinem vorhergefaßten Plan gab Fritz sich nun den Anschein, als erwecke der Besitz eines holden Weibes erst allmählich auch die wahre Liebe in ihm.

Indem es sich Fritz angelegen fein ließ, Lieschen das Leben angenehm zu machen, glaubte er auch ihre Gegenliebe zu erringen. Aber was er auch in dieser B^iehung unternahm, so war er doch weit entfernt davon, das glühend ersehnte letzte Ziel zu erreichen. Die Neuvermählte zeigte sich stets freundlich zu ihm, sie bewies dem jungen Gatten alle nur mögliche Achtung und erfüllte getteulich jede der übernommenen Pflichten. Aber nie, nie bezeugte sie Fritz auch nur die geringste Zärtlichkeit. Ja, es that ihr fast weh, als er ihr offenbarte wie es

militärischen Kolonnen gegenüber erfrecht haben, und ein Zeichen, daß der deutsche Einfluß durch die Niederlage des Freiherrn von Bülow gelitten hat. Major v. Wißmann ist am Nyasiasee angekommen. Von Emin liegen keine Nachrichten vor. Die Sinti» fflabereilotterie hat 1200 Träger mit Leut. Werther, Schleifer, Dr. Heim und Kapitän Jenner abgesandt. Der Dampfer bleibt aber an der Küste. Was die Herren nun, besonders der Kapitän, ohne den Dampfer sollen, ist nicht verständlich. Mit den Geldern des Unternehmens soll es auch übel stehen, Tibbu Tip hat sich in Sansibar ein großes HauS gebaut und will nicht wieder ins Innere, aber auch nicht nachUleia" (Europa). Den englischen Missionaren am Kilimandscharo ist befohlen worden, ihre Stationen zu verlassen. An den englischen Generalkonsul Portal ist vom Gouverneur deswegen ein Ultimatum gestellt worden.

Kamvurg, 17. Okt. Se. Majestät der Kaiser hat dem Senat 50 000 Mk. für die Notleidenden Hamburgs überweisen.

Watfienow, 17. Oktober. Die Militärbehörde verbot den Mannschaften der hiesigen Garnison den Besuch derjenigen Lokale, in denen sozialdemokratische Zeitungen ausliegen.

Wittenverg, 18. Oktbr. Der Kaiser hat zur Feier in der Schloßkirche (Lutherkirche) in Wittenberg nicht nur die protestantischen Landesfürsten, fonbem auch die ausländischen Souveräne dieses Bekenntnisses eingeladen. Die Königin von England wird bei dieser Gelegenheit und wahrscheinlich auch bei der Taufe der jüngstgeborenen kaiserlichen Prinzessin am 22. d. M. durch ihren Enkel, den Herzog von Jork, vertreten werden.

Hessen-Nassau.

Warvurg, 18. Oktober. Graf Herbert Bismarck nebst Gemahlin sind geftern zum Besuche des ehemaligen spanischen Botschafters Frei­herrn von Stumm auf Schloß Holzhausen ein­getroffen.

Marburg, 18. Oktbr. (Festschrift.) Zur feierlichen Einführung des neuen Rektors der Uni­versität ist auch in diesem Jahre eine Festschrift er­schienen. Dieselbe enthält einenBeittag zur Kennt­nis der Seelenblindheit" von Herrn Professor Dr. Friedrich Müller.

Marburg, 18. Oktober. (Fortbildungs­verein.) Von den Anverwandten des verstorbenen Geh. Med.-Rats Prof. Dr. Nasse ist der Kasse

jetzt mit seinem Herzen stand und wenn sie sah, auf welche Weise er um die Gegenliebe seines eigenen Weibes warb

O, Fritz, Fritz," sagte sie bann auch einmal, laß es Dir doch genügen, daß ich Dich höher schätze, als jeden anderen Mann. Wir leben ja auch so freundlich neben einander und ich fühle mich ganz wohl und behaglich."

Er warf ihr einen heißen, leidenschaftlichen Blick zu. Aber was er in diesem Augenblick dachte, ver­riet er ihr nicht

Während der Seelenzustand Fritz Wronkers auf diese Weise ein durchaus nicht beneidenswerter war, wußte der junge Mann feinen Vater jedoch sehr zufrieden und glücklich. Das Leben in der Stadt behagte dem würdigen Herrn außerordentlich und er hatte sich feine Zett auf das Besriedigenste eingeteilt.

Vormittags studierte er denBörsen - Courier" und besorgte feine Korrespondenzen. Nachmittags aber machte er regelmäßig einen längeren Spazier­gang und Abends ging er in die Loge, zu beren Brüdern Herr Gottlieb schon feit langen Jahren zählte. So war der alte Herr immer beschäftigt und guter Dinge. Ganz anders verhielt es sich mit seiner Gattin. Frau Louise war eben viel zu sehr mit der Landwirtschaft verwachsen, als daß sie sich nicht nach chrer früheren Thätigkett zurücksehnen sollte und es ihr möglich werden konnte, sich in der Stadt wohl zu fühlen. Dazu kam noch, daß sie auch von dem Umstande, in B sozusagen immerfort das Portemonnaie in der Hand halten zu müssen, ge­ärgert wurde.

Es erschien Frau Wronker manchmal geradezu sündhaft, für die kleinsten Wirtschasts- und Küchen- bedürfnifle, die ihr auf der Wronkermühle oft nicht