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Wöchentliche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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-rscheim täglich anbei an Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. — Onartal-Abonnemeutt-Preir bei bet Expedition 2 8RL, bei allen Postämtern 2 TO. 26 Psg. (exkl. Bestellgeld). JirsertionSgebÜhr für die gespaltene Zeile
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Marburg,
Dienrtag, 18. Oktober 1892.
Anzeigen nimmt entgegen bie Erpebition bieseS Blatte»,
sowie dieAnnoncm-Bureanx vonHaasenstein ».Vogler in _____ _ ,
ganffurt a. M., Cassel, Magdeburg unb Wien; Rudolf XXVII. 5ravraana.
oste in Frankfurt a. M., Benin, München u. Köln; G.L. “
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
Deutsches Reich.
W. Aerlitt, 17. Oktbr. Die kaiserliche Familie wird Mitte dieser Woche nach dem Neuen Palais bei Potsdam überfiedeln und dort bis auf Netteres verbleiben. — Am Sonnabend arbeitete imser Kaiser, der Tags zuvor nach Potsdam zuruck- gekehtt war, mit dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem Chef des Militärkabinets, General von Hahnke. Am Abend wohnte der Monarch der Vorstellung im Berliner Schauspielhause bei. Sonntag Vormittag besuchten die kaiserlichen Majestäten den nn Marmorpalais abgehaltenm Gottesdienst, worau: der Kaiser den Kultusminister Dr. Bosse, den Präsidenten deS evangelischen Oberkirchenrates Dr. Barkhausen und den Chef des Zivilkabinets, Dr. von Lucanus, empfing, welche darauf zur Tafel gezogen wurden. In der Audienz handelte eS sich um die bevorstehende Einweihung der Schloßkirche in Wittenberg, welche der Kaiser auf seiner neulichen Rückreise von Wien in Augenschein genommen hatte. — Ihre Majestät dieKaiserin Friedrich ist mit der Prinzessin Margarethe gestern in Venedig eingettoffen. — Im Berliner Hofbericht wird jetzt in bestimmter Weise mitgeteilt, daß nichs von einer Reise des Kaisers nach Bukarest, die von einem Berliner Depeschenbureau angekündigt war, bekannt ist. — Sin ganzes Bündel von Sensationsnachrichten, natürlich abermals unwahren, lag wieder einmal zur neum Mlitärvorlage vor. Das Schönste war eine Meldung, nach der der Kaiser sich plötzlich gegen die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und damit gegen die ganze Militärvorlage erklärt haben sollte. Der Gesetzentwurf, so hieß es weiter, solle verschwinden und der Reichskanzler Graf Caprivi von seinem Posten abtteten und der Reichstag erst im kommenden Jahre eröffnet werden. Wenn die Nachricht von der veränderten Anschauung des Kaisers zutteffend war, müßte selbstverständlich alles andere so kommen, wie eben gesagt. Aber die Hauptsache ist eben nicht richtig. Der Reichstag wird am 22. November in Berlin zusammentteten und mit dem neuen Reichshaushalt totib ihm sofort auch die Müitärvorlage zugehen. Weiter war gesagt, die Fttedensstärke der Armee solle nur für ein einziges Jahr festgestellt werden, also Jahr für Jahr eine neue Debatte hierüber stattfinden. Der „Rat. Ztg." totrb versichert, baß bie Militärvorlage bie Friedensstärke bis zum Jahre 1899 feststelle, und daß die Regierung nicht gesonnen sei, die jährliche Feststellung zuzugestehen. Wie ein rheinisches Blatt aus
Auf Wronkermühle.
Original-Roman von E. D. H. Branbrup.
sRachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Bei der Erinnerung an Ernst vergegenwärttgte sich Lieschen auch die Stunde, in welcher sie der Later vor wenigen Tagen in ihrem Stübchen aufgesucht hatte, um ihr ausführlicher noch, als er es schon vorher qethan — von seinen fast zerrütteten Lermogensverhältnissen zu sprechen und ihr auch zu sagen, welches Uebereinkommen er mit dem Brylower gettoffen — als dieser sich bereit erklärt hatte, ihm das Kapital zu geben, dessen er bedurfte, um den Bruder abzufinden. —
Bei dieser Gelegenheit hatte Herr Wilhelm denn auch nicht umhin gekonnt, der Antrages zu «wähnen, den der reiche Stelzer ihm in Betreff seines Sohnes gemacht. Und nun war es auch nur natürlich gewesen, daß er hinzusetzte: „Aber ich habe ihm gesagt, Kleine, wie der Wronkermiiller ®tb ich schon längst geplant, unsere Kinder mit «nanber zu verbinden." Der alte Sonderling hatte «ei diesen Worten fest und forschend in das Gesicht seines Töchterchens geblickt — Lieschen aber erwiderte «in Wort — sie ließ den Vater denken und hoffen, was er wollte. In diesen Momenten des Alleinseins aber hörte sie von neuem die Rede des Alten — unmer und immer wieder tönte sie an ihre Ohren and sie sagte sich: „So könnte ich es der Tante nachthun und mir hinweghelfen Aber die Schmach des Verlaffenfeins. - - —-----
Tag für Tag erschien Fritz Wronker nun — Milich nur auf die ausdrücklichen Einladungen des MlonickerS — im Wald'schen Hause Nie wieder Erwähnte er aber vor Lieschen des fernen Vetters — sie hatte es ja selbst so gewollt und er pries
Berlin erfährt, wttd zum Besten der neuen Militärvorlage eine Steuer auch auf deutsche Schaumweine geplant. — Der Finanzminister Dr. Miquel ist seit Freitag infolge einer Erkältung erkrantt unb liegt zu Bett. Das Unwohlsein wttb hoffentlich bald wieber vorübergehen. — Den „Hamb. Nachr." wirb aus Berlin geschrieben: Die Gesetzentwürfe über bie Aufhebung ber Grunb- unb Gebäubesteuer als Staatssteuer, über bie Aushebung ber Lex Huene, sowie bie Vermögenssteuer sinb jetzt ferttggestellt. Au bem Kommunalsteuer-Gesetzentwurf, werben Aenbernngen auf Grunb ber von ben Behörben ber Provinzen unb größeren Stäbteu eingeforberten Gutachten vorgenommen, jeboch sinb auch biese Arbeiten so geförbert, baß ber Lanbtag bei seinem Zusammentritt sämtliche Steuervorlagen vorfinben wirb. — Wie bie „M. N. N." hören, hat ber Wiberstanb Bayerns gegen bie Pläne ber Reichsregiernng in Setreff teilweiser Deckung ber Kosten ber neuen Militärvorlage durch Sterbe ft euerung dahin geführt, baß man von ber geplanten Erhöhung ber Biersteuer wieder abgegangen ist. Ob bas zutreffenb ist, bleibt abzuwarten, benn es ist bisher nur bekannt, daß eine bezügliche Gesetzesvorlage zur Begutachtung ausgearbeitet ist. — Der Berliner Stadtverordnetenvorsteher Dr. Stryck hat sein Amt wegen der bekannten Streitigkeiten vor ber Wahl des Oberbürgermeister Zelle uiedergelegt. Als sein Nachfolger ist ber Abg. unb Siabtv. Dr. Langerhans in Aussicht genommen. Von bem Gedanken, ben Justizrat Meyer, den Vorsteher der Berliner israelitischen Gemeinde, zu wählen, scheint man aus leicht erklärlichen Gründm wieder abgekommen zu fein. — Dr. Zintgraff, welcher, wie bereits mitgeteilt, nunmehr in Berlin eingetroffen ist, hat beim dortigen Auswärtigen Amt gegen den Gouverneur von Kamerun, Zimmerer, Beschwerde erhoben, weil nach der Meinung Dr. Zintgraffs die ihm in ungenügender Weise zu Teil gewordene Unterstützung allein das Mißlingen seiner Expedition in das nördliche Hinterland von Kamerun verschuldet habe.
— „Die christliche Welt", das evangelischlutherische Gemeindeblatt für Gebildete aller Stände, veröffentlicht an der Spitze seiner neuesten Nummer (vom 13. Oktober) folgende „Erklärung". Die zahlreichen kirchlichen Protesterklärungen, welche die jüngst von Professor Hamack hinsichtlich des apostolischen Glaubensbekenntnisses ausgestellten Sätze hervorgeruseu haben, nöägen die unterzeichneten, in Eisenach versammelten Freunde und Mitarbeiter der „Christlichen Welt" zu folgender Erklärung: 1. Wir
das Verbot innerlich als die höchste Erleichterung, die sich ihm bieten konnte. Mit grenzenloser Be- herrfcbung verriet er aber auch fernerhin nicht das Geringste von der Leidenschaft, bie in ihm tobte. Lag es doch in feinem Plan, das schöne Mädchen glauben zu machen, erst jetzt entwickele sich aus dem Gefühl der Freundschaft für sie eine wärmere Empfindung. Und wie zerfahren er sich auch innerlich fühlte, so gelang es ihm dcch vollkommen, Lieschen zu täuschen. Dabei verkehrten die jungen Leute aber herzlich und vertraulich mit einander, ja, es schien fast, als wenn Lieschen, die sonst bleich und still im Hause umherging, auflebte, sobald der junge Wronker- müller in das Haus trat. Gerade fein ruhiges brüderliches Wesen that dem im innersten Herzen gebrochenen Mädchen wohl. —
So waren Wochen vergangen, ohne daß der Mlonecker doch seinen heißesten Wunsch — Lieschen als die Braut des wohlhabenden Nachbarsohnes zu sehen, erfüllt fah. Frau Volkmann aber, zu ber er ich auf das Ungeduldigste hierüber äußerte, tröstete hn und meinte, daß die Stunde gewiß nicht allzulange mehr auf sich warten lassen würde, wo er ich doch noch am Ziele sähe.
So war es Ende Juli geworden Da faß ?ritz Wronker wieder eines Abends im Wohnzimmer Lieschen gegenüber. Er schien dem jungen Mädchen heute erregter al» sonst und e» war Lieschen auch zewesen, als hätte die Hand leise gebebt, die er ihr zum Willkommen entgegengereicht. — Vater und Tante hatten wie auf Verabredung die jungen Leute allein gelassen und nun begann Fritz plötzlich mit leiser Stimme davon zu reden, daß feine Eltern in ihn drängten, ihnen eine Tochter zuzuführen und wie er doch in der ganzen Welt kein Mädchen kenne, in dessen Hand er fein häusliches Glück legen möchte
denken nicht daran, der evangelischen Kirche das sog. apostolische Glaubensbekenntnis nehmen zu wollen; aber wir bestreiten, daß die Geltung dieses Symbols in der Kirche und sein kirchlicher Gebrauch Geistliche oder Laien in juridischer Weise zur Anerkennung aller seiner einzelnen Sätze verpflichte. Ein evangelicher Christ ist Jeder, der im Leben und Sterben sein Verttaueu allein auf seinen Herrn Jesum Christum setzt; wir wünschen, daß anstatt unevangclischen Pochens auf einzelne Lehrsätze dieser unzweifelhafte Gedanke evangelichen Christentums offen als solcher anerkannt werde. 2. Dieser echte evangelische Glaube selbst schließt daS Recht und die Pflicht ein, die Arbeit gewissenhafter und wahrhaftiger Wissenschaft auch in der Kirche unb gegenüber ben ^Überlieferungen ber kirchlichen Vergangenheit geltend zu machen. 3. Wir müssen es baher als eine betiübenbe Verwirrung ber Gewissen bezeichnen, wenn z. B. in einer ber öffentlichen Protesterklärungen behauptet worben ist: „baß ber Sohn Gottes „empfangen ist von bem heiligen Geiste, geboren von ber Jungfrau Maria", bas ist bas Funbament bes Christentums, es ist ber Eckstein, an welchem alle Weisheit bieser Welt zerschellen wirb." Weber bie Schrift, noch bie evangelischen Bekenntnisse haben ber in ben ersten Kapiteln des ersten unb brüten Evangeliums enthaltenen Erzählung eine solche für ben Glauben entfdjeibenbe Sebeutung gegeben. In ber Heilspredigt Jesu unb seiner Apostel ist kein Hinweis aus sie enthalten. Es ist baher eine Verkehrung des Glaubens unb eine Verwirrung ber Gewissen, wenn im Namen von Schrift unb Bekenntnis eine Behauptung ausgesprochen wirb, bie ben entgegengesetzten Schein erweckt." Diese Erklärung ist buttert Eisenach, ben 5. Oktober 1892 unb mit folgenben Namen unterzeichnet: Pfarrer D. Rabe, Frankfurt a. M., ProfessorD. Achclis, Marburg, Professor Lic. O. Baumgarten, Jena, Dombiakonus Bithorn, Merseburg, Professor Lic. Bornemami, Magbeburg, Pfarrer Bürbach, Gotha, Pfarrer Clasen, Eichenborleben, Diakonus Clüver, Mühlhausen, Archibiakonus Lic. Drews, Dresben, Pfarrer Lic. Eck, Rumpenheim, Pfarrer Eytel, Calw, ProfessorD. Gottschick, Tübingen, sjttofeffor D. Grafe, Sonn, Prof. Lic. Glühe, Leipzig, Prof.D. Harnack, Serltn, ProfessorD. Herrmann, Marburg, Professor D. Kaftan, Serlin, Professor D. Kattenbnsch, Gießen, Pfarrer Köster, Berel, Professor D. Krüger, Gießen, Professor D. Loofs, Halle a. S., Professor D. K. Müller, Breslau, Kons.-R. Abt Prof. D. H. Schultz, Göttingen, Professor Lic. F. Weiß, Göttingen, Professor D. Wenbt, Heibelberg. — Eine Erklärung bes Vorstaubes ber lanbeskirchlichen Ser»
— es fei denn — Lieschen wäre gewillt, ihm zum Altar zu folgen. „Freilich biete ich Ihnen nur das wurme Gefühl eines treuen hingebenden Freundes," sagte er dann. „Aber auf solchem Fundament, denke ich, ist die Ehe fester gebaut, als auf den Untergrund einer jäh auflodernden Leidenschaft, die so schnell, wie sie erwacht, auch wieder verlischt ... Ich weiß — auch Sie können mir nur ihre Freundschaft schenken, Lieschen," setzte er hinzu. „Aber — vielleicht sacht das spätere Beisammenleben in unseren Herzen auch noch jene Gefühle an, welche die Dichter Liebe nennen. — Daß wir uns schon jetzt herzlich gut find — ist ja sicher und--Lieschen —
was meinen Sie," fuhr er nun sich unterbrechend fort — „wollen Sie mir e» gestatten, Ihr Schutz und Schirm für das Leben zu fein und damit zugleich den Wunsch unserer beiderseitigen Eltern erMen?"
Er hatte das alles in sanftem, leidenschaftslosem Tone gesprochen und doch tobte bie Erinnerung in ihm und er hätte das bleiche holde Mädchen, das da vor ihm saß, am liebsten wild an feine Brust gerissen und da» süße Gesicht derselben mit fiüffen bedeckt.
Lieschen hatte einen Augenblick schweigend vor sich niedergeblickt — aber eine ganze Well voller Gedanken zuckte während dieses Zeittaumes durch das junge Herz. Sie war längst auf den Antrag des iungen Wronkermüllers vorbereitet gewesen — Tante Bertha hatte ihr wiederholt wenigstens in den letzten Wochen davon gesprochen, daß die allen Wronker» wünschten, Fritz möchte ihnen Lieschen als Schwiegertochter in das Haus bringen. Und doch empfand te jetzt nur jähen Schmerz und fühlte von neuem, >aß das Gefühl zu Emst Brenner nicht in ihr ver- iorben, sondern wie sie den fernen Treulosen heißer
einigung der Freunde der posittveu Union, Hahn, Mathis, Pfeiffer, Stocker, v. Strubberg, Weber, v. Wedel, spricht über die von Professor Harnack verursachten Erörterungen und das dadurch gegebene „schwere Aergernis" sein tiefes Bedauern aus. Er erachtet die Stellung dieses Gelehrten zum Apostolikum für biblisch nicht begründet und für kirchlich so gefährlich, daß um des Gewissens und des Bekenntnisses willen eine Abwehr dringend geboten fei.
'gtftn, 16. Oktbr. Bei der diesjähttgen Vereidigung der Rekmten in Posen haben, wie der Orcn- downik mitteilt, die Rekruten polnischer Nattonalität den Eid in polnischer, nicht in deutscher Sprache abgelegt, was seit langer Zeit nicht stattgesunden hat, es kann sich hier doch nur nm solche Rekruten, welche der deutschen Sprache absolut nicht mächttg waren, gehandelt haben.
Trier, 16. Oktbr. Der Vergleich zwischen bem Kommerzienrat Baare unb bem Rebakteur Fusangel in Bochum hat Nachahmer gefunben, wie folgenbes Trierer Telegramm beweist: Kaplan Dasbach, ber bekannte Zentrumsabgeorbnete, zog seine Beleidigmigs- klage gegen ben Geheimrat Frhr. v. Stumm zurück, nachbem dieser erklärt, daß der Zeitungsbericht über die fragliche Wahlrede ungenau sei.
Airmeöerg, 16. Oktbr. Im preußischen Landtagswahlkreise Piunelberg-Elmshom ist berSanbntann Timm (natlib.) einstimmig zum Abgeordneten gewählt.
Müßkradkih, 15. Oktbr. Der frühere Reichstagsabgeordnete, Fabrikbesitzer Richter in Mühlradlitz ist in der Nacht znm Sonnabend im Alter von 65 Jahren verstorben. Richter - Mühlradlitz wurde bei einer Nachwahl im Jahre 1882 als Kandidat der Fortschrittspartei für Lüben-Bunzlan in den Reichstag gewählt. Er hatte in Folge einer Denunziation bald darauf eine mehrmonatliche Gefängnisstrafe wegen Majestätsbeleidignng abznbüßen.
Kovnrg, 16. Oktbr. Der Prinz Pedro von Koburg, welcher in Folge der bei ihm so plötzlich ausgebrochener Geisteskrankheit in einer Privat-Heil- anstalt nntergebracht werden mußte, hat sich in seinem Befinden derart verschlimmett, daß er nicht einmal mehr seine nächsten Angehörigen erkennt. Vor einigen Tagen besuchte ihn sein jetzt in Wien weilender Vater, Prinz August von Sachsen-Koburg-Gotha, doch erkannte der Kranke seinen eigenen Vater nicht. Gleichwohl geben die Aerzte noch nicht alle Hoffnung auf, daß ber Prinz wieber genesen werde.
Aarzi«, 16. Oktober. Aus Varzin verlautet, bereits aus Grund früherer Abmachungen mü Lothar Bucher sei Vorsorge gettoffen worden, daß dessen
denn je liebte. — Aber sollte sie deshalb zur alten Jungfer werden und damit Ernst verraten, daß sie ihm immer noch anhänge — trotzdem er sie mit Füßen getreten. Nein, nein! Unter den Männern aber, die möglicherweise ihrer begehren konnten, war Fritz jedenfalls derjenige, den sie noch am liebsten zu ihrem Eheherrn machte. UeberdieS erfüllte sie damit ja auch den langjährigen Wunsch ihres Vaters. Und so legte sie denn jetzt mit leisem wehen Lächeln ihre Hand in die des Freiers.
„Ich will Ihr Weib werden, Fritz, obgleich - wohl selten ein Paar mit ähnlichen Gefühlen, wie wir sie hegen, an Gottes Altar treten wird. Immerhin haben Sie ja aber auch recht — wir sind uns gut und fteundfchastlich ergeben."
(Fortsetzung folgt)
HerbK.
Der Lenz ist hin, Der Sommer auch; Es blüht kein Baum, Es grünt kein Strauch; .
Da» Feld ist leer, • Die Wiese kahl, _
Der Nebel liegt n ; :,
Auf Berg und Thal.
Doch Lenzes Dust Und Sommers Glut Sie sind vereint Im Rebenblut. Der Herbst schenkt uns Den goldnen Wein, Drum soll der Herbst Willkommen sein!
H. B.