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Wöchenüiche Beilagen: Kreis Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Daük uud Berlog: ZvH, Aua- Koch, Universitais'BLchdruckrrei ir. .<u.t-..rq. «rrantwortttcher Redakteur: Christoph RauteuhauS in Marburg
Redaktion und Expedition Markt 21. 'wUIUhU||vVMIL Redaktion und Expedition: Markt 21.
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* Bestellgeld). SnsertiouSgebLhr für die gefpaltem Seih SvNNtaa. 16. Oktober 1892. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
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Wochenschau.
Etwas Gutes kann nie zu ost kommen! Das ist der Gedanke, mit welchem die soeben in Wien stattgehabte Begegnung zwischen dem Kaiser Franz Joseph und dem deutschen Kaiser betrachtet wurde. Die alljährliche freundschaftliche Zusammenkunft, welche schon unter Kaiser Wilhelm I. die beiden kaiserlichen Verbündeten vereinten, wird auch jetzt unter der herzlichen Zustimmung der beiden be- freundetm Nationen fortgesetzt. Unser Kaiser ist bei seiner Ankunst in Wien mit allen Ehren empfangen, auf das Sympathischste von der Bevölkerung begrüßt, md unmittelbar nach dem großen Distanzritt zwischen Men und Berlin klang dieser Gruß noch lebhafter, als sonst. Kaiser Wilhelm, der nur zwei Tage bei seinem kaiserlichen Freunde geblieben ist, hat, wie stets, auch diesmal die leitenden österreichischen und ungarischen Minister empfangen und dem österreichischen Premierminister Grafen Taaffe persönlich dm Schwarzen Adlerorden überreicht. Eine weiter- gchende politische Bedeutung haben selbstredend diese Empfänge nicht, und Versuche, denselben eine solche Bedeutung unterzulegen, schießen ganz erheblich über das Ziel hinaus. Wie Deutschland und Oesterreich- Ungarn mit einander stehen, ist keine Erweiterung oder Vertiefung der beiderseitigen freundschaftlichen Beziehungen mehr möglich. Wie stets, hat Kaiser Wilhelm auch diesmal bei seinem Wiener Besuche die Kapuzinergruft aufgesucht und in derselben ein Wes Gebet verrichtet, nachdem er auf den Sarg des unglücklichen Kronprinzen Rudolph einen Kranz niedergelegt hatte. Die Distanzreiter sind, wie hier gleich erwähnt sein mag, nach ihrer Heimat zurückgekehrt, nachdem noch unterwegs in Dresden ein Empfang durch den König Albert und ein kameradschaftliches Beisammensein stattgefunden hatte. Die beiden ersten Sieger im großen Wettritt der österreichische Husarenleutnant Graf Starhemberg und der deutsche Kürasfierleutnant Frhr. von Reitzenstein find von ihren Monarchen zu Rittmeistern ernannt worden.
Die neue Militärvorlage ist es immer noch, welche die politischen Kreise in Atem hält. Eie Erörterungen über die Aussichten des Gesetzentwurfes bauern fort, md man neigt fast allenthalbm der Ansicht zu, daß die Chancen der Vorlage nur gering sind. Es bleibt jedenfalls abzuwarten, was der Reichskanzler zur Begründung der Neuforderungen persönlich dem Parlament vortragen wird, benn bavon wird schließlich im Reichstage bie Entscheibung abhängen. Die
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Auf Wronkermühle.
Original-Roman von E. D. H. Brandrup.
(Nachdruck verboten.j (Fortsetzung.)
Ein reich gallonierter Diener des Herrn Klettes — welcher blitzschnell vom Bock gesprungen war — riß auch schon den Wagenschlag auf und die Thür «it der einen Hand offen lastend, hob er in der anderen seinen Cylinder.
„Erbarme sich, das geht ja hier gerade zu, wie beim Zellendower Grafen, wenn der 'mal zum Besuch auf seinem Gute weilt," zischelte Herr Wronker dem Sohn in's Ohr. Dieser nickte nur mit dem Kopfe. Konrad Klette aber, welcher indessen dem Lakaien die Weisung gegeben, sich in zwei Stunden wieder mit dem Wagen einzufinden, trat jetzt an den ölten Herrn heran Mni) faßte ihn ungeniert unter dem Arm — während er Fritz mit einer Handbewegung deutete, zu folgen. So verschwanden.denn auch alle drei gleich darauf im Portal des Börsengebätches. —
Aber welch' ein Stimmengewirr empfing jetzt die Eintretenden! Es war ein Gebrause, als befänden sie fich am Meeresstrande. Herr Wronker und Sohn fühtten sich denn auch schon nach wenigen Minuten wie betäubt von dem ungewohnten Lärm Konrad Klette war indessen bemerk und erkannt worden. Wie Raubvögel schossen nun die Makler auf ihn zu, allerlei AÜien und so wetter zum Kauf anbietend, oder ihn anftagend, ob er nicht dieses Und jenes Papier erwerben wolle. Der Banquier aber wehrte lächelnd die Zudringlichen ab. Dagegen winkte er einen Herrn an sich heran, der nicht wie die anderen belästigend geworden — und flüsterte ihm ein paar Worte in's Ohr. Der Mann nickte verständnisinnig und bat die kleine Gesellschaft, ihm 3« folgen. Mühsam bahnte sich dieselbe nun einen
Klatschereien von ernsten Meinungsverschiedenheiten aus Anlaß der Militärvorlage zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung haben sich selbstredend als unbegründet erwiesen. Es lag kein solcher Zwiespalt vor, daß, wie sogar behauptet wurde, der Reichskanzler Graf Caprivi und der preußische Ministerpräsident Graf Eulenburg ihre Entlassung nehmen wollten. Die Militärvorlage ist inzwischen in Gegenwart des Reichskanzlers und des preußischen Kriegsministers im preußischen Ministerrate beraten und genehmigt worden. Finanzminister Dr. Miquel hat, wie bekannt wird, nur den bei den leidigen preußischen Finanzverhältnissen selbstverständlichen Vorbehalt gethan, daß die Kosten der neuen Vorlage aus Reichsmitteln gedeckt werden müßten. Soviel bisher bekannt, wird bei preußische Landtag Mitte November eröffnet werden, der Reichstag acht Tage später. An Arbeitsmaterial wird es beiden Parlamenten von vornherein in keiner Weise fehlen. Die Kraft bei Choleia im deutschen Reiche toiib nun allgemein als gebrochen angesehen, Handel und Wandel fangen nachgerade wieder an, sich in ruhiger Weise zu entwickeln. Weniger günstig steht es in Ungarn, wo die Epidemie bisher zwar nicht hefttg aufgetreten ist, sich aber doch sehr rasch über zahlreiche Städte verbreitet hat. Und in den ungarischen Städten läßt die Sauberkeit bekanntlich noch genug zu wünschen übrig. Auch in Belgien und Südftankreich ist die Cholera an verschiedenen Orten wieder neu aufgetaucht , von Rußland ganz zu schweigen. Viel Teilnahme hat das Hinscheiden Lothar Buchers hervorgerufen, des bekannten Hilfsarbeiters und Freundes des Fürsten Bismarck, von dessen Hand viele berühmte Attenstücke der letzten dreißig Jahre herrühren. Bucher war der Verfasser der meisten deutschen Thronreden.
Einen nicht unerheblichen Vorteil hat die österreichisch-ungarische Regierung von der Cholera gehabt. Einem Teil der Mttglieder der Delegationen des Reichsparlammtes, die diesmal in Budapest tagen, ist bei dem Ausbruch der Cholera nicht ganz wohl zu Mute gewesen und sie haben daher die Verhandlungen unter ziemlich glatter Annahme der Regierungs- forderungen wesentlich beschleunigt. Im ungarischen Ministerium herrschten einige Tage hindurch Meiuungs- verschiedmheitm wegen der neu geplanten kirchen- politischen Vorlagen, deren Fassung einigen Ministern zu scharf war. Mau hat sich aber nachttäglich geeinigt. In Italien ist jetzt die Kammerauflösung publiziert und der Termin der Neuwahlen ausge- schriebm. In Süd-Jtalim hat die Wahlbewegung
Weg durch den erhitzten Menschenschwarm und erreichte bann auch mit vieler Geduld eine verlassene Ecke Hier stellte Herr Klette ben beiben Wronkers nun in ihrem Führer ben Makler Fuchs vor — „einen Mann," setzte er hinzu, „der auch für mich manches Geschäft besorgt und auf dessen Umsicht man sich in jeder Beziehung verlassen kann." . . .
Nach einer halben Stunde aber war der solide Posen'sche Gutsbesitzer zum Börsenspekulanten geworden Seinem momentanen Geldmangel half Herr Klette, der sich bereits telegraphisch nach den Verhältnissen des Wronkermüllers erkundigt, bereitwilligst ab. Doch ließ er sich zu seiner Sicherheit einen Wechsel ausstellen. „Es ist ja nur wegen „Leben" und „Sterben," werter Herr," meinte er dabei.
„Gewiß — gewiß," erwiderte Wronker sen., „sobald ich jedoch nach Hause komme, sende ich sofort bie Deckung. Ich mag solche Dinger — mit meiner Unterschrift versehen — nicht im Geldschranke Anderer wissen." —
„Ganz, wie Sie wollen! Doch denke ich, daß Sie an den Papieren, welche Herr Fuchs noch heute für Ihr Konto kaufen wird, schon bei Ihrer Anwesenheit in Berlin so viel verdienen werden, daß Sie mit dem gewonnenen Gelde dies Wechselchen einlösen können. So und nun schlag? ich vor, wir verlassen den Goldtempel und träten irgendwo noch eine Flasche Wein auf gutes Gelingen all unserer Projekte."
Damit faßte Herr Klette auch schon wieder ben so schnell gewonnenen Freund unter dem Arm und von Fritz gefolgt, verließen beide die Börse. Draußen angekommen, winkte Herr Klette seiner unwett harrenden Equipage. Bald saßen die Herren erneuert in der prunkenden Viktoriachaise und liefen fich der
aber bereits begonnen und zwar in der landesüblichen, sehr hitzigen Weise. Die bevorstehende silberne Hochzeit des italienischen Königspaares soll nach dem Wunsche desselben in aller Sttlle gefeiert werben.
Tie Franzosen bereiten sich auf bie bevorstehende Kammersession vor, bei deren Beginn es gleich an Schwierigkeiten nicht fehlen wirb. Anlaß bazn bietet bet neu abgeschlossene französisch-schweizerische Haubelsvertrag, für welchen bas Ministerium geschlossen eintritt, weil sie einen besseren Vertrag von ber Schweiz nicht erlangen kann, während eine starke Kammermehrheit gegen ben Abschluß ist, nicht ber Schweiz, sondern Deutschlands toegen, das. nach § 11 des Frankfurter Friebensvertrages alle Vergünstigungen, bie Frankreich irgend einem Saate gewährt, ebenfalls erhält. Man wirb in Paris hierum wohl nicht herumkommeu. Der Feld- zug, welchen bie Franzosen in Westafrika gegen ben Negerkönig Bahanzin von Dahomey führen, neigt sich stark seinem Enbe zn. Die französischen Truppen stehen vor ber Hanptstabt Oborne, unb es kann, nachdem sie soweit siegreich borgebrungen sinb, nicht schwer fallen, ben letzten Widerstand ber Schwarzen zu brechen. Die thöiichte Geschichte, baß von beutscher Seite Waffen an ben Negerkönig geliefert worben seien, wirb nun endlich für abgethan erklärt. Mit alten Waffen wirb ja von internattonalen Waffenhänblem ein so schwungvoller Hanbel getrieben, baß man fich wirklich nicht barüber tounbem kann, wenn nun auch deutsche Gewehre sich in Dahomey finden, da doch selbst französische dort aufgetaucht sind. Recht viel Verdrießlichkeiten bedeutet ber Pariser Regierung ber langwierige Streik ber Bergarbeiter in Carmaux, ber fort unb fort zu Tumulten Anlaß giebt. Die Behörde hat nunmehr alle öffentlichen Versammlungen untersagt, aber damit war erst recht Del ins Feuer gegossen. Die Stellung des Präsidenten Carnot wird von ben rabikalen Volksvertretern mit sehr mißtrauischem Auge angesehen. Der Prüfibent ist im Laube, wie sich bei seinen häufigen Reisen zeigt, ganz anßerorbentlich populär, unb bie rabikalen Deputierten fürchten nicht mit Unrecht, bie Bevölkerung könne bie Wiederwahl Carnots zum Präsidenten über ben Kopf ber Volksvertretung hinweg verlangen, sobalb feine Amtsfrist abgelaufen ist. Unb an einem so einflußreichen Präsibenten liegt ber machthungrigen Deputiertenkammer nicht bas Geringste.
Die Englänber haben ihrem verstorbenen populärsten Dichter Tennyson eine würbige Leichenfeier bereitet. Politischer Unterhaltungsstoff lag nicht vor;
Behrenstraße zuführen — wo sie ein Weinhaus be- suchen wollten.
Fritz Wronker verhielt sich auf dieser Fahrt merkwürdig still. Der junge Landwirt hatte sich überhaupt schon während all der Verhandlungen, bie sein Vater in der Börse gepflogen, beftemdend teilnahmslos gezeigt. Nur wenn eine direkte Frage an ihn gestellt wurde, sprach er, antwortete aber auch nur mit einem kurzen „ja" oder „nein," höchstens noch hinzusetzend, „leider verstehe ich von alledem auch nicht das Geringste " Gleich bei seinem Eintritt in den Börsensaal war ja in seiner unmittelbaren Nähe der Name „Fly" genannt worden Mit ihm aber fiel jäh wieder der marternde Schatten in die Seele Fritz Wronkers, der chn seit dem Augenblick gepeinigt hatte, wo er den schändlichsten Verrat geübt, der sich denken ließ. —
Wie in einer fata morgana erschien ihm nun immer wieder ein schmerzzuckendes Mädchengesicht — sah er den Genoffen feiner Kindheit mit zornig blitzendem Auge. Und während das Leben der Großstadt auf den Straßen, welche die Equipage des Banquiers passieren mußte, um ihn herum- pulfierte, hörte er in nervöser Ueberschwenglichkett auch die Stimme Ernst Brenners, welche ihm zurief: „Elender Du!"
Kalte Schweißtropfen traten auf die Stirne des jungen Mannes. Da aber faßte Konrad Klette plötzlich feinen Arm: „So in Gedanken versunken, Herr Wronker?" sagte der Banquier — „daß Sie nicht einmal sehen und empfinden, wie wir an unserem nunmehrigen Ziele angelangt find und es Zeit für uns ist, den Wagen wieder zu verlassen." —
In allerlei Zerstreuungen verging nun den beiden Wronkermüllern dieser erste Tag in der Reichshauptstadt. Konrad Klette, welcher wirklich aufrichtiges
man beschäftigte fich hervorragend mit ber Zweikaiserbegegnung in Wien unb äußerte sich sympathisch zu berf eiben.
Kaiser Alexander von Rußlanb gehört nicht zu ben Männern, welche lange schmollen, wenn es nicht ganz nach ihrem Wunsche geht. Das zeigt er jetzt wieber, obwohl nach ber bekannten Kronstäbter Affaire eigentlich nichts von Allem eingettoffm ist, was Rußland aus biefeu Tagen erhoffte. Der Großfürst Thronfolger passiert auf einer Reise nach Griechenland Wien und zwar zur selben Zeit, wo Kaiser Wilhelm noch dort weilte. Wer den Zaren kennt, weiß, baß ein solches Zusammentteffen zwar nicht allzuviel, aber immerhin etwas bebeutet; die Franzosen werben ihre Revanchehoffnungen recht, recht hoch stecken können.
Die Wieberkehr bes Tages, an welchem vor vierhundert Jahren Christoph Columbus die neue Welt entdeckte, ist besonders in Amerika und Spanien festlich begangen. Der Hauptschauplatz der amerikanischen Festlichketten war Newyork, wo dieselben diese ganze Woche in Anspruch nehmen werden. Die Amerikaner müssen nun einmal alles gigantisch haben, selbst auf die Gefahr hin, daß des Guten etwas zuviel gethan wird. Für Spanien konzentrierte sich bie Hauptfeier in Huelva, in besten Nähe ber kleine Hafen Palos liegt, von welchem Christoph Columbus abfuhr. Dort, bei dem Kloster La Rapida, wurde in Gegenwart der Regentin Marie Christine ein Co- lumbus-Denkmal enthüllt.
Ein Wendepunkt in unserer Bewegung.
Unter dieser Ueberschrift giebt ber Abgeordnete für den hiesigen Reichstagswahlkreis, Herr Dr. Böckel in seinem Reichsherold bekannt, daß sich am 8. Oktober in Leipzig eine Einigung zwischen ihm, dem Führer ber antisemitischen Volkspartei unb dem Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg, dem Führer der Deutsch- Sozialen, vollzogen habe und läßt sich über diesen Schritt u. a. wie folgt ans:
„Am Freitag, den 8. Oktober sprach Dr. Böckel in Leipzig, dem Sitz der Deutsch-sozialen Partei auf Einladung sowohl des Abgeordneten Herrn Liebermann von Sonnenberg als auch des Leipziger Deutsch-sozialen Reformvereins. Die Aufnahme, welche ihm zu Teil ward, war eine überaus herzliche und fanden in Bezug auf weiteres Vorgehen beider anttsemitischen Gruppen sehr eingehende Besprechungen statt, deren Resultat für die antisemitiche Volkspattei als außerordentlich günstig bezeichnet werden kann. Angesichts der Versuche, welche von konservativer. Seite gemacht worden sind die Deutsch-Sozialen für sich zu gewinnen, bedeutet die Reise Dr. Böckels nach Leipzig
Wohlgefallen — besonders an Herrn Gottlieb gefunden zu haben schien, blieb ihnen zur Seite. Er war auch ber Cicerone unserer Beiben während ber ganzen noch übrigen Zett ihres Aufenthalts in Berlin und gerade unermüdlich in allen möglichen Arrangements, die das Vergnügen von Vater und Sohn bezweckten.
Was nun aber die Resultate der ersten Börsenspekulation anbetraf, zu welcher der Banquier Herrn Wronker sen. verleitet, so hatte diese selbst die kühnsten Erwartungen Herrn Gottliebs übertroffen und sein Vertrauen auf die Rechtlichkeit Klettes stand felsenfest. Er beschloß deshalb, auf dem eingeschlagenen Wege zu verbleiben. Nachdem er hierzu dem neuen Genossen die weitgehendsten Vollmachten gegeben, erklärte er aber auch, das ungewohnte Leben in der Großstadt nicht mehr ertragen zu können und schon in den nächsten Tagen wieder nach ber Heimat zurückkehren zu wollen. Fritz war mit diesem Entschluß seines Vaters mehr wie einverstanden und telegraphierte sofort an den Viehhändler nach Amsterdam, daß derselbe die gekauften Rinder umgehend nach Berlin senden möchte.
Am dritten Tage nach der Aufgabe dieser Depesche meldete sich denn auch bereits der von Düren engagierte Viehtransporteur bei den beiden Wronkermüllern. Noch an demselben Abend reisten nun unsere Bekannten mit dem gekauften holländischen Vieh nach ihrer Heimat ab, welche sie am nächsten Tage — zur Freude Frau Louisens — auch wohlbehalten erreichten.
* * *
Wenige Tage waren seit der Stunde vergangen, in denen die beiden Herren nach der lieben Wronker- möble zurückgekehrt, als Fritz sich zu einem Besuch in Mioneck entschloß. Ei traf Lie chen allein in