Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnb Kirchhain.
Druck n6 ««rtofl. SKochUmverfiM^Buchdruckrrn tn Marburg Zllustriettes Sonntagsblatt. Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Marburg,
Freitag, 14. Oktober 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Bögler in Vvnn „
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AaVH. -CflüTflflllQ Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube in Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Der Ausverkauf.
Im modernen Geschäftsleben hat sich seit einiger Zeit eine Erscheinung bemerkbar gemacht, die nichts weniger als erfreulich genannt werden kann, weil sie nach zwei Seilen hin schädlich und nachteilig wirkt: Sie schädigt das reelle, stehende Gewerbe, sie benachteiligt das Publikum, das obendrein noch durch Täuschungen gefesselt und zu Käufen veranlaßt wird, die weder preiswert, noch irgendwie von Nutzen sind. Die Erscheinung, die wir hier im Auge haben, find die Auswüchse des Ausverkaufswesens. Gegen einen reellen Ausverkauf wird kein solider Geschäftsmann etwas haben. In allen Geschäftszweigen, die der Mode mehr oder weniger unterworfen sind, kommt es vor, daß sich Artikel aufstapeln, eben nicht zur Freude des Besitzers, die schließlich rechtzeitig billig losgeschlagen werden müssen, wenn sie nicht allen Wert verlieren sollen. Es kommt auch vor, daß ein Geschäft diese oder jene Branche aufgiebt und den vorhandenen Bestand ausverkauft, oder aber daß bei Geschäftsverlegungen oder Geschäftsverkäufen ein Ausverkauf stattfindet. In allen diesen Fällen läßt sich dagegen nicht das Geringste sagen, wir haben es hier mit einer kaufmännischen, sich aus natürlichen Ursachen erklärenden Manipulation zu thun, welche jeder Geschäftsmann in der einen oder anderen Form einmal anwendet. Aber ganz verschieden hiervon sind die Auswüchse des Ausverkaufes, die heute leider so grell in die Erscheinung treten, daß man unter der Ausartung des Ausverkaufs gemeinhin schon den Ausverkauf selbst versteht. 3n der That verdienen diese Ausverkäufe ihren Namen in keiner Weise. Eine Vorspiegelung falscher Thatsachen gegenüber dem Publikum ist hier unbedingt vorhanden; rin solches geschäftliches Hantieren ist kein Ausverkauf einer bestimmten Warenmenge zu ermäßigten Preisen, das ist es doch, was man im Volke unter Ausverkauf versteht, sondern eS ist ein ununterbrochen fortgesetzter Handel von meist eigens zu diesem Zweck angefertigter Ramschware, die natürlich auch zu billigen Preisen verkauft werden kann. Das Publikum, welches diese bedeutsame Unterscheidung verabsäumt, schädigt sich und die heimische Geschäftswelt dazu.
DaS Ausverkaufs-Unwesen grassiert zur Zeit in kaum glaublicher Weise. Ein Hauptwftkungsfeld sind die großen, vom Provin-publikum reich besuchten Städte, in welchen sich die Ausverkaufsmänner tn der Nähe der Bahnhöfe oder in von Fremden besonders frequentierten Straßen einnisten. Scheinbare Spottpreise bestechm einen unerfahrenen Menschen,
Auf Wronkermühle.
Origmat-Roman von E. D. H. Brandrup.
sRachdruck verboten) (Fortsetzung.)
Nun, Wald, hast Du gar keine Antwort aui meinen Vorschlag? Du fitzt ja da wie ein Oel' götze," meinte Herr Stelzer, al» er eine ganze Weile vergeblich auf irgend eine Aeußerung seines Gegenüber geharrt hatte.
„Liebster, Bester," erwiderte Wilhelm jetzt aber auch, während es in seinem Gestcht zuckte: „Leider — leider bin ich nicht mehr in der Lage, über die Hand meiner Tochter zu verfügen. Du mußt näm- lich wiflen, daß — schon feit Jahren ein Neber- einkommen zwischen mir und dem Wronkermüller besteht — wonach sich — Fritz und Lieschen — verbinden sollen. Unsere Güter grenzen an einander und —"
Der arme Mlonecker konnte nicht weiter. Er «and sich ja förmlich in Angst und Verlegenheit. Der kalte Schweiß trat ihm auf die Stirn in dem Gedanken, Steher könne sich beleidigt fühlm und auch das zuerst gegebene Versprechen zurücknehmen.
Aber der reiche Brylower zuckte nur mit der Achsel: „Dann ist'S also nichts mit unserer Ver- schwägernng," sagte er in affektiert gleichgiltigem Ton „und — wir bleiben bei der erften Voraussetzung. Der nämlich, daß Du mir Mloneck in Zukunft sicherst — unter der Bedingung natürlich, die ich Dir genannt "
„Ha, ja!" rang es sich wie ein Erlösungsschrei über die Lippen der MloneckerS. Und dann faßte er beide Hände seines Gegenüber: „Aber Du zürnst mir doch jetzt auch nicht, Brüderchm? Ich meine wegen —
„Verstehe schon! Doch sei unbesorgt. Ist'S
der mit den näheren Verhältnifien der Firma nicht bekannt ist, gar bald, die gekauften Artikel halten auch wohl so lange, bis man nach Hause kommt und hinterher heißt es dann: Wer dm Schaden hat, der braucht nicht für Spott zu sorgen! Die Ausverkaufs-Industriellen, welche Mittel- und Kleinstädte zu besuchen pflegen, bringen keinen geringen Nachteil. Dort zeigt sich die Qualität der Ausverkaufsware in ebenso Hellem Lichte, nur daß trotz allen Schadens so Viele noch immer nicht klug werden wollen. Sie tröstm sich mit billigen Preisen. Aber Ramschware ist überhaupt niemals billig. Man braucht nicht gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten und nun schlankweg jeden Absatz billiger Waren unmöglich zu machen, indessen im Allgemeinen kann es nur empfohlen werden, die Auswüchse des wandemden Ausverkaufswesens thunlichst zu beschneiden, und dafür zu sorgen, daß das Geschäft auch vor dem Publikum beim rechten Namen genannt wird.
Daß unser Publikum noch vielfach zum richtigen Gebrauch seines Geldes, denn das ist doch auch ein praktischer Waren-Einkauf, erzogen werden muß, ist nicht zu leugnen; die Bankschwindler und die schlimme Klasse der Ausverkaufs - Industriellen haben es nie sehr schwer gehabt, auf die ausgelegten Leimruten hin Gimpel zu fangen. Wenn man nun auch Niemand verwehren kann, mtt dem Rockärmel das Gefängnis so dicht wie möglich zu streifen, in keinem Falle kann es doch als richtig erkannt werden, daß sich eine unsaubere Handlungsweise hinter sauberem Ettkett verbirgt. Es läßt sich hier mit einfachen Mitteln viel erreichen, und jedem reellen Geschäftsmann, der seine schweren Lasten und Abgaben zu tragen hat, wird ein Dienst damit erwiesen.
Deutsches Reich.
W. $ erlitt, 13. Oktober. Die Begegnung des deutschen Kaisers mit dem Kaiser Franz Joseph in Wien verläuft in familiärster und fteundschast- lichster Weise. Am Mittwoch fand eine Hoftagd statt, von der die Heimkehr am frühen Nachmittag erfolgte. Der deutsche Kaiser erteilte alsdann verschiedene Audienzen und nahm mehrere Sehenswürdigkeiten in Augenschein. Später war größere Tafel in Schloß Schönbrunn. Die Wiederankunfl Kaiser Wilhelms in Potsdam wftd Freitag Mittag erfolgen. Die Wiener Journale fahren fort, die Enttevue in sehr sympathischer Weise zu besprechen. — Durch kaiserliche Ordre ist der Kontreadmiral Valois, unter
Beförderung zum Vizeadmiral, zum Stattonschef der Nordseestation, der Kapitän z. S. Aschenborn, unter Beförderung zum Kontreadmiral, zum Inspekteur der I. Marineinspektion ernannt, dem Generalarzt erster Klasse und Generalarzt der Marine Dr. Wenzel ist der Rang als Kontteadmiral verliehen. — Dem Vernehmen nach ist Kontreadmiral Köster zum Vizeadmiral, der Kapitän z. S. Hoffmann zum Kontreadmiral befördert worden. — Eine Berliner Zuschrift an die „Pol. Korr." äußert sich erneut zur Militärvorlage und bemerkt zu den angeblichen Reibungen zwischen Reichskanzler und Staatsministerium: Es ist über jedem Zweifel erhaben, daß von einem Konflikt zwischen dem Reichskanzler und dem preußischen Staatsministerium oder einzelnen Mitgliedern desselben wegen der Militärvorlage auch nicht im Entferntesten die Rede sei» kann und daß man im Ministerium, wenn überhaupt auseinandergehende Anschauungen vorhanden waren, sehr wohl in der Lage gewesen wäre, dieselben noch zeittg genug geltend zu machen. An eine Vertagung der Vorlage wird heute schwerlich mehr gedacht, darüber dürfte man in den amtlichen Streifen des Reichs wie Preußens vollständig einig sein. — Der preußische Staatsanzeiger veröffentlicht das Ergebnis der ©teuer« einschätzung: Für das Steuerjahr 1892/93 ist in Preußen an Einkommensteuer bei 2437886 Cen- ftten der Betrag von 124842848 Mk. veranlagt worden. Gegenüber dem Vorjahre ist an Censiten ein Mehr von 440248, an Steuer ein solches von 45284021 Mk. eingetreten. Die Personen mit ge- ringemEinkommen find wesentlich entlastet, während diese Einnahmen ans den höheren Einkommen herrühren. — In Glion am Genfer See ist am Mittwoch Geh. Rat Lothar Bucher, einer der hervorragendsten Mitarbeiter Fürst Bismarcks, gestorben. Bucher, 1817 in Neustettin als Sohn eines Gymnasiallehrers geboren, hatte Jura studiert und schloß sich der revoluttonären Bewegung an. 1850 verurteilt, floh er nach London, von wo er 1860 infolge der Amnestie heimkehrte und sich Lassalle anschloß. Aber schon 1869 entschied er sich zum Rücktritt vom öffentlichen Leben und ersuchte den preußischen Justtzminister um eine Rechtsanwaltsstelle. Graf Bismarck zog Bucher sofort ins Auswärttge Amt, wo der hochbegabte Mann, 'der über eine glänzende Feder verfügte, bis zum ältesten vorttagenden Rat aufftieg. Zahlreiche hervorragende Aktenstücke, Thronreden rc. stammen von Bucher, mit dem Fürst Bismarck sehr intim verkehrte. Ans nicht bekannt gewordenen Gründen gab Bucher in den achtziger Jahren seine Stellung auf,
hat aber bis in die letzte Zeit hinein den Fürsten Bismarck häufig in Friedrichsruhe besucht und ist Mitarbeiter an den Denkwürdigkeiten desselben gewesen. — Das Sparsystem wird bei der preußischen Staatseisenbahn-Verwaltung weiter 'ortgesetzt. Durch eine aus dem September d. I. datierende Verfügung sollen hinfott den Eisenbahn- Zugführern, Packmeistern und Schaffnern bei den Personenzügen die ihnen bisher stets unentgeltlich während des Winters verabfolgten Filzstiefel und Pelze nicht mehr gewährt werden. — Eine neue Gesellschaft zum Anbau von Kaffeeplantagen st in Berlin in der Bildung begriffen. Die Gesell- chqst hat sich als Operationsfeld die Landschaft Usambanka in Deutsch - Ostafrika ersehen; 250 000 Mk. sind angeblich als Grundkapital in Aussicht genommen. — Wie dem Auswärtigen Amte in Washington mitgeteilt wird, ist Edmund Johnson, Konsul der Vereinigten Staaten in Kehl, abgesetzt worden, weil er falsche Angaben betreffs seiner Dienste während des Bürgerkrieges gemacht, und weil er ferner in feiner Eigenschaft als Konsul gefälschte Rechnuugs- ablagen unterbreitet haben soll. — Die Verleihung des Schwarzen Adlerordens an den österreichischen Mnisterpräfidenten Grafen Taaffe erregt Aufsehen. Ein Teil der Presse, vor Allem die deutsch- österreichische, erblickt darin eine Billigung des Umschwunges, der sich in der inneren Politik Taaffes in letzter Zeit vollzogen hat. Wenn man indessen bedentt, daß diese Begründung eine Art von Einmischung in rein österreichische Verhältnisse darstellen würde, so begreift man, daß die Verleihung lediglich der Sitte entspricht, die langjähttgen höchsten Würden- ttäger eines eng befreundeten Staates mit dem höchsten Orden zu bedenken, den ein Herrscher zu vergeben hat. — Der Pariser „Figaro" ist in seiner Umfrage über den Sozialismus bei Bebel angekommen. Die Aeußerungen Bebels, welche in folgender Meldung vorliegen, enthalten nichts Neues. Bebel erklärt sich Jules Huret gegenüber von der fortwährenden Ausbreitung des Sozialismus in Deutschland überzeugt, selbst die katholischen Gegenden seien endlich ergriffen. Die nächsten Wahlen würden zeigen, welchen Boden der Sozialismus, beispielsweise in Westfalen, habe, Bebel hofft, die Erneuerung des Gesellschafts-Baues werde noch in diesem Jahrhundert (?) erfolgen, doch möge dies optimistisch sein. Im Kriegsfälle würden sich die Sozialisten, wie alle anderen Deutschen schlagen; nicht aus Vaterlandsliebe, fonbern weil sie bei einer Dienstverweigerung totgeschossen würden.
Stuttgart, 13. Oktober. Der Zustand der
nicht Dein Mädel, so ist'S eine andere. Der Stelzer auf Brylowo findet schon eine Schwieger- Tochter"
„O, gewiß — gewiß!"
„So und nun wollen wir auch gleich die Hauptsache in's Reine bringen * Damit zog Stelzer eine dickleibige Brieftasche hervor. Derselben entnahm er zwanzig eintausend Thalerscheine und dazu ein Wechselschema Jetzt läutete er dem Kellner und bestellte Feder und Dinte. Nachdem beides vor ihm auf dem Tisch stand, füllte er das blaue Formular ans und schob es vor feinen ihm stumm zufchauenden Gegenüber. „Hier, mein Lieber, so lange wir unser Uebereinkommen nicht notariell gefestigt, giebst Du mir wohl diese Sicherheit. Ja? Nun dann schreibe, bitte — Deinen Namm hier quer herüber "
Hastig that Herr Wald, wie es von ihm gewünscht. Dann aber langte er ebenfalls feine Brieftasche hervor und steckte die zwanzigtausend Thaler in ihre Behätter. Ein tiefer Atemzug hob dabei feine Brust und verriet, welche Last von seiner Seele genommen.
Eine Stunde fpäter aber befand sich das Geld bereits in den Händen des Justizrats Hom. - .
Dieser aber sandte noch an demselben Tage einen Boten zu Stanislaus Bardowsky — mit dem Ersuchen, wenn möglich, sofott erscheinen zu wollen. Der Bevollmächtigte Karl Walds leistete diesem Rufe unverzüglich Folge. Wie groß aber «ar fein Erstaunen, als der Justizrat ihm bann in kuzen Worten mitteilte, daß die von Karl Wald geforderten zwanzigtausend Thaler bereit lägen und nach der Unterzeichnung gewisser Dokumente sofort in Empfang genommen werden könnten. . .
„Und werde ich dm Bruder meines Freundes
Karl denn gar nicht zu sehen bekommen?" fragte der Pole.
„Nein, bester Herr. Herr Wald hat diese Angelegenheit in meine Hand gelegt und will persönlich nichts mit ihr zu thun haben," erwiderte Horn kühl. — „So, bitte — hier find die betreffenden Schriftstücke, nach denen sich Herr Karl Wald für abge- fundm erklärt — und da ist auch die Quittung. — Unterzeichnen Sie beides. Ich werde unterdessen das Kapital aufzählen."
Bardowsky that wie ihm geheißen. Kurze Zeit darauf aber verließ er, zufrieden lächelnd, das Handes Advokaten wieder und richtete feine Schritte dem Bahnhofe zu. — — — —----
Vierundzwanzig Stunden später stand er dann schon in dem Stübchen seines Pfleglings und legte chm überglücklich das erhaltene Geld auf den Tisch.
„Und mein Bruder?" fragte Karl — „hat Wilhelm keinen Gmß für mich — kein Wort der Einladung, in das Vaterhaus zurückzukehren?"
„Zu meinem Bedauem — nein. Herr Wilhelm Wald ließ sich überhaupt gar nicht vor mir fehm," erwiderte Bardowsky. — „Aber, gräme Dich nicht darüber, Brüderchm, fonbern mach', daß Du wieder gesund wirst, dann kann Dir das Leben auch noch in anderer Weise Freude und Genuß bieten '
Karl seufzte jedoch leise und jetzt rang es sich wie ein Schmerzensschrei über feine Lippen: „So bin ich denn vollends verbannt—vollends verstoßen."
* * *
Das Unerhörte war wirklich geschehen — das heißt, der Wronkermüller hatte sich thatsächlich au die Reise begeben und war auch wohlbehalten in der Residenz eingetroffen, wo er — im „Grünen Baum" in der Klvsterstraße den Sohn bereits
vorfand. Der vor einer Stunde angekommene junge Mann hatte sich auch schon ein größeres, aber außerordentlich behagliches Zimmer mit zwei Betten darin gesichert. Nach diesem Raum begaben sich nun die beiden Herren, nachdem sie sich im Restaurations- zimmer des Erdgeschosse« begrüßt hatten.
Herr Gottlieb musterte vorerst jedes Einrichtungsstück seines Logis und prüfte die Lagerstätten auf ihre Sauberkeit. Erst als er sich auch in dieser Hinsicht beruhigt fühlte, ließ er seine gewaltige Gestalt in die Sofaecke fallen und erkunvigte sich, ob Fritz einen „vernünftigen" Einkauf gemacht habe.
„Ich bin verdammt neugierig, das Viehzeug zu sehen," meinte der alte Herr zuletzt.
„Trotzdem mußt Du dich schon noch einige Zeit gedulden, lieber Vater," erwiderte der Sohn jedoch lächelnd.
„Gedulden — wie so denn ?" Hast Du die Tiere beim nicht gleich mitgebracht?* —
„Aber bester Vater?" lachte ber junge Mann, „ich konnte sie doch nicht nach Berlin bringen unb hier auf längere Seit einlogieren. Das Vieh aber mit bem fremben Begleiter ber Mutter auf bett Hals zu schicken, ging ebenfalls nicht. Also ich ließ es vorläufig an Ort unb Stelle, natürlich in guter Obhut. Hast Du bir aber Berlin zur Genüge angesehen, dann telegraphieren wir zwei Tage vor unserer Abreise an Herrn Düren, baß er sofort meine Einkäufe abfenbe, Du hast bann das Vergnügen, ben neuerroorbenen Viehbestand selbst auf Wronkermühle einzuführen."
„Gut, mein Junge — gut! So und nun von etwas anderem. Herrje — da hatte ich ja bald ganz vergessen, Dir zu erzählen, daß sich Emst verlobt hat — verlobt und noch dazu mit der Tochter seines Prinzipals —•"