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Wöchenlliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

»Nick m» Verlag: Job. Bug- Koch, UniverfiiülS-Brnddrucker« in Marburg. Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg

Redaktion und Expedition Markt LI. vURedaktion und Expedition: Markt 21.

M 238.

Erich«ul täglich außer au Werktagen nach Soun- und Feiertagen. Ouartal-SbonnernentS-PreiS bei der Expe­dition 8 Mk., bei alle« Postämtern 8 Mk. 85 Pfg. (exkl. Sestellgeld). JnsertiouSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 85 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 9. Oktober 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blatter, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, PariSi

XXVII. Jahrgang.

Wochenschau.

Daß der Sport im Deutschen Reiche zu einer nationalen Leidenschaft geworden ist, wie etwa in England, kann man gerade nicht sagen. Sehr weile Kreise stehen den bezüglichen Veranstaltungen mit ziemlicher Teilnahmlosigkeit gegenüber. Eine sehr seltene Ausnahme von dieser Regel ist nun einge­treten, und die Leistung, welche den Anlaß zu dem Wechsel gegeben hat, war der große Ritt deutscher Offi­ziere nach Wien und der österreichisch-ungarischen Armee angehöriger nach Berlin. Kommt doch, abgesehen von dem Umfange und der Großarfigkeit eines solchen Rittes zwischen den Hauptstädten der beiden so eng verbündeten Reiche, in dieser Veranstaltung auch die ganze Bundesfreundschaft zwischen Oesterreich-Ungarn »nd dem deutschen Reiche, und die volle Kamerad­schaftlichkeit zwischen den Gliedern der beiderseitigen Armeen zum Ausdruck. Denn es ist selbstredend, daß nur Offiziere solcher Arnieen diesen Ritt unter­nehmen können, die unbedingt im Kriege zusammen­stehen, es ist auch selbstverständlich, daß fremde Offi­ziere in Uniform auf solchem Ritt nur dann ein Nachbarland durchqueren können, wenn sie in dem­selben eines freundschaftlichen Empfanges gewiß sind. Daraus ist das Interesse an diesem Ritte entsprungen, und es ist in erster Reihe von der Bevölkerung der Endstädte bethätigt worden. In Berlin, wie in Wien sind die ankommenden Distanzreiter aus der befreundeten Armee von einer nach Tausenden zählenden Bevölkerung mit stürmischem Jubel empfangen. Dieser Beifall gebührt auch den vortrefflichen Leistungen, die auf beiden Seiten geboten wurden. Rach Ab­schluß des Rittes werden von den Herrschem beider Staaten die Sieger im Streit ausgezeichnet werden.

Von seinem Jagdausflug nach Rominten in Ost­preußen ist unser Kaiser nach Potsdam zurückgekchrt, hat sich aber gleich nach Weimar begeben, um der goldenen Hochzeit des Großherzogs Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, seines Großoheims, beizu­wohnen. Späterhin folgt dann der Kaiserbesuch in Wien, der lediglich die durchaus fteundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Kaisern zum Aus­druck bringen und keine politischen Zwecke weiter ver­folgen soll. Kaiser Franz Joseph hatte, wie hier gleich bemerkt sein mag, in Budapest die Eröffnung des Reichsparlamentes, der Delegationen, vorge- uommen. In der Thronrede des Monarchen sowohl, wie in den Erklärungen, welche der Minister des Auswärtigen Graf Kalnoky, späterhin gab, ist mit großem Nachdruck hervorgehoben, daß der allgemeine

Auf Wronkermühle.

Original-Roman von E. D. H. B r a n d r u p.

sRachdruck verboten.j (Fortiepung.)

Die damalige Besitzerin der sehr frequentierten Wirtschaft in Hamburg war nämlich zur Zeit seit ein und einem halben Jahre Witwe. Eine hübsche, junge und lebenslustige Person, fand sie bald Gefallen an dem stattlichen Polen, der an ihrem Tische saß und in einem ihrer Fremdenzimmer schlief. Und als sie merkte, daß auch sie Pan Stanislaus, welchen sie im Besitze eines kleinen Vermögens wußte nicht gleichgiltig war, machte sie kurzen Prozeß und bot dem jungen Fremden Herz und Hand und die gut eingerichtete Taverne. Bardowsky sagte nicht nein, sondern gab sofort alle Auswanderungsgedanken auf und führte, sobald es nur anging, die schmucke Witwe zum Altar. Die neue Ehe war eine glück­liche und auch der Wohlstand mehrte sich unter dem Regiment des Polm.

Jetzt zählte Bardowsky nahezu fechszig Jahre rmd war längst Witwer. Aber er galt noch immer als eine stattliche Erscheinung und wie er an diesem Morgen in der Fensternische saß, die Augen auf ein Zeitungsblatt in seinen Händen gerichtet, da machte er mehr den Eindruck eines vornehmen Mannes, al» den eines schlichten Tavernenbesitzers

Ich hätte im Leben nicht daran gedacht," flüsterte er vor sich hin, während er das Blatt auf da» Fenstersims legte, .hätte im Leben nicht gedacht, noch'n Mal an die Mlonecker Mühle erinnert zu »erden, nachdem ich mich vor so und so viel Jahren aus der Gegend fortgemacht, um. Ra, es war keine schöne That, die ich dazumal begangen, aber der Zellendower hat die paar tausend Thaler verschmerzt und-niemand in der Well ist auf den

Charakter der europäischen Lage heute ein durchaus friedlicher und zu irgend welchen Besorgnissen keinerlei Grund vorhanden sei. Die Debatten in den Dele­gationen spielten sich, mit Ausnahme der exzentrischen Aeußerungen eines Czechenfanatikers, denn auch recht ruhig ab, und man bezweifelt nicht, daß die finanziellen Neuforderungen des Reichskriegsministers für mili­tärische Zwecke unverkürzt zur Annahme gelangen werden.

Militärvorlage und Steuerreform in Preußen bildeten für uns den Kernpunkt aller politischen Er­örterungen. Bezüglich der Militärvorlage steht nach langem Raten und Forschen nun endlich soviel fest, daß die neuen Forderungen zur Verstärkung der Armee 65 Millionen Mark pro Jahr nicht Über­steigen werden, und daß die vom Reichstage be­willigte Mehraufwendung thunlichst aus einer Er­höhung der Tabak-, Bier- und Börsensteuer gedeckt werden soll. Sachverständigen-Konferenzen hierüber haben bereits begonnen, doch soll in ihren Kreisen die Neigung zur Erhöhung der bezüglichen Abgaben nicht eben groß sein. Es kommt selbstverständlich hier lediglich auf den Spruch des Reichstages an, der alle Steuerkonferenzen mit einem Schlage für überflüssig erklären kann. Ob das durch Ablehnung der Vorlage geschieht, ist eine andere Sache, ganz gewiß ist, daß die Arbeit eine recht schwere werden wird. Zum Ueberfluß wird nun noch von allerlei Meinungsverschiedenheiten und Differenzen zwischen dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem preußischen Staatsministerium gefabelt, die aus einem Wettstreit über die Bedeutung der Militärvorlage und der neuen Steuerpläne des Finanzministers Miquel für Preußen entstanden sein sollen. Daß das Zusammentreffen der Beratung diesen beiden umfangreichen und schwer­wiegenden Gesetzeswerke keine angenehme Thatsache ist, ist selbstredend; weder der Reichskanzler, noch der Finanzminister Miquel, noch die Abgeordneten werden darüber sich freuen. Aber da es nun einmal nicht anders geht, werden sich die Exzellenzen deshalb gewiß nicht in die Haare geraten, zumal sie so wie so nicht mehr viel auf den Köpfen haben.

Einen bedauerlichen Verlust hat die deutsche Marine erlitten durch den plötzlich in Wilhelmshaven erfolgten Tod des Vizeadmirals Deinhard, eines der fähigsten, energischsten und kenntnisreichsten deutschen Flottenoffiziere. Mit dem Major von Wtßmann hat Admiral Deinhard besonders zur Unterdrückung des Araberaufstandes in Ostaftika beigetragen. Seine Beisetzung wird in Bremen unter den üblichen mili­tärischen Ehren erfolgen. Aus Deutsch-Ostafrika kam

Gedanken gekommen, daß der Inspektor Stanislaus Bardowsky gelogen, als er sagte er hätte die fünftausend Thaler verloren, die er auf das Land­schaftsamt in B tragen sollte. . ." Nun, die Ge­schichte ist längst verjährt. Mir brennt sie aber trotzdem manchmal aus der Seele und ich gäbe viel darum, wenn ich das Geld dazumal nicht verun- treut hätte." . . .

Er blickte seufzend vor sich nieder und Minuten vergingen, ehe die breite, kraftvolle Gestalt sich auch nur regte. Dann aber faßte die feste Rechte Bar- dowsky's das Zeitungsblatt und flüsternd rang es von neuem über die Lippen:Er war mein Ge­nosse, der .wilde Karl," wie ihn die Gegend nannte und manch tollen Streich haben wir miteinander ausgeführt, bis". Wieder seufzte der Tavernenwirt. Gleich darauf hob er erneuert die Zeitung dicht an die kurzsichtigen Augen und begann mit leiser Stimme zu lesen, was dort in großen fetten Buchstaben seine Aufmerksamkeit er­regt und ihn so unerwartetermaßen an die ver- rauschte Jugend erinnert hatte. Die betreffende Stelle in dem Journal aber lautete:

Aufruf!

Der seit dem Jahre 1843 verschollene Land- .roirt Karl Wald in Mloneck bei C gebürtig .wird hierdurch aufgefordert, sich behufs Antritt .seine» Erbes bei der unterzeichneten Behörde .ober dem Justizrat Horn in B persönlich zu melden, eventuell einen mit ..General-Vollmacht" .versehenen Stellvertreter zu senden.

Geschieht die» nicht bi» zum 1. September de» Jahre» 1874, so wird der Karl Wald für «tot erklärt werden und fällt dann der ganze Nachlaß seine» verstorbenen Vaters an den

wieder einmal die Kunde von einem nahen Rücktritt des Generalgouverneurs von Soden von seinem Amte. Indessen wie schon so oft hat sich die Nachricht auch diesmal nicht bestätigt. Der Generalgouverneur tritt, wie schon lange in Aussicht genommen war, im kommende» Frühjahr seinen Urlaub an und von seinen eigenen Wünschen wird es dann abhängen, ob er wieder nach Afrika heimkehrt. Vom Major von Wißmann lagen buntgemischt günstige und weniger günstige Mitteilungen vor. Nach den eigenen Aeußerungen des Majors sind die letzteren aber nicht zutteffend, er hofft bestimmt, wenn kein heute noch nicht vorauszusehender Zwischenfall einttitt, den Wiß­mann - Dampfer zum Tauganyika - See zu bringen. Dr. Karl Peters berichtet aus dem Kilimandscharo- gebiet, daß dort alles still ist.

Die Cholera ist in Hamburg dem Erlöschen ziemlich nahe gekommen, auch in der Umgebung scheint die Gefahr überwunden, und aus sonstigen Städten liegt überhaupt nichts mehr Bemerkenswertes vor. Namentlich hat Berlin schon seit mehr als acht Tagen keinen Cholerafall mehr gehabt. Es wäre dringend zu wünschen, wenn nun auch die sich noch immer recht sehr breit machende Cholerafurcht verschwände, damit Handel und Wandel neuen Aufschwung zu nehmen vermöchten. Es hapert noch recht gewaltig, und der erhebliche Fortfall von ftüher bestandenen Zugverbindungen zeigt, wie die Dinge heute liegen. Zum Glück hat die Eisenbahnverwaltung im Hinblick auf die erhobenen zahlreichen Klagen versprochen, jeder erneuten Verkehrsregung ungesäumte Folge zu leisten.

Aus dem Auslande liegt recht wenig von Belang vor. Geldsorgen, Nahrungssorgen und Cholerasorgen beschäftigen immer noch Rußland und feine Regierung. Die Cholera breitet sich weiter und weiter aus, und so bleiben die Krankheits- und Todesziffern ziemlich unverändert dieselben. Offizielle Seuchenbulletins werden gar nicht mehr publiziert, es weiß jedoch ein Jeder, daß bei der riesigen Ausdehnung der Epidemie eine genaue Aufstellung gar nicht mehr möglich ist. Ungenügende Ernte hat ziemlich ein Drittel aller russischer Bezirke, und was die Geldsorgen betrifft, so macht der Finanzminister fortwährend neue Löcher auf, um die alten notdürftig zu flicken. Es ist das graue Elend im ganzen Lande. In Oesterreich- Ungarn ist die Cholera bisher in Krakau und Um­gebung vereinzelt, in Budapest stärker, aber doch auch noch nicht in gefahrdrohender Weise aufgetteten. In die ungarische Hauptstadt soll die Epidemie durch eine Sendung Hamburger Häute eingeschleppt worden

Landwirt und Müller-Meister Herrn Wilhelm Wald."

B, den 1. November 1872.

Königliches Kreisgericht.

Wird wohl lange verdorben gestorben sein, der muntere lebensfrohe Junge," fuhr Herr Stanis­laus in seinem vorherigen Selbstgespräch fort, nach­dem er das Zeitungsblatt wieder aus der Hand gelegt.Weiß aber bis heute noch nicht, weßhalb er damals so heimlich ausgerückt ist. Man mun­kelte zwar viel davon, daß er es geroefen, der den jungen Hilssjäger angeschoffen doch da der Verwundete eS ja selbst nicht haben wollte, so forschte man auch nicht weiter nach dem Urheber des Schusses, mit dem

Mehrere in die Gaststube tretende Matrosen unterbrachen hier den Monolog Herrn Bardowskys, welcher alsbald alle Hände voll zu thun hatte, die durstigen Kehlen der Seeleute zufrieden zu stellen.

Es ist nachts ein Uhr und der Tavernen­wirt gerade im Begriff, sein Hau» zu schließen. Ein verworrenes Stimmgewirr in nicht allzuweiter Entfernung ließ ihn jedoch vorerst hiervon Abstand nehmen und aufmerksam in die Dunkelheit hinaus­starren. Es währte nicht lange, so sah er dann, wie vier Männer, die einen schweren Gegenstand trugen, sich ihm langsam näherten.

Gut, daß Sie das Lokal noch aufhaben, Herr!" rief jetzt einer der Ankommenden unserem neuen Bekannten entgegen.Wir bringen hier einen Schwerverwundeten, bei dem, wenn überhaupt noch möglich, diese so schnell al» nur irgend angeht, Hilfe geschafft werden muß "

Mein Hau» ist kein Lazarett, geht nur weiter!' rief Stanislaus Bardowsky jedoch zurück.Sollte

sein, welche vernichtet werden sollte, aber nicht ver­nichtet, sondern zum größten Teil gestohlen und zu Spottpreisen weiter veräußert worden ist. Frankreich, sowie die Niederlande und Belgien haben nur einige wenige vereinzelte Cholerafälle. Die hohe Politik schläft faßt in allen Staaten noch völlig. In Paris bereitet man sich allerdings auf die neue Kammer­session vor, aber das Interesse ist nur schwach; die Hauptteilnahme galt dem Hinscheiden des berühmten ftanzösischen Gelehrten Renan, des bekannten Frei­denkers, der ttotz der engen Freundschaft zwischen dem Vatikan und der französischen Republik auf Staatskosten bestattet werden soll. Auf dem Kriegs­schauplätze von Dahomey in Westaftika siegen die Franzosen über die schwarzen Soldaten dieses Neger- potentaten so langsam weiter, aber die dürftigen Lorbeeren werden ganz gewaltig teuer. Die bisher für diese Expedition bestimmten Millionen sind schon ausgegeben, und es wird noch ein gewaltiger Zuschuß gebraucht. Den Engländern wintt in Indien eine Expedition gegen den räuberischen und tapferen Stamm der Söhne des schwarzen Gebirges. Da hier ein außerordentlich schwieriges Terrain zu überwinden ist, werden die Kosten gleichfalls nicht billig sein.

Deutsches Reich.

W. MerN«, 8. Oktober. Unser Kaiser ist nach Weimar zur Teilnahme an der goldenen Hochzeit seines Großoheims, des Großherzogs von Sachsen- Weimar gereift und dort festlich empfangen worden. Vor der Abreise aus Potsdam hatte der Monarch noch mit dem Reichskanzler Grafen Caprivi, dem preußischen Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg und dem Staatssekretär Frhr. von Marschall kon­feriert. In Weimar wurde der Kaiser mit großer Begeisterung und unter den üblichen Ehrenbezeugungen empfangen. Am kommenden Sonntag wird wahr­scheinlich die Heimkehr nach Potsdam erfolgen. Die Ordre des Kaisers an das Oberkommando der Marine zum Ableben des Vizeadmirals Deinhard lautet wörtlich:Bin tief erschüttert und überrascht von der unerwarteten Nachricht von Deinhards Ab­leben. Ich beklage dasselbe aufs Tiefste. Die Marine verliert einen ihrer fähigsten Führer und Ich einen Mir nahestehenden geachteten Freund. Ueber Beisetzung ist Mir Meldung zu machen. Wilhelm I. R." Mit der Sonntagsruhe soll vorerst eine ehr­liche Probe gemacht werden und sind weitergehende Aendernngen der neuen Bestimmungen nicht zu er­warten. DieNordd. Allg. Ztg." teilt dies in einem

mir gerade fehlen, jeden Vagabunden aufzunehmen." Damit wandte er sich auch schon und wollte die schwere, eisenbeschlagene Thüre hinter sich in da» Schloß ziehen.

Ho, ho, Alter, so geht das nicht!" rief hier aber die vorherige Stimme wiederIm Namen des Gesetzes verlange ich jetzt Eintritt in ihr Haus, also machen Sie keine Umstände. Wenn der Mann, welchen wir hier bringen, bis zur nächsten Wache transportiert wird, verblutet er sich. Uebrigens werden Ihnen auch alle entstehenden Un­kosten ersetzt werden."

Brummend fügte sich nun der Gastwirt in da» Unvermeidliche und zwei Minuten später lag der Verunglückte in einem kleinen Stübchen auf ein­fachem Lager gebettet.

Schon vorher hatte der polizeiliche Anführer einen seiner Leute nach dem zunächst wohnenden Arzte beordert und da der Bote denselben glücklicher­weise zu Hause und noch in den Kleidern ttaf, so war der notwendige Beistand rasch zur Stelle. Die Untersuchung des Mediziners aber ergab, daß der Verwundete zwar schwer, doch nicht unbedingt tätlich getroffen war. Von einem Weitertransport könne jedoch teilte Rede fein, meinte er.

'Ne schöne Bescheerung das," knurrte der Wirt, als er diesen für ihn nicht eben erfreulichen Aus­spruch hörte. Seine Miene klärte sich jedoch um ein Bedeutendes, als sich in den Taschen des Fremden welche der Polizeiwachtmeister indessen revidiert, eine Börse mit beinahe vierhundert Thalern in Gold vorfand Außer dieser Summe trug der Verletzte noch eine Brieftasche bei sich. In dieser befand sich ein französischer Paß der dm In­haber als den invalidm Unteroffizier der-Fremden- Legion in AlgierKarl Waldernow" legitimierte.