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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
8 8 SUtHtttüm 9unb «Apedition^ Markt 81. Illustriertes Sonntagsblatt. Redaktion und Expeditton: Markt 21. 8
M 237.
»richetm täglich außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-Preir bei der Expedition 2 Mk., btt allen Postämtern 2 Mk. 25 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnserttonSgebühr für die gttpalteue Zeile 10 Mg., Reklamen für die Zttle 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 8. Oktober 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses BlatteS, sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casicl, Magdeburg und Wien; Rudolf Mfle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. £. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, PattS.
XXVII. Jahrgang.
Abg. Liebknecht in Frankreich.
Der deutsche Sozialistenführer Liebknecht hat dem Kongresse der französischen Sozialdemokraten in Marseille beigewohnt und auf demselben vielbesprochene Ausführungen über die nur noch bei den Franzosen bestehende elsaß - lothringische Frage gehalten; denn für Deutschland kann es selbstredend, nachdem der Friedensvertrag von Frankfurt a. M. vom 10. Mai 1871 Elsaß-Lothringen dem deutschen Reiche zugesprochen hat, keine Frage dieser Art mehr geben. Was Herr Liebknecht in Marseille sagte, war nicht neu; es gewinnt besonderes Interesse nur dadurch, daß es auf französischem Boden gesprochen wurde; was er im Namen Bebels und seiner übrigen sozialistischen Abgeordnetenkollegen erklärte, daß sie von einer Besitzergreifung Elsaß - Lothringens für Deutschland nichts wissen wollten, wird nun allerdings schwerlich die Zustimmung der Mehrheit der sozialdemokratischen Wähler finden, denn so schnell, wie der Abg. Liebknecht es that, springt man mit alten deutschen Landen doch nicht um, und wenn seine ftanzösischen Gesinnungsgenossen den Schluß der Liebknechtschen Rede, die elsaß-lothringische Frage werde sich von selbst erledigen, wenn nur erst in Deutschland und Frankreich sozialistische Republiken beständen, bejubelten, so geschah es nur deshalb, weil sie auf den Rückfall von Elsaß-Lothringen an Frankreich rechneten. Die Franzosen betrachten also diese Angelegenheit durchaus nicht als eine so gleichgiltige, wie der Abg. Liebknecht, und es ist schade, daß er sich nicht die Mühe gegeben hat, die große Menge der ftanzösischen Arbeiter, etwa in Paris, zu studieren. Auf dem Sozialistenkongreß in Marseille ist von beiden Seiten die Verbrüderung der deutschen und französischen Arbeiter proklamiert, aber wer französische Verhältnisse kennt, der weiß, daß die Dinge in Wahrheit ganz anders liegen. Wer hat früher die deutschen Arbeiter, die sich schlecht und recht in Franfteich ihr Brod verdienten, aus dem Laude fortgebissen? Die französischen Arbeiter. Wer zwingt in Paris die Gewerbetreibenden, den Bezug aus Deutschland einzustellen und aus ftanzösischen Fabriken zu kaufen? Wieder die französischen Arbeiter. Wer ist stets bei der Hand, wenn es gilt, ein Spektakelstück gegen die Deutschen in Szene zu setzen? Wieder ein großer Teil der ftanzösischen Arbeiter. Wer ist unduldsam gegen alle fremden Kameraden, wie die brutalen Ausschreitungen gegen belgische Bergleute in Nordfrankreich beweisen? Wieder die französischen Arbeiter. Wo steckt da Strbeiter« ftenndschaft und internationale Arbeiterverbrüderung?
Aus Wronkermühle.
Original-Roman von E. D. H. Brandrup.
(Nachdruck »erboten.] (Fortsetzung.)
Nie in seinem Leben hatte Fritz auch Dreschtennen und Kuhställe betreten, wie die waren, die er hier in Holland zu Gesicht bekam. Bis in die tiefsten Winkel hinein zeigten sie sich so reinlich, daß eine Salondame mit ihrem Schleppenkleide stundenlang in ihnen hätte umherwandeln können, ehe daß sich etwas Ungebührliches an den Saum der Robe gehängt haben würde.
Fritz Wronker hatte mit dem Viehhändler welcher der deutschen Sprache ebenfalls vollständig mächtig war — auch einen Ausflug in die Umgegend der Stadt gemacht. Mit wahrem Entzücken schaute er dort, was die Freude an der Arbeit aus dem Sumpflande Hollands zu machen verstanden hatte.
So war ihm die Zeit bis zu feiner Abreise angenehm genug vergangen. Das Neue, was er zu sehen bekommen, hatte ja jeben Gedanken abgelenkt von dem, was er in der jüngsten Vergangenheit vollbracht Als er dann wieder im Eisenbahnwagen saß, begann der Wurm des Gewisiens auch um so nagender zu arbeiten. Und doch hätte er um eine Welt nicht ungeschehen machen mögen, was er ge- than und gesündigt *
Frau Louise Wronker stand in der Wohnstube am Plättbrett. Sie glättete Oberhemden für den Gatten, dessen nahe bevorstehende Abreise die beiden Leutchen, welche sich seit vielen Jahren höchstens nur auf Stunden getrennt hatten, in keine geringe Erregung verfetzte.
Herr Gottlieb ging denn auch jetzt mit allen Zeichen einer besonderen Stimmung in der Stube
In schönen Worten ist sie zu finden, sonst nirgends. Die Dinge liegen so: In Frankreich kann eine kommunistische Regierung für gewisse Zeit ans Ruder kommen, wenn die gegentoärtige parlamentarische Republik in einem von ihr begonnenen Kriege total geschlagen wird. Verliert das deutsche Reich einen Krieg, nun, dann sind wir Alle gründlich unterdurch, und die Sozialdemokratte mit. Drehen wir die Dinge, wie wir sie wollen, es geht doch nicht im Nu so, wie der Abg. Liebknecht glaubt, und von dem internattonalen Sozialismus und Kommunismus sind wir noch unendlich weit entfernt und werden wir unendlich weit entfernt bleiben. Schon beim ersten Schritt auf dem Wege dahin würde alles drunter und drüber gehen, und die Menge würde selbst über die sozialdemokratischen Parteiführer zur Tagesordnung übergehen. Die Vorgänge, welche bei den letzten Berliner Kommunalwahlen sich abspielten, wo wiederholt die ftaktionellen Sozialdemokraten und die Unabhängigen die Köpfe sich bluttg schlugen, beweisen, daß es unendlich schwer ist, Ftteden zu stiften und Frieden unter allen Umständen zu halten. Und der Anlaß zu diesen Raufereien war doch nur eine ganz geringfügige Kleinigkeit.
Es find Illusionen, welchen sich die deutschen Sozialistenführer hingeben und zu welchen sie gern auch ihre Anhänger verleiten möchten. Internationale Freundschaft und Brüderlichkeit giebt es nicht und wird es nie geben. Für Europa kommen beim internationalen Sozialismus die drei großen Gruppen der englischen, französischen und deutschen Arbeiter in Betracht. Die Engländer haben keinen höheren Wunsch, als den Kontinent in industrieller Beziehung sich dienstbar zu machen; sie wollen Geld, viel Geld verdienen, das ist ihnen die Hauptsache, und zur Erzielung dieses Zweckes sind sie ganz damit einverstanden, wenn die festländischen Arbeiter Thorheiten und Tollheiten begehen. Hart klingt's, aber wer John Bnll's Söhne kennt, der weiß auch, was er von ihnen zu halten hat. Die Franzosen wollen die Revanche, wagt doch selbst ein so „blutroter" Abgeordneter, wie Clemenceau nicht, diesen Wünschen zu widerstehen. Man will in Frankreich Deutschland demütigen, und würde wenig darnach fragen, ob es ans Sozialisten bestände oder nicht. Nur die Deutschen haben ideale Ziele! Sie werden aber nicht vorwärts kommen, und, wenn sie nicht zu furieren sind, den Schaden tragen müssen. Noch fürchten uns und unsere Macht die Fremden, noch respektieren sie unsere Leistungen, und man muß sich doch fragen, ob es nicht besser ist, diesen Zustand
umher. Der weiße Sand, mit dem auch heute wieder die schneeweiß gescheuerten Dielen bestreut waren, knirschte dabei unter den Füßen des hünenhaften Mannes. Jetzt blieb Herr Gottlieb jedoch vor seinem noch immer hübschen, behäbigen Weibchen stehen und ihm die Hand auf die runde Schulter legend, sagte er: „Muß Dir bekennen, Louischen, daß ich diese ganze Berliner Reise überhaupt nur geplant habe, um doch auch ein Wort mitreden zu können, wenn wieder einmal — wie neulich auf der großen Abfütterung bei dem Strafanstalts-Direktor in C. das Gespräch auf die Residenz und Kaiser Wilhelm kommt, den außer mir alle anwesenden Herren längst mit Augen gesehen hatten Weißt Du," fuhr der Riese dann fort, als Frau Louise ihm die Antwort schuldig blieb, „die Großen" im Reiche haben da so ein besonderes Sprichwort: „Noblesse oblige" heißt es und lautet auf Deutsch „Adel verpflichtet." Aber auch für uns nur wohlhabende Leute existiert jetzt — roeim auch nicht gerade solch ein geflügeltes Wort — so doch die Ueberzeugung, daß der Besitz eine gewisse Repräsen- sation verlangt. In die hinein gehört aber unstreitig auch eine Reise nach der neuen Kaiserstadt. Du verstehst mich doch, Louischen."
„Ganz gewiß," erwiderte die Matrone, während sie die Manchetten eines neuen Hemdes in Angriff nahm. „Doch —,' sie sprach den Satz nicht zu Ende, denn eben brachte Marianka die Posttasche in das Zimmer und Herr Gottlieb machte sich sofort daran, dieselbe zu öffnen. Frau Louise stellte nun das Plätteisen auf den drahtgeflochtenen Ständer und blickte dem Gatten zu, wie er die Zeitung aus dem Behälter nahm — darauf einige verschlossene Geschästsanzeigen und dann einen Brief, den er von allen Seiten betrachtete.
ausrecht erhalten zu sehen, als von anderen ausge- nützt und ausgequetscht zu werden, wie eine Citrone. Achten wft uns selbst nicht, werden wir auch nicht geachtet.
Deutsches Reich.
W. Serkin, 7. Oktober. Am Mittwoch Mittag hatte der Kaiser eine Konferenz mit dem Reichskanzler, welcher auch mit einer Einladung zur Tafel beehrt wurde. Die Nachmittagsstunden brachte Se. Majestät mit dem Erledigen von Regierungsangelegenheiten zu. Am Donnerstag Morgen unternahm der Kaiser einen längeren Spazierritt in die Umgegend von Potsdam. Von demselben nach dem Marmorpalais zurückgekehrt, konferierte der Monarch mit dem Kriegsminister v. Kaltenborn und arbeitete mit dem Chef des Militärkabinetts. Mittags empfing der Kaiser den Besuch des Fürsten von Hohenzollern, welcher auch zur Tafel geladen tourbe. Zu derselben waren außerdem die Gesandten v. Alvensleben, Frhr. v. d. Brincken, Frhr. v. Thielmann, sowie der Hofmarschall des Fürsten von Hohenzollern, v. Arnim, mit Einladungen beehrt worden. Heute, Freitag, wird sich der Kaiser zur Teilnahme an den goldenen Hochzeitsfeierlichkeiten nach Weimar begeben und voraussichtlich bis zum Sonntag Abend dort verbleiben. — Aus Anlaß des Ablebens des Vizeadmirals Dein- hard sandte der Kaiser an den kommandierenden Admiral Frhr. v. d. Goltz folgende Beileidsadresse: „Ich bin tief erschüttert und überrascht von der unerwarteten Nachricht über Deinhards Ableben. Ich beklage dasselbe anfs Tiefste. Die Marine verliert einen ihrer fähigsten Führer; ich einen mir nahestehenden geachteten Freund". — Der Bundesrat hat am Donnerstag seine Sitzungen nach den Sommerferien wieder ausgenommen. In der Sitzung wurden die Anträge Preußens bett, einige Abänderungen und Ergänzungen der Militär-Pensionsgesetze vom 27. Juni 1871 und 4. April 1874, ferner der Entwurf eines Gesetzes über die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und der Entwurf neuer Bestimmungen über die Statistik der Krankenversicherung den zuständigen Ausschüssen zur Vorberatung überwiesen. — Einer Berliner Meldung des Hamb. Korresp. zufolge wird nach dem Ergebnis der Besprechung über die Tabaks st euer angenommen, daß die Regierung eine gleichmäßige Erhöhung der Steuer- und Zollsätze um 30 bis 40 Mk. beantragen werde. — Die neuen deutschen Vertreter in Madrid und Bern, Botschafter von Radowitz und Gesandter Dr. Busch,
„Ein rekommandierter Brief — über den der Junge quittieren mußte," brummte der Wronker- müfler dabei vor sich hin, während er kopfschüttelnd auf die Adresse sah „Hm — hm," machte er dann, „von Ernst ist er nicht — der schreibt anders Herr Gott, dem lieben Jungen ist doch nicht etwa gar etwas menschliches passiert!" kam es nun unwillkürlich lauter über die Lippen Herrn Gottliebs.
„Mann — erbarm Dich! Was ist's mit unserem Fritz?" unterbrach ihn hier jedoch seine entsetzte Frau. „Er ist doch nicht verunglückt? Gestern hast Du doch erst eine Depesche aus Amsterdam von ihm erhalten — also —"
„Ach was — wer redet denn von Fritz! Hier dieser Brief ist aus London — und mich wundert es, daß es nicht die Handschrift Deines Neffen ist, die ich hier auf der Adresse sehe"
„Aber so mach doch das Couvert auf, Alter, damit wir wissen, was in dem Brief steht. O, mein Gott!" jammerte die gute Frau dann, „nun wundert es mich auch nicht, daß wir so lange nichts von dem braven Jungen gehört haben — jedenfalls ist er schwer krank oder — vielleicht gar schon tot." Und jetzt die Schürze vor das Gesicht drückend, fing Frau Louise laut zu schluchzen an.
Herr Gottlieb aber riß nun hastig den Umschlag des Briefes auseinander. Eine Menge zierlicher Karten fielen nun zu Boden. „Die Todesanzeigen — die Todesanzeigen!" schrie Frau Wronker da und sank dann halbohnmächtig auf einen Stuhl.
Herr Wronker hatte inzwischen die zur Erde geglittenen BilletS aufgehoben. Nur einen Blick warf er auf den zierlichen Druck derselben, dann aber lief er lachend:
„Tod — meinst Du — Louischen, sei Dein Neffe? Alteriere Dich nicht, mein Kind, der Schlingel
rnd am Donnerstag von den Staatsoberhäuptern in Antrittsaudienz empfangen worden. Die ausgetauschten Begrüßungsansprachen waren sehr herzlichen Charakters. — In einer Versammlung in Freiburg hat der bekannte badische freisinnige Parteiführer, Rechtsanwalt Muser, das Zusammengehen der Freisinnigen und Demokraten mit den Nationalliberalen gegen das „schwarze Kartell" befürwortet, wenn auch von einem Bündnis keine Rede sein könne. Wft verzeichnen dies als einen Beittag zur neueren Entwickelung unserer Parteiverhältnisse. Die praktische Wirkung dieses Ausspruches wird man fteilich bei den Wahlen, zunächst den badischen Landtagswahlen, abwarten müssen.
Kamvnrg, 6. Oktbr. Heute haben die Gymnasien den Unterricht wieder begonnen, morgen folgen die anderen Schulen.
Hessen - Nassau.
Marvnrg, 7. Okt. Die Generalsynode des Regierungsbezirks Cassel findet am 18. d. Mts. in Cassel statt und nimmt Vormittags 10 Uhr im Ständehause ihren Anfang. In der St. Martinskirche findet vorher, 91/2 Uhr, zur Einleitung ein Gottesdienst statt, bei welchem Herr Generalsuperintendent Lohr die Festpredigt halten wird.
Marvnrg, 7. Oktober. Die letzte diesjährige Schwurgerichtsperiode am hiesigen Landgerichte, welche am 7. November beginnt, wird von Herrn Oberlandesgerichtsrat Coing aus Cassel geleitet werden.
Marvnrg, 7. Oktober. Die zum Zwecke der Fortführung der Wilhelmsstraße nach dem Grün gepflogenen Verhandlungen sind neuerdings wieder ausgenommen worden, indessen vorläufig noch mit wenig Aussicht auf Erfolg, da die inbettacht kommenden Verkehrsinteressen der Stadt mit dem Preis, welcher für die zu erwerbenden Privatgrnnd- stücke gefordert wird, bis jetzt schwer in Einklang zu bringen sind.
Marvnrg, 7. Oktober. In den „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" finden wir folgenden Bericht über eine dem Herrn Archivar Dr. Winter bereitete Abschiedsfeier: „Sonntag Abmd versammelten sich im Museum die Mitglieder des hiesigen „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus", um mit dem leider von hier scheidenden, zum 1. Oktober nach Magdeburg versetzten Herrn Archivar Dr. Winter noch einige angenehme Stunden zu verleben. Nachdem der Vorsitzende des
lebt und das recht hoffnungsvoll, denn er hat sich verlobt — und noch dazu — mit der Tochter — seines Prinzipals "
Schon bei dem ersten Lachlaut ihres Gatten hatte Frau Louise mutig den Kopf erhoben. Jetzt aber stand sie auch mit wenigen Schritten neben Herrn Gottlieb und ihm eine der Karten aus der Hand reißend, las sie:
Miß Ellen Fly
Ernst Brenner — Ingenieur
Verlobte.
London, den 18. Februar 1874.
Ganz Freude — ganz Entzücken verharrte die gute Seele eine Weile sprachlos. Dann aber rief sie jubelnd und tanzte, trotz ihrer Korpulenz in dem Gemache herum, die Äarte gleich einer Siegesfahne schwingend: „Welch' ein Glück — welch' ein unerhörtes Glück macht der liebe Junge! O, Gott, wie freue ich mich über diese unerwartete Nachricht!"
Herr Wronker sah solchem ausgelassenen Treiben sekundenlang schmunzelnd zu. Nun aber ergriff er seine Frau am Arm und sie an die Stelle bannend, rief er: „Jetzt laß es aber genug sein, Alte. Hier ist ja auch noch ein Schreiben, das uns wohl noch weitere Neuigkeiten bringen wird." Bedachtsam faltete Herr Gottlieb nun auch den feinen Bogen auseinander, in dem die Karten gelegen und las dann wie folgt:
London, ben 14. März 1874.
„Indem auch ich Ihnen und Frau Gemahlin, „wenn auch etwas verspätet, die Verlobung meiner „einzigen Tochter Ellen mit dem Ingenieur Herrn „Ernst Brenner — Ihrem Neffen — anzeige, „erlaube ich mir zugleich die ergebene Mitteilung, „daß mein künftiger Schwiegersohn im Interesse