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WöchenMche Bellagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

** ^ie^ktiou *unb Expedition: Marti 91. Illustriertes Sonntagsblatt. Redaktion und ^Expedition: Markt 21.

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Erscheint täglich anher an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 9 Mk., bei allen Postämtern 9 SH. 96 Psg. (exkl. Bestellgeld). JnsertiouSgebnhr für die gespaltene Aelle 10 Pfg., Reklamen rar die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 4. Oktober 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses BlatteS, sowie die Amwncen-Buream, von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. St., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube tu Co. in Frankfurt tu M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVII. Jahrgang.

Bestellungen auf bieOberhessische Zeitung" nebst ihren unentgeltlich gelieferten BeilagenKreisblatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain" sowieIllustriertes Sonntags­blatt" werden von allen Postanstalten, Land­briesträgern und unserer Expedition noch entgegengenommen. Auch wird den Neube­stellern der mit dem 1. Oktoberinkraft getretene Fahrplan der Main-Weser, Marburg-Laaspher und Sarnau-Frankenberger Eisenbahn nachge­liefert.

Die Erped. derOberhesf. Ztg."

Das Erntedankfest.

Einen besonders festlichen Charakter trägt für den Landmann der erste Oktobersonntag. Seine Ernte ist im Ganzen beendet; die Felder stehen kahl, die Wiesen haben ihr letztes Grummet geliefert, die Kartoffeln sind in seine Keller gerollt. Mit dem Wohlbehagen, das gethane Arbeit giebt, schaut er zurück; es hat viel Fleiß und Schweiß gekostet aber nun darf er auch Erfolge sehen, und gern geht er in das Kirchlein seines Dorfes zum Erntedankfest; die Jugend aber schwingt sich unter der Linde im stöhlichen Erntetanz.

Was weiß der Städter, der ost Hafer und Weizen kaum zu unterscheiden versteht, vom Erntedankfest? Die Phasen des Landmannlebens bleiben ihm unbe­kannt und doch ist's des Bauern Fleiß, der auch ihm das Brot aus der Erde holt. Eine gut ent­wickelte produktive Landwirtschaft ist die wirtschaft­liche Grundlage des gesamten Volkslebens. Die Industrie hat blendendere Erfolge aufzuweisen und bietet ihre Produkte in viel sinnfälligerer Weise dar, der Handel tritt viel mehr in die Oeffentlichkeit und macht mehr Aufsehens von sich. Die Produkte der Landwirtschaft aber, im Süllen, jedoch unter reich­licher Mühe gewonnen, find so alltäglich, daß ste das Loos aller alltäglichen Dinge teilen, als selbst­verständlich angesehen und ohne Dank genossen zu werden.

Auch des treuesten Landmanns Fleiß, auch die bestentwickelte Maschinenindustrie, auch die günsügste Zollgesetzgebung find allein nicht imstande, das Brot zu schaffen. Gerade der vergangene Sommer mit feiner wochenlangen Dürre, mit seiner kaum je dage- vesenen brennenden Hitze hat uns gezeigt, daß wir von höheren Mächten abhängen. Wie ost haben die

Aus Wronkermühle.

Original-Roman von E- D- H. Brandrup.

sRachdruck verboten.] (Fortsetzung.)

Donnerwetter, das paßt mir aber in meinen Kram, sagte Herr Wald. Ihr Vater, Fritz, ist und bleibt doch ein guter Kerl! Na, vielleicht ist auch mir noch 'mal die Gelegenheit geboten, es ihm wett zu machen*

Aber ich bitte!" wollte der junge Mann Herrn Wilhelm ablenken.

Ach, wasbitte!" rief der Mlonecker jedoch.Ich weiß dieses Entgegenkommen zu schätzen und Aber zum Deixel, was ist da wieder los," unterbrach sich Wilhelm hier jedoch und setzte bann, mit den Füßen stampfenb hinzu:Na, da soll doch gleich ein Schockmillionendonnerwetter drein fahren! Prügett da nicht der baumstarke Kerl von Maurer- polier den kleinen Zimmerburschen?! Richtig! Na wart' ich will Dir aber Helsen, Dreckschwalbe Du Dich mit den Zehnpfundfäusten an fo einem ®uc; in die Wett zu vergreifen." Damtt watschelte der erboste dicke Herr auch schon dem Schauplatz jener Unthat entgegen. Fritz Wronker aber schritt langsam dem Häuschen zu, in welchem die Familie Wald Quartter genommen. Dabei lächelte er jedoch zustiedeu vor sich hin und flüsterte bann:

Des Alten bin ich gewiß und des Mäd­chens werde ich mich zu versichern wisien. . . - . Du lieber Himmel, Ernst thut mir ja leid aber in solchen Dingen ist sich ein Jeder selbst der Nächste."

Ein und ein viertel Jahr war seit dem Tage verflossen, an welchem Lieschen und Fritz gemeinsam den Weg von Wronkermühle nach Mioneck zurück­gelegt hatten und stattlicher denn je erschien die Be-

Augen sehnsüchttg nach o'.en geschaut, ob nicht die Schleusen sich einmal aufthun möchten.Wer heißt die Himmel regnen?" Da steht der stolze Mensch ohnmächüg an der Grenze seines Könnens und sieht über sich Einen, an dessen Segen Alles gelegen ist. Da läßt ihn auch die Naturwissenschaft, die geprie- eneWeltanschauung der ehernen Gesetze," im Stich. Sie weist ihm wohl die Gesetze auf, nach denen Thau und Regen sich bilden, aber ste kann die erste Entstehung dieser Gesetze nicht ergründen. Alle Ach­tung vor den Leistungen der Wissenschaft! Für ein religiöses Gemüt aber find die Ergebnisse der Natur­wissenschaft nur ein Grund mehr, des Schöpfers Weisheit und Macht anzubeten.

Gerade eine Zeit wie die jetzige weist auch mit ihren Heimsuchungen, gegen die alle menschliche Macht machtlos ist, uns mahnend darauf hin, daß wir mit Allem was wir haben und sind, in der Hand des lebendigen Gottes stehen. An diese Vaterhand sich in Dankbarkett klammern, auch wenn sie durch Dunkel führt, ist die größte Lebenskunst und wäre die edelste Frucht einer heiligen Aussaat.

Deutsches Reich.

W. Aerkiu, 3. Oktbr. Wie aus Jagdschloß Rominten in Ostpreußen berichtet wird, erfreut sich der Kaiser der besten Gesundheit. Die gleiche Nachricht kommt über das Befinden der Kaiserin Augusta Vittoria aus dem Marmorpalais in Pots­dam. König Albert von Sachsen ist von seinem Jagdausfluge nach Oesterreich-Ungarn nach Dresden heimgekehtt. Wie dieHamb. Nachr." vernehmen, wären drei preußische Steuergesetzentwürfe, der Kommunalsteuer-Gesetzentwurf, der Entwurf über die Verweisung der Grund-, Gebäude- und Gewerbe­steuer an die Kommunen und der Entwurf betr. die Ergänzungssteuer nunmehr dem Staatsministerium zur endgiltigen Erledigung zugegangen. JDer preu­ßische Kultusminister Dr. Bosse hat durch Ministerial- Erlaß dem Zentralausschuß zur Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland eine einmalige Beihilfe von 2000 Mark bewilligt. DieSchief. Volksztg." will erfahren haben, daß der Kaiser seinen Entschluß, von dem preußischen Volksschulgesetz Abstand zu nehmen, in Folge einer dringenden Warnung seines Oheims, des Groß­herzogs von Baden, gefaßt hat. Die gleiche Mel­dung wurde schon unmittelbar nach dem scheitern des Volksschulgesetzes verbreitet; wir wiederholen die Angabe nur, weil das genannte Blatt betont, daß

sitzung der Familie Wald mit ihren neuen Gebäuden und allen sonstigen Verbefferungen, bie Herr Wilhelm nach beendetem Bau für notwendig erachtet hatte. Die Mahnung des Justizrats, vorerst jede Aus­gabe zu vermeiden, die nicht absolut dringender Natur sei, da ja immer noch bie Möglichkeit vor­handen, daß der verschollene Miterbe eines Tages zum Vorschein kommen könnte, hatte Herr Wilhelm nur belächelt. Wenn Karl oder seine eventuellen Rechtsnachfolger sich bis jetzt nicht gemeldet hätten, meinte er, so wäre doch der Gedanke ausgeschlossen, daß sie überhaupt am Leben waren. Der Mlonecker war eben in allen Dingen wieder der Alte geworden. Nur in der Zeit vor und nach jedem Quartalsersten bett Tagen, in welchen er bie Zinsen für bas entliehene Kapital von zwanzigtausenb Thalern zahlen mußte, erschien er verändett ungemütlich, bas heißt, er lachte nicht, sonbern ging stumm grollenb im Hanse unb Hof umher.

Was nun aber Lieschen anbetrifft, so war mit dieser in den letzten Monaten eine merkliche Um­wandlung vorgegangen. All ihr Frohsinn schien ge­wichen unb oft saß das sonst so fleißige Mädchen stundenlang unb hielt bie Hände müßig im Schoße gefaltet. Was dabei in seinem Innern vorging, gestand es Niemanden. Da Lieschen dabei jedoch auf geradezu auffällige Weise die Gesellschaft Fritz Wronkers suchte, so kam Vater und Tante auf den Gedanken, sie liebe den jungen Nachbar in bisher ungeahnter Leidenschaftlichkeit und grünte sich darüber, daß er so lange Zeit zu dem Entschlüsse gebrauche, sich ihr zu erklären. Als bie beiden Alten aber eines Tages Rats darüber gepflogen, wie dem armen Kinde zu helfen sei unb Herr Wilhelm polternd meinte:Kreuzmillion ich möchte da geradewegs Fritz fragen, ob er mein Kind will ober

ie aus unanfechtbarer Quelle stamme. Daß der Großherzog von Baden ein liberaler Fürst genannt wird, ist eine bekannte Thatsache. Die G e - tr eideeinf nhr in das deutsche Reich bezifferte sich im Monat September gegenüber den in Klammern bei­gefügten Zahlen des Septembers 1891 auf 984085 (923085) Doppelzentner Weizen, 164671 (877029) Doppelzentner Roggen, 68032 (121721) Doppel­zentner Hafer, 328 565 (312504) Doppelzentner Gerste, 448431 (342627) Doppelzentner Mais und Dari. Die zurückkehrenden russischen Auswanderer machen, so schreib: man derKöln. Ztg.", seit langer Zeit den deutschen Behörden unausgesetzte Sorgen und große Kosten. Von den Vereinigten Staaten von Nordamerika werden sie vielfach, namentlich feit Ausbruch der Cholera, zurückgewiesen und ihrem Ver­bleiben in Deutschland stehen die wichtigsten gesund­heitspolizeilichen und allgemeinen Rücksichten entgegen. Haben ste aber einmal auf deutschem Boden Aufnahme gefunden, so hat die Erfahrung bewiesen, daß sie nicht den Rückweg in ihre Heimat zurückfinden, und den deutschen Gemeindebehörden und Krankenhäusern aufs höchste zur Last fallen, zumal sie sich schwer verständlich machen können, und meist mit dem Vor­geben, daß der Zar für sie sorgen werde, auch nicht arbeiten wollen. " Da bisher alle Maßregeln, eine rasche Rückbeförderung derselben in ihre Heimat zu erzielen, sich als vergeblich herausgestellt haben, auch die Choleragefahr gerade diesen meist schrecklich un­sauberen Menschen gegenüber doppelte Vorsicht er­heischen, so ist jetzt Anordnung getroffen worden, diejenigen russischen Auswanderer, die an ihrem ge­wollten Ziel aus irgend einem Grunde zurückgewiesen werden, auch auf deutschem Boden nicht landen zu lassen. Sollten sie doch mit Umgehung dieser An­ordnung gelandet werden, so dürfen ihnen keine Eisen­bahnfahrkarten zur weiteren Fahrt in Deutschland verkauft werden, vielmehr mögen sie von den Schiffen, die sie unbefugter Weife gelandet haben, wieder an Bord genommen und direkt in ihre Heimat zurückbe­fördert werden. Es ist zur Sprache gebracht worden, daß die Werkstätten zur Herstellung, Ver­packung u. f. w. von Nahrungs- unb Genußmitteln, z. B. in Brot- und Kuchenbäckereien, Konditoreien, Wurstfabriken und bergt, nicht selten als Schlaf­stellen für Gehilfen und Lehrlinge benutzt werden. Daß eine solche Verwendung nicht nur unappetitlich, sondern auch für die Schläfer in jenen Räumen sowohl, wie unter Umständen für die Konsumenten jener Arttkel gesundheitsgefährdend fft, leuchtet ein. Die Regierungs - Präsidenten sind vom Minister der

nicht!" erhob Frau Volkmann abwehrend ihre Hände:Um Gotteswillen, nur das nicht, Schwager Ueberhaupt," fuhr sie bann fort,setzt mich bie ganze Liebesgeschichte eigentlich in Erstaunen. Hatte ich doch ftüher geglaubt, Lieschen würde ihr Herz Erns Brenner zuwenden. Freilich, bie Art unb Weise, wie sie jebes Alleinsein mit Fritz sucht, zeigt, baß sie ben ehemaligen Gespielen gänzlich vergessen."

Wollfs ihr auch raten, Bertha!" brummte Herr Walb,wie bie Verhältnisse einmal liegen, kann ich nur einen reichen Schwiegersohn gebrauchen."

Es war zu Enbe bes März unb dazu einer jener schönen Tage, welche ahnen lassen, daß der Winter vollständig seine Macht verloren. Lieschen hatte denn auch bas herrliche Wetter benutzt unb war in bas Freie gegangen. Sie lenkte ihre Schritte ber Wronkermühle zu

Trieb Lieschen boch bie Sehnsucht, von Fritz Wronker m erfahren, ob er einen Bries für sie unb Ernst endlich bas Schweigen gebrochen hätte, in bas er sich feit Ende November gehüllt, nach­dem er vorher die Korrespondenz mit ber Geliebten auf bas Regelmäßigste in Fluß gehalten. Um so größer aber war bie Sorge Lieschens, ba sie bereits brei Briefe nach London gesendet, die ohne jede Be­antwortung geblieben waren und auch bie Pflege­eltern bes Fernen keinerlei Lebenszeichen von Ernst erhalten hatten.

So lag bie Befürchtung nahe, daß dem Ge­liebten irgend ein Unglück passiert sei, über bas seine Angehörigen informiert waren.

Mit beschwingten Schritten hatte Lieschen auch heute wieder ben Weg zurückgelegt, welcher zwischen ihrem Vaterhause lag. Das Herz klopfte ihr dabei unausgesetzt zum Zerspringen zwischen Hoffnung und

geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheitm zum Bericht über den Umfang dieser Unsitte und die nötigenfalls gebotenen Maßregeln dagegen aufge­ordert worden.

(Zur Polenfrage.) Eine neu in Berlin erscheinende Wochenschrift,Die Zukunft" veröffent- licht eine Unterredung ihres Herausgebers Herrn Max Harden mit dem Erzbischof von Posen, Herrn v. Stablewski. Wir heben folgende Steuerungen ,es Letztem hervor:Der Klerus fei friedlich ge- tnnt, und er allein fei für die Bevölkerung maß- zebend. Da die Regiemng, die nur etwas fester ein müsse, die gleichen Absichten hege, so könnte Iutes zu Stande kommen, wenn nur die Schreier ;n der Presse und in den Parlamenten nicht wärm. Die Lebensfähigkeit der Letzteren fei zweifelhaft, wo die Mehrheiten von dem Magenkatarrh eines Wählers abhängig feien. Die Polenpoliük Bismarcks habe die Nationalttäten gegen einander abgeschlossen, Miß- trauen hier, Verkennung dort hervorgerufen und das geistliche und wirtschaftliche Leben der Provinz ge­lähmt. Wenn nicht ein grundsätzlicher Systemwechsel eintrete, schaffe das Deutsche Reich sich im Osten ein deutsches Irland. Ein Systemwechsel sei aber nur denkbar mit vorhergehendem Personenwechsel in den unteren Graden; diese seien noch zu sehr durch den Kulturkampf auf die Polen dressiert; es genüge, daß der Verwaltungsapparat dem Deutschtum Macht unb Einfluß sichere, neben denen etwaige Konzessionen an die Polen keine Rolle spielten. Denn diegroße" Konzession, nach den Zeitungen, bestehe doch nur darin, daß die polnischen Kinder künftighin privatim und auf eigene Kosten ihre Muttersprache sollen er­lernen dürfen. Der Minister habe sich überzeugt, daß der Unterricht in den unteren Klassen Taub- stummen-Unterricht sei, selbst in der Religion, auf deren Besitz doch gerade in unserer Zeit die Re­gierung entscheidendes Gewicht legen sollte. Die mindeste Fordernng sei: zwei Stunden wöchentlich für die polnische Sprache. DieseKonzession" hätten die Polen wahrlich für ihre loyale Haltung verdient. Sympaüen für das in die Barbarei zurückfallende Rußland existierten bei den Polen nicht. Deutsch­lands unb Preußens Aufgabe sei es, die Polen zu gewinnen und den preußischen Staatsbegriff populär zu machen. Bei einer künftigen Abrechnung werde Rußland, falls es siege, sich um nationale Rechte der Deutschen wenig kümmern und seine Grenzm beliebig hinansschieben; siege aber, wie er vermute, Deutschland, bann könne dieses nur durch einen großen Schnitt Rußland schwächen zum Vorteil auch

Angst. Aber auch diesmal sollte sie nur erfahren» daß Fritz vergebens auf ber Postexpedition in B. nachgefragt unb auch seine Eltern keinerlei Benach­richtigung erhalten hatten. Der junge Wronker war ihr mit bieser Hiobspost schon bis vor bie Hcmsthür entgegengetreten. Jetzt faßte er freund« schafttich beibe Hände des armen Kindes unb ihm mit affektierter Teilnahme in bie Augen sehend, flüsterte er:

Liebes, liebes Fräulein, Sie glauben nicht, wie mich bas Benehmen meines Vetters um Ihret­wegen bekümmert. Aber was soll ich tijun, um hier einzuschreiten. Meine letzten Briefe an ben Vetter blieben ja ebenfalls ohne Antwort unb auch auf die Bitte an seine Chefs in London, mich über bas Ergehen Ernst Brenners zu benachrichtigen, warb mir keinerlei Bescheid."

So haben Sie an bie Firma geschrieben?" fragte Lieschen. Unb bie Hand bes jungen Land­wirts herzlich drückend, setzte sie hinzu:Ihre Freundschaft ist mir wirklich der einzige Trost in all' dieser Angst und Qual! Aber was nun?" fragte sie dann.Wie verschaffen wir uns endlich Gewißheit über das Geschick des Femen?"

Darüber lassen Sie uns nachher beraten," erwiderte Fritz.Wenn Sie mir erlauben, begleite ich Sie auch heute nach Hause. Da haben wir Muße, unsere Gedanken über dieses Thema aus­zutauschen."

Lieschm nickte traurig mit dem Kopf. Dann erkundigte sie sich, wo sie Frau Wronker fände.

Mutter befindet sich in der Wohnstube, Fräulein Lieschen. Sie hat heute übrigens schon von Ihnen ge­sprochen. Wenn sie Sie nicht wenigstens in der Woche ein- bis zweimal sieht, dann kommt ihr die Bangigkeit, so sehr sind Sie ihr an das Herz gewachsen "