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Wöchentliche Beilage der

1892.

M 39.

(Schluß!

(Nachdruck verboten.)

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Erst zwei Jahre später erfuhren wir, daß der „Schwarze Wolf in Krajova am Galgen geendigt habe. Mir aber lohnte der Gutsherr vom Eichenhofe redlich, wozu mich das Herz angetrieben hatte. Er kaufte mir in Polyan ein Heimwesen und stellte mich so, daß ich meinen alten Großvater zu mir nehmen konnte. Und es dauerte euch gar nicht lange, so zog auch Safta als meine getreue Ehegenossin in mein Haus. Und so, ihr Herren, wurde durch die Unthat der argen Schelme aus der Teufelsschlucht und die Dankbarkeit des gütigen Herrn vom ! Eichenhofe mein Glück begründet."

in die Hütte zurück.

Jewa schlug mit den Fäusten an die verschlossene Thür und stieß Verwünschungen aus, daß sich's greulich anhörte. Von dem Lärm war das Kind, die kleine Floara, erwacht und schrie nun auch und rieb sich mit den Händchen die Augen und wollte sich nicht beruhigen lassen. Ich nahm es aus dem Korbe und trat mit ihm in's Freie; da wurde es still und griff lächeln' nach meiner Mütze, die ich ihm gerne über­ließ. So sah ich dem Nahen der Schelme entgegen, nnd ste ließen nicht lange auf sich warten.

Glaubt mir's, trotzdem mich nun der sichere Abgrund von ihnen trennte, überlief es mich doch eiskalt, als Gligor Dean, der voran­ging, plötzlich stehen blieb und seine flammenden Augen auf mich und das Kind in meinen Armen fallen ließ. Und als er bemerkte, daß der Steg verschwunden war, stieß er ein Wuthgebrüll aus, das mich schaudern machte. Auch seine Genossen rissen die Augen weit auf und schimpften und fluchten. Die gefesselten Weiber aber erhoben flehend ihre Blicke zum Himmel empor und riefen des Allmächtigen Schutz an.

„Bist Du es gewesen, der den Steg zerstörte?" brüllte mich Dean an. , „ „ . ..

Das kleine Wesen aber auf meinen Armen streckte jauchzend die

„Was führt Dich her, Danilu, um diese Zeit?" forschte Jewa.

„Ei, Dean schickt mich zu Dir!" antwortete ich dem Weibe. „Sie sind ■ ^ten an der Schlucht mit den geraubten Weibern, und weil's nun — "

„Was, Du weißt von dem Unternehmen?" unterbrach mich die Gefährtin des Räubers und schlug erstaunt in die Hände.

„Ei freilich weiß ich's!" sagte ich darauf. „Ich traf sie unter­wegs, als sie auszogen, und schloß mich ihrem Zuge an. Dean, wohl wißend, daß ich auf dem Gutshofe genau Bescheid weiß, hieß mich willkommen. Nun schickt er mich zu Dir, weil ich des Weges kundig hin und läßt Dir sagen, Du möchtest mir einige Kienfackeln geben, damit sie in der Dunkelheit den Weg an der Schlucht herauffinden, denn sie müssen sich beeilen, damit ihnen nicht etwa Verfolger die schöne Leute wieder abjagen."

„Kienfackeln, um den Pfad zu erhellen?" frug Jewa, mich mit qroßen Augen messend.

„So ift’S," antwortete ich, auf die Thür, die nach der Höhle führte, weisend. „Kienfackeln, die sich dort in der Höhle befinden." ; „In der Höhle?" wiederholte Jewa zweifelnd.

„Dean sagt's! Mach' schnell!" drängte ich sie zur Eile.

Das Weib schüttelte verwundert den Kopf, ging aber doch an die Thür, die sie öffnete und dann in den dunklen Raum eintrat. Kaum hatte sie die Schwelle überschritten, als ich hinter ihr die Thür zu­schlug und den Riegel vorschob. Auf ihr Schreien und ihre Verwün­schungen achtete ich nicht, sondern lief nach der Schlucht hin und ver­suchte es nun, die beiden Fichtenstämme, die über die Tiefe lagen, in den Abgrund zu stürzen. Es war eine harte Arbeit für mich, aber die Angst verlieh mir die Kraft, sie zu vollbringen. Polternd fielen die hölzernen Träger, die ich von ihrem jenseitigen Unterlager hinwegge- Saen hatte, in die grausige Tiefe. Es war die höchste Zeit, denn um vernahm ich Dean's Stimme, der seinen Genossen warnend zu­rief, auf den bedenklichen Weg zu achten. Der Tag fing an zu grauen, darum konnten sie den Ausstieg wagen. Das Herz schlug mir in der Brust, daß mir fast der Athenr verging, denn nun sollte es sich entscheiden, ob mein Vorhaben gelingen würde. Darum lief ich eilig

wie die Felsen, die fich hinter ihm erhoben. „Danilu — Freund!" stammelte er bann, bemüht, meinen Sinn zu ändern; „nimm Vernunft an und ich —"

Weiter konnte er nicht sprechen, die Stimme versagte ihm und seine Augen quollen hervor, als steckten sie in dem Kopfe einer Kröte. Und das Kind, die kleine Floara, klatschte in die Händchen und freute

Händchen seinem Vater entgegen.

Ich bin's gewesen, Gligor Dean!" gab ich dem Schrecklichen zur Antwort. „Und so wahr ich lebe und die Heiligen verehre , ich werfe das Kind, dem ich einst an dieser Stelle das Leben rettete, in den Ab­grund, wenn Du nicht augenblicklich die beiden Weiber von ihren Fesseln befreiest und sie ungehindert ihrer Wege ziehen lässest."

Als Dean diese Worte hörte, wurde seine Gesichtsfarbe so grau!

In der Teufelsschlncht.

Erzählung aus dem Karpathenlande. Von Suftus HHeiß.

sich, seinen Vater zu sehen.

„Besinne Dich nicht lange, Dean!" rief ich hinüber und hob das jauchzende Kind in die Höhe. „Hier hab' ich Dein Kind und drinnen in der Hütte, wohlverwahrt, steckt Dein Weib. Ein Feuerbrand von dem Herde genügt, um die Hütte in Flammen aufgehen zu lassen, wie Du es mit dem Eichenhofe gemacht hast. Es werden keine Alpenrosen auf meinem Höcker wachsen, wie Du höhntest, und doch wirst Du Deinem Grimm entsagen müssen. Ueberlege nicht lange, Dean! Gib die Ge­fangenen sofort frei, oder ich thue, wie ich gesagt!"

Der Unmensch trat nun zwei Schritte zurück, die Entfernung, die uns trennte, mit den Augen messend; aber er wagte ihn nicht, den todbringenden Sprung. Dann gebot er einem seiner Genossen mit ton­loser Stimme, die Gefesselten zu befreien. Nun aber sprang der heisere Caicuz mit wuthverzerrtem Gesichte auf Dean zu und schrie: „Willst Du uns um den reichlichen Verdienst bringen, schwarzer Wolf? Was kümmert uns Dein Balg —"

Caicuz wollte noch mehr sagen, aber Dean ließ ihm keme Zeit dazu. Blitzschnell erhob er seine Art und ließ sie so kräftig auf den Schädel des Unzufriedenen niederfallen, daß dieser taumelnd am Rande der Schlucht zusammenbrach. Mit einem kräftigen Fußtritt stieß ihn Dean in den Abgrund. Die anderen Schelme wichen scheu zurück, und Jener, den Dean geheißen hatte, die Unglücklichen von ihren Fesseln zu befreien, that wortlos, was ihm sein Anführer befohlen hatte.

Die Befreiten fielen sich laut weinend um den Hals; dann warfen mir Beide einen Blick zu, der mir das Herz bewegte und den ich mein Lebtage nie vergessen werde. Ich aber bat sie, vor Freude laut schluch­zend, sie möchten fich eilig entfernen, und spähte scharf hinüber, ob ihnen keiner von den Schurken folge; aber fie rührten sich nicht. Dean's fürchterliche Blicke hielten Jeden auf seiner Stelle zurück.

Wie lange ich und die tückischen Räuber uns so drohend gegen­über gestanden, weiß ich nicht; aber das weiß ich, daß mein Herz auf­jauchzte, als ich plötzlich freudige Rufe vernahm, die aus der Ferne herauftönten und mir die Gewißheit gaben, daß die Geretteten mit den Männern aus Predistye zusammengctroffen seien.

Nun war's überstanden. Ohne mich weiter um die Schelme zu bekümmern, trug ich das Kind in die Hütte zurück, legte es wieder in seinen Korb und kletterte dann, wie am Abend zuvor, in dem zackigen Einschnitte in die Ebene hinunter. Aber das könnt ihr mir glauben, daß meine Kräfte nun gänzlich erschöpft waren. Ich konnte, unten anaelangt, nicht mehr weiter. Darum legte ich mich in's Gras und schlief euch so fest, daß ich das Schreien und Rufen der guten Mänmer gar nicht hörte, die fich, der Gegend einigermaßen kundig, auf Geheiß der Gutsherrin aufgemacht hatten, um nach mir zu forschen. Erst als sie mich derb aufrüttelten, fuhr ich in die Höhe.

Jubelnd brachten sie mich nach ihrem Dorfe, wo auch die geretteten Frauen weilten. Laßt mich von dem Wiedersehen schweigen! Es be­wegt mir das alte Herz, denk' ich daran! ,

Von Dean und seinen Genossen, nach denen man eifrig suchte, war keine Spur zu entdecken, die Hütte in der Schlucht war ver-

icher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg Redaktion und Expedüion: Markt 21.

gen die Erpedition dieses Blattes, :taur von Haasenstein u. Vogler in l, Magdeburg und Wien; Rudolf

Berlin, München iu Köln; G. L. irt a. M., Berlin, Hannover, Pari»;

XXVII. Jahrgang.

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Sieger die Geschlagenen nicht im Mindesten ver­folgt haben, wird dies Siegesbulletin mit erheblichem Mißtrauen gelesen. Da die beiderseitigen Regie­rungen gegen die Schlägereien zwischen ftanzösischen und belgischen Arbeitern in Nordfrankreich bisher so gut wie nichts gethan haben, haben sich sozialistische Abgeordnete aus beiden Ländern zusammengethan, und die feindlichen Kollegen zur Ruhe ermahnt. Die Antwort darauf ist eine neue Hauerei zwischen den Arbefiern der beiden Nationalitäten gewesen.

Hübsche Dinge werden aus Rußland, in dessen Südprovinzen die Cholera grassiert, gemeldet: In Warschau hat ein Brigadegeneral seinen Korpskom­mandeur, der ihm einige unliebsame Wahrheiten sagte, vor versammeltem Kriegsvolk mit dem Pistolenkolben derartig verarbeitet, daß der Verletzte bettlägerig ist. Noch schöner ist die Thatsache, daß der Höchstkom­mandierende im Militärbezirk Kiew, General Drago­mirow, einen ihm vom Zaren erteilten Verweis in so schnoddriger Weise beantwortete, daß sofort die Kassierung erfolgte. Dragomirow war zum Gene­ralissimus für einen Krieg mit Rußland ausersehen.

Aus Zentralafrika kommen nun endlich zuver­lässige Nachrichten über den Ursprung des großen Araberaufstandes am Kongo. Darnach waren die Araber nicht die Karnickel, welche anfingen, sondern der ewig in Geldverlegenheiten befindliche Kongo­staat. Unter dem Kommando des Belgers van Karcktoven hatte derselbe nämlich eine mehrere tausend Mann starke Expeditton abgesandt, welche alles Elfen­bein, das sie findet, fortführen soll. Diese Kolonne hat nun einen wahren Raubzug unternommen, den Arabern ihre Elfenbeinschätze ohne jede Vergütung einfach weggenommen und in dieser Weise ihren Marsch bis nach Wadelai, der früheren Provinz Emin Paschas, fottgesetzt. Die Araber haben dem Kongostaat das ihnen Geschehene nun gründlich heimgezahlt, und so erklärt sich Manches. Das muß man aber sagen: Eine eigene Zivilisation ist es, die hier in Zentral- afttka bettieben wird.

Deutsches Reich.

W. Berkin, 24. Septbr. Folgendes kaiser­liche Handschreiben ist dem Berliner Hilfs- komitee für Hamburg zugegangen: „Die Bildung eines Berliner Hilfskomitees zur Linderung des über Hamburg durch die Cholera hereingebrochenen großen Notstandes hat Mich und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, Meine Gemahlin, mit lebhafter Be- fttediguug erfüllt. Wir zweifeln nicht, daß der ost-

„Ich dachte eben daran, Fritz, der ja jetzt zu Hause bleibt — zum Postillon d’amour zu machen," erwiederte Ernst. Wenn Du hiermit einverstanden bist, so ziehe ich also meinen Vetter in das Ver­trauen und bitte ihn, der Vermittler unserer Korrespondenz zu werden. Ist er dazu bereit, so lege ich später alle an Dich gerichteten Briefe in an chn adressierte Couverts. Fritz wird dann leicht Gelegenheit finden, Mr meine Zeilen zuzustellen und Deine Antwort auf dieselben in Empfang zu nehmen."

„Ja, ja, so muß es gehen," erwiderte das junge Mädchen und wollte eben noch ein paar Worte hinzusetzen, als Marinka breit vor sie hin­trat und dem Pärchen auf blinkendem Tablett Bowle und Torte präsentierte. Nachdem fie sich beide be­dient, war es aber auch zu Ende mit ihrem tete a tete. Das Herumreichen der Erfrischungen hatte den Tanz unterbrochen. Ueberall machte sich jetzt das Anklingen der Gläser hörbar. Feodor aber, das sechs Fuß hohe Kind mit dem Bärtchen auf der Oberlippe schrie wiederholt mit überlauter Stimme: „Die Wronkermüller sollen leben und die Mlonecker und die Poltzer und die — und die und die — hoch und zum drittenmale hoch!" —

Um Lieschen hatten fich die Brylower und die Plötzer jungen Damen gruppiert. Die Töchter des Pfarrers gesellten fich dazu und da alsbald auch Fritz und die übrige junge Männerwelt in den Kreis ttat, benutzte Ernst die Gelegenheit, entbehrlich zu sein, um Onkel und Tante aufzusuchen. Rasch ver­ließ er den Saal, schritt durch den Flur und kreuzte

Abendtisch zurecht zu legen.

Mit wenigen Worten hatte Ernst nun auch den geliebten Pflegeeltern von dem Vorschläge Master Westons erzählt und zugleich hinzugefügt, daß er durchaus geneigt sei, das Anerbieten zu acceptieren.

Zu seinen grenzenlosen Erstaunen stieß er jetzt aber auf einen fast heftigen Widerstand von Seiten der Tante, während der Onkel nicht mit der Ein­willigung zu der Abreise zurückhielt.

„Bleib' im Lande und nähre Dich redlich!" rief die schlichte Frau immer wieder. Und es be­durfte der ganzen Unterredungskunst der beiden Männer, ehe auch sie ihre Erlaubnis zu der zeit­weiligen Uebersiedelung des Neffen nach dem großen „Sodom in England" gab. Zur Bedingung machte sie es fich jedoch, daß Ernst vorher noch, ehe er wegreiste, mindestens acht Tage — in Wronker- mühle — verbleiben müsse. „Denn," meinte sie — „es wäre ein Schimpf und eine Schande für mich als deutsche Hausfrau und Mine Pflegemutter, ließe ich Dich, mein Junge, so Knall und Fall die Heimat wieder verlassen, ohne vorher eine gründ­liche Revision mit Deinen Sachen vorgenommen zu haben. Was würde so eine flachshaarige Mistreß von mir denken, wenn sie bei der ersten Wäsche gleich an ein Ausbessern gehen müßte. Nein, nein — das soll nicht sein. Alles, was von Deinem Zeug nicht mehr recht fest ist, wird kassiert — und mindestens auf ein Jahr hinaus darf auch nicht eine fremde Nadel an Deinen Sachen rühren.

„Und dann Alte?" fragte Herr Gottlieb Wronker,

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6er, ......... WUV8, IVU» VIV vuyu, UVJJUfcUyu! ist

— von neuem in Ordnung bringen kann."

„Also blos wegen ein paar zerrissener Hemden oder des Anstrickens bedürftiger Strümpfe soll Ernst von London nach Wronkermühle reisen! — Alle — Alte — was sind das für Geschichten."

„Ach was, Vater, Du weißt recht gut, welche Gedanken hinter meinen Worten stecken! — Und nicht wahr, mein Junge," wendete sich Frau Louise wieder an den Neffen, während in ihren Augen die Hellen Thränen standen „und nicht wahr, mein Junge, ein bischen Sehnsucht nach uns wirst Du auch haben, denn . .

Weiter kam Frau Louise nicht. Schluchzen er­stickte ihre Stimme. Ernst aber hatte schon beide Arme um den Hals der Weinenden gelegt und einen innigen Kuß auf die zuckenden Lippen pressend, er­widerte er:

„Ja, ja, Du Gute. Und nach einem Jahr wird man mir sicher gestatten, auf einige Tage in die teuere Heimat zu eilen, damit ich —*

„Soll denn das Gewimmer gar kein Ende nchmen?" polterte Herr Gottlieb jetzt aber in die Worte des Neffen. Und zu seiner Gattin gewendet, setzte er hinzu: „Inzwischen verbrennen Dir in der Küche die ganzen Braten — der schändliche Geruch davon bringt bereits bis hier herein ..."

„Verbrennen. Die Braten verbrennen!" rief Frau Louise entsetzt. „Erbarme Dich, die Mariellen werden mir doch das nicht angethan haben." Und sich die Thränen von den Wangen wischend, stürzte sie nach der Küche.

Herr Gottlieb blickte ihr lächelnd nach: „War

ja nur 'ne — Finte," sagte er dann, „aber ich mußte der gewaltigen Rührscene doch ein Ende machen Wie konnte ich es denn dulden, daß meine Alte sich rote Augen machte an einem Tage, wie der heuttge, wo sie das Haus voller Gäste hat."

Als Ernst Brenner zurückkehren wollte, traf er im Flur mit Fritz zusammen, welcher eben in der Küche gewesen, um für die Schwester des ©traf« anstalts-Direktors ein Glas Zuckerwasser zu bestellen, was die Dame gewünscht hatte.

„Du siehst ja so merkwürdig erregt aus," rief der junge Wronker jetzt dem Vetter zu. „Und was ift’S denn eigentlich um den Besuch Deines früheren Lehrherrn? — Täuscht mich nicht alles, so hängt dasselbe auf das Engste mit Deinem erhitzten Gesicht zusammen! Aber so sprich doch, Mensch," setzte Fritz ungeduldig hinzu, ohne daß er dem Vetter Zeit gelassen, antworten zu tonnen.

Das Letztere that Ernst beim auch. Dann aber zog er den Gefährten in ben schönen Abend unter Gottes freiem Himmel hinaus unb erzählte ihm, in welch' neue Verhältnisse er zu treten gedächte.

Der Vetter hörte ihm schweigend zu und doch zog eine Sturmflut wechselnder Empfindungen durch die Seele des jungen Landwirtes. Ernst verließ die Gegend — das Land! — Er ging nach London. Konnte er, Fritz, denn etwas Besseres wünschen, als die Entfernung des begünstigten Nebenbuhlers? Nun blieb ihm ja Zeit und Gelegenheit, für seine eigenen Wünsche zu wirken. Und das wollte er ohne Rück­sicht auf das Glück und die Hoffnungen des Jugend- gespielen. Fritz Wronker war von Hause aus kein eigentlich schlechter Mensch, aber wo es galt, ein Ziel zu erringen, da dachte er genau wie die Jünger Loyala's: „Der Zweck heiligt die Mittel " —