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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

- - -*** Zllustriettes Sonntagsblatt. -®b

M 225.

krlchetnt täglich außer au Werktag« nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-WonnrmentS-PreiS bei der Ex-e- dttion 2 Mk., bei all« Postämtern S Mk. 26 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 24. September 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Armoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVII. Jahrgang.

sie dies Zeugnis erhalten haben, zu melden. Die Aufnahme in die Liste erfolgt nach dem Datum des Zeugnisses über das Probejahr oder für die nach der Ordnung vom 15. März 1890 ausgebildeten Kandidaten über die erlangte Anstellungsfähigkeit. Dabei kann die Militärdienstzeit in besonderen Fällen in Anrechnung kommm. Die definitive Anstellung erfolgt nach Maßgabe der Anciennität; nur der konfessionelle Charakter einer Anstalt oder das dringende Bedürfnis, eine Stelle mit einer bestimmten Lehr­befähigung zu besetzen, gestatten Abweichungen. Wer zur Zett oder für einen bestimmten Ort die Anstellung ablehnt, wird um ein halbes Jahr in der Anciennität zurückgesetzt. Für die Anstellung macht es keinen Unterschied, ob der Kandidat nach Aufnahme in die Liste gar nicht oder vorübergehend oder dauernd be­schäftigt gewesen ist. Nur wer nicht ein Jahr als Hilfslehrer thätig gewesen ist, muß vor der definitiven Anstellung ein halbes Jahr kommissarisch beschäftigt werden. Wird der Einberufung zu kommissarischer Beschäftigung keine Folge geleistet, so tritt eine spätere Berufung dazu erst auf besonderen Antrag ein. Während der Beurlaubung stehen die Kandidaten unter Aufsicht ihres Provinzial-Schulkollegiums, dem gegenüber sie sich über Beschäftigung und Verhalten durch Zeugnisse auszuweisen haben. Die Sozial­demokraten haben, wie der bekannteUnab­hängige" Wllhelm Werner in einer am Mittwoch Abend in Berlin abgehaltenenAnarchisten"-Ver- sammlung erzählte, bei der Bank von England 370 000 Matt! für Wahlzwecke zinstragend angelegt.

(Regierungs- und Parteipolitik.) In derselben Stunde, in welcher sich ein Artikel der Hamb. Nachrichten" gegen die angeblich drohende Auslieferung von Staatsinterefsen an das römisch- katholische Kirchenregime wendet und die Sammlung der alten Kartellmehrheit fordert, um der jetzigen Regierungspolifik den Druck eines starken Parlaments entgegenzusetzen, erscheint in einer offiziösen Kor­respondenz ein Artikel, der die Regierung gegen den Vorwurf angeblicher Programmlosigkeit in Schutz nimmt und dafür Folgendes anführt:Wohin die Regierung steuert, darüber ist doch wohl im ganzen Lande ein Zweifel nicht möglich. Im Reich hat sie wir wollen nur bis auf die Zeit vor Ostern 1890 zurückgehen das sogenannte Arbeiterschutz­gesetz fast mit Zustimmung aller Parteien zu Stande gebracht, die Handelspolitik auf eine neue Grund­lage gestellt, die bei allen Erleichterungen für den Handelsverkehr den Schutz der nationalen Arbeit nicht aus dem Auge läßt; in Preußen hat sie die Reform

der inneren Verwaltung durch die Landgemeinde­ordnung, deren Verwirklichung längere Zest vergebens erstrebt wurde, sehr wesentlich gefördert und auf dem Gebiete des Finanzwesens in dem Einkommensteuer­gesetz ein Werk zur Ausführung gebracht, an dem sich lange Zeit die besten Kräfte und die Parteien vergebens versucht hatten. Zu der Mehrheit, die alle diese Gesetze fanden, gehörten fast alle großen Parteien, die hiermit bekundeten, daß es sich hierbei um gemeinsame, von allen Parteien gleichmäßig ver­tretene ideale wie wirtschaftliche Interessen des Vater­landes handelte. So weit die Vergangenheit! Aber wie steht es mit der Zukunft? Das ganze Land, die ganze Welt weiß, daß im Reiche das große Werk einer Neugestaltung des Heerwesens, in Preußen die Fortsetzung und der Abschluß der Steuerreform in Angriff genommen werden soll, Aufgaben, deren Größe durch ftüher versuchte und zur Ausführung gebrachte Reformen in keiner Weise in den Schatten gestellt wird. Das Heeresgesetz ist in seiner Be­deutung und in seinem Plane der grundlegenden Reorganisation des Heeres vom Jahre 1860, die umfassende Steuerreform dem nach Jahre laugen Beratungen eingeführten Steuersystem von 1820 zu vergleichen. Der Vorwurf derProgrammlosigkeit" scheint indessen noch einen besonderen Zweck zu haben. Anscheinend wird eine Erklärung der Regierung darüber verlangt, mit welchen Parteien sie in der Folge zusammengehen will. Das heißt mit anderen Worten: man will die Regierung zu einer Partei­regierung stempeln und zwingen, daß sie ihren längst bekannten und von dem Reichskanzler wiederholt ausgesprochenen Grundsatz:man soll das Gute nehmen, wo man es findet", aufgiebt. Dann fteilich wäre ja insofern Klarheit geschaffen, als nunmehr zwei Parteigruppierungen die eine für, die andere gegen die Regierung sich kriegerisch gegenüber­stehen. Keine Regierung, am wenigsten die Re- giemng des Reichs und von Preußen, kann sich selbst den Zwang einer Parteischablone auferlegeo, und wenn sie bisher etwas erreicht hat, so ist dies eben dadurch geschehen, daß sie selbst keine Parteiregierung ist, sondern sich die Unterstützung Aller gern gefallen ließ, um die von ihr als richtig und für das Vater­land als notwendig erkannten Ziele zu erreichen."

Kiet, 22. Septbr. (Von der deutschen Flotte.) Bei einem Zusammenstoß der PanzerFriedrich Karl" undWürttemberg" hat erstererWürttem­berg" mittschiff getroffen und manöverunfähig ge­macht. (Srfterer, welcher den Rammsteven verlor, traf am Donnerstag Vormittag in Kiel ein und

AM- Unsere geehrten Leser ersuchen mir freundlichst, ihre Bestellung für das vierte Vierteljahr 1892 bei den betreffenden Post­anstalten, den Landbriesträgern oder unserer Expedition baldmöglichst bewirken zu wolle», da unsererseits nur in diesem Falle eine pünstliche Zusendung derOb er- hessischen Zeitung" mit ihren Bei­lagen vom 1. Oktober 1892 ab gewähr­leistet werden kann.

Neu eintretende Bezieher erhalten das Blatt bis zum Schluffe des laufenden Monats unentgeltlich.

Deutsches Reich.

W. Aierli», 23. September. Unser Kaiser arbeitete am Donnerstag Morgen im Marmorpalais bei Potsdam zunächst allein. Um 9^4 Uhr kam der Kaiser nach Berlin, begab sich sofort in das königliche Schloß und empfing daselbst den Kriegs- minister v. Kaltenbom znm Vortrage und arbeitete darauf mit dem Chef des Militärkabinetts. Mittags verließ der Monarch wieder Berlin und begab sich auf der Potsdamer Bahn nach Neubabelsberg, von wo ans derselbe zn Wagen nach Jagdschloß Glienicke fuhr, um einer Einladung des Prinzen Friedrich Leopold zur Tafel zu entsprechen. Später kehrte Se. Majestät nach dem Marmorpalais zurück. Am Spätabend gedenkt der Kaiser seinen Jagdausflug nach Romimeu in Ostpreußen anzutreten. Wie aus Wien berichtet wird, glaubt man dort, daß Kaiser Wilhelm sich von Weimar aus zum Besuche des Kaisers Franz Joseph nach dort begeben wird, da unter den Festgästen zur Feier der goldenen Hochzeit des Großherzogs und der Großherzogin von Weimar der Kaiser angeführt und diese Feier am 8. Oktober ftattfinbet, während der Ankunft unseres Kaisers in Wien am 10. Oktober entgegengesehen wird. Die Prinzessin Heinrich XVIII., Reuß j. L., ist am Donnerstag früh von einem Sohne leicht und glücklich entbunden. Die Prinzessin, sowie der neugeborene Prinz befinden sich wohl. Die Kaisermanöver des 8. und 10. Armee­korps sollen, wie mehrfach gemeldet wird, im Herbst 1893 in derselben Weise stattfinden, wie fie für dieses Jahr geplant waren. Die preußische Staats- d a h n v e r w a l t u u g hat, wie demLeipz. Tgbl."

Auf Wroukermühle.

Original-Roman von E- D- H. Brandrnp.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Der Kaffee, zu dem ungeheuere Massen trefflich geratenen Kuchens verzehrt wurden, war eingenommen. Man hatte sich dabei in heiteren Gesprächen er­gangen, die besonders von Mastor Weston, Ernst wid Fritz in Fluß gehalten wurden Und da, wie der Oktober es nun einmal mit sich bringt die Tage bereits ziemlich kurz waren, so wurde auch von dem jüngeren Teil der Gesellschaft beschlossen, jetzt im Hause zu bleiben. Dazu brachten die Brylower Damm ein Tänzchen in Anregung.

Ernst aber, den die Begier, zu erfahren, was ihm Herr Weston eigentlich mitzuteilen hätte keine Ruhe ließ, wußte es jetzt zu veranstalten, daß er in dem sogenannten Stübchen ein Plätzchen fand, in welchem die beiden Herren ungestört plaudern konnten. Was er dann aber erfuhr, war von der größten Wichtigkett für den jungen Maschinentechniker.

Heute Morgm," so begann Herr Weston seine Mitteilungen nämlich:erhielt ich von dem Haupt« geschüft in London einen Brief. In diesem ersuchten mich die Herren Fly und Comp. dringend, ihnen so schnell als irgend möglich, einen tüchtigen jungen Techniker zu senden. Am liebsten jedoch, schreiben die Herren möchte es ihnen sein, wmn die be­treffende Persönlichkeit in unserem Geschäft selbst aus­gebildet wurde. Da ich nun zur Zeit keinen derartig geschulten Mann zur Verfügung habe, fiel mir noch zur rechten Zeit ein, daß Sie ja erst vor einigen Tagen bei mir gewesen und dabei geäußert hätten, wie Ihnen darum zu thun sei, so bald als möglich wieder in Thätigkeit zu kommen. Ich entschloß mich also kurz und fuhr am Nachmtttag hierher- Wmn

mitgeteilt wird, jetzt enbgiltig abgelehnt, ber süd­deutschen, vom Publikum allgemein freudig begrüßten Rückfahrkartenreform beizutreteu. Zur Vorbereitung der Kommunal st euerreform in Preußen ist Mitte August ein Reskript des Ministers des Innern und der Finanzen ergangen, welches von den nach- georbneten Behörben Auskunft verlangt über bie zweckmäßigste Art unb Weise, wie bie Verpflichtung bei Gemeinben festgelegt werben tarnt, bie Realsteuern zur Deckung bes Gemeindebedarfs in Zukunft zu ver- wenben. DieKrzztg." kommt auf bas Ein­gehen ber Militär-Aitaschee-Posten in Petersburg unb Berlin nochmals zurück, inbent sie schreibt:Das Eingehen ber Stellung des Militär- Bevollmächtigten in Petersburg und vice versa in Berlin mag kein kriegerisches Zeichen sein, aber es ist charakteristisch für bie eisige Temperatur, bie zwischen beiden Höfen herrscht. Der Fortgang des Generals von Villaume wirb sich um so empfind- licher bemerkbar machen, als ber Rücktritt des Bot­schafters v. Schweinitz von seinem Posten nur noch eine Frage ber allerkürzesten Zeit ist. Herr von Schweinitz hat bie Villa bes Generals v. Schlotheim in Cassel angekauft, seine Familie befinbet sich bereits bort, unb fein gesamtes Privat-Mobiliar ist ebenfalls bereits von Petersburg fortgeschafft. Der General ist 70 Jahre alt, hat sein 50jähriges Dienstjubiläum bereits gefeiert unb hat eine zahlreiche Familie, Gründe genug, um nach einer so vieljährigen, an Ehren unb Erfolgen reichen Thätigkeit sich bie wohlverdiente Muße zu gönnen. Damit scheibet eine zweite Persönlichkeit aus Petersburg, bie bort hervorragenb für Erhaltung guter Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland gewirkt hat. Heber die Nachfolge ist noch kein Be­schluß gefaßt. Die Anwartschaft haben der zeittge Gesandte in Stockholm, Generalleutnant Graf Wedel, der Gesandte in Bukarest, v. Bülow, und der Ge­sandte in Brüssel, Graf Alvensleben. Graf von Bülow war vordem erster Botschafts - Sekretär in Petersburg und hat wohl die meisten Aussichten. Er ist erst wenig über vierzig Jahre alt". Für die Kandidaten des höheren Schul­amts hat der Unterrichtsminister neuerdings die Aufstellung von Anciennitäts-Listen durch die Pro- vinzial-Schulkollegien der einzelnen Provinzen an- geordnet. Die Kandidaten haben sich bei dem Pro- vinzial-Schulkollegium derjenigen Provinz, wo sie Anstellung finden wollen, unter Vorlegung der Zeug­nisse über die bestandene Lehramtprüfung und über die nach zweijährigem Vorbereitungsdienste erlangte Anstellungsfähigkeit innerhalb 6 Wochen, nachdem

Sie also Lust haben, nach England zu gehen, so können Sie schon in einigen Tagen nach dort abreisen und ich glaube, Sie würden das auch nicht bereuen. Außer daß der zu besetzende Posten ein ungemein günstiger in pekuniärer Hinsicht ist, möchte sich in demselben auch ein um vieles ausgiebigeres Feld für Ihre Thatkraft unb weitere Vervollkommnung als in meiner B ... er Filiale finden."

So, mein junger Freund," fetzte der Direktor noch hinzu,unb nun bin ich begierig, Ihren Ent- fcheib zu hören. Ueberstürzen Sie denselben jedoch nicht. Ich bleibe ja noch ein paar Stündchen hier, damit Sie sich die Sache überlegen und Rais mit Ihren Angehörigen pflegen können." Vielleicht, Herr Weston lächelte verschmitzt und drohte mit dem Zeigefinger zu Ernst hinüber,vielleicht hat auch noch so eine kleine blonde Schönheit ein Wört­chen bei Ihren Entschlüssen mitzusprechen." . . .

Aber aber, Herr Direktor! Sie irren."

Schon gut, mein Lieber," unterbrach Weston lachend den verlegenen jungen Mann. Dann klopfte er chm freundlich auf die Schulter und sich von seinem Stuhl erhebend, sagte er:Also überlegen Sie sich den Vorschlag, ich gehe jetzt in den Saal hinein, um mich an dem Treiben der jungen Leute dort zu erftischen."

Erst nach einer geraumen Weile folgte Ernst feinem früheren Lehrherrn. Als auch er dann zur Gesellschaft zurückgekehrt, schwenkten sich bie Paare im Galopp unb Fritz Wronker flog mit Lieschen durch den Saal. Seine Augen leuchteten dabei und auch das Gesicht des jungen Landwirts zeigte entgegen aller sonstigen Beherrschung den Aus­druck leidenschaftlicher Erregung.

Es gehörte bie ganze Harmlosigkeit eines Ernst Brenner dazu, um nicht in diesem Augenblick die

Gefühle des Tanzenden zu erraten. Der weibliche Teil der Gäste steckte denn auch die Köpfe zu­sammen und zischelte sich allerlei Bemerkungen zu.

Gottlieb Wronker, der mit Herrn Wald in der Thüre stand, flüsterte seinem Nebenmann in das Ohr:Ein hübsches Paar, unsere Kinder, meinst Du nicht auch, Freund?"

Schockschwerenot, als wenn dies überhaupt in Frage stände I" erwiderteMüller-Donnerwetter." Unb mit dem vielgeschmähten Kahlkopf nickend, setzte er verschmitzt hinzu:

Es wäre auch nicht übel, wenn einmal Mloneck und Wroukermühle in eine Hand käme, gäbe dann ein vernünftiges Rittergütchen."

Wilhelm!" Der alte Wronkermüller hatte mit festem Druck die Rechte des langjährigen Genossen gefaßt.Wilhelm, was Du da sagst, ist mir aus der Seele gesprochen," flüsterte er dann, auch meine Louise hat keinen sehnlicheren Wunsch, als Deine Tochter die Gattin chres Sohnes werden zu sehen."

Freut mich, freut mich aufrichtig," erwiderte der Mlonecker. Dann aber legte er seinen Arm in den Herrn Gottliebs unb den Freund so aus dem Saale ziehend, raunte er:Laß uns in irgend einem heimlichen Winkel noch ein paar Worte sprechen, Wronker. Der Donner soll mich holen, wenn sie nicht wichttg genug ist, um eingehender noch über sie Rats zu pflegen."

Inzwischen hatte Fritz seine Tänzerin wieder zu ihrem Platz geführt. Hinter dem Stuhle des holden Mädchens stehend, begann er alsbald ein anregendes Gespräch mit ihm. Ahnungslos der Gefühle, welche Lieschen auch in der Seele des jungen WronkermMerS erregte, ging fie fteundlich

auf feine Unterhaltung ein, in die bald auch der hinzutretende Ernst Brenner allerlei Bemerkungen warf. Als dann aber die aufwartende Marinka mit einem leisen:Panitschku möchte zu der gnädigen Frau kommen," den Haussohn nach dem Speise­zimmer rief, wo Frau Louise desselben bei Bereitung der Bowle bedurfte fand Ernst die passende Ge­legenheit, seinem geliebten Mädchen mttzuteilen, was Master Weston ihm vorgeschlagen.

Da er ihm zugleich sagte, daß er dieses Aner­bieten für ein glückbringendes hatte, fo dachte Lies­chen auch nicht im Entferntesten daran, Ernst am Gehen hindern zu wollen. Freilich, traurig genug kam ihr der Gedanke an, sobald von dem Geliebten scheiden zu sollen. Aber sie suchte sich zu bedingen unb selbst zu trösten, indem sie sagte:Heut zu Tage gilt ja aber eigentlich gar keine Entfernung mehr unb gewiß wird sich Dir bann schon auch einmal bie Gelegenheit bieten, auf ein paar Tage in bie Heimat zu mir zurückzukehren. Außerdem müssen wir uns oft schreiben. Doch, wie fangen wir es an," setzte fie bann hinzu,baß Deine Briefe unbemerkt in meine Hände gelangen, da Papa die Posttasche stets allein öffnet und Du dich ihm doch nicht früher offenbaren willst, als bis Du für meine Zukunft volle Garantie bieten kannst. Ich achte Dich freilich dieses Enffchlusses wegen nur noch höher, lieber Ernst," schaltete das junge Mädchen hier ein.Trotzdem aber könntest Du ihn ruhig aufgeben und schon jetzt mit Deinem Wunsche her­vortreten. Papa ist ja"

Reich, willst Du sagen, Lieschen! Unb da meinst Du, ich möchte mir mit seinem Gelbe eine Existenz begründen? Rein, Geliebte, bas will ich nicht nie! Uebrigens habe ich es auch nicht nötig. Ich bin von mütterlicher Seite her selbst