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Finanzminister Dr. Miquel ist ein Praktiker, es giebt nur wenige Abgeordnete, die ihm auf dem Gebiete der Finanzen die Stange halten können. Darum ist es auch durchaus überflüssig, zu glauben, die neue Vermögenssteuer werde ein Gesetz bedeuten, welche? einer Vermögens-Konfiskation gleichkommt. Man soll nicht übertreiben und alles schwarz malen, was noch sehr hell ist! Mit den großen Kapitalien werden große Geschäfte gemacht und große Summen verdient und was diesen Punkt betrifft, so hat Miquel früher selbst hinter die Coulissen des Großkapitalismus geschaut. Er wird sicher nicht daran denken, den Kapitalismus maustot zu schlagen, aber ebensowenig wird er sich auch durch die Krokodilsthränen der von der Vermögenssteuer Bedrohten ins Bockshorn jagen lassen. Man wird für das gerechte Prinzip auch eine milde Form finden, welche besonders die mit fleißiger Arbeit gewonnenen kleinen Vermögen be- rückfichtigt. Aber es liegt kein Grund vor, mit der Steuerreform vor dem Geld Halt zu machen, nur weil es eben Geld ist.
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. zur Steuerpflicht herangezogen werden. Diese Drückebergerei wird um so mehr noch verschwinden, als eine längere Praxis des Gesetzes auch
Petersburg war. — An den üblichen äußeren Ehrenbezeugungen hat es der russische Hof dem kürzlich abberufeuen deuffchen Militärbevollmächtigen in Petersburg, Generalmajor v. Villaume, bei seiner Abreise aus Rußland nicht fehlen taffen. Bei Gelegenheit des Regimentsfesttages des Garde - Jägerregiments, welches die letzte militärische Festlichkeit war, an welcher Generalmajor v. Villaume im Gefolge des Zaren teilnahm, wurde ihm der Stanislausorden 1. Klasse verliehen. Als der General sich später vom Zaren verabschiedete, überreichte er dem Kaiser im Auftrag Kaiser Wilhelms einen Ehrensäbel, welcher der Zar zur Uniform eines Admirals der deutschen Flotte anlegen wird. General Villaume wurde darauf zur Tafel gezogen und am nächsten Tage überbrachte ihm der Generaladjutanr v. Richter als Abschiedsgabe deS Kaisers einen kostbaren, in alt-russischem Styl ausgeführten goldenen Humpen, ein Meisterwerk seiner Art. — Die Frage, ob deutsche Handlungshäuser König Behanzin von Dahomey in seinem Feldzuge gegen den französischen Obersten Dodds mit Waffen und Munition unterstützen, kommt nicht zur Ruhe. Im „Hamb. Korr." wird nun der Nachweis versucht, daß diese Angriffe auf die deutschen Handlungshäuser und auf die deutsche Regierung nur in die Welt geschickt seien, dem französischen Ministerium am Tage der Auseinandersetzung mit der Kammer über die Vorgänge in Dahomey als Schild zu dienen, hinter dem es Schutz suchen wolle, wenn es in Dahomey schief geht. — Kriegervereine, sowie alle milstärischen Vereine brauchen einer Enffchellmng des Oberverwaltungsgerichtes zufolge von ihren Festlichkeiten, selbst wenn Gäste daran teilnehmen, die von vielen Orten erhobene Vergnügungssteuer nicht zu entrichten, da der Zweck der Vereine nicht der Veranstaltung von Lustbarkeiten, sondern der Pflege des Patriotismus und der Kameradschaftlichkeit gelte. — Die Sedanfeier hat in ganz Deutschland von Anfang an einen durchaus friedfertigen Charakter gehabt. Ueberall kommt an diesem Nationalfeste die Freude an der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches und die Hoffnung und der Wunsch, daß der Friede erhalten werden möge, zum lebhaften Ausdruck. Die deutsche Kriegerzeitung „Parole" weist darauf hin, daß am 2. September die Sozialdemokraten in Brandenburg eine „Anti-Sedanfeier" als Verwahrung gegen die offizielle Sedanfeier abhielten, und daß die sozialdemokratische Zeiffchrift „Vorwärts" in ihrem Bericht hierüber sich zu der Aeußemng verflieg, aus der Sedanfeier der Nationalgesinnten spreche ein „Mords-
M Handhabung der Strafbestimmungen Anlaß geben wstd. Eine gerechte Selbsteinschätzung vermindert den Zuschlag zur Staatssteuer für die Kommunal
lasten, das hat sich jetzt schon vielfach gezeigt. Ueberall sind nun freilich die Verhältnisse nicht gleich; während man in einzelnen Städten mit der Selbsteinschätzung sehr zuftieden ist, kommen aus anderen Klagen über harten Steuerdruck. Diese Ungleichartigkeit liegt in den Verhältnissen, und sie wird auch nie ganz zu beseitigen sein. Doch wird man Eins nicht vergessen dürfen bei Besprechung dieser Angelegenheit, nämlich die Thatsache, daß die auf etwa 75 Millionen Mark geschätzte Mehr-Einnahme aus der Klassensteuer infolge der Selbsteinschätzung nicht der Staatskasse zu Gute kommt, sondern vielmehr auf Grund des neuen Steuergesetzes an die Gemeinden zurückfließen wird. Die Staatskasse hat also von den eingettetenen Mehreinnahmen keinen Vorteil, und auch nur unter dieser gesetzlich festgestellten und daher nicht zu umgehenden Bedingung hat der preußische Landtag der Einführung der Selbsteinschätzung zugestimmt. Der Steuerreform zweiter Teil wird nun die Vermögenssteuer sein. Auch hier handelt es sich nicht um eine prinzipielle Bereicherung der Staatskasse. Finanzminister Miquel will die Realsteuern (Grund- und Gebäudesteuer re.) den Gemeinden zu ihrer Verwendung überlassen; aus dem Fortfall dieser Gnuahme für den Staat kann natürlich nicht gefolgert werden, daß sie in Zukunft ganz und gar zu entbehren ist. Das Gegenteil ist der Fall; die Finanzlage des preußischen Staates ist trübe genug, und es muß daher ein Ersatz für diesen Ausfall an Einnahmen gebracht werden. Denselben soll nun die Vermögenssteuer bringen, und wie heute die Dinge liegen, besteht kein großer Zweifel darüber, daß die Genehmigung erfolgt.
Vorausbedingung für diesen und jeden ferneren Schritt der Steuerreformgesetzgebung ist selbstverständlich, daß man sich Über das Endziel klar ist, denn sonst wird die Rechnung doch größer als der Kram. Dies ist die Hauptsache, nicht das schon jetzt angestimmte Klagelied von diversen angehenden Millionären, die da zu glauben scheinen, der Staat wolle mit der Vermögenssteuer gleich den Geldspindschlüssel in Verwahrung nehmen. Im Ernst denkt hieran doch Niemand, und die ganze Vermögenssteuer wird in Wahrheit für einen begüterten Staatsbürger noch nicht so viel ausmachen, als ihm eine solenne Winterfestivität kostet. Und dieser Mehrausgabe an Steuern steht bann ja noch die Entlastung durch die Realsteuern gegenüber. Die ganze Besorgnis wegen der Fortführung der Steuerreform in Preußen würde überhaupt verschwindend klein sein, wenn nicht früher so große Vermögenssätze der Steuer entzogen wären.
Die neue Vermögenssteuer in Preußen.
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Lassen sind, während die gutsituierten Kreise sie wenig «der gar nicht empfinden. Es kam ferner in betracht, daß bei den großen Einkommen manche «hebliche Summe der Versteuerung bet der bisherigen ^ßvrm der Veranlagung entzogen wurde. Im Hin- Tilitf auf ersten Punkt ist dafür gesorgt, daß eine Entlastung der kleinen Einkommen Platz griff, im Hinblick ans den zweiten Punkt hat die Selbsteinschätzung manchen Ungerechtigkeiten ein Ziel gesetzt. Man kann die Abgaben als zu hoch bezeichnen, aber toenn sie einmal nach dem Gesetz bestehen, dann muß
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Deutsches Reich.
W. Aerki«, 21. September. Unser Kaiser unternahm am Dienstag Morgen einen längeren Spazierritt in die Umgegend von Potsdam. Nach der Rückkehr znm Marmorpalais konferierte der Kaiser mit dem Justizminister v. Schelling und arbeitete sodann mit dem Chef des Militärkabinetts. Später empfing Se. Malestät den bisherigen amerikanischen Militärattache, Hauptmann Bingham, und den bisherigen Marineattache bei der Berliner amerikanischen Gesandtschaft, Äapitänleutnant Ward, sowie deren Nachfolger, den Militärattache Oberleutnant Evans und den Marineattache Leutnant Sargent. Nachmittags entsprach der Monarch einer Einladung des Prinzen Alexander zur Tafel nach der Villa Jakobs bei Potsdam. Heute wird sich der Kaiser zur Jagd nach Romintm in Ostpreußen begeben. — Heber das Befinden der Kaiserin wurde am Dienstag folgendes Bulletin ausgegeben: „Ihre Majestät die Kaiserin und Königin find dauernd fieberfrei geblieben und fühlen sich bei gutem Schlaf völlig wohl, auch die Prinzessin-Tochter zeigt ein erfreuliches Wohlbefinden." Bis auf Weiteres werden täglich Bulletins nicht mehr ausgegeben werden. — Der nahe Rücktritt des deuffchen Botschafters von Schleinitz in Petersburg wird wieder einmal angekündigt. Als sein Nachfolger gilt der deutsche Gesandte v. Bülow in Bukarest, der früher erster Botschaftssekretär in
«Neubestellungen auf das 4. Quartal VI der „Ob er Hess ischen Zeitung" nebst ihren Beiblättern „Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain" sowie „Illustriertes Sonntag sblatt" werden schon vom heutigen Tage ab entgegengenommen. Neuzugehenve Abonnenten m hiesiger Stadt erhalten die Zeitung vom Tage der Bestellung ab zugesandt, ebenso die Abonnenten außerhalb, sobald sie die Postquittung nebst genauer Abresie \ an uns einsenden.
Die Exped. d. Oberh. Ztg.
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_ auch dafür gesorgt werden, daß alle Drückebergerei I Einzelner unterbleibt, während die Anderen int vollen 1 Ik Anfänge
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vrtzellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile D0NNerstall, 22. SkVtbMöer 1892. Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. ' B ®
_______to Psg., Reklamen für die Zeile 25 Psg. “ ' Daube tu Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
die neuen Vorlagen des Finanzministers Dr. Miquel zu prüfen haben. ES ist bekannt, daß im Vorjahre " mit der Genehmigung der Einführung der Selbstein- " schätzuug für die Veranlagung zur direkten Staatssteuer der erste Schritt auf dem Wege zu einer Reform der direkten Steuern gemacht worden ist. Maßgebend OOO^ hierfür der Gedanke, daß die indirekten Steuern im Reiche am schwersten für die breiten Bevölkerungs-
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
rrmk und «erlog: Joh. «ug. Koch, UniversitälS^Buchdruckern in Marburg. ^ÖttltfrtAÄHAff Verantwortlicher Redakteur: Christoph Rautenhaus in Marburg
Redaktton und Exvedrtwn Markt 21. j-H- SV Redaktion und Expedition: Markt 21.
,e?t Zur selben Zeit, in welcher der Reichstag die wichtige Frage beraten wird, in welcher Weise eventuell " r. * die Deckung für die Kosten der neuen Militärvorlage *- 5 auszubringen sein würde, wird das preußische Parlament
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Auf Wronkermühle.
Original-Roman von E. D. H. Brandrup.
(Nachdruck verboten.)
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(Fortsetzung.)
)bjekte. „Dem Himmel sei Dank, — daß wir an Ort --------- »nd Stelle sind," rief Frau Brylower dann. „O, bott, war das eine Fahrt! Erbarmen Sie sich, Webster Wronker, der junge fuhr uns ja, als wenn gälte, einer ganzen Rotte von Räubern und Mördern zu entfliehen."
„Und da half auch kein Zurufen — kein Bitten md Drohen," setzte Herr Stelzer sen. hinzu „Ich odje noch jetzt vor Wut," sagte er darauf und mde auch nicht eher Ruhe, bis der wagehalsige ochlingel bekommen hat, was ich ihm unterwegs ausendmal zugeschworen" Damit war der große, «reitschultrige Mann auch mit einem weiten Schritt leben dem Gescholtenen und ehe sich es jemand ver- ah, brannten dem armen Feodor zwei stein- und einerweichende Backenstreiche im Gesicht. Einen Roment stand er dann, wie vom Donner gerührt •a. Dann aber flüchtete der hochaufgeschoffene Mensch hinter die Mutter und schrie in weiner- ichem Tone, welcher ihn jedoch nicht hinderte, mkische Blicke auf seinen Züchtiger zu werfen: »Jetzt bin ich aber böse mit Dir, Papa."
„Ich werde Dir bald das Bösesein austreiben, »ein Junge!" rief Herr Stelzer sen. jedoch — vn neuem auf den Sohn zutretend. Im Moment mfte er aber den schon erhobenen Arm wieder; tit tiefer Beschämung einsehend, -daß er sich bereits kl zu sehr — hinreißen ließ, wandte er sich von em großen Kinde ab und hielt Gottfried Wronker ie Rechte entgegen.
. „Entschuldige diese widerliche Scene, alter Freund," Yte er nun im Tone des Weltmannes, dm er
bisher gänzlich vergeffen hatte. „Auch Sie, meine jungen Herren, schelten mich nicht! Das unvernünftige schnelle Fahren meines Sohnes versetzt mich ja immer in eine so hochgradige Erregung, daß ich —"
„Ach laß nur, laß — wir wissen ja Bescheid," unterbrach hier jedoch der ältere Wronkermüller die Rede des Gastes und setzte dann hinzu: „Jetzt, meine Herrschaften, bitte ich auch, näher zu treten.” Und Frau Antonien mit altmodischer Verneigung den Arm bietend, betrat er alsbald mit dieser zuerst das Haus, in welches ihm die Uebrigen folgten, um nun auch von Frau Louise auf das Liebenswürdigste begrüßt zu werden.------
Trotzdem die Uebrigen, jetzt schnell hintereinander eintreffenden Gäste zum größten Teil auch nicht die geringste Rolle in dieser wahrhaftigen Geschichte spielen, möchte ich doch nicht unterlassen, sie dem geneigten Leser vorzuführen. Vielleicht ist es ihm ja von gewissem Interesse, die Elemmte so einer ländlichen Gesellschaft im Posm'schm kennen zu lernen.
Nach dem prachtvollen Viergespann des reichen Brylowo rollte nun zunächst ein gewöhnliches Korb- wägelchen mit zwei armseligen Kleppern davor auf ms Gehöft. In demselben saß der Hofbesitzer Plotzig auf Plotz mit seiner Fran und zwei Töchtern, welche sämtlich in einem Kostüm erschienen, das wohl zu der Zeit modern gewesen sein mochte, als der selige Großvater Herrn Plotzig's die selige Großmutter desselben zum Altar führte. . . .
Dann kam auf leichter Britschka der Diftriktskommis- arius Selbsky mit seinem Schwager, ohne dm man ihn nie sah Die Leute erzählten, „weil der Letztere eigenttich die Amtsthätigkeit Herrn Selbsky's wäre."
Ferner erschien aus dem Landstädtchen C. . . - der katholische Geistliche in edler Eintracht mit dem evangelischen Pfarrer und dessen zahlreicher, meistms aus Töchtern bestehenden Familie.
Der Strafanstaltsdirektor mit seiner Gattin und zwei angealterten Schwestern, die aber noch sehr süß lächeln konnten, fehlten nicht
Ihm nach folgte der Generaladministrator der Gräflich Solinüky'schen Güter und mehrere kleine Besitzer aus der nahen Nachbarschaft mit ihren Familim.
Dann aber bornierte es von neuem über die Mühlenbrücken und daher gerast kam das Gefährt des Rittergutsbesitzers Hartwig auf Ronciskow — vor der leichten Kalesche vier wunderschöne Goldfüchse, die der kleine dicke Herr mit dem glattrasierten Gesicht selbst lenkte.
Das Haus hatte sich inzwischen gefüllt und nur die Mlonecker fehlten noch, um die Zahl der Eingeladenen zu beschließen. Die aber ließen heute ganz unverantwortlich lange auf sich warten. Schon läherte sich ja die Mittagszeit erheblich, ohne daß das Wald'sche Gefährt erschien. Ernst war bereits mehr denn zehnmal bis an die Scheunmecke gegangen, um nach den Erwarteten auszuschauen, trotzdem er ich durch sein ewiges Hin- und Herlaufen allerlei kritisierenden Bemerkungen von Seiten der Gäste aussetzte. Besonders den jungen Mädchen unter denselben wollte es gar nicht gefallen, daß der hübsche iattliche Mann sie so oft verließ. Dmn, wenn sich auch Fritz ebenfalls ihrer Gunst erfreute, so konnte ter junge Haussohn sich doch nicht zerteilen und seine Aufmerksamkeit allen zugleich zu Gute kommen affen. ...
Endlich aber wurde auch der Ungeduld, Angst und Sorge Ernst Brenners ein Ende gemacht- Denn
eben war er wieder an der bewußten Scheunenecke erschienen, als ihm auch das uns bereits bekannte Fuhrwerk mit den beiden Schimmeln davor sichtbar wurde.
„Gott sei Dank, da kommen sie endlich!" löste es sich in unterdrücktem Jubellaut von den Lippen des Verliebten. Hastig schritt er dann dem heran« rollenden Wagen entgegen. Und als er die Ankommenden — welchen sich Herr Michel jedoch nicht beigesellt hatte — auf Rufweite erreichff schwenkte er seinen Hut und rief ihnen ein freundliches Willkommen entgegen, das natürlich ebenso herzlich erwidert wurde, Lieschen aber schien noch besonders erfreut zu fein — und ihre leuchtenden Augen sagten dies dem Geliebten zur Genüge.
Der junge Mann hatte sich indeffen dem Gefährt vollmds genährt. Die Hand auf die Seite des Wagens gelegt, schritt er nun neben demselben her. Herr Wald aber, dem die Gegenwart seiner Schwägerin den Zwang auferlegt hatte — hmte die verhaßte Kopfbedeckung unausgesetzt auf dem Schädel iu fühlen, erkundigte sich in forcierter Weise, wer renn alles schon in Wronkermühle eigetroffen sei-
Als ihm Ernst hierauf den gewünschten Bescheid erteilt, schlug er mit der Rechten auf feine Äniee und schrie wie außer sich: „Wir sind die Letzten?! Seht ihr Weibsleute — seht ihr?! Mit Euerem verdammten Zoddeln sind wir richttg zu Nachzüglern geworden. Aber ein heiliges Kreuzdonnerwetter soll —"
„Bitte, bitte, Papachm, mäßige Dich," unter* irach Lieschen die zornigen Worte des Vaters. Dann aber schaute sie wie entschuldigend zu Ernst hinab. Doch dieser nickte ihr lächelnd zu, als wollte er agm: „Laß nur dm alten fluchen, soviel er will — ich weiß ja doch, wie er es meint." —