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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen. — Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition L Mk., bei allen Postämtern S Mk. 26 Pfg. (exll. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 26 Pfgi
Marburg,
Sonnabend, 17. September 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Caflel, Magdeburg und Men; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Parisr
XXVII. Jahrgang.
«Neubestellungen auf das 4.Quartal Vl der „Oberhessischen Z eitung" nebst ihren Beiblättern „Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain" sowie „Illustriertes Sonntag sblatt" werden schon vom heutigen Tage ab entgegengenommen. Neuzugehende Abonnenten in hiesiger Stadt erhalten die Zeitung vom Tage der Bestellung ab zuqe- sandt, ebenso die Abonnenten außerhalb, sobald sie die Postquittung nebst genauer Adreffe an uns einsenden.
Die Exped. d. Oberh. Ztg.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 16. September. Am Donnerstag Morgen begab sich ber Kaiser vom Marmorpalais bei Potsbam ans nach bem Wildpark unb pürschte daselbst. Später arbeitete ber Kaiser mit bem Kriegsminister von Kaltenborn unb empfing barmif ben neuernannten Reichskommifiar für die Gesundheitspflege im Stromgebiet ber Elbe Frhrn. v. Richthofen. — Am Donnerstag Abend begab sich ber Kaiser von Potsbam aus über Berlin auf ber Stettiner Bahn nach Anklam, um heute im Laufe des Vormittags in ber hurtigen Umgegend den Manöver» der 3. Division beizuwohnen. Die Rückkehr nach Potsdam dürfte Mittags auf demselben Wege erfolgen. Wie aus Theerbude berichtet. wird, wird der Kaiser am Donnerstag, den 22. September, in dem dortigen Jagdschloß Eintreffen, um der Hirschjagd obzuliegen. — Me aus Bad Homburg gemeldet wird, wird der Karser am nächsten Sonntag zum Besuch erwartet, den Sonntag über dort verbleiben und am Montag früh wieder in Potsdam eintreffen. — Das am Donnerstag über das Befinden der Kaiserin ausgegebene Bullettn lautet: „Ihre Majestät die Kaiserin und Königin zeigen feine wesentlichen Störungen der Gesundheit und find dauernd fieberlos geblieben. Die neugeborene Prinzessin zeigt ein normales Verhalten. Marmorpalais, den 15. September 1892. Dr. Ols- hausen. Dr. Juncker." — Das preußische Staatsministerium hat am Donnerstag Vor- mütag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg eine Sitzung abgehalten, welcher auch der Reichskanzler Graf Caprivi beiwohnte. In derselben legte, wie berichtet wird, der Reichskanzler
Aus Wronkermühle.
Original-Roman von E. D. H. Brandrup.
(Nachdruck verboten.^ (Fortsetzung.)
s Ehe Fritz unb Ernst die Schwelle des herrschaftlichen Wohngebäudes in Wronkermühle überschreiten, möge uns der geneigte Leser gestatten, ihn mit dem Heim der Familie Wronker bekannt zu machen Es ist das zu besserer Orientierung notwendig. Oeffnen wir also die Hausthür und betreten ben Flur. Zu beiden Seiten desselben, wie auch gerade aus, liegen Thüren In ber linken Ecke, dicht neben dem Eingänge führt eine schmale Treppe wach ben oberen Räumen, die jedoch nicht zu Zimmern eingerichtet sind. Durch die Thür geradeaus kommt man in einen schmalen Gang, der hinwiederum in einen breiteren mündet. Es ist dies der Hintere Flur, zu beffen Rechten und Linken ebenfalls Thüren liegen. Durch den Ausgang gerade aus gelangt man auf den Geflügelhof, dessen eine Seite von dem Mühlenteich begrenzt wird, auf welchem sich eine Menge Enten und Gänse taumelten.
Wollen wir uns nun wieder in dem Innern dieses Hauses umsehen, so gelangen wir von dem vorderen Flur aus links in den sogenannten Saal, der mit seiner gediegenen Einrichtung einen gar anheimelnden Eindruck machte, trotzdem er so niedrig ist, daß ein hochgewachsener Mann die Decke mit ben Fingerspitzen erreichen kann Eine Thür führt aus dem Saal in ein langes Zimmer, das von Sen Wronkers das.Stübchen' genannt wird. — Zur rechten Seite des Flures liegt das Speisezimmer. Dasselbe hat zwei Thüren, die zu der Küche und einem großen Gemach führen. Hinter diesem letzteren liegen noch zwei Stuben, die eine derselben heißt bas Kinderzimmer — die andere aber wird seit
den Arbeitsplan des Reichstages dar, wonach bte Einbringung der neuen Militärvorlage für die nächste Session feststehen soll. Im übrigen sollen Einzelheiten der Stenerreformvorlagen beraten worden sein. Die Einberufung des Landtages sei für den 8. November in Aussicht genommen. — Nach der „Nordd. Allg. Ztg." ist die Meldung Berliner Blätter, daß auch am Sonntag eine Sitzung des Staatsministerums stattgesunden habe, unrichttg. — Immer noch lange unb breite Geschichten werden über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunst der neuen Militärvorlage erzählt. Darauf näher einzugehen, lohnt absolut nicht, denn Alles, was vorgebracht ist, ist Raterei. In zwei Wochen werden wir die amtliche Publikatton haben und dann wissen wir auch woran wir sind. — Die Berichte, welche der Verband der Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften jährlich über den Umfang des Genossenschaftswesens heraus- giebt, können ihrer privaten Natur gemäß nicht lückenlos sein, liefern aber im Allgemeinen ein durchaus zutreffendes Bild dieser Entwicklung. Nach dem neuesten Berichte hat sich die Zahl der Genossenschaften seit dem Inkrafttreten des Gesetzes von 1889 um 2000 gehoben und sind in den letzten 3 Jahren über 1000 Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht errichtet. — In Betteff der Bierbesteuernng erfahren die Münchener „Neuesten Nachrichten", daß in den amtlichen Kreisen der bayerischen Regierung von einer Absicht der Reichsregierung, in der Form der Bierbesteuerung eine Aenderung herbeizuführen, nichts bekannt sei. — Pariser Journale wollen erfahren haben, Böhmen werde im Falle eines großen europäischen Krieges dem Dreibünde die Heeresfolge verweigern und dafür später zum neutralen Staate erhoben werden. Die Idee rühre vom Papst her, der sich auch mit Erfolg bemühe, den Sultan zum Einttitt in den französisch-russischen Bund zu bewegen. Nächstens kommt dann der Kaiser von China an die Reihe. — Neue deutsche Besitzergreifung in Südwestafrika. Das herrenlose, zwischen Herero und Owamboland innerhalb der deutschen Interessensphäre in Südwestafrika gelegene Gebiet ist nach erfolgter Genehmigung des Kaisers unter den Schutz des deutschen Reiches gestellt worden. — Nach zuverlässigen Mitteilungen aus Kapstadt find dort eine Anzahl Farmer vorhanden, welche nach K'lein-Windhock, dem Gebiete der Siedelungs - Gesellschaft in Südwestafrika, auszuwandern beabsichttgen, wenn ihnen große Länderstrecken in dem deutschen Schutzgebiet überwiesen würden. Es war ursprünglich von der Siedlungsgesellschaft beab-
Menschengedenken die Schulstube genannt. Mit ihr dürfen wir übrigens unsere Beschreibung beschließen und können den Faden der Erzählung jetzt wieder aufnehmen.
Mit vor Erregung bebender Rechten hatte Fritz die Thür seines Vaterhauses geöffnet Die Vettern traten nun in den vorderen Flur, auf dem ihnen ber Teckel Bergmann, welchen der Haussohn aufgezogen — mit lautem Geheul entgegensprang. Dann begegneten sie zuvörderst einer alten, hochgeschürzten Frau, bte einen Zuber mit Seifenwasser in ben Hänben hielt.
„Erbarm' sich, die jungen Herren!" schrie die noch rüstige Person unb ließ vor Schreck bas gefüllte Gefäß zu Boden fallen. Ohne aber der Sintflut zu achten, die sie so heraufbeschworen, stürzte sie in die geöffnete Stubenthür zurück. In wenigen Augenblicken war das ganze Haus alarmiert. Aus allen Räumen eilten jetzt Weiber und Mädchen mit Lappen. Schrubbern und Bürsten versehen, denn Frau Wronker hatte sie heute zu einem General- scheuerfest aufgeboten. Unsere beiden jungen Leute aber standen lachend mitten im Wasser, das ihnen zuerst in hoher Flut bis über die Knöchel geströmt und jetzt zollhoch im Flur hin und hLrschäumte. Die Ausrufe ber Arbeiterinnen erinnerte bie Vettern enblich an ihre Würde als Haussöhne. Jedes von den Weibern kannte ja die Heimkehrenden — die älteren sogar von klein auf — und Alle wollten den Panitschku'S die Hände küssen, ober wenn das nicht gelang, zum wenigsten ben Rockzipfel. Eine andere Begrüßungsform kennen die Gutszugehörigen im Posen'schen ja nicht —
Endlich aber gelang es den jungen Leuten doch, sich Lust zu machen. Auch erfuhren sie dann, daß >ie gnädige Frau im Backhause wäre, Panny Wronker
sichttgt, jedem Ansiedler nur einige Morgen bewässerbares Land zu geben und Anrecht auf die Weide- nutzung; aber da unter diesen Bedingungen keine Leute zu bekommen fein werden, so wird man wohl ober übel bem Ansinnen ber südafrikanischen Bauern nachgeben müssen, die sicher das beste Menschenmaterial in dem so öden Südwestafrika liefern werden. — In Berlin sind unterm 13. September neue Nachrichten eingegangen, welche unbedingte Ruhe und Sicherheit des K i l i m a n d s ch a r o - D i st r i k t s melden. Die Möglichkeit weiterer Ausdehnung des Wadschaggo-Aufstandes sei ausgeschlossen.
Likweuöerg, 15. Septbr. Zur Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Löwenberg schreibt die ultramontane „Schles. Volksztg.": „Wir wollen keinen Feind des Christentums unterstützen, darum geben wir unsere Stimmen Herrn v. Hallenser". Herr v. Hallenser ist der konservattve Kandidat.
Darmstadt, 14. Septbr. Wegen des Mörfelder Mordes wurde bald nach der That von der Frankfurter Polizei der Taglöhner Georg Schreck von Königstein verhaftet, doch schon am 6. September von dem königl. Amtsgericht zu Frankfurt wegen Mangel an genügendem Verdachte wieder freigelaffen. Am Sonntag den 11. d. Mts. befand sich Schreck noch in Frankfurt und äußerte, daß er die Absicht habe, nach Holland zu gehen; seitdem ist er verschwunden. Mittlerweile haben sich die Verdachtsmomente gegen ihn derart gehäuft, daß sich die hiesige Staatsanwaltschaft neuerdings veranlaßt gesehen hat, gegen ihn einen Steckbrief wegen Mordes zu erlassen, da man nunmehr mit Sicherheit annehmen zu müssen glaubt, daß er der Mörder sei. Man vermutet, daß Schreck auf einem Floß nach Holland entflohen ist. — Heute Morgen 7 Uhr hat in Pfungstadt ein 71 jähriger Mann namens Frankenberger die 64- jährige Wittwe Becker in ihrer Wohnung erstochen und hierauf sich selbst durch einen Schuß getötet. Frankenberger, welcher ebenfalls im Wittwerstande lebte, wollte die Becker ehelichen, womit diese jedoch nicht einverstanden war; aus Rache ließ er sich daher herbei, dieses scheußliche Verbrechen zu verüben.
Mainz, 13. Septbr. Dem hier anwesenden Großherzog von Hessen brachte heute Abend die Bürgerschaft einen Fackelzug dar. Die Feuerwehr, die Gewerke, die Vereine und die Ludwigsbahn beteiligten sich mit 5000 Fackelträgern unb sechs Musikkorps. Der Großherzog nahm bie Hnlbigung vom Balkon bes Schlosses entgegen.
aber noch auf bem Felde sei, wo er bie Leute beim Kartoffelausmachen beaufsichtige.
„So suchen wir zuerst bie Mutter auf," sagte Fritz, die Weiber vollends zur Seite nötigend. „Zudringliche Bagage," meinte er bann, währenb er mit bem Vetter, von Bergmann gefolgt — wieder das Haus verließ unb nach bem wassemmgürteten Obstgarten schritt, in bessen Mitte bas Backhaus erbaut worben.
Ernst antwortete nicht. Ihm hatte bie Freude ber schlichten Gemüter wohlgethan. . . Schweigenb erreichten bie Beiden so Garten unb Backhaus. In bem letzteren trafen sie benn auch bie nie rastende Hausfrau. Frau Louise Wronker mochte etwa fünfzig Jahre zählen, sie war mittelgroß unb babei etwas korpulent. Das volle frische Gesicht zeigte den Ausdruck unendlicher Herzensgüte und schöne nußbraune Augen. Momentan war die Gutsherrin damit beschäftigt, Brote zu gersteln unb so eifrig bei ihrer Arbeit, daß sie bie Heimkehrenden erst bemerkte, als sie bicht neben ihr standen. . . .
„Oh, Ihr, Ihr!" stammelte sie nun in grenzen- losem Staunen. Dann aber strikte sie den jungen Männern aufjauchzend die Arme entgegen. Immer von neuem drückte sie bald dm Sohn, bald den Neffen an die treue Brust und küßte beide nach Herzenslust Es kümmerte sie dabei wenig, daß sie die Heimgekehrten förmlich mit Mehl puderte.
„Aber recht war es doch nicht von Euch, Ihr Schlingel, mich so zu überrumpeln," sagte die gute Frau endlich und doch rannen ihr unaufhörlich die hellen Freudenthränen über die immer noch rosigen Wangen. „Was wollte ich nicht noch alles zur Feier Eurer Heimkehr aus dem bösen Kriege bereiten. Nun aber kommt Ihr mir ganze zwei Tage zu früh in das Haus geschneit — und — aber wie seht
Hessen-Nassau.
Markurg, 16. Septbr. Am 13. d. Mts. fand dahier unter dem Vorsitz des Herrn Landrats von Trott zu Solz eine Sitzung des Kreisausschusses statt, in der u. a. die folgenden Ver- waltungsstteitsachen zur mündlichen Verhandlung kamen. 1. Eine Klage des Königlichen Forstfiskus gegen bie Gemeinde Reimershausen wegen Anerkennung der Berechttgung des Fiskus zur Ausübung des Jagdrechts auf dem in der Gemarkung Reimershausen be- legenen fiskalischen Walddistrikt Streitkopf. Dieselbe wurde kostenpflichtig abgewiesen. 2. Ebenso die von der Ehefrau Drusel zu Ockershausen gegen den Bürgermeister Schneider daselbst wegen einer polizeilichen Verfügung (Oeffnung eines Abflußgrabens betteffend) angestrengte Klage. 3. Eine Klage der Gemeinde Marbach gegen den Fabrikanten Ritscher hierselbst wegen Beittagsleistung zu den Kosten der Unterhaltung des Landwegs von Marbach nach Marburg auf Grund des Gesetzes vom 16. März 1879 wurde durch Vergleich erledigt. 4. Kostenpflichtig abgewiesen, wurden die Klagen des Wirts Sell auf dem Rotenberg gegen die Verweigerung der Konzession zum Branntweinausschank, sowie des Nikolaus Becker zu Münchhausen und der Wittwe Böth zu Niederwalgern wegen Erteilung der Konzession zum Betriebe einer Gastwirtschaft. — In dem nicht öffentlichen Teile der Sitzung beschäftigte sich der Kreisausschuß mit Vorbereitung von Vorlagen für den nächsten Kreistag und mit der Erledigung von Angelegenheiten der Hessen - Nassauischen landwittschaftlichen Berufsgenossenschaft.
Warvurg, 16. Sept. Herr Dr. phil. Fischer, früher Hilfslehrer am hiesigen Gymnasium, ist vom 1. Oktober d. Js. ab zum Hilfslehrer am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. ernannt worden.
Marvurg, 16. September. Gestern Nachmittag hielt das hiesige Pferdemarkt-Komitee im Restaurant Kloppe eine Sitzung ab. In derselben wurde über den Verkauf der Marktlotterie-Lose Mitteilung gemacht und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der bis jetzt unverkauft gebliebene Rest der Lose noch abgesetzt werden würde, sodaß eine Einschränkung der Gewinne nicht stattfinden wird. Ferner wurde beschlossen, die Hauptpreise der Verlosung, ein kompletter Zweispänner im Werte von 2500 Mark, ein desgleichen Gnspänner im Werte von 1100 Mark, sowie Arbeitspferde und Fohlen, am Markttage im Zuge durch die Stadt zu führen. Letzterer wird um 2 Uhr Mittags auf dem Kämpfrasen Aufstellung
Ihr denn um bie Füße aus?" unterbrach sie sich hier, als ihr Blick bie stattlichen Figuren von Sohn unb Neffen wohlgefällig gemustert hatte und zuletzt bis an bas Piebestal ber Beiden gekommen war.
„Ja, Tantchen, bas haben wir der alten Teschen zu verdanken," lachte Ernst. „Das gute Weib war so erschrocken über unser plötzliches vor sie Hin« treten, daß sie eine große Waschbütte fallen ließ und uns mit dem Inhalte derselben förmlich erttänkte."
„Dann alarmierte die Hexe zum Ueberfluß auch noch das ganze Haus mit ihrem widerlichen Freudengekreisch," setzte Fritz hier in grämlichem Ton den Worten des Vetters hinzu. „Nur wenige Sekunden und wie die Rotte Korah kam nun das Weibervolk aus allen Ecken herangesttömt, die Attribute ihres würdigen Schaffens in den Händen haltend, so daß man eher vermeint hätte, dem bösen Feinde soll gewehrt werden, als daß es sich um eine Begrüßung handelte. Freilich, nachher ging das ekle Händeküssen los und —"
„Na, laß gut sein, Fritz," rief Ernst jetzt aus. „Die guten Leute kennen es ja nicht anders und gefreut, von ganzem Herzen gefreut — haben sie sich doch bei unserem Wiedersehen."
„Das meine ich ebenfalls," rief nun auch Frau Louise und setzte dann lebhaft hinzu:
„Ihr glaubt gar nicht, wie viel sich die Leute nach Eurem Ergehen erkundigt haben. Merkten sie nur, daß ein Brief vom Kriegsschauplatz angelangt war, dann hatte ich nicht eher Ruhe, als bis sie seinen Inhalt kannten und — aber Marianka, was stehst Du da und sperrst den Mund auf, als sollten Dir die gebratenen Tauben in den Hals fliegen," unterbrach die Mattone sich hier, nach einer Magd hinübersehend, bie ebenfalls im Backhause beschäftigt