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Wöchmüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Druck *n» «erlag: Joh. «ug. Koch,' Umverfitätr-Buchdruckerei m Marburg. Verantwortlicher Redakteur: Christ.vH RautenhauS m Marburg

Redaktion und Expedition: Markt 21. wVUlUimwSlUl» Redaktion und Expedition: Markt 21.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Soun- und Fet«tagetu - Quartal-Abotmements-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Rellamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 9. September 1892.

Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Casicl, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse in Frankfurt a. M>, Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXVII. Jahrgang.

Die neuen Militärvorlagen und die Parteien im Reichstage.

n.

Was ist denn der Kern unserer inneren Lage? Früher war in der Hauptsache für den Gang der inneren Politik des Fürsten Bismarck Wille maß­gebend und dieser stellte sich naturgemäß auf die Seite der Parteien, welche die Mehrheit für seine gesetzgeberischen Pläne bildeten. Heute ist der Wille des Kaisers der entscheidende Faktor, aber ein Monarch kann kein Parteimann sein und auch die Regierung hat bisher zwischen den Parteien gestanden, nicht aber Partei genommen. Das als Parteigesetz bezeichnete Volksschulgesetz entsprach doch lediglich der Ueberzeugung des Kultusministers Grafen Zedlitz- Trützschler und des Grafen Caprivi; aus der Schul­debatte im preußischen Abgeordnetenhause ergab sich das zur Genüge, und beide Männer haben auch nur ganz richtig und gemäß ihrer Ueberzeugung gehandelt, als sie nach der bekannten kaiserlichen Entscheidung gegen die Vorlage ihr Rücktrittsgesuch einreichten. Der Wunsch der Parteien, und der ist ebenso er­klärlich wie selbstverständlich, richtet sich natürlich dahin, einen geringeren oder größeren Einfluß auf den Gang der inneren Politik zu gewinnen, kurzum dieselben prinzipiell in ihrem Sinne gestaltet zu sehen. Das erklärt viele Sensationsnachrichten, das ist der Schlüssel zu manchen geheimnisvollen Andeutungen. Es wird sich bald genug Herausstellen müssen, ob im deutschen Reiche oder im ersten deutschen Bundes­staat eine Regierung ohne eine feste Regierungs- mehrheit arbeiten kann und diese Probe dürste aller­dings bei der neuen Militärvorlage gemacht werden resp. bei den Entwürfen, durch welche die Kosten für die neuen Truppenverstärkungen aufgebracht werden sollen. Mit dieser neuen Militärvorlage wird hin­sichtlich des für unsere Heeresorganisation geltensollen­den neuen Prinzips der entscheidende Sprucy gethan werden und damit zugleich für die Finanzfrage, weil die letztere vor allen Dingen in den Armenverhält- nissen wurzelt. Diese Vorlage wird auch einen Haupt- Parteistreit definistv entscheiden, den letzten großen, den wir noch haben, die Militärfrage. In allen übrigen Punkten von hervorragendster Bedeutung ist klare Bahn geschaffen: Das Sozialistengesetz ist erloschen, die Han­delsverträge haben die Zoll- und Wirtschaftspolitik auf Jahre hinaus festgelegt, die sozialpolitische Gesetzgebung liegt prinzipiell klar da, bleibt nur noch die Militärfrage, das schwierigste und verantwortlichste Stück Arbeit zugleich. Schwierig ist die Frage wegen der Auf-

Der Arbeit Segen.

Novelle von M- Widdern.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Unser guter Brenner!* kam cs fast jubelnd über die Lippen des jungen Weibes, das jetzt freilich ganz das Aussehen einer vornehmen Dame hatte. Und jetzt flog Lotte die Stufen hinab und wie ein Vogel den Weg hinauf.

Und nun nun hielten zwei weiße Hände die schwielige Rechte des Hausierers.Wie lieb wie wunderlieb ist es von Ihnen, daß Sie kommen," sagte die junge Frau dabei.Mein Fritz hätte übrigens längst schon an Sie geschrieben und Ihnen von dem Glück erzählt, das Sie Sie li-ber guter Herr Brenner doch im Grunde genommen bei uns eingeführt. Aber Ihre Adresse war ihm verloren gegangen und so wußte er nicht, wohin er seinen Brief zu richten habe. Mein Gott, aber das kann ich Ihnen ja alles auch später sagen," unter­brach sich Lotte hier, indem sie ihren Arm in den des Hausierers legteJetzt lassen Sie sich vor allen Dingen in das Haus geleiten."

Wie in einem Märchen von tausend und einer Nacht war es dem schlichten Bürstenbinder zu Mute, als er dann mit der schönen eleganten Dame, die sich so urplötzlich aus der ärmlichen Holzschnitzerfrau entpuppt die Freitreppe hinaufstieg und dann in das blumengeschmückte Vestibül der Villa trat.

Herr, du meine Güte ist es denn möglich, daß hier der Mann wohnt, -den er vor kaum mehr denn vier Jahren, verzweifelt im Chausseegraben fitzend gefunden? fragte er sich dabei immer wieder!"

Brenner schüttelte den Kopf. Es war doch wohl nur ein Traum, der sich in diesem Augenblick seiner Sinne bemächtigt. Aber nein, nein denn jetzt

bringung der erforderlichen Geldmittel, verantwortlich ist sie, weil Stärke und Tüchtigkeit unserer Armee auch unsere Zukunft entscheidet, Zusammensetzung und Verfassung der Armee also auf das Sorgfältigste geprüft werden müssen. Alle Bedürfnisse des Reiches, mit Ausnahme derjenigen für die Armee, können aus den laufenden, von selbst steigenden Einnahmen oder doch ohne nennenswerte Schwierigkeiten gedeckt werden. Verwickelt ist die Finanzlage des Reiches, wie die so manchen anderen europäischen Staates, vor Allem durch die Militärforderungen geworden, doch stehen wir ja gegenüber Rußland, Oesterreich-Ungarn, Italien ie. noch groß da. Ein Hauptmangel war es, daß für den Leiter der Reichsfinanzen bisher keine klare Uebersicht möglich war, was ihm eigentlich infolge zu neu aufzubringenden Geldern für Armeezwecke oblag. Diesem bisher bestandenen Mangel macht nun die neue Militärvorlage, weil sie das Prinzip ein für alle Male festsetzen will, ein Ende, und das ist ein großer Vorzug, den allerdings die erheblichen Mehrausgaben in weniger hellem Lichte erscheinen lassen. Eine harte Nuß wird es jedenfalls für den Reichstag werden, die hier geknackt werden muß. Aber die ganze Angelegenheit steht doch so hoch da, daß man wohl überzeugt sein kann, politische Handels­geschäfte werden hierbei nicht getrieben werden. Der Reichstag hat Zeit, er kann sich hierüber mit Offen­heit und Würde aussprechen.

Deutsches Reich.

W. gSertin, 8. Septbr. Unser Kaiser empfing am Dienstag Mittag im Marmorpalais bei Potsdam bett Chef des Zivilkabinetts und hierauf den Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements im Kriegsministerium. Am Mittwoch Vormittag arbeitete der Kaiser mit dem Chef des Zivilkabinetts und hörte Mittags den Vortrag des Ministerpräsidenten, Minister des Innern Grafen Eulenburg. Der Kaiser hat, einer Meldung desHamb. Korr." zufolge, nunmehr auch die Kaisermanöver in Baden und Württemberg abbestellt, so daß auch das 13. und 14. Armeekorps keine Manöver abhalten werde». Im Bereich des 11. Armeekorps finden bei den diesjährigen Manövern größere Proben mit den neuen Zelten mit Aluminium-Beschlag, sowie überhaupt mit Ausrüstungsgegenständen statt. Der Kaiser hat genehmigt, daß anstelle der bisherigen Armierung der Torpedoboote und Torpedo­divisionsboote mit 3,7 cm. Revolver-Kanonen eine solche mit 5 cm. Schnelllade-Kanonen L/40 tritt.

öffnete Frau Lotte eine Thür und und im nächsten Moment umhalsten ihn die Arme Fritzens und die Stimme des jungen Fabrikherrn rief, während sich Lotte wieder in das Vestibül zurückzog:

Alter, lieber Freund, welch' guter Geist führt Euch hierher, schafft mir Gelegenheit, Euch end­lich für die Ratschläge zu danken, die Ihr mir gegeben!"

Dann fühlte der Hausierer, wie ihm Fritz Golden, der jetzt den Ausdruck erweckter Energie im Antlitz zeigte den gewaltigen Tragekorb von dem Rücken löste Gleich darauf sah sich Brenner in ein zweites Gemach geleitet. Am Fenster desselben saß ein alter, blasser Mann, dessen Tage sicherlich gezählt waren.

Hier, Schwiegervater," rief Fritz dahier bringe ich Euch den Braven, welcher mir in der bittersten Stunde meines Lebens beigestanden, indem er mir den Rat gab, durch selbständige Arbeit mein Glück zu versuchen. Es war eine segenbringende Idee, die Brenner damals in mir geweckt. Denn wenn ich auch fernerhin der Knecht fremder Leute geblieben wäre, würde mich Frau Bertram nicht mit ihrer Bestellung beehrt haben und ©tauber hätte nimmer Gelegenheit gehabt, meine Arbeiten zu beurteilen."

So sprach Fritz, während er den Hausierer in einen eleganten Polsterstuhl drückte.

Der Schulmeister reichte dem fremden Mann eine bleiche zitternde Reckte und sagte dazu, daß er sich fteue, seine Bekanntschaft zu machen. Aber die Rede des alten Mannes klang stotternd und er sprach mit schwerer Zunge, wie er sich denn über­haupt nicht mehr ähnlich sah.

Indessen Michel sich dann wieder in seinen Stuhl zurückgelehnt hatte, trat Frau Lotte mit der

Für die Offiziere des Jng enieur- und Pionier­korps ist die letzte Berufsprüfung laut Kabinetts­ordre vom 19. August d. I. in Wegfall gekommen. Nach einer derPol. Korr." aus Berlin zu­gehenden Meldung wttd die Nachricht, daß betreffs der Einbringung der neuen Militärvorlage in der bevorstehenden Reichstagssession schon eine Entscheidung getroffen sei, in unterrichteten Kreisen als unzutreffend bezeichnet. Da die Publikation der Grundzüge der neuen Vorlage in etwa vier Wochen erfolgen soll, so wird man ja sehen, wie die Sache sich gestaltet. DieNat.-Ztg." erfährt von einer als zuverlässig erprobten Seite, daß der Reichskanzler von der Existenz des vielfach erwähnten Arttkels der Nordd. Allg. Ztg." Über den Katholikentag erst durch die Übliche Berichterstattung über die Steuerungen der Presse erfahren hat, und mithin auch die Publikation von ihm nicht veranlaßt worden ist. Es liegt jetzt der Wortlaut der Verfügung des Regierungspräsi­denten von Potsdam, unterzeichnet i. V. Frhr. von Richthofen vor, welche die Anftagen an die Landräte und die Magistrate wegen der Kommunalsteuer­reform enthält. Es ist eine Steuerreform geplant, nach welcher der Staat auf die Erhebung der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer zu verzichten, gleichwohl jedoch namentlich im Interesse der Gemeinden die Ver­anlagung zu regeln hat. In einer Anzahl von Gemeinden, namentlich in Badeorten, haben Bürger­meister oder sonstige Ortsvorstände Polizeiverord­nungen veröffentlicht, worin schlankweg allen Personen, die aus Hamburg, Altona und anderen verseuchten Orten kommen, das Betteten des Gemeindebezirks verboten wird. Nun heißt es aber in § 1 des Retchsgesetzes über dieFreizügigkeit vom 1. Novbr. 1867: Jeder Reichsangehörige hat das Recht, innerhalb des Reichsgebiets an jedem Orte sich aufzuhalteu oder niederzulassen, wo er eine eigene Wohnung oder ein eigenes Unterkommen sich zu ver­schaffen im Stande ist. An der Ausübung dieser Befugnisse darf der Reichsangehörige, soweit nicht das gegenwärttge Gesetz Ausnahmen zuläßt, weder durch die Obrigkeit seiner Heimat noch durch die Obrigkeit des Ortes, in welchem er sich aufgehalten oder niederlassen will, behindert oder durch lästige Bedingungen beschränkt werden.

Hessen-Nassau.

Warburg, 8. Septbr. (Bürgerausschuß- Sitzung.) Der ständige Bürgerausschuß hielt gestern Nachmittag im Rathaussaale eine öffentliche Sitzung

Schwiegermutter und dem kleinen Hans Heinrich ein, eine zierliche Magd folgte den Dreien auf dem Fuße. Sie trug ein Tablett mit allerlei Er­frischungen, machte aber ein ziemlich verwundertes Gesicht, als sie den Gast gewahrte, für welchen diese Umstände gemacht worden. Ein Mann in blauer Bluse auf seidenen Polstern sitzen zu sehen, war freilich auch nichts alltägliches für einen Domestiken, der bisher nur in den vornehmsten Häusern gedient hatte. Das Mädchen empfand es denn auch fast beschämend, daß es seines Gleichen bedienen sollte.

Aber hatte die Magd es denn nicht gewußt, als sie in den neuen Dienst trat, wie die nun­mehrige Herrschaft selbst von Hause aus kaum eines Standes mit ihr war? Warum erstaunte sie denn also, daß jetzt auch die alte Madame den fremben Mann mit so vielem Jubel begrüßte, als wüßte sie gar nichts lieberes, wie diesen Besuch?

Eine halbe Stunde verging nun in gemütlicher Plauderei, an der sich der Schulmeister aber durch­aus nicht beteiligte. Dann bat der Hausierer, Fritz möchte ihm seine Fabrik zeigen und ihn das Schaffen in derselben kennen lernen. Freudig erhob sich der junge Hausherr, um den Wunsch des lieben Gastes zu erfüllen. Arm in Arm schritten die beiden Männer dann dem gewaltigen Gebäude zu, in welchem mehr denn hundert tüchtige Schnitzer Be­schäftigung gefunden. Unterwegs aber fragte Brenner, was es mit dem alten Herrn auf sich habe, den Fritz ihm als feinen Schwiegervater vorgestellt.

Das sollt Ihr erfahren," erwiderte der junge Fabrikherr und erzählte jetzt aufrichtig von dem Schicksal Michels Daß derselbe wenige Tage, bevor er aus feiner Haft entlassen worden, einen Schlaganfall gehabt, der ihm mondelang jeder Be­wegung und auch oer Sprache beraubt hatte.In

ab. In derselben wurde zunächst der Bericht des Schlachthauses pro 1891/92 sowie der Kassenabschluß des Monats August der Kämmereikasse zur Kenntnis­nahme unterbreitet und hiernach die vorliegende Tages­ordnung wie folgt erledigt:

I. Die Regelung des Diensteinkommens und der Ruhegehalte der an der städtischen Realschule ange­stellten Lehrer, sowie die Fürsorge für deren Hinter­bliebenen.

Nachdem die städttschen Behörden die Umwand­lung des hiesigen Realprogymnasiums in eine 6- klassige lateinlose Realschule beschlossen haben und diese Umwandlung durch Erlaß vom 29. Februar d. I. die ministerielle Genehmigung erhalten hat, haben sich dieselben nunmehr aufgrund des Gesetzes über das Diensteinkommen der Lehrer an den nicht staatlichen Schulen vom 25. Juli 1892 darüber schlüssig zu machen: a. ob für die wissenschaftlichen Lehrer der Anstalt das System der Dienstalters- zulagcn nach Maßgabe des für die staatlichen An­stalten bestehenden Normal - Etats, oder b. ob das Auftücken dieser Lehrer im Gehalt nach Maßgabe eines Stellen-Etats, wie dies seither hier der Fall war, einzuführen sei.

In Beantworttrng dieser Fragen sprach sich die städtische Schuldeputatton sowie der Stadttat aufgrund der gemachten Erfahrungen gegen eine Beibehaltung des seitherigen Stellensystems aus und unterbreiten dem B.-Ausschuß weiterhin noch folgende Anttäge:

1. In erster Linie die Staatsregierung zu ersuchen, den Leiter und die wissenschaftlichen Lehrer an der Realschule in die Gemeinschaft der Lehrer an den staatlichen höheren Schulanstalten aufzunehmen, wo­gegen die Stadt auf das Berufungsrecht verzichtet, sich mit dem Präsentationsrecht bezüglich des Leiters begnügt und sich verpflichtet, zu der Besoldung der Lehrer, zu dem Pensionsfond und zu dem Wittven- und Waisenfond einen noch zu vereinbarenden jähr­lichen Beittag zu leisten.

2. Für den Fall, daß die Staatsregierung auf diesen Antrag nicht eingeht, dieselbe zu ersuchen, außer dem verttagsmäßigen Zuschuß von jährlich 7500 Mark einen Bedürfniszuschuß zu den Kosten der Lehrerbesoldung (dieselbe erhöht sich nach der Neuordnung der Verhältnisse für die Stadt um 8650 Mark), der etwaigen Pensionen und Wittwen- und Waisenversorgung zu den hierzu bereit gestellten Mitteln der Realschulkasse zu gewähren, dessen Höhe mindestens so zu bemessen ist, daß sie der Summe gleichkommt, welche die Stadt zur Deckung der Un­terhaltungskosten, soweit hierzu das auf jährlich 80

diesem Zustand brachten wir den Unglücklichen nach dem eben bezogenen neuen Heim," setzte Fritz hinzu. Meine Frau, deren junge Schwester, welche sich übrigens vor zwei Tagen mit meinem Kompagnon verheiratet hat und die alte Mutter, pflegten ihn aufopfernd, bis er endlich fo weit wieder genaß, wie Sie ihn vor sich gesehen. Gehen gelernt hat der Aermste jedoch nicht wieder. Er bleibt eine Menschenmumie, so lange er noch unter uns weilen wird. Wäre es anders, so hätten wir auch wohl unsere Rot damit gehabt, ihn dazu zu bestimmen, aus meiner Hand das tägliche Brot hinzunehmen. So jedoch" Fritz zuckte die Achseln,so jedoch fügt er sich eben in das Unvermeidliche. Aber ich glaube, er leidet unmenschlich bei dem Gedanken, daß er gerade von mir abhängig ist, den er einst so tief verachtet."

Mit den letzten Worten hatte Fritz den lieben Bekannten auch schon die ersten Stufen zu dem Fabrikgebäude hinaufgeführt. Bald durchschritten die beiben Männer dann die stattlichen Arbeitssäle, in denen frohgemut junge und alte Holzschneider ihrem erlernten Gewerbe nachgingen. Es waren zum Teil sehr hübsche und elegante Gegenstände, die hier angefertigt wurden und der Hausierer konnte sich gar nicht satt an den kunstvollen Sachen sehen.

Und wer leitet die fleißige Schar?" fragte er, nachdem er an der Seite des Fabrikanten auch den letzten Arbeitsraum durchschritten hatte.

Ich selbst natürlich! Einen Werkführer halten wir uns nicht. Wir Stander und ich haben uns aber in die Arbeit geteilt. Mein Kompagnon besorgt die äußeren Geschäfte er ist Kaufmann ich dagegen beaufsichtige die Arbeiter, zeichne die Vorlagen und lege auch bei den kunstvolleren Sachen selbst Hand mit an. So sind wir Beide von früh