8ettofl: in 3Rcrbutfl- Illustriertes Sonntagsblatt.
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»r'cherm täglich nutzer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Ml., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebnhr für dir gespaltene Zeile 10 Pig.. Reklamen fnr die Zeile 25 Big.
Marburg,
Mittwoch. 31. August 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieics Blattes,
iowie die Lnnoncen-Bureaux von Haasenstein u. Bögler in ______ ,
Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; XXVII. 5>abraana Moste i« Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Besteüimgeit auf die „OberhelMchr Leitung" für den Monat September werden entgegengenommen von allen Post- anstalten, den Landbriesträgern, sowie von unserer Expedition in Marburg, Markt Nr. 21, und unserer Vertretung in Kirchhain, Herrn B. Rindt.
Deutsches Reich.
W. Stettin, 30. August. Unser Kaiser arbeitete am Montag Morgen im Marmorpalais bei Potsdam mit dem Ches des Zivilkabinets, Wirkl. Geh. Rat von Lucanus und nahm hierauf Marinevorträge entgegen. Bormittags um 10*/4 Uhr kam der Kaiser von Potsdam nach Berlin und begab sich sofort in vierspänniger Equipage nach Rudow, um in der dortigen Umgegend an einer Hühnerjagd teil- Mnehmen. Am Abend kehrte der Monarch von Rudow nach dem Marmorpalais bei Potsdam zurück. — Unser Kaiser wird während der Herb st Manöver beim 8., 14. und 16. Armeekorps im Schlosse zu Koblenz, in Urville, in Karlsruhe und in Stuttgart sein Hauptquartier nehmen. Nach der Parade bei Metz begiebt sich der Kaiser mit seinen Gästen nacj dem neu eingerichteten Schlosse Urville, wo er während der viertägigen Manöver des 8. und 16. Korps gegen einander vom 12. bis 17. September wohnen wird. Am 19. ist die Parade bei Karlsruhe über das 14. Armeekorps und am 20. über das 13. Armeekorps bei Stuttgart, worauf diese beiden Korps dreitägige Manöver gegeneinander haben. Das Hauptquartier bleibt in Stuttgart bis zum 24. September. — Der Kaiser hat in den letzten Tagen auffallend häufig mit dem Reichskanzler und den militärischen Autoritäten, dem Kriegsminister von Kaltenborn, dem Generalstabschef Graf Schlieffen und anderen Herren konferiert. Es wird vermutet, daß in diesen Besprechungen die definitive Entscheidung über die neue Militärvorlage gefallen ist. Auch mit dem Prinzen Leopold von Bayern soll eine Unterredung, die zu einem besriedigenden Resultate führte, hierüber stattgefunden haben. Die Kosten für die baye- rffche Armee werden bekanntlich nicht vom Reichstage aufgebracht, sondern vom bayerischen Landtage. Es sind also besondere Forderungen hierfür notwendig. — Der neuernannte italienffche Botschafter beim deutschen Reiche, General Graf Lanza, welcher Ende voriger Woche aus Italien in Berlin eingetroffen ist, wird, dem Vernehmen nach, hmte, Dienstag, vom Kaiser
im dorftgen Schlosse in feierlicher Audienz empfangen werden, um sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. — Der russische Minister des Auswärtigen, Herr v. Giers, ist auf der Reise nach Italien am Sonntag Abend nebst Familie in Berkin eingetroffen. Be der Ankunft wurde der Minister auf dem Bahnho' von mehreren Herren der russischen Botschaft empfangen, doch Mike er sich so schwach, daß er nach dem Hotel Continental, wo er abgestiegen ist, getragen werden mußte. Am Montag Mittag hat der Minister mit seiner Familie Berkin wieder verlassen und seine Reise nach Aix les Bains fortgesetzt. — Die Bundesregierungen find bekanntlich schon vor einigen Wochen durch den Reichskanzler ersucht worden, für den Fall des Ausbruchs der Cholera innerhalb des Reichsgebiets mit denjenigen Maßnahmen vorzugehen, welche für diesen Fall in früheren Jahren aus Anlaß drohender Choleragefahr unter ihnen vereinbart worden waren und welche im Laufe dieses Sommers nach Maßgabe der inzwischen gemachten Erfahrungen einer Revision in einzelnen Punkten unterworfen worden find. Das ungewöhnlich heftige Auftreten der Seuche in Hamburg und in seiner Nachbarschaft hat aber sowohl bei der Reichsverwaltung als auch bei den hauptbeteiligten Bundesregierungen das Bedürfnis hervortreten laffen, im Wege mündlicher Verständigung die gleichmäßige Md schleunigste Durchführung aller jetzt unvermeidlich gewordenen Schutzmaßregeln nach jeder Richtung hin sicher zu stellen. Zu dem Behufe ist am Sonnabend, 27. d. M., Abends, auf Mnladung des Reichskanzlers im Reichsamt des Innern eine Kommission zusammengetreten, welcher Vertreter des Auswärtigen Amts, des Reichs - Eisenbahnamts, der Königlich preußischen Militär - MedizinalverwaltMg, der beteiligten preußischen Ministerien und der Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Lübeck, Bremen und Elsaß-Lothringen beiwohnten. Für das Kaiserliche Gesundheitsamt waren außer dem Direktor die von Reichswegen nach Hamburg entsendeten Sachverständigen, Geheimer Medizinal-Rat Dr. R. Koch und Regierungs-Rat Dr. Rahts erschienen. Die Beschlüsse dieser Kommission haben mehrfach zu einer Ergänzung der früher vereinbarten Maßnahmen geführt und eine erfteuliche Uebereinstimmung in allen, weiterhin zu treffenden Maßnahmen hervortreten lassen. Die Bevölkerung darf sich mit der Gewißheit beruhigen, daß vermöge des auf diesem Wege festgestellten Einverständnisses der hauptbeteiligten Regierungen nunmehr aller Orten mit der größten Energie gegen die Seuche und ihre
weitere Verbreitung vorgegangen werden wird. Die Ergebnisse der Kommissionsberatungen werden unverweilt zur Nachachtung der beteiligten Behörden und, soweit sie die Bevölkerung selbst berühren, zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden. — Die Meldung mehrerer Blätter, daß in der Angelegenheit der Couponskürzung der auswärtigen portugiesischen Schuld von Deutschland am Freitag eine neue Note in Lissabon überreicht worden sei, ist nach einem Telegramm des „W. T. B." aus Lissabon unbegründet; die letzte Note der deutschen Regierung in dieser Angelegenheit ist vor etwa drei Wochen abgegeben worden. — Wie aus Washington, 27. August, gemeldet wird, haben die deutsche, englische und amerikanische Regierung ihre Konsuln in Samoa ermächtigt, behufs Vollstreckung der von dem Obergericht in Apia getroffenen Entscheidungen erforderlichenfalls die Mitwirkung der dort stationierten Kriegsschiffe in Anspruch zu nehmen, soweit diese Mitwirkung ohne Herbeiführung einer milftärischen Aktion erfolgen kann. — Seitens des Winffters für Landwirtschaft, Domänen und Forsten ist die Einfuhr von lebenden Schweinen aus Steinbruch, Bielitz-Biala und Mener-Neustadt in das öffentliche Schlachthaus zu Guhrau wieder- ruflich gestattet worden. — Es ist mehrfach angeregt worden, im Jnteresfe der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche polizeilich vorzuschreiben, daß von den Sammel-Molkereien Mager- und Buttermilch nur in abgekochtem Zustande an die Molkereigenosseu verabfolgt werden dürfe. Allerdings steht die That- sache fest, daß schon eine kleine Menge des An- stcckungsstoffs genügt, um größere Mengen gesunder Milch zu infizieren und daß durch das Verfüttern der verbleibenden Mager- und Buttermllch die Maul- und Klauenseuche vielfach in bis dahin seuchenftcie Viehstände übertragen worden ist. Durch die in Nr. 135 des „Reichs- und Staats-Anzeigers" von 1891 abgedruckte Zirkular-Verfügung des Ministers für Landwirtschaft ic. vom 30. Mai v. I. sind deshalb die Polizeibehörden bereits angewiesen, beim Auftreten der Maul- und Klauenseuche in dem Viehbestände auch nur eines bei einer Molkereigenossenschaft beteiligten Landwirts der Genossenschaft die Sterilisierung der abzugebenden Magermilch — durch Erhitzen bis auf 100 Grad C. — vorzuschreiben. Weitergehende Maßregeln können im polizeilichen Wege nach Lage der Seuchengesetzgebung nicht wohl angeordnet werden. Bei der jetzigen weiten Verbreitung der Maul- und Klauenseuche und deni großen Umfang, den die Ge- nossenschastsmolkereien angenommen haben, ist es aber
dringend wünschenswert, daß die landwirffchaftlichen Kreise sich die große, von der Verwendung fremder Magermilch zum Füttern ihnen drohende Gefahr zum Bewußtsein bringen und die gebotenen Vorsichtsmaßregeln auch ihrerseits nicht außer Acht lassen, sowie die Maßregeln der Behörden unterstützen. — 3n den weinbautreibenden Gegenden Deutschlands hat eine Nachricht, welche im Laufe der vorigen Woche durch die Tagesblätter ging, bedeutende Beunruhigung hervorgerufen. Es hieß nämlich, die italienischen Eisenbahnen hätten eine ganz gewalftge Anzahl von Waggons bereit gestellt mit der Bestimmung, italienischen Most nach Deutschland und der Schweiz zu befördern. Würde diese Nachricht sich bestätigen, so möchte vielleicht auch die Beunruhigung der WeinbMer gerechtferttgt erscheinen. Glücklicherweise jedoch haben unsere Winzer keinen Grund, sich vor dem italienischen Most zu fürchten, denn offenbar trägt jene Meldung das deutlich erkennbare Gepräge eines Börsenmanövers, dazu bestimmt, die Rente der Gotthardbahn und der Üalienischen Bahnen in die Höhe zu treiben. Da sich nun dieses Manöver voraussichtlich bis zum Beginn der Weinlese und noch darüber hinaus in verschiedenen Gestalten und Variationen bemerkbar
machen dürfte, erachten wir es für unsere Pflicht, die Interessentenkreise auf den wahren Wert und Ursprung jener Meldung aufmerksam zu machen und sie vor jeder unnützen Beunruhigung zu sichern.
Are«««, 30. Aug. DieHaupversammlung des Gustav-Adolf-Vereins ist wegen der Cholera vertagt.
Hessen-Nassau.
Marvurg, 30. August. Dem Geheimen Regierungs-Rat Dr. Wentzel, vortragender Rat im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten (früher Landrat des hiesigen Kreises) ist das Koiy- mandeurkreuz des Ordens der Königlich italienische» Krone verliehen worden.
Marönrg, 30. Aug. Straßenbeleuchtung für den Monat September 1892:
Datum Volle Beleuchtung Richtungslaternen 1.—7. keine Beleuchtung von 7—4 Uhr 8.-9. von 7 — 10 Uhr von 10—4 Uhr
10.—28. von 6V2—11 Uhr von 11—4 Uhr 29.—30. keine Beleuchtung von 6^—4 Uhr.
MarSurg, 30. August. (Cholera.) Heute Vormittag kurz nach 10 Uhr traf mittelst Extrazuges eine Anzahl höherer Bahnbeamten hier ein, um wie auf allen Stationen, so auch mit der am hiesigen Orte
Der Arbeit Segen.
Novelle von M- Widdern.
(Nachdruck verboten.) (Forffetznng.)
Hand in Hand schritten die Neuvermählten an dem Graben entlang und als Fritz die ersten Gänseblümchen in demselben sah, beugte er sich und pflückte ein Sträußchen für das liebe — liebe Weib.
Lotte steckte sich die schlichten Blüten an die Brust: .Wenn ich nach Hause komme, stelle ich sie in's Wasser," sagte sie dabei. „Es sind ja die ersten Blumen, die ich als Deine Frau von Dir erhalten. Das erste Geschenk, welches Du mir als Ehemann wachst."
„O, Lotte, warum kann ich Dir nichts Besseres Kben — nichts Kostbares! — Glaube mir, Deinetwegen wünschte ich einen Schatz zu haben. Möchte Dich eben mitjißem umgeben, was der Reichtum kaufen kann. Sieh, wenn ich in der Stadt irgend einem geputzten Dämchen begegne, so denke ich immer, wie viel schöner Du aussehen würdest, wenn Du an ihrer Statt die prächtigen Kleider trügest ~ und mir thut das Herz weh, wenn ich daran denke, daß ich doch ein gar so großer Lump bin,
„Richt dieses Wort — nicht dieses häßliche Wort," unterbrach Lotte hier jedoch sörmlich entsetzt die Rede des Gatten. Und dann seine Hände drückend, setzte sie hinzu: „Du bist kein Lump, Fritz ~7 bei Gott Du bist es nicht!" Und ein Tag wird kommen, ich weiß e» — -wo Du mir auch andere Geschenke machen wirst, als — die Blümchen hier, die Du am Wege gepflückt hast- Aber das glaube mir, sie werden mich nie mehr erfreuen, als dieses Sträußchen an meiner Brust, trotzdem ich ja selbst wünsche, daß Du dich zu einer besseren Lebens
lage .empor arbeitest und wir zu wohlhabenden Leuten würden."
Und nun sprachen die Beiden wieder von ihren Plänen und Hoffnungen, die sie an dieselben knüpften. Immer kühner aber wurden ihre Lustschlösser, bis Lotte endlich lachend daran mahnte, daß sie ja mit den Gedanken in eine förmliche Märchenwelt geraten wären.
„Noch liegt ein weites Feld vor Dir, Fritz," sagte sie dann, „das Du beackern mußt. Es hat gar steinigen Boden, Mann — und mancher Schweißtropfen wird noch bei der harten Arbeit fließen."
„Ich weiß es, Lotte — aber wenn Du an meiner Seite bist und mir Mut zusprichst, so soll mir nichts zu schwer werden."
Sie nickte ihm freundlich zu. Hernach aber blieb sie plötzlich stehen und ssch verwundert umblickend, rief sie erschrocken: „Mein Gott, wie weit bin ich nun aber mit Dir gegangen, Fritz? Was wird die Mutter denken, daß ich so lange die Arbeit versäumte?"
„Die Mutter?" Fritz lächelte glücklich vor sich »in. „Die freut sich nur, daß Du ihren Jungen ieb hast," sagte er. — „Aber ich will Dich nicht »alten, Schatz. Geh, wenn es Dir an der Zett dünkt. Ich beschleunige dann auch meine Schritte und bin bald ebenfalls wieder zu Haus, um mit der Arbeit zu beginnen, der Arbeit für eigene Rechnung," fügte er stolz hinzu.
Und nun trennten sie sich — nach zärtlichen ! küssen und liebenden Worten. — Als da« junge Weib dann aber allein den Rückweg antrat — das iebe, sanfte Gesicht de» Gefährten nicht mehr neben ich sah, bemächtigte sich ihrer plötzlich eine ganz andere Stimmung.
Tie Gestalt des Vaters trat erneuert vor Lotte's
geistiges Auge und mit tiefem Wehegefühl hörte sie noch einmal feine harten — rohen Worte. Gleich einer Erniedrigung ihrer selbst empfand sie auch, daß er im Stande gewesen, in Gegenwart der braven Schwiegermutter so zu sprechen.
Wie muß sich die alte Frau verwundert haben, daß gerade der Lehrer solche brutalen Reden im Munde führte, er, der doch nicht ohne Religion fein durste, von seinem Kinde verlangte, es solle den Eid brechen, den es am Altar geleistet und noch dazu einem Manne, welcher ihm — dem Vater — das Leben gerettet.
Freilich, Lotte hatte sich kaum befrembet gefühlt durch das Benehmen des Schulmeisters- Sie kannte feine Roheit — hatte von klein auf nichts Anderes von ihm gehört, als Schimpfen und Fluchen. Die arme Mutter zitterte vor dem Unhold, sie wagte kaum ein Wort ungefragt zu ihm zu sprechen.
Derselbe Mann aber, der zu Hause ein Tyrann, ein Wüterich war, zeigte nach außen hin, da, wo er Grund sah, sich zu beugen — den liebenswürdigsten Charakter.
Die Herrschaft auf dem Schlosse und der Pfarrer jielten deshalb auch große Stücke auf den Schulmeister
Lotte war überzeugt, der Vater hätte sich auch ein Tugendmäntelchen umgehängt, wenn sie schwach genug gewesen wäre, seine Befehle zu befolgen und chon nach vierundzwanzig Stunden den Mann zu verlassen, dem ihr Herz und ihre Seele gehörte Fraglos würde er — der im Süllen ein Gottes- äugner war, vor der Welt aber die Augen frömmelnd verdrehte — dann als Grund der Trennung der jungen Gatten angegeben haben, daß sie — Lotte erst nach der Vereinigung mit Fritz dahinter gekommen war, wie derselbe der Kirche nicht die Verehrung zolle, die sie verdiente.
Mit einem Mann aber, der sich so zu sagen, seine eigene Religion gebildet, aus den Glaubens- sätzen die ihm am bequemsten waren, wollte sein Kind — durste es nicht ein Leib und eine Seele sein, so lange er, der fromme Christ, noch dem Herrn diente. —
So dachte Lotte. Ein Hauch quälender Schmerzen aber breitete sich über das schöne junge Gesicht, als sie sich dann der Geschwister erinnerte, die sie so ganz und gar unter der Botmäßigkeit des Vaters wußte. Freilich, der älteste Bruder war in der Lehre — aber die übrigen Kinder, das liebreizende Lieschen an der Spitze — seufzten sämtlich unter der Härte des Tyrannen. Früher konnte Lotte doch wenigstens abends mit itjnen plaudern, den Armen auch hin und wieder eine kleine Freude bereiten. Ach, und sie hatte gehofft, daß es nach ihrer Verheiratung auch in dieser Beziehung noch besser würde. Die Geschwister besuchten sie dann doch — und im eigenen Heim konnte sie ihnen ungehindert jede jener Freiheiten gestatten, die im Schulmeister hause für ein Verbrechen galten.
»Arme — arme Geschöpfe! Fraglos wird jetzt auch Euch der Vater nicht gestatten, zu mir zu gehen, die sich unterstanden hat, seinen Willen zu brechen," hauchte Lotte und blieb plötzlich stehen. So tief aber war sie in ihre Gedanken versunken gewesen, >aß sie gar nicht gehört, wie sich ihr von der Stadt her ein elegantes Gefährt genähert hatte und daß der Wagen plötzlich hielt.
Fast nervös zuckte sie deshalb auch zusammen, als nun eine laute Stimme rief: „Guten Morgen, unge Frau!"
(Fortsetzung folgt)