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Wöchenüiche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
LruS kü6 «erlog: Joh. Äug. Koch. Universitals-Buchdruckerei in Marburg. I?rtttttfrtIfttf Verantwortlicher Redakteur: Christoph RautenhauS in Marburg
Redaktion und Expedition Markt 21. V W Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Kiek, 18. August. Ein kleines Geschwader, bestehend aus dem Panzerschiff „Sachsen", dem Aviso „Greiff", dem Torpedodivisionsboot D. 7 und Torpedoboot S. 42, hat Befehl erhalten, sich an die norwegische Küste zu begeben, um dort Torpedoschießübungen vorzunehmen.
Der Arbeit Segen.
Novelle von M- Widdern.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
gulanvs das Leitungswasser entzogen werden kann. Dem Vernehmen nach beabsichtigen die städtischen Behörden auch das bei den Bohrungen in Wehrda gegenwärtig bereits gewonnene Wasser dem Rohre der städtischen Wasserleitung zuzuführen und morgen Sonnabend im Beisein des Stadtrates den ersten Versuch zu machen. Da der Quellwasserzulauf in den 12 Stunden des Tages 250 Kubikmeter beträgt und durch den nächtlichen Schluß der Leitung im Renthof-Reservoir 280—300 Kubikmeter Wasser am Morgen angesammelt vorhanden sind, so müßte dieses Wasserquantum bei sparsamem Verbrauch jetzt wohl imstande sein, den nötigsten Wasserbedarf der Stadt zu decken. — Das Sprengen der Straßen durch den städtischen Sprengwagen erfolgt in den letzten Tagen ausschließlich mit Lahnwasser.
Marvnrg, 19. Aug. Anfangs dieser Woche verstarb in der hiesigen medizinischen Klinik, wo derselbe längere Zeit an einem schweren Nierenleiden krank gelegen, der Sekondeleutnant im 1. großherzoglich hessischen Infanterie (Leibgarde)-Regiment Nr. 115, Freiherr Erich Schenck zu Schweinsberg aus Darmstadt. Der Verblichene war ein Sohn des in Cassel verstorbenen Generals Freiherr Ludwig Schenck zu Schweinsberg und dessen Ehefrau Selma geb. von Lehesten. Die Bestattung desselben erfolgte gestern Abend mit allen militärischen Ehren. Das gesamte Offizierkorps des 115. Regiments, sowie des hiesigen Jägerbataillons gab dem von 8 Unteroffizieren getragenen Sarg das Geleite. Am Grabe selbst hielt Herr Superintendent Dettmering die Leichenrede, die Kapelle des Jägerbataillons spielte 2 Choräle und ein Kommando von 40 Jägern gab 3 Ehrensalven ab. Der Verstorbene stand im 29. Lebensjahre.
Waröurg, 19. August. Durch die Novelle zum Krankenkassengesetz vom 10. April d.I. sind die bisherigen Bestimmungen über die Orts-, Betriebs- (Fabrik-), Bau- und Jnnungskrankenkassen so wesentlich abgeändert worden, daß eine Umarbeitung der Statuten dieser Kassen sich nicht wird umgehen lassen. Durch diese Novelle ist die Versicherungspflicht ausgedehnt auf:
1. Die im Geschäftsbetrieb der Anwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, der Krankenkassen, Berufsgenossenschaften und Versicherungsanstalten beschäftigten Personen mit einem Jahresarbeitsverdienste von nicht mehr als 2000 Mk.
2. Handelsgehilfen, Lehrlinge — mit Ausnahme der Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken — mit der gleichen Begrenzung wie zu 1, aber auch innerhalb dieser Begrenzung nur insoweit, als ihnen durch
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Im Impulse des Augenblickes legte sie nun ihren Arm in den seinen. „Sei nicht böse, Lieber," flüsterte sie dabei, „ich wollte Dich ja nicht beleidigen! Mein Gott, kann denn auch ein Jeder Riesenkräfte besitzen, wie des Schulzen beide Jungen, an denen ja auch sonst nichts Gutes weiter ist? Möchte, das weiß der Himmel! wenigstens keinen von ihnen zum Mann, wie viel Geld sie auch haben und trotzdem der Aeltere den schönen Hof übernimmt. Es sind zwei rohe Bursche, denen nichts heilig ist, trotzdem sie alle Sonntag in die Kirche gehen und Gottes Wort stets int Munde führen. Du aber bist ein herzlieber Mensch, welcher sein Christentum wahrhaft bekennt, indem er Menschenliebe an Arme und Unglückliche übt"
Fritz, sagte Lotte, „Du findest kein Vergnügen man, am Spieltische im Kruge zu sitzen und Dich in Branntwein zu betrinken, wie es der Schulzen Söhne nur zu oft thun."
„Aber ich bin so arm," warf Fritz leise hier ein
„Was heißt arm? Kein Mensch ist arm, der eine Arbeit aus dem Grunde versteht und das thust Du; Du bist der tüchtigste Holtzschnitzer wett und »reit — dazu sitzt Du aber auch auf eigenem Grund und Boden"
Unser junges Pärchen hatte sich während dieses Gespräches Dobbern immer mehr genähert Das Dorf lag mitten im Grünen und machte einen gar lieblichen Eindruck mit seinen sauberen Gehöften — der hübschen Kirche und dem stattlichen Pfarrhaus dicht neben ihr. Hinter dem letzteren — auf erhöhtem Terrain lag das Schloß — der Herrenhof — auf dem schon seit mehreren Jahrhunderten die Freiherren von Dobbern residierten. . - •
„Deiner Mutter Heim und das Deine," sagte Lotte nach einer Weile und deutete auf das winzige
die Jagd für eine passende Aussonderung erachtet wird. Der Kronprinz will am 5. September in Gothenbnrg eintreffen, um den Kaiser Wilhelm daselbst zu empfangen. — Durch kaiserliche Kabinettsordre ist der Kommandeur beS Leib-Garde-Husaren- Regimeutes, Oberstleutnant von Moßner, zum kaiserlichen Flügeladjutanten ernannt worden. — Der preußische „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Anweisung an Die Kreis- und Gemeindebehörden über die Formalitäten, welche bei der Einholung der Genehmigung zur Aufnahme von Anleihen zu beobachten sind.— Der Bestand des Weinkellers in Herrenhausen, der jetzt dem Herzog von Cumberland ausgeliefert worden ist, hat sich der „Franks. Ztg." zufolge unter der preußischen Verwaltung von 40000 auf 7000 Flaschen vermindert. Das Blatt meint „die freie Auffassung der Bismarckschen Aera über die Verwendung des Welfenvermögens scheine sich in untergeordneten Organen auch auf diesen Weinkeller erstreckt zu haben." — Wtt sind in der Lage, so antwortet hieraus die „T. R." der „Franks. Ztg.", genaue Auskunft über das Verschwinden des Weines geben zu können. Nicht „untergeordnete Organe" haben ihn ausgetrunken, sondern Fürst Bismarck selbst. Einem Manne, der, wie wir aus der demokratischen und ultramontanen Presse authentisch wissen, die Sozialdemokratie gezeugt, den Antisemitismus erfunden, die Reblaus erdacht und mehrfach Hoch- nnd Landesverrat verübt hat, dem darf man auch zutrauen, daß er fremde Weine trinkt. Die „Freis. Ztg." hat kürzlich ja auch erklärt, woher die blühende Gesichtsfarbe des alten Kanzlers komme. Daß gerade die feineren Rothweine es sind, die in Herrenhausen fehlen, erhebt den Verdacht, daß Niemand als der sog. Gründer des Deutschen Reiches den Keller leer getrunken hat, zur völligen Gewißheit. — Nach Mitteilungen aus Kamerun, beabsichtigen sowohl Dr. Zintgraff als auch Chef Ramsay nach Deutschland zurückzukehren, was in kolonialen Kreisen als sehr bedauerlich empfunden wird, da die Franzosen mit allen Mitteln danach streben, das Hinterland unserer Kamerunkolonie in ihren Besitz zu bringen und sowohl der französische Afrikareisende Mizon wie Brazza ihre ftüheren Entdeckungen weiter auszubauen beabsichtigen. Daß dabei etwaige deutsche Ansprüche nicht beachtet werden, geht aus der ganzen Art und Weise hervor, wie Mizon in Frankreich gefeiert wurde und wie man es selbst in geographisch-wissenschaftlichen Kreisen verstand, die Verdienste der Deutschen um die Erforschung des Senne und Adamauas nicht zu erwähnen.
Häuschen, welches von der Stadt aus — den Anfang des Dorfes bildete. „Du hast ein wahres Schmuckkästchen aus dem kleinen Anwesen gemacht," setzte das junge Mädchen hinzu. „Das Häuschen blinkt förmlich in dem neuen weißen Anstrich und nirgend blühen Levkoyen, Rittersporn und der stolze Heinrich so schön, als in Eurem Garten, den Deine Hände allein in Ordnung halten."
„Seit meine arme Mutter so schwach geworden," setzte Fritz hinzu, „daß sie nur noch mit Mühe vermag, das bischen Effen für uns zu kochen und das Zeug zu flicken, wenn es zerrissen. — Doch sieh da, dort sitzt die brave Alte ja auf der Schwelle. Willst Du ihr nicht einen guten Abend bieten, Lottchen? Sie freut sich immer, wenn sie Dich sieht und hat nächst mir, ihrem einzigen verzogenen Jungen, keinen Menschen so lieb, als Schulmeisters Lotte."
Damit hatte Fritz auch schon die niedere Stacketenthür des kleinen, nach bäuerischem Geschmack eingerichteten Gartens geöffnet, in dessen Hintergrund das winzige Häuschen lag An den niederen, aber spiegelblank geputzten Fenster desselben hingen weiße Gardinen und neben Geranium und Goldlack standen auf den Lateibrettern bunlgefleckte Porzellanhündchen. Die Hausthür war grüngestrichen, in gleicher Farbe prangten auch die Fensterläden.--
„Gott zum Gruß, Mutter Golden!" rief Lotte der alten Frau zu, die wie gesagt, auf der Schwelle ihres Häuschens saß.
Die Alte hob sofort die müden Augen von der Stickerei, mit der sie sich beschäftigt. Und wie Sonnenschein glitt es über das blasse Gesicht, als sie die beiden jungen Leute gewahrte, die sich ihr rasch näherten. _____
„Gott zum Gruß!" rief nun auch sie. Und
„Mein Vater wird nicht aus die Länge der Zett bei feinem Widerspruch verharren — um so weniger, als ich aus sicherer Quelle weiß, daß Dich der Fabrikherr zum Werkführer machen will, sobald sich der alte Groß, der jetzt die Arbeiten in seinen Sälen leitet, zur Ruhe setzt. Ueberbies — doch wozu überhaupt von dem Widerspruch des Vaters sprechen," unterbrach sie sich, „die Hauptsache für Dich ist doch, daß Du mein Wort hast und ich — Dir gut — von ganzem Herzen gut bin — schon seit wir auf einer Schulbank gesessen und auf der Dorfstraße mit einander gespielt haben.
„Weißt Du noch," fuhr das junge Mädchen bann fort, während es noch rüstiger ausfchrttt — .wie oft ich Dich damals gegen die bösen Jungen des Schulzen in Schutz nahm? Du warst so ein schwächliches Kind und weil Du dich nicht mit den robusten Buben herumschlagen konntest, verhöhnten sie Dich; gaben Dir Nasenstüber und ;errten an Deinem Röckchen, wenn sie nur konnten."
Ein leises Rot zuckte schattenhaft über das blasse Gesicht des jungen Burschen: „Ob ich mich «och daran erinnere?" sagte er und setzte gleich darauf in dem Ton der Befchauung hinzu: „Eigentlich war's aber doch ’ne verkehrte Geschichte: Anstatt der Bub' das Mädel, beschützte das Mädel den Buben!"
Die Art und Weise, mit der diese Worte ge- ftwochen, machten Lotte erschreckt in das Gesicht ihres Begleiters schauen. Der Ausdruck in demselben schmerzte sie; ließ er sie doch erkennen, wie rvehe sie mit ihrem Mahnen dem Geliebten gethan.
Ausland.
Wußkand. (Ernteaussichten.) Die Ernte des Sommergetreides hat in dem südlichen Rußland begonnen; sie wird jedoch fast allenthalben durch andauerndes Regenwetter beeinträchtigt, unter welchem bis jetzt namentlich Gerste gelitten hat. In einzelnen Gegenden, wie am Dnjepr, fürchtet man bereits das Auswachsen des auf dem Felde befindlichen Ge- tteides. In dem Teile des Gouvernements Cherson westlich vom Bug ist in Sommergetreide eine schwache Mittelernte, in dem Teile östlich vom Bug desgleichen, im Gouvernement Jekaterinoslaw eine gute Mittelernte zu verzeichnen.
Hessen-Nassau.
Marburg, 19. August. Als eine Folge der anhaltenden tropischen Hitze und Trockenheit wird ans allen Gegenden Deutschlands ein so rapider Rückgang der Quellwasserlieferung und des Wasserstandes der Flüsse gemeldet, daß die Rhein- und Main-Schifffahrt darunter leidet und eine ganze Anzahl von Städten unserer Provinz gezwungen ist, den Verbrauch ihres Leitungswassers aufs äußerste zu beschränken, um der nahenden Kalamität so gut als möglich Herr zu werden. Auch unsere Stadt befindet sich in der gleichen Lage, indem der verminderte Zufluß an Quellwasser nicht hinreicht um den durch die Trockenheit bedeutend gesteigerten Verbrauch zu decken. Die hierdurch naturgemäß entstehenden Unannehmlichkeiten werden um so unerträglicher werden, je rücksichtsloser Einzelne mit dem Leitungswasser umgehen; wurden doch allein am heutigen Vormittag 480 Kubikmeter Wasser, b. h. bie vierfach größere Menge Wasser als an anberen Tagen, ber Leitung entnommen, sobaß letztere geschlossen werben mußte. (Nur bie belben Brunnen am Markt unb auf ber Neustabt werben heute Abenb von 6—7 Uhr geöffnet sein.) Es liegt beshalb zunächst im Interesse aller übrigen Bewohner unserer Stabt, wenn sie sich Selbsthilfe verschaffen unb bie Behörben in ber Ermittelung ber Wasserverschleuderer unterstützen, damit diesen auf Grund des geltenden Re-
Deutsches Reich.
W. K erlitt, 19. Aug. Die große Herbst- parade über das preußische Gardekorps hat am Donnerstag auf dem Tempelhofer Felde bei Berlin m üblicher Weise stattgefunden. Trotz der großen Hitze war eine gewaltige Menschenmenge auf den Seinen, nennenswerte Unfälle sind nicht vorgekommen. Ter Kaiser, welcher von Potsdam direkt nach dem Paradefelde gefahren war, hatte die große gestickie Keueralsuniform angelegt mit dem Schwarzen Sdlcrorden und dem bayerischen Hubertusorden. Ter Monarch wurde erwartet von dem Prinzen Leopold von Bayern, der sich als Generalinspekteur der vierten Armeeinspektion meldete, vom Generalfeldmarschall Grafen Blumenthal, dem Erbpttnzen von Meiningen, dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, dem Erbgroßherzog von Baden und deren Gemahlinnen. Nach herzlicher Begrüßung ritt Se. Majestät, den Prinzen Leopold von Bayern zur Seite, der Paradeaufstellung zu, von wo zunächst der Präsentiermarsch und bann bie preußische Nationalhymne herüberschallte, bereu feierliche Klänge ben obersten Kriegsherrn begrüßten, währenb bie Truppen unter präsentiertem Gewehr unb bei gesenkter Fahne ein breimaliges Hurrah ausbrachten. Nach bem Abreiten ber Front erfolgte ber Vorbeimarsch, ber wegen ber großen Hitze nur einmal ausgeführt würbe. Der Monarch hatte sich babei selbst an bie Spitze des ersten Garde-Regimentes gesetzt. Nachdem der Kaiser den höheren Befehlshabem seine Zufriedenheil ausgesprochen hatte, ritt er an der Spitze der Fahnenkompagnie unter brausenden Ovationen ins Schloß. Am Nachmittage fand große Paradetafel im Neuen Palais bei Potsdam statt, wobei der Kaiser die Gesundheit des Kaisers Franz Joseph aus Anlaß des Geburtstages desselben ausbrachte. — lieber die bevorstehende schwedische Reise des Kaisers wird aus Stockholm geschrieben: Wie hier verlautet, wird Kaiser Wilhelm nach der Jagd in Wester-Götland nicht Stockholm besuchen, sondern sogleich nach Gothenburg zurückkehren. An der Jagd nehmen außer dem Könige, dem Kaiser Md dem Kronprinzen der Erbgroßherzog von Luxemburg und der der Königin nahe verwandte Fürst von Wied teil; außerdem sind etwa 30 Mitglieder des kgl. JagdklubS dazu eingeladen. Der erste Hof- Jägermeister af Petersens reift schon am 2. Septbr. Mch d m Jagdrevier, um die Vorbereitungsmaßregeln zu treffen. Der Elchstamm soll auf Halleberg jetzt so stark sein, daß das Fällen von 50 Tieren durch
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die Arbeit sinken lassend, streckte sie ihre beiden Hände dem Pärchen entgegen.
„Seid lange nicht bei mir gewesen, Jungfer Lotte," flüsterte sie, als das Mädchen nun vor ihr stand und herzlich die harte magere Rechte der alten Frau fchüttelte. „Und doch ist’s mir immer, als wenn es heller um mich würde, wenn ich Euer liebes Gesicht zu sehen kriege. Freilich, der Fritz sagte mir schon, Euer Vater würde wohl den Umgang mit uns nicht mehr wünschen. Er hat andere Pläne als —*
„Mutter Golden, was mein Vater plant, weiß ich nicht — aber was ich will — was ich von ganzem Herzen wünsche, hab' ich unterwegs Eurem Sohn gesagt. Ihr wißt'S ja — Fritz und ich wir haben uns stets von ganzem Herzen lieb gehabt. Schon als Kinder träumten wir uns als Mann und Frau. Da ist es denn heute endlich zur Aussprache zwischen uns gekommen und — es bleibt dabei: ich werde Eure Schwiegertochter."
Der Alten traten die hellen Thränen in die Augen „Wrnn's nur erst so weit wäre," sagte sie und setzte dann doch wieder mit leiser Aengsttichkeit hinzu: „Aber wird's Euch auch in unserem kleinen Hause gefallen, Jungfer Lotte? Das Schulhaus ist so groß und stattlich und —"
„Ach was, Mutter Golden: groß und stattlich! Dafür sitzen wir auch nur auf Gnade oder Ungnade darin. Dies hier ober ist Euer Eigentum — hier könnt Ihr schalten und walten, wie es Euch beliebt. Und wenn ich erst Eure Tochter bin —"
„So seid Ihr hier die Herrin," setzte die Greisin hinzu, „kenn dann übergebe ich bem Fritz mein ganzes Hab' und Gut und lege mich in das Altenteil. Weiß ja, daß ich es nicht zu bereuen haben werde."
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dition 2 Mk., bei allen Postämtern L Mk. Lk Pfg. (exkl. __ . a Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXV11. Zaüraana
Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile Sonnabend, 20. Auaust 1892. Messe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
10 Mg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg. ’ D 1 Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Paris.