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Wöchenütche BeUagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Gnchcml täglich unfrei an Werttagen nad> Sonn- und Feiertagen. — Onartal-AbonnementS-Preir bei der Expedition L Mk., bei allen Postämtern 8 Ml. 26 Pfg. (exll. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Rettamen für die Zeile 26 Big.
Marburg,
Dienstag, 16. August 1892.
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in ,
Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVII. fcfltllflailfl. Moste in Frankfurt a. M., Berkin, München u. Köln; G. L
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
In Sachen der Berliner Welt- Ausstellung
ist die Entschließung Seiner Majestät des Kaisers von dem Reichskanzler durch nachfolgenden Bericht erbeten worden:
„Wie Eurer Majestät aus meinem allerunter- chänigsten Vortrage bekannt ist, sind die Bundesregierungen um eine Aeußerung darüber ersucht worden, welchen Standpunkt sie dem Projekt einer Berliner Weltausstellung gegenüber einnehmen uni) welche Ansichten in der Industrie über die Zweck- wäßigkeit einer derartigen Ausstellung bestehen.
Die nunmehr eingegangenen Antworten lassen erkennen, daß die inländische Industrie nur zu ihrem geringeren Teile eine solche Ausstellung für wünschenS- werl erachtet. Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Industriellen, vor allem auch aus dem Bereiche der Groß-Industrie, steht dem Unternehmen, wo nicht entschieden ablehnend, so doch durchaus kühl gegenüber und glaubt sich einen nennenswerten Erfolg für die Erweiterung unserer Handelsbeziehungen davon nicht versprechen zu können. Wirtschaftliche Gründe, welche auf die Veranstaltung der Ausstellung hiudrängten, liegen nach ihrer Ansicht nicht vor. Allerdings hat sich auch in diesen Kreisen eine große Zahl von Industriellen mit anerkennenswerter Hingebung bereit erklärt, zu dem Gelingen der Ausstellung nach Kräften beizutragen, falls es aus anderen, als rein wirtschaftlichen Gründen zu bei» jelbcn kommen sollte. Aber überall und auch dort, wo das Unternehmen warme Befürwortung gefunden hat, ist der Voraussetzung Ausdruck gegeben, daß der Industrie nicht zu hohe Opfer würden angesonnen werden und daß daher nicht nur die gesamten allgcmeinm Kosten des Unternehmens aus öffentlichen Mitteln bestritten, sondern auch denjenigen Industriellen, welchen die selbständige Aufbringung der aus ihrer Beteiligung erwachsenden Kosten schwer fallen würde, Beihilfen von Seiten deS Reichs oder der Einzelstaaten gewährt werden müßten. Die Bundesregierungen haben, davon ausgehend, daß die Frage, frei von allen politischen Erwägungen, nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beantwortet Verden könne, in ganz überwiegender Zahl das wirtschaftliche Bedürfnis zu einer Ausstellung verneint. Insbesondere hat auch Preußen, dessen Urteil schon deshalb, weil in seiner Hauptstadt die Ausstellung stattfinden müßte, besonderes Gewicht beansprucht, sich gegen dieselbe ausgesprochen. Im großen und ganzen schließt die Beurteilung der
Fleur animee.
Novelle von M. Bernhard.
sNachdruck »erboten.]
(Fortsetzung.)
Baron Thilo mäßigte seinen Schritt, blieb stehen, kehrte dann kurz entschlossen um, nötigte seine Begleiterin ein Gleiches zu thun und beide traten durch die kleine Pforte in den kahlm Vorgarten. Sie waren hier ganz ungestört.
Es beftemdete den Offizier sehr, daß er immer «och keine Antwort bekam. — „Es wird mädchenhafte Schüchternheit, äußerste Verwirrung bei ihr fein/ sagte er sich, „sie war ja gänzlich unvorbe- restet! Wie konnte fie auf einen Heiratsantrag in «ller Form gefaßt sein! Gönnen wir ihr Zeit, sich rin wenig zu sammeln!"
Aber während er dies dachte, übermannte ihn Hon die Ungeduld und sich tief zu seiner Beglei- drin niederbeugend, um bei dem Schein der nächst- ßehenden Laterne ihr Antlitz sehen zu können, sagte er in gespanntem Tone: „Nun?"
Das schöne junge Gesicht, das sich ihm zuwandte war weder blaß noch erregt, noch überwältigt von Echreck; es war ruhig, ja, wäre der Baron in der richtigen Verfassung gewesen, den Beobachter zu spielen, so wäre ihm schwerlich der leise Zug von Spott und Belustigung entgangen, der um ihre Augen und Lippen spielte
„Nun, Herr Baron," entgegnete Fleur animee letzt an seine letzte Frage anknüpfend, „Sie hätten sich selbst eine peinliche Frage und mir eine noch viel peinlichere Antwort ersparen können, wenn Sie so gütig gewesen wären, sich nicht nur mit Ihrer eigenen Person und ihrem Empfinden, sondern auch ein wenig mit dem meinigen zu beschäftigen. Hätten Sie dar gethan, dann würden Sie sich sagen müssen,
Bundesregierungen derjenigen der industriellen Kreise sich an. Wenn man das Ergebnis nach der Zahl der Stimmen zusammenfaßt, welche den Regierungen verfassungsmäßig im Bundesrate zustehen, so sind 40 Stimmen „gegen" und 7 Stimmen „für" die Ausstellung abgegeben, Während 11 Stimmen unentschieden lauten.
Eine erfolgreiche Durchführung des Unternehmens hat die allgemeine und einmütige Ueberzeugung von dem Nutzen desselben für die deutsche Industrie und das opferwillige Zusammenwirken aller beteiligter Kreise zur unbedingten Voraussetzung. Da beides fehlt, so muß ich von einem ©«treten deS Reichs abraten.
Eure Majestät bitte ich ehrfurchtsvoll, zu einer entsprechenden Kundgebung mich Allergnädigst ermächtigen zu wollen."
Seine Majestät der Kaiser hat au Grund dieses Berichts dahin entschieden, daß dem Plane einer Weltausstellung in Berlin von Reichswegen nicht näher zu treten sei.
Damit wäre nun die Frage einer deutschen Weltausstellung für dieses Jahrhundert entschieden.
Deutsches Reich.
W. Berlin, 15. Aug. Der Kaiser kam am Freitag Nachmittag nach Berlin und wurde bei der Ankunft auf dem Potsdamer Bahnhofe von dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen empfangen. Von dort begab sich Se. Majestät nach dem Kasino des Offizierskorps des Garde-Füsilierregiments, um einer Einladung desselben zur Tafel zu entsprechen. Am Sonnabend Morgen wohnte der Monarch den Truppenübungen auf dem Tempelhofer Felde bei. — Die erwartete Besichtigung der Feldeisenbahn in der Lünneburger Haide durch den Kaiser wird, wie der „Hamb. Korr." jetzt meldet, nicht mehr stattfinden, da die Hebungen der Eisenbahnbrigade bereits am Sonnabend ihr Ende erreichten. — In besonders festlicher Weise ist am letzten Sonntag am deutschen Kaiserhofe der Geburtstag des Prinzen Heinrich, Bruders des Kaisers, begangen worden; der Prinz vollendete an diesem Tage fein 30. Lebensjahr und feierte zugleich fein zwanzigjähriges militärisches Doppeljubiläum, da er am 14. August 1872 gleichzeitig in den Marinedienst eintrat und als Sekondleutnant in das 1. Garderegiment z. F. eingereiht wurde. — Das Staatsministerium trat am Samstag Vormittag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten, Graf zu Eulenburg, zu einer Sitzung zu-
daß von meiner Seile nichts, auch nicht das allergeringste geschehen ist, was Sie zu ihrem jetzigen Vorgehen berechtigt!"
„Berechtigt!" fuhr der Cavalier auf. „Bitte, wägen Sie Ihre Worte, mein Fräulein! Die Berechtigung eines Mannes, einer Dame Herz und Hand anzubieten, findet er, sollte ich meinen, in seiner Liebe!"
„Ich bin in diesem Punkte anderer Ansicht! Wenn jemand sieht, daß man seine Aufmerksamkeiten zurückweist, den Begegnungen mit ihm ausweicht, lebe Annäherung geflissentlich vermeidet — und ich )in mir bewußt, dies alles im erschöpfendsten Maße gethan zu haben! — so hat dieser Jemand, nach meinen Begriffen, kein Recht, eine so bedeutungsvolle Frage —"
„Pardon, Fräulein Lydia," unterbrach er sie chroff, „es ist mir einigermaßen verletzend, mich örtwährend von Ihnen mit diesem beliebigen dunklen Jemand in Parallele gesetzt zu sehen!"
Wieder erschien der feine Spott um Augen und Lippen des jungen Mädchens.
„Warum verletzt Sie das so besonders? Weil Sie ein Baron Hildburg sind und ich «ein armes Mädchen? In meinen Augen macht das keinen Unterschied! Daß mir Ihr Name und Ihr Geld nicht imponierten, konnten Sie lange gemerkt haben, ich zeigte es Ihnen deutlich genug."
„Das alles mußte ich für Maske halten!" fuhr er unbedacht heraus.
„So bedauere ich, Ihnen biefen für Sie so chmeichelhaften Glauben nehmen zu müssen, Herr Baron! Nein, es war nicht Maske, sondern mein voller, ehrlicher Ernst!"
Das Gesicht, das, vom Laternenlicht voll beschienen, zu ihm emporblickte, war so reizend, daß
fammen, an welcher der Reichskanzler Graf Caprivi Teil nahm. Wie verlautet, hätten vom Finanzminister Dr. Miquel vorgelegte Vorschläge betreffs der Kom- mnnalsteuer-Reform die Zustimmung des Staats- ministcriums gefunden. — Der Ministerpräsident und Minister des Innern Graf zu Eulenburg hat die Geschäfte des letzteren Ressorts bereits übernommen und aus diesem Anlaß an die Räte und Beamten des Ministeriums eine längere Ansprache gehalten. — General v. Röhrdanz, vormals General-Jnspefteur der Königlich Preußischen Fuß- Artillerie, ist zu Klosters, Schweizer Kanton Graubünden, den 9. d. M. am Herzschlag verstorben. — Die meiste Aussicht, als Nachfolger des Generals v. Wittich Kommandant des kaiserlichen Hauptquartiers zu werden, hat, wie man in militärischen Kreisen annimmt, der jetzige Kommandeur des Regiments Gardes du Korps, Oberst v. Bissing. Er war längere Zett dienstthuender Flügeladjutant des Kaisers, hat fein jetziges Regiment neu organisiert, gilt als Verfasser des ersten Entwurfs einer neuen Felddienstordnung und steht in besonderer Gunst beim Kaiser, der unter anderem auch seiner Hochzeit auf Schloß Plaue beim Grafen Kömgsmarck vor etwa zwei Jahren beigewohnt und ihn in einem Trinkspruche als einen feiner besten Offiziere bezeichnet hat. Freiherr v. Bissing hat bereits seit einiger Zeit den Rang als Brigade-Kommandeur; diese That- sache und ferner die, daß er vorgestern Vormittag vom Kaiser in besonderer Audienz empfangen worben ist, mag bazn beigetragen haben, obige Annahme zu befestigen. Sine Entscheibnng ist aber noch nicht erfolgt. — Verschiebene Blätter brücken eine Notiz der „Berliner politischen Nachrichten" ab, in ber für die Einführung von Gewerbekammern — als „Organisation des Kleingewerbes bezw. des Handwerks auf einer breiteren Grundlage" plädiert wird. Die Notiz an sich würde eine weitere Beachtung nicht verdienen; aber wir begegnen in einigen Zeitungen, die sie ausgenommen haben, der Bemerkung, daß die betreffenden Steuerungen „anscheinend offiziös" seien. Dieser Ansicht muß entschieden widersprochen werden, da sie geeignet ist, Verwirrung anzurichten. Der betreffende Artttel der „Berl. Poltt. Nachr." spiegelt nicht nur die in unseren leitenden Kreisen bestehende Meinung hinsichtlich der Handwerkerftage nicht wider, fonbern er wendet sich sogar gegen ausgesprochene Absichten unserer Regierung. Der Staatssekretär von Boetticher hat sich zugleich int Namen des preußischen Handelsministers für eine zu schaffende Organisation des Handwerks, nicht aber
:r, der es noch immer nicht zu fassen vermochte, ein eben noch so empörtes Herz wieder schmelzen ühlte.
„Aber, meine teuere Lydia," begann er
„Bitte, Herr Baron! Für Sie bin ich weder )ie Ihre, noch teuer, noch Lydia! Wollen wir zu Ende kommen! Ich verspäte meine Rückkehr in ganz unerhörter Weise!"
„Gut denn!" Der Gardehusar warf hochmütig den Kopf zurück. „Kommen wir zu Ende! Vielleicht haben Sie zu guterletzt noch die Gnade, nachdem Sie mir die Berechtigung, Sie zu lieben, ’treitig gemacht haben, mir den Grund für Ihre Weigerung anzugeben und zwar, da Sie für eine junge Dame ganz ungewöhnlich kritisch und logisch veranlagt find, einen stichhaltigen Grund!"
Lydia zwang ein Lächeln nieder.
„Warum sprechen Sie so ironisch und bitter, Herr Baron? Nein, nicht das Recht, mich zu lieben, kann ich Ihnen streitig machen, nur die Befugnis, es auszusprechen. Der stichhattige Grund aber, nach welchem Sie verlangen, ist der: ich werde Berlin in vierzehn Tagen verlassen, um mich zu verheiraten!"
Es blieb eine zeitlang unter der Laterne stumm. ?leur animee hatte jetzt den Blick zu Boden gesenkt, Thilo von Hildburg sah unglaublich verdutzt aus. Eine so einfache, naheliegende Lösung und er hatte nie im entferntesten daran gedacht
„Verheiraten!" sagte er endlich in gedehntem Ton. „Und ich glaubte, Sie wären frei"
„Warum glaubten Sie das, Herr Baron?"
„Ja, warum? Wer es ihm hätte sagen können!
„Sie hätten es mir müteilen müssen! Es wäre Ihre Pflicht gewesen!"
„Pflicht?" Sie hob den Blick und sah ihm
des Kleingewerbes, ausgesprochen und hat die Errichtung von Handwerkerkammern zugesagt. Das Experiment mit Gewerbekammern ist bekanntlich fehlgeschlagen, weil eben diese Institute von vornherein nicht lebensfähig waren, da ihnen zugemutet war, widersprechende Interessen zu vertreten. — Die preußischen Provinzialverwaltungen beschäftigten sich jetzt lebhaft mit dem neuen Kleinbahnengesetz, das für die provinzielle Verkehrsentwicklung erhöhte Bedeutung hat. MM wird Proviuzial- fonds zur Erbauung von Kleinbahnen nach Möglichkeit aufwenden, aber auch das Privatkapital thunlichst mit heranzuziehen suchen. — Den höheren preußischen Unterrichtsanstalten sind auf Veranlassung des Unterrichts-Ministeriums von den Provinzial-Schnlkollegien Fragebogen zur Beantwortung überfanbt, die in eingehender Weise den ganzen Turnbetrieb umfassen. — Die preußische StaatSeisenbahn- verwaltung sucht nach Möglichkeit dem Mangel an gtfuitben und billigen Wohnungen für die Arbeiter und unteren Beamten abzuhelfen. Da hierfür aber z. Z., wie der „Reichsanzeiger" mittellt, eine umfangreiche VerwendMg staatlicher Mttel nicht möglich ist, hat der Eisenbahnminister, im Hinblick auf die anerkennenswerten Erfolge der Baugenossenschaften bei der „Pensionskasse für die Arbeiter" angeregt, einen mäßigen Teil ihres 22 Millionen betragenden Vermögens an Baugenossenschaften auszuleihen, die ausschließlich oder überwiegend aus Eisenbahnbe- diensteten bestehen. Der Kassenvorstand hat einstimmig beschlossen, dieser Anregung Folge zu geben, und der Minister hat nunmehr die Eisenbahn- direktionen beauftragt, zu prüfen, wo und in welchem Umfang die Gründung solcher Genossenschaften nötig und eventuell zu fördern sei. Die Berichte sollen bis zum 15. Januar k. I. eingesandt werden.
Hessen-Nassau.
Warburg, 15. August. Am Samstag Nachmittag kehrte das hiesige Jägerbataillon aus dem Gefechtsschießen über Homberg a. d. O. und Schröck in seine Garnison zurück. Am 29. d. M. rückt dasselbe zu dem in der Gegend des Westerwaldes stattfindenden Herbstmanöver aus.
Warburg, 15. August. Unter Leitung des Herrn Pfarrer Heermann sowie einiger Lehrerinnen unternahm gestern die lutherische Sonntags schule einen gemeinsamen Spaziergang nach Hansenhaus (links), woselbst den Sonntagsschülern im Beisein der Eltern ein vergnügter Nachmittag bereitet wurde.
voll in die Augen „Meinen Sie im Ernst, ich hätte jedem der jungen Kavaliere, die sich mir in leichtfertiger Absicht näherten, meine Familienbeziehungen bekennen, jeden in das eimveihen sollen, was meines Herzens schönstes, heiligstes Be- itztum ist?"
Jetzt war das zärtiiche Aufleuchten in ihren Augen, das weiche, sonnige Lächeln um ihren Mund, )er warme Herzenston in ihrer Stimme da: alles das hatte Baron Thilo für sich geträumt; nun sah er es, aber ihm galt es nicht!
„Und warum," stammelte er, „warum tragen Sie keinen Verlobungsring?"
„Weil jeder sich gemüßigt gefühlt hätte, unzarte Fragen, vorwitzige Scherze daran zu knüpf»! Ein Mädchen, das hinter einem Ladentisch fleht und Blumen verkauft, da hat man es nicht nötig, Rücksichten zu nehmen, da hält sich jeder für berufen, mit derben, täppischen Händen zuzugreifen. Und mußte ich das dulden, gut! Aber ihn, der meines Lebens ganzes, einziges Glück bildet, wollte ich nicht mit hineingezerrt haben in die Oeffentlich- ’eit, darum behielt ich mein Geheimnis und meinen Ring für mich!"
Baron Thilo stand immer noch und starrte sie an; er war ganz fassungslos.
„Ich muß jetzt gehen," hörte er nach einer leinen Weile ihre Stimme sagen, „aber ich wäre roh, wenn Sie mir sagen wollten, daß Sie mir nicht böse sind! Ich habe gehandelt, wie ich mußte und mein Gewissen kann mir nichts vorwerfen, aber ich möchte doch gern, daß Sie ohne Zorn an mich denken!"
„Das kann ich für's erste noch nicht," brachte er etwas mühsam heraus. „Ich liebe Sie so unendlich, Lydia."