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Wöchmütche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
8 Redaktion 8und ^peditton^Martt 21. ”art- Illustriertes Sonntagsblatt. Stbatiion und Txpsdilion^Marpsl!"^ “ ®M6ur9
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Unjangwira im Gebiete Ugogo mitanzusehen. Die Expedition bestand aus einem Offizier, einem Arzt, vier Unteroffizieren, fünfzig Soldaten (Askaris) und vierhundert Trägern. Die Soldaten dieser auf 1 */2 Jahre in das Innere Ostafrikas marschierenden Expedition hatten in ihrer sehr prakfischen, für Lebensbedürfnisse des Tages bestimmten großen Tasche merkwürdigerweise nichts weiter als eine Knopfgabel und Gewehrputzzeug. Bemerkenswert ist, daß die vor der Mütze befindlichen metallenen Reichsadler von den schwarzen Soldaten mit gewissem Stolz getragen werden.
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Frau Ermelide Dörner sitzt mit ihrer Tochter zu Hause in ihrer bescheidenen Stube. Auf dem Tisch brennt der Lichterbaum, thränenblinkenden Auges fieht sie in die Fülle des Glanzes, die von ihm ausströmt; wie eine ferne, ferne Märchenwelt dämmert es träumerisch in ihr auf. Auf dem Boden krabbelt in höchst lebendiger Geschäftigkeit der kleine vierjährige Wolfgang, der eine Schachtel Bleisoldaten und eine Messingtrompete bekommen hat. Er macht einen fürchterlichen Lärm, rückt seine Bleisoldaten hin und her, macht mit voller Lungenkraft: Puff, Puff, Puff; dann ertönen die krausen, schmetternden Töne der Signaltrompete — die Schlacht ist im vollsten Gange.
„Mache doch nicht so viel Lärm, Wolfgang," mahnt Frau Ermelide.
„Aber Mama," verteidigt sich der Kleine leb- haft, „das ist im Kriege nicht anders. Puff, Puff,
„Also Du willst nicht, Mama, daß ich noch einmal zu ihr gehen soll?"
„Es wird nichts nützen, Cäcilie. Du hast das Deine gethan, überlaß Gott das übrige."
„Sie schien mir mehr unglücklich, als zornig u sein."
„Still, Kind, sei still. Klingelte es nicht?"
„Nein. Auch kann ich mir chre Reden, in die ie so heftig ausbrach, nicht erklären. Irgend ein Ärchterliches Mißverständnis muß obwalten, daß ie, die sonst so rückhalllos vertrauend, so mütter- ich liebevoll zu mir war, plötzlich so mißtrauisch und zornig zu mir wurde. Und das gerade in dem Augenblick, als sie Dein Bild und Deine Briefe zu Gesicht bekam. Willst Du mir das nicht er- lären?"
„Freilich will ich das, Cäcilie; ich muß es, da-
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bewohnt hatte. Sie suchte nach dem Bilde Erme- lides — es war fort Sie suchte nach dem Brief, in welchem von dem kleinen Wolf die Rede war — er war fort. Wer war der kleine Wolfgang? War es etwa ein Bruder von Fräulein Dörner? Tann wieder befiel sie eine unsägliche Angst, daß ein Unglück geschehen sein könne mit der Familie, die — doch immerhin ihre Familie war. Die Rot des Lebens und das Elend, das wußte Gräfin Christine, obwohl sie es nie erfahren hatte, waren für die Menschen harte Dinge, so hart wie — die Einsamkeit. Dann fiel sie in der Not ihres Herzens laut aufschreiend vor einem kleinen Crucifix, das an der Wand hing, nieder und weinte bitterlich
So fand sie ein Diener, der ihr melden wollte, daß das Abendeffen serviert sei. Sie stand langsam auf und sah den Mann erstaunt an.
„Lassen Sie sofort anspannen; aber sofort Beeilen Sie sich," rief sie plötzlich.
Sie aß nichts, sondern warf einen Mantel um und ging nach dem Schloßhof. Die Pferde wurden eben angeschirrt. Es war empfindlich kalt.
„Beeilen Sie sich," drängte Gräfin .Christine wieder und setzte sich schon in den Wagen.
Wenige Minuten später flogen die flinken Pferde die kahle Buchenallee entlang der Stadt zu.
VI.
Weihnachten ist für die ganze Welt eine Erlösung. Am Weihnachtstag wirst jeder die Last, unter der im Laufe des Jahres so mancher Seufzer erklingt, von sich ab; der Weihnachtstag ist die roße Parade aller Marschkameraden. Man drückt ich die Hände, schaut sich in die Augm, — es ist ein großer Appell. Sind sie alle noch da? Ging alles gut? Es ist großer Rasttag, um so köstlicher, je härter der Marsch war.
Hessen-Nassau.
Marvurg, 9. August. Zur Vornahme einer Studienreise nach Zentralamerika wurde Herr Professor Dr. Paasche Hierselbst für die Dauer des Wintersemesters 1892/93 beurlaubt und Herr Privatdozent Dr. Rathgen aus Berlin mit der Vertretung desselben an hiesiger Universität beauftragt.
Marstnrg, 9. Aug. Die seitens der Stadt in Wehrda angestellten Bohrversuche nach Trinkwasser haben jetzt den ersten Erfolg aufzuweisen. In einer Tiefe von 16 Metern tritt jetzt so viel Wasser zutage, daß der nach der Lahn hin geleitete Ablauf desselben gegen 60 Kubikmeter pro Tag beträgt. Auf eine Felsspalte ist man bei den bisherigen Bohrungen nicht gestoßen, dagegen hofft man unter der kompakten Felsenmasse eine Geröllschicht zu finden, die als Sammelpunkt der unterirdischen Bergwässer dient.
Marstilrg, 9. August. Ende gut, alles gut! konnte man an dem gestrigen letzten Festtage des Liedervereins-Jubiläums mit Recht sagen. Beim herrlichsten Wetter zogen die Bewohner Marburgs in Scharen nach dem Dammelsberg, um dort an dem als letzte Programmnummer veranstalteten Waldfeste teilzunehmen. Letzteres glich in seinem ganzen schönen Verlause den weit und breit bekannten Marburger Volksfesten. Diesem Gedanken wurde auch von den scheidenden fremden Sangesbrüdern in erfreulicher Weise Ausdruck gegeben, indem Herr Kaufmann Hermann Keßler aus Cassel im Namen der letzteren dem festgebenden Gesangverein „Liederverein" und der gesamten Bewohnerschaft Marburgs für die erneute Bethätigung ihrer gerühmten Gastfteundschaft dankte und auf beide ein kraftvolles Hoch ausbrachte. Konzert, Tanz und allerlei sonstige Kurzweil, unter denen die von Herrn Turnlehrer Schneider mit der weiblichen Jugend ausgeführten Mädchen - Turnauf-
gerichtet ist, den Ultramontanen, Polen und Welfen, den Ultra-Konservativen, Radikal - Freisinnigen und Sozialdemokraten. Hoffen wir, daß der mächtige Ausbruch des deutschen Nationalgefühls, der sich in den erhebenden Bismarckfesten von „Dresden bis Jena" so unzweideutig geäußert hat, zur Gründung einer solchen einheitlichen mächtigen Nafional-Partei führen wird, fest stehend im Sinne unseres größten Staasmannes „zu Kaiser und Reich." — Es ist bekanntlich aus Anlaß der Niederlage des Freiherrn v. Bülow am Kilimandscharo in Deutsch-Ostafrika mitgeteill, die Engländer hätten den dortigen Eingeborenen Waffen und Schießbedarf geliefert, und aus London war dann die Richtigkeit dieser Behauptung rundweg bestritten worden. Dazu schreibt jetzt die „Köln. Zlg.": „Das Reutersche Bureau will ermächtigt sein, unsere Nachricht, die Britische Ostafrikanische Gesellschaft habe die Eingeborenen mit Waffen und Schießbedarf versehen, und die Station Taveta der Gesellschaft habe ihnen 30 000 Seider- patronen gegen Lieferung von Elfenbein verschafft, als unrichtig zu erklären. Wir können demgegenüber einfach feststellen, daß unsere Meldung von einer Seite herrührt, die über jeden Zweifel erhaben ist. Die Schuld der Engländer, die sic jetzt ableugnen möchten, besteht thatsächlich."
— Ueber die Schutztruppe in Deutsch- Ostafrika äußert sich der Kontteadmiral v. Pawelsz gelegentlich seines jüngsten Besuches dortselbst wie folgt: Die mir in Kilwa-Kiwinje durch Leutnant Fambach vorgeführte Rekrutenkompagnie Sudanesen, etwa 150 Mann, die nach deutschen Kommandos ausgebildet waren, führte ihre Exerzitien gut aus. Es waren dies die Truppen des sog. Expeditionskorps, welches stets bereit sein soll, sofort nach bedrohten Punkten aufzubrechen. Zur Abwehr gegen einen plötzlichen Ueberfall, dem die auf dem Marsche befindlichen Expedittonen ost ausgesetzt sind, ist hier eine sehr praktische und zweckentsprechende Art eingeführt worden, indem die einzelnen hintereinander marschierenden Leute bei einem plötzlichen Ueberfall die geraden Nummern rechts, die ungeraden Nummern links um machen und so auf beiden Seiten den Feind abwehren können. — In Lindi wurden mir die 60 . Mann starke Polizei- und die gleich starke Schutz- 1 truppe von dem Bezirkshauptmann v. Sivers vorge- । führt., Beim Generalmarsch des Nachts im Fort ! war die Verteidigung in 1V2 Minuten gesichert. — i In Dar-es-Salaam hatte ich Gelegenheit, den Ab- ! marsch der Expedition des Leutnants der Schutztruppe i Grafen von Hessenstein zur Anlage einer Station in 1
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it ver» ncn, feine Zxpedirin i. (4780
Anzeigen nimmt entgegen die Erpedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreaur von Haasenstein u. Vogler in Ä .
Aankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVII. 5Y(101(1(111(1 Mosse m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. "ö ) b
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Parisi
Are Marschka«rraden.
Bon Waldemar Urban.
(Nachdruck »erboten.] (Schluß)
Der Pfarrer sprach dann van der Liebe selbst, die allein fähig wäre, den Menschen zu jener sittlichen Höhe hinaufzuheben, wo ihm Zufriedenheit «it feiner Existenz und Lebensglück winke; in der Liebe sehe er nicht nur das Licht in der Finsternis der Welt, sondern auch das Glück für jeden Ein- zelnen selbst. Kurz eine richtige — Bauernpredigt, «Ke sich Gräfin Christine.
— Und als sie herausttat in die frische, freie «atur, fühlte sie Thränen in chren Augen!
Es war natürlich nur von der Kälte — weiter nichts.
züge mit Musik und Gesang ganz besonders erwähnt zu werden verdienen, füllten den Nachmittag aus. Nach eingetretener Dunkelheit begaben sich die Festteilnehmerin geordnetem Zuge nach dem vor dem Barfüßer- thore gelegenen Festgarten, der in ähnlicher Weise wie am Abend vorher in feenhafter Beleuchtung erstrahlte. Da sich das Wetter auch an diesem Abend ganz vorttefflich hielt, so entwickelte sich auch hier zuguterletzt noch ein ganz besonders schönes Feststückchcn, das in seiner Gesamtheit eher an eins der vielgenannten venettanischen Abendfeste als an den programmgemäß vorgesehenen „Kehraus" erinnerte. Erst spät in der Nacht fand auch der dritte Festtag seinen Abschluß und suchten die Festteilnehmer, hochbefriedigt von den bei der Jubelfeier des „Liedervereins verlebten schönen Stunden, ihre Hütten auf. Der festgebende Verein aber kann mit Stolz auf die Tage seines 50 jährigen Jubiläums zurückblicken. Ihm waren die Götter hold! Das vorzügliche Arrangement seines Jubelfestes und die mustergilttge Ordnung während desselben verdienen nicht nur ein volles Lob, sondern garantierten im Verein mit der beständigen Gunst des Wetters auch ein Gelingen dieses Festes, wie wir es selten in so geschütteltem und gerütteltem Maße zu verzeichnen Gelegenheit hatten. — Von Seiten der Casseler Sänger traf gestern abend gegen 11 Uhr noch ein in ehrenden Ausdrücken gehaltenes besonderes Dankestelegramm bei dem Vorstande des „Liedervereins" ein.
Warvnrg, 9. August. Der Marburger Bienenzüchter-Verein hielt am Sonnabend eine Versammlung im Restaurant Zeiß Hierselbst ab. Dieselbe war von etwa 30 Imkern aus hiesiger Stadt imb Umgegend besucht. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Justizrat Krug-Marburg, erstattete zunächst ein Referat über die in Hanau stattgehabte Verbands-Hauptversammlung nebst Ausstellung von Bienenvölkern, Honigprodukten und Jmkereigerät- schasten. Letztere war sehr reichhaltig und auch von hiesigen Imkern beschickt worden. Das Arrangement des Ganzen wurde als ein vorzügliches geschildert und den Hanauer Herren, namentlich Herm Kommerzienrat Zimmerman daselbst großes Lob gespendet. — Neu ausgenommen in den Verein wurden die Herren Joh. Schick-Grün in Mardorf, Pfarrer Schick und Lehrer Lotz in Anzefahr. — Der Vereins- Vorsitzende machte hiernach auf die am 23. d. Mts. in Bad Sooden stattfindende Generalversammlung des Verbandes der nassauischen Bienenzüchtervereine aufmerksam, die sehr interessant zu werden verspreche und ging sodann zu einer Erörterung der jetzt viel- mit Du mich ganz verstehst. Gräfin von Hoheneck ist--Deine Großmutter!"
„Meine Großmutter? Deine Mutter, Mama?"
„Ja. Du kennst sie ja nun, Du weißt, wie mißtrauisch sie Dir entgegengekommen ist, als sie Dich erkannt hatte, wirst verstehen, daß ich, so elend wir immer gewesen fein mögen, doch immer zu stolz war, mich ihr zu nähern. Sie hat mir nie vergeben können, daß ich meinem Herzen folgte und Deinen Vater heiratete. Du siehst nun auch, wie recht ich gehabt habe, mich ihr nicht zu nähern. Sie würde mich nicht verstanden haben. Als Du mir damals sagtest, daß Du bei einer Gräfin Hoheneck Gesellschafterin werden wolltest, da habe ich nichts dagegen thun wollen. Ich sah eine Fügung des Himmels darin. Vielleicht, dachte ich, könntest Du ihr werden, was ich ihr in ihrem Alter nicht sein konnte. Es hat nicht sollen fein; ttöste Dich, Cäcilie!"
Es stehen von allen Bleisoldaten nur noch drei Mann; aber die Schlacht tobt fort. Diese drei kämpfen augenscheinlich bis auf den letzten Blutstropfen. Daher hatten die drei lebenden Menschen auch nicht bemerst, wie Gräfin Hoheneck ins Nebenzimmer eingetreten war, einen Augenblick an der openen Thür gelauscht hatte und nun in der Wohntube selbst erschien. Ihr Atem fliegt, über ihre Wangen fallen Thränen und plötzlich geht sie rasch mit ausgebreiteten Armen auf Frau Ermelide zu.
„Mein Kind!" schallt es mächtig und erschütternd durch den Keinen Raum. Der kurze Ton erzählt zwanzigjähriges Elend; in ihm liegen endlose, einsame Rächte des Kummers, qualvolle Kämpfe des Mutterherzens gegen die Härte, die Herrsch- ucht, die Leidenschaftlichkett der eigenen Brust, gegen das — Unkraut des Gemüts; in ihm liegt die
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Deutsches Reich.
W. Berlin, 9. August. Unser Kaiser trifft heule Dienstag Vormittag aus England wieder im Marmorpalais bei Potsdam ein, wo die Kaiserin zur Zeit wohnt. Auf der Heimreise begrüßte der Kaiser seine drei ältesten Söhne bei der Vorüberfahrt vor Norderney, wo die Prinzen sich jetzt aufhalten. Ein Torpedoboot brachte die Knaben an Bord der Nacht „Kaiseradler". Ein dicht mit Menschen besetzter Vergnügungsdampfer kreuzte den Kurs des .Kaiseradlers", wobei dem Monarchen enthusiastische Ovationen dargebracht wurden. Montag abend erfolg! die Ankunft in Wilhelmshaven und daran anschließend sofort die Weiterreise nach Potsdam. — In Mainz fand am Montag vor dem Könige Christian von Dänemark, der aus Wiesbaden dorthin gekommen war, Parade und größeres Exerzieren des thüringischen lllanenregimenics Nr. 6, dessen Chef der König ist, statt. Eine Tafel bildete den Abschluß der Besich- tigung. Heute Dienstag wird die Kaiserin Friedrich dem Könige von Dänemark in Wiesbaden einen Besuch abstatten. — Der Prinz Georg von Sachsen feierte am Montag seinen 60. Geburtstag. Es gingen vom Kaiser und von fast allen deutschen Fürsten Glückwünsche ein. — Im Reichsamt des Innern fand am Montag eine Konferenz von Vertretern der Reichsressorts und der preußischen Ministerien, soweit letztere an der Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen beteiligt sind, statt, in welcher dem Vernehmen nach in vorbesprechende Er- ötterung über die von russischer Seite gegebene Anregung zu einer handelspolitischen Regelung der beiderseitigen Beziehungen eingetteten sein dürfte. — Professor Ernst Häckel in Jena erläßt eine öffemliche Danksagung für die unzähligen Gedichte, Trahtgrüße und Photogramme, die ihm auS weiten Kreisen des deutschen Vaterlandes aus Anlaß der Anwesenheit des Fürsten Bismarck in Jena zugegangen seien, und fügt folgenden Aufruf an die Parteien hinzu: Vergessen wir nicht die ernsten Mahnungen, welche Fürst Bismarck auf unserem herrlichen Marktfeste in seinen denkwürdigen Reden an uns gerichtet hat. Es gilt vor Allem, das gesunkene Ansehen des deutschen Reichstages, dadurch wieder zu heben, daß wir eine große National- Pattei schaffen, welche über den kleinlichen Hader der Frakfionen hinwegsieht; ohne Rücksicht, ob »liberal oder konservattv", muß sie geschlossen jenen feindlichen Parteien gegenüberstehen, deren Stteben auf Untergrabung der bestehenden Bundesverfassung
Als sie wieder auf Schloß Hoheneck war, schien «e Rede des Pastors erst den richtigen Widerhall «ihr zu finden. Gräfin Christine fand, daß sie «m Fräulein Dörner sehr, sehr unrecht gethan habe und daß es doch eigentlich gewissermaßen ihre Pflicht fei, sich zu überzeugen, ob ihre Schroffheit «s junge Mädchen nicht etwa zu verzweifelten Dritten getrieben habe. Wenn ein Unglück ge- Mhc, war sie dann nicht die schuldige Veranlafferin? Eie ^wollte also dem Rechtsanwalt Auftrag geben, «c Sache wieder ins gleiche zu bringen.
Dann wurde es dunkel. Eine kalte, neblige drohte Heraufziehen. Ruhelos, unzufrieden «U sich selbst, mit ihrem eigenen Innern im quä- ünden Kampf, wanderte Gräfin Christine im Schloß hin und her. Da und dort im Dorf unten leuch- A der Lichterglanz eines Christbaumes auf. Gräfin „ , Kristine fah nicht hin, wollte nicht Hinsehen. Was i hab»' Stagen „die Leute" sie an? Plötzlich stand fie, wie prsällig, in dem Zimmer, das Fräulein Torner
Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und (Mfl a*»!***»» „
Feiertagen. — Ouattal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- VUlTlle
dition L Mt, bei allen Postämtern 2 Mk. 26 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle MilttvVÄ 10 AUUUst 1892
10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg. .wvinwvu), ±v. -augujl AOJ7Ä,
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